Behind Science

Cai Lun: Aus alt mach Papier

Samstag, 18. April 2026 · 31 min

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Shownotes

Wir tauchen ein ins alte China und die Geschichte des Papiers! Im Zentrum steht Cai Lun, der die Papierherstellung entscheidend verbessert hat. Durch Experimente mit Pflanzenfasern, Stoffresten und Fischernetzen fand er irgendwann die richtige Zusammensetzung für Papier und damit war die Verbreitung dieses neuen Mediums nicht mehr aufzuhalten. Papier revolutionierte Bildung, Verwaltung und Wissensverbreitung und ist bis heute ein viel genutztes Material, auf das wir nicht verzichten können.

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Schönen Seinsamstag. Wir sind hier wieder vereint. Ja, Lisa ist zurück aus Sizilien mit ein paar Sommersprossen auf der Nase. Kann ich sehen. Das geht bei mir immer ganz schnell. Sobald die ersten Sonnenstrahlen rauskommen, kommen die Sonnen und Sommersprossen. Und du hast Sonnenstrahlen mitgebracht. Das finde ich auch schön.

Wir haben gerade hier kurz vorher noch reden über Wetter. Ja, bei dem Wetter macht das Spaß. Aber sorry, wie schön ist das Wetter bitte und wie schön ist der Frühling in Deutschland. Ich weiß, das ist meine absolute Lieblingsjahreszeit. Es ist so unglaublich grün, wenn ich aus dem Fenster gucke. Also es strahlt einem richtig entgegen, oder?

Voll. Also das Grün von meinem Fenster gerade ist explodierende Petersilie vom letzten Jahr, die, glaube ich, auch völlig begeistert ist, dass der Winter vorbei ist und sie jetzt wieder durchstarten kann. Oh mein Gott, ein neues Leben. Du hast sie wahrscheinlich nie gegossen. Nee. Einfach so da verhungerlos auf der Balkon. Hallo, was unterstellst du mir hier?

Aber nee, sie ist wieder zu dem Erweck. Jetzt frage ich mich, das könnte ja vielleicht mal jemand hier beantworten aus der Community, kann ich die jetzt noch essen? Oder kann es sein, dass die giftig ist? Ja. Aber warum sollte sie giftig sein? Oh Gott, da habe ich jetzt auch nicht genug Pflanzenwissen.

Ja, guck mal. Weil wenn sie anfängt zu blühen, glaube ich, dann könnte es gefährlich werden. Deswegen. Vielleicht kann sich mal jemand einschalten. Wenn du sie jetzt nicht in rauen Mengen verspeist, vielleicht nicht. Aber ja, das stimmt. Und es schmeckt dann auch vielleicht nicht mehr so gut. Das ist ja bei Schnittlauch auch, wenn der so schießt. Der Schnittlauch daneben, der sieht aber auch fantastisch aus. Ach, Schnittlauch hast du auch. Na klar.

Und hier, ich bin ja inspiriert von Robinga, der einmal zu Gast war bei uns. Robinga Schnögelrögel, Robin König. Bekannt von Instagram und aus unserem Spezial. Und von ihm inspiriert habe ich natürlich auch ... Thymian und Oregano gepflanzt. Ach, schön. Ja, sehr insektenfreundlich. Es ist ein ganzes Kräuterbeet hier quasi, eine Box.

Ein Kräutertraum da bei dir vor der Tür. Du hast mir aber auch ein Bild geschickt von Scharboxkraut, was du gesehen hast beim Laufen durch den Wald. Da habe ich mich richtig gefreut. Scharboxkraut kam ja bei uns in der, warte, jetzt muss ich überlegen, vorletzten Folge vor. Also wir haben ja zweimal jetzt eine Folge gemacht, wo Vitamin C eine große Rolle gespielt hat.

Weil das Skorbut verhindert hat. Vor allem bei Menschen, die lange auf See unterwegs waren und die dann Skorbut bekommen haben, weil sie keine frischen Lebensmittel mehr an Bord hatten. Vor allem Lebensmittel, die Vitamin C enthalten haben. Und dann kam man irgendwann zu dem Schluss, dass Scharboxkraut, der jetzt gerade im Wald blüht.

