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Shownotes
Sie wird zur Rekord-Erfinderin werden, aber kaum jemand wird es wissen. Und das, obwohl Mary Kenners erstes Patent (patentimages.storage.googleapis.com/9a/09/8e/d…) der absolute Vorreiter für viele Periodenprodukte heute ist. Was ist passiert, dass Mary ihre Lebensziele zwar übertroffen, aber heute quasi unbekannt ist?
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Schön sein Samstag, ihr Lieben. Ja, ich muss euch ehrlich sagen, also bei mir war heute jetzt irgendwie ein Tag, da ist schon ganz viel schief gelaufen. Vor allem dann das geheuchelte, schönen sein Samstag. Ja, liebe Begrüßung. Ich wünsche mir auch, dass es hier alles schön ist. Und mit euch ist es schön. Genau, das stimmt.
Ja, spätestens am Ende dieser Folge fühlen wir uns besser. Egal, was jetzt vorgefallen ist vorher. Aber was ist denn los? Heute ist so ein Tag, da ist zum Beispiel schon dreimal das Dudelwasser übergekocht. Also das ist für mich, da dachte ich so, beim dritten Mal musste ich lachen. Ja, es spricht auch so dafür, dass man einfach so ein bisschen fahrig unterwegs ist.
Einfach so nicht ganz bei der Sache irgendwie zu viele Gedanken im Kopf und ja, eigentlich sich ins Bett verkrümeln müsste und den Tag beenden müsste. Irgendwie war ich, genau, den ganzen Tag so ein bisschen genervt. Und dann fällt mir manchmal so ein, ach, warte mal, warum bin ich denn jetzt gerade eigentlich so genervt?
Aha, vielleicht ist es gerade auch einfach ein bisschen PMS. Das lässt ja einmal im Monat auch nochmal grüßen. Ich weiß nicht, wer von den menstruierenden Menschen das hier nachfühlen kann. Ja, ich tatsächlich nicht so richtig. Also ich glaube, wahrscheinlich habe ich das irgendwie auch. Aber es ist nicht so, dass ich, wie du jetzt sagst, dass man dann merkt, boah, ich bin irgendwie so genervt und bin irgendwie, keine Ahnung, nicht so richtig ich selbst und dann, ach ja, stimmt, passt voll gut mit PMS.
Ich kenne auch viele Freundinnen von mir haben das auch. Das ist bei mir tatsächlich nicht, nichtdestotrotz, wir haben kurz vor der Aufzeichnung drüber geredet, ist gerade bei mir richtig viel los und ich fühle mich, als hätte ich PMS, aber es ist einfach nur Alltagsstress, also ... Der ist doch nicht nach einem Tag vorbei. Nee, und man hat auch keine Ausrede.
Es ist jetzt wirklich meine Stimmung. Das sind nicht nur die Hormone, die mir das quasi hier vorgaukeln. Also ja, ich kann das sehr gut nachvollziehen. Aber ich selber habe das, glaube ich, in der Tiefe nicht. Heute haben wir auf jeden Fall eine sehr passende Erfindung im Programm, von der wir euch erzählen möchten.
Und ganz wichtig, auch für nicht menstruierende Personen ist das sehr spannend jetzt. Also nicht abschalten oder so, denn es geht um eine Rekorderfinderin. Ich finde, das ist auch schon mal ein cooler Begriff, Rekorderfinderin. Ja, wir sprechen heute über Mary Kenner, die den Menstruationsgürtel erfunden hat.
Behind Science – Geschichten aus der Wissenschaft Mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider Ja, wir haben hier ja schon mal über die Erfindung der Anti-Baby-Pille gesprochen. Das war die Folge mit Margaret Sanger. Ja, genau. Wenn ihr die noch nicht gehört habt, hört da rein. Und das hat in den 60er Jahren eine ziemliche Revolution ausgelöst, diese Erfindung.
