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Shownotes
Als in den 50ern die Autos immer schneller werden und die Menschen vom eigenen Auto träumen, steigt parallel die Zahl der schweren Verkehrsunfälle. Walter Linderer, Erfinder aus München, hat eine Idee, um das Auto sicherer zu machen. Aber bis sie real wird, wird es 30 Jahre dauern.
Wenn ihr spontan seid, kommt heute gerne zu unserem Auftritt: Am 22.11.2025 findet am 14 Uhr das Brainwaves Podcastfestival im Haus Overbach in Jülich statt. Mit vielen kostenlosen Live-Podcasts. Weitere Infos findet ihr hier: brainwaves-festival.de
“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links, die gerade wichtig sind.
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Einen schönen Zeitensamstag wünschen wir euch und ihr glaubt es nicht, es ist ja einfach schon wieder ein Traum in Erfüllung gegangen. Besonders ein Traum von dir, muss ich dazu sagen. Ja, wirklich, ein Traum von mir geht in Erfüllung und ihr seid quasi wieder schon dabei. Ja, passieren hier richtige Meilensteine für uns irgendwie.
Ich weiß nicht, ob wir schon mal drüber gesprochen haben, aber Marie ist ja leidenschaftliche Bahnfahrerin, also so richtig leidenschaftlich. Ich sammle viele Bonuspunkte. Du sammle Bonuspunkte, du nutzt irgendwie so alles aus, du sitzt einfach gerne in Zügen, sagen wir es ist. Und jetzt ist was passiert, dass quasi die Bahnfahrten noch mehr mit dir stattfinden, mit uns stattfinden.
Ja, wir können jetzt quasi zusammen Bahn fahren. Ja, stimmt. Vielleicht können wir es so zusammenfassen. So habe ich es auch noch nicht ausgesprochen. Wir reisen jetzt durch ganz Deutschland, ohne ein Ticket dafür kaufen zu müssen. Stimmt. Mit euch zusammen, das ist das Beste, denn ihr kennt es vielleicht, ihr steigt in den ICE, IC oder so und checkt als erstes mal, ob es WLAN gibt.
Also das mache ich meistens und freue mich dann, wenn sich dieses Portal von der Bahn öffnet, das ICE-Portal, da landet man ja automatisch, wenn man sich mit dem WLAN verbindet. Und in diesem Portal, da kannst du das große Vergnügen erleben, denn da gibt es die krassesten Filme. Also irgendwie Oppenheimer oder so wurde mir letztens vorgeschlagen.
Ja, es ist eigentlich wie im Flugzeug, wo man sieben Stunden lang irgendwelche Filme guckt. Gibt es das eben auch in diesem ICE-Portal? Vielleicht wissen das gar nicht so viele. Weil im Flugzeug, sobald ... Wenn man eingestiegen ist, startet man ja schon den ersten Film, ne? Genau. Bei langen Streckenflügen. Und in der Bahn vielleicht startest du auch das WLAN und drückst dann auf OK. Aber das ist ein Fehler.
Ihr dürft nicht direkt auf OK drücken und das wegschieben, sondern ihr müsst mal in dieses Portal gucken. Denn da könnt ihr uns jetzt finden. Ja, ihr könnt uns da finden. Ihr könnt uns bei euren Bahnfahrten über das ICE-Portal hören. Wir sind einer von, muss man dazu sagen, wenigen Wissenschaftspodcasts, die da zu finden sind.
Und ihr findet unsere Folgen da komplett auch ohne Werbung. Das ist auch irgendwie richtig cool. Wir kriegen auch nichts dafür, dass wir da jetzt irgendwie unsere Inhalte teilen. Aber wir freuen uns einfach riesig, wenn wir euch da erreichen können und mit euch zusammen Bahn fahren können. Und vielleicht entdeckt der ein oder andere uns ja bei einer schönen Bahnfahrt an einem schönen Ort.
Also hört super gerne mal rein, wenn ihr das nächste Mal im Zug seid. Guckt einfach schön aus dem Fenster, lasst die Welt an euch vorbeiziehen. Und wenn dann irgendwie wieder ein ungeplanter Zwischenstopp dazu kommt, gar kein Problem. Unerwartet gehalten, kein Problem. Ja, wir versüßen euch doch gerne jede Bahnfahrt und freuen uns wirklich ganz doll, dass wir da präsent sein dürfen. Richtig toll.