Ganz schön, könnt ihr euch mal angucken und gerne auch Fotos schicken, dass da Vitamin C enthalten ist. Und das beugt dann Skorbut vor. Oder man kann von Skorbut geheilt werden. Ich kannte das nicht. Aber deine Beschreibung war top, also die war sehr hilfreich und da dachte ich, als ich die Blüten da entdeckt habe, das müsste es sein.

Ja, die leuchten einem ja auch so süß entgegen irgendwie. Das sind so richtig die Frühlingsboten. Und ich muss sagen, mich hat diese Geschichte von James Lind auf Sizilien noch total lange begleitet. Also wir haben ja auch erzählt, dass quasi seine Erkenntnis, also die Erkenntnis war, dass Zitrusfrüchte auch gegen Skorbut helfen oder einen davon heilen können.

Und deswegen ist auf Sizilien dann so ein richtiger Hype um Zitrusfrüchte entbrannt. Und das hat dann im Endeffekt dazu geführt, dass dort die Mafia groß geworden ist, weil sie dann so Plantagen an sich gerissen haben und ja, dass quasi die Geburtsstätte auf Sizilien war und da musste ich ganz oft dran denken, bei den schönen leuchtenden Zitronen, die man da essen konnte und Orangen nicht von dieser Welt wirklich.

Jetzt würde ich jeder Schokolade und jeder Süßigkeit vorziehen, diese Orangen. Also ich musste ganz oft an diese Geschichten um das Vitamin C denken. Oh, was eine schöne Kulisse, um irgendwie nochmal an diese Geschichte zu denken. Ich habe aber auch an eine Geschichte von uns gedacht. Ich war unterwegs in Frankfurt und konnte da am Main, also war auch herrlich in der Sonne.

Und da war dann auf einmal so ein Boot, so ein Flussfahrtschiff. Und das hieß Sibylla Merian. Und über die hatten wir ja auch gerade eine Folge. Und ich habe mich so gefreut, das stand direkt neben dem Schiff, das Wolfgang Goethe hieß. Aber da finde ich Sibylla Merian, Goethe in allen Ehren, schon cooler.

Da hätte ich gerne mal mit den Leuten gesprochen, die dieses Schiff benannt haben oder gesessen haben. Ob sie wissen, wer Sibylla Merian ist oder warum sie dieses Schiff nach dieser Frau benannt haben. Hä, wie cool. Ja, richtig schön. Ich habe ein Bild gemacht, können wir mal posten bei Instagram. Ja, genau. Hättest du unsere Folge empfehlen können auf jeden Fall.

Sehr, sehr cool, wenn hier auch vor allem Wissenschaftlerinnen dann irgendwie abgebildet werden in Straßennamen oder in Schiffsnamen. Richtig toll. Ja, so sichtbar gemacht werden. Richtig schön. Ja, apropos sichtbar halten. Also bei James Lind war ja so ein bisschen auch das Tragische bei der Geschichte, dass da irgendwie seine Entdeckung ziemlich schnell verloren gegangen ist, weil die einfach nicht haltbar gemacht wurde.

Also die wurde nicht richtig dokumentiert. Und das ist ein Aspekt, über den wir heute ein bisschen sprechen wollen. Gute Überleitung. Ja, ich finde auch, das macht bei dieser Geschichte besonders nachdenklich, weil genau das Wissen war da, Vitamin C hilft gegen Skorbut, aber es hat sich eben nicht weiter verbreitet, ist verloren gegangen.

Und dann hat es noch mal ein paar... Jahrzehnte gedauert, bis dann wirklich dieses Wissen nochmal neu entdeckt wurde. Und damit sowas zuverlässiger dokumentiert werden kann, braucht es gewisse Dinge. Also es braucht natürlich Menschen, die irgendwie das Wissen weitergeben, die das auch glauben, denen auch daran gelegen ist, dass Wissen weitergegeben wird.

Aber es braucht auch ein Medium, wo man das Ganze festhalten kann, damit es eben nicht irgendwo in der Schublade landet. Natürlich kann das heute auch mal passieren. Aber ein Medium, was da ganz wichtig ist, ist, es klingt so einfach, aber Papier. Also einfach eine Möglichkeit, Wissen festzuhalten und weiterzugeben und zu erhalten und ja, vielleicht irgendwie in der Zeitung abzudrucken oder so, damit es möglichst viele Menschen erfahren.

