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Shownotes
Wir machen nach 150 Folgen eine Pause! Damit ihr trotzdem gut versorgt seid, haben wir Pausenprogramm für euch organisiert. Jeden Samstag gibt's eine persönliche Folgenempfehlung von uns. Heute geht's um Florence Nightingale, die den Pflegeberuf nochmal völlig neu definiert hat.
“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links (linktr.ee/behindscience), die gerade wichtig sind.
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Hallo aus der Pause, wir hoffen, ihr habt es schön. Wir nehmen euch wieder mit in eine unserer liebsten vergangenen Folgen. Und zwar tauchen wir heute nochmal ein in die Folge mit Florence Nightingale, nach der auch ein Ort benannt wurde, mit dem ich persönlich eine Verbindung habe. Das verrate ich Marie und euch am Ende dieser Folge.
Spoiler, ohne Florence Nightingale wäre ich vielleicht so nicht auf die Welt gekommen. Und jetzt viel Spaß bei der Folge. Und zwar sprechen wir heute über Florence Nightingale, die den Pflegeberuf quasi neu erfunden hat. Behind Science – Geschichten aus der Wissenschaft Mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider.
Okay, oh Mann. Also eigentlich, ich möchte mir ja nicht wünschen, dass die Folge jetzt schnell zu Ende geht. Aber ich will jetzt schon ein bisschen wissen, was am Ende doch kommt. Naja, gut. Ich muss jetzt aushalten, ihr auch. Bitte nicht vorspulen. Wahrscheinlich mache ich das Ganze viel zu groß. Ich habe den Spannungsbogen hier völlig überspannt.
Und du denkst, wow, okay, das war es jetzt. Nicht schlimm, wir freuen uns über Rätsel. Ja, vielleicht ist der ein oder andere da schon drauf gekommen. Also es soll um Florence Nightingale gehen und die Frau, über die wir heute sprechen möchten, ist nicht nur wegen der Verbindung zu mir wirklich interessant, die stand ohnehin schon lange, lange auf unserer Liste und wir reisen dafür mal wieder an einen wunderschönen Sehnsuchtsort von uns und zwar nach Florenz.
Für diese Stadt schlägt er ein bisschen unser Herz, spätestens seit Leonardo da Vinci. Während der aber sein Leben lang zu wenig Geld hatte, wächst Florence in gutem Hause auf. Florence aus Florenz. Genau, das war tatsächlich auch die Verbindung. Also die Eltern haben den Namen danach ausgewählt. Schön. Und sie genießt deswegen auch eine sehr, sehr gute Ausbildung.
Übrigens gehört Florenz, in der Florence damals aufwächst oder geboren. Florence. Oh mein Gott, das wird mir jetzt ein paar Mal noch passieren. Wir kennen ja beide auch eine Florence, ne? Ja, sie war ja hier schon zu Gast. Ja, stimmt. Fällt mir gerade ein. Florence war hier schon zu Gast. Ja, deswegen seht es uns nach.
Und damals war Florenz, also die Stadt, gehörte zum Großherzigtum der Toskana. Also heutiges Italien, aber Florans Familie, Die waren Briten. Es war quasi Zufall, dass sie da geboren wurde. Sie sind dann später auch wieder... Vielleicht wird der Name auch so englisch ausgesprochen. Ja, Florence. Mein Gott, jetzt gleich ist es drin.
Werden wir heute ja noch eine Weile brauchen. Von daher, wir gewöhnen uns bestimmt dran. Ja, Florence wird 1820 geboren, also vor 205 Jahren. Und da ist Leonardo schon eine Legende. Also das mal so ganz grob zur Einordnung. Und du hast ja auch schon gesagt, Geld ist da, Ansehen ist da, Bildung ist da, aber Florence hat gar nicht so viel Interesse an diesem pompösen Lebensstil ihrer Familie, denn stattdessen fühlt sie sich zu den Ärmsten der englischen Gesellschaft hingezogen und das sind in dem Fall Straßenkinder, Obdachlose, verwundete Soldaten, die auch zum Teil dann auf der Straße leben und außerdem hat sie da noch so ein ...
