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Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 1· Folge 15

#015 Warum Kinder über Gefühle sprechen müssen – und Eltern auch

Dienstag, 4. November 2025 · 25 min

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Shownotes

Gefühle steuern Verhalten. Wenn Kinder nicht verstehen, was in ihnen passiert, wird Alltag schnell anstrengend. In dieser Folge sprechen wir darüber, wie Kinder und Eltern eine gemeinsame Sprache für Gefühle finden und warum das die Basis für Kooperation, Konfliktlösung und Nähe ist.
Was du mitnimmst
• Warum fehlende Gefühlswörter zu impulsivem Verhalten und Missverständnissen führen
• Wie Ich-Aussagen klingen und warum sie Verbindung schaffen
• Spiegeln und Benennen von Kindergefühlen im Alltag
• Hilfen wie Gefühlskarten, Tagebuch und kurzes Abendritual
• Als Erwachsener nachlernen und sich gegenseitig unterstützen

Du musst kein Profi sein. Du darfst üben und wachsen. Jede klare Gefühlsaussage senkt den Druck und verbessert eure Verbindung.
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Hallo und herzlich Willkommen zu. Beruhigt euch, dem Podcast für Eltern, die ihre Kinder wirklich verstehen wollen. Heute sprechen wir über ein Thema, das im Familienalltag oft unterschätzt wird. Gefühle warum ist es so wichtig, dass Kinder über ihre Gefühle sprechen? Weil Gefühle unser Verhalten steuern. Wenn Kinder nicht verstehen, was an ihnen passiert, reagieren sie impulsiv, ziehen sich zurück oder Ecken an. Und wenn wir als Eltern keine Sprache für Gefühle haben, wird es schwer, sie unseren Kindern beizubringen. In dieser Folge erfährst du, wie du deinem Kind helfen kannst, seine Gefühle zu verstehen, warum du dabei auch ganz viel über dich selbst lernst und warum das eure Paarbeziehung stärkt.

Emotionale Sprache ist wie jede andere Sprache, man kann sie lernen, gemeinsam, Schritt für Schritt, jeden Tag ein bisschen mehr. Marie, Warum ist es denn so wichtig, mit Kindern auch über Gefühle zu sprechen? In erster Linie, weil unsere Gefühle unser. Verhalten steuern, das heißt? Wenn wir wütend sind, dann sind wir ja entsprechend aufgebracht, oder wenn wir traurig sind, eben auch sehr. Ruhig und niedergeschlagen, das heißt in den meisten Fällen und gerade bei Kindern, die das sehr, sehr ungefiltert durch Leben und nach außen.

Tragen haben die Emotionen. Sehr großen, großen Einfluss. Auf das, was Sie. Tun. Und jetzt kannst du dir vorstellen, wenn man nicht versteht, was in einem selber vorgeht und man nicht. Weiß, wie man das ausdrücken kann, dann hat das eben auch. Einfluss auf das Wohlbefinden, auf das Verhalten, auf die Umwelt und so weiter. Warum muss man drüber sprechen?

Nicht, dass die Gefühle das Verhalten steuern, das tun sie ja auch, wenn ich nicht drüber spreche. Genau. Aber wenn du nicht verstehst, also wenn du nicht verstehst, was in dir vorgeht, dann ist es ja auch schwer für dich, das zu verarbeiten und auch selber zu. Regulieren so das. Heißt, du merkst, in dir passiert irgendwas. Kannst das aber nicht.

Greifen und nicht fassen und das macht es halt auch schwer, damit umzugehen, wenn. Beziehungsweise unsere ganze soziale Interaktion ist ja darauf aufgebaut, also wann immer du dich mit Kommunikation beschäftigst und wie du konstruktiv Konflikte löst, dann geht es ja auch darum, sich. Selber mitzuteilen, also zum. Beispiel wenn du die ganze Zeit Lärm machst, dann fühle ich mich gestresst.