Und Papier gab es in der Form natürlich nicht immer. Ja, und dann gab es auch noch nichtmals die Möglichkeit, dass es in der Schublade landet. Das wäre ja schon mal eine Steigerung gewesen. Es war einfach nur in den Köpfen und konnte gar nicht so archiviert werden. Ja, also bei James Linn gab es natürlich schon Papier. Da gab es andere Gründe, dass es verloren gegangen ist.

Aber passt ganz gut zur Geschichte von heute, dass es eben diese Möglichkeit nicht immer gegeben hat. Ja, also wenn man noch weiter zurückgeht, zum Beispiel bei Sibylla, Die hat ja damals alles auf so getrocknete Tierhaut gezeichnet. Ansonsten musste Wissen halt viel mündlich weitergegeben werden. Oder es gab so ganz rudimentäre Möglichkeiten, dass man was in Holz geschnitzt hat oder so.

Aber wir wollen heute mal auf einen Baustein der Geschichte der Erfindung und Weiterentwicklung in der Menschheit gucken, der wirklich sehr, sehr wichtig war. Und zwar sprechen wir heute über Zailun, der neue Techniken zur Herstellung von Papier erfand. Das klang jetzt etwas kompliziert. Tsai Lund, der neue Techniken zur Herstellung von Papier erfand.

Verkürzt hätte man sagen können, Tsai Lund hat das Papier erfunden, aber ganz so einfach ist es nicht. Er hat vor allem die Papierherstellung weiterentwickelt und neue Techniken so begleitet, könnte man sagen. Aber diese Techniken sind damals eben entscheidend, dass gesellschaftliche Entwicklungen auf das nächste Level gehoben werden.

Also, um hier ganz korrekt zu sein, er hat nicht das Papier erfunden, auch wenn es das in einigen Quellen manchmal heißt. Wir haben ja auch schon eine Folge über Johannes Gutenberg gemacht, der den Buchdruck erfunden hat. Und Zailun und Johannes Gutenberg könnte man deswegen vielleicht bezeichnen bezeichnen als geistigen Vater und Sohn, zumindest laut Papierhistorikern, die die zwei so bezeichnen.

Ich könnte mir auch vorstellen, die wären gute Freunde gewesen. Das ist ganz bestimmt. Aber sie waren da echt an einem großen Schritt beteiligt, beide. Erst durch den flexiblen Buchdruck und die Möglichkeit, Papier in höheren Mengen herzustellen, konnte Wissen wirklich festgehalten und weitergegeben werden.

Dadurch wurden dann Informationen verbreitet, politische Ideen konnten sich teilen, Zeitungen konnten gedruckt werden usw. Es geht hier nicht nur um Abenteuerromane, die man natürlich auch auf Papier sehr gut lesen kann. Aber diese 2 Entwicklungen von den beiden, die haben da wirklich ganz viele weitere Entwicklungen angestoßen.

Ja, ohne Papier und ohne Buchdruck. Wäre diese Gesellschaft, die wir heute haben, überhaupt nicht möglich gewesen. Und während Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert gelebt hat, reisen wir für die Geschichte von Zailun noch sehr, sehr, sehr viel weiter zurück. Er wird um 50 nach Christus geboren und ist Eunuch, beziehungsweise Beamter am Hofe der Han-Dynastie in China.

Eunuchen sind Männer, die einer Kastration unterzogen wurden. Meist wurden sie dazu gezwungen, teilweise haben sie aber auch selbst die Kastration durchgeführt, denn so eine Kastration konnte einerseits ja natürlich total schwerwiegende Folgen haben, das konnte auch eine ganz entehrende Strafe sein, aber das konnte einen auch befähigen, bestimmte Ämter erst auszuführen.

Ein Onur konnte deshalb zu ganz hohen Ehren gelangen, großes Ansehen erreichen, auch viel Geld verdienen, weil er beispielsweise für einen Herrscher, also da zum Beispiel in dem Fall einen Kaiser. Nicht als biologischer Rivale in Betracht kam. Also deswegen eben kastrierte Männer. Ja, man muss das wirklich so verstehen, die männlichen Herrscher, die Kaiser, die mussten dann nicht fürchten, dass ein Eunuch ein Kind mit beispielsweise seiner Frau zeugt, also einer Frau seines Harems und der Fokus lag bei vielen Eunuchen deshalb auf einer guten Bildung, also dass sie dann auch wirklich für die Kaiser beurteilen.

