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Shownotes
Sie denken, sie haben einen Schatz gefunden, dabei ist es eine der gefährlichsten Substanzen, die sie hätten finden können. Wann werden die zwei Schrotthändler bemerken, dass sie eine gesamte brasilianische Region in Gefahr bringen? Nie. Nur eine bemerkt es... und das, obwohl sie gar keine Ahnung von Wissenschaft hat. Macht euch gefasst auf eine gruselige und leider reale Geschichte.
“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links (linktr.ee/behindscience), die gerade wichtig sind.
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Schönen Zeit Samstag, also heute, das ist ein richtig schön eisiger Samstag. Oh ja, eisig schneiger, schneebedeckter Samstag. Sogar in Köln lag diese Woche Schnee, das ist so verrückt. Das ist wirklich. Liegen geblieben. Also ich habe eine richtig tolle Beobachtung gemacht, wo ich so dachte, das sind auch Stadtkinder im Schnee.
Denn ich war hier in der Nachbarschaft in so einem Park und da waren ganz viele Kinder, die an so einem Hang, also Hang ist auch übertrieben, aber so gerodelt sind. Und dann gab es aber auch zwei, das waren richtig coole, ich möchte sagen Boys, weil die hatten so einen E-Scooter. Der eine ist gefahren und der andere saß hinten dran auf einem Bob.
Und so sind sie durch den Park gefahren, gekrustet. Schlau, das ist wirklich Stadtkind Peak quasi. Ja, wie lustig. Schneepeak. Das war vor, Ich glaube vor zwei Jahren, da hat es auch schon mal so viel geregnet. Geregnet, geschneit. Oh mein Gott. Geschneit und ist auch liegen geblieben in Köln. Wirklich anderthalb Wochen, zwei Wochen war der perfekte Rodelschnee.
Und dann sind wir auch in so einen Park gegangen und haben uns dann auch sogar von Leuten irgendwie einen Schlitten mal kurz für den Hügel geliehen. Und dann sind einfach Leute auf Backblechen diesen Hügel runtergerudelt. Da dachte ich auch so, wow, das ist so ein Stadtding. Weil natürlich haben nicht alle, ich war eh überrascht, wie viele Leute dann doch einen Schlitten noch irgendwie so im Keller rumliegen haben.
So für Jahre, weil wann braucht man den mal? Außer man fährt irgendwie in den Schnee. Und dann sind die halt wirklich auf Backblechen runtergerollt. Und das war nicht das Schlechteste. Also das war wirklich schnell. Cool. Das macht dann bestimmt auch so, presst den Schnee so richtig und dann wird es so richtig schnell. Ja, so eine richtig glatte Oberfläche.
Und man wird ja auch sofort wieder Kind, ne? Total, ja. Also in meinem Fahrradkörbchen zum Beispiel lag auch so ein paar Zentimeter Schnee. Und dann habe ich, als ich zum Fahrrad gegangen bin, einfach ein Smiley reingemalt. Also einfach für mich. Das war so, warum habe ich das gerade gemacht? Aber schön, er lacht mich an.
Irgendwie richtig schön. Ich genieße es auch sehr. Ich finde es richtig toll. Die Welt steht irgendwie so ein bisschen still, wenn es scheint. Total, das Licht sieht ganz anders aus und so. Das ist schön. Hoffen wir, es bleibt noch ein bisschen. Ja, wäre ich auch okay mit, auf jeden Fall. und wir hoffen natürlich, ihr habt es jetzt aber so richtig schön muckelig für diese Folge oder ihr macht einen richtig langen Schneespaziergang und nehmt uns dabei mit.
Wir kriegen ja auch immer wieder Nachrichten von euch, dass ihr zwischendurch auch mal so ein bisschen im Rückstand seid mit den Folgen. Das ist gar kein Problem. Macht doch nichts. Hört einfach ein paar am Stück oder hört sie, wann euch danach ist. Diese Folgen sind zeitlos. Ihr könnt sie jederzeit hören.
Ja, ja, muckelig machen oder ja, damit irgendwie einen Schneespaziergang unternehmen oder so, das ist doch ein gutes Setting. Ja. Heute geht es um eine Geschichte, in der eine Frau unfreiwillig zur Entdeckerin wird. Ich glaube, das hatten wir auch noch nicht. Also quasi die Entdeckerin ist zu ihr gekommen, so die Entdeckung.