Deswegen wünsche ich mir, dass. Den halben Tag zu Hause. Ruhe ist. So, wenn ich so eine ich Aussage treffen will um auch konstruktive Konfliktlösungen zu betreiben oder Beziehungsgespräche zu führen oder Gespräche mit Freunden, dann setzt das ja voraus, dass ich mein eigenes Gefühl verstehen muss, um es mitteilen zu können. Wenn ich also nicht verstehe, dass ich gestresst bin, dann verstehe ich wahrscheinlich auch. Nicht was ich gerade.

Brauche, um das zu regulieren beziehungsweise ich kann. Es nicht nach außen tragen und dem anderen mitteilen. Und das? Führt bei Kindern auch zu impulsivem Verhalten, zum Beispiel ja, und auch Schwierigkeiten, Gefühle mitzuteilen das. Führt zu Missverständnissen im. Sozialen. Also es ist n sehr vielschichtiges Thema, warum das wichtig ist, sich damit zu beschäftigen.

Ja, können wir da noch mal n bisschen näher ran, reinzoomen, was denn bei Kindern passiert, wenn die das nie lernen in der Kindheit, na? Ja. Wie eben schon gesagt, sie empfinden ja etwas, was für sie schwer greifbar ist und dass sie dann eben auch nicht mitteilen können. Das heißt auch, dass sie öfter mal anecken, dadurch natürlich auch negatives Feedback sammeln, weil wenn man das nie lernt, seine eigenen Gefühle zu verstehen, fällt es einem auch schwer, die Gefühle eines anderen zu verstehen. Also wenn ich selber nicht verstehe, dass ich wütend bin, kann ich vielleicht auch die Wut oder die Trauer. Oder die Aufregung eines anderen nicht richtig einordnen. Und unser Soziales?

Gefüge. Und unser menschliches Miteinander besteht ja eben auch in sozialen Verhalten. Wir trösten uns, wenn wir traurig sind, nehmen uns in den Arm und so weiter wenn ich aber nicht erkenne, dass der andere traurig ist, verhalte ich mich vielleicht so, wie es wiederum der andere nicht versteht, der denkt dann, ich bin traurig, warum geht der andere nicht darauf ein und man kann sich vorstellen, wenn da so ein ja, wieso eine Verständnisblockade?

Dann auf beiden Seiten ist, dann ist es schwierig, miteinander auszukommen. Das heißt, diese Kinder, die das in früher Jugend nicht lernen oder auch in Familien aufwachsen, wo überhaupt nicht über Gefühle. Geredet. Wird. Und Sie haben keine Vorbilder, von denen Sie das lernen können und sich mit ihren eigenen Gefühlen hier auseinandersetzen.

Die haben eben auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, später Probleme zu haben, ihre Emotionen zu regulieren, die neigen zu impulsivem verhalten und. Und es kann auch wirklich. Bis in bis zu. Problemen im Sozialverhalten führen weil wenn du dir. Vorstellst, dass. Aufgrund von Missverständnissen, weil du eben ja die Mimikgestik, das was der andere tut, nicht richtig einordnen kannst. Für dich nicht.

Ja richtig, bei dir nicht richtig ankommt oder du es nicht so verstehst, wie es der andere vielleicht sendet, dann führt das zu Missverständnissen, die. Automatisch in mehr Konflikten münden vielleicht schlägt einem auch mehr Kritik entgegen, weil man anders reagiert, selber als andere Menschen das von einem vielleicht erwarten würden. Und das kann eben langfristig auch in Problemen des Sozialverhaltens enden.

Wie lernen Kinder am besten im Alltag über Gefühle zu sprechen? Ja, das Beste, was Ihnen passieren kann, ist natürlich, dass das in der Familie total etabliert ist und sie gute Vorbilder haben, von denen sie lernen können. Das kann auf verschiedene. Arten passieren ein Beispiel kann zum Beispiel sein, wie Erwachsene miteinander umgehen, also wenn das zum Beispiel von Mama und Papa vorgelebt wird, dass sie in solchen ich Botschaften sprechen, ne, und darin eben immer ihre Gefühle ausdrücken, auch mit den Kindern, also egal ob untereinander in der.