Ja, man kann es wirklich Talent auch nennen und zwar für Mathe. Sie hat ein großes mathematisches Talent, das bemerkt sie auch schon recht früh. Und tatsächlich ist auch eine der Mathematikerinnen, die wir euch schon mal vorgestellt haben, Ada Lovelace, die ist eine Bekannte von ihr. Das ist sowas wie du sagst, wenn sich hier so ein Universum spinnt.
Natürlich, das sind alles reale Personen und natürlich sind sich da auch mal welche von begegnet. Aber irgendwie finde ich es jedes Mal wieder wie so ein fiktiver Plot, der sich so zusammenfindet. Das fand ich ganz toll zu lesen. Ja, das ist so cool. Ja, verlinken wir euch nochmal die Folge, die hat bei mir auch lange nachgeheilt.
Florence geht aber nicht in die Mathematik anders als Ada Lovelace. Sie arbeitet als Krankenpflegerin und der Beruf der Krankenpflegerin oder des Pflegers generell wird damals als sehr minderwertig angesehen. Damals ist es so, dass vor allem so Ordensschwestern und tatsächlich auch unausgebildete Menschen in der Krankenpflege gearbeitet haben.
Es war so mehr so ein Job, den irgendwie jeder anstellt. In Anführungsstrichen, aber wo man so gesagt hat, ja, da sind die, die irgendwie wenig Geld haben, die keine Ausbildung haben, weil ist ja nur in Anführungsstrichen Pflege und es hatte tatsächlich auch so den Ruf, dass es so eher diebische Menschen, alkoholabhängige Menschen gemacht haben.
Also ja, alles nichts von dem Pflegeberuf, den man heute so vor Augen hat, wo ja engagierte, gut ausgebildete, aufgeräumte Menschen das Ganze machen. Das war eben damals ja noch eine ganz andere, noch ein ganz anderes Setting. Aber sie interessiert sich eben damals schon sehr für die Pflege. Ja, so richtig, einfach wirklich aus Interesse.
Und ihr könnt euch aber bestimmt vorstellen, das ist jetzt nichts, was die Familie von Florence so besonders gut findet, denn das ist ja eine Familie, die viel Ansehen hat, wo es ein bisschen auch um einen gewissen Ruf geht. Und das ist jetzt nichts, was die sich eigentlich für ihre Tochter wünschen.
Aber Florence weiß ganz genau, dass ihr das Spaß macht, dass sie da irgendwie mehr drüber wissen möchte. Und deshalb macht sie eine Ausbildung zur Krankenpflegerin. Damals gab es vor allem gut ausgebildete Ärzte. Aber die Pflege, ja, das war was, was so da war. Aber so ein richtiges Konzept gab es dafür, für diesen Beruf noch überhaupt.
Und entsprechend war die Pflege von kranken Menschen auch eher schlecht und ja, ihre Ausbildung war halt jetzt nicht so strukturiert, wie die Ausbildung heute ist, gar kein Vergleich. Ja, oder es gab gar keine Ausbilder, es war mehr so eine, lauf mal mit und dann machst du das irgendwie selber oder nach Gefühl halt. Learning by looking.
Genau, ja. Learning by looking und dann doing. Ja, allein so die Begrifflichkeiten damals, die verwendet wurden, also Krankenhäuser, wie wir sie jetzt heute kennen, wurden damals als Siechenhäuser bezeichnet. Gut, vielleicht ist das jetzt unsere heutige Wahrnehmung, aber es ging mehr so um ein, interpretiere ich jetzt, kontrolliertes Dahinsiechen als um echte Pflege.
Damit es wieder irgendwie bergauf geht. Und ja, da kann man sich schon vorstellen, dass eine Familie mit einer Tochter, die auch noch sehr intelligent ist und gute Bildung genossen hat, jetzt nicht unbedingt vorstellen möchte, dass die da in so einem Beruf arbeiten soll. Und das 19. Jahrhundert heißt deshalb aber auch, das Jahrhundert der Medizin, weil es da eben super viel Fortschritt in der Diagnostik und Therapie gibt, eben auch wegen Florence, die ja das Ganze ziemlich revolutioniert hat.
Dazu erzählen wir euch gleich dann mehr. Genau. Wir wollen euch auch erzählen, was Florence jetzt angetrieben hat. Denn sie erfährt jetzt vom Leiden der britischen Soldaten während des Krimkriegs. Die Bedingungen in diesen Lagern der Soldaten, die waren damals extrem schlecht. Und nicht nur die Verletzungen durch den Krieg machen, den Soldaten dann zu schaffen.
Dadurch, dass es da in diesen Lagern einfach super beengt ist und ja auch nicht hygienisch oder so, bereiten sich da auch Infektionskrankheiten ganz schnell aus. Zum Beispiel Typhus und Cholera. Und es fehlt einfach an allem. Also wirklich auch an so ... Ganz essentiellen Dingen wie Verbandsmaterial, dass man da irgendwas versorgen könnte.
Die Nahrung fehlt, Kleidung. Ja, und Hygiene, genau, ist eben eigentlich gar nicht vorhanden. Ja, fürchterlich. Also klar ist es natürlich eine Ausnahmesituation. Während Kriegszeiten sind einfach sehr viele Menschen sehr schwer verletzt, aber es gibt trotzdem irgendwie noch Luft nach oben, aber keiner hat da so ein Konzept dahinter.
Und Florence gehen diese Bilder der Lager überhaupt nicht mehr aus dem Kopf und deswegen beschließt sie kurzerhand, ich muss da jetzt hin und ich muss etwas tun. Sie reist also wirklich ins Kriegsgebiet und organisiert die Pflege in einem der britischen Lazarette komplett neu. Sie ordert Ausrüstung, Verpflegung und kümmert sich bis spät nachts um ihre Patienten. Also sie bringt da so richtig Linie rein, könnte man sagen.
Ja, Linie mit ganz viel Engagement. Also sie verbessert da die Lage in diesen Lagern durch ihr Engagement sehr und kann auch wirklich dazu beitragen, dass sich die Zustände verbessern. Und dadurch passiert was ganz Seltsames, denn auf der einen Seite wird sie dafür sehr gefeiert. Also sie wird fast wie zu so einer Art Heiligen idealisiert und zwar zum einen von den Soldaten, die natürlich extrem dankbar dafür sind, aber auch von der Presse, die das irgendwie mitbekommen und darüber berichten und ja, so, es wird eigentlich gut gesprochen über sie in der Öffentlichkeit, aber dann gibt es auch noch eine andere Seite und zwar so eine Seite, die das sieht und aber das…
eher wie so einen Vorschlag sieht, ja, so könnte man es auch machen, aber finden wir nicht gut. Also sie eigentlich so ihre Ideen da jetzt komplett ablehnen und einmal dürft ihr raten, von wem. Diese Ablehnung kam natürlich von den Militärärzten, denn die sehen Florence Ideen jetzt als einen Eingriff.
Ein Einmischen in ihren Fachbereich und das geht mal gar nicht. Vielleicht empfinden sie das auch als einen Eingriff in ihr Ego? Ja, vielleicht auch nicht auszuschließen. Vielleicht nicht ganz weit hergeholt. Ist so ein bisschen die alte Leier. Person A, wir was bewegen. Person B, nö. Haben wir immer schon so gemacht. Wollen wir irgendwie nicht.
Wir könnten echt ein richtiges Lied darüber singen. Wir haben es ja mal hier zusammengefasst. Oft ist es so, die Personen, die was bewegen wollen, sind sehr jung oder nicht vom Fach oder sie sind Frauen. Also diese drei Sachen, da sagen dann die quasi Alteingesessenen, das kann ja nicht, die Person ist ja noch total jung oder sie ist doch eine Frau und hat ja gar keine Ausbildung.