Ja, wir sprachen gerade über Schnee. Vielleicht, das scheint ja in Teilen Deutschlands, vielleicht fahrt ihr ja gerade auch durch eine schöne Schneelandschaft. Das wäre doch auch romantisch und passend für einen gemütlichen Podcast. Heute sprechen wir über eine Erfindung, die man auch oft unterwegs dabei hat, allerdings nicht im Zug, sondern in einem anderen Fortbewegungsmittel, nämlich im Auto.
Wir sprechen heute über Walter Linderer und die Erfindung des Airbags. Ja, es ist eine Erfindung, über die wir heute sprechen, die man im besten Fall eigentlich nie sieht. Hast du schon mal gesehen? Nee, also gesehen, ja kein Problem. Gesehen sage ich mal nur, wenn man mal an einem Unfall irgendwie vorbeigekommen ist oder so.
Und dann schon ja auch guckt so, oh krass, der Airbag ist aufgegangen. Dann war es bestimmt ein heftiger Aufprall so. Aber er ist mir noch nicht näher gekommen. Nee, mir zum Glück auch nicht. Ich finde die Vorstellung auch ganz schön verrückt, dass da auf einmal sowas rausplatzt. Ich habe aber letztens, also vor einer Woche oder so tatsächlich bei uns in der Straße war echt ein kräftiger Unfall.
Also zum Glück keine schlimmeren Schäden, aber da war richtig alle Airbags offen und alles im Auto auch kaputt und so weiter. Ja, aber hat quasi genau das gemacht, was er tun sollte und die kamen mit einem Schrecken davon, die da in den Unfall verwickelt waren. Also es ist ja auf jeden Fall immer schon so ein sehr krasses Signal, wenn da ein Airbag offen ist im Auto bei einem Unfall.
Ja, sieht immer irgendwie nach, ja, so spektakulär aus einfach, wie das so aus so einer kleinen Box dann so groß werden kann. Ja, ja, ja. Ja, aber. Hoffen wir, dass es so bleibt. Genau, hoffen wir, dass es so bleibt, dass ihr ihn auch noch nicht von näherem gesehen habt. Aber dass es ihn gibt, das gibt einem ja auf jeden Fall ein gutes Gefühl, wenn man unterwegs ist.
Es ist einfach gut zu wissen, falls es einen Aufprall jetzt gäbe, würde dieser Airbag aufspringen und ich würde auf dieses Luftkissen prallen und nicht zum Beispiel direkt auf die Armatur. Das ist gut. Ja, das ist richtig, richtig gut. Die Ersten, die sich mit dem Thema Aufprall beschäftigt haben, waren damals Piloten. Das ist irgendwie auch naheliegend.
Boah, da musste ich direkt an unsere ganzen Flugshow- und Fluggerätefolgen denken, die wir hier schon gemacht haben. wo die Leute auch einfach mal so losgesprungen sind. Ja, genau. Ja, da haben wir ja einige Folgen zu, wo Leute einfach losgesprungen sind. Das ist einfach nur irre. Und ja, damals haben diese Piloten eben versucht, Flüge sicherer zu machen mit einem Gummisack, in den ein Schwamm eingearbeitet war. Auch irgendwie ein ganz guter Ansatz.
Aber das waren am Anfang einfach nur so Polster, die quasi immer aktiv waren. Einfach so ein dauerhafter Aufprallschutz, könnte man sagen. Und das Tolle am Airbag ist ja, dass er nur groß wird, wenn man ihn wirklich braucht. Und diese Idee... Kommt aus Deutschland, also es ist eine Erfindung, die hier quasi in näherer Nachbarschaft gemacht wurde.
Genauer genommen aus München von dem Erfinder, wir haben seinen Namen gerade schon genannt, Walter Linderer. Und für diese Erfindung müssen wir uns so ein bisschen zeitlich zurückdenken in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich noch gar nicht alle Leute noch lange kein Auto leisten konnten. Aber es bahnt sich trotzdem schon so an, es wird langfristig so eine Massenmotorisierung kommen.
Denn beim Wiederaufbau, da wurde schon so eine autogerechte Stadtplanung betrieben. Also man sieht das an so Beispielen wie, dass im Westberliner Senat zum Beispiel 1953 entschieden wurden, wir möchten keine Straßenbahn mehr bauen. Die haben sogar gesagt, wir wollen eigentlich die Straßenbahn abreißen, die wir gerade haben. Und wir möchten, dass die nach unten verlegt wird.
Unter die Straße soll eine U-Bahn werden. Denn wir brauchen oben Platz für Autos und Busse. Und ja, das ganze Verkehrsnetz wurde also schon bei dem Wiederaufbau ganz anders geplant. Viel autogerechter, weil man dieses Gefühl hatte, okay, die Städte und unser Leben, das soll jetzt einfach schneller werden.
Ja, schneller, individueller. Die Leute sollen selbstständig an die Orte kommen, wo sie hinwollen. Ich meine, in Köln sieht man das ja auch am allerbesten, direkt neben dem Dom ein riesen Parkhaus, was man ja heutzutage auch nie wieder so machen würde. Also eine komplette Bausünde. Ja, das ist wirklich komplett irre.
Da hatte man noch ganz andere Ansätze. Jetzt versucht man das ja teilweise schon wieder zurückzubauen und die Städte wieder von Autos zurückzubauen. Ich sage mal zu befreien, das klingt so wertend, weil viele Menschen sind aufs Auto angewiesen, aber ja, die Städte in dem Sinne aufzubauen, dass das Auto eben nicht mehr das Verkehrsmittel erster Wahl ist.
Stimmt schon, wieder so zurückzuverändern eigentlich. Prozess, ja genau. Und dadurch, dass Autos so ein gesellschaftliches Thema werden, werden sie auch immer leistungsstärker und die Zahl der schweren tödlichen Autounfälle steigt. Und deshalb stellt sich jetzt die nächste Frage und zwar, wie könnten Unfälle sicherer werden?
Also man kann nicht verhindern, dass Unfälle passieren, deswegen muss man verhindern, dass bei Unfällen schwere Verletzungen passieren oder die tödlich enden. Und die ersten Überlegungen sind dann, ob es zum Beispiel schlau sein könnte, die Sitze mit Blickrichtung nach hinten zu setzen oder ob die Sitze verschiebbar sein sollten.
Auch so Überlegungen, wo man jetzt denkt, okay, alles klar, wie genau soll dann der Fahrer da sitzen oder sitzt dann quasi der Beifahrer rückwärts? Also einer müsste halt nach vorne gucken, wir losen dann immer vorher. Ja gut, ob es der Weihfahrer oder der Fahrer ist. Aber ja, durchsetzen wird sich erst die Idee von Walter.
Er ist Ingenieur und meldet 1951 ein Patent über eine, jetzt kommt's, immer diese Patentsprache. Die liebst du doch. Einrichtung zum Schutze von in Fahrzeugen befindlichen Personen gegen Verletzungen bei Zusammenstößen. Eigentlich noch recht verständlich. Aber Airbag heißt quasi Einrichtung zum Schutze von den Fahrzeugen mit windlichen Personen gegen Verletzungen bei Zusammenstößen.
Könnt ihr euch mal merken. Ja, merken wir uns. Das haben wir uns alle direkt hinter die Ohren geschrieben. Ja, und er hat jetzt nämlich eine ganz besondere Idee. Er kommt auf die Idee, dass es gut wäre, wenn man die Autofahrer mit einem Luftsack schützen würde. Also er geht weg von diesen Gummipolstern, die es davor gab als Idee und kommt irgendwie darauf, so ein Luftsack wäre super, denn...
Ein Luftsack, der könnte sich ja erst in dem Moment, wo dann der Aufprall passiert, aufblasen. Und er schreibt in seinem Patent dazu, das ist nicht ganz spannend, dass er eben möchte, dass sich das bei einem Aufprall automatisch aufbläst. Aber er schreibt auch, dass es wie so eine willkürliche Auslösung geben könnte.
Das fand ich interessant, weil das wäre ja also quasi Airbag auf Knopfdruck, wenn man es möchte. Auch interessant, oder? Dass man sozusagen, wenn man merkt, jetzt könnte gleich ein Aufprall passieren, noch in dieser Sekunde, zack, drückt diesen Knopf und dann entgeht man quasi schlimmeren Verletzungen.
Und er beschreibt diesen Airbag oder dieses Kissen, was dann da entsteht, als weichen, elastischen Behälter. Auch ein lustiges Wort. Auf jeden Fall. Aber weich, Hauptsache weich. Ah ja, Hauptsache Schütz, genau. Und in seinem Patent malt er dafür auch eine Zeichnung. Und das ist irgendwie ganz interessant, weil das ist ein Mann, wie man ihn jetzt heute nicht mehr am Steuer so unbedingt sehen würde.
So ein schickes Jackett, Schuhe mit Absatz, ein Hut. Das ist so lustig, weil es eigentlich so eine Bauzeichnung ist. So sieht es irgendwie aus. So ganz exakt, aber dann Hauptsache ein Anzug und ein Hut. Ja, stimmt. Man hätte auch einfach so eine Dummy-Figur malen können. Aber das ist so ein ganz schicker Mann, der im Auto sitzt.
Und ja, vor ihm dann dieser Airbag, der quasi da rausplatzt. Also ganz interessant. Vielleicht können wir euch das anhängen. Vielleicht sieht man da auch so ein bisschen, dass so dieses Autofahren und sich ein Auto leisten können, wirklich nicht was für alle war. Ja, stimmt. Und natürlich auch irgendwie, was Männer eher gemacht haben.
Stimmt. Also es ist irgendwie so diese klassische, der klassische Autofahrer, habe ich das Gefühl, hat er gemalt. Aber ich liebe vor allem diesen Hut. Ja. Ich wünschte Menschen mit mehr Hüte tragen. Okay, gestern habe ich wieder in der Bahn, das war bei der Straßenbahn, auch zwei Menschen gesehen mit zu hüten und habe auch sehr lange mir das angeguckt und gedacht, wie cool.
Ja, wie schön sind Hüte. Grauen Tagen, wo du irgendwie nie weißt, wird es gleich regnen oder nichts oder so nieseln. Perfekt. Und die Frau, also der Typ hatte so einen schwarzen, wie so ein bisschen so ein, mit nicht so einer breiten Krempe, aber die Frau hatte so einen, der war so dunkelgrün mit so einer richtig breiten Krempe. Aber war das ein Karnevalskostüm?
Muss man ja zutragen. Nee, das war der Stil. Also der Mann sah so ein bisschen aus, die Frau konnte ich, ich habe hauptsächlich die Hüte gut sehen können, es war sehr feuer, aber sie waren so markant. Die sahen so ein bisschen aus, als wären sie so auf Wanderschaft. Aber die Hüte waren eigentlich noch so picobello neu und so.
Ich glaube, das war einfach ein Accessoire. Auf jeden Fall ein gutes Accessoire, auch um unterwegs zu sein, weil es ist ein Schirm. Aber wir kommen vom Thema ab. Genau, und der Hut schützt dich auf jeden Fall auch nicht, wenn du den Autounfall hast. Das stimmt, da braucht es schon was mehr. Ja, deswegen tauchen wir jetzt mal so ein bisschen ein in die Technik.
Was hat sich weiter dann überlegt, wie jetzt dieser Airbag dann sich mit Luft füllen soll? Da hält er in seinem Patent fest, dass durch einen Stoß gegen die Stoßstange sich ein elektrischer Kontakt im Auto schließt. Und der drückt dann auf ein Ventil, das einen Behälter öffnet und schließt. Dadurch wird dann dieser Behälter, wie er das ja nennt, also mit dem Behälter meint er diesen Airbag, sich mit Pressluft füllt. Das ist so seine grobe Idee.
Wirklich alltagstauglich ist das leider noch nicht. Von Walters erster Idee bis hin zu, wann wird es den ersten Airbag in einem Auto geben, sind wir jetzt hier an dieser Stelle noch so 30 Jahre entfernt. Ja, das sind noch ein paar. Jetzt dachte man so, ah ja, cool, Geschichte zu Ende, aber leider war es dann mit der Idee erstmal vorbei.
Ja, denn eins der größten Probleme von Walters Idee, gewöhnliche Pressluft funktioniert bei den bautechnischen Vorgaben in einem Auto nicht so richtig. Sie war viel zu langsam und damit es wirklich in, es sind ja Millisekunden, also eine Millisekunde zu spät und das Ganze ist schon wieder zu spät und deswegen braucht es pyrotechnische Gasgeneratoren, die erst entwickelt werden müssen.
Und die machen es möglich, innerhalb von 30 Millisekunden zu reagieren. Also das Ganze hat einen Haken in der Art, wie dieser Luftbehälter quasi aufspringen soll, mit welcher Technik das ablaufen soll. Genau, das gab es also in den 50er, 60er Jahren noch gar nicht. Und auch dieses Material von den Airbags, von diesen Behältern, das war noch nicht ausgereift, das war noch gar nicht reißfest genug.
Es gibt dann parallel so mehrere Erfinder in den USA, die auch daran tüfteln, die es parallel versuchen, jetzt den perfekten Airbag zu finden. Und da waren auch wirklich Erfindungen dann dabei. Also die haben teilweise, wenn die dann ... Die aufgegangen sind, also ausgefüllt wurden mit Luft. Die haben sich wie so im ganzen Auto verteilt. Also das Material war irgendwie noch nicht optimal.
Aber die Grundidee war ja schon mal genial. Und dann brauchte es sozusagen nur noch die Zeit, in der andere Erfindungen dazu führen konnten, dass diese Idee technisch auch weiter ausgefüllt werden konnte. Ja, das stimmt. Das sagen wir jetzt heute im Rückblick. Aber ich glaube, für die Zeit damals, die waren schon alle doll frustriert.
Also das war, glaube ich, schon richtig nervig. Vor allem steigen ja gleichzeitig die Todesseilen im Autoverkehr total an, weil ja trotzdem Auto gefahren wird, die Autos schneller werden und so. Das heißt, es gibt viel mehr gefährliche Unfälle. Und ja, dass man da irgendwie nicht jetzt die gute Lösung parat hat, ist schon ganz schön frustrierend. Ja und deswegen gibt es dann eine Verordnung vom damaligen US-Präsidenten Lyndon B.
Johnson, es soll nur noch sichere Neuwagen geben, so heißt diese Verordnung. Ab 1973 sollen automatische Insassenschutzsysteme für Neuwagen Pflicht sein und deshalb gehen die Experimente weiter, wie genau diese automatischen Insassenschutzsysteme aussehen können. Und den Durchbruch hatte irgendwann die damalige Daimler-Benz AG in Stuttgart, also Mercedes.
Zwei Sicherheitsingenieure dort meldeten still und heimlich ein Patent an, das mit den heute üblichen Airbags vergleichbar ist. Es dauert aber noch mal zehn Jahre, bis es das erste Auto von Mercedes-Benz mit Airbag gibt. Und auch nur gegen Aufpreis tatsächlich. Also hier kannst du ein Auto haben, aber wenn du darin überleben willst, wenn du einen Unfall hast, musst du noch mal was oben drauf zahlen.
Ja, das ist quasi wie so eine Special Edition. Heute zahlt man vielleicht mehr Geld für eine besondere Farbe. Damals dafür, dass man... Geschützt und aufgefangen wird, wenn man eben einen Unfall hat. Auch irgendwie eine krasse Vorstellung, finde ich, dass man so das eigene Leben und die eigene Versehrtheit so von finanziellen Mitteln abhängig macht.
Genau, so das Auto konnte sich ja schon mal gar nicht jeder leisten. Und dann, wenn du auch noch eins haben willst, wo du irgendwie relativ sicher bist, dann brauchst du noch mal mehr Geld. Ja, so heftig. Aber dann sind es wieder die USA, die eine Regel aufstellen, Denn sie sagen irgendwann, 1997, bei uns sollen Airbags für Fahrer und Beifahrer in Neufahrzeugen jetzt Pflicht sein.
Und so setzt sich dieses Airbag-System dann nach und nach überall durch. Später kommen dann noch Airbags, ihr kennt das heute, du hast das eben auch gesagt, in diesem Auto, was bei euch da in der Straße jetzt den Unfall hatte, Airbags sind mittlerweile überall. Die sind nicht nur vorne, die sind an den Seiten, die sind an den Knien, aber die wurden halt alle nach und nach entwickelt. Und ...
Es ist auch so, dass sich dann auch schon mal Geschichten verbreiten und die auch wirklich so passieren, dass Airbags nicht immer nur retten. Also manchmal sind die Airbags dann auch gefährlich, weil sie vielleicht jemanden einklemmen oder so. Aber weil dieser Stoß einfach so extrem hart ist, dass der Kopf zum Beispiel so nach hinten gerissen wird, muss man auch sehr aufpassen bei Kindersitzen, da muss man den Airbag immer ausstellen, wenn man den Kindersitz vorne anbringt.
Ja, guck, und die dreht man doch auch um, oder? Ist das noch so? Ja, die müssen rückwärts fahren, bis zum dritten Lebensjahr. Ja, aber insgesamt können wir festhalten, dass Airbags auf jeden Fall viel, viel, viel mehr Leben gerettet haben, als sie gefährdet haben. Und ja, insgesamt ist es schon auch nochmal so ein Unterschied, ob du Mann oder eine Frau bist.
Also diese Crash-Tests in Autos, die werden auch immer noch oft einfach mit Unisex-Puppen gemacht. Die heißen Unisex-Puppen, aber sind eher dem Körperbau eines klassischen Mannes nachempfunden. Also größer als die Durchschnittsfrau und haben eben eine andere Statur. Es wird nicht mitbedacht, dass da noch empfindliche Brusten im Weg sind und so weiter.
Also Unisex in Anführungsstrichen so ein bisschen. Genau, also ihr seht so dieses Thema Verkehrssicherheit, das ist schon noch so ein bisschen komplexer auch als nur Airbags und da können wir euch auf jeden Fall nochmal so eine aktuelle Übersichtsarbeit von 2024 zu verlinken, wenn ihr möchtet, könnt ihr euch da nochmal einen Überblick verschaffen.
Was wir festhalten können, der Airbag geht auf jeden Fall zurück auf die Idee von Walter Linderer aus München. Privat haben wir über ihn leider nicht so viel rausbekommen. Das ist ja das, was wir immer am spannendsten finden. Aber wir fanden seine Geschichte trotzdem erzählenswert, weil das eine Erfindung ist, die man so oft im Alltag irgendwie, ja, von der man umgeben ist, die man jetzt nicht so sieht, wie wir festgestellt haben.
Aber ja, die immer so wie so ein kleiner Schutzengel da ist und auf einen Acht gibt, wenn man im Auto unterwegs ist und erinnert uns daran, wie wertvoll es ist, dass wir uns schützen können bei so Geschichten wie Autofahren mittlerweile. Weil Stand-Autos ja so dermaßen sicher, also auch allein, wie die gebaut sind und so.
Also wenn man sich manchmal dann so Oldtimer anguckt, denkt man sich so, wow, da ist wirklich nichts sicher. Also ja, da haben wir schon sehr, sehr gute Voraussetzungen, dass man auch, wenn man dann mal in einen Unfall verwickelt ist, da unbeschadet daraus hervorgeht. Und der Airbag, der Luftsack ist also tatsächlich eine Erfindung aus Deutschland.
So viel können wir festhalten. Ja, und mittlerweile gibt es ja Airbags auch zum Beispiel für Fahrradfahrer. Ja, stimmt. Wie so Nackenstützdinger, die dann so auch... Ich muss dir da eine Geschichte erzählen. Hatte ich dir das schon mal erzählt? Jetzt erzähl dir uns allen gerne. Oh mein Gott, ich hoffe, ich habe die noch nicht hier erzählt.
Das ist auch nur aus zweiter Hand, kenne ich diese Geschichte. Da war jemand mit so einem Airbag, ich finde die ja genial. Also kennen das ja alle, das sieht aus wie so ein kleiner Schal, quasi wie so ein Schlauchschal. Wie so ein Vatermörder eigentlich. auch. Weißt du? Wie früher? Hä, das kenne ich nicht. Ach so, wie so ein, du meinst so ein Nackenhörnchen.
Vater war doch das Kleidungsstück sehr, sehr lange vor unserer Zeit. Egal. Okay, nee, ist mir nicht bekannt. Aber Nackenhörnchen trifft es auch ganz gut. Ja, genau. Das ist vielleicht eher, wie man mit irgendwie auf Reisen nimmt. Genau, das hat man so, ja, quasi um den Hals. Und wenn man dann einen Unfall hat, geht es im besten Fall auf und stülpt sich so von hinten über den Kopf und schützt wahnsinnig gut. Wie eine Kapuze.
