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Shownotes
Wir machen nach 150 Folgen eine Pause! Damit ihr trotzdem gut versorgt seid, haben wir Pausenprogramm für euch organisiert. Jeden Samstag gibt's eine persönliche Folgenempfehlung von uns. Heute geht's um Katherine Johnson, eine der ersten afroamerikanischen Frauen bei der NASA.
“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links (linktr.ee/behindscience), die gerade wichtig sind.
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Schön sein Samstag, ihr Lieben, mit einem Gruß aus unserer Pause und heute mit einer Lieblingsfolge, die eigentlich gar nichts mit unserem Lieblingsthema zu tun hat, muss man sagen, und zwar Zahlen. Aber die Welt der Frau, über die wir in dieser Folge sprechen, die besteht fast nur aus Zahlen, denn sie umgibt sich am liebsten mit gar nichts anderem.
Alles, was man zählen kann, ist das Schönste, was sie sich in ihrem Leben vorstellen kann. Und deshalb ist sie nicht nur richtig gut in Mathematik, sondern sie hat auch einen Computerjob bei der NASA. Aber nicht am Computer, sondern eigentlich ganz genau genommen als Computer. Was das bedeutet, das erfahrt ihr gleich und auch wie diese Frau als erste afroamerikanische Frau Teil der Projektgruppe Mondlandung wurde.
Wir sprechen heute über Katherine Johnson und die theoretische Grundlage für die bemannte Raumfahrt. Behind Science – Geschichten aus der Wissenschaft Mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider. Ich versuche jetzt euch mal einen Einblick zu geben in meinen Kopf. Okay, jetzt bin ich gespannt. Es ist ein bisschen...
Intim. Also pass auf. Ja, ich finde es schon irgendwie privat. Also wenn mein Kopf eine Zahl sieht, dann muss ich euch sagen, passiert da wirklich gar nichts. Also ich habe immer das Gefühl, dann geht mein Gehirn wie in so einen Standby-Modus. Da funkt gar nichts mehr. Da geht jede Nervenzelle. Die Synapsen sind einfach unterbrochen. Wirklich, das ist eine Zahl, dann ist da Scheiter umgelegt und ist gar nichts. Und wenn ich dann über Zahlen nachdenken möchte, dann muss ich das wie so richtig wieder anknipsen.
Sonst passiert da nichts. Also ich weiß nicht. Es ist bei mir tatsächlich komplett genauso. Auch wenn ich einen Text lese, wo eine Jahreszahl ist oder so und so viel Kilo oder was auch immer. Also irgendwas, was mit einer Zahl zu tun hat. Das ist wie so, als wäre das ausgegraut in dem Text. Da gehe ich so drüber. Ich spring da komplett drüber.
Ja, genau. Genau, deswegen ist es euch ja vielleicht hier auch schon aufgefallen, wenn wir sagen, wann eine Person geboren wurde, wir sagen immer dazu, vor wie vielen Jahren das war. Einfach damit niemand darüber nachdenken muss oder irgendwie. Niemand nachrechnen muss. Ja, das ist einfach, das ist unsere Gedankenwelt. Ja, und das ist total krass, weil wir ja beide auch wirklich viel, viel, viel Mathe im Studium hatten und da mussten wir uns dann einfach echt zusammenreißen, das nicht zu überlesen.
Aber haben wir ja gesehen bekommen. Und ich muss sagen, wenn man es versteht, macht es ja auch Spaß. Also Mathe ist ein super spannendes, cooles Fach, aber es ist leider nichts, was so auf unserer Talente-Skala so ganz… Groß vertreten ist. Wir müssen da so einen anderen Modus aktivieren. Aber das machen wir jetzt heute mal.
Denn Catherine, die wir euch heute vorstellen möchten, die ist einfach das absolute Gegenteil. Ich glaube, wenn man in ihren Kopf geguckt hätte, wären da nur Zahlen die ganze Zeit. Denn sie kann ihr ganzes Leben lang gar nicht aufhören, an Zahlen zu denken. Also wenn die irgendwo hinläuft, in die Kirche oder so, dann zählt sie die Schritte bis dahin.
Wenn die spült, dann zählt sie jeden Teller mit oder, keine Ahnung, sie guckt in den Himmel, dann zählt sie die Sterne. Also egal, wo sie hin im Blick ging, die hat einfach in allem Zahlen gesehen, selbst wenn ich mir gedacht hätte, oh, schöne Sterne, hätte sie das genutzt, um daraus eine Zahl zu machen.
Sie erschafft sich so richtig eine Welt aus Zahlen um sich herum, denn das macht sie glücklich. Das finde ich irgendwie richtig schön. Ich weiß, dass es bei mir so war, als ich angefangen habe zu lesen. In der ersten Klasse wollte ich alles lesen. Jedes Straßenschild, jede Müsli-Verpackung, jedes noch so kleine Schaufensterschildchen irgendwie.
Und ich weiß, dass es mich total gestresst hat, dass ich dann dachte, oh Gott, ich kann jetzt nicht alles lesen, zum Beispiel, wenn man im Auto gefahren ist. dass ich nicht jeden Straßennamen lesen konnte, weil man einfach ja noch ein bisschen langsam ist. Also das hatte ich total. Aber das sieht man auch manchmal so, wenn in der Bahn irgendwie so ein Kind mitfährt und das dann immer so die ganzen Haltestellen vorliest.
Genau. Augustine, immer so ganz langsam. Das war auf jeden Fall ich. Also was sie mit Zahlen gemacht hat, habe ich definitiv mit Lesen gemacht. Das war schon immer also ihr Spezialgebiet sozusagen. Sie wird 1918 in West Virginia geboren, also vor 106 Jahren hier für euch vorgerechnet. Und weil es für die Geschichte wichtig ist, sie ist Afroamerikanerin, also das müsst ihr im Hinterkopf behalten.
Sie hat ältere Geschwister und ist tatsächlich richtig neidisch auf die, dass die schon früher in die Schule gehen dürfen. Da hätte sie ganz gerne auch schon die Möglichkeit. Und sie wünscht sich so sehr, dass sie jetzt endlich auch losziehen kann in die Schule. Sie will am liebsten, dass es direkt losgeht. Und als es dann losgeht, startet sie direkt mit der zweiten Klasse, weil sie schon so viel weiß.
Richtig crazy. Und das ist tatsächlich nicht die einzige Klasse, die sie überspringen wird. Also dieses ganze Schulwissen, da ist sie schon lange drüber hinweg und sie lernt so schnell, dass sie schon mit zehn Jahren in der Highschool ist und mit 15 Jahren auf dem College. Krass. Boah, das ist richtig heftig. Raketenstart, würde ich sagen.
Wirklich, stimmt, passend, Raketenstart. Ja, und auf dem College geht es jetzt aber so ein bisschen los mit Entscheidungen, denn jetzt muss sie sich so langsam mal festlegen, in welchem Fach möchte sie denn einen Abschluss machen. Zum Glück gibt es einige Profs an der Uni, an diesem College, die ihr bei der Entscheidung helfen, denn alle sehen eigentlich ganz deutlich.
Diese Catherine, die hat einfach ein Talent, das ist so groß, das muss gefördert werden und zwar das Talent für Mathe. Es gibt eine Mathe-Professorin, die hat mal zu ihr gesagt, wenn du nicht in meine Klasse kommst, dann werde ich kommen und dich finden. Das klingt richtig unheimlich. So ein bisschen so eine Drohung, ja.
Es war natürlich wie so ein Scherz gemeint. Und ich glaube, so was musste Kathleen da schon auch ab und zu hören. Und es gibt noch einen anderen, der wird so wie ihr Mentor, und zwar Dr. William Claytor. Der ist der dritte Afroamerikaner, der einen Doktortitel in Mathematik erlangt. Und der sagt zu ihr, du wärst einfach eine fantastische theoretische Mathematikerin und ich helfe dir, eine zu werden. Das ist so toll.
Da sagt sie auch später, dass das total den Unterschied für sie gemacht hat. Also dass sie genau ... So den Support bekommen hat, den sie eben brauchte. Und dass jemand nicht nur sagt, du kannst das, sondern ich unterstütze dich auf deinem Weg. Also ich helfe dir. Dass du das wirst. Genau, weil dass du es kannst, das wissen wir sozusagen.
Aber wie du da hinkommst, da helfen wir dir bei. Und dieser Professor Clayter richtet dann sogar extra einen Kurs in analytischer Geometrie des Weltraums ein. Nur für sie. Also das ist mal ein Service. Und man hat auch so ein bisschen das Gefühl, Er macht eigentlich jede Vorlesung nur für sie. Er kommt wohl immer so reingestürmt mit Kreide in der Tasche und macht einfach genau da weiter, wo er das letzte Mal aufgehört hat.
Für Catherine eine super Methode, weil sie alles verstanden hat, was in der Stunde davor passiert ist. Die konnte das ja auch nicht erwarten, dass es endlich da weitergeht. Genau, aber die anderen kommen halt überhaupt nicht mit. Die hätten sich vielleicht noch mal vorgestellt, dass das, was letzte Stunde besprochen wurde, noch mal irgendwie erklärt wird oder man nochmal mehr Zusammenhänge herstellt.
Ja, und deshalb stellt sie wohl manchmal auch mit Absicht Fragen für die anderen, damit die den Anschluss finden. Das finde ich irgendwie ganz fair von ihr. Oh, das ist richtig lieb, finde ich auch. Ja, und dann hat wohl auch manchmal der Kletter so gesagt, hä, wieso stellst du jetzt die Frage? Du weißt das doch so.
Ja, genau. Ich glaube, der war richtig verwirrt. Da hat sie immer gesagt, ja, ich weiß das, aber für die anderen. Ich weiß das, ja, genau. Ja, schon richtig lieb, wie aufmerksam. Und dann macht sie tatsächlich mit 18 Jahren ihren Bachelor. Ich habe mit 18 Abi gemacht. Abi gemacht, ja genau. Das mal so zum Vergleich.
Ja. Und sie macht eigentlich auch nicht nur ein Bachelor, sondern sie macht direkt zwei Abschlüsse, einen in Mathe und einen in Französisch. Und jetzt denkt ihr euch vielleicht, okay, krass, jetzt hat sie den Abschluss in der Tasche. Lasst die Karriere beginnen. Das passiert aber erst mal nicht. Denn zu der Zeit ist jetzt die einzige Chance, die Catherine bleibt, vor allem in ihrer schwarzen Community, dass sie Lehrerin wird.
Also das ist so ein bisschen die einzige Lücke, der einzige Karriereweg, der damals für sie als Frau und als schwarze Frau möglich ist. Und sie wird dann Lehrerin an einer öffentlichen schwarzen Schule. Bis sie auserwählt wird. Und das klingt jetzt, also das ist eigentlich schon wieder so ein Hoffnungsmoment, auserwählt.
Denn sie wird als eine von drei schwarzen Personen, also die anderen beiden waren zwei Männer, auf die Graduate School berufen, auf die West Virginia University, das ist so die Vorzeige-Uni und da wurden jetzt, ich weiß nicht, so als Vorzeigeprojekt wurden jetzt drei schwarze Personen rausgepickt, die da drauf durften und sie ist eine davon und beginnt da jetzt ein Graduiertenprogramm für Mathematik.
Toll, bis hierhin. Aber dann verlässt sie die Schule. Und ich finde, das passt eigentlich gar nicht zu ihr. Sie verlässt sie schon nach dem ersten Semester. Und zwar, weil sie dann beschließt, mit ihrem Ehemann eine Familie zu gründen. Ja, und jetzt geht die Geschichte so ähnlich weiter, wie ihr das hier schon von einigen Frauen aus der Wissenschaft kennt.
Sie gründen diese Familie. Sie bekommen drei Kinder. Catherine wird erst mal Hausfrau und Mutter. und erst als ihr Mann stirbt, da ist Catherine 34, da beginnt sie wieder zu unterrichten. Also geht dann wieder so ein bisschen zu dem, Status zurück, den sie direkt nach der Uni hatte. Also total tragisch natürlich, dieser Tod, aber sie zieht jetzt quasi da dann neue Energie daraus, dass sie wieder unterrichten kann.
Ja, und ich glaube, sie hat sich schon auch dafür entschieden, natürlich für dieses Leben mit den Kindern und der Familie und so. Sie wurde jetzt nicht gezwungen, das zu tun, aber in dem Moment, wo sie sich dafür entschieden hat, ist sie eben aus der Wissenschaft getreten. Dass man beides macht, Das war einfach nicht möglich und ist heutzutage oft auch noch nicht möglich.
Aber gefühlt, wenn man so auf ihre Geschichte guckt, ist sie jetzt einmal im Kreis gelaufen und ist jetzt wieder an der Stelle, wo sie als Lehrerin arbeitet. Genau, ja. Wir sind jetzt mittlerweile in den 1950er Jahren und jetzt erfährt Catherine eines Tages bei einer Familienfeier etwas, das ihr Leben verändern wird.
Vielleicht habt ihr ja noch eine Familienfeier jetzt an Silvester und euch geht es genauso. Dann achtet mal drauf, was da so erzählt wird. Genau, vielleicht ist da der nächste Karriereweg für euch mit dabei. Und zwar erzählt zufällig jemand aus der Verwandtschaft, dass das National Advisory Committee of Aeronautics, abgekürzt NACA, also die Vorgängerorganisation der NASA.
Gerade Leute einstellt und dass die NACA, so hieß sie dann damals, explizit nach afroamerikanischen Frauen sucht, die als Computer in Anführungsstrichen arbeiten sollen. Und zwar im Department für Guidance and Navigation. Es ging also um Rechnungen mit Flugdaten, die die Ingenieure brauchten, um Raumfahrten zu planen.
Und ja, also sie sollen nicht mit Computern arbeiten, sondern als Computer. Als Computer, ja. Vielleicht erinnert ihr euch daran, da haben wir schon mal drüber gesprochen, in der Folge mit Cecilia Payne. Denn die war damals auch so ein Computer. Also es wurden wirklich Menschen benutzt als Rechenmaschine quasi Und Catherine sagt, sie waren Computer mit Röcken, denn diesen Job hatten wirklich nur Frauen.
Und als Catherine von dieser Ausschreibung hört, ist sie aber total angefixt davon und bewirbt sich sofort, weil sie sich denkt, oh mein Gott, rechnen für die Naka, das ist ja perfekt. Also das ist eigentlich schon so ein bisschen ihr Traumgebiet, wo sie hin möchte und könnte jetzt der Einstieg sein.
Allerdings kommt ihre Bewerbung ein bisschen zu spät. Ich weiß nicht, vielleicht war es auch wirklich Silvester, die Familie, keine Ahnung. Oder um Weihnachten herum oder so. Ja, es ist auf jeden Fall, alle Stellen für dieses laufende Jahr sind schon voll, deswegen bewirbt sie sich direkt im nächsten Jahr wieder und kommt jetzt in die Situation, dass sie plötzlich zwei Jobangebote hat und zwar einmal sagt ihr die Naka zu und dann gibt es aber auch noch, den anderen Job, den Job als Lehrerin, wo sie auch das Angebot kriegt, da weiter zu unterrichten.
Und jetzt steht sie vor diesen beiden Jobangeboten und muss sich plötzlich entscheiden. Schwierig. Wobei wahrscheinlich sehr eindeutig für sie. Ich glaube auch. Also ich vermute mal, sie entscheidet sich für die Naka ziemlich schnell. Ja, ich glaube auch. Und zum Glück macht sie das. 1953 beginnt sie dort. Und sie soll ja da jetzt eigentlich wie die anderen Frauen nur ruhig im Hintergrund diese Rechnung machen.
Aber Catherine ist ja eine, wie wir schon wissen, die auch gut Fragen stellen kann. Ja, ein bisschen so wie in der Vorlesung, wobei sie da ja, wie gesagt, eher die Fragen gestellt hat, damit die anderen mitkommen. Stimmt, ich glaube, da hatte sie eigentlich selber gar keine. Oder vielleicht, ja, nicht so viele wahrscheinlich.
Und jetzt stellt sie aber wirklich, hinterfragt sie eigentlich alles. Also sie will wissen, so woran arbeiten die Ingenieure, sie will verstehen, wie die Dinge laufen, warum sie so entschieden haben oder so nicht entschieden haben. Und sie ist tatsächlich da die erste Frau oder der erste Computer, wie hat sie es genannt?
Ja, Computer mit Rock. Computer mit Rock, genau, die überhaupt Fragen stellt und überhaupt in die Meetings geht. Also sie interessiert sich da weit über ihr Leben. Das Computer-Dasein in Anführungsstrichen hinaus für diese ganze Sache. Und es heißt wohl, Frauen nehmen an Briefings und Konferenzen nicht teil.
Ja, das war so üblich, genau. Genau. Und dann fragt sie, also ist das denn verboten oder ist das einfach nur sowas, was einfach nicht gemacht wird? Ja, findet heraus, gibt kein Verbot. Und dann geht sie einfach dahin. Super. Also setzt sich da einfach durch. Finde ich cool. Ja, genau. Und das ist auch wirklich räumlich getrennt. Also es gibt dieses Rechenzentrum quasi, wo diese Frauen sitzen und da rechnen und dann gibt es halt die Abteilung, die auch zum Teil in anderen Gebäuden sind, wo dann die Männer halt mit diesen Ergebnissen die Raumfahrten planen.
Und das ist natürlich viel spannender eigentlich. Und sie ist jetzt die erste Frau, die dann auch in diese Abteilung einfach mal geht und sich mit da reinsetzt in die Meetings. Und so langsam geht es jetzt auch los, dass die NACA wirklich Weltraummissionen plant. Und da ist Catherines Wissen als geometrische Mathematikerin ehrlich gesagt sehr gefragt.
Und dadurch, dass sie ja immer in diesen Konferenzen jetzt mit drin sitzt, gewöhnen sich auch alle so langsam daran, dass sie nicht nur als Computer arbeitet, sondern auch damit mischt. Und dann gibt es auf einmal einen Auftrag von ganz oben und zwar vom Präsidenten. Und da müssen wir jetzt kurz mal ein bisschen geschichtlich einordnen.
Es gibt zu der Zeit einen kalten Krieg zwischen zwei riesigen großen Mächten und zwar den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. Die duellieren sich quasi und es geht darum, wer hat die größere Macht. Und deshalb ist es ein ziemlicher Schock, als auf einmal am 4. Oktober 1957 die Sowjetunion den ersten Satelliten Sputnik 1 ins Weltall schießt und einen Monat später dann direkt Sputnik 2 hinterher, wo die Hündin Laika an Bord ist, die als erstes Lebewesen ins All fliegt.
Sind so Sensationen, wo natürlich die ganze Welt drauf guckt und ein riesiger, so eine Machtdemonstration. Deswegen erleben die Vereinigten Staaten das als Sputnik-Schock. Und auch der Präsident ist absolut im Schock und sagt deswegen, okay, jetzt müssen wir aber auch mal was machen. Jetzt müssen wir irgendwie liefern.
Ja, Präsident John F. Kennedy fühlt sich davon wirklich herausgefordert und vielleicht auch ein bisschen bedroht und beschließt, dass jetzt ein Mann zum Mond geschickt werden soll. Also was kommt nach einem Satelliten und einem Tier? Ein Mann. Und vor allem zum Mond. Also genau, jetzt wird hier direkt eine Mondmission geplant.
Das soll die nächste große Mission werden. Also ein richtig, richtig großes Vorhaben. Das größte Vorhaben vielleicht zu der Zeit der Menschheit. Und plötzlich wird Catherine jetzt Teil dieses Teams, das die erste Mondlandung plant. Ja, jetzt müssen wir nochmal ein bisschen klären, was davor geschah. Sie hatte 1958, also ein Jahr nach Sputnik, die erste wissenschaftliche Veröffentlichung der Naka gemacht, die inzwischen die NASA ist, da zu dem Zeitpunkt.
Es war die erste wissenschaftliche Veröffentlichung und das erste Mal, dass eine Frau offiziell als Co-Autorin genannt wurde. Ja, und natürlich auch eine afroamerikanische Frau, brauchen wir nicht dazu zu sagen. Inhaltlich ging es um die Gleichungen für einen orbitalen Raumflug und die Berechnung der Landeposition eines Raumfahrzeugs, also die theoretische Grundlage für die bemannte Raumfahrt.
Also sie hat sich da schon Namen gemacht und jetzt ist es endlich soweit. Sie bekommt die Möglichkeit, Teil dieses super wichtigen Teams zu sein, das den ersten Mann macht. Zum Mond schickt. Ja, also ihre Veröffentlichung, die sie da zusammen mit der NASA gemacht hat, wurde dann auch die Grundlage. Nur deswegen konnte der erste US-Astronaut Alan Shepard 1961 überhaupt den ersten amerikanischen bemannten Flug ins All machen.
Und ein Jahr später soll dann direkt einer hinterher gescheckt werden, und zwar John Glenn. Und der soll los ins All, um die Erde zu umrunden. Und es gibt dann eigentlich zu dem Zeitpunkt, als er los will, schon echte Computer, also nicht mehr nur diese menschlichen Computer, die das ausrechnen können, wie die Flugbahn sein sollte.
Aber er traut der Sache noch nicht ganz und ruft dann einen berühmten Satz, kurz bevor es losgehen soll, und zwar get the girl. Also bringt mir dieses Mädchen. Er wollte unbedingt, dass Catherine die Daten nochmal nachrechnet. Also sie sollte das per Hand bitte nochmal gegenchecken. Und er hat wirklich gesagt, nur wenn sie sagt, dass die Zahlen gut sind, dann bin ich bereit zum Abflug.
Und das sind sie dann, also sie rechnet das nach, die Daten passen. Er steigt in diese Rakete und der Flug wird ein Erfolg und ja, darauf folgt dann halt das nächste große Kapitel, jetzt sind alle ready, auch das Kapitel Mondlandung anzutreten. So krass, ich finde auch die Vorstellung einfach so extrem.
Sich in so eine Rakete zu setzen und ins All zu fliegen. Als erster Mensch. Wie viel Mut man da einfach gehabt haben muss. Wahnsinn. Wir hatten ja auch schon hier ein Speziell mit einer Astronautin. Also einer, die sich genau darauf vorbereitet. Werden wir euch auch verlinken nochmal. Also wir haben ja schon drüber gesprochen, wir sind eher Team in die Lüfte als in die Tiefsee.
Aber nicht so hoch. Nee, genau. Vielleicht noch mit so einem Ballon, aber mit einer Rakete. Boah, das finde ich unglaublich. Also du musst ja auch den Leuten so, so, so vertrauen und das zeigt halt, dass Catherine da einfach einen wahnsinnig guten Ruf hatte, als eben die Rechen, das Rechen-Genie. Die Rechenmaschine, wirklich. Ja, die Rechenmaschine, genau.
Ja, und jetzt geht es eben darum, wie können wir jetzt einen Mann auf den Mond schicken. Catherine berechnet jetzt die Umlaufbahn für die Mission Apollo 11 und bei der gescheiterten Apollo 13 Mission, bei der ja ein Kraftstofftank explodiert und die Apollo zurück zur Erde geführt werden muss, berechnet sie auch den sicheren Rückflug.
Sie ist also an wirklich vielen extrem entscheidenden Missionen beteiligt und ich glaube, wir können das so sagen, sie lebt da wirklich ihren Traum. Also das hätte sie sich als Schülerin wahrscheinlich nie träumen lassen. Ja, also sie wird bis zu ihrer Rente für die NASA arbeiten und sie hat gesagt, dass sie wirklich jeden einzelnen Tag gerne zur Arbeit gegangen ist.
Oh, das ist so schön. Ja, das ist echt toll. Aber auch, weil sie was draus gemacht hat. Ja, ja klar. Und sie war da echt die erste Frau, die daran beteiligt war und die erste schwarze Frau. Und das müssen wir nochmal so explizit sagen, weil das einfach nochmal doppelt zeigt, wie sie sich da hochgekämpft hat.
Also ihr müsst euch vorstellen, dass es alles passiert zu einer Zeit in Berlin. Der die USA noch Rassentrennung haben. Bis 1964 war noch Rassentrennung in den USA. Und das bedeutet ja auch für Catherines Alltag, dass sie zum Beispiel nicht dasselbe Klo benutzen durfte wie weiße Kollegen. Oder dass die beim Mittagessen verschiedene Tische hatten.
Das sind ja auch ansonsten Momente, da haben wir ja schon oft vorher gesprochen, du machst zusammen Pause und quatschst mal mit Kollegen. Und da kommen ja irgendwie voll gute Ideen zustande. Wenn du natürlich gezwungen bist, irgendwie immer nur mit den gleichen Leuten am Tisch zu sitzen, das ist auch einfach nicht gut für ein Team.
Nee, überhaupt nicht. Und es ist halt auch so bescheuert, die darf da quasi dieses Land voranbringen und helfen, diese Macht zu demonstrieren, aber darf nicht auf dieselbe Toilette oder am selben Tisch essen. Also die Absurdität. Ist wirklich unglaublich. Es kommt auch sehr, sehr gut in dem Film über sie, Hidden Figures. Oh ja, da kommen wir gleich noch zu, genau.
Und man muss schon auch sagen, die NASA ist zu der Zeit schon einer der besseren Arbeitgeber. Also der Chefhistoriker der NASA, der sagt in einem Interview, die NASA war ein Himmel für Nerds. Und die Menschen kamen aus dem ganzen Land zusammen, weil sie sich einfach nur für Raumfahrt interessiert haben.
Und das war auch so ein bisschen die Rettung, weil die eben dann zum Teil auch nicht aus der Region kamen, wo sie da jetzt gearbeitet haben. Und deswegen haben die Menschen, die da so drumherum gewohnt hatten, also er sagt, die Menschen in Hemden, die hielten die NASA-Mitarbeiter für merkwürdig und exzentrisch.
Also konnten sie auch merkwürdige Dinge tun, etwa afroamerikanische Frauen für halbprofessionelle Aufgaben einstellen. Und so etwas wäre in anderen Unternehmen in Virginia aber wohl nie passiert. Also dadurch, dass sie dann schon so ein bisschen diesen Sonderstatus hatten, okay, die NASA ist eh so eine nerdige Organisation.
Das sind eh schräge Sachen. Genau, waren die da vielleicht schon ein bisschen ihrer Zeit voraus, aber trotzdem ist da einfach im Alltag sehr viel Diskriminierung zu beobachten. Ja, auf jeden Fall. Ja und das bemerkt man auch dann danach noch und auch als sie da ja den Erfolg hat, auf dem Mond zu landen, ist sie noch komplett unsichtbar und gefeiert werden alle anderen aus ihrem Team, die weißen Männer, aber von ihr, also diesem wichtigen Kopf, der da alles mögliche berechnet hat, der diese Mission vielleicht sogar auch erst, möglich gemacht hat. Erfolgreich möglich gemacht hat, wird kaum gesprochen.
Durch dieses Paper, was die veröffentlicht hatten, definitiv. Ja, genau. Ja, und dann, ich habe es gerade schon gesagt, kommt eben 2016 der Film Hidden Figures ins Kino und den gibt es mittlerweile auch, boah, ich weiß nicht, ob es den bei Netflix gibt, musste ich jetzt nochmal nachgucken. Nee, gerade nicht, habe ich jetzt nochmal nachgeguckt.
Aber auf jeden Fall googelt es mal. Das will ich glaube ich nicht verlinken, aber man kann ihn kostenlos gucken. Oh, okay. Genau. Sehr gut. Danke. Diese Recherche, ja, super wichtiger Film, der sie quasi in das Rampenlicht rückt, was sie schon länger verdient hätte. Ja, sie und auch noch zwei andere afroamerikanische Frauen, die auch bei der NASA gearbeitet haben, werdet ihr in dem Film kennenlernen.
Und es waren tatsächlich auch für viele der Kollegen Hidden Figures, also unbekannte Frauen, die ja wirklich so. Ja, im Verborgenen gearbeitet haben. Unsichtbar waren. Das betrifft es schon ziemlich gut. Und vielleicht haben ja dann auch Leute das zu ihrem Vorteil genutzt, haben dann quasi deren Wissen abgegriffen. Ja, benutzt haben das ja alle. Klar.
Und überleg mal, aber das ist 2016 passiert. Nee, genau. Ich finde es ja auch immer noch so unglaublich, dass dann, wenn man sich jetzt nochmal diese Zahlen anguckt, dass bis 1964 es immer noch die Rastentrennung gab, aber es vor nicht allzu langer Zeit dann doch schon den ersten schwarzen Präsidenten gegeben hat. Also das...
Ist ja eigentlich umso beeindruckender, dass das dann doch schon passiert ist. Oh, und mit dem gab es auch noch einen schönen Moment. Die haben sich natürlich getroffen. Genau, ja, genau. Die sind aufeinander getroffen. Und zwar hat Präsident Obama die Presidential Medal of Freedom an sie überreicht.
Also eine sehr, sehr große Auszeichnung. Vielleicht sogar die größte Auszeichnung in den USA. Und vier Jahre später stirbt sie dann tatsächlich mit 101 Jahren. So alt geworden. Richtig, richtig langes. langes und ich glaube dann doch am Ende erfülltes Leben. Ich glaube auch. Ja, ja. Und es ist gut, dass wir wenigstens jetzt, auch wenn es so extrem lange gedauert hat, endlich ihre Geschichte alle kennen, dass sie so öffentlich wurde und hoffentlich dadurch viele andere Frauen oder Menschen aus Minderheitsgruppen inspirieren kann.
Catherine hat ja wirklich früher mit Tellern beim Spülen angefangen zu zählen und am Ende hat sie einfach die Flugbahn von Raketen berechnet, die bis zum Mond geflogen sind. Also heftig. Sie hat am Ende ihres Lebens gesagt... Gib alles und liebe es. Wenn du liebst, was du tust, wirst du auch dein Bestes erreichen.
Schön. Und während sie das gesagt hat, also sie sah wirklich schon total faltig aus und so in dem Video. Und sie sieht aber total happy aus, während sie das sagt. Und ich finde, mit diesen Gedanken von Katherine Johnson können wir euch doch ganz gut verabschieden in diesem Jahr. Ja, das neue Jahr begrüßen sozusagen. Ja, mit dieser großen Rakete, die in den Himmel geflogen ist und auf dem Mond gelandet ist, können wir euch mit kleineren Raketen, die ihr vielleicht irgendwie jetzt in den nächsten Tagen steigen lassen werdet, ganz gut gehen lassen.
Wir hören uns aber auf jeden Fall nächsten Samstag wieder. Das ist irgendwie immer so eine Zäsur, habe ich das Gefühl, so Silvester. Dabei geht ja die Woche ganz normal weiter. Und wir sind natürlich zum Jahresstart wieder für euch da, auch wenn die Jahreszahl wechselt. Science-Samstag bleibt Science-Samstag.
Darauf könnt ihr euch auch im nächsten Jahr verlassen. Bis dahin, macht's euch schön und tschüss. Tschüss.