Also anstatt sich mal anzugucken, was sich durch ihre Arbeit verbessert hat, wird das da alles sehr kritisch beäugt und sogar abgelehnt oder blockiert. Cool. Ja, leider gar nicht cool. Aber ich finde das so gesehen ... Mich nerven diese Geschichten genauso wie dich und für uns alle wahrscheinlich, weil diese Muster, die sind natürlich nicht nur Muster, die es so in der Geschichte gibt, sondern gibt es immer noch.
Ja, stimmt. Ja, genau. Wir kennen es wahrscheinlich alle aus dem Alltag, aber gerade darum möchten wir euch halt diese Geschichten erzählen, damit man so merkt, selbst Leute, die heute so berühmt sind, dass Podcast-Folgen bei dir gemacht werden, die hatten diese Struggles und ja, es lohnt sich da durchzubeißen.
Aber gucken wir mal, wie es jetzt bei Florence weitergeht. Tatsächlich ist es jetzt so, dass durch die bessere Pflege, die Florence vorgeschlagen hat und die sie ja auch da jetzt managt in den Lazaretten, wirklich wesentlich weniger Soldaten sterben als vorher. Und deshalb müssen alle anerkennen, okay, das, was Florence da macht, das ist nicht.
Eine gute Sache, wir müssen das respektieren. Und deswegen darf sie die Sache jetzt voll in die Hand nehmen. Aber Florence hat ihre Ansätze nicht nur ihrer gefühlten Wahrnehmung überlassen, sie hat sie auch systematisch gesammelt und ausgewertet. Und die Schriften darüber, die heißen Nightingale-System.
Und darin beschreibt sie im Grunde, ja, genau das, was fehlt. Es ist so ein Ausbildungsmodell, das eine Ausbildung von Berufsanfängern vor allem durch erfahrene Pflegekräfte jetzt vorsieht. Und damit gilt das System als Gründungsschrift der heutigen Pflegetheorie. Ja, also sie steckt da ganz viel Erfahrung rein, aber eben nicht nur, sondern sie geht das Ganze so sehr wissenschaftlich an. Also das ist wirklich das Besondere.
Eine ähnliche Geschichte, die wir hier auch schon erzählt haben, wo am Anfang das Ganze so blockiert wurde, war ja von Ignaz Semmelweis, der quasi sich dafür eingesetzt hat, dass mehr Hygiene in die Entbindungsstationen kommt. Und da war es ja auch so, dass die Ärzte gesagt haben, der wirft uns jetzt hier vor, dass wir mit unseren Händen hier unsere Patientinnen umbringen.
Ich glaube nicht. Und dann stellte sich heraus, dass er natürlich völlig recht hatte und dass bei den Frauen, bei den Hebammen viel weniger Frauen, die entbunden haben, gestorben sind. Ganz krasse... Krasse, krasse Folge, fand ich. Das kann man hier auch nochmal verlinken. Ja, aber sie setzt sich dadurch eben mit sehr viel Sachverstand und diese Theorien, die sie da jetzt aufstellt, bringt sie tatsächlich dann halt in die Praxis, in die Lager unter anderem im Krimkrieg mit ein.
Und weil sie dann nachts bei ihren Kontrollgängen die Patienten immer mit so einer Lampe in der Hand besucht, wird Florence dann später als Lady with the Lamb, also Dame mit der Lampe, bezeichnet. Klingt echt so ein bisschen nach einer Heiligen, aber ich finde dieses, gerade Frauen, es ist ein total süßes Film, ich wollte gerade was Negatives sagen, dieses Frauen so als Heilige anzugehen, ist ja auch so ein Mittel, um denen quasi abzuerkennen, dass sie zum Beispiel auch Geld für eine Sache verdienen sollten.
Also es ist dieses so, ach die engagieren sich ja, weil sie so selbstlos sind und so oder ja dieses Überstilisieren von Menschen ist ja generell irgendwie sehr gefährlich, das wurde ihr eben lange, lange, lange Zeit, war sie eben dann nur so diese heilige, die, nicht so als die Wissenschaftlerin gesehen wurde, weil man es halt von Frauen damals eben noch nicht so kannte.
Und das hat sie immer sehr abgelehnt. Sie wollte eben die Wissenschaftlerin sein, die sie ja auch war. Aber ja, häufig wurde sie dann so eben, ja, wie so mäßig mit Heiligenschein, ne? Lady with the lamp. Wobei, klar, ich bin bei dir, es ist irgendwie eine schöne Bezeichnung, aber es geht so sehr in dieses Setting Heiligenschein.
Wie dieses, da musste ich auch schon die ganze Zeit dran denken, dieses Klatschen für die Pflege, während der Corona-Pandemie. Was ja dann leider auch nicht zu mehr Geld geführt hat. Wobei ich die Geste, ich weiß nicht, vielleicht mache ich mich da jetzt unbeliebt mit dieser Meinung, fand ich toll, irgendwie diese Anerkennung.
Das wurde dann, fand ich, auch so ein bisschen in den Dreck gezogen. Das war nicht schade. Aber ja, man sollte klatschen und sich für höhere Gehälter einsetzen. So kann man das, glaube ich, festhalten. Aber genau, klar, klatschen zahlt keine Miete, genauso wenig wie dass eine Person als Heilige bezeichnet wird.
Ja, es geht in eine ähnliche Richtung. Ja, also wie geht es bei Florence jetzt weiter? Also tatsächlich ist sie selber dann gar nicht mehr an dieser eigentlichen Pflege der Verwundeten beteiligt, sondern, Wird vielmehr sowas wie die übergeordnete Leiterin des gesamten Pflegebetriebs. Und leider, als sie dann zurückkehrt aus dem Krimkrieg, sie war ja richtig da mit in den Lazaretten an der Front, ist sie selber chronisch krank und führt dann eher ein zurückgezogenes Leben.
Aber sie schreibt weiter an ihren Pflegetheorien und nimmt so immer noch Einfluss auf mehrere Gesundheitsreformen. Sie gilt zum Beispiel als Erfinderin des Polar Area Diagramms. Das ist ein Kreisdiagramm mit unterschiedlichen Radiuslängen, das sie vor allem zur Darstellung zyklischer Vorgänge nutzt. Und sie hat zum Beispiel auch viel mit Fragebögen gearbeitet, die sie in Krankenhäusern verteilt, um da einfach belegen zu können, welche Missstände es da gibt.
Also sie geht auch da wissenschaftliche Wege. Ja, ja. Also wie gesagt, es ist nicht nur das Gefühlte, sondern sie versucht das Ganze auch statistisch auszuwerten, weil sie ja eben auch dieses mathematische Verständnis mitbringt. Da kommt das gut zusammen. Und sie gründet eine eigene Pflegeschule, in der PflegerInnen ausgebildet werden.
Krankenhäuser aus allen britischen Regionen fordern dann bald darauf Absolventen von dieser Pflegeschule an, die dann wiederum das Pflegesystem an der eigenen Einrichtung reformieren sollen und bei denen dann wieder eine Ausbildung einführen sollen. Also wie so eine Art Schneeballsystem breitet sich da dann das Nightingale Nursing über den gesamten Commonwealth aus, also nicht nur in Großbritannien selbst, sondern auch darüber hinaus.
Und noch immer ist tatsächlich im angelsächsischen Raum der Pflegeberufs ein sehr anspruchsvoller und die PflegerInnen haben nochmal sehr viel komplexere Aufgaben und tragen mehr Verantwortung als hier bei uns. Auch dadurch, dass sie eben diese Nightingale-Nursing-Theorien und diese Pflegeschule da aufgebaut hat.
Also das halt bis heute nach, das finde ich ganz toll. Ja, und spannend ist auch, wie es zu der Zeit dann damals in Deutschland war, denn da war die Pflege total lange noch immer was, was von Ordensschwestern geleitet wurde und ja, dann auch deshalb oft so ein bisschen als ein Akt der Nächstenliebe gilt.
Ja, das ist das, muss ich mal sagen. Ja, genau das. Und Florence entwickelt das halt zu einem richtigen Fachberuf, zu einem Pflegeberuf, zu einem hochprofessionellen, anerkannten Berufsfeld weiter. Das ist so cool. Aber deshalb gibt es bei uns auch immer noch diese Bezeichnung Schwester. Also das kommt daher, dass das damals halt die Pflege oft von Ordensfrauen gemacht wurde.
Aber Florence sieht die Pflege schon damals viel ganzheitlicher, also dass es auch ums psychische Wohlbefinden geht. Ihr habt das gemerkt bei diesen Fragebögen, da hat sie wirklich nach Missständen gefragt. Sie wollte nicht nur gucken, dass es um die Heilung der Patientin geht, darum kümmert sich ja die Pflege, aber dass auch jemand mal guckt, wie geht es dann den Menschen in den Pflegeberufen.
Und dazu passt auch ein ganz berühmter Satz von ihr. Sie hat nämlich mal gesagt. Ärzte beschäftigen sich mit Krankheiten, Krankenschwestern beschäftigen sich mit Menschen. Das ist der Grundstein für eine neue Philosophie der Krankenpflege, die sie damals anstößt. Ja, also dass nicht nur quasi so die Medizin per se auch wichtig ist, sondern auch die klassische Pflege, das für Menschen da sein und das drumherum auch irgendwie, also das war ein Teil ihrer Theorien.
Ja, finde ich ganz spannend und sie hatte da auf jeden Fall einen sehr, sehr geradlinigen Weg, wie sie da an ihr Ziel gekommen ist und hat, wie gesagt, sehr viel verändert, ja, was wir heute noch wollen. Haben und wovon wir heute noch profitieren. So, und jetzt bin ich dir ja noch eine Antwort schuldig. Ach ja, oh mein Gott, jetzt warst du spannend, ich hab's was vergessen.
Erzähl, wir sind ganz oft. Warum hat Florence mir quasi auch das Leben geschenkt? Wahrscheinlich denkst du jetzt sonst was. Ich hab sie nie getroffen, aber sie war tatsächlich damals mal im Düsseldorf zu Besuch für einige Wochen. Da hatte sich die neu gegründete Diakonische Krankenpflegeanstalt von Pfarrer Theodor Fliedner und seiner Frau angeschaut.
Ist das ein Krankenhaus? Ja, warte. Deshalb gibt es ein Krankenhaus in Düsseldorf, das Florence-Nightingale-Krankenhaus und da bin ich geboren worden. Das ist schön. Das ist schön, oder? Das heißt, sie hat mir quasi das Leben geschenkt. Wie krass. Oh, wie schön. Weil wir hatten hier, glaube ich, schon öfter mal, haben wir über Menschen gesprochen, nach denen eine Schule benannt ist oder so.
Und dann haben auch sich Leute danach gemeldet und gesagt, ach krass, ich wusste gar nicht so ganz genau, was die Person vorher gemacht hat und warum meine Schule so heißt. Aber das Krankenhaus, in dem du geboren wurdest. Und das klingt so lustig, also ich fand das immer schon, wenn meine Mutter das gesagt hat, irgendwie Florence Nightingale Krankenhaus. Das ist ein cooler Name.
Das klingt so, okay, was ist das denn für ein internationales Krankenhaus? Stimmt. Oder, weil sonst haben die ja häufig in Deutschland auch Namen von irgendwelchen Ordensschlössern oder irgendwelchen, ne. Stimmt, St. Augusta oder so. Genau, sowas irgendwie, St. Marienkrankenhaus, Luisenhospital, irgendwie sowas.