Arbeiten können und dort lernen können. So war das auch bei Tsai. Sein weltlicher Name lautet eigentlich anders, und zwar Ying Song. Er wird in einer armen Familie geboren. Und für viele Menschen ist das Eunuchendasein die einzige Möglichkeit, dieser Armut zu entkommen und höhere Posten zu erreichen.

Ob das bei Tsai auch der Fall ist, das wissen wir nicht ganz sicher. Aber auf jeden Fall war er als Eunuch dann beim Kaiser. Ja, ganz krass auch die Geschichte um Eunuren und dass da teilweise dann auch Söhne von armen Familien richtig verkauft wurden, um als Eunuren zu leben. Nochmal ein ganz anderer Abstecher in der Geschichte und ganz kurz nochmal, in welcher Zeit Zai da gelebt hat.

Die Han-Dynastie regierte das Kaiserreich China von 206 vor Christi bis 220 nach Christi und der Sturz der vorangegangenen Quinn-Dynastie passierte durch mehrere Bauernaufstände, die sich gegen diese extreme Unterdrückung gerichtet haben. Auslöser für den größten und dann auch entscheidenden Aufstand war der Befehl einer Gruppe von 900 Arbeitern, die hingerichtet werden sollten, weil sie wegen starker Regenfälde zu spät zur Arbeit an der großen Mauer gekommen waren.

Und die Betroffenen haben sich dann erhoben und sich versammelt und innerhalb weniger Tage ist eine Armee zusammengekommen von angeblich 300.000 Mann. Das ist eine unglaubliche Zahl. Und unter den Anführern dieser Aufstände setzte sich dann der niedere Beamte Liu Bang durch. Als ein Gegenspieler auf kaiserlicher Seite Xiang Yu fiel, wurde Liu Bang dann selbst Kaiser, aber so super viel hat sich durch ihn nicht geändert, auch wenn er quasi ja mit gutem Ansatz oder, in ehrenvollem Ansatz oder wie auch immer man es nennt, da reingestartet ist.

Er hat eigentlich den Verwaltungsapparat der Quindynastie weitgehend beibehalten und hat auch eine an der Mehrzahl der Gesetze festgehalten und auch der Verordnungen, zum Beispiel auch am Bücherverbot. Das ist die Zeit, in der unser Zai, den wir hier heute in der Geschichte begleiten, gelebt hat. Und da könnt ihr euch noch mal ganz gut vorstellen, in welcher Zeit dann quasi seine Weiterentwicklung da stattgefunden hat.

Gleichzeitig setzt die Han-Dynastie jetzt sehr stark auf Expansion. Also der Handel wird vorangetrieben, der Staat zentralisiert sich immer stärker, ist nicht mehr so zersplittert durch die vielen Königreiche. Und in all dem steckt Zai mittendrin, an einer wirklich wichtigen Stelle, und zwar direkt am kaiserlichen Hof selbst.

Damals schreiben die Menschen dort auf Bambustäfelchen, auf Holz und auf Seide. Das ist aber ziemlich teuer und auch unpraktisch und deshalb muss eine bessere Lösung her. Das bekommt er mit. Und im Jahr 105 soll Zay auf die Idee gekommen sein, die alten Schreibmittel dann durch Papier zu ersetzen. Das wurde damals aus so einem Brei aus Baumrinde, also man hat dafür insbesondere die Baumrinde von Maulbeerbäumen genommen.

Dann kam zu diesem Brei noch Lein dazu und Hanf und daraus wurde eben so ein Brei gemacht und daraus wurde dann Papier hergestellt. Ja, und verschiedene Gelehrte hatten vor ihm auch schon mit unterschiedlichsten Materialien so rum experimentiert, aber diese Zellstofflösung von Tsai hat sich dann als die effektivste erwiesen.

Ja, dass man auch allein darauf kommt, halt aus quasi etwas, was später fest werden soll, erstmal was Flüssiges zu machen, um es dann wieder festzumachen. Und er verwendet dabei zwar immer noch Bambus, aber auch Hanfabfälle, alte Lumpen, Fischernetze und vor allem Baumrinde. Also ein bisschen so das Recyclingpapier 1.0, würde ich sagen.