Aber im gleichen Jahr gab es noch ein anderes Patent, das angemeldet wurde. Über das ich vorher noch nicht viel gehört hatte. Das aber auch für viele Frauen unverzichtbar geworden ist. also so ein alltägliches Gadget in das Leben vieler Menschen gebracht hat. Und es kommt von der Erfinderin, Mary Beatrice Davidson-Kenner. Ich habe den Namen jetzt noch mal ausführlich gesagt, damit du nicht denkst, es ist schon wieder eine Mary.
Der Name lässt sich halt einen Doppelnamen. Es ist eine Mary, I'm sorry. Ja, Mary Beatrice. Es lässt sich nicht leugnen. Also die Mary-Quote, ich kann es nur immer wieder sagen. Leute, schickt uns mal Luisas. Oder Luises würde ich ja auch nehmen. Aber also Wahnsinn. Was auf jeden Fall diese Mary am Anfang ihres Lebens noch nicht wusste, dass sie einmal die US-Afroamerikanerin mit den meisten Patenten überhaupt werden wird.
Und trotzdem wird sie am Ende an der Erfindung, für die sie am berühmtesten ist, niemals selbst verdienen. Das schon mal als Teaser. Ja, ist eine Geschichte, die so vom Teasing ähnlich klingt wie manch andere Geschichte, die wir so von vor allem weiblichen Erfinderinnen schon erzählt haben. Aber ja, lasst euch mal überraschen, wie die jetzt hier weitergeht.
So, wie es jetzt dazu kommt, erfahrt ihr gleich. Erstmal sollt ihr Mary ganz grundlegend kennenlernen. Sie wird 1912, also vor 113 Jahren, in North Carolina geboren. Sie wird in eine richtige Erfinderfamilie reingeboren. Da sehe ich schon direkt wieder Daniel Düsentrieb vor mir. Ihr Opa hat zum Beispiel ein Signallicht mit drei Farben für Züge erfunden.
Wichtige Sache. Ihre Schwester hat Brettspiele entworfen und ihr Vater tüftelt an einer Art Reisebügeleisen für Hosen. Er nennt das Hosenbügler. Und so ein Reisebügeleisen haben wir tatsächlich noch damals, als wir das Haus meiner Oma ausgeräumt haben. Ja. Als sie da nicht mehr gelebt hat, gefunden. Das ist so niedlich, es aussieht wie so ein Puppenstubenbügeleisen, also so zum Zusammenklappen.
Wir haben uns nicht getraut, es in die Stecksoße zu stecken, weil es einfach so uralt war und wir nicht in der ganzen Stadt die Strom raushauen wollten. Aber richtig süß. Ich weiß nicht, ob es jetzt auf der Erfindung von diesem Vater da basiert, aber so was gibt es, ja. Ich musste so lachen. Ich musste so lachen.
Ja, ich fand es so witzig, dass es scheinbar hauptsächlich für Hosen gedacht war. Ja, stimmt. Also heutzutage, wer bügelt seine Hosen? Ja, stimmt. Das waren ja viele so Hosen wahrscheinlich mit Bügelfalte, wo das sehr wichtig war. Ja, wenn man dann da mit dem Hemd bügelt, dann explodiert das. So stelle ich es mir vor.
Ja, aber das waren quasi die Vorläufer der Steamer oder so, die man dann heute vielleicht mit auf Reise nimmt. So einen Teil habe ich auch, weil ich bügeln hasse, wie die Pest. Also ich verrate es jetzt auch mal, ich bügel wirklich gar nichts. Ich auch nicht. Null. Ich kann es auch nicht besonders gut. Das ist ja auch gar nicht so leicht, finde ich.
Bügeln. So ein Hemd oder eine Bluse gut bügeln, das ist richtig schwer. Vor allem, wenn man es halt nie macht. Ja, Übung macht der Meister und so. Aber ja, deswegen Steamer, mein bester Freund, ist nicht ganz so glatt wie Bügeleisen. Aber ja, so für, weiß nicht, wenn man bei einer Hochzeit ist und sein Kleid nochmal kurz steamen muss, tut es alle Male.