Es ist eine sehr spannende und auch tragische Geschichte, die zeigt, wir sollten alle bereit sein, jederzeit ganz genau hinzugucken, weil uns Wissenschaft in jedem Moment umgibt und manchmal ungeahnt gefährlich werden kann. Also es ist wirklich so eine kleine True-Crime-Geschichte, könnte man sagen. Wir sprechen heute über Maria Gabriela Ferreira und die Entdeckung des Guiania-Unfalls.
Behind Science – Geschichten aus der Wissenschaft Mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider, Ja, die Geschichte, die wir euch heute erzählen, ist wirklich eine Tragödie und, Man kann sie ziemlich genau nacherzählen. Und zwar spielt sie oder beginnt sie am 13. September 1987 in Guiania, einer Stadt, die zentral in Brasilien liegt.
Wir denken uns also heute mal so 38 Jahre zurück. Und die Geschichte beginnt mit zwei jugendlichen Männern, die Müllsammler sind. Wagner Parera und Roberto Alves. Sie sind befreundet und sie wollen an diesem Abend zusammen in der Stadt unterwegs sein und mal gucken, was sie so sammeln können. Und Wagner ist da 19 Jahre alt, Roberto wahrscheinlich ähnlich alt.
Sie sammeln sonst meist so Altpapier, aber heute sind sie auf dem Weg zu einer besonderen Ruine. Es ist die Ruine Instituto Goiano. Wir hoffen, dass wir hier das alles richtig aussprechen, weil ich versuche es nochmal. Instituto Goiânio de Radiotherapia. Also der Klinik für Strahlentherapie. Boah, hier stehe ich wirklich ein bisschen auf dem Schlauch, weil ich es portugiesisch gar nicht im Ohr habe. Das ist mal nicht französisch.
Ein bisschen reindenken. Ja genau, französisch ist auch einfacher. Und diese Strahlentherapie, diese Klinik für Strahlentherapie ist damals seit mehreren Jahren schon leer. Also da ist nichts mehr drin, da passiert nichts mehr. Das Grundstück gehört dem Bundesstaat, aber die alte Klinik steht noch. Mittlerweile unbewacht, sodass Wagner und Roberto sich mit einer Schubkarre in der alten Ruine auf die Suche nach Altenetail machen.
Ich kriege direkt Gänsehaut. Ich finde, so eine leerstehende Klinik hat nochmal was deutlich Gruseligeres als ohnehin schon leerstehende Gebäude. Weil, ich weiß nicht, irgendwie hat man direkt Horrorszenarien im Kopf. Wie heizt das noch, wenn man in diese Ruinenhäuser geht? Lost Place? Ja, genau. Alleine, also das wäre gar nichts für mich.
Ja, eben für mich auch nicht. Null. Die Sachen, die man da eventuell findet oder die Menschen, denen man da vielleicht begegnet oder geistert oder was auch immer. Die würde ich wirklich nicht suchen. Lieber im tiefsten Wald unterwegs oder im tiefsten Dschungel als in so verlassenen Orten, die von Menschen gemacht sind.
Ich weiß auch nicht, dass es ganz Unheimliches ist. Ja, sie suchen aber da halt irgendwie wertvolle Sachen, Altmetall, irgendwas, was sie halt irgendwie noch verkaufen können. Also gehen da jetzt erstmal wirklich mit diesem Gedanken hin. Ja, also die zwei sind nicht auf Geistersuche, sondern sie sind eigentlich wirklich auf Schatzsuche, so könnte man es vielleicht sagen.
Und tatsächlich werden sie jetzt etwas finden, das sehr, sehr spannend aussieht. Und zwar öffnen sie eine Panzertür, die ist echt auch richtig schwer und dahinter steht ein Gerät. Und wenn so ein Gerät hinter einer Panzertür steht und das Gerät an sich auch nochmal groß und schwer ist, dann muss das ja irgendwas Wertvolles sein. Und es ist aber so...
Dass sie es jetzt auch nicht in ihre Schubkarre bekommen. Und deswegen brechen sie das auf und gucken, ob da vielleicht einfach da drin noch was ist, was wertvoll ist. Vielleicht ist das ja ein Safe oder so, keine Ahnung, irgendein Tresor. Ja, und tatsächlich entdecken sie jetzt in diesem schweren Gerät noch mal was Spannendes.