Voll cool, richtig recycelt. Total. Und die Materialien werden dann auch eben zu einem Brei gekocht, der mit einem Holz- oder Steinhammer geschlagen und dann mit einer großen Menge Wasser vermischt wird. Die entstandene Mischung wird dann mit Holzsieben abgeschöpft und das überschüssige Wasser entfernt, sodass das Papier nach dem Trocknen fertig ist.

Das mit dieser Methode hergestellte Papier wird deshalb auch oft Zai-Hu-Papier genannt. Und ich weiß nicht, ob du das schon mal gemacht hast. Ich hatte direkt Bilder im Kopf, wie so Papier geschöpft wird. Hast du schon mal Papier hergestellt? Ja, ich hatte da auch Bilder im Kopf und habe mich gefragt, wann ich das mal gemacht habe.

Es müsste so, weiß ich nicht, vielleicht so Kindergartenzeit oder so eine Ferienfreizeit oder sowas, das, was mal so ein Projekt war. Aber ja. Ich bin mir nicht mehr sicher, woraus wir das gemacht haben. Vielleicht waren das eher so einfach alte Papierreste oder so. Ja, bestimmt. Auf jeden Fall war das ja grau, das Papier. Ja, genau.

So grau-bläulich oder so. Ja, wir haben das mal auf dem Kindergeburtstag gemacht. Auch gut. Für alle, die Kinder haben, ist eine richtig... Du vielleicht? ...schweinerei, aber auch cool. Ich vielleicht. Richtige Schweinerei, aber auch cool. Wir haben das in der Badewanne gemacht. Und dann so erst mal Zeitungen zerschnipselt. Ja, das könnte sein.

Und dann halt so ein Preige, so ein Pump hergestellt und dann so mit sieben abgeschöpft. Ja, und das war quasi dann auch das Vorgehen. Aber eben mit der Weiterentwicklung, dass da halt noch andere Sachen drin waren. Also zum Beispiel eben diese Hanfabfälle, Lumpen, Fischernetze. Also das Ganze war halt irgendwie so ein bisschen stabiler und gleichzeitig relativ kostengünstig, weil die Sachen eben sowieso da waren.

Archäologen... haben jedenfalls herausgefunden, dass es in China schon im dritten Jahrhundert vor Christus verschiedene Arten von Papier gab. Also es ist nicht ganz neu, dass es eben Papier in der Form gibt. Also vor der Weiterentwicklung von Tsai gab es auch schon sowas wie Papier. Ein Gelehrter erklärt, dass ein bestimmtes Wort aus der alten Biografie von Tsai bedeutet eine Idee anfangen.

Also es heißt, Tsai hat die Entwicklung von Papier verbessert und es nicht ganz neu erfunden. Das nochmal zu dem, was wir auch am Anfang gesagt haben. Und Tsai ist wahrscheinlich der Erste, der eben Baumrinnen und Hanf für die Papierherstellung genutzt hat. Und eines ist sicher, nach seinen Verbesserungen wird Papier in China viel häufiger verwendet.

Also das ist quasi so der Beweis, dass er wirklich dafür verantwortlich war, dass Papier in rauen Mengen hergestellt wurde. Und das sagen eben auch Forscher, dass seine Weiterentwicklung erst dazu geführt haben, dass Papier so... In Massen produziert werden konnte. Und das ist ja dann am Ende genauso wichtig.

Oder vielleicht fast noch der wichtigere Schritt. Denn danach konnte Papier unglaublich schnell in China verbreitet werden. Und wie wir anfangs auch schon erzählt haben, nur Zeilsverbesserungen des Papiers und des Papierherstellungsprozesses waren eben dann am Ende so bedeutend für die Geschichte der gesamten Menschheit.

Da sie dazu geführt haben, dass Literatur und Wissen und Fortschritte weltweit verbreitet werden konnten. Zai wurde damals zum Beispiel auf der Liste die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte von Michael H. Hart auf Platz 7 ausgewiesen. Also ihr könnt euch vorstellen, wo er da einfach steht in unserer Geschichte.

Ja, und das noch mal, ich muss immer so lachen, weil ich hatte den Namen bisher noch nicht so auf dem Schirm. Und dann, wo du jetzt von dem Boot erzählt hast und daneben das Schiff Goethe, natürlich Goethe, unglaublich faszinierende Person so, aber…. Ein Goethe hätte auch nicht das machen können, was er gemacht hat, ohne die Entwicklung des Papiers.