Ja, ja, guck, aber damals das kleine Reisenbügeleisen, damit hat sich auf jeden Fall Marys Vater beschäftigt. Und Mary hat von Anfang an auch diese Leidenschaft fürs Erfinden. Also wie der Rest der Familie findet sie das auch ganz toll. Sie will immer schon einfache Lösungen für Alltagsprobleme finden.
Also vielleicht mal ein kurzes Beispiel. Als sie sechs ist, hat sie zum Beispiel überlegt, wie könnte man eine Tür erfinden, die sich selbst ölt. Also vielleicht gab es sehr viele quietschende Türen bei dieser Familie. Kein WD-40 wahrscheinlich damals. Nee, genau, genau. Aber die Idee gut, wenn man so ein Charmin hätte, was ich selber will, cool.
Oder dann hat sie gedacht, es wäre eigentlich optimal, wenn man oben auf dem Regenschirm, Regenschirm, Erfindung des Taschenregenschirms, das hatten wir hier letzte Woche, könnt ihr auch noch mal hören. Das schließt sich hier gut an. Passt sehr gut. Aber ich glaube, das waren noch welche, die oben so einen Stockschirm, so eine Spitze hatten.
Denn sie hat gedacht, es wäre eigentlich optimal, mal, wenn man da oben drauf einen Schwamm machen würde, der einfach den Regen auch so ein bisschen sammelt, damit der Schirm gar nicht so nass wird und irgendwann tropft. Schlau. Weiß ich jetzt nicht. Das ist die Idee. Aber der Gedanke ist lustig. Das waren ja auch noch Kinderideen.
Sie bleibt ihr ganzes Leben aber erfinderisch. Auch als sie dann schließlich zur Uni geht, bleibt das immer so ihr Hobby. Sie geht auf die renommierte Howard University, allerdings ist diese Uni sehr teuer und der Unterricht ist auch richtig hart. Es war wohl auch für sie als Frau nochmal unangenehmer und ja noch anstrengender, sodass sie nach eineinhalb Jahren das abbrechen muss.
Und sie hält sich dann mit verschiedenen Jobs über Wasser, bis sie irgendwann genug Geld zusammen hat, um einen kleinen Laden zu eröffnen und zwar einen Blumenladen. Sie schmeißt den als Floristin. Das ist jetzt nicht unbedingt so das, was sie für immer machen möchte. Aber sie hat ... Indem sie diesen Laden da jetzt hat, noch genug Kapazität, weiter ihren Ideen nachzugehen und verliert nicht so wie im Studium komplett ihren Erfindergeist irgendwann, sondern schafft das jetzt so beides parallel zu machen.
Ja, das ist irgendwie zumindest was, wo man mit den Händen arbeitet und nicht nur mit dem Geist. Vielleicht hat sie währenddessen dann so schlecht die Ideen gehabt. Mir ist aufgefallen, man hat immer so eine ganz romantische Vorstellung von Blumenläden. Ich weiß gar nicht, warum. Also, dass man das so, ach, das ist so eine schöne Arbeit irgendwie mit Blumen arbeiten und so. Aber es ist halt auch einfach Handwerk.
Also, man hat da so eine ganz, ganz romantisierte Vorstellung von. Ja, aber ihr großes Ziel ist jetzt nicht die beste Floristin zu werden, sondern die beste Erfinderin oder überhaupt Erfinderin. Sie will irgendwann ein Patent für eine eigene Idee anmelden. Also das ist jetzt quasi, was sie, wie man heute sagt, manifestiert.
Das ist ihr Lebensziel und als ihre Familie nach Washington zieht, da ist Mary damals zwölf Jahre alt, hat sie direkt eine Chance, die sie nutzt und zwar geht sie regelmäßig ins Patentamt und schaut danach, ob schon jemand ihre Ideen vor ihr hatte sozusagen. sagen. Und tatsächlich ist es so, meistens hatte keiner diese Idee vorher.