Beziehung zum Beispiel Beziehungskonflikte. Auf sehr konstruktive Art und Weise vortragen und dabei über ihre Gefühle und Bedürfnisse sprechen. Aber auch mit den Kindern. Ne, dass man sagt, wenn ihr die ganze Zeit im Auto rumschreit, dann fühle ich mich gestresst. Das ist ja was anderes als ey, jetzt hör endlich auf zu schreien und sei leise. Ne, das eine ist ja immer den anderen anprangern, das andere ist auch ne Grenze ziehen aber eben sich selber mitteilen und wenn Kinder.

Das erleben, dass Erwachsene von ihren Gefühlen. Sprechen? Dann bringen sie ja irgendwann diese Äußerungen, diesen Satz. Ich bin gestresst, auch irgendwann mit entsprechender Mimik. Gestik. Stimmlage. Und so weiter in Verbindung. Und lernen darüber von den Erwachsenen. Eben. Aha. So verhält sich also.

Jemand, der gestresst ist, ne, weil man dieses Wort in Zusammenhang. Mit Mimik, Gestik, Ausdruck. Und allem bringt Kinder lernen es aber. Auch sehr gut. Dadurch, dass Eltern die Gefühle der Kinder benennen, also wenn ein Kind zum Beispiel gerade einen Wutanfall kriegt und schnaubt und weint und schreit, weil es die Süßigkeiten an der Kasse nicht kriegt.

Wenn Eltern dann zu ihren Kindern sagen, ich sehe, du bist jetzt aber ganz schön wütend, dass ich dir das nicht kaufe, dann bekommt. Das Gefühl des Kindes. Auch plötzlich einen Namen, ja oder das Kind ist traurig, weil vielleicht weiß ich nicht. Die Lieblingspuppe gerade. Zerbrochen ist und du sagst und das Kind sitzt da und weint und Mama oder Papa sagt eben, ich sehe, dass du ganz schön.

Traurig. Bist dass deine Puppe. Kaputt ist also darüber. Lernen Kinder. Eben auch ihre eigenen Gefühle gut kennen. Und die bekommen dadurch einen Namen und mit der Zeit übernehmen Sie das. Natürlich also. Das sind die beiden. Wichtigsten Komponenten im Grunde aus dem Menschlichen. Miteinander wie Kinder.

Sich mit. Gefühlen beschäftigen, über Gefühle sprechen lernen können. Aber es gibt. Natürlich auch noch zahlreiche andere Möglichkeiten, die das unterstützen können, also wie zum Beispiel diese Gefühlskarten wo? Fotos drauf sind, oder? Auch mal kleine Monster. Oder was es da nicht alles gibt. Die eben entsprechende Mimik. Zeigen und darüber.

Eben Gefühle ausdrücken. Oder auch. Gefühlstagebücher, so das Thema. Achtsamkeit ist ja da auch gut, ne sich jeden Tag. Auch mit den. Eigenen Gefühlen auseinandersetzen? Genau gefühlstagebücher. Ausfüllen jeden Abend als gemeinsames Abendritual vor dem Schlafengehen. Ja, da gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

Ja, also noch mal einen Schritt zurück. Also wieso? Oft sind die Eltern da auch Vorbilder. Für ihre Kinder und die Kinder lernen das von den Erwachsenen. Wir beide haben ja festgestellt, wir haben da durchaus unterschiedliche Erfahrungen unserer Kindheit gemacht, während du sehr viel als Kind drüber gesprochen hast oder deine Eltern drüber gesprochen haben. Komm ich aus einer Familie, wo das nicht stattfand und ich hab es tatsächlich ja erst gemerkt, als ich mit meinen Kindern diese Gefühlstagebücher machen wollte.

Da gibt es natürlich jetzt Gefühle, sie sind relativ relativ einfach zu benennen, sowas wie Ekel. Ne. Kennt auch gut. Kennt auch jeder genau. Aber ja, diese Gefühlstagebücher bringen ja nichts, wenn die Kinder einfach nur ihre Kreuze machen. Man muss sie auch richtig anwenden und ich hab dabei gemerkt und auch war meinen Kindern gegenüber ganz offen damit, hab gesagt ich merk gerade. Mir fällt es echt schwer, darüber zu reden und wenn ich drüber nachdenke, haben meine Eltern das nie mit mir gemacht und ich lerne das jetzt mit euch zusammen. Wie war das bei dir?

