Behind Science

James Lind: Seefahrer mit Zitrusfrüchten

Samstag, 4. April 2026 · 38 min

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Shownotes

Skorbut ist der schlimmste Albtraum vieler Seeleute, die der schrecklichen Krankheit auf See ausgeliefert sind. Niemand weiß, wieso es zu der Krankheit kommt und wie sie geheilt werden kann. Bis James Lind an Board eines Schiffes ein Experiment durchführt. Am Ende dieses Experiments steht die Lösung: Zitrusfrüchte helfen gegen Skorbut! Aber dann... das Wissen um die Heilung geht verloren, wird ignoriert oder nicht ernst genommen und trotz der Faktenlage sterben weiterhin Menschen an Skorbut. James bleibt dran und löst mit seinem Einsatz am Ende die Gründung der Mafia aus (wenn auch nur indirekt).

Hier (open.spotify.com/episode/6znJKd8KXPPHHlspXapqy…) geht's zur Folge über Linus Pauling.

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Schönen Science-Samstag. Für Luisa geht es hier bald auf eine kleine Reise. Man könnte vielleicht sogar sagen, es geht ein bisschen über See. Und das hat uns hier zu einer besonderen Folge inspiriert. Ja, einer besonderen Folge, die quasi an dem Ort spielt oder indirekt in Verbindung steht mit dem Mann.

Oh Gott, jetzt drückt sich hier schon so rum. Es gibt eine zweite Verbindung mit dem Mann, den wir heute hier vorstellen, über den wir heute sprechen. Wir lösen es einfach direkt auf. Es geht für mich nach Sizilien. Schön. Ich kann dir nicht beschreiben, wie sehr ich mich freue. Also erstmal ist Sizilien wunderschön und dann brauche ich einfach so dringend mal Meeresluft und gute Früchte und leckeres Gemüse und Urlaub und oh.

Man hat auch direkt Farben im Kopf. Ich sehe direkt so ein ganz intensives Blau und Gelb. Ja, stimmt. Ja, das ist einfach herrlich für alle, die schon mal da waren. Sehr, sehr empfehlenswert. Ich fahre tatsächlich nicht mit dem Schiff, obwohl es quasi eine Überseereise ist, sondern mit dem Nachtzug von Rom aus.

Das ist ja cool. Das finde ich richtig gut. Ich glaube, das wird echt schön. Oh, ich bin nur mal... Also noch ein Zwischenshop in Mailand und dann Nachtzug und Rom. Oh, das klingt richtig, also ich liebe ja so lange Zugfahrten, ich bin nur schon mal bis Portugal gefahren mit dem Zug. Auch schon lang. Genau, stimmt, da hatten wir, glaube ich, schon mal drüber gesprochen, weil du das auch schon mal gemacht hast.

Und das, also ich muss sagen, alleine diese Reise bis dahin war schon ein absolutes Highlight dadurch. Ja, ja, ja, stimmt, wir hatten da mal drüber gesprochen, weil es auch so, genau, da bin ich nach Südfrankreich auch mit dem Zug gefahren und so die letzten. Zwei Stunden oder so fährt man nur am Meer entlang.

Und dann ist da wirklich blaues, wirklich so blaues Meer. Und du sitzt im Zug und siehst das durch diese romantischen Zugfenster. Und es ist einfach herrlich. Aber wie wir heute lernen werden, das Meer ist natürlich nicht nur romantisch, sondern teilweise auch richtig brutal. Und wir haben es schon gesagt, auf Sizilien spielt teilweise auch unsere Geschichte, die wir euch heute erzählen werden.

Wir sprechen heute über James Lind, der ein Mittel gegen Skorbut fand... Und damit sozusagen die Mafia gründete. Behind Science. Geschichten aus der Wissenschaft. Mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider. Uh, das klingt schon eine spannende Mischung. Auf jeden Fall Cliffhanger. Aber die Betonung liegt hier wirklich auf sozusagen.

Wir bauen uns das ja hier auch ein bisschen. James Lind hat natürlich nicht die Mafia gegründet, Aber er hat eine Entdeckung gemacht, die letztlich das System der Mafia erst ins Rollen gebracht hat. Ja, wir haben heute noch einige Cliffhanger für euch, aber ihr müsst euch keine Sorgen machen. Wir werden am Ende hier alle Fäden zusammenführen. Am Ende wird sich ein sinniges Bild ergeben.

Und jetzt müssen wir aber erstmal ein Thema angucken, das für viele Menschen ein richtig, richtig großes Problem war. Und zwar geht es um eine Krankheit, die Krankheit Skorbut, die auch als Seefahrerkrankheit bezeichnet wird. Zu dem Namen ist sie gekommen, weil so viele Seefahrer daran erkrankt sind, denn Skorbut tritt vor allem bei Mangelernährung auf.

Und so eine Mangelernährung kommt halt ziemlich leicht vor, wenn du ganz lange auf See bist und ja, da ja auch dich die ganze Zeit mit frischem Essen versorgen kannst. Und deswegen war das die Seefahrerkrankheit. Ja, also das wissen wir heute, dass es aufgrund einer Mangelernährung zu Scorbut kommt und es ist wirklich eine sehr, sehr schwere Krankheit, die auch zum Tod führen kann.

