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Shownotes
Es ist ein gigantisches Vorhaben. Cyrus West Field möchte die alte und die neue Welt verbinden, mithilfe eines Kabels das durch den Altantik gelegt werden soll. Obwohl ihn die Presse zu einem verrückten Träumer erklärt, wagt er das Abenteuer und wickelt von einem Schiff aus das Kabel der Telegrafenverbindung ab. Doch es reißt mitten im Meer. Die Mission scheint gescheitert, aber Cyrus gibt nicht auf...
“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links (linktr.ee/behindscience), die gerade wichtig sind.
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Schönen Science-Samstag. Willkommen zurück zu Behind Science, dem Podcast, in dem wir die Geschichten hinter wissenschaftlichen und technischen Durchbrüchen erzählen oder manchmal auch Rückschritten, je nachdem, die die Welt verändert haben oder irgendwie geändert haben. Ich bin Luisa und ich bin Marie. Hallöchen.
Heute reisen wir mitten ins 19. Jahrhundert zusammen mit euch. Und zwar ist das damals eine Zeit ohne Telefon, ohne Internet, ohne drahtlose Kommunikation irgendeiner Art. Das kann man sich ja echt gar nicht mehr vorstellen. Nachrichten reisten damals mit Schiffen über den Atlantik, brauchten teilweise zehn Tage, manchmal zwei Wochen.
Es dauerte super lang, bis eine Botschaft zum Beispiel von London nach New York gekommen ist. Also ganz anders als heute. Und genau da wollen wir heute hin. Vor allem, weil das ja wahrscheinlich auch so Botschaften waren. Also die Menschen aus London kannten ja teilweise auch Menschen aus New York. Da sind ja viele Menschen irgendwie hin ausgewandert und so.
Also es war jetzt nicht so, dass da nie Botschaften geschickt werden mussten, also irgendwie muss da... Eine Veränderung her. Also nichts mit schnell mal eine Liebesbotschaft austauschen oder irgendwie ein Bild vom Mittagessen teilen oder so. Und jetzt kommt also deshalb ein Mann, der das verändern will, ein amerikanischer Geschäftsmann, kein Wissenschaftler, kein Ingenieur, aber, was meist viel wichtiger ist, ein Visionär, sein Traum, eine Telegrafenleitung durch den Atlantik legen, Eine Verbindung zwischen der alten und der neuen Welt, wenn das mal kein großes Projekt ist.
Das ist wirklich eine Vision und das alles mitten in einer Zeit, in der viele Experten gesagt haben, das ist unmöglich, das Kabel wird zerreißen, bevor es überhaupt nur die halbe Strecke schafft. Aber er glaubt daran und kämpft fast 20 Jahre lang für seine Idee. Wir sprechen heute über Cyrus Westfield und die Verlegung der ersten Telegrafenleitung von Europa nach Amerika.
Bevor wir hier richtig einsteigen in dieses Abenteuer, muss man so sagen, müssen wir uns nochmal in die Zeit von Cyrus zurückversetzen. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Telegraph noch ein relativ neues Medium, also selbst das war schon quasi Neuland. Die Technik war beeindruckend. Kupferdrähte isoliert mit Guterpercha, einem naturähnlichen Kunststoff aus Malaysia.
Übertrugen elektrische Signale. Also konnte man schon mal so eine kleine Nachricht senden über so Codes. Auf dem Land funktioniert das ganz gut, aber unter Wasser ist das eine ganz andere Geschichte. Schon kurze Unterseekabel sind schwierig. Das Wasser, der Druck, das Gewicht, das alles spricht also erstmal gegen große Distanzen oder überhaupt dagegen über Meereswege quasi diese Technik zu verlegen.
Also schon mal gar nicht zum Beispiel zwischen London und New York. Also das war ein weit entfernter Traum. Ja, das ist noch weit entfernt, aber es wird immer wieder versucht und es gibt dann immer mal so einen Erfolg im kleineren Rahmen, also 851 zum Beispiel, da wird ein Kabel durch den Ärmelkanal gelegt zwischen England und Frankreich, der war gerade mal 30 Kilometer lang, ist ja auch schon mal eine Strecke und das funktioniert und dann denken sich die Leute natürlich, warum dann nicht auch über den Atlantik?
Und genau an dieser Stelle kommt jetzt Cyrus Westfield ins Spiel, denn Cyrus ist zu diesem Zeitpunkt gerade mal Mitte 30 und er hatte durch Papierhandel ein ziemliches Vermögen angehäuft und zu berichten zumindest Zeitgenossen war ein unruhiger Geist, das heißt vielleicht auch ein Geist, in dem viele Ideen schlummerten, er war immer auf Glauben.
Der suche nicht nur nach einer Idee, sondern direkt nach der größten. Oh ja, also er war, wie wir am Anfang schon gesagt haben, kein Wissenschaftler oder Ingenieur, sondern er hatte einfach sehr, sehr große Visionen und vielleicht wollte er auch sich dadurch ein Denkmal setzen. Wir wissen das nicht so genau. Und er lernt damals den Ingenieur Frederik Gisborne kennen, der eine Telegrafenlinie von Neufundland bis Neuschottland bauen will.
Also sozusagen vom nordamerikanischen Kontinent ans äußerste Ende hinaus. Cyrus findet das Damals schon ziemlich faszinierend und er weiß, das ist irgendwie meine nächste Vision, das ist mein Projekt. Klingt groß genug. Ja, genau, klingt so ungefähr groß genug. Er denkt sich dann, warum nur bis zur Ostküste Kanadas, warum nicht das Kabel einfach weiterlegen über den Atlantik bis nach Irland.
Also alleine diese Vorstellung in dieser Zeit, wo das alles noch total neu war, ist ungeheuerlich. Also da war er auch einer der Ersten, der sich überhaupt getraut hat, das nur zu denken. Ja, für ihn ist es aber eine absolut verführerische Idee. Für andere ist das was, wo die natürlich so direkt so zehn Alarmanlagen anhaben und ganz skeptisch geworden sind.
Die damaligen Physiker zum Beispiel verstanden zwar den elektrischen Strom, aber die Gesetze der Signalübertragung auf so lange Distanzen, die sind einfach noch kaum erforscht. Und viele sagen, ein Signal würde vielleicht gar nicht so weit kommen, das würde versickern, bevor es überhaupt ankommt. Und dann gibt es da auch noch das Materialproblem, auch das ist riesig, denn für 3000 Kilometer Kabel braucht man Kupfer ohne Ende. Du brauchst hunderte Tonnen Kupfer.
Und außerdem muss das Ganze ja dann auch noch isoliert sein mit Teer, mit Eisen, Hanf und diesem guter Pärcher, diesen besonderen Stoff, den du auch nicht überall bekommst. Damit muss das umhüllt werden, damit Salzwasser dann keine Chance hat. Und dieses Materialproblem kommt eben auch noch dazu. Also es ist nicht nur die Strecke, es ist nicht nur das Wasser, es ist sogar noch Salzwasser.
Und wenn man mal überlegt, dass sogar so richtig stabile... Wenn Schiffe irgendwann auch von dem Salzwasser zerfressen werden, dann kann man sich überlegen, dass so ein Kabel schon mal erstmal in der Vorstellung gar keine Chance dagegen hat. Also ja, ein Unterfangen, was erstmal so ein bisschen ausweglos erscheint.
Cyrus gründet aber jetzt 1856 die Atlantic Telegraph Company mit britischem Kapital und amerikanischem Enthusiasmus, könnte man sagen. Die haben ja beide sozusagen ein Interesse daran, dass das funktioniert. Und er gewinnt dann auch namhafte Partner. Da kommt ihm zugute, dass er eben zwar kein Wissenschaftler oder Ingenieur ist, sondern einfach ein guter Geschäftsmann und sehr gut reden kann.
Und er gewinnt jetzt Ingenieure, Marineoffiziere und Investoren natürlich das allerwichtigste Geld, weil so ein Projekt ist einfach wahnsinnig teuer, allein dieser Materialwert. Und er überzeugt sogar Königin Victoria, das Projekt zu fördern. Also er hat da quasi eine der reichsten mit am Start. Trotzdem glaubt kaum jemand wirklich an den Erfolg.
Zeitungen schreiben, Cyrus sei ein Träumer, der glaubt, Kupfer könne schwimmen. Also so lauten da so die Schlagzeilen. Aber er lässt sich davon nicht beirren. Nein, natürlich nicht. Und deshalb startet 1857 der erste Versuch. Zwei Schiffe gehen dafür an den Start. die USS Niagara aus Amerika und die britische HMS Amagennon, sollen jetzt in entgegengesetzte Richtungen starten, sich in der Mitte des Atlantiks treffen und das Kabel da ablegen.
Das klingt jetzt erst mal in der Forschung vielleicht einfach oder nach einer simplen Idee, ist aber logistisch, muss man sagen, ein Albtraum. Denn dieses Kabel ist... Riesigen Laderäumen auf noch größeren Spulen gewickelt und allein die Niagara, dieses eine Schiff, hatte über 1400 Tonnen Kabel an Bord.
Und jetzt müsst ihr euch vorstellen, wenn die Wellen das Schiff anheben, dann zieht ja auch das Gewicht von diesen aufgerollten Kabeln wieder an der Leitung und jedes Mal besteht die Gefahr, dass das ganze Kabel dann reißt. Und allein diese Vorstellung, dass man auf diesem riesigen, riesigen Gewässer plant, dass sich diese zwei Schiffe dann auch genau zu dem und dem Zeitpunkt, wenn quasi die Spulen abgerollt sind, jeweils irgendwie da treffen.
Also es erscheint immer noch, auch wenn man rückblickend quasi weiß, wie es ausgegangen ist, erscheint das wie eine zu große Idee für die Menschheit. Ja, genau, die Dimensionen sind einfach so krass. Es ist Wahnsinn. Und das halt mit noch viel weniger technischem Know-how und generell irgendwie Ausstattung als heute.
Und jetzt passiert genau das, was befürchtet wurde. Das Kabel reißt und zwar mehrfach. und das Kabel reißt am Ende sogar so stark, dass es in der Tiefe verschwindet. Und das nach wochenlanger Arbeit. Arbeit, die dann mit diesem Riss verloren ist. Es gibt technische Defekte, Stürme und ständig Probleme bei der Gleichstromversorgung.
Also mehrere Sachen führen dann dazu, dass die ganze Expedition scheitert und abgebrochen werden muss. Aber Cyrus geht. Auf. Er wäre ja nicht Cyrus, wenn er da jetzt sagen würde, ja okay, die hatten alle recht. Genau, die hatten alle recht. Ich versuche es nicht nochmal. Ich bleibe lieber hier beim Papier wieder und werde noch reicher und reicher.
Nein, schon im nächsten Jahr, 1858, startet die Expedition erneut. Diesmal legen beide Schiffe gleichzeitig von Irland aus ab und lassen das Kabel Stück für Stück in die Tiefe sinken. Also, diesmal ein anderes Konzept. Ein Konzept, das sich lohnen wird, denn am 5. August 1858 ist es soweit. Die Kabel sind verbunden.
Das bedeutet, es gibt die erste transatlantische Telegrafenleitung tatsächlich nicht nur in einer Vision, sondern sie ist fertig. Und zwar ist sie nur sieben Millimeter dick. Millimeter. Und diese Leitung verbindet jetzt zwei Kontinente. Das ist wirklich ein Weltereignis. Queen Victoria persönlich schickt die erste Nachricht, und zwar an den amerikanischen Präsidenten über diese Leitung.
In 98 Wörtern gratuliert sie zu der Verbindung der Nationen. Und die Antwort kommt zurück. Zwar Stunden später, aber man muss sagen, nur Stunden später. Denn das ist ein Bruchteil der Zeit, die man sonst immer gebraucht hat. Ja, und ich finde das auch so spannend, dass man auch genau weiß, wie viele Wörter da verwendet wurden.
Das erinnert so ein bisschen an die Anfangszeit mit Handys, wo man immer bei SMS dann mehr zahlen musste, wenn man irgendwie mehr Zeichen verwendet. Ich war so gut darin. Ich durfte 50, oder? Oder 53? Nee, 140. Echt? Bin ich mir aber ganz sicher, ja. Bitte kommentiert mal, wenn es falsch ist. Wie viele Zeichen denn?
Also wenn man dann quasi darüber gegangen ist, also meinetwegen dann 141 oder so, dann fing ja die zweite SMS an. Dann hast du ja nochmal 10 Cent mehr oder wie viel. Ja, das ist mir nie passiert. Nee. Ja, man war so gut im Einkürzen. Und wenn man dann mal länger geschrieben hat, dann war es wirklich was Wichtiges. oder man muss dann wirklich was klären.
Dann musste man die zweite Mache auch voll machen. Ja, genau, genau. Ja, kommentiert mal gerne, das finde ich irgendwie ganz spannend, weil so einen Hauch von dem, wie es damals war, hat man ja vielleicht noch so mitbekommen, aber natürlich nur einen Hauch. Ja, und für einige Wochen ist dieses Kabel jetzt wirklich so Symbol des Fortschritts. Es hat geklappt.
Die Menschen feiern Cyrus als Helden, als Mann, der die Welt zusammengebracht hat, also die alte und die neue Welt. Hat man ja da noch häufig verwendet, diese Begriffe. Aber dann passiert es. Stille. Und der Schock... Das Kabel funktioniert nur 27 Tage, das Signal wird in dieser Zeit immer schwächer und schwächer und irgendwann so schwach, dass man die Botschaften, die da geschickt werden, kaum noch lesen kann.
In der Hoffnung, dass das Signal irgendwie verbessert werden kann, hatte ein Techniker die Spannung nämlich so stark erhöht, dass bereits der erste Buchstabe nach dieser technischen Anpassung einen Stromstoß von 2000 Volt ausgelöst hat und damit dieses Transatlantik-Kabel zerstört hat. Das finde ich richtig ärgerlich. Und irgendwie stelle ich mir so vor, jemanden, der so einen Hebel so wie im Film so hochlegt.
Und dann hat es wahrscheinlich irgendwo im Meer so gefunkt. Nein, vielleicht war es auch nicht so. Ja, das ist wirklich durchgebrannt im Innern. Es schmort jetzt da auf dem Boden. Also kann ein Fisch vielleicht noch irgendwie dran nuckeln oder so. Aber auf jeden Fall keine Botschaften mehr darüber versandt werden.
Also der Draht brennt im Inneren durch, das Kabel ist tot und das war's mit der Verbindung zwischen der alten und der neuen Welt. Oh mein Gott. Es ist absolut frustrierend. Total. Und das ist jetzt natürlich auch richtig peinlich. Also die Presse, die verspottet Cyrus, der da eben noch gefeiert wurde als der.
Zukunftsvisionär, da wird jetzt gar nicht mehr gut drüber geredet und geschrieben, Jetzt kommen so Schlagzeilen wie, der Mensch soll keine Gesetze der Natur brechen. Also so, als hätten alle natürlich gewusst, dass das eine Schnapsidee ist. Das ist so gemein. Wenn es geklappt hätte, dann hätte niemand diese Schlagzeile geschrieben.
Ja, aber ihr müsst euch keine Sorgen machen. Cyrus hört das alles, liest das alles. Da geht jetzt gerade so ein kleiner Shitstorm ab. Aber er will trotzdem immer noch nur eins. Und zwar das Schaffen mit diesem Kabel. Und er möchte es besser machen. Und deswegen werden die nächsten Jahre zwar richtig schwierig für ihn.
Der amerikanische Bürgerkrieg bricht dann auch noch aus. Das Projekt ruht erst mal einige Jahre, aber 1865, also fast sieben Jahre später, sind die technischen Voraussetzungen dann möglich. Nochmal soweit für den nächsten Versuch. Ja, und das Gute ist, in dieser Zeit hat sich die Kabeltechnik nochmal verbessert.
Die Firma von William Thompson, später bekannt als Lord Kelvin, das ist auch so ein cooler Name, wäre auch ein cooler DJ-Name. Guter, spitze Name. Ja, entwickelt empfindlichere Messgeräte, sogenannte Spiegelgalvanometer. Damit kann man nun auch schwache Stromsignale präzise erfassen. Also da kommen die technischen Errungenschaften in diesen sieben Jahren zugute.
Und das Kabel selbst wird auch verbessert. Mehr Kupfer, bessere Isolation mit diesem Guterpercher, stabilere Eisenummantelung. Und außerdem gibt es jetzt noch eine Sache, die dem Ganzen zugute kommt. Das perfekte Schiff und zwar die Great Eastern. Das ist ein gigantisches Passagierschiff mit Platz für 4000 Passagiere und 15.000 Tonnen Kohle.
Und es kann sowohl über Schaufelräder als auch die Schiffsschraube und auch über Segel angetrieben werden. Und dadurch kann es als einziges Schiff seiner Zeit ohne Zwischenstopp die ganze Welt umrunden. Da aber damals derartige Passagierkapazitäten gar nicht benötigt werden und die Great East dann aufgrund mehrerer tödlicher Unfälle während Bau und Betriebs als Unglücksdampfer schon so ein bisschen gilt und deswegen kaum gebucht wird, dümpelt sie eigentlich nach nur wenigen Passagierreisen ziemlich ungenutzt im Hafen rum.
Ja, und vielleicht habt ihr jetzt auch schon eine Idee, für was man dieses Schiff nutzen könnte. Ja. Denn auch Cyrus sieht da jetzt sofort sehr viel Potenzial. Das wäre doch das perfekte Schiff, um sein Kabel zu verlegen. Und er kauft das Schiff einfach kurzerhand für wirklich zum Glück kleines Geld, weil das ja dieser Unglücksdampfer ist.
Ja, Glück für den einen, Pech für den anderen. So ist es häufiger. Vielleicht kann derjenige, der da Geld verloren hat, dann später gut Nachrichten versenden. Kleiner Spoiler. So, jetzt gibt es einen Plan. Das Kabel soll von Irland aus nach Westen gelegt werden, 3600 Kilometer bis Neufundland. Die Great Eastern beginnt im Juli 1865, Kabel abzulegen.
Doch, auch diesmal Rückschläge. Wie könnte es anders sein? Nach über 2000 Kilometern reist die Leitung, und zwar mitten im Ozean. Boah, das stelle ich mir so deprimierend vor. Dann wahrscheinlich Schrei, das Kabel ist gerissen. Dann kommt die Crew an Bord und alle realisieren, es ist schon wieder gescheitert.
Wir müssen unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren. Könnte das Ende dieser Mission sein, Aber Cyrus sichert sich sofort. Neues Kapital startet 1866, also nur ein Jahr später erneut. Und dieses Mal läuft alles perfekt. Am 27. Juli 1866 trifft endlich die Telegrafenbotschaft aus Europa in Neufundland ein.
Das Signal ist klar, ist stabil und es ist dauerhaft. Das Kabel hält und Nachrichten können nun innerhalb von Minuten übertragen werden. Keine wochenlangen Wartezeiten mehr, keine Ungewissheit auf hoher See. Die Welt ist zum ersten Mal in Echtzeit, also noch schneller als bei dem ersten Versuch, der gelungen ist, verbunden.
Man kann sich kaum vorstellen, wie groß dieser Moment gewesen sein muss. Also ich glaube, das war wirklich so ein entfernter Traum, der wahr geworden ist. Und in den Zeitungen heißt es jetzt, der Atlantik hat seine Stimme gefunden. Also von Cyrus ist unser Held zu Cyrus übertreibt hier völlig zu, er hat dem Atlantik eine Stimme gegeben. Tja, so ist das.
Ja, schön. Es riecht doch nach Happy End. Und plötzlich ist Kommunikation nichts mehr, was an Entfernung gebunden ist. Man kann jede Distanz gefühlt überwinden. Politiker können nicht. In Stunden miteinander sprechen. Börsenkurse werden transatlantisch getauscht. Und Familien, die durch den Ozean bis jetzt getrennt waren, können wenigstens über diesen Draht jetzt verbunden sein, sich verbunden fühlen.
Natürlich, es ist noch kein Telefon. Du kannst keine Sprache übermitteln. Du hast nur Morsezeichen. Aber das ist schon mal der Anfang. Und ohne Cyrus Westfield und seine unerschütterliche Million. Ja, wirklich. und vielleicht auch so ein bisschen Geld, das da im Spiel war, gäbe es vielleicht heute kein globales Kommunikationsnetz.
Ja, ich finde das so krass, weil ich glaube, wir haben da auch schon mal drüber gesprochen, als wir über die Erfindung des Buchdrucks gesprochen haben. Natürlich ist es nicht sozusagen faszinierend, dass man dann Bücher drucken konnte, sondern es geht ja um das, wie es das Gesellschaften geprägt hat.
Dass man Wissen weiter verbreiten konnte, dass damit Politik gemacht wurde, dass da... Die Börse gelebt hat, die Weltwirtschaft konnte irgendwie mehr ineinander greifen. Also das ist ja das eine, dass man Nachrichten verschicken kann, aber was das mit sich gebracht hat, diese globale Vernetzung, das ist ja unglaublich und vielleicht etwas, was Cyrus gar nicht so vorne, also sozusagen so abgesehen hat.
Und was mich auch an dieser Geschichte fasziniert, sie zeigt eben, dass Fortschritt nicht linear ist. Zwischen Idee und Erfolg leben oft Jahre voller Rückschläge, Fehlschläge und Menschen, die trotzdem weitermachen. Und es ist gut, dass er es nochmal und nochmal gewagt hat. Also falls ihr in der Wissenschaft tätig seid, dann werdet ihr es sicherlich kennen oder vielleicht auch außerhalb der Wissenschaft.
Rückschläge gehören dazu und vielleicht macht man weiter und dann blickt man zurück und weiß, alle diese Rückschläge musste es geben. Und weil du sagst, außerhalb, innerhalb der Wissenschaft und so. Er hat ja jetzt auch total gut Wissenschaft und Unternehmertum so zusammengebracht. Also er selber war ja nicht ein Ingenieur, da das technisch konnte.
Aber er hat sich eben mit den richtigen Leuten vernetzt. Er war mutig, hat denen von seiner Idee erzählt, hat einfach die Leute angesprochen, die die Technik entwickeln konnten, die er brauchte. Und ohne das wäre es auch nicht möglich. Ja, es braucht auf jeden Fall auch Unternehmertum in der Wissenschaft. Ja, das stimmt.
Ja, heute liegen auf dem Meeresboden über 400 aktive trans-ozeanische Kabel. Sie tragen etwa 99 Prozent des weltweiten Internetverkehrs. Also klar, Satelliten gehören irgendwie auch dazu, aber diese Kabel sind immer noch viel, viel, viel wichtiger und bringen die viel besseren Signale. Wenn du also diese Podcast-Folge gerade aus einem anderen Land hörst, dann reißt unser Signal gewissermaßen über Cyrus Erbe, könnte man so sagen.
Eine coole Vorstellung. Das ist eine krasse Vorstellung. Irgendwie auch gruselig, dass da 400 Kabel nur dafür sozusagen im Meer versenkt wurden. Zeigt auch, wie gigantisch das Meer ist. Unheimlich. Dass es irgendwie auch, dass es Kabel sind. Ja, dass das was Haptisches ist, ne? Und dass da vielleicht irgendwie auch mal ein Anker drauf abgeworfen wird oder Fische täglich vorbeischwimmen. Das ist krass.
Oh mein Gott, ja. Das ist sowas, das muss man nochmal so den Gedanken, muss man nochmal ein bisschen mitnehmen, um den zu verdauen. Ja, ja, total. Alles nochmal sacken lassen, nicht nur auf dem Meeresboden, sondern auch hier auf dem Boden meiner Gedanken. Der manchmal so viel tiefer ist als der Meeresboden, zumindest gefühlt.
Ja, das war es schon wieder mit Behind Science, mit unserem kleinen Abenteuer in die Tiefsee. Wir hoffen, unser Signal hat euch in besser Stimmung erreicht und ihr seid guter Dinge bis zur nächsten Behind Science-Folge. Und wenn nicht, muntert euch vielleicht die ein oder andere Folge von uns etwas auf, falls ihr sie noch nicht gehört habt und die gerne nachhören wollt.
Ja, und wenn ihr gut aufgemuntert wurdet, wenn euch die Folge gefallen hat, dann abonniert uns doch gern, teilt die Folge, schreibt uns euer Feedback, lasst ein Abo da, alles was ihr möchtet. Und nächste Woche, dann geht es hier um eine Erfindung, die sich an diese Folge, glaube ich, ganz gut anschließen wird.
Ja, da geht es dann noch mehr in die Kommunikation, die noch schnellere Kommunikation und bessere. Das als kleiner Spoiler. Bis dahin, macht's euch schön und tschüss. Tschüss.