Ja, ich bin damit im Grunde. Aufgewachsen also. Ich hab ja nun auch ne Mutter, die kommt aus dem psychotherapeutischen Bereich und für die ist das Gang und gäbe. Und der auch Alltag. Über Gefühle zu sprechen und sich mitzuteilen, also. Insofern war das bei in unserer. Familie, etwas was. Von Anfang an da. War und was?

Für mich völlig normal war, weswegen ist für mich das auch erst mal schwer vorstellbar gemacht hat, dass das anderen Menschen schwer fällt, ne, weil das für mich was ganz Selbstverständliches war, als ich aufgewachsen bin. Ja, für mich ist es so gewesen, dass ich es wirklich neu lernen musste, wie n wie n Kind eigentlich.

Ja, natürlich habe ich Gefühle wie jeder andere auch. Das mein mein Problem, war aber schon mal da lag da drin, dass ich es gar nicht unbedingt benennen konnte. Ja, selbst wenn du mir gesagt hast, es kann es dies sein oder das sein, es fühlte sich an wieso ein Gefühlswust, den ich da gar nicht auseinander sortieren.

Die Verbindung dann zu dem Wort ne, das genau. Also da kann ich nur, wenn es jetzt Hörerinnen oder Hörer gibt, die das ähnlich erleben. Es ist nie zu spät, das zu lernen. Ja, da hilft vielleicht auch, um so den Einstieg für sich selbst zu finden, auch mal drüber nachzudenken, so wie du es gerade beschrieben hast.

Mal die eigenen Eltern zu reflektieren, ja, wurde bei uns überhaupt darüber gesprochen, weil ich glaube, es fällt leichter auch da anzusetzen, als bei sich selbst? Also man muss ja. Durch irgendwas erstmal darauf kommen, dass da vielleicht n Stück im Puzzle fehlt. Ne, wenn man immer so gelebt hat, weiß man ja gar nicht, dass da vielleicht noch irgendwas anderes ist, um mit Gefühlen umzugehen, also ne andere Art und Weise damit umzugehen oder wenn man nie darüber gesprochen hat, weiß man vielleicht auch gar nicht, wie hilfreich solche Gespräche sein können, aber der Blick auf das eigene Elternhaus war das eher vermeidend, auch in Bezug auf Konflikte, ne, also wollte jemand eher von den

eigenen Eltern vielleicht eher kontrollieren. Ja, und hat deswegen solche Gespräche im Keim erstickt? Oder wollte jemand vielleicht auch Ärger vermeiden? Einer von den beiden Eltern und hat deswegen immer solche Gespräche auch vermieden, das ist ja auch eine Art, damit umzugehen, mit Konflikten umzugehen, zu sagen ich.

Vermeide ich, setze mich damit erst. Gar nicht auseinander. Ich mache dicht, ich schotte mich ab so, da hilft es vielleicht erst mal darüber nachzudenken, bevor man den Blick auf sich selber richtet, ja. Ich habe ja jetzt schon ein Stück. Weit mich geoutet. Aber was passiert denn mit Erwachsenen, die das in der Kindheit nie gelernt haben, über Gefühle zu sprechen aus deiner Sicht? Aus meiner Sicht, na ja, das ist ja nicht nur meine Sicht, da gibt es ja auch viel Literatur drüber über dieses Thema, weil letzten Endes hat das ja wie bei den Kindern auch, einen Einfluss darauf, wie kann ich mich selber mitteilen oder wie gehe ich mit Konflikten um.

