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Shownotes
Luisa war beim Brainwaves Festival (brainwaves-festival.de ) in Jülich und durfte den Maschinenbauer Julian Spinrath live auf der Bühne interviewen. Julian arbeitet für die Enrichment Technology Company, kurz ETC an speziellen Druckluftbehältern. Diese werden an der Ariane 6 befestigt und für Start und Landung genutzt. Er war beim Start der Rakete dabei und beschreibt eindrucksvoll, warum das ein absoluter Bucket List Moment war.
Hier (linkedin.com/posts/jspinrath_ariane6-activity-… ) geht's zum Video des Raketenstarts.
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Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber wenn ich abends in den Sternenhimmel blicke, überkommt mich so eine Mischung aus Sehnsucht und Ehrfurcht, aber auf jeden Fall auch eine gesunde Portion Angst. Dieser riesige, scheinbar dunkle Raum über uns, das ist so unfassbar, dass ich den Gedanken manchmal lieber verdränge, was genau da oben ist.
Beim Brainwaves Festival 2025 in Jülich durfte ich aber sozusagen, naja, man könnte sagen, dorthin reisen. Julian Spinnrath hat mich mitgenommen in der Ariane 6-Rakete, für die er mit seinem Team Druckluftbehälter entwickelt hat, damit die Rakete überhaupt starten und später kontrolliert abstürzen kann.
Und ich finde, dieser Part, der fehlte uns noch so ein bisschen bei unseren Folgen rund um das Weltall. Also wir haben mit jemandem gesprochen, der ins Weltall reisen wird und mit Menschen, die da Dinge berechnet haben, aber jemand, der wirklich einen Teil entwickelt hat, ohne dass diese Rakete nicht hätte starten können, also mitentwickelt hat, das ist Julian ganz wichtig, weil es war natürlich eine Teamarbeit.
Den haben wir noch nicht getroffen und den durfte ich beim Brainwaves kennenlernen. Zwei dieser Druckbehälter hängen wirklich frei im All, neben dem Triebwerk der Rakete. Sie haben also direkten Kontakt zum Weltall. Das ist schon ganz cool, wenn man sowas bei seiner Arbeit entwickelt und dann später auch mitbekommt, wie so eine Rakete dann startet.
Julian kam übrigens nicht allein auf die Bühne, sondern mit einem Modell der Ariane 6. Also wenn wir später beschreiben, wo da welche Triebwerke und welche Druckluftbehälter angebracht sind, dann sprechen wir von diesem Modell, was da neben uns steht. Aber hört einfach mal selbst. Ungewohnt hier alleine zu sitzen. Normalerweise sitzt hier Marie, ich vermisse sie schmerzlich, aber deswegen habe ich mir jemanden dazugeholt und ich bitte ihn direkt auf die Bühne und zwar ist es Julian Spinnrath, nochmal einen herzlichen Applaus für dich.
Und er kommt nicht alleine auf die Bühne. Hi, schön, dass du da bist, dass du hier Marie vertrittst. Ich muss auch erstmal noch ein bisschen ruckeln hier. So, Hauptsache, die Rakete steht an Position. Das war direkt mal ungewohnt, überhaupt hier zu sitzen. Ja, wie fühlt es sich an? Ganz anderer Arbeitsplatz hier mal. Ja, geht aber.
Wir finden da zusammen rein. Schön, dass du uns hinter die Kulissen blicken lässt, deiner Arbeit. Du bist Projektmanager der Luft- und Raumfahrtabteilung bei ETC. Und jetzt muss ich schwingen, ETC steht für Enrichment Technology Company. Wenn du jetzt jemanden in der Kneipe triffst und sagst, ich arbeite bei ETC und der sagt, wie? Du arbeitest bei etc.
Wie erklärst du, was genau du bei deiner Arbeit so machst, was ETC auch macht? Genau, es ist ein Unterschied, was die ETC so generell macht und was ich mache. Ich bin praktisch so in so einem Nischenbereich, sage ich mal. Die ETC an sich macht Gaszentrifugen entwickelt und fertigt Gaszentrifugen. Ich selber bin in, habe ich schon gesagt, in so einer Kleineren, in so einer Nische.
Ich bin verantwortlich für die Fertigung von Druckbehältern für die Raumfahrt. Deswegen habe ich auch hier ein Modell von einer Rakete mitgebracht. Ja, ich gucke da schon ganz gespannt drauf. Druckbehälter und Rakete. Wie genau passt das zusammen? Wofür braucht die Rakete den Druckbehälter? Woran genau? Hier wird nochmal umgebaut.
Woran genau bist du da beteiligt? Ja, Druckbehälter. Wir speziell fertigen einen Heliumdruckbehälter. Helium, wer im Chemieunterricht aufgepasst hat, ist ein nicht reaktives Gas. Das heißt, wird zumindest nicht verwendet für den Antrieb direkt, also nicht verbrannt, ist aber trotzdem Teil des Antriebsstrangs.
Also man hat gerade die Ariane 6 Rakete, die hat ein Antriebssystem aus Flüssig-Sauerstoff und Flüssig-Wasserstoff. Der halt in riesigen Tanks mitgeführt wird und der wird dann halt, wenn das Triebwerk gezündet wird, extrem schnell verbrannt. Das heißt, der Treibstoff wird aus diesen Tanks rausgesaugt und damit die nicht kollabieren, kann man oder muss man den dann von der anderen Seite bedrücken.
Das macht man dann zum Beispiel mit Helium. Gibt es noch andere Anwendungsfälle? Ventile schalten, Kaltgas, Lagerreglungstriebwerke. Gibt es verschiedene Anwendungsfälle. Was genau unser Tank jetzt macht, wissen wir tatsächlich gar nicht so genau. Das ist jetzt nur so, was ich aus meinem Studiumwissen so mitgeben kann.
Okay, du weißt aber, wo der angebracht ist. Also wenn du dir jetzt die Rakete hier, sie sieht ja, das ist ja ein Modell, was dem schon sehr gleich kommt, der Ariane 6. Wo genau finden wir da deine Druckbehälter? Wir haben drei von unseren Behältern in der Rakete. Die Ariane 6 hat zwei Stufen, das heißt eine Oberstufe und eine Unterstufe.
Das ist das, was man vielleicht schon mal so im Fernsehen gesehen hat. Die Rakete startet und irgendwann trennt sie sich. Das heißt, dann fällt ein Stück wieder zurück auf die Erde und das andere fliegt weiter. Wo kann man das jetzt an der Rakete da? Kannst du da so eine Linie zeichnen? Ja, also wir haben, also von der einen weiß ich es nicht genau. Der sitzt eben in der Unterstufe, deswegen sage ich das. Also wird wahrscheinlich ganz unten sitzen.
Und zwei weitere sitzen dann an der Oberstufe. Das wird dann irgendwo hier knapp oberhalb dieser Sechs sein. Also so in der Mitte der Rakete. Interessant ist, wenn die Oberstufe sich dann getrennt hat, die ist dann halt auch schon sehr hoch im All, dann sind unsere beiden Behälter wirklich direkt, die hängen wirklich direkt drunter, frei im All, direkt neben dem Triebwerk.
Das finde ich irgendwie immer beeindruckend, so diese Vorstellung. Also quasi ein Teil von dir ist schon mal ins All geflogen. Du hast auch den Start der Ariane 6 tatsächlich mitbekommen. Kannst du mal uns mitnehmen, was genau das für ein Gefühl war? Du bist da extra hingereist. Wie war das, diesen Start mitzuerleben? Ähm...
Ja, sehr nervenaufreibend, sehr emotional. Also das war auch in Südamerika, wir hatten vorhin schon mal Südamerika. Französisch-Goyana. Genau, Französisch-Goyana, das ist sehr nah am Äquator, deswegen startet man da. Sehr heiß da, super hohe Luftfeuchtigkeit, das heißt man hat auch schon ohne die Aufregung geschwitzt.
Ja und wir sind da angekommen, wir haben erstmal so einen Empfangbereich, wo es so Häppchen gibt Und dann hat man im Grunde darauf gewartet, dass man dann zu den Besichtigungsplattformen gebracht wird. Dann hat es erst mal angefangen zu schütten und zu gewittern. Das heißt, der Start wurde dann auch noch verschoben.
Und generell ist halt so bei so einem Erststart vieles ungewiss. Es kann immer mal sein, dass wegen Wetter oder technischen Problemen es komplett ausfällt. Wir hatten aber Glück, es wurde nur verschoben um, ich glaube, knapp eine Stunde. Dann wurden wir geshuttelt zu unserer Besichtigungsplattform, waren dann so knapp acht Kilometer vom Launchpad entfernt.
Da war die Rakete schon sehr klein, man konnte sie aber noch sehen. Die Größe ungefähr? Kleiner. Ich hatte aber ein Fernglas dabei, damit konnte man sie dann auch auf jeden Fall deutlich besser erkennen. Aber auch mit bloßem Auge ging es noch. Und ja, dann haben wir tatsächlich auf den Countdown gewartet, der dann auch irgendwann kam.
Auf Französisch, alles Französisch-Goyana, wird kaum Englisch gesprochen. Die Leute um einen herum waren auch alle natürlich stark involviert. Es waren viele Mitarbeiter der Ariane Group und des Weltraumbahnhofs da. Entsprechend war halt auch die Stimmung. Alle waren unglaublich angespannt. Dann ging es plötzlich los, man hat lautes Rauschen gehört, plötzlich dann auch wie die Rakete abhebt, acht Kilometer entfernt, das heißt der ganze Schall kommt ja auch verzögert an.
Dann kam dann irgendwann so ein tiefes Grollen und die Rakete stieg immer weiter. Ich kann mich noch so richtig gut erinnern, ich habe ja gesagt, ich hatte ein Fernglas und ich habe durch das Fernglas geguckt und habe die Triebwerke gesehen und habe plötzlich gemerkt, dass meine Augen brennen, weil die Triebwerke so heiß sind und so lichtintensiv, dass es halt durch das Fernglas in den Augen geschmerzt hat.
Und ja, es ist einfach beeindruckend, was da wirklich abgeht, was das für Kräfte sind. Ja, und dann, wie gesagt, emotional die Rakete steigt und man hat die ganze Zeit die Sorge oder man hofft, dass alles gut geht. Und das sind halt auch mehrere Prozesse. Dann trennen sich die Booster, dann kommt irgendwann die Stufentrennung voneinander. Und jedes ist halt so ein kleines Event, wo potenziell was schief gehen könnte.
Das heißt dann immer Sorge und dann Erleichterung und Freude. Und ja, also total emotional. Also ich habe ein schönes Bild von mir. Da bin ich vorm Start. Da sehe ich noch relativ entspannt aus und dann nach dem Start total verschwitzt, aber glücklich. Ah, okay. Und ja, so habe ich den Start erlebt. Ja, das Bild haben wir sogar da. Vielleicht an die Regie können wir das Bild vorher.
Wir haben leider nicht das nachher bekommen. Ja, so besser, das sehe ich nicht so gut. Vielleicht können wir das hier mal einblenden. Hier steht ihr vor der Rakete. Wie groß, muss man sich das vorstellen, ist das jetzt so, wie weit muss man den Kopf in den Nacken legen, um bis da nach oben zu schauen?
Ist das so Eiffelturm-Gefühl, wenn man vor dieser Rakete steht? Wir haben ja jetzt hier, wie gesagt, diese Kleine dabei und du hast gesagt, acht Kilometer entfernt war sie dann irgendwie so daumengroß. Was ist das für ein Gefühl, davor zu stehen? Ja, also das ist jetzt die Ariane 5, der Vorgänger. Das ist am Eingang des Weltraumbahnhofs. So nah waren wir leider nicht an der Rakete dran.
Ich weiß auch nicht, ob die tatsächlich eins zu eins ist, aber wir waren später am Launchpad und das ist schon gigantisch groß. Also da fühlt man sich sehr, sehr klein. Also da muss man auf jeden Fall den Kopf in den Nacken legen. Wir haben auch tatsächlich noch ein Video dabei von diesem Start, also das, was du durchs Fernglas quasi gesehen hast.
Lass uns das doch mal angucken. Ich finde, das beschreibt ganz gut, was du gerade schon hier sehr bildlich beschrieben hast. An dieser Stelle ein kurzer Zwischeneinwurf. Schaut euch doch am besten das verlinkte Video an. Da seht ihr, wie diese Rakete startet aus der Perspektive von Julian. Und am besten auch wirklich mit Ton, weil das geht wirklich unter die Haut.
Ich frage mich immer noch, wie ein einfaches Handy-Video, bei dem man kaum mehr als so einen schwarzen Strich sieht, so ein Gefühl auslösen kann. Also mir ging es zumindest so. Schaut euch das unbedingt mal an. Und jetzt geht's weiter. Na, stop! Wuhuuu! Ich bin der Zuh�st. YAY! YAY! Bist du bist du? Ja, Leute, ich bin der Zeit. Ja, ich bin der Zeit.
Ich bin der Zeit. Ich bin der Zeit. Wir sind noch vor der Wolke. Jetzt kommt das Scrollen erst. Ah, okay. Boah, ja, das geht auch richtig... spürt man auch richtig ein bisschen. Da krieg ich jetzt noch Gänsehaut. Ja, das glaub ich. Sehr schön. Gleich taucht sie wieder auf. Das ist ein Wettbewerb. Ja, da kommt sie wieder her.
Ja, vielen Dank, ich glaube, wir haben sie aus den Augen verloren. Du sagst, das löst immer noch irgendwie was in dir aus. Ja, im Hintergrund kamen dann auch immer wieder französische Kommentare vom Livestream. Aber der Livestream kam direkt aus der Steuerzentrale. Das heißt, da kam dann halt immer wieder so die Bestätigung, alles so wie es soll. Nächster Schritt wird klappen. Genau, ja.
Und was man vorhin auch gehört hat, das Jubeln, das waren halt auch wirklich Mitarbeiter. Genau, es war nicht von mir oder meinem Kollegen, sondern da waren halt auch wirklich Kollegen vor Ort von der Ariane Group, die dann aus Bremen kommen zum Beispiel und da helfen, die Rakete zusammenzubauen. Und ja, die waren genauso erleichtert wie wir.
Ja, also deswegen, es war so ein Gemeinschaftsgefühl. Und alle haben das Gleiche geführt. Toll, ja. Du hast bei LinkedIn ein Foto oben bei dir im Banner, wo man quasi die Erde sieht aus dem Weltraum. Also eine Perspektive, die wir alle wahrscheinlich niemals einnehmen werden. Deine Druckbehälter aber schon, also quasi du als Teil auch schon.
Ist das ein Foto, was du gerne mal selbst schießen würdest? Ja und nein. Also ich hätte ein bisschen Angst vorm Weltall. Aber so ja, natürlich die Erde mal von außen zu sehen, schon irgendwie ein Traum. Also man sieht auf den Mond und denkt Wahnsinn, wie schön und groß. Und die Erde mal so zu sehen, also im Grunde alles, was wir kennen, unser gesamter Lebenstraum in so einem kleinen Sichtfenster zu sehen, ist auf jeden Fall beeindruckend.
Ich finde auch, dass es einem irgendwie so wieder ins Gedächtnis ruft, wie besonders unsere Erde ist und wie glücklich wir sein können, dass wir so einen tollen Lebensraum haben. Passt vielleicht auch zu den anderen Themen, die wir heute gehört haben. Zu dem Vorgänger-Podcast. Ja, das ist so ein bisschen meine Motivation für dieses Bild und auch ein bisschen so die Motivation, warum ich mich überhaupt für diesen Bereich so interessiere.
Ja, das wäre jetzt die nächste Frage gewesen. Die Rakete ist gestartet und hat Satelliten ins All gebracht. Was genau machen die da oben jetzt? Also bei dem Erstflug, da wurden tatsächlich auch Satelliten mitgenommen. Da ging es aber primär erst mal darum zu testen, ob alles funktioniert an der Rakete.
Soweit ich weiß, sollte die Rakete in einer niedrigen Erdumlaufbahn und danach wieder relativ schnell kontrolliert zum Abschluss gebracht werden. Also wieder Erdeintritt in die Atmosphäre und verglühen. Das hat, glaube ich, beim Erststart nur halb funktioniert. Also soweit ich weiß, fliegt die Oberstufe immer noch um die Erde im Kreis, weil dieser Visa-Eintritt nicht funktioniert hat.
Genau, aber das ist so letztendlich eigentlich immer der Plan. Wenn es geht, versucht man alles, was man ins All bringt, auch wieder irgendwie in die Atmosphäre eintreten zu lassen, um eben Weltraumschrott zu verhindern. Wenn man jetzt weiter rausfliegt, dann geht das natürlich nicht mehr. Ja, aber da ist es dann auch nicht so schlimm, wenn man da mal ein bisschen Schrott hat, aber so direkt um die Erde herum, da versucht man das dann schon irgendwie möglichst gering zu halten. Ja, verstehe.
Das ist besonders jetzt auch, weil das eine europäische Rakete ist und im Vorgespräch hast du gesagt, dass es total wichtig ist, dass Europa da mit dabei bleibt und dieses Feld quasi auch mit besetzt. Warum ist das wichtig, dass da europäische Länder auch gemeinsam mit dabei bleiben? Ja, Raumfahrt ist ja eigentlich immer so ein bisschen so die Spezialität gewesen von den USA.
Russland war tatsächlich auch ganz gut in der Raumfahrt. Denkt man, es ist historisch bedingt aus dem Kalten Krieg noch. Nicht Deutschland, sondern Europa generell hatte dann ja irgendwann nachgezogen mit den Ariane-Raketen und auch eigentlich sehr erfolgreiche Raketen gehabt, so speziell für Deutschland.
Deutschland ist ja eigentlich immer Technologievorreiter gewesen und ich denke schon leider nur deshalb ist es für Deutschland interessant, auch diese Stelle zu behalten und weiterhin gute Technologien zu entwickeln. Für Europa ist es, glaube ich, noch wichtiger. Da kann man aktuell, glaube ich, ein bisschen politisch werden. Die Weltlage ist ein bisschen angespannt.
Auf Russland kann man sich nicht mehr verlassen. Auf die USA, da bröckelt es vielleicht auch gerade so ein bisschen. Was es umso wichtiger macht, für Europa unabhängig zu sein, ein eigenes System zu haben. Alles Mögliche ins All zu bringen, Satelliten. Wo stehen wir denn da? Also stehen wir da ganz gut da? Also du hast jetzt gesagt, es ist betont, dass es wichtig ist.
Kommen wir dieser Wichtigkeit denn, werden wir dem gerecht? Also wir stehen, glaube ich, besser da, als man so denkt. Also man hört oft irgendwie Spott. Dann wird die Ariane 6 verglichen mit zum Beispiel SpaceX, so einer Falcon 9, die landen kann und in viel höheren Stückzahlen startet. Aber ich bin eigentlich davon überzeugt, dass wir sehr gute Technologie haben.
Der Vorgänger, die Ariane 5, hat zum Beispiel das James Webb Teleskop gestartet, eins der teuersten zivilen Projekte, was jemals ins All gebracht wurde, soweit ich weiß. Und da hat man sich für die Ariane 5 entschieden, weil sie eben so eine gute Technologie war. Ja, also die Technologie ist gut. Man kann es sicherlich noch skalieren.
Es passiert auch aktuell unglaublich viel. Ich war jetzt gerade erst wieder in Bremen auf einer Messe. Und da sieht man, die wird eigentlich jedes Jahr größer. Also in Europa bewegt sich was. Wir sind da auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Okay, jetzt schon ein schönes Schlusswort. Aber zu dir persönlich nochmal, wie geht es jetzt weiter? Du hast ja jetzt quasi, das ist ja ein Meilenstein, also wenn man das dann geschafft hat.
Ich meine, sozusagen durch deine Arbeit wurde dieser Rakete ermöglicht, ins All zu fliegen. Was kann da noch kommen? Ja, also ein bisschen muss ich dich da korrigieren. Das ist natürlich nicht meine Arbeit gewesen, zumindest nicht allein. Das ist natürlich ein Team dahinter. Das Team ist tatsächlich überschaubar. Aber gerade die Entwicklung, ich bin noch nicht so lange bei der ETC. sehe, die Entwicklung von sowas dauert Jahre, die Entwicklung haben wir mittlerweile abgeschlossen.
Da war ich dann teilweise auch noch mit involviert. Wir haben jetzt zuletzt haben wir diesen Schritt gemacht in die Serienfertigung. Da war ich dann noch sehr stark involviert. Genau, mittlerweile sind wir in dieser Serienfertigung. Wir hängen natürlich ein Stück weit ab von dieser Ariane 6 Rakete, die jetzt auch erst viermal geflogen ist.
Da sollen jetzt aber die Flüge, also die Anzahl der Flüge soll stark erhöht werden. Entsprechend können wir dann auch mehr produzieren und mehr ausliefern. Und das wäre jetzt auch so mein und unser kurzfristiges Ziel. Also die Stückzahl der Behälter, die wir fertigen, erhöhen. Schön wäre natürlich auch noch andere Anwendungsfälle für diesen Behälter zu finden, dass wir jetzt nicht nur mit der Ariane 6 fliegen, sondern auch mit anderen Produkten oder Add-ons von der Ariane 6.
Ja, das ist eine schöne Aussicht auf jeden Fall. Hier nochmal ein ganz kleiner Zwischeneinwurf. Wie Julian überhaupt zu ETC und zu diesen Druckluftbehältern und im Endeffekt zum Start der Ariane-Rakete gekommen ist. Er hat tatsächlich schon immer super gerne getüftelt und geschraubt, wobei das bei der Entwicklung dieser Druckbehälter nicht mehr ganz so gebraucht wird, weil die einfach hoch spezialisiert sind.
Aber so ein Interesse fürs Tüfteln und Schrauben ist schon nicht verkehrt. Dann hat er in Aachen Maschinenbau studiert, auch wegen dieses Interesses an Tüfteln und Schrauben. Anfangs hatte er keine genaue Vorstellung, wie es dann weitergehen sollte, hatte aber immer schon Interesse an Energie, kam dann zur Energietechnik, hat sich dann in den erneuerbaren Energien vertieft und während des Masters hat sich dann sein Interesse an der Raumfahrt herauskristallisiert.
Er hat seine Wahlfächer dann hauptsächlich in Raumfahrtmodulen belegt, hat seine Masterarbeit zum Thema Raumfahrt geschrieben und wusste aber irgendwie immer noch nicht so ganz, wie er die Energietechnik damit koppeln kann. Was ihn total interessiert hat, wo diese zwei Fächer zusammengekommen sind, war das Artemis-Projekt.
Dieses Projekt hat das Ziel, den Mond zu besiedeln und dafür bräuchte man dann nachhaltige Energie auf dem Mond, also zum Beispiel auf einer Raumstation. Und so führte dann sein Weg durch Zufall zu ETC. Da hat er gehört, dass die dort ein Raumfahrtprojekt für die Ariane-6-Rakete haben und war ziemlich interessiert und dachte sich, das ist verdammt nah an dem dran, was ich so kann und was ich gerne machen möchte.
Das zum Hintergrund, wie Julian überhaupt bei ETC gelandet ist. Okay, das sind so die faktischen Aussichten, die du jetzt hast. Du hattest bei LinkedIn im Zusammenhang mit diesem Video, was wir auch eben gesehen haben, gesagt, du hattest es nie auf der Bucketlist stehen, einen Raketenstart zu sehen, aber es sollte definitiv da drauf und in dem Moment hast du es auch schon abgehakt.
Hast du ganz persönlich jetzt auf deiner Bucketlist stehen oder sagst du, puh, erst mal Füße hochlegen, auch in Ordnung? Ja, also ich habe tatsächlich gesagt, ich habe keine Bucketlist. Genau. Genau, aber dann habe ich gesagt, okay, jetzt mache ich mir schnell eine. Aber es hätte drauf gehören sollen. Und jetzt habe ich wieder eine neue gemacht, genau. Und ich habe gesagt, ich möchte das auf jeden Fall nochmal sehen.
Nochmal, okay. Du willst das nochmal. Genau, es gibt auch noch verschiedene Ausbaustufen von der Rakete. Ich habe nur die kleinste gesehen. Da könnte man dann auch nochmal ein Upgrade sehen, die größtere Ausbaustufe. Und ja, ich sage mal, das jetzt direkt so in Bezug auf die Rakete. Ja, wie gesagt, ich würde das gerne alles noch ein bisschen weiter voranbringen, dass wir da Europa noch mehr unterstützen können.
Okay, vielen, vielen Dank. Wir durften mit dir diese Rakete gedanklich nochmal starten lassen. Ich hatte auf jeden Fall bei deinen Erzählungen und beim Video ziemlich gut Gänsehaut und bin froh, dass du uns mit auf diese Reise genommen hast. Ich glaube, es gäbe noch viel, viel mehr Fragen, die sich wahrscheinlich anschließen würden. Ich gebe aber die Bühne wieder frei an die Kollegen.
Wenn man noch mehr über dich erfahren möchte, LinkedIn ist, glaube ich, ein ganz guter Kanal, wo du ab und zu und vielleicht dann auch das nächste Mal, wenn du deine Bucketlist erfüllst, wieder ein Posting absetzt. Also ich hatte sehr viel Freude daran, dieses Video und so weiter zu verfolgen. Und sonst ETC. Genau, die ETC hat auch LinkedIn und Instagram-Profile.
Das kann man auch folgen. und dann kriegt man das alles mit. Ja, super spannend auf jeden Fall, dass sowas, was quasi die Welt bewegt, hier direkt um die Ecke stattfindet. Vielen, vielen Dank, dass du uns mit auf diese Reise genommen hast. Gerne. Danke, Julian Spinnrath. Und ich verabschiede mich auch. Wir enden immer damit.
Bis dahin, macht's euch schön und tschüss.