Genau, ja, genau, wie eine Kapuze oder wie so ein Helm halt, ne? Und finde ich richtig cool, richtig genial. Ich habe sogar auch mal mit dem Gedanken gespielt, mir sowas zuzulegen. Ja, voll. Vor allem, wenn es dann aufgeht, musst du das ja... Also es ist ja kaputt, sozusagen. Verbraucht. Genau, verbraucht.
Ja, auf jeden Fall war das eine Person, die war einkaufen und hat dieses Ding nicht abgelegt. Ist so einkaufen gegangen, alles ausgesucht und so weiter. Kam raus, auf einmal platzt diese blöde Papiertüte, die sie da mitgenommen hatte, komplett auf. Alles landet auf der Straße und sie duckt sich so ruckartig nach unten, um da irgendwie ihre Orangen oder was auch mal aufzusammeln.
In dem Moment geht dieser Airbag komplett auf über ihren Kopf. Sie taumelt mit dieser riesen Airbag-Bootse herum. Zwischen den Orangen. Zwischen den Orangen. Also es muss ein Bild gewesen sein, wo du wirklich wahrscheinlich so, oh mein Gott, oh die Arme. Aber so zwischen einem totalen Lachflash und du hilfst dieser Person, da aus diesem Airbag rauszukommen.
Also ja, das kann auch mit diesen Airbags passieren. Das war aber noch ganz am Anfang, als die gerade auf dem Markt waren, muss man dazu sagen. Mittlerweile gibt es bestimmt dafür auch irgendwelche Sicherheitssysteme. Aber ja, da muss ich immer dran denken, wenn ich jemanden mit diesem Nackenschutz da sehe.
Ach so, meine Güte. Das ist so eine beziehungsvolle Vorstellung. Ja, stimmt. Das hört man immer mal wieder, dass das auch an der Ampel irgendwie aus Versehen losgegangen ist oder so beim Loshan. Aber ich glaube auch immer eher aus diesen Testphasen noch. Es gibt aber noch eine sehr geniale Idee, finde ich, wo auch das Airbag-System genutzt wird.
Und zwar, wenn du auf die Hüfte fällst. Da gibt es auch jetzt wie so einen Gürtel und der soll verhindern, dass vor allem ältere Menschen einen Oberschenkel-Halsbruch bekommen, was ja auch so ein Klassiker ist. Genau, was häufig dann auch so der Beginn ist, dass sie noch mehr Verletzungen und so weiter nachziehen. Ja, weil du dann natürlich auch irgendwie voll unsicher und wenig mobil wirst.
Und der geht quasi auf, auch in dem Moment, wo du fällst. Er erkennt diese Neigung und dann schützt er deine Hüfte und du fällst einfach auf ein weiches Kissen. Wow, das ist ja toll. Ja, total gut. Also ja, mittlerweile können wir uns da in Airbags, nicht in Watte, sondern in Airbags packen, dank der Erfindung.
Von Walter und natürlich vielen Menschen, die dann das Ganze so genial ausgebaut haben, dass es jetzt funktioniert und Leben rettet. Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann könntet ihr uns super gerne folgen und dann keine weitere Folge mehr verpassen. Denn die nächste Folge kommt schon am Mittwoch und das ist eine Spezialfolge mal wieder.
Das wird die Live-Aufnahme vom Auftritt beim Wissenschafts-Podcast-Festival Brainwaves in Jülich sein. Da haben wir ja letzte Woche schon Werbung für gemacht, euch eingeladen. Ja, ihr könnt die dann hier sozusagen nachhören, dann nicht live, aber wenn ihr möchtet, könnt ihr natürlich heute, findet das Ganze statt, um 14 Uhr geht's los, 15 Uhr geht's dann los mit den ersten Live-Podcasts, also könnt ihr so langsam eintrudeln, könnt ihr vorbeikommen im Science College Oberbach in Jülich.
So cool, alles kostenlos. Und da könnt ihr mich da auf der Bühne sehen. Alles kostenlos, ja. Also, falls ihr noch keine Pläne für den Samstag habt, kommt total gerne vorbei. Würde mich wirklich enorm freuen, da ein paar von euch Behind-Science-Gesichtern.