Ja, und das ist das Florence-Nightinger-Krankenhaus und da beginnt quasi meine Geschichte. Hey, guck mal, wenn deine Mama das damals gewusst hätte, dass du eines Tages dann so einen Podcast aufnimmst und über sie sprichst. Also Leute, guckt mal nach, wo ihr so geboren wurdet, vielleicht gibt es irgendeine Verbindung zum Heute.
Schickt uns Namen, wo ihr immer schon mal wissen wolltet, wer war das eigentlich? Ja, das auf jeden Fall. Okay, also das war die Geschichte vom ... Krankenhaus, in dem Luisa geboren wurde. Und von der Namensgeberin Florence Nightingale und der Geschichte der Pflege, wie wir sie heute kennen. Erzählt uns sehr gerne mal, ob ihr vielleicht auch in der Pflege arbeitet.
Oder Menschen kennt, die das tun. Da hat sich ja schon auch noch mal in den letzten Jahren ganz viel verändert. Und auch diese Ausbildung. Es kommt ja immer auch noch mehr dazu, mehr Verantwortung. Ich hoffe auch, ehrlich gesagt, dass das noch wächst. Weil viele Menschen in der Pflege können so viel mehr als das, was sie dürfen.
Ja, das stimmt. Ja, vor allem auch in Deutschland ist der Pflegeruf ja teilweise dann so immer noch sehr eingeschränkt, weil sie einfach nicht. Quasi, genau, nicht dürfen, also gewisse Dinge nicht dürfen, das aber auf jeden Fall könnten und damit auch die Ärztinnen und Ärzte entlasten könnten, aber es ist einfach nicht erlaubt.
Also das begrenzt dann häufig auch so ein bisschen den Betrieb im Krankenhaus. Ja, teilt da gerne mal eure Erfahrungen und vielleicht auch Ideen, was sich ändern könnte. Oh ja, gerne. Vielleicht können wir da alle was uns von Florence abschneiden und einfach mal neu denken. Ich glaube, da ist sehr viel Potenzial da.
Können wir ja mal sammeln und spätestens am 12. Mai vielleicht noch mal drüber reden. Da ist nämlich der internationale Tag der Pflege und das ist der Geburtstag von Florence. Zufall? Ich glaube nicht. Nein, genau. Natürlich wurde dann eben nach Florence der Tag sozusagen wegen Florence Geburtstag zum Tag der Pflege quasi im Andenken auch an sie.
Ja, sehr schön. Merkt euch also bis zum 12. Mai unbedingt mal den Namen. Dann könnt ihr an dem Tag ihren Geburtstag und den Tag der Pflege feiern. Aber wir hören uns vorher wieder. Wir hören uns vorher wieder und zwar nächste Woche, Samstag, das ist ganz sicher, dann mit einem ganz, ganz neuen eigenen Thema.
Aber wie gesagt, wenn ihr bis dahin irgendwie auch nochmal Ideen habt, euer Kindergarten hat einen bestimmten Namen gehabt von jemandem, der irgendwie in der Wissenschaft tätig war oder eure Schule oder das Krankenhaus gegenüber oder wie auch immer. Dann schreibt uns sehr gerne vielleicht können wir da ja auch nochmal aufklären und auch ein bisschen eurer Geschichte nachgehen, das würde uns sehr freuen wie er uns erreicht, findet ihr in den Shownotes, einfach hier in der Folge auf dem Podcast klicken und dann auch schnell auf Abonnieren klicken ja genau, auf die Glocke und so weiter, ihr kennt das Spiel und da verlinken wir euch auch nochmal von Igna Semmelweis, verlinken wir euch auch nochmal die Folge und zu Ada Lovelace und so weiter,
könnt ihr nochmal gucken, Wer hier sonst noch so mitgemischt hat bei der Geschichte von Florence. Ja, wir hören uns nächste Woche wieder. Bis dahin, macht's euch schön und tschüss. Tschüss.