Und dann kennt man aber halt den Goethe und nicht Zei. Also ich gebe zu, ist das natürlich unglaublich lange her. Aber finde ich ganz spannend, welche Namen sich manchmal hinter großen Entwicklungen und Erfindungen verbergen, die man gar nicht auf dem Schirm hat. Also überleg mal. Das wäre Goethe gewesen, ohne Papier. Ja, leider ist über das Leben von Tsai weit weniger bekannt als über einen Köthe.

Wie gesagt, nur, dass er eben aus einer armen Familie kam, als Eunuch am Hof war und dann leider in Intrigen am Hof auch verwickelt war, die ihn letztlich dazu gebracht haben, dass er sich das Leben genommen hat. Das ist quasi über das Ende seines Lebens bekannt, aber mehr wissen wir nicht. Da müssen wir unsere Fantasie spielen lassen, vielleicht so ein bisschen.

Zum Glück hat er dafür gesorgt, dass andere Geschichten nach ihm sehr gut dokumentiert werden konnten. Zum Glück, weil dann können wir euch die auch weitererzählen hier. Und irgendwie ist es auch nochmal gut, finde ich, sich so daran zu erinnern, was... Papier wert ist. Also einfach in der Menschheitsgeschichte, weil gerade wird wieder alles so digital.

Guck mal, wir bereiten uns auch digital vor. Irgendwie schreiben Ideen auf für die Folgen und so. Das ist, das findet eigentlich gar nicht mehr auf Papier statt. Ja, das stimmt. Und trotzdem steigt der Papierverbrauch. Also auch gerade in Deutschland würde man ja denken, alles wird digitaler, aber trotzdem steigt der Papierverbrauch.

Ja, wir sind hier schon sehr digital. Ich glaube, das Einzige, was wir mal auf Papier geschrieben haben, waren unsere Moderationskarten für irgendwelche Auftritte. Stimmt. Aber wir haben noch nie ein Skript ausgedruckt. Aber ich habe hier noch mal ein paar Papierfakten für dich. Aha. Und habe das als kleines Quiz verpackt. Oh, muss ich raten?

Ich habe hier ein digitales Dokument angelegt. Ich glaube, du hast es gesehen. Das heißt, Edmarie, nicht öffnet. Ja, ich habe es nicht angeguckt. Ich hoffe, du hast es wirklich nicht geöffnet. Nein, habe ich nicht. Aber jetzt habe ich auch ein bisschen Angst. Ja, du wirst jetzt hier mal getestet. Nein.

Und zwar ist die erste Frage, welches Land, glaubst du, verbraucht am meisten Papier? Ja... Deutschland? Wegen der ganzen Bürokratie? Ja, also Deutschland ist nicht schlecht, es ist auf Platz vier. Oh mein Gott. Weltweit? Also nicht drei Länder. Das ist schon auch richtig krass, weil wir sind ja kein Großland. Ja, finde ich auch.

Es ist kein Großland, aber es leben natürlich unglaublich viele Menschen in Deutschland. Krass. Für die kleine Fläche, ne? Aber überleg mal, welche drei Länder könnten da noch drüberstehen? Ja, dann größere. Vielleicht eine China vielleicht? Mhm, China. Russland? Nee. Nee, ja. Ich löse mal auf. Danke. China ist auf Platz drei und dann USA und Japan.

Ach krass. 18,8 Millionen Tonnen hat Japan an Papier verbraucht im Jahr 2019 zum Beispiel. Ich finde, das ist immer eine Zahl, die man sich nicht so gut vorstellen kann. Ja. Aber Deutschland ist generell Papiernation. Aber ist ja krass. Guck mal, Deutschland kommt nach diesen riesigen Ländern einfach schon.

Ja, Wahnsinn, ne? Boah, aber ist denn Japan auch das, wo dieses Origami so, also dieses Papier basteln? Also ich könnte mir vorstellen, dass da auch einfach Papier nochmal anders zur Kultur gehört. Bei uns ist das ja eher so, um... Das ist jetzt irgendwie so die hübsche Erklärung, aber ich glaube, es liegt nicht an Origami. Meinst du, die dokumentieren noch mehr als wir?

Ja, und das schließt sich vielleicht ganz gut als Frage an, wo glaubst du denn, wofür wird am meisten Papier gebraucht? Vielleicht kommen wir dem Ganzen dann näher, ob da vielleicht Origami auf der Liste steht. Bücher? Sehr gut. Also knapp die Hälfte der Menge jetzt in Deutschland wird für die Presse, also Presse, den Buchdruck und Büromaterialien verwendet.

Zeitungen werden ja unglaublich viel gedruckt, immer noch. Bücher und Büromaterialien. Ich weiß noch, dass in Zeiten von Corona auch teilweise Bücher nicht gedruckt werden konnten, weil es nicht genug Papier gab. Und auch ist so eine Kartonknappheit gab, da habe ich jetzt Punkt zwei schon mit verraten, auf Platz zwei der meist, also wo Papier am meisten bebraucht wird, sind Verpackungen, und jetzt kannst du mal raten, was das dritte ist.

Ich habe gerade überlegt, Poster, also so Werbung. Ah, nee, ist nicht auf der Top-3-Liste. Ist es was, was ich so in meinem Alltag, also was so öffentlich ist? Ja, was öffentlich ist und was du jeden Tag einfach benutzt. Ja! Cool. Ich hätte aber gedacht, Toilettenpapier wäre auf Platz 1. Verstehe ich, aber das ist ja, ich weiß nicht, ist ja nicht so dick.

Vielleicht braucht man da einfach, also das ist ja schon so ein anderes Mal. Ja, und das ist vielleicht auch oft, ja. Ja, scheint auf jeden Fall nicht das meiste zu sein. Also das ist ja weltweit, oder war das Deutschland? Das war jetzt nur Deutschland. Ah, okay, weil ich wollte gerade sagen, es benutzt Du nutzt ja nicht alle deiner Klopapier. Ja, das stimmt.

Jetzt kannst du mal raten, wie viel Papier verbrauchen wir pro Kopf in Deutschland? In welcher Einheit? In Kilogramm. In Kilogramm? Pro Jahr? Oh, so Scherzsachen, ne? Das finde ich auch, ja, es ist so ein bisschen ungerecht, weil man sich die Zahlen auch oft nicht so ganz gut vorstellen kann. Ähm, Kilo. Vielleicht...

30 Kilo. Nee, schon noch deutlich mehr. Schon deutlich daneben. Schon sehr weit daneben. 30 Kilo ist ja so... Was wiegt 30 Kilo? Ja, aber ich hab halt... Was wiegt denn wohl so ein Buch oder so? So hab ich halt eher überlegt. Ah, ein Buch. So in Zuckerpackungen hab ich gedacht. Es kann nur peinlich werden. Ja, okay, eine Packung Zucker, ein Kilo. Ja, genau.

Aber dann finde ich 30 Packungen Zucker auch schon viel. Aber ist viel, viel mehr. Okay, wie viel Klopapier benutze ich denn bitte? Vielleicht bist du ja auch einfach eine wenig Papierverbraucherin. Also ich löse auf, in Deutschland werden pro Kopf, also pro Person 236 Kilogramm Papier verbraucht, pro Jahr.

Und das sind rund 50 Kilo mehr als der EU-Durchschnitt. Und ich habe mal nachgeguckt, es ist so ein bisschen Panne, immer so Vergleiche zu finden, aber zum Beispiel, was wiegt 200, was kommt da dran, 236 Kilo, da kommen so ein bisschen Panne-Vergleiche, zwei Gorillas wiegen 220 Kilo oder zwölf Mountainbikes, da kommt man auch schon ungefähr da dran, also es ist wirklich viel.

Und stell dir das mal so in Tornistern vor. Also stell dir vor, du hättest das als Bücher auf dem Rücken. Ja, oder 236 Kilo Zucker. Genau. Das kann man sich vielleicht echt noch besser vorstellen. Deswegen, ich glaube, ich wollte mir gar nicht mehr vorstellen. Also es ist ein Riesenbergpapier, der jährlich verbraucht wird.

Aber den vielleicht auch einfach das Land für mich produziert. Also ich möchte das vielleicht gar nicht so. Es ist ja nicht nur das, was ich selber benutze, sondern vielleicht auch das, was, wenn jetzt eine Zeitung oder so gedruckt wird. Ja, oder Bücher, die dann einfach direkt, weiß ich nicht, irgendwie wieder im Müll landen.