Die Krankheit hat so ein ganz klassisches Bild, Menschen, die an Scorbut erkranken, bekommen Zahnfleischbluten und ja auch so... An der Haut, so Blutflecken, verlieren ihre Zähne komplett, haben total geschwächtes Bindegewebe, die Wundheilung verzögert sich oder alte Wunden gehen wieder auf, Erkrankte werden extrem müde, bekommen starke Gelenkschmerzen, Halluzinationen, Depressionen, Erblinden und so weiter, also ganz schwere, schreckliche Symptome.

Insgesamt sind Menschen, die an Scorbut erkranken, auch infektanfälliger, Also selbst wenn Scorbut dann quasi nicht zum Tod führt, dann sind es oft andere Infekte, die sonst harmlos gewesen wären, die dann einfach diesen geschwächten Körper befallen und teilweise halt zum Tod führen. Und ohne Behandlung führt das eben ja vor allem halt zu schweren Gewebeschäden und das kann dann den Körper so stark schwächen, dass Menschen daran sterben.

Also eine ganz fürchterliche Erkrankung. Ja, und im 17. Jahrhundert, da wo wir heute gedanklich hinreisen, da ist die Seefahrt so richtig am Boom. Und das bedeutet aber auch, dass besonders viele Menschen an Skorbut erkranken. Denn leider sind wir Menschen biochemisch gesehen nicht perfekt. Sonst schon, aber wie ich erwisch gesehen.

Leider nicht. Es geht so noch nach oben. Oh Mann, ja, also das bedeutet leider, dass wir so ein paar lebensnotwendige Stoffe nicht selber herstellen können, sondern sie über die Nahrung aufnehmen müssen. Und wenn uns diese Stoffe fehlen ansonsten, also wenn wir das nicht schaffen, die Übernahrung zu uns zu nehmen, dann werden wir krank.

Besonders hart trifft das zu, wenn uns Vitamin C fehlt, denn dann erkranken wir an Skorbut. So viel wissen wir heute, aber damals ist die Wissenschaft von dieser Erkenntnis noch sehr weit entfernt. Es gibt zwar so vereinzelt Hinweise, dass man merkt schon, frische Pflanzen zu sich zu nehmen, das kann helfen.

Also es gibt so ein paar Heilungsmöglichkeiten. Und Momente, die aber eher so zufällig passieren, dass zufällig mal Skorbut geheilt wird, aber so ein richtig systematisches Verständnis fehlt noch komplett. Ja, und dass dieses systematische Vorgehen bei Wissenschaft komplett fehlt, zeigt diese Geschichte, finde ich, insgesamt sehr, sehr gut, weil da halt Wissen auch häufiger mal verloren gegangen ist, was schon da war.

Und deswegen ist so die Dokumentation und Weitergabe und das Teilen von Wissen einfach so wichtig. Ihr werdet am Ende dieser Geschichte verstehen, warum. Ja, jetzt beginnt jedenfalls das 18. Jahrhundert und Menschen erkranken weiterhin an Skorbut. Aber es tritt ein Mann auf den Plan, der vielleicht eine Lösung entdecken könnte und zwar James Lind. Er wird 1716 in Edinburgh geboren, also vor 310 Jahren.

Er ist ein schottischer Arzt, der sich der Hygiene auf Schiffen so ein bisschen verschrieben hat und nachdem er seine medizinische Ausbildung abgeschlossen hat, tritt er der Royal Navy bei und arbeitet als Schiffsarzt. Er dient da im Mittelmeer vor Westafrika und in der Karibik. Und da sammelt er natürlich super viele Eindrücke und Krankheitsbilder, die sich da ergeben von dem Leben auf See.

Ich weiß nicht, was hast du so für eine Vorstellung von diesem Seefahrerleben? An was denkst du da so? Ja, ich glaube, das war schon sehr rough so. Also ich habe da irgendwie riesige Schiffe vor Augen, die viel Arbeit bedeuten. Aber wenn du so sagst, der ist in der Karibik unterwegs, dann klingt das auch schon wieder ganz schön. Stimmt.

Ja, ich glaube, es gab so die schönen Momente, wo man einfach völlig alleine ... An einem verlassenen Strand war oder so. Aber ich stelle es mir auch extrem hart vor. Ja, und dann da irgendwelche seltenen Pflanzen und Tiere entdeckt. Und es ist einfach, also das stelle ich mir schon toll vor. Und sicherlich auch teilweise lustig, da an Bord zu sein und irgendwie eine Buddel voll rumzutrinken.

Ja, genau. Man hat wirklich so eine romantische Vorstellung davon. Aber ich glaube, dass es auch tierisch langweilig war. Dann hing man da irgendwie in seiner Koje oder in der Hängematte oder so und hat einfach gewartet. Ja, und was tatsächlich am wenigsten romantisch ist, sind diese schrecklichen Krankheiten, die auf See auftreten.

Wir erinnern uns jetzt noch mal, Skorbut tritt bei einem Vitamin-C-Mangel auf, weil Vitamin C für den Zusammenhalt des Bindegewebes notwendig ist. Aber damals sind Vitamine, also was das ist, noch völlig unbekannt. Also es gibt dafür noch gar keinen Begriff und man weiß noch gar nicht, dass sie irgendwo drin enthalten sind und dass der Körper sie auch braucht.