Und zwar so einen glänzenden Stahlzylinder. Der ist in sich auch noch mal so einen halben Meter dick vom Durchmesser. wiegt mehr als 100 Kilo. Und sie haben irgendwie das Gefühl, vom Gefühl her ist das quasi ein Goldschatz. Ja, wenn man sich das auch vorstellt. Da war wahrscheinlich alles heruntergekommen und dann glänzt einem da auf einmal so was entgegen. Also ich verstehe es schon.
Ja, die zwei sind total aufgeregt und bringen diesen glänzenden Klotz jetzt mit Ach und Krach nach Hause, laden den in diese Schubkarre und bringen den jetzt zu Roberto ins Haus. Vielen Dank. Die sind wirklich total hyped. Also ich verstehe es auch, es ist ja wirklich wie so eine Schatzsuche und da haben sie jetzt tatsächlich den Schatz entdeckt.
Aber dabei bemerken sie überhaupt nicht, dass sie gerade wirklich was Verheerendes getan haben, was sie und vielleicht sogar bald die ganze Stadt bedrohen wird. Denn das Gerät, das sie geöffnet haben, war ein altes Strahlentherapiegerät und dieser silberne Zylinder war hoch radioaktiv. Und ausgerechnet dieses radioaktive Teil haben sie jetzt bei sich zu Hause.
Also wirklich der allerletzte Ort, wo man das haben möchte. Es ist so krass, diese Vorstellung. In meiner Vorstellung glüht es auch so gelb, so neongelb, grün-gelb. Aber es ist natürlich nicht so. Hätten sie vielleicht gemerkt, ob es da was faul ist. So, und jetzt schlagen sie zu Hause weiter darauf rum.
Kann man sich vorstellen, dass es auch nicht die beste Idee ist. In der Hoffnung, dass sich da was Wertvolles drin befindet und sie das irgendwie rausbekommen. Und das machen sie über mehrere Tage. und gleichzeitig geht es ihnen von Tag zu Tag schlechter. Komisch. Sie kommen Durchfall, sie müssen sich übergeben und die Hand von Wagner schwillt so ganz komisch an.
Jetzt rufen sie einen Arzt, der aber in der geschwollenen Hand nur eine Allergie sieht. Also auch schwer sich vorzustellen, was das sein könnte, wenn man nicht genau weiß, wo es herkommt. Also mühen sie sich weiter an dem silbernen Zylinder ab, machen weiter und gehen so ein bisschen über ihre Leiden, die sie da bekommen haben, hinweg.
Ja, wenn das auch vielleicht nur eine Allergie ist, machen sie sich jetzt erst mal keine weiteren Gedanken und gucken, ob sie vielleicht nicht doch diese Kapsel jetzt noch öffnen können. Und das versuchen sie über fünf Tage lang. Es klappt einfach nicht, sodass die zwei beschließen, okay. Wir haben jetzt alles versucht, was wir konnten. Wir bringen das jetzt zu einem professionellen Schrotthändler.
Und deswegen nehmen sie diese Kapsel, packen die wieder ein in ihre Schubkarre, wickeln die noch in so einen alten Teppich. Weil ist ja ein Schatz, sollte wahrscheinlich auch nicht jeder sehen, dass sie das da jetzt durch die Stadt transportieren. Dass das der Nachbar sieht, ja. Genau. Und gehen zum Schrotthändler Dever Alves Ferreira.
Und da bekommen sie für diese Kapsel jetzt noch umgerechnet 25 Dollar. Die zwei sind happy. Sie sind ihren Zylinder losgeworden, haben noch ein bisschen Geld damit gemacht und dieses radioaktive Teil, was sie ja nicht wissen, aber wir wissen, ist jetzt in den nächsten Haushalt eingezogen. Ja, es ist wie so ein böser Geist, der irgendwie so die Runde macht.