Ja, das Problem ist halt, dass auch nicht alles recycelt wird. Aber beim Sammeln und Nutzen von Altpapier steht Deutschland immerhin auch auf Platz vier. Auch nach China, den USA und Japan. Also da sind wir auch nicht so schlecht. Aber was halt traurig ist an diesem Papierthema, fast jeder zweite industriell gefällte Baum weltweit wird zu Papier verarbeitet.

Und das eben halt oft dann auch so für Geschenkpapier oder so. Oder halt auch so die Frage, braucht man Toilettenpapier oder soll man nicht doch umsteigen auf Wasser? Keine Ahnung. Also jede Stunde werden weltweit Waldflächen in der Größe von 500 Fußballfeldern für die Herstellung von Papierprodukten vernichtet.

Krass. Das finde ich richtig extrem. Das ist jetzt natürlich weltweit die Zahl. Aber puh, wenn man sich das nochmal vor Augen führt, finde ich das schon gewaltig. Also vielleicht doch nochmal ein bisschen Papier einsparen. Kommentiert mal, wo ihr Papier spart. Also ich habe jetzt kürzlich aussortiert in meinem alten Kinderzimmer und bin so, weil da standen in so einem großen Regal noch ganz viele Ordner, wo so, da waren Unisachen mit, also wirklich so Ordner voll mit Zetteln.

Ja, ja, ja, Post-its, alles schön fein sauberlich aufgeschrieben. Genau, mit Hand aufgeschrieben und dann gab es aber auch so Vorbereitungen auf irgendwelche Bewerbungsgespräche damals und wo ich dann wirklich zum Teil das halbe Internetgefühl ausgedruckt habe. Ach so, und auch. Vielleicht, bitte sagt mal, dass ihr das nachfühlen könnt. Teilweise ausgedruckte Wegbeschreibungen, weil es ja noch kein Google Maps so irgendwie ...

Stimmt, aber Wahnsinn, dass du das aufgehoben hast. Ja, das ist auch wieder jetzt ein bisschen absurd. Aber deswegen musste da dringend aussortiert werden. Und dieser Stapel an Blättern, der war auch wirklich sehr schwer. Da hast du schon recht. Ja, deswegen. Ja, vielleicht, genau, Papier wiegt ja auch was. Deswegen sind es vielleicht 236 Kilo dann auch gar nicht so gewaltig, aber trotzdem irgendwie noch sehr, sehr, sehr viel.

Was nicht von unserer Ursprungsgeschichte ablenken soll, dass Papier eine geniale Erfindung ist. Richtig. Und auch wenn wir heute andere Möglichkeiten haben, Wissen festzuhalten und zum Beispiel auch Zeitungen digital lesen können, Bücher digital lesen können. Denn Papier ist unglaublich faszinierend und hilft uns wirklich in vielerlei Belangen und hat die Gesellschaft erst dahin gebracht, wo sie jetzt steht.

Vielen Dank, dass du Teil von diesem Quiz warst und dass du dich dem bestellt hast. Das war aufregend. Ja, ja. Könnt ihr mitraten? Ja, ich bin gespannt. Wahrscheinlich waren hier einige besser als ich beim Raten. Ich hoffe, ihr konntet gut mitraten. Ratsich, Kilo. Ja, und ich finde aber, die Geschichte regt so dazu an, sich nochmal gut zu überlegen, wofür wir Papier benutzen möchten, weil es eben so eine wertvolle Erfindung ist.

Stimmt, ja, man hat so ein bisschen aus den Augen verloren, aber wenn man quasi weiß, dass begonnen wurde, Sachen auf Holz zu schreiben oder auf Seide, überleg mal. Also es war so wichtig, dass es auf Seide geschrieben wurde. Hammer. Ja, das geschriebene Wort und die Weitergabe von Informationen erst möglich durch die Produktion von Papier.

Wir hoffen, euch hat die Geschichte von Zai und unser kleiner Ausflug in die Welt des Papiers gefallen. Schreibt uns gerne eure Gedanken. Und ihr könnt uns auch gerne ganz digital hier abonnieren oder Sternchen verteilen bei Spotify geht das. Wenn ihr uns abonniert, dann verpasst ihr keine neue Folge, das freut uns wirklich sehr, wenn wir da ein neues kleines Abo-Häkchen sehen.

Vielen Dank, dass ihr hier dabei wart, bis zur nächsten Folge nächste Woche, würde ich sagen. Zum nächsten Ausflug. Ja, bis dahin, macht's euch schön.

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