Also. Zum Beispiel Erwachsene, die das nicht. Gelernt haben neigen. Auch dazu, überfordert zu sein, von den Gefühlen anderer. Ja, bei mir war das immer der Fall, weil ich im Grunde genommen dann gar nicht sagen konnte, was ich in dem Moment brauche. Genau, und das ist ja die Grundlage eigentlich für ein konstruktives Beziehungsgespräch ne, weil es. Wenn man selber noch nicht mal versteht, was brauche ich gerade, wie soll es dann der andere verstehen. Wenn sich dann aber die eigenen Emotionen gegen den Partner, gegen den Kind mit wem auch immer man gerade den Konflikt hat richten, weil der jetzt bitte das erfüllen soll, damit es mir wieder gut geht.

Man kann aber selber nicht mal benennen, was, dann legt man dem anderen eine Last auf die Schulter, die er ja eigentlich gar nicht erfüllen kann, also ich. Brauche jetzt, dass du meine Gedanken liest. Aber genau so ist es ja dann ne genau so ist dann im Grunde ja die Erwartungshaltung. Ich habe ein schlechtes Gefühl, ich will, dass das weggeht, ich weiß nicht wie, es soll jetzt der andere für mich lösen, ne, aber das haben wir ja auch schon viel besprochen und gelernt, also das ist ja im Grunde die die Grundlage einer jeden gesunden Beziehung, dass man über sich selber nachdenkt, was brauche ich, naja sich mitteilt, also mitteilt, was fühle ich? Ausdrückt.

Was brauche ich, um dann mit dem anderen darüber ohne Vorwürfe ins Gespräch zu gehen, weil ansonsten ist es ja schnell ein in Vorwürfe verfallen, kann natürlich auch dazu führen, oder manche Menschen neigen auch dazu, genau in diese Vorwürfe zu verfallen, um eben sich davor zu schützen, sich damit auseinandersetzen zu müssen, ne also dem anderen Vorwürfe zu machen ist ja auch ne Strategie davon abzulenken, dass man gerade nicht weiß. Wie man damit umgehen soll.

Dann nimmt man den Fokus weg von sich selber, versucht darüber wieder die Situation zu kontrollieren. Im Grunde ist auch ne Möglichkeit, ja, aber auf jeden Fall haben es Menschen, die das in der Kindheit nicht gelernt haben im Erwachsenenalter dadurch natürlich erstmal schwerer, mit Konflikten konstruktiv umzugehen, sie haben auch größere Probleme später ihre eigenen Emotionen zu regulieren, eigentlich genau das, was du bei den Kindern.

Auch siehst im Grunde ne wie gehe ich jetzt? Jetzt habe ich diese große Emotion, die ja vielleicht auch berechtigt. Ist aber wie gehe. Ich damit um und das bringt einen selbst in die Sackgasse. Die gute Nachricht ist aber, dass man das auch als Erwachsener noch lernen kann, also da gibt es keine Frist, die verfällt, wie wie man das bei Sprachen gerne sagt, ne, was heißt bis zum 10. Lebensjahr oder bis zu welchem war das wo es heißt Kinder lernen ne Sprache so nebenbei und danach. Müssen.

Genau. Und danach müssen Sie sie lernen wie n Erwachsener. Wenn es um das Thema Gefühle geht, also es ist nie zu spät, damit anzufangen und sich damit auseinanderzusetzen, aber dann muss man es genauso lernen wie ein Kind, und das fängt natürlich auch damit an, dass man wirklich auch mal versucht, sich darauf einzulassen und zu sagen, okay, ich weiß zwar nicht so richtig, es fällt mir jetzt auch schwer, aber ich versuche jetzt mal über Gefühle zu reden, und wenn es mir gerade nicht leicht fällt, versuche ich vielleicht auch mit meinem Gegenüber darüber in den Dialog zu gehen, wenn es mir für mich alleine schwer fällt, dann.

Da weiterzukommen. Es gibt ja viele Eltern, die lassen sich von den, sagen wir mal, Wutausbrüchen oder Emotionen ihrer Kinder anstecken und reagieren und selber ungehalten. Siehst du da ne Parallele, also können das dann auch Eltern sein, die selber das nicht richtig gelernt haben. Und das werde ich.

Den Eltern. Also kann sicherlich auch vorkommen, aber das würde ich nicht als Hauptursache sehen, warum Eltern dann ungehalten werden, ist ja oft das Gefühl der eigenen Überforderung, also man weiß selber nicht damit umzugehen, will, dass das jetzt aufhört, weil schreien, Streit, das ist ja auch ne Belastung für einen selber, ne, wenn man dann möchte, dass das aufhört und viele Eltern fühlen sich ja dann eben auch in der Verantwortung. Oh Gott, ich kann mein Kind jetzt nicht so sitzen lassen, wenn es da schreit und weint, sonst bin ich. Rabenmutter.

Rabenvater. Das will ich ja auf gar keinen Fall und fühlen sich dadurch immer in der Verantwortung, die Emotionen des Kindes zu fixen. So und wieder in Ordnung zu bringen. Und das Kind weint und schreit aber weiter und das bringt dann in diese Hilflosigkeit, wo man dann sagt, Nee, überfordert mich, kann ich nicht mehr, das würde ich aber nicht unbedingt in die in diese Kategorie packen, natürlich noch weniger Verständnis dafür zu haben und das dem Kind nicht spiegeln zu können, macht es natürlich dem Kind auch nicht unbedingt leichter sich zu beruhigen, weil Kinder. Reagieren sehr gut darauf, sich erstmal verstanden zu fühlen. Also erlebe ich ja auch immer wieder bei unseren Kindern ne, wenn die mal emotional sind,

weil sie drüber sind oder was weiß ich ja und spulen sich auf wegen irgendwas und du sagst du bist traurig, weil deine Lieblingsmütze jetzt in der Schule geblieben ist. Ne und da kommt sofort ein ja und dann ist schon der größte Sturm vorbei, so natürlich wenn man das dann nicht kann, weil man die Emotion des Kindes auch nicht richtig greifen kann.

Kann man das Kind dann vielleicht nicht ganz ideal unterstützen darin, die eigenen Gefühle wiederum kennenzulernen? Ne, das ist ja dann auch was, was man als Erwachsener Vorleben und weitergeben muss, haben wir am Anfang schon drüber gesprochen bei der Frage, bei der Frage, wie lernen Kinder das überhaupt? Ja, natürlich auch, indem Erwachsene das spiegeln, oh, ich sehe, du bist wütend, du bist traurig, ja. Wenn man das selber nicht fassen kann, kann man es natürlich dem Kind auch nicht so.

Optimal weitergeben, das ist. Klar. Was können denn Eltern tun, die es nicht gelernt haben, als Kinder so wie ich. Na ja, zum einen erstmal den Anfang finden und sagen, ich möchte mich jetzt damit beschäftigen. Also. Ja, das anzuerkennen und zu verstehen ist ja das erste. Genau, aber auch das, also sich damit auseinandersetzen zu wollen, ja, kann ja auch sein, dass du sagst, ich hab das ja fantastisch damit gelebt, warum sollte ich irgendwas ändern, aber gerade wenn es um Kinder geht, ist das ja auch nicht verkehrt, weil das hilft ja auch den Kindern, sie in diesem Prozess zu unterstützen, ihre Themen emotional zu bearbeiten.

Also ich kann jetzt aus eigener Erfahrung auch sagen, es sind ja nicht nur die anderen betroffen, sondern man selbst ja auch, und das muss man auch erstmal sehen und und anerkennen. Genau so, und das heißt dem Partner gegenüber offen zu sein. Was das betrifft, ist natürlich erstmal n sehr guter Schritt, weil wenn der das weiß, dann kann er ja auch mit unterstützen, ne und? Eben ähnlich wie bei den Kindern. Klingt jetzt blöd, aber ist ja so. Auch mal versuchen die Emotionen zu spiegeln und zu sagen, OK könnte es das sein wie du dich gerade fühlst, so dass man gemeinsam drüber nachdenken kann. Das andere ist natürlich sich selber mit dem Thema befassen, also warum nicht selber auch n

Gefühlstagebuch starten um sich jeden Tag mal 5 Minuten zu nehmen, sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen? Die Beschreibungen hