Behind Science

Veggie Wurst und Politik - Lieblingsfolge

Samstag, 7. Februar 2026 · 41 min

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Shownotes

Wir machen nach 150 Folgen eine Pause! Damit ihr trotzdem gut versorgt seid, haben wir Pausenprogramm für euch organisiert. Jeden Samstag gibt's eine persönliche Folgenempfehlung von uns. Heute geht's um Konrad Adenauer, der auch in diesem Jahr die 150 feiert, denn vor 150 Jahren wurde er geboren und war nicht nur als Politiker, sondern auch als Erfinder aktiv.

“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links (linktr.ee/behindscience), die gerade wichtig sind.

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Ihr Lieben, Marie und ich gönnen uns eine kleine Pause, aber ihr müsst natürlich nicht pausieren, denn wir haben unsere liebsten Folgen für euch eingeplant und weil wir hier neulich unsere 150. Folge gefeiert haben, feiern wir die 150 heute nochmal und zwar mit Konrad Adenauer. Er wäre in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden und deshalb steht vor allem in Köln vieles im Zeichen dieses Jubiläums, dieses 150-jährigen Jubiläums.

Man sieht das häufig auch in Schaufenstern, es gibt Veranstaltungen. Wenn euch das interessiert, dann könnt ihr euch bestimmt mal spannende Veranstaltungen zusammen googeln. Genießt jetzt aber erstmal nochmal diese Folge, damit ihr bei allen Themen rund um diesen Menschen, der Politiker und Erfinder war, deshalb sprechen wir über ihn, mitreden könnt.

Los geht's! Wir sprechen heute über Konrad Adenauer, Politiker und Erfinder, der unter anderem die Idee für eine Veggie-Wurst hatte. Behind Sons – Geschichten aus der Wissenschaft mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider Ja, also bekannter ist Konrad Adenauer natürlich als der erste Kanzler der Bundesrepublik, der die junge Bundesrepublik Deutschland aufgebaut, die Aussöhnung mit Frankreich erreicht, die Wirtschaft angekurbelt, die europäische Einigung vorangetrieben hat und die letzten Kriegsgefangenen aus Russland heimgebracht hat.

Aber es gibt auch Patentdokumente, die belegen, dass er sich als Erfinder betätigt hat. Und damit ist er natürlich auf jeden Fall ein Fall für Behind Science. Ein Fall für Behind Science. Den mussten wir uns auf jeden Fall herausgreifen. Und wir haben noch einen zweiten Bezug zu ihm, weshalb wir ihn hier unbedingt mal vorstellen wollten.

Er kommt nämlich aus Köln und da wohnen wir ja auch schon seit einigen Jahren, also wir sind quasi jetzt schon Kölner. Geboren wird er 1876 als drittes von insgesamt später fünf Kindern. Wer es genau wissen möchte, er wird in der Balduinstraße im Westen von Köln geboren. Und du, Marie, kanntest diese Straße ja auch direkt. Es ist so cool.

Das ist wirklich jetzt nicht nur... In der gleichen Stadt gewesen, sondern es ist fast immer in der Nachbarschaft. Also ich habe da so ein Ehrenamt, was ich genau in der Straße mache. Ich konnte es gar nicht fassen, als ich das gehört habe. Ich muss da jetzt auf jeden Fall noch mal beim nächsten Mal darauf achten, ob ich da irgendwelche Hinweise sehe, dass er da auch war.

Irgendwelche Hinweise. Ja, manchmal steht es doch dann so an den Häusern. Ja, ja, ja, total oft in Köln. Es gibt zum Beispiel ein Haus, das ist bei mir nicht ganz weit entfernt. Da hat Heinrich Böll gelebt. Und auch eins, da steht, hier ist eins Graf Zeppelin eingekehrt. Und das fand ich auch richtig spannend. Was auch immer eingekehrt bedeutet.

Da war wahrscheinlich irgendwie ein Hotel oder so. Und er ist dann da irgendwie untergekommen. Es stand dann ganz groß da drauf. Also irgendwie schön, wenn Menschen quasi so einen bleibenden Eindruck hinterlassen, dass so auf dem Haus vermerkt wird, dass die da mal waren. Das ist irgendwie besonders, finde ich. Und es gibt ja natürlich auch Menschen, nach denen werden ganze Straßen benannt und so.

Da gibt es natürlich auch echt Namen, die man dann in ganz Deutschland immer wieder findet. Ich würde sagen, Konrad Adenauer zählt definitiv auch dazu. Das Konrad-Adenauer-Ufer zum Beispiel. Das Ufer, genau, direkt am Rhein. Ja, dazu vielleicht ganz passend. Uns hat hier vor, ja, das ist jetzt schon einen Monat her bestimmt...

Letztes Jahr ist es auf jeden Fall gewesen, hat uns eine Mail erreicht von Florian, der ist super engagiert, was Straßennamen angeht und zwar hinterlegt er für Heidelberg bekannte Straßennamen, also sozusagen, wenn da Namen von irgendwelchen bekannten Leuten sind, dann hinterlegt er quasi die Namensherkunftsinformationen.

Ja, das ist so eine Open-Street-Map, wo er einfach einträgt, wenn eine Straße neu benannt wird. Und ihm war das, er hatte sich gemeldet nach der Folge mit Clara Immerwar. Zu der es scheinbar auch eine neue Straße jetzt gibt in Heidelberg. Sehr, sehr cool. Also ja, er nutzt da dieses Open-Street-Map, um quasi den Leuten Hintergrundinformationen zu den Straßen zu liefern.

Das ist ja mal sowas von ein cooles Hobby oder Ehrenamt oder wie man es nennen möchte. Also richtig engagiert. Und ihm ist halt auch aufgefallen, dass häufig die Straßen nach Männern benannt sind. Und deswegen freut es ihn dann, wenn quasi auch mal Frauen an die Reihe kommen und neue Straßen dann auch nach Frauen benannt werden. Das können wir natürlich auch nur unterstützen.