Der wandert. Ja, Zylinder, ja. Und der Schrotthändler hat es einige Wochen dann, also diesen Zylinder dann wohl in seiner Garage liegen, bis er eines Nachts wach wird, rausgeht und bemerkt, dass plötzlich so ein, Zitat, hübsches blaues Licht aus seiner Garage kommt. Da haben wir dein Licht. Ja, er guckt jetzt, woher das kommt und ist total verblüfft, denn das Licht kommt aus einem kleinen Loch, das Wagner und Roberto in den Zylinder gebohrt haben.
Das ist wirklich, wenn man nicht weiß, was da passiert, denkt man sich wirklich, wow, das muss so ein Erlebnis gewesen sein. Ja, und das muss jetzt wirklich bedeuten, so schließt der Schrotthändler daraus, dass da wirklich was Wertvolles drin ist. oder vielleicht sogar was Übernatürliches. Man kann es ihm nicht verdenken, dass da erst mal dieses Gefühl aufkommt, dass da was drin sein muss, was man unbedingt rausholen muss.
Genau, der dachte wahrscheinlich auch, gehst du nachts mal eben raus, weil du nicht schlafen kannst, schnappst frische Luft und dann leuchtet das da in deiner Garage. Ja, ja. Also das ist ja wirklich, das kann man sich halt nicht vorstellen. Er ist auch genau wie die anderen zwei vorher total aufgeregt und lässt den Zylinder jetzt professionell aufbrechen. Er hat da nochmal andere Connections.
Und da kommt jetzt was zum Vorschein, was dann noch faszinierender ist. Und zwar ein Stein, der, wenn man ihn berührt, zerfällt zu einem Pulver. Und dieses Pulver ist fluoreszierend, also es leuchtet. Und dieser Schrotthändler ist jetzt natürlich total aus dem Häuschen vor Begeisterung und überlegt sich, okay, also das Erste, was ich jetzt damit mache, ist, ich lasse aus diesem Stein jetzt einen Ring für meine Frau machen.
Und seine Frau ist die Protagonistin unserer heutigen Folge, und zwar Maria. Hier kommt Maria ins Spiel in diesem Moment. und was sie noch nicht weiß, sie ist nicht nur Protagonistin dieser Geschichte, sondern... Wenn du Teil dieser Geschichte bist, bist du immer auch ein bisschen Opfer dieser Geschichte. Sie ist nicht nur Heldin, sondern auch Opfer.
Ja, das können wir schon sagen. So gruselig und gleichzeitig so faszinierend. Und ich finde, es klingt einfach wie ausgedacht, diese Geschichte. Leider nicht. Also wie so, ich weiß auch nicht, ich musste irgendwie an Harry Potter denken und diese drei Brüder. Stimmt, der Stein der Weisen. Genau, es ist irgendwie ganz, kriege ich wirklich eine Gänsehaut.
Ja und was jetzt die beiden erstmal nicht ahnen, so Maria und ihr Mann, dieser leuchtende Stein ist ein Block von Cäsium 137, also ein radioaktives Isotop und zwar genau das gleiche, das ein Jahr vorher im Kraftwerk Tschernobyl in die Umwelt gelangt war. Also das Isotop der Tschernobyl-Katastrophe. Und ja, wie daraus schon hervorgeht, es war eine Katastrophe. Richtig.
Alles im Umkreis von Kilometern ja zerstört. Und das Isotop liegt jetzt bei den Ferreras einfach so in der Garage, wie man einfach so, weiß nicht, alte Schuhe oder ein Fahrrad in der Garage stehen hat. Sie haben das Gefühl, es ist wirklich ein Wunderstein, weil er so leuchtet und laden direkt alle Nachbarn und Freunde und Familie ein, um ihnen diese Entdeckung des Jahres vorzuführen.
Ich kann es so gut verstehen. Es ist ja wirklich wie so ein Stein, so ein Mondstein oder so weiß ich nicht, ein dauerleuchtendes Glühwürmchen. Also man kann es sich einfach nicht vorstellen, dass es... Das muss was richtig Faszinierendes gewesen sein. Ja, und er war ja Schrotthändler. Das war wahrscheinlich das Krasseste, was er da jemand in der Garage hatte. Ja.
Und dann für 25 Dollar ersteigert war er wahrscheinlich noch ein richtiger Schnapper gefühlt. Genau, ein Jackpot. Ja. Absoluter Jackpot. Alle sind beeindruckt, die da jetzt zu Besuch kommen. Und das Pulver ist auch einfach total interessant, denn das glitzert tagsüber schon, das kann man schon sehen. Und wenn es dann dunkel ist, dann leuchtet es.
Und deswegen nehmen das alle in die Hand, die schminken sich richtig damit, die bemalen ihren Körper damit, als wäre das so Bodypaint, also ein Bruder von einem Schrotthändler, der malt sich zum Beispiel so ein Kreuz auf den Körper, also weil es wirklich auch so, das ist sowas... Das ist irgendwie total unvorstellbar. Und die benutzen das wie so ein Glitzerpulver.
Also wirklich so, wie wenn du dich vielleicht sonst an Karneval mit so Glitzer einpuderst, machen die das so nicht in Pulver. Die dann leuchten, wenn man in so einem Neonlicht steht. Wie so bei Schwarzlicht. Ja, richtig. Völlig ungefährlich sind. Also sie gehen richtig großzügig damit um. Und sie verschenken auch kleine Splitter davon an Gäste, die zu Besuch kommen.
Geben denen das mit für zu Hause. Und die Leute stellen sich das als Deko zu Hause auf. Und unter anderem macht das auch Ivo. Ivo ist ein Schwager von Maria. Und der stellt das bei sich zu Hause als Deko auf den Esstisch. Ja, es ist wirklich wie so ein Rausch, ne? Ein Rausch von diesem leuchtenden Stein.
Ja, auf jeden Fall an diesem Tisch, wo jetzt dieser kleine Splitter aufgestellt wird als Deko, sitzt auch Ivos Tochter Leide, die den Stein zum Spielen in die Hand nimmt. Das klingt alles so absurd, wenn man weiß, was es gerade ist. Was es ist so. Denkt man sich so, nein, die müssen nicht in die Hand nehmen. Ja, lass es fallen, ja.
Und das wird wirklich noch verheerende Folgen haben, aber das Cäsium gelangt auch unbemerkt in neue Haushalte, weil es am Körpern kleben bleibt, an allem, was ein bisschen feucht ist und so nehmen alle, die bei den Ferreras zu Besuch sind, ein bisschen von diesem gefährlichen Staub mit nach Hause und darüber hinaus wieder in andere Haushalte zurück.
Ein weiterer Bruder ist zum Beispiel Busfahrer und so kommen die Partikel zum Beispiel in öffentliche Busse. Das sind ja winzig kleine Partikel. Irgendwann sieht man die ja dann gar nicht mehr und andere Mitarbeiter nehmen diese Partikel dann wieder mit in ihre Heimatstätte. Ein Teil der Kapsel wird auch verkauft und wandert da noch weiter.
Also es wird richtig chaotisch in diesen Stein, der ja jetzt nicht mehr gebunden als so ein Stein ist, sondern eigentlich sich quasi im Umkreis von mehreren Kilometern verteilt. Also richtig verheerend. Ja, also alles wird echt kontaminiert. Und ich finde, jetzt drängt sich so total die Frage auf, bemerkt denn niemand, dass dieses Zeug radioaktiv ist? Ja.
Und der muss dann sagen, doch nicht. Eine. Und diese eine ist Maria, also die Frau des Schrottplatzbetreibers. Auch sie bekommt nämlich diese Symptome, die ja da mehrere bekommen haben. Sie hat Durchfall, ihr wird übel. Eigentlich genauso wie Wagner und Roberto das auch ja ganz am Anfang schon hatten.
Und deswegen geht sie auch wie die beiden zum Arzt. Sie geht ins Krankenhaus, lässt sich durchchecken und bekommt auch die Diagnose, ja, muss eine Allergie sein. Also, weil es kommt auch irgendwie zu Haarausfall, zu so Juckreiz und es wird einfach nicht erkannt. Das passt alles, ja, zum Allergie einfach. Ja, genau. Und dann überlegt sie, okay, von was könnte ich denn jetzt hier eine Allergie haben?
Ja, ihr fällt dann so ein Softdrink ein, den sie getrunken hatte. Und dann lässt sie halt direkt eine Probe davon untersuchen. Aber die ist total unauffällig. Was ich aber an sich schon eine gute Idee fand, dass sie sie untersuchen lassen. Ja, sie geht dem schon noch mal genauer nach. Und schließlich wird es für sie dann immer klarer, es muss etwas mit diesem leuchtenden Stein zu tun haben.
Sie packt ein Stück in eine Tüte, setzt sich in den Bus und fährt wieder ins Krankenhaus. Und dieses Mal fragt sie nicht, sondern spricht ihre Vermutung aus. Also genau, sie stellt nicht die Frage, sondern sie sagt, So, ich habe hier eine Ahnung. Und zwar sagt sie, dieses Zeug tötet meine Familie. Uff, richtig krass. Geht mal einen richtigen Schauer irgendwie.
Ja, es ist ein Satz, der geht einem, glaube ich, auch nicht mehr aus dem Kopf, wenn man ihn hört. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie das so richtig über den Flur gerufen hat oder so. In meiner Forschung hält sie so diese Tüte hoch und schreit das so einmal über den Flur, damit alle checken, es ist hier kein Spaß.
Ja, und weil sie jetzt auch diese Gewissheit auf einmal erlangt hat, glaube ich. Für sie ist das auf einmal ganz klar und sie spürt, sie muss da jetzt irgendwas machen, auch wenn sie selber ja überhaupt gar keine Wissenschaftlerin ist oder so. Sie hat mit Chemie gar nichts zu tun, aber irgendwas sagt ihr, da ist jetzt gerade was, es muss was mit diesem Stein zu tun haben.
Irgendeine Intuition, genau. Und das Krankenhaus hat aber kein Strahlenmessgerät und deswegen können sie erst am nächsten Tag dann zusammen mit einem Physiker gucken, was jetzt mit diesem Stein los sein könnte mit diesem Stück. Und das krasse ist, bevor der Physiker überhaupt mit seinem Gerät im Krankenhaus ankommt, schlägt das Gerät schon aus.
Und er denkt dann erst, okay, das Gerät ist kaputt, scheiße. Und dann bemerkt er, nee, warte mal, wenn das jetzt nicht kaputt ist, dann ist aber hier, ich sag das jetzt mal in meinen Worten, die Kacke am Dampfen. Ja. Die Lage ist ernst. Ja, die ist sowas von ernst und das bemerkt er zum Glück Gerade noch rechtzeitig, denn die Feuerwehr ist eigentlich schon gerade kurz davor, den Stein im Fluss zu entsorgen und das wäre ja die nächste Katastrophe gewesen.
Und deswegen, also zum Glück bemerkt er das noch, sagt, okay, stopp mal, hier ist jetzt, wir machen Großalarm und das ganze Krankenhaus wird jetzt evakuiert, wobei die Katastrophe natürlich schon viel, viel größer ist. Das wird nach und nach sichtbar, das Ausmaß dieser Katastrophe. Ganze Viertel werden abgesperrt, hunderte Menschen evakuiert.
Es ist super schwierig, die Strahlungsherde zu finden, weil die Messtrupps nur notdürftig ausgestattet sind, die Kontamination dadurch selbst weiter verbreiten und langsam richtig Panik aufkommt. Es ist wirklich wie so ein hoch ansteckendes Virus oder irgendwie eine andere, also es ist ganz schrecklich.
Und eine Mutter spült zum Beispiel ein Stück die Toilette runter, den Reflex kann ich auch total gut verstehen, weil man ja so denkt, ne, zack, weg damit. Ja. Sodass die ganze Kanalisation aber dann verseucht ist. Und auf dem Schrottplatz von Maria und ihrem Mann wird eine Strahlendosis von 1000 Rem pro Stunde gemessen.
Zulässig waren 5 Rem pro Jahr. Also es ist unglaublich. Und dann kommt sozusagen die Schlagzeile. Und zwar sagt die Internationale Atomenergieorganisation, dieser Unfall sei schlimm. Schlimmer als Tschernobyl. Ja. Das ist richtig krass. Ich finde es so heftig, weil bei Tschernobyl war das ja so mit so einem Big Bang quasi.
Genau, und da ging es von einem Kraftwerk aus. Hier hat sich das so langsam reingeschlichen, so in die... Ja. Das ist so ein widerliches Gefühl, finde ich, was diese Geschichte hinterlässt. Oh, das ist grauenhaft. Ja, und wie willst du das jetzt auch... Jemals überblicken können. Also es werden dann so Messstellen im Stadion errichtet, damit die Leute da hingehen können und sich untersuchen lassen können.
Häuser werden komplett abgerissen. Es wird angefangen, Erde abzutragen. Also dieser ganze Ort wird komplett wie so rundum erneuert wird. Und am schlimmsten ist natürlich, dass es so viele Menschen betrifft. Rund 250 Menschen müssen unter Quarantäne, weil sie so schwer bestrahlt sind. Und dann gibt es irgendwann auch die erste Tote.
Und das ist jetzt besonders schlimm, weil die erste Tote ist ausgerechnet Leide. Ihr erinnert euch vielleicht, dass sechs Jahre alte Mädchen die Nichte von Maria, denn also die da am Tisch mit diesem Deko-Stück von dem Stein gespielt hatte, von dem Hochradioaktiven. Und sie hatte wirklich eine Strahlendosis von 3000 Rem.
Also nochmal krasser als in der Garage oder auf dem Schrottplatz von Maria und ihrem Mann. Eigentlich wäre schon ein Sechstel von so einer Dosis, von so einer Menge für Menschen tödlich, also heftig. Und die zweite, die dann stirbt, ist Maria. Ja, und zwar nur wenige Stunden nach leider. Das ist so, so furchtbar.
Ich habe wirklich im ganzen Körper ganze Haut. Ich glaube, es ist jetzt nicht das erste Mal, dass bei uns die Person, die wir vorstellen, an ihrer Entdeckung oder im Zusammenhang mit ihrer Forschung oder sowas stirbt, aber irgendwie, ich finde es so, es ist so ungerecht und furchtbar und... Ja, gerade natürlich, dass dieses kleine Kind sterben muss, weil da einfach unachtsam mit diesem Produkt umgegangen wurde. Das ist grauenhaft.
Ja, auf der anderen Seite ist es natürlich auch gut, dass Maria das dann so klar ausgesprochen hat. Ja, absolut. Sie ist voll die Heldin. Die Heldin, ja. Es ist echt eine ganz gruselige Vorstellung. Wisst ihr auch, warum sie definitiv auch ein Opfer in dieser Geschichte ist? Ja. Und bis heute gibt es viele Menschen in Goyania, die wirklich noch vererbte Schäden auch haben, wo es ja dann Missbildungen gab.
Also zum Beispiel einem von diesen beiden, die ganz am Anfang das gefunden hatten in der Ruine, da musste auch ein Arm amputiert werden und so. Also ja, das wirkt sich wirklich auf die gesamte Region aus. Und was auch sich sehr eingeprägt hat, ist diese Panik. Also irgendwann war, könntest du euch echt so vorstellen, ganz Brasilien in Panik.
Und das hat natürlich auch die Bevölkerung total geprägt. Also niemand möchte jetzt oder wollte mehr Reisende aus Guiania haben, wollte irgendwas von dort einkaufen, irgendwelche Güter. Ja, das hat natürlich zu krassen Existenzverlusten geführt. Und dann finde ich noch so ein krasses Beispiel, als Leide beerdigt wurde.
Da gab es Demonstrationen, weil die Leute, ja sie waren natürlich sauer, aber jetzt nicht auf Leide, aber sie hatten auch einfach Angst, weil, und das ist so schlimm. Leide war ja kontaminiert. Und wenn sie da jetzt beerdigt wurde, dann bedeutet das eben auch, ihr verstreiter Körper wird da beerdigt.
So grauenhaft. Sie wurde schon ummauert mit einer 700 Kilogramm schweren Wand aus Blei und Beton. Und zwar nicht, damit sie geschützt ist, sondern damit alle anderen im Ort geschützt sind. Aber trotzdem gab es eben die Demonstranten, die auch wohl wirklich so Steine dann auf den Leichenwagen geworfen haben, als sie auf den Friedhof gefahren wurde.
Also richtig gruselige Zähne. Ja, ganz, ganz, ganz schlimm irgendwie. Vor allem, weil ich ja gerade gesagt habe, es ist wie so ein ganz ansteckendes Virus. Aber da ist es ja zumindest so, dass das meistens nicht mehr ansteckend ist, wenn die Person unter der Erde liegt. Aber da war es ja weiterhin diese Strahlung, weil das ja auch einfach diese unsichtbare Gefahr ist.
Und du nicht weißt, wo ist das, was kann ich tun? Du kannst ja eigentlich nichts tun. Das ist einfach grauenhaft. Du kannst ja natürlich den Ort verlassen, aber dann nimmst du es ja eventuell mit. Es gibt ja eigentlich kein Entkommen. Also wie so ein unsichtbares Gefängnis um diese Menschen herum. Oh mein Gott. Wir haben selten so gruselige Geschichten hier, muss ich sagen. Ja, finde ich auch. Das beschäftigt mich auf jeden Fall, glaube ich, noch eine Weile, diese Geschichte.
Und wäre aber, und so viel muss man wirklich noch mal sagen, definitiv noch schlimmer geendet, wenn Maria nicht eingeschritten wäre, so klar und deutlich ihren Verstand genutzt hätte, ihrem Instinkt getraut hätte. Und deshalb ist sie eben auch eine wissenschaftliche Heldin für uns. Ohne wissenschaftliches Hintergrundwissen hat sie erkannt mit ihrem messerscharfen Verstand, dass daher diese ganzen Symptome kamen.
Also auf jeden Fall Hut ab für diese aufmerksame Person. Ja, und ein Danke möchten wir auch sagen an Florian, der uns auf diese Geschichte aufmerksam gemacht hat. Und zwar hat er uns per Mail geschrieben und da auch was über Maria geschrieben, was ich ganz schön finde. Er hat geschrieben, sie hat keine großen wissenschaftlichen Erkenntnisse gewonnen, aber sie hat durch Beobachtung und Schlussfolgerung während des Goyania und falls viele Todesfälle verhindert.
Ihr Fall zeigt, dass kleine Beobachtungen und die richtigen Schlussfolgerungen riesige Auswirkungen haben können. Viele Grüße und ein schönes Jahr 2026 Florian. Ja und so kann doch dann vielleicht auch so eine tragische Geschichte ein Appell zum Jahresstart sein, der nochmal eine Erinnerung für uns alle ist.
Seid aufmerksam Leute. Ja, beobachtet. Eure Umgebung. Auch wenn wir hoffen, dass sowas natürlich nie, nie, nie wieder passiert. Und Gott, das ist ja auch ein bisschen so die Frage, warum wurde sowas einfach im Wald zurückgelassen? Ja, das kann man vielleicht noch dazu sagen. Diese Besitzer dieser Ruine und so, die wurden dann auch verhaftet und so.
Also die saßen auch längere Zeit im Gefängnis. Aber trotzdem sind die unterm Strich halt recht glimpflich dabei weggekommen. Ja, das macht auch ein bisschen wütend. Eine spannende Folge, eine Folge, die, finde ich, sehr zum Nachdenken anregt. Und damit ihr keine weitere Folge verpasst, ob von wissenschaftlichen Höchstleistungen oder so wissenschaftlicher True Crime wie heute, da gibt es einen Trick, den wir euch beraten können.
Ihr könnt uns auf der Plattform, über die ihr uns hört, folgen oder abonnieren oder so eine Erinnerung aktivieren. Zum Beispiel bei Spotify ist das dieses Glockensymbol. Das müsst ihr anklicken und dann bekommt ihr immer mit, wenn eine neue Folge erscheint. Weil manchmal, also wir sind natürlich immer am Samstag am Start, aber manchmal haben wir ja auch so an einem Mittwoch mal eine Folge.
Oder beim Adventskalender war ja jeden Tag, waren wir ja am Start. Da könnt ihr uns dann auf jeden Fall hören. Zum Beispiel könnt ihr ganz sicher sein, dass am nächsten Science-Samstag da eine Erinnerung bei euch auf dem Handy aufploppt. Ich finde das immer sehr schön. Ich habe alle meine Lieblings-Podcasts abonniert und dann kriege ich immer diese Erinnerung. Das ist wie eine kleine Nachricht von uns.
Ja, genau. Wenn man damit morgens geweckt wird, schön. Ja, ist nicht verkehrt. Macht das doch mal, da freuen wir uns auch, weil wir wissen, dass ihr da seid. So, jetzt geht es wieder in den Schnee, falls er noch da ist bei euch vor der Tür. Wir freuen uns auf viele weitere Folgen in diesem Jahr. Bis dahin, macht's euch schön. Und tschüss. Tschüss.