Und deswegen weiß man auch nicht, was man dem Körper zuführen muss, damit gewisse Krankheiten und gewisse Mangelerscheinungen eben nicht auftreten. Also Vitamine, irgendwie eigentlich eine neue Entdeckung. Kann ich mir irgendwie gar nicht vorstellen, dass man das nicht weiß, aber das ist jetzt so für diese Geschichte wirklich...

Die allerwichtigste Info. Ja, auf der anderen Seite ist das ja auch so abstrakt, also dass da irgendwie so Sachen drinstecken, die aber nicht in allem drinstecken. Also man würde ja denken, ich meine, ich ernähre ja gerade zum Beispiel auch ein Kind. Ja. Und da sagt man immer, ach, die holen sich, was sie brauchen. Aha.

Also da gibt es auch so Untersuchungen, wo man zum Beispiel auf einen Tisch ganz viele Lebensmittel gelegt hat. Und dann gab es zum Beispiel ein Kind, was nur Leber gegessen hat, die da auf dem Tisch lag. Und man sagt halt immer, ach, die werden sich das schon nehmen und holen, weil sie spüren, was sie irgendwie brauchen.

Aber wenn du quasi dieses Gespür so verlernt hast ... Oder halt das Angebot einfach natürlich nicht da ist, dann denkst du ja vielleicht nicht darüber nach, dass dich ein Brot jetzt nicht so ausgewogen für deine Ernährung ist, sondern du denkst erstmal daran, okay, das macht mich satt. Also es ist ja eigentlich schon auch eine sehr abstrakte Vorstellung, dass man das so vermischen muss. Ja, und auf See hast du eben gar keine Auswahl da.

Ja, genau. Da ist kein Tisch mit ganz vielen verschiedenen Sachen. Ja, und es gibt jetzt eine Schifffahrt, die sorgt damals für ganz besonders viel Aufsehen, weil sie so dramatisch endet. 1740 segelt George Anson um die Welt und von 1.900 Menschen an Bord sterben 1.400. Boah, das ist schrecklich. Ja, angeblich die meisten damals durch Skorbut.

Es gibt auch ein Logbuch von einer noch früheren Fahrt von Jacques Cartier, der mit seinen drei Seegeschäften im Winter 1535 im St. Lorenz-Strom in der Nähe des heutigen Québec überwinteren muss, weil so viele Menschen an Bord krank sind. Und die Einträge von seinem Logbuch, die verdeutlichen, wie grausam das gewesen sein muss, wenn da so Skorbut unterwegs war an Deck.

Er schreibt, einige verloren all ihre Kraft und konnten nicht mehr auf den Füßen stehen. Dann schwollen ihre Beine, ihre Muskeln schrumpften ein und wurden schwarz wie Kohle. Andere hatten ihre ganze Haut gefleckt mit blutigen Stellen von purpurner Farbe. Dann stieg es hinauf zu ihren Fußknöcheln, Schenkeln, Schultern, Armen und Nacken.

Ihre Münder wurden stinkend. Ihr Zahnfleisch wurde so faul, dass es bis zu den Wurzeln der Zähne abfiel. Boah, okay. Das ist, Leute, das geht noch weiter. Das ist hart zu lesen. Diese, also die Zähne, verloren sie beinahe alle. Mit solcher Ansteckungsgefahr bereitete sich die Krankheit über unsere drei Schriffe aus, dass Mitte Februar von 100 Mann Besatzung keine Zähne mehr gesund waren.

Interessant, er sagt jetzt Ansteckungsgefahr, weil sich das natürlich so angefühlt hat. Genau, ja, dann trifft es den einen und dann den nächsten und so weiter. Boah, das ist so gruselig, vor allem, das klingt ja wirklich sogar nach heutiger Vorstellung, klingt das wirklich wie so eine absolute Bestrafungskrankheit.

Also weil sie einfach auch so ein schreckliches Bild hat. Und das waren ja starke, fitte, junge Männer, so geschwächt hat. Und stellen wir vor, auch die Zähne alle zu verlieren. Also das ist so auch widerlich einfach. Und natürlich hat man sich da auch Theorien zurechtgelegt, woher das kommt. Also auch, hat dann gesagt, das betrifft vor allem faule Seemänner oder welche, die irgendwie nicht gläubig waren.

Oder hat sich da ganz unterschiedliche Theorien natürlich zurechtgelegt. Und das irgendwie auch zurecht, wenn man das so... So liest, also wie das ausgesehen haben muss. Ja, und dann dieses Gefühl, das ist ansteckend. Dabei hat es ja ganz andere Gründe. Ja, dann hat man vielleicht mal versucht, die zu isolieren und dann hat es doch die nächsten wieder getroffen. Wurde ja auch nur noch schlimmer, wenn sie dann vielleicht weniger gegessen haben. Ja, stimmt.

Ja, oder genau, weniger von dem, was vielleicht noch geschmeckt hat. Eher so die Brotbröckchen, die übrig geblieben sind. Also wirklich ganz fürchterlich. Und tatsächlich bekommt Kapitän Cartier in seiner Not von den Indigenen ein Heilmittel gegen diese schreckliche Krankheit und zwar immer grüne Zweige eines Baums, den sie, also die Indigenen nennen den so, Aneda nennen.

Daraus kochen die Seeleute dann einen Sud, der so versuchsweise mal zwei erkrankten Seeleuten eingeflößt wird und siehe da, das Mittel hilft sofort und die Behandlung wird auf die ganze Mannschaft ausgedehnt und tatsächlich werden alle Kranken in wenigen Tagen vollkommen gesund. Es ist wirklich so eine Wunderheilung.

Kapitän Cartier bringt einige dieser Aneda-Exemplare mit nach Frankreich und die Pflanze wird wegen ihrer erwiesenen Heilkraft als Lebensbaum Thuja occidentalis bezeichnet. Jetzt klickt es vielleicht bei euch, weil heutzutage, wenn man die Pflanze mal googelt, das ist eine sehr beliebte Heckenpflanze.

Von der Heilkraft wissen die wenigsten. Vielleicht guckt ihr mal bei euch in den Vorgarten oder irgendwo, wo es Vorgärten gibt, wenn ihr nicht in der Stadt wohnt. Und da werdet ihr die häufiger sehen. Und tatsächlich gerät aber, das ist das Traurige, das Wissen um diese heilende Wirkung sofort nach Katiers Rückkehr schon in Vergessenheit.

Und nur zwei Jahre später, es ist wirklich, also es ist halt auch nicht viel Zeit, ne, auch in... Der Geschichte, also zwei Jahre ist nichts, sterben im St. Lorenz-Strom die meisten Seeleute eines französischen Schiffes wieder an Skorbut. Also die Geschichte wiederholt sich, obwohl das Wissen um eine Heilungsmethode schon da war.

Und das ja auch eine Möglichkeit ist, also diese Zweige, das ist ja auch nichts, was irgendwie schlecht wird oder so. Das hätte man ja super an Bord nutzen können. Oder man hätte diesen Sud einkochen können und dann immer mal wieder was davon an die Seeleute verabreichen können. Also die Lösung ist da und trotzdem tut sich nichts, weil das Wissen verloren geht.

Ja, und das führt dazu, dass James später sagt, Skorbut fordert mehr Tote in der Marine als alle französischen und spanischen Waffen zusammen. Also weil das einfach so tödlich war. Ja, furchtbar. Und deswegen ist es absolut Zeit, Das fühlt er dann auch ganz stark, dass sich daran etwas ändert. Und dass Zitrusfrüchte gegen Skorbut helfen, ist seit 1600 bekannt.

Also man merkt irgendwann, es geht. Man hat ja vergessen, dass dieser Sud geholfen hat, aber dass Zitrusfrüchte scheinbar irgendwie auch eine Wirkung haben, das ist bekannt. Ein Arzt der East India Company hat das damals schon empfohlen, aber irgendwie hat sich auch das mit den Zitrusfrüchten noch nicht so ganz durchgesetzt.

Man hat damals eher an die Aufrüstung gedacht mit Waffen, also geguckt, wie können wir einfach noch mehr Munition mit an Bord nehmen, aber Medizin war nicht so wichtig. Okay, Risiko würde ich mal sagen. Ja, weil es halt einfach dann noch mehr Menschenleben gekostet hat. Also eigentlich war Zeit die tödlichste Waffe.

Also wenn du die Schiffe lange Zeit vor dir hergetrieben hast oder vor deiner Küste in Schach gehalten hast, ja, sind die irgendwann alle an Mangelernährung gestorben. Total. Und James sagt jetzt aber, nee, das gucke ich mir jetzt nicht weiter an. Er hat so diese Zitrusfrüchte immer noch im Hinterkopf und überlegt sich jetzt, ich möchte das nochmal ganz systematisch angehen.

Also nochmal ausprobieren, ob Zitrusfrüchte nicht eine richtig gute Therapie gegen Skorbut sein könnten. Und das macht er in einem Versuch. Und das ist wirklich eines der ersten klinischen und kontrollierten Experimente in der Geschichte der Medizin. Also jetzt nicht nur bezogen auf Skorbut, sondern überhaupt.

Und alleine das ist schon eine richtig große Leistung, dass er das so systematisch angegangen ist. Wobei seine Hinleitung noch eine etwas andere ist, denn er glaubt, dass Korbut durch Fäulnis im Körper entsteht. Also da ist er schon auch noch auf dem falschen Dampfer. Und seine Theorie ist, dass dann die Säure der Zitrusfrüchte diese Fäulnis verhindern kann.

So erklärt er sich, warum die Zitrus nicht helfen. Genau, am Ende ja auch egal, wie der Zitrus. Der Weg zu der Lösung ist, solange das Vorgehen irgendwie Heilung verspricht. Und er ist ja so gesehen schon da auf dem richtigen Weg. Und für seinen Versuch teilt James bei einer Seefahrt jedenfalls jetzt zwölf Skorbut-kranke Matrosen in sechs Gruppen ein. Also immer zwei Matrosen pro Gruppe.