Das finde ich ja auch manchmal so deprimierend. Manchmal hat man ja Ideen, ich weiß nicht, ob wir diesen Gedanken hier schon mal geteilt haben, also ich ihn schon mal geteilt habe, hat man ja Ideen und dann denkt man so, boah, das wäre ja cool, wenn man das umsetzen würde und googelt das. Und natürlich hatte schon jemand anderes genau diese Idee vor einem.
Und man ist so, ach ja, okay, wow, ich bin leider doch nicht die Erfinderin, die ich dachte zu sein. Aber ja, sie ist anscheinend da bei vielen Ideen, so die erste. Und sie kann halt nicht googeln, sondern stiefelt einfach in dieses Patentamt und guckt mal kurz, ob die Erfindung da schon irgendwo rumkriegt.
Ja, richtig cool. Da frage ich mich auch, wie war das sortiert? Also gab es dann so, war das dann einfach mit der Bezeichnung? Mit Nummern, glaube ich. Alphabetisch? Ach so, dass du es findest. Dass du es findest. Oder nach dem Namen der Erfinder oder Erfinderin? Oder so Kategorie Garten, Kategorie Küche oder so?
Bestimmt gab es da so riesige Kästen mit so Karteikarten. So Karteikarten, ja. Aber auch da, wie war das System, frage ich mich. Also wie hat sie da recherchiert? Also es haben auf jeden Fall alle Patentenummern. Aber sie muss ja dann irgendwie gesagt haben, okay, Schirm mit Schwamm, ist das dann quasi unter A wie Alltagsgegenstand oder R wie Regenschirm?
Ich glaube, dass da vor dieser Karteibox sitzt so eine Person, die einfach alle kennt. Ja, stimmt. Die reift so blind da rein. Genau. Hier, bitteschön. Sie sagt, haben wir schon. Ja, nee, gibt schon, gibt schon. Und naja, als sie kommt eben nicht. Sie so, oh nee, das ist neu. Ja, okay, das ist jetzt das Bild, was ich da auch von habe.
Auf jeden Fall gibt sie diese Teenie-Hoffnung niemals auf, good for her. Und der Traum bleibt, auch als sie eigentlich als Floristin arbeitet. Das ist quasi immer noch das Lebensziel, das über allem steht. Ja, und was auch immer noch klar ist, ihre Erfindungen haben mit alltäglichen Problemen zu tun.
Und ein großes Problem, das auch sie als Frau damals betrifft, ist das Thema Periode. Und ja, das ist an sich natürlich jetzt eigentlich gar kein Problem, sondern was sehr Natürliches, also menstruierende Menschen haben eben etwa alle 28 Tage eine Blutung, bei der sich die oberste Schleimhautschicht der Gebärmutterwand löst und mit etwas Blut abfließt.
Das passiert durch den Hormonzyklus, durch den die Gebärmutter jeden Monat auf eine Schwangerschaft vorbereitet wird. Und wenn keine Eizelle befruchtet wird, die sich dort einnistet, dann stirbt sie eben ab. Und dieser Teil der Gebärmutterwand macht sich auf den Weg. Das steckt dahinter. Ja, einfache Biologie quasi.
Trotzdem ein Thema, was in der Geschichte sehr viel... Durchlebt hat quasi. Aber auf jeden Fall, was man auch spürt während der Periode, sind Hormonveränderungen. Wir haben es schon gesagt, PMS kann reinkicken. Dann die Muskelbewegungen der Gebärmutter, die sich in einem unregelmäßigen Rhythmus zusammenziehen, um die Schleimhautschicht abzustoßen.
Also so krampfartig. Das kann teilweise richtig schmerzhaft sein. Sodass man das überall fühlt. Also irgendwie nicht nur im Bauch, sondern das zieht ja dann teilweise auch so genau. Rücken, ja. Also sehr unangenehm kann das sein und eben natürlich die Blutung, die meistens so drei bis sieben Tage dauert.