Aber ja. Und wenn es dann zu den Frauen oder wenn dann ja auch Infos bei uns gibt, ist natürlich doppelt herrlich. Doppelt und dreifach, ja. Also OpenStreetMap könnt ihr ja mal reinschauen. Vielleicht greift ihr dieses Hobby von Florian ja für eure Stadt oder euer Dorf oder euren Ort irgendwie auf. Finde ich richtig spannend. Also ja, Konrad Adenauer hat hier sehr seinen...

Footprint, seinen Fingerabdruck auf dieser Stadt hinterlassen. Es gibt bestimmt auch so. Auf jeden Fall, der hat direkt ein ganzes Ufer gekriegt. Es gibt bestimmt auch so Touren, so Konrad-Adenauer-Touren, wo man dann die ganzen Orte abklappern kann, wo er irgendwie aufgewachsen ist oder so. Könnte ich mir gut vorstellen.

Und das, obwohl er ja eher bescheiden und kleinbürgerlich aufwächst. Konrads Vater kommt aus dem Städtchen Adenau. Das liegt in der Nordeifel. Da war ich übrigens auch schon mal und habe diesen Zusammenhang gar nicht hergestellt. Wow, bist einfach Konrad Adenauer-Fangirl, glaube ich. Ohne, dass ich es wusste. Aber irgendwie scheinbar bin ich schon auf vielen seiner Spuren gewandelt.

Und da hat er sich, also sein Vater, hochgearbeitet durch viel Fleiß und Pflichtbewusstsein. Er macht Karriere als Beamter im mittleren Dienst in der Justizverwaltung und bringt es bis zum Kanzleirat, obwohl er selbst nie eine höhere Schule besucht hat. Also er arbeitet sich einfach durch Fleiß da hoch.

Ja, ja. Und dieses Pflichtbewusstsein gibt er wohl auch an seine Kinder weiter, natürlich dann auch an Konrad. Außerdem gibt er weiter, was wichtig ist oder was für ihn wichtig ist. Das sind Sparsamkeit, Ordnung und Strebsamkeit. Klingt jetzt nicht so nach der super verspielten Kindheit, aber ja, das waren halt die Tugenden, die ihn so weit gebracht haben.

Und deswegen gibt er die weiter. Die auch typisch waren, ne? Genau, typisch preußisch. Ja, also deswegen, das stand ganz oben auf der Tagesordnung. Und was auch wichtig ist im Hause Adenauer, eine gute Schulbildung. Die sparen sich die Eltern wirklich hart zusammen, aber das ist es ihnen wert. Und das ist so ein bisschen das Setting, in dem Konrad aufwächst hier mitten in Köln.

Ja, überragend in der Schule ist er nicht so. Er kommt immer so durch, aber fällt jetzt auch nicht besonders auf als Kind. Irgendwie einer, der da die besten Noten immer abliefert. Später fängt er dann eine Banklehre an, die er aber schon nach 14 Tagen abbricht. Also einfach nach zwei Wochen schon wieder aufhört. Weil sein Vater was anderes für ihn auftreibt.

Und zwar ergattert der Vater ein Stipendium für ein Studium. Und so kann Konrad Jura studieren. Das Studium schließt er in Bonn mit dem 1. Staatsexamen ab. Danach geht es für ihn ans Kölner Amtsgericht. Soweit vielleicht ein ganz klassischer juristischer Weg. Dann führen ihn aber ein paar Zufälle tiefer in die Politik.

Und da geht jetzt ein ganz neuer Zweig, so eine Wegabzweigung für ihn los. Denn eigentlich hatte er zur Politik bis dahin keinen Draht. Aber jetzt gerät er da eben rein. Und unter anderem lernt er Emma Weyer kennen. Und zwar ... Nicht jetzt in einem Sitzungssaal, sondern im Tennisclub. Und das wird ein entscheidender Ort. Und zwar heißt dieser Tennisclub, der hat einen sehr witzigen Namen, Pudelnass.

Das ist irgendwie typisch Kölscher-Name, finde ich. Ja, aber jetzt würde es da immer regnen. Ja, dann frage ich mich auch, woher das kommt. Genau, und diese Emma Weiher ist sehr, sehr wichtig, um ihn da sozusagen in die Politik reinzubringen. Denn Emmas Vater ist Direktor der Kölnischen Rückversicherungsgesellschaft und mütterlicherseits ist sie mit der höchst angesehenen Patrizia-Familie der Wallraffs verwandt.

Also da wirklich die Kontakte in die allerbesten Kreise, da hat er eine gute Partie gelandet. Da sind jetzt Kontakte da zu den Einflussreichen der Stadt Kölns. Und dieser Tennisclub, in dem die beiden spielen, ist damals wohl ein bisschen so wie das Tinder von heute. Das heißt, da bleibt es jetzt nicht beim Tennisspielen. Vielleicht habt ihr es euch schon gedacht.

Wenn man sich im Pudelnass-Tennisclub verliebt, dann heiratet man meist auch. Also das war da so quasi das Tinder von damals. Genau, ja. Der Schlag fürs Leben. Ich kenne mich nicht mit Tennisvergriffen aus. Ja, und so geht es dann auch bei den beiden, Emma und Konrad. Sie machen irgendwann einen Ausflug zum Rolandsbogen gegenüber dem Siebengebirge.

Und da treffen sie dann die Entscheidung und verloben sich vom Pudelnass-Club zu einer Verlobung, zu einer Hochzeit. So sieht es aus. Ja, herrlich. Ja, und jetzt sind wir auch schon mittendrin. Also es kommt euch jetzt ja schon ein bisschen kitschig vor vielleicht. Und jetzt geht es weiter mit dem sogenannten Kölschen Klüngel.

Das ist, könnte man, wenn man es schön ausdrücken möchte, so ein Geben und Nehmen zwischen Kölnern findet auch Kölnern. Immer noch gerne in der Karnevalszeit statt, glaube ich. Also es ist schon ein Ding, da werden nicht nur Wohnungen unter der Hand weitergegeben. Aber vor allem Wohnungen, also Klüngel, das ist so ein Wort, ach, da bist du dran gekommen durch kölschen Klüngel, an diese Wohnung, das ist so ein Klassiker.

Ja, aber Kölscher Klüngel bedeutet auch oft Politik. Und in diesem Fall bei Konrad und Emma wird es jetzt spannend, denn Emmas Onkel Max Weyraff, Der wird ein paar Jahre, nachdem sie jetzt verheiratet sind, zum Oberbürgermeister gewählt und das wird Konrads Weg in die Kommunalpolitik. Emmas Onkel nimmt sich Konrad als engen Mitarbeiter zur Seite.

Konrad ist inzwischen der Sprung in die Stadtverwaltung gelungen und er wird dann relativ überraschend der erste Beigeordnete, bekommt also jetzt die Position direkt hinter dem Oberbürgermeister. Und da ist er schon auch selber noch ziemlich jung, was das Ganze für viele sehr überraschend macht. Also nicht, dass er da eh so aus dem Hut gezaubert wird, sondern dann ist er auch jetzt da noch so einer der Jüngeren in der Runde.

Aber die Fraktion steht geschlossen hinter ihm und er muss jetzt beweisen, was er drauf hat. Ja, also reicht jetzt natürlich nicht da als... So der junge Spund da in den Reihen zu stehen, sondern er muss jetzt irgendwie das unter Beweis stellen. Da gibt es auch einige Gelegenheiten für, wo er das unter Beweis stellen kann.

Es folgt nämlich eine sehr, sehr harte Zeit für die Stadt und für ganz Deutschland und umliegende Länder. Es folgt der Erste Weltkrieg und während des Ersten Weltkriegs ist Konrad tatsächlich für eine sehr, sehr wichtige Aufgabe verantwortlich und zwar die Lebensmittelversorgung. Das ist natürlich eine total schwierige Aufgabe, denn die Nahrungsmittel werden immer knapper, je länger der Kampf andauert.

Und Konrad will aber jetzt nicht nur den Mangel verwalten und quasi den Leuten da immer mehr abzwacken und gucken, dass das Wenige, was da ist, irgendwie gut aufgeteilt wird, sondern er will selbst dagegen etwas tun und da kommt es dann zu seiner ersten Erfindung. Also das ist wirklich so, was ihm sehr eigen ist.

Nimmt Missstände nicht einfach so hin, sondern versucht dann, da was draus zu machen. Das sieht man bei all seinen Erfindungen, dass er da immer versucht, noch was draus zu ziehen und was Neues zu entwickeln. Also eigentlich so wirklich klassischer Erfindergeist. Ja, das ist so ein bisschen wieder dieses Ding, das wir ja schon von vielen Erfindern kennen, dass sie in der Not total erfinderisch werden.

Also der Krieg ist oft ein treibender Faktor, aber oft ging es bei den Erfindungen, über die wir bis jetzt gesprochen haben, dann um Waffen, in diesem Fall nicht. Hier geht es um was ganz anderes und zwar die Versorgung mit Lebensmitteln. Das ist ja sein Aufgabenbereich, den er jetzt gekriegt hat und der Hunger ist ja sowieso auch, also auch selbst eine sehr, sehr tödliche Waffe in der Zeit.

Also das ist wirklich mit das Allertödlichste, was ganz viele da erleben und dagegen möchte Konrad angehen. Er entwickelt mit zwei Bekannten eine Art Notbrot. Denn Getreide ist sehr, sehr rar geworden in dem Krieg. Und selbst Ersatzstoffe wie Kartoffelmehl. Das konnte man am Anfang noch verwenden, sind jetzt aber knapp.

Und deshalb entwickeln sie ein Brot, das eine andere Basis hat, und zwar Mais. Und dafür beantragen sie auch ein Patent. Das wird jetzt das erste Patent von Konrad. Genau, nach dem Motto ... Brot macht erfinderisch, nicht Not macht erfinderisch. Ja, Not und Brot, ja. Ja, und von diesem Tag an ist Konrad also nicht nur Politiker, sondern auch Erfinder, weil er eben dieses Patent da anmeldet.

Das Geheimnis dieses Brotes ist es, den Mais erst zu schälen und zu trocknen. Und wenn dann noch so Grundsauer hinzugesetzt wird, was man ja jedem Brot als Triebmittel zusetzen muss, also diese Säure, Hermann kennt man ja auch. Ja, ja, der Hermann. Dann geht es. Hattet ihr früher auch einen? Teig auf.

Ich glaube jetzt so in meiner Familie nicht, aber ich weiß, dass das zum Beispiel unter meinen Kollegen oder Kolleginnen vor allem immer weitergegeben wird, dieser Herrmann, oder dass die dann auch im Urlaub ihre gegenseitig füttern und so. Und oft sind diese Herrmann, Hermanns, Herrmänner? Ansätze. Ja, auch so ein bisschen explodiert dann, wenn man die irgendwie nicht ordentlich gepflegt hat.

Also da erinnere ich mich auch dran, dass das irgendwie eine Rolle spielt. Ja, also für die, die es jetzt noch nie gehört haben, Herrmann, das ist quasi ein Ansatz für so einen Sauerteig. Genau, ganz wichtig, damit das Brot gut aufgeht. Ja, und jetzt überlegt er sich quasi da so dieses Rezept, wie das genau ablaufen kann.

Und wie gesagt, wichtig ist eben erst, den Mais zu schälen und zu trocknen. Das ist quasi das, was er jetzt auch da neu entwickelt. Und das ist dann ganz einfache Chemie, dass das Brot dann gut aufgeht und auch schmackhaft ist. und sozusagen mit wenigen und verfügbaren Nahrungsmitteln ein gutes Brot erzeugt.

Und dieses Adenauerbrot, wie es dann auch genannt wird, soll in modifizierter Form bis heute beziehungsweise wieder, also es wurde wieder aufgenommen, dieses Rezept, in bestimmten Kölner Bäckereien erhältlich sein. Ich weiß nicht, hast du es schon mal gesehen? Nee, das habe ich noch nie gesehen. Kann uns das bitte mal jemand schreiben?

Wenn ihr wisst, wo es das gibt, das würde ich ja gerne probieren. Auf jeden Fall. Es klingt auch eigentlich nicht schlecht. So mit Mais. Maisbrot. Kann man schon machen. Werden wir mal die Augen offen halten. Ist aber auch witzig, so ein Patent aufzugeben für so ein Brot. Aber ja super wichtig. Auch noch nicht. Nee, genau, das hatten wir ja noch nicht.

Wir hatten schon viel mit Lebensmitteln oder einige Sachen mit Lebensmitteln. Aber das ist so sehr konkret. Es ist ja einfach so quasi ein Rezept. Das ist ein Rezept und dieses Maisbrot ist auch nicht seine einzige Erfindung, mit der er die Lebensmittelnot im Krieg bekämpfen möchte. Da auch Fleisch Mangelware ist, setzt er jetzt auf einen gesunden Ersatz und zwar Sojabohnen.

Und damit könnte man ihn tatsächlich als den Erfinder der Veggie-Wurst bezeichnen. Konrad Adenauer, wer hätte das gedacht? Über seine Erfindungen schreibt er Folgendes an das Patentamt, passt auf. Der Zweck soll dadurch erreicht werden, dass dem Konsumenten das Pflanzeneiweiß gewissermaßen unter der Maske der Fleischnahrung gegeben wird, weil das Volk die Fleischnahrung kennt und liebt.

Dies lässt sich erreichen durch eine beliebte Form der Fleischnahrung durch die Wurst. Ja, das stimmt. Die Wurst ist wahrscheinlich in Deutschland sehr beliebt. Und deswegen wird es eben das Würstchen, was er da verändert. Ja, kennt man ja auch heute noch von vielen Veggie-Produkten, dass diese aussehen wie Fleischprodukte, damit irgendwie die Umstellung nicht so schwierig ist, damit das bekannt ist.

Also man könnte ja auch einfach irgendeinen Fladen jedes Mal daraus machen, aber dann isst das Auge nicht so gerne mit. Nee, genau, wenn das aussieht wie eine Mortadella oder so. Genau, Veggie-Salami, Veggie-Lachs gibt es ja sogar auch. Oder auch, das habe ich mal gesehen, Veggie-Hühnchen, wo das in so eine Hühnchenform gepresst wurde.

War nicht ein bisschen weird, aber gut. Und ja, mittlerweile komplett normal, aber als Conrad das Patent für seine Veggie-Wurst anmeldet, ist es ja 1915 und da steht man der Veggie-Wurst erst mal skeptisch gegenüber. Heute ja auch oft noch. Auch noch, also das stimmt. Letztlich wird entschieden, die Veggie-Wurst ist keine patentfähige Erfindung und es gibt wohl vor allem auch lebensmittelrechtliche Bedenken.

Also das hat jetzt nichts mit irgendwelchen Vorstellungen, wie eine Wurst aussehen soll oder zusammengesetzt sein soll zu tun, sondern irgendwie lebensmittelrechtlich ist das alles nicht ganz so unbedenklich, vermutet das Patentamt und deswegen wird das Patent erstmal abgelehnt. Echt bitter. Vielleicht noch ein kleiner Funfact. Es gibt ein Wahlplakat von Konrad, auf dem steht, keine Experimente.

Und damit meint er natürlich in dem Fall politische Experimente. Aber wenn man ihn jetzt so ein bisschen kennt, weiß man ja, eigentlich ist sein Hobby erfinden. Und da macht er schon gerne Experimente. Und er lässt sich deswegen auch auf keinen Fall entmutigen, dass das Patentamt ihn abgelehnt hat, sondern meldet seine Sojawurst einfach im Ausland an.

Also auch da ist er sehr erfinderisch und damit kommt er jetzt wirklich durch. Er bekommt ein Patent für seine Veggie-Wurst in Österreich. Dazu muss man wissen, die Sojawurst von Konrad Adenauer ist nicht komplett vegetarisch, sondern da ist schon auch Fleisch drin, aber es wird mit Soja vermischt, um das Fleisch haltbarer zu machen und um den Preis der Wurst zu senken und weil ja natürlich auch Fleisch einfach Mangelware war.

Und das geht aber erst aus der Patentbeschreibung dann genau hervor, was da jetzt eigentlich ganz genau drin ist. Es geht bei dem Patent vor allem um die Sojabohne als Lebensmittel, das Fleisch konserviert, ohne den Geschmack dabei zu verändern. Außerdem enthält die Sojabohne Eiweiß und wertet das Produkt damit also noch auf.

Es wird proteinreicher und wie genau der chemische Prozess dahinter ist, dass das jetzt haltbarer wird, das ist ihm nicht so ganz klar. Aber er gibt das auch einfach so in seinem Patent dann zu und gibt das so an. Und damit ist das für das Patentamt ja fein. Genau. Und für uns auch. Für uns auch. Also so ganz Veggie ist seine Veggie-Wurst dann irgendwie doch nicht.

Wie gesagt, das wird erst in diesem Patentschreiben so richtig klar. Wahrscheinlich hat er auch mit verschiedenen Sachen experimentiert. Und das war dann das Endprodukt. Aber ja, es ist kostensparend. Es macht länger haltbar. Es hat mehr Eiweiß. Also viele Vorteile, die da aus dieser, Fast Veggie-Wurst hervorgehen aus dieser Soja-Wurst.

Kurios ist dann tatsächlich, dass Konrad Adenauer das spezielle Verfahren dann auch noch in Großbritannien als Patent anmeldet. Und das noch während des Ersten Weltkriegs. Das ist deshalb kurios, weil Großbritannien ja für die Seeblockade verantwortlich ist, durch die diese Lebensmittelknappheit ja überhaupt erst entstanden ist, die Konrad mit seiner Erfindung lindern will.

Also er meldet das quasi beim Feind an. Aber umso schöner, dass die das annehmen. Ja, das wundert mich auch total. Und auch in Frankreich, einem weiteren Gegner, meldet er erfolgreich sein Patent für die Sojawurst an. Also das Patentamt war da wohl jetzt nicht so ... Politisch involviert, dass die sowas abgelehnt hätten. Ja, und er scheinbar auch nicht. Ja, das hat ihn dann nicht so interessiert. Genau, stimmt.

Ich glaube, also ich finde das ist so ein schönes Beispiel, wo man merkt, da steht seine Erfindung definitiv für ihn über der Politik. Ja, oder er trennt das. Es steht vielleicht nicht darüber, aber er trennt das einfach klar von ihm. Ja, er trennt es. In dem Moment ist er auf jeden Fall nicht so patriotisch, dass er sagt, ich kann das nur in Deutschland versuchen, sondern dann denkt er sich halt, ja gut, Gut, dann melde ich das halt in einem anderen Land an.

Ja, oder er will halt unbedingt, dass das in Deutschland verfügbar ist. Dann muss er ja diesen Weg wählen und das woanders anmelden. Also ja, man weiß es nicht so ganz genau, aber er kommt dann damit eben durch und das ist am Ende, was zählt. Ja, er kann es dann in die Welt bringen und auch in der Politik ist er aber erfolgreich.

Er wird jetzt nämlich Oberbürgermeister von Köln. Und damit steigt er wirklich zu einem sehr prominenten Politiker der Weimarer Republik auf, aber dem wird durch die Nationalsozialisten dann ein Ende gesetzt. Nach der Machtübernahme 1933 setzen sie Konrad Adenauer als Oberbürgermeister ab und zwischendurch inhaftieren sie ihn auch und stellen ihn politisch erstmal richtig kalt.

Also so vom Oberbürgermeister dann wieder komplett kaltgestellt. Genau, zu eigentlich jemandem, der arbeitslos dann in dem Moment war. Ja, geschichtlich ist diese Zeit eine absolute Tragödie. Also das ist natürlich allen klar. Konrad Adenauer ist jetzt, wie gesagt, so ein bisschen seiner... Er arbeitslos seinem Amt quasi beraubt und muss sich jetzt was Neues überlegen.

Das weckt in ihm tatsächlich so ein bisschen den neuen Erfindergeist. Ja, weil ihm diese intensive Arbeit jetzt genommen wurde, muss was an diesen Platz rücken und er nutzt jetzt alle Bereiche von Haus und Garten, die ihm zur Verfügung stehen, als Inspiration für seine Optimierungstüfteleien. Das ist immer sein Antrieb, also die Dinge zu optimieren, haben wir schon gesagt.

Und so beginnen ja wirklich meistens die besten Erfindungen. Ich muss da immer an Melitta denken, die den Kaffeefilter entwickelt hat. Sie sich dachte, ich habe keinen Bock mehr auf Brüte im Kaffee. Genau, keine Lust, dass das zwischen meinen Zähnen ist und sich schnell was überlegt hat, wie man da einen Filter einbauen kann.

Die Folge haben wir ziemlich am Anfang gemacht. Könnt ihr super gerne mal reinhören. Ja, und er möchte jetzt seiner Frau erstmal was Gutes tun. Das ist ein Antrieb von ihm. Und er findet ein beleuchtetes Stopfei zum Flicken von Löchern. Das möchte er ihr schenken. Gesagt, getan. Er entwickelt jetzt dieses Stopfei, das leuchtet. Und das auch mit Erfolg.

Also er hat jetzt da ein Ei, das mit Batterien leuchtet. Das heißt jetzt aber nicht einfach irgendwie leuchtendes Ei oder leuchtendes Stopfei oder sowas. sondern Einrichtung zur Ausbesserung von Geweben. Und ich finde, das klingt doch viel besser. Da denkt man doch, wow, da hat jemand richtig was Tolles erfunden. Klingt absolut dröge.

So richtiger Politikerbeamten-Sprech. Einrichtung zur Ausbesserung von Geweben. Vielleicht kam da auch der Jurist durch. Ja, ich glaube auch. Das kann ich mir auch vorstellen. Ja, und auch dieses Mal erhält er für diese Erfindung kein deutsches Patent. Denn es gibt tatsächlich schon eine ähnliche Anmeldung in den USA.

Also er war nicht der Allererste mit dieser Idee, ja kein Patent für Konrad, schade. Ich finde trotzdem dieses Stopfei, das klingt eigentlich... Ganz nett, ne? Mit diesem Lämpchen. Ja, voll süß. Vielleicht könnte man das noch zweckentfremden. Also ich finde die Erfindung trotzdem super. Emma wird sich bestimmt sehr gefreut haben darüber.

Und Konrad, der gibt ja nicht auf. Der hat ja immer noch ein bisschen Langeweile. Deswegen erfindet er einfach weiter Dinge. Und ehrlich gesagt, muss man aber auch sagen, ein bisschen merkt man die Langeweile seinen Erfindungen an. Ja, finde ich auch. Also der kommt halt so auf Ideen, auf die du kommst, wenn du mal so durchs Haus gehst oder durch deinen Garten.

Und da wirklich so rumstreifst und dich fragst, was könnte ich hier noch gebrauchen und eigentlich brauchst du aber nicht viel. Was kann ich hier noch erfinden, was kann ich optimieren, wo fehlt es gerade, was stört mich vielleicht irgendwie. Aber das sind da so Sachen, die so ein bisschen stören, die jetzt nicht essentiell sind.

Genau, es sind eher so schon echt so Kleinigkeiten. Ja, so wie man als Kind halt irgendwie so durch die Wohnung oder durchs Haus gelaufen ist. Lass mal noch ein paar Beispiele erzählen. Ja, wo kann ich mich beschäftigen. Er erfindet nämlich jetzt einen Toaster zum Beispiel mit einer Sichtscheibe, damit man sehen kann, wie das Brot geröstet wurde.

Finde ich eigentlich genial und fragt mich, warum es sowas nicht häufiger gibt. Gibt es bestimmt, aber nicht häufiger, also eigentlich praktisch, wenn man halt genau abpassen kann, wann das Toast fertig ist. Das würde schon sehr viel mehr Sinn machen, als jetzt zum Beispiel ein gläserner Wasserkocher.

Also ich meine, was siehst du da, außer dass das Wasser kocht? Ja, stimmt. Wobei, das sieht einfach schön aus, ne? Naja, aber auch nur bei den ersten zwei Malen und bei dem dritten Mal ist ja alles verkalkt. Ja, okay, in Köln zumindest. Ja. In Köln ist es direkt verkalkt. Hier geht es schneller. Auf jeden Fall. Aber ich meine, man hat ja auch einen Ofen mit einer Scheibe.

Warum nicht dann auch einen Toaster mit einer Scheibe, ne? Das stimmt schon. Also eigentlich genial, aber ja, so richtig nützlich ist das jetzt auch nicht. Dann erfindet er zum Beispiel auch noch eine Zeitschaltuhr für seine Nachttischlampe. Finde ich jetzt auch nicht schlecht, sowas gibt es ja mittlerweile irgendwie auch, aber… Das wäre heute ein Tageslichtwecker. Stimmt, ja.

So ungefähr. Ja, genau. Den hat er damals schon entwickelt. Aber ja, wir sind irgendwie weit entfernt von so… So überlebenswichtigen Sachen wie der Sojawurst oder dem Adenauerbrot oder so, weil er einfach ja nicht mehr in der Rolle ist, wo der Erfindergeist von ihm für solche Sachen gebraucht wird. Nee, und man merkt dann schon auch so ein bisschen, irgendwann ist er durch in seinem Haus, er hat dann echt so alle Ecken abgelaufen und dann gibt es halt noch die Gartenerfindungen, das ist auch nochmal so ein Kapitel für sich.

Wo man nicht so genau weiß, ja, okay, nett, aber vielleicht hätte man es auch nicht gebraucht. Also viel Zeit und Arbeit investiert er zum Beispiel in eine Elektrobürste zur Schädlingsbekämpfung. Er lässt sich dafür von der AEG extra Elektroden in eine Tapezierbürste einbauen, die zusätzlich dann eine giftige Lösung beinhalten soll.

Also da wird die reingetaucht und dann, ja, ich weiß nicht, soll die sich drehen oder so wahrscheinlich? Und damit will er Baumstämme und Sträucher bestreichen, die von Ungeziefer befallen sind. Und ja, hätte dank halt der Spannung von 1000 Volt, die diese Elektroden da jetzt reinbringen, mit Sicherheit auch gegen Schädlinge geholfen.

Aber wird halt auch dann recht gefährlich für die, die es benutzen. Also für den Gärtner selber. Und deshalb steht auf dem Produkt auch so als Sicherheitshinweis unter Umständen absolut tödlich. Das ist auch so krass. Sehr beruhigend. Ja, wirklich. Aber Hauptsache den Schädlingen den Kampf ansagen. Genau. Dafür nehme ich das in Kauf.

Ja, also das Reichspatentamt ist auch eher wieder so, äh, nette Idee, aber lass mal. Genau, nehmen also wieder auch diese Erfindung ab. Also so richtig erfolgreich ist sein Erfinder. Seine Tätigkeit als Erfinder dann irgendwie doch nicht. Ungefährlicher wird es jetzt ein bisschen bei der nächsten Erfindung, aber anscheinend auch nicht patentwürdig.

Das ist nämlich, ja, jetzt das nächste, was er im Garten erfindet, und zwar ist das ein aufklappbarer Aufsatz für eine Gießkanne. Er spricht da von einem ortsfesten Brausekopf, der das Gießen mit einem ungeteilten Strahl und mit Sprühregen ermöglicht und leicht gereinigt werden kann. Klingt irgendwie auch nicht so sinnlos, aber… Nee, das finde ich eigentlich ganz gut, ja.

Ja, aber irgendwie ist das auch nicht das Richtige. Auch dazu korrespondiert er ausführlich, aber wie gesagt, erfolglos mit dem Reichspatentamt. Also langsam alles schon so ein bisschen deprimierend, ne? Ja, aber deren Schriftverkehr hätte ich ja gerne mal gelesen. Wie er dann erklärt, warum man diesen Brausekopf jetzt unbedingt braucht, war bestimmt witzig.

Ja, auf jeden Fall. Und dann halt immer in diesem Beamtensprech irgendwie, die er gerade auch nochmal zitiert. Also ja, er hat irgendwie manchmal vielleicht schon so den richtigen Riecher, aber... Ja, es wird alles nicht so wirklich gebraucht und wahrscheinlich in Kriegszeiten auch vielleicht Sachen, die einfach nicht so wichtig waren.

Ich fände es ganz schön, wenn da mal was anderes als Waffen beim Patentamt durchgehen würden. Aber das dreht sich wahrscheinlich auch eher einfach alles so darum, wie dieser Krieg am besten irgendwie gewonnen werden kann. Ja, und es wird noch ein bisschen absurder. Es gab dann auch noch so eine Special Gartenhake, wo er auf die Rückseite den Kopf eines Fleischklopfers aufgeschweißt hat.

Also das war so eine Kombi aus Fleischklopfer und Gartenhake. Vielleicht hätte er auch lieber eine Veggie-Version davon gemacht. Seine Idee war, dass man damit größere Erdklumpen in Blumenbeeten zerkleinern kann. Und er tüftelt an einem verbesserten Mundstück auch noch für den Gartenschlauch. Nachdem es mit der Kanne nicht geklappt hat, versucht er jetzt sich am Schlauch.

Also es mangelt ihm wirklich nicht an den Ideen, aber durchsetzen kann sich davon keine mehr. Ihr könnt, wenn ihr noch mehr Ideen von Konrad Adenauer sehen wollt, auch mal ins Adenauer Museum in Röhndorf. Da gibt es wirklich wohl einige von diesen Erfindungen. Aber, ja. Die haben sich halt alle nicht so durchgesetzt. Wobei dieses Ding mit der Gartenhake, es gibt ja schon so, wie nennt man das, so Kombi-Unkraut-Arken.

Mit so verschiedenen Haken. Wahrscheinlich gab es viele Sachen auch schon oder auch schon in Besser, die er dann sozusagen noch mal erfunden hat. Und die sich deswegen dann beim Patentamt nicht durchgesetzt haben. Also ja, diese Gartenhake, da kann ich auch noch mal ein Foto raussuchen. Die kann man sich auch angucken. Das sieht jetzt nicht so sinnlos aus oder so.

Aber wenn schon was Ähnliches da ist, dann braucht es halt keine neue Erfindung. Ja, er ist auch an den wirklich wichtigen Problemen dran, das tatsächlich auch. Zum Beispiel macht er sich Gedanken darüber, wie man die Staubentwicklung beim Autofahren reduzieren könnte. Also auch das ist was, worüber er sich Gedanken macht, war offenbar auch irgendwie umweltbewusst.

Und er ist ein Riesenautofan und tüftelt etwa an einer verbesserten Federung, einer Abblendungsscheibe für Pkw-Fahrer oder an einer Lenzschutzbrille für Fußgänger, um quasi diese Staubentwicklung da zu reduzieren oder zumindest die Folgen für Fußgänger und Fußgängerinnen nicht ganz so schlimm werden zu lassen.

Stell dir mal vor, wir hätten alle so eine Schutzbrille auf. Ja, wo ich mir auch so denke, ernsthaft, jetzt müssen die Fußgänger hier sich schützen. Können wir nicht quasi da ansetzen, wo der Staub erzeugt wird? Ich gehe nur noch mit Skibrille aus dem Haus. Ja, genau. Wahrscheinlich wäre eher eine Atemmaske besser als eine Schutzbrille. Ja, ich glaube auch.

Aber auch die Sicherheit ist ihm zum Beispiel wichtig, denn er erfindet eine Vorrichtung zur Verhinderung des Überfahrenwerdens durch Straßenbahnwagen. Also quasi, wo Straßenbahnen anhalten, soll jetzt eine Vorrichtung gebaut werden. Dabei soll es sich wohl um so rotierende Walzen gehandelt haben, die unaufmerksame Fußgänger einfach aus dem Weg gefegt hätten.

Das ist, weiß ich jetzt nicht, was gefährlicher ist. Ja, ich finde, das klingt so, ja, wirklich gefährlich. Ich will doch nicht von so einer Walze da umgefegt werden. Also auch nicht von der Straßenbahn, aber auch die Walze jetzt die angenehmere Variante ist. Vielleicht angenehmer dann schon, aber es ist halt so, okay, stell dir mal vor, du stehst dann da, bist irgendwie unaufmerksam, es kommt gar keine Bahn und wirst trotzdem quasi schon zur Seite gefegt.

Also ja, auch alles irgendwie gute Gedanken. Es gibt ja auch in einigen Ländern so, in Paris zum Beispiel oder ich glaube generell in vielen französischen Städten, gibt es ja so Absperrungen, die dann automatisch runtergehen und erst aufgehen, wenn da eine Bahn einfährt. Das ist ja was anderes. Das piept ja auch vorher.

Genau, ja, ja. Und ich weiß nicht, ob das zugehen würde, wenn du da drin stehst. Ja. Wobei die französischen Bahnen sind echt krass teilweise. Ich hatte da mal den Rucksack draußen, während ich schon drin war und die Tür ist einfach zugegangen. Und dann ist dein Rucksack quasi, hing draußen dran. Die ganze Fahrt.

Da dachte ich auch so, es kann doch jetzt nicht sein, dass sowas nicht stoppt. Krass, das ist heftig. Aber ja, das sind alles irgendwie so ein bisschen, ehrlicherweise, ohne jetzt das despektierlich klingen lassen zu wollen, so Quatscherfindungen, könnte man fast sagen. Ja, aber eine, vielleicht können wir noch erwähnen, die hat auch mit Autos zu tun.

Und das ist schon eine große Erfindung und die fälschlicherweise immer eher jemand anderem zugeschrieben wird. Und zwar geht es da um die Erfindung der Autobahn. Da hält sich hartnäckig die Legende, dass die Autobahn von Adolf Hitler erfunden wurde. Dabei ist die Konzeption dieser fernen Straßen eine Errungenschaft der Weimarer Republik.

Und es ist niemand anderes als unser Konrad Adenauer, der am 6. August 1932 als Kölner Oberbürgermeister die erste Autobahn, die heutige A555, eröffnet. Konrad spricht über das Konzept der Autobahn als Straßen der Zukunft, als er die eröffnet. Und damit hat er natürlich auch recht. Es sind schon die Straßen der Zukunft geworden.

Ob wir sie alle brauchen und wollen, können wir jetzt mal überlegen. Vielleicht erfindet da noch mal jemand eine Alternative oder so. Aber klar, der Verkehr muss irgendwie geregelt werden. Und da sind so lange Fernverkehrsstraßen einfach natürlich perfekt. Also Erfunden und Erfindung bei Autobahnen jetzt immer in dicken Anführungsstrichen, weil so richtig die Erfindung von einer Person ist das natürlich nicht.

Aber es gibt eben ja diese Legende, die sich ganz hartnäckig hält. Deswegen hier vielleicht noch mal wichtig zu erwähnen, dass das natürlich nicht so war und dass da eher noch Konrad Adenauer seine Finger mit im Spiel hatte. Er hat sie eröffnet. Aber noch mal eine kurze Frage. Vielleicht kann uns das jemand anders hier beantworten. Warum nennt man die erste Autobahn A555?

Oh Gott, da gibt es bestimmt jetzt irgendeine peinlich einfache ... Eine Erklärung für die, die ich wissen. Wahrscheinlich, Leute, ich bin offen dafür. Ich lerne gerne von euch. Ja, also schickt uns das total gerne. Ich bin ja sowieso, was so das Straßennetz angeht, weil ich noch nie selber ein Auto besessen habe, bin ich komplett lost.

Es gibt ja auch ein totales System dahinter, welche von Norden nach Süden, Westen nach Osten führen und dann mit den speziellen Bezeichnungen und so weiter, also da ist es nicht so gut. Wird es ein System hintergeben, da bin ich mir ziemlich sicher. Da hat sich wahrscheinlich auch jemand ausgedacht. Also ich bin perfekt, was U-Bahn-Netze angeht oder irgendwelche ICE-Verbindungen durch ganz Deutschland.

Aber Straßennetze, da bin ich auch aus. Da sprechen die Stadtkinder aus uns, das ist ganz klar. Naja, jedenfalls, nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes hat Konrad Adenauer dann tatsächlich keine Zeit mehr für neue Erfindungen. Er kehrt wieder zurück in die Politik, obwohl er schon im Rentenalter ist.

Und 1945 wird er dann vorübergehend nochmal Oberbürgermeister in Köln, später dann Präsident des Parlamentarischen Rats und schließlich der erste Kanzler der neuen Westdeutschen Republik. Und auch mit dem Patentamt söhnt er sich dann am Ende noch aus und gratuliert diesem in seiner Funktion als Bundeskanzler zur Wiedereröffnung 1949, obwohl die ja viele seiner oder alle seiner Patente abgelehnt haben.

Das Patentamt ist damals die erste obere Bundesbehörde der Bundesrepublik, die ihre Arbeit wieder aufnimmt, einen Grund zu feiern und das feiert er damals ganz besonders und betont auch, dass das Patentamt in dieser Zeit wichtiger ist als je zuvor und er nimmt es ihnen offenbar nicht krumm, dass sie so viele seiner Ideen abgelehnt haben.

Für seine rund 40 Erfindungen wurde ihm nur ein einziges Patent und zwar das auf das Maisbrot gewährt. Die anderen wurden alle abgelehnt, aber er ist da nicht nachtragend. Ja, er weiß eben, dass Fortschritt nur entstehen kann, wenn Menschen gut Ideen auch umsetzen können. Und dieser Fortschritt ist damals natürlich unheimlich wichtig.

Als Konrad nach 14 Jahren als Bundeskanzler im Alter von 87 Jahren 1963 ist das endgültig in den Ruhestand geht, flammt seine Erfinderlust aber nicht wieder auf. Vielleicht ist sein Hirn in dem Moment schon... Hat ja schon alle Ideen gelebt, könnte ich mir vorstellen. Zumindest sind aus dieser Zeit keine weiteren Ideen bekannt.

Vielleicht hat er sie dann auch einfach nur für sich zu Hause gebastelt oder so. Ja, oder er hatte dann einfach auch andere Sachen zu tun, die an diese Stelle gerückt sind. Ja, ein wilder Ritt durch die Erfindungen und das Leben von Konrad Adenauer. Vielleicht begegnet euch ja mal im Alltag etwas, woran ihr unbedingt mal tüfteln möchtet. Vielleicht ist Konrad Adenauer da eine Inspiration für euch, weil ihr da irgendwie noch so Verbesserungspotenzial seht.

Ein bisschen ist das ja so Höhle der Löwen-Style, wo auch Leute kommen, die sagen, ich habe hier ein Problem festgestellt und habe da jetzt einfach mal was erfunden. Also eigentlich schon richtig cool, wenn Leute sowas einfach mal anpacken, finde ich. Ich bewundere das schon sehr. Ja. Ich finde, es klingt auch alles, also diese Produkte, die wir jetzt aufgezählt haben oder einige der Erfindungen, klingen so ein bisschen wie die Sachen, die man so bei Chibo kaufen kann.

Ja, stimmt. Also gibt es auch manchmal so ganz verrückte, lustige Erfindungen, die man im Alltag brauchen kann, ja, von denen man natürlich nicht wusste, dass man sie braucht. Genau. Dann sind die doch ziemlich praktisch, dass man sagt, ja, doch, ich brauche so einen gläsernen Toaster, ich brauche das.

Stimmt, der hätte da safe stehen können, in so einem Schieboregal, auf jeden Fall. Oder so spezielle Haken für irgendwelche, für so ein Event oder so, wo man da mal denkt, ja doch, das ist es, das ist genau das, was drauf ist. Das ist total praktisch, denkt man dann immer, ne? Ja. Ich kann dir auch stundenlang vorstellen vom Schieboregal. Ja, lustig.

Ja, ihr könnt uns auch gerne eure Ideen sagen, wenn ihr damit nicht durchkommt beim Patentamt. Schickt sie uns mal, dann können wir uns hier darüber unterhalten, wie wir die so finden. Oder lassen hier Community-Schwarmwissen walten. Ja, und jetzt wünschen wir euch natürlich, dass ihr erst mal durch auch die aufregende Wahlkampfzeit kommt.

Mit dieser Politikergeschichte im Hinterkopf ist das vielleicht ein ganz guter Anfang. Und natürlich, Wahlkampfzeit bedeutet auch noch mal für uns, ist es der Moment, an euch zu appellieren und zu sagen, geht auf jeden Fall wählen. Ja, das ist uns ein wichtiges Anliegen. Nutzt eure Stimme. Wir haben hier in dieser Geschichte einmal mehr gehört, was passiert, wenn man nicht mehr seine Stimme nutzen kann, was dann mit Menschen in politischen Positionen passiert und generell mit Menschen.

Und mit uns allen. Wäre uns ein Anliegen. Ja, und wir haben aber noch was in dieser aufregenden, aufwühlenden Zeit, wo ihr euch auf jeden Fall drauf freuen könnt und zwar auf den Mittwoch, denn Mittwoch ist bei uns ja immer Snackzeit. Wir haben eine kleine Erfindung für euch zwischendurch. Die wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Also am Mittwoch, da hören wir uns schon wieder gar nicht mehr so lange, bis wir uns hier schon wieder bei euch in die Ohren schleichen. Bis dann.

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