Alle müssen sich gleich ernähren mit jeweils einem Unterschied. Also so ein klassisches Experiment in der Medizin. Die erste Gruppe bekommt täglich einen Liter Apfelwein. Die zweite Gruppe nimmt täglich 25 Tropfen Schwefelsäure zu sich. Gruppe drei bekommt sechs Löffel voll Essig. Gruppe vier ein Viertelliter Seewasser täglich.

Für Gruppe fünf gibt es zwei Apfelsinen und eine Zitrone täglich. Und die letzte Gruppe bekommt eine Gewürzpaste und Gerstenwasser. Also ich wäre am liebsten Team Apfelsine und Zitrone gewesen. Eindeutig. Auch bevor man weiß, dass das Gegenskorbut hilft, oder? Also die mit dem Viertelliter Seewasser.

Ist auch ganz schön viel. Da hast du schon das Losgezogen, dass du da ins Korbut erkrankt bist und dann kriegst du dann noch von dem Arzt an Deck Seewasser eingeflößt. Wobei der Liter Apfelwein. Ich glaube auch. Ich glaube, die, die Apfelwein bekommen haben, haben sich bestimmt auch gefreut. Ein Liter einfach.

Das ist krass, oder? Völlig betrunken, aber leider immer noch an Skorbut erkrankt. Ja, das ist jedenfalls der Versuchsaufbau, damals konnte man solche wilden Experimente machen und jetzt muss man mal gucken, bei wem, bei welcher Truppe, also bei welchem von diesen Zweierpaaren schlägt das an? Genau, wir haben jetzt sechs Gruppen von Seeleuten, die zu ihrer normalen Verpflegung noch etwas außergewöhnliche Kost dazu bekommen und nach sechs Tagen muss die Behandlung für Gruppe 5 dann aber abgebrochen werden.

Nicht, weil es denen plötzlich schlechter geht, aber den Seeleuten geht ja das Material aus, sage ich mal. Also die Früchte fehlen irgendwann. Also ausgerechnet die Gruppe mit den Apfelsinen und Zitronen, zu der ich ja gerne gehört hatte, da gibt es jetzt nicht genug Nachschub. Und zu diesem Zeitpunkt, also nach nur sechs Tagen, ist es, eine Matrose aber wieder dienstfähig aus dieser Gruppe.

Also das ist ja jetzt auch eine erstaunliche Sache, die man da beobachten kann. Der ist wieder fast vollständig erholt. Ja, und der andere ebenfalls fast vollständig erholt. Also es scheint irgendwas mit dieser Kost zu tun zu haben, mit diesen Früchten. Für James steht jetzt also fest, frische Orangen und Zitronen heilen Skorbut. Tada!

Und mit unserem Wissen von heute können wir jetzt also Schlussfolgern Obst bzw. Vitamine helfen gegen Skorbut damals geht James eben noch davon aus dass der Effekt aufgrund der Säure entstanden ist wir haben gerade schon darüber gesprochen aber es ist jetzt zweitrangig weil er hat eigentlich jetzt so die Lösung auf der Hand er hat sie gefunden nur leider finden diese Ergebnisse die ja so vielen Menschen das Leben hätten retten können schon wieder keinen Anklang, also es ist wie mit diesem Lebensbaum, der ja auch schon, wo auch schon den Indigenen bekannt war, dass das ja Skorbut und anderen Mangelernährungen, Mangelerkrankungen vorbeugt.

Geht dieses Wissen einfach verloren. Also es gibt da auch verschiedene Theorien, warum das verloren gegangen ist. Also einmal gab es halt kein System, wo so wissenschaftliche Erkenntnisse irgendwie eingetragen wurden. Dann hat das natürlich auch, es hat zwar viele Menschen betroffen, weil die Seefahrt war schon, also war ein total großes Geschäft und das waren ja auch viele junge Menschen.

Aber es waren halt häufiger auch mal kriminelle Menschen, Menschen, die sehr wenig Geld hatten, Menschen, die so eher am Rande der Gesellschaft gelebt haben. Und deswegen war das zwar, ist wahrscheinlich auch irgendwie in den Zeitungen darüber berichtet worden, wenn da ganze Truppen gestorben sind. Aber es waren jetzt nicht die Adeligen oder die Bürgerlichen, die das betroffen hat, die die Geld hatten, die eine Stimme hatten und eine Lobby.

Und deswegen ist das dann einfach verloren gegangen. Es ist wirklich so deformierend. Es ist so schlimm. Ja, oh Mann, richtig frustrierend. und also wir können mal gucken, was hat James denn gemacht? Also er ist kurz nach diesem Experiment rausgegangen aus der Marine und praktiziert dann als niedergelassener Hausarzt.

1753 veröffentlicht er eine Abhandlung über Skorbut, die aber praktisch ignoriert wird. Also vielleicht auch, weil er nur Hausarzt ist und nicht so irgendwie krasser Wissenschaftler in dem Moment. Keine Ahnung, Spekulation. Aber, Warum auch immer das ignoriert wurde, es hätte einfach so viel Menschen Leid ersparen können, da wollen wir jetzt mal gar nicht drüber nachdenken, also wie viele Leben das gerettet hätte. Nur noch deprimierend, ja.