Also die Biologie, die dahinter steht, klingt so, jo, muss halt gemacht werden. Teilweise ist das sehr unangenehm für Menschen, die das gerade durchleben. Ja, weil wir PMS jetzt so mehrfach gesagt haben, das bedeutet übersetzt prämenstruelles Syndrom, also auch einfach was, was vor der Menstruation auftritt.
Ja, stimmt, die Hormonveränderung vorher. Genau. Und es ging hier in einer anderen Folge ja schon mal darum, wie viel Blut denn während der Menstruation entsteht. Denn als Sadie Wright, vielleicht erinnert ihr euch an die Folge, das war die erste US-Amerikanerin im Weltall, mit der Rakete ins All wollte, da haben sich viele Männer vorher den Kopf zerbrochen, wie viele Tampons sie da wohl braucht.
Und sie haben dann so vorgeschlagen, ja vielleicht 100, so für eine Mission. Die so, wie lange, drei Tage gedauert hat oder so? Ja, auf jeden Fall. Also lass es auch einen Monat sein, aber du brauchst nicht so viele Tampons. Also definitiv nicht. Natürlich variiert es von Person zu Person, aber es sind so durchschnittlich etwa 20 bis 60 Milliliter Blut, die man während der Periode verliert.
Und das sind umgerechnet vier bis zwölf Teelöffel. Es ist also nicht so wahnsinnig viel. Es ist sehr wenig sogar. Es ist sehr wenig sogar, aber je nach Situation kann einen das schon auch auf Trab halten. Also hattest du mal einen unangenehmen Moment? Ich erinnere mich an schon einmal Schule, wo ich eine helle Hose anhatte und ja, der Klassiker.
Also ich glaube, das hat außer mir dann niemand bemerkt, aber ich weiß es noch genau heute, wie es sich angefühlt hat. Oh, ich glaub's dir sofort. Also eine Freundin von mir hatte mal die Situation und dann hab ich ihr irgendwie ein Pullover gegeben, als sie sich umgebunden und dann war auch irgendwie so alles gut.
Aber die ist dann auch nach Hause gegangen. Also es ist schon... Diese Biologie, die einfach mit sehr viel auch Scham besetzt ist, unberechtigterweise, aber weil es einfach in der Gesellschaft immer noch so ein bisschen so ein Tabuthema ist und dann ist natürlich, wenn dann da mal was daneben geht oder das Tampon irgendwie nicht hält oder man nichts dabei hat oder so, dann ist das direkt so ein großes Ding irgendwie, was schade ist und was natürlich Stress bedeutet für viele Frauen auf der ganzen Welt ja auch.
Ja, und das ist ja schon ein großes Ding, wenn es dich so drei bis sieben Tage beschäftigt. Und du gleichzeitig versuchst es irgendwie zu verheimlichen oder so zu tun, als wäre alles wie immer. Ja, du machst alles so weiter, obwohl dein Körper eigentlich verrückt spielt und gerade blutet. Ja, und es ist aber trotzdem ein großer Luxus, dass wir heute jetzt hier so öffentlich darüber sprechen können, weil in der Zeit, in der Mary lebt, hätte man darüber niemals so offen sprechen können, wie wir das jetzt gerade tun, obwohl es 50 Prozent der Bevölkerung betrifft.
In den 1920er Jahren ist das noch ein richtiges Tabuthema in den USA. Die meisten machen sich zu Hause ihre eigenen Periodenprodukte, zum Beispiel aus Lappen und Tüchern, also wirklich so ein bisschen self-made. Weil die aber lose sind, verrutschen die total oft und die Unterwäsche ist dann irgendwie durchgeweicht.
Das war eigentlich nicht möglich, damit das Haus zu verlassen. Also ja, war eine Notlösung, aber eigentlich keine Lösung. Und man muss sich das mal vorstellen, das ist ja jeden Monat drei bis sieben Tage. Das sind zwölf Monate in einem Jahr. Und es ist ja schon auch wichtig, dass es so hygienisch ist, damit du dich nicht entzündest oder so.