Das ist nicht passiert. Tja, und einige Jahre später wird er dann aber zum leitenden Arzt des königlichen Marinekrankenhauses berufen, also die zweite Chance quasi. Und als James Cook seine erste Weltumseglung antritt, ist er immerhin besser gegen Skorbut ausgestattet als die Kollegen vor ihm. Er nimmt Stammwürze von Bier mit, da enthalten 100 Gramm Stammwürze immerhin 0,1 Milligramm Vitamin C.

Dann nimmt er auch noch Sauerkraut mit, was 10 bis 15 Milligramm pro 100 Gramm enthält und ein Sirup aus Orangen und Zitronen. Das klingt lecker. 40 bis 60 Milligramm pro 100 Gramm enthält. Also dieser Sirup ist eigentlich das beste Mittel gegen die Krankheit. Aber leider werden nur die Ergebnisse zur Stammwürze veröffentlicht, die ja von all den mitgebrachten Speisen am wenigsten Vitamin C enthält.

Also auch da irgendwie... Durch einen Zufall wieder vom Weg abgekommen, der eigentlich auch schon wieder klar vor denen gelegen hätte. Aber ich finde es schon mal ganz beruhigend, sie hatten jetzt endlich Produkte an Bord, die gegen diese schreckliche Krankheit helfen. Das ist ja schon mal ein richtig großer Schritt.

Und übrigens, falls ihr euch fragt, wann reden sie eigentlich endlich über die Mafia? Kommen wir doch hin, keine Sorge. Und auch Sizilien wird gleich wieder vorkommen. Aber ganz kurz noch zu James. Er veröffentlicht dann noch mal ein Essay mit dem Titel Eine Abhandlung über die besten Mittel zur Erhaltung der Gesundheit von Seeleuten.

Darin empfiehlt er, dass man Gartenkresse auf feuchten Tüchern anziehen soll auch. Und das finde ich super interessant. Das wusste ich gar nicht. Kresse wächst, also ich liebe Kresse. Ja? Kresse wächst ja auch schon. Ich mag Kresse gar nicht. Nein. Nee, ich mag das gar nicht. Das ist doch auch jetzt so schön, so ein Osterding. Ja, total. Vielleicht macht das jemand von euch in irgendeiner Eierschale oder so, weil Kresse wächst ja auch schon auf Watte.

Du kannst auch so ein Küchenpapier einfach nehmen und das feucht machen, ein paar Kressesamen drauf. Also das kann so überall wurzeln und wächst innerhalb von Tagen. Ja. Und das hatten die auch, also hatte James als Tipp gegeben, denn die Seeleute sollen die Kresse ruhig nutzen. Gartenkresse enthält nämlich tatsächlich 69 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm.

Und das ist noch mehr als Zitrusfrüchte haben. Das wusste ich nicht, aber das ist natürlich ein toller Tipp. Ja, sollte man sich auf jeden Fall eigentlich häufiger mal über den Salat streuen, wie das da den Seeleuten empfohlen wurde. Die folgen tatsächlich jetzt dieser Empfehlung von James und tatsächlich auch die britische Armee, die in Nordamerika im Winter 1775 mit Senf und Kresse-Samen versorgt wird.

Aber James propagiert auch immer noch den Einsatz von Zitrusfrüchten, die nach seiner Theorie ja mit ihrer Säure für Heilung sorgen. Kann er ja nicht wissen, dass Kresse theoretisch so die bessere Alternative wäre. Aber da brauchst du natürlich dann auch echt viel von, damit du dann auf diese 100 Gramm kommst.

Also das musst du ja auch konsequent dann anpflanzen und so weiter. Aber trotzdem weiterhin, James' Erkenntnisse werden nicht konsequent umgesetzt. Und es soll noch ein paar Jahre dauern, bis tatsächlich eine geeignete Heilmethode für Skorbut-Erkrankte eingesetzt wird. Die Betonung liegt auf eingesetzt wird, nicht gefunden wird, weil gefunden ist sie schon, aber sie wird eben nicht genutzt.

Ja, immerhin ist es so, dass die neuen Erkenntnisse auf den von James aufbauen. Gilbert Blaine greift im späten 18. Jahrhundert zum Beispiel auf die Ergebnisse von James zurück und Zitronensaft wird dann ab diesem Zeitpunkt als Mittel gegen Skorbut eingesetzt. Ja. Und siehe da, die Krankheit geht in der Folge bei der britischen Marine stark zurück.

Endlich. Well done, James. Allerdings ist Gorbuth noch nicht komplett in der Marine beseitigt, denn Zitronensaft wird zunächst so als Heilmittel angesehen und nur vom Schiffsarzt ausgegeben, wenn Seeleute erkrankt sind. Dann haben die Zitronensaft bekommen und nicht vorbeugend. Also wenn es aufgetreten ist, dann gab es Zitronensaft und dann musste man halt hoffen, dass es nicht zu spät war. Und erst nach 1800 wird der Saft dann auch vorbeugend ausgegeben.

Und diese neue Vorschrift hat krasse Auswirkungen. Während 1780 im Royal Hospital noch 1457 Menschen an Skorbut erkrankt sind, Seeleute erkrankt sind. Sind es 1806, also nur einige Jahre später, nur noch zwei Fälle. Also von 1457 Menschen zu zweifeln. Also das war einfach der Durchbruch, dass... Hat es gebracht. Oh Mann. Ja, könnte man jetzt sagen, Ende gut, alles gut.