Das ist ja damals halt auch ab und zu passiert. Also ist nicht nur unpraktisch, sondern auch echt irgendwie nicht gut. Nicht hygienisch. Ja, genau. Ja, und das kann ja schon halt auch sein, dass du mal irgendwie dein Zuhause verlassen musst. Es gibt dann irgendwann so die ersten kommerziellen Produkte, zum Beispiel Kotex Pads. Das waren einfach so sehr große Vorlagen.
Also das haben die Frauen damals auch gesagt, die sind eigentlich viel zu groß, zu lang, dick und gar nicht flexibel, sondern eher so hart. Also nichts, was man sich da jetzt so zwischen die Beine legen möchte, weil man eh schon Schmerzen hat. Also gerade, wenn man so seine Tage hat, möchte man ja auch, dass das bequem ist und dass man es vielleicht auch, also nicht sieht, auch von außen.
Okay, genau, aber irgendwann hat sich das ja auch verändert, die Mode und so, das passte alles gar nicht mehr. Und deshalb widmet sich jetzt Mary diesem Alltagsproblem. Und das, was sie entwickelt, klingt, finde ich, im ersten Moment auch nicht gerade bequem und fast eher noch sperriger, aber es ist tatsächlich eine sehr praktische Lösung, denn sie entwickelt einen Gürtel.
Den man ganz flach unter den Klamotten tragen kann, der wird so um die Hüften gemacht, ist weich und der hält in der Mitte, da hat er so eine Tasche und da ist Platz, da hält er jetzt eine Stoffbinde. Also am Anfang Stoffbinden, später kann man da auch diese kommerziellen Binden reintun und es gibt so verschiedene Knöpfe und Bänder, damit man das noch so ein bisschen in der Größe anpassen kann und so hält dann auf jeden Fall diese Binde an der richtigen Stelle und man muss keine Angst haben, dass da irgendwas verrutscht oder doch nicht hält oder durchkommt oder so.
Und das ist jetzt eine Idee, die sie schon in den Zwanzigern hat, aber zu dem Zeitpunkt, ihr wisst ja schon, auch bei dem Studium hatte sie so ein bisschen Geldprobleme, das zu finanzieren und so ist es jetzt leider auch mit ihrem Patent, denn sie hat nicht genug Geld, um das Patent anzumelden. Und deswegen dauert es echt einige Jahre, also fast 30 Jahre.
Bis sie endlich genug Geld hat, jetzt das Patent für ihren sogenannten Sanitary Belt anzumelden. Das ist so krass, dass ein Patent überhaupt... Geld kostet, ne? Also ist doch eigentlich im Sinne von allen, dass man ein Patent anmelden kann oder dass es was kostet, weil es ja meistens so der Gemeinschaft, der Gesellschaft zugute kommt.
Also auch irgendwie verrückt. Und du hast es ja dann halt auch nicht für immer. Sondern es ist fast so ein bisschen wie so eine Miete für deine eigene Idee. Ja, stimmt. Ja, hast recht. Ach, das ist irgendwie verflixt. Ja, richtig schade, Aber ja, das Patent, was sie jetzt dann anmeldet, reicht dann leider auch nicht, um die Erfindung zu produzieren, zu vertreiben und zu, ja, herzustellen quasi.
Zum Glück meldet sich schnell eine Firma aus New York bei ihr. Zum Glück, denkt Mary, denn jetzt kommt der Knaller. Es gibt erst so persönliche Treffen und nachdem die Firma direkt die Gespräche... Ah ja, es ist tatsächlich nur ein Treffen, genau. Ah, okay, warte mal, dann muss ich das, glaube ich, nochmal... Ne, ach, alles gut.
Ich mache das nochmal. Ja, allerdings, sie hat jetzt dann das Patent nach sehr langer Zeit angemeldet, aber um die Erfindung produzieren und vertreiben zu können, braucht es natürlich noch mehr Geld und das hat sie nicht. Also sie hat jetzt ja gerade mal irgendwie das Patent angemeldet und zum Glück meldet sich eine Firma aus New York bei ihr.
Zumindest denkt sie, oh ein Glück, da meldet sich jetzt endlich eine Firma und das Ganze kann umgesetzt werden. Aber jetzt kommt der Knaller, es gibt so ein persönliches Treffen und danach blockt die Firma komplett ab, bricht alles ab, beendet die Gespräche und der Grund dafür ist ziemlich krass und zwar Rassismus.
Weil Mary eine schwarze Frau ist, bricht die Firma die Gespräche ab und Mary bleibt alleine mit ihrem Patent zurück. Richtig heftig, weil ich mir so denke, ihr hattet doch schon Interesse an der Idee, die wir haben. Also steht doch da drüber und setzt es einfach um. Mein Gott, irgendwie. Aber ja, es ist richtig, richtig schrecklich.
Sie wird da komplett diskriminiert für ihre Hautfarbe und kann deswegen eben diese Idee nicht umsetzen. Und wenn man die Kette weiterspinnt, schadet es ja auch vielen, vielen Frauen, die diese Idee nicht nutzen können. Also es ist nur aufgrund von Rassismus, also ganz hart, was ihr da widerfährt. Und jetzt passiert leider auch noch das, worüber wir gerade schon so gesprochen haben.
Denn mit den Patenten ist es ja so, dass man die nicht für immer hat. Und bei Marys Patent ist es jetzt leider auch so, dass es irgendwann abläuft. Und dann ist tatsächlich einfach der Markt geöffnet. Alle können sich an dieser Idee bedienen. Das ist komplett legal, auch wenn es sich ganz unfair anfühlt. Und ja, ab dann übernehmen andere Stellen ihre Idee her.
Es entstehen Bindenmenstruationsgürtel in Serie. Die Idee verbreitet sich, was schon schön ist, aber was halt schade ist, dass niemand das mit Mary mehr in Verbindung bringt und vor allem, dass sie auch kein bisschen Geld dafür sieht. Ja, keinen einzigen Cent, das ist so bitter. Ich finde, es hat immer so zwei Seiten, so ein Patent.
Wir hatten hier ja auch schon einige Fälle, wo zum Beispiel auch Impfstoffe, ist jetzt das erste, was mir einfällt. Wo dann bewusst entschieden wurde von den EntwicklerInnen, dass man eben kein Patent anmeldet, damit das nicht zu teuer wird, damit das für alle zur Verfügung steht und von verschiedenen Laboren hergestellt werden kann.
Das wäre jetzt hier theoretisch auch natürlich möglich gewesen, dass sie einfach sagt, okay, ich gebe meine Idee in die Welt. Aber es ist halt so bitter, weil... Ist natürlich, ja, trotzdem auch ihre Idee ist und es ihr zustehen würde, daran zu verdienen. Ja, genau. Und es war ja ihr Lebensziel, auch dieses Patent anzumelden.
Und theoretisch war ja auch die Tür schon offen, aus dem Patent eine finanzkräftige Idee oder Umsetzung zu machen, was halt dann eben an Rassismus gescheitert ist. Also da könnte man sich jetzt wirklich noch lange drüber aufregen, was da passiert ist mal wieder. Ich glaube, es macht auch noch einen Unterschied.
Sie war ja jetzt nicht hauptberuflich Erfinderin, sondern sie musste schon ihr Leben lang quasi einen Job machen, den sie jetzt nicht so 100 Prozent gefühlt hat, hat dieses mit dem Erfinden, aber so mit Herzblut dann nebenbei trotzdem noch durchgezogen, damit sie es irgendwann schafft mit diesem Patent.
Und ich glaube, deswegen, sie konnte das, also sie hätte das nicht verschenken können. Das hatte einfach so einen hohen Wert. Ja, das verstehe ich schon auch. Und dadurch, dass sie auch einfach sehr wenig Geld hat ihr ganzes Leben, war sie ja auch so ein bisschen darauf angewiesen, dass sowas mal funktioniert und irgendwie aufgeht, weil sie ja auch wahrscheinlich Geld investiert hat in Form von...
Stunden und Arbeitslebenszeit. Tatsächlich hat sie noch viele weitere Ideen, die Probleme von Menschen in ihrem Umfeld lösen sollen. Ihre Schwester Mildred, die mit den Brettspielen, hat zum Beispiel Motive Sklerose und Mary designt einen Walker, so nennt sie das, also ein Gestell, an dem sie sich beim Laufen festhalten kann, mit einer Tasche und einer Ablage.
Und das ist so ein bisschen wie der Vorläufer vom Rollator, das soll eben dann Menschen nutzen, die ja nicht mehr so gut zu Fuß sind. Also sie schaut halt schon, wie kann ich den Menschen in meinem Umfeld irgendwie das Leben leichter machen. Das ist so immer auch ihr Ansatz bei ihren Erfindungen. Dann gibt es noch zwei Erfindungen fürs Badezimmer. Sie erfindet zum Beispiel den Backscrubber.
Das ist so ein Schrubber, so stelle ich es mir vor, mit dem man beim Duschen auch besser an den Rücken kommt. Sehr smart. Ja, und ich finde, das erinnert alles so ein bisschen mehr wieder an ihre Kindererfindung auch, das ist so ganz praktisch. Sie hat dann noch die Idee für einen Klopapierhalter, der so ein bisschen hilft, die losen Enden des Papiers zu halten, damit es einfacher ist, für blinde Menschen oder Menschen mit Arthrose in den Händen das Klopapier zu greifen.
Auch aufmerksam. Ja, aufmerksam. Ja, das trifft es genau. Die Ideen sind aufmerksam. Also sie schaut irgendwie, wo sind Probleme und wie kann ich da smart irgendwie gegen vorgehen? Also wie kann ich da Ideen entwickeln? Ja, die traurige Geschichte, die traurige Seite dieser Geschichte ist, sie verdient eben mit keiner der Ideen richtig viel Geld, aber sie ist immerhin, und auch davon kann man sich natürlich nichts kaufen, aber sie ist Rekordhalterin.
Bei Patenten. Sie hat fünf Patente angemeldet und damit ist sie die Afroamerikanerin mit den meisten Patenten in den USA. Sie hat also ihren eigenen Lebenstraum übertroffen. Und das kann man ihr schon, also das ist schon etwas, was sie ja auch geplant hat. Und vielleicht hilft es ein bisschen darüber hinweg, dass das alles ja trotzdem sehr unfair gelaufen ist für sie. Ja, ich werde auf jeden Fall jetzt einmal im Monat ganz doll an sie denken.
Wenn du duschst und dir den Rücken schrubbst. Genau dann. Oder wenn ich versuche, wieder das Klopapier an der Ecke einzusammeln. Wir hoffen, ihr hattet Spaß, diese Rekordfrau kennenzulernen. Erzählt gerne anderen von ihr und erzählt dann auch gerne, dass ihr bei uns von ihr gehört habt. Wenn euch unsere Geschichten gefallen, dann lasst uns gerne ein paar Sternchen hier oder abonniert uns, lasst Kommentare da.
Wir sehen euch. Wir sehen jeden Stern, jeden Kommentar. Das ist ja alles ein Nehmen und Geben. Ein Geben und Nehmen heißt es, oder? Das stimmt. Upsi. Es ist ein Nehmen und Nehmen. Ja. So, das ist das Schlusswort. Wir hoffen, ihr habt ein schönes Wochenende, eine schöne Woche, einen schönen Tag, eine gute Nacht, einen schönen Morgen, wann auch immer ihr uns hört.
Vielleicht liegt ihr gerade schlaflos irgendwo. Mit einer Wärmflasche auf dem Bauch. Wir wünschen euch, dass ihr diese Folge hier gerne gehört habt und auch die nächste Woche gerne hören werdet, wenn es dann wieder heißt Behind Science am Science Samstag. Bis dahin, macht's euch schön und tschüss.