Es klingt ein bisschen so nach einem Happy End gerade. Leider noch nicht ganz, denn trotz dieser sehr eindeutigen Erfolge bleibt die Ursache ja noch unklar. Also warum hilft Zitronensaft jetzt genau gegen Skorbut? Es entstehen da verschiedene Interpretationen. Viele sind falsch und Skorbut wird nicht eindeutig als Mangelkrankheit erkannt.

Teilweise werden wirksame Maßnahmen auch komplett vernachlässigt oder dann falsch angewendet. Und diese Behandlung bleibt weiterhin empirisch und ohne gesicherte Theorie. Ja, und das ist natürlich immer gefährlich, dass sowas wieder unter den Tisch fällt, wenn man da nicht so eine Erklärung für hat. Und erst im frühen 20. Jahrhundert folgt dann die experimentelle Klärung.

Tierexperimente vor allem mit Meerschweinchen zeigen, Skorbut entsteht durch das Fehlen eines essentiellen Nahrungsstoffes. Die abgeleitete Erkenntnis daraus, Skorbut ist eindeutig eine Schmerz. Also Mangelkrankheit. Also da kommt man dem, was wir jetzt heute ganz gesichert wissen, schon sehr, sehr nahe.

Und dann geht so ein bisschen Schlag auf Schlag. Die entscheidende Substanz, das Vitamin C, kann isoliert werden. Die chemische Struktur wird erforscht und schließlich wird ein Verfahren zur industriellen Herstellung entwickelt. Das Ergebnis, Gorbut kann jetzt gezielt verhindert und behandelt werden.

Also das ist jetzt hier mal so ein ganz kurzer, schneller Ritt durch die Geschichte des Vitamin C gewesen, bei der kein Weg auf jeden Fall an James Lynn vorbeiführt, weil er diesen ganzen Weg angestoßen hat. Und er hat auch andere gute Veränderungen für Seeleute bedacht, denn er bekämpft zum Beispiel auch die Feuchtigkeit auf den Schiffen.

Dafür entwickelt er eine Lüftung oder bringt die ein, verbessert auch die Kleidung der Seeleute. Achtet da auf Hygiene, auf Reinlichkeit an Bord und führt das Ausräuchern mit Schwefel und Arsen ein. Alles ganz im Sinne von Krankheitsprophylaxe. Also er hat da Prävention an Bord gemacht. Ja, und das ist ja, wie wir auch schon in anderen Geschichten hier erzählt haben, eins der wichtigsten Sachen.

Einfach präventiv gegen Töne. Krankheiten vorgehen und nicht erst, wenn sie schon aufgetreten sind. Das auch zum Beispiel in Krankenhäusern haben wir bei Ignas Semmelweis Geschichte gelernt, also zum Beispiel in Entbindungskliniken, in Kreissälen, dass da einfach bestimmte Sachen gar nicht erst passieren.

Und mit der Zeit werden übrigens immer mehr Lebensmittel bekannt, die vorbeugend oder zur Therapie von Skorbut eingenommen werden können. Zum Beispiel Zwiebeln, Kartoffeln und Paprika, aber auch Scharboxkraut. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Daher kommt nämlich auch der Name Scharboxkraut von Skorbut.

Blüht aktuell überall im Wald. Könnt ihr euch mal angucken. Ich finde, das ist eine sehr schöne Pflanze, die immer so für mich den Frühling einläutet. Also falls ihr mal die nächste Weltumsegelung plant, einfach jetzt mal was ernten gehen, dann seid ihr auf der sicheren Seite. Ich kenne das gar nicht, wie blüht das denn? Ist das so...

Gelb. Das ist so eine kleine gelbe Blüte. Okay, kann man dann nicht verwechseln mit Bärlauch. Es gibt ja die Buschwindröschen. Nee, das sieht ganz anders aus. Buschwindröschen und dann gibt es das Scharboxkraut und die Buschwindröschen sind da weiß und dann sind da zwischen immer diese gelben Tupfer.

Ah, dann kenne ich die, aber ich wusste nicht, dass das so heißt. Guck mal hier, du bringst uns heute richtig Pflanzenkunde bei. Ja, wow. Aber hier fehlt ja noch was. Ein Teil dieser Geschichte. Wie passt da jetzt der Beginn der Mafia rein? Es gibt ja jetzt diese heiße Spur, die ist ja, auch wenn sie verloren geht, ist sie da, dass Zitronensaft Skorbut heilen kann und in der Folge boomt tatsächlich der Verkauf von Zitrusfrüchten.

Also das spricht sich ja dann irgendwie mit der Zeit doch ganz gut rum und der Bedarf und die Preise steigen in der Folge um das frühe 19. Jahrhundert und damit auch die Bedeutung Siziliens als Anbauregion von Zitrusfrüchten und das weckt natürlich Begehrlichkeiten. Ja, ihr könnt es euch vorstellen. Begehrlichkeiten, die sich jetzt einige zunutze machen wollen und die wertvollen Früchte anfangen zu stehlen und zu verkaufen.

Und in der Folge daraus schützen sich die Landbesitzer, weil die... Ja, sie merken irgendwie natürlich, Moment mal eben, hier werden unsere Zitroten gerade geklaut, aber sie vertrauen den sizilianischen Behörden auch nicht und beschließen, okay, wir heuern lieber private Wachtrupps an und die werden Campieri genannt.

Das sind zum Teil Menschen, die vorher selbst schon in Banden geklaut haben, quasi so Aussteiger. Aber insgesamt vernetzen sich die Gruppen einfach viel zu stark, werden immer stärker und die Plantagenbesitzer werden komplett ruiniert. Daraus entsteht ein Geflecht aus Schutzgelderpressung, Korruption, Gewalt.

All das entsteht dadurch, dass diese Zitronen auf einmal so wertvoll sind und schließlich übernehmen die Gruppen selbst die Zitrusplantagen. Ja, das gelbe Gold quasi. Und deswegen hat man, glaube ich, auch diese Assoziation Sizilien-Zitronen. Ja, das stimmt. Das Symbol. Und natürlich war das zum einen als Anbauregion perfekt aufgrund der Wetterbedingungen und der Böden und so weiter.

Aber auch, weil da einfach natürlich viele Schiffe vorbeikamen und da einfach direkt die Quelle quasi bei dem Abnehmer saß. Ja, ich finde das ganz spannend, wie diese Erkrankung beziehungsweise die Heilbetone am Ende zur Etablierung dieser mafiösen Strukturen geführt hat. Und die Mafia sucht sich natürlich jetzt in der Folge noch ganz andere Geschäftszweige, zum Beispiel den Schwefelbergbau auch dann auf Sizilien.

Aber der Anbau und Export von Zitrusfrüchten bleibt jahrelang der wichtigste Wirtschaftszweig auf Sizilien. Also das ist ganz krass, wie da wieder die Geschichte, wie so eins zum anderen führt. Also ich habe bis jetzt immer nur daran gedacht, Sizilien, Zitronen, Zitroneneis, so schön, aber wie wertvoll dann diese Zitrusfrüchte auch waren und sind, das ist nochmal so ein anderer Blick.

Genau, stimmt, das ist ein guter Blickwinkel nochmal, weil das ist ja eher so dieses Genießen, also wir genießen halt unser Zitroneneis, wir genießen mal ein Glas Wasser mit Tröpfchen Zitrone drin oder so, aber damals ging es halt bei Zitronen und Zitrus rüchten wirklich um Leben und Tod. Ja, und dann bei der Mafia auch um viel Geld. Ja, um sehr, sehr viel Geld und bis heute bleiben diese Strukturen bestehen.

Richtig spannend, ihr könnt ja gerne mal sagen, ob ihr wusstet, dass James Linds Geschichte mit der Geschichte und Etablierung der Mafia zusammenhängt. Ja. Übrigens habe ich auch gelernt, das ist eine Theorie, dass das Wort Marmelade auch von sozusagen dieser Geschichte um Skorbut abgeleitet wurde. Und zwar aus dem französischen Wort Malade. Malade heißt krank.

Und auch Marmelade, also natürlich, das sind ja einfach eingemachte Früchte, hat geholfen gegen Skorbut, also gegen diese Malade, gegen diese Krankheit. Das habe ich gelernt auf einer Free-Walking-Tour. Jetzt muss ich überlegen, wo das war. Auf Zizilien? Irgendwo in Spanien habe ich das gelernt. Und das ist mir total hängelig. Das hat sich ja voll eingeprägt.

Ich glaube, das bleibt bei uns allen jetzt eingepflanzt. Bei jedem Marmeladenbrötchen. Wirklich. Aber schade auch, dass Marmelade so klingt wie Krankheit. Aber gut. Ja, genau. Hat jetzt noch einen ganz neuen Beigeschmack. Beigeschmack, genau. Aber solange es Vitamin C enthält und euch glücklich macht, ist das doch perfekt für jeden Tag. Ja, und ihr werdet nächste Woche hier noch mal sehr viel Anschlusswissen erfahren.

Denn es wird dazu kommen, dass diese Zitronenplantagen irgendwann etwas weniger wichtig wurden. Denn wir haben es ja schon angeteasert. Es hat irgendwann einen Weg gegeben, das Vitamin C zu isolieren und synthetisch herzustellen. Aber darüber erfahrt ihr hier nächste Woche mehr, quasi die Fortsetzung der Geschichte.

Und bis dahin könnt ihr gerne auch noch mal in unserer Folge mit Linus Pauling hören, Nobelpreisträger, der sich auch viel mit Vitamin C beschäftigt hat, auch als Therapie gegen Krebs, also nicht nur Skorbut, sondern der hat es noch mal viel weiter gedacht, aber ist da am Ende so ein bisschen auf kontroverse Abwege geraten.

Also das ist auch eine Folge, wo es sich lohnt reinzuhören, verlinken wir euch. Total spannende Figur der Wissenschaftsgeschichte. Doppelter Nobelpreisträger übrigens in zwei sehr unterschiedlichen Kategorien. Trotz sind sie abgedriftet. Ja, wir freuen uns schon auf die Fortsetzung dieser kleinen Vitamin-C-Geschichte.

Wer hätte gedacht, dass da so viel drin steckt. Bis nächste Woche, bis dahin, macht's euch schön und tschüss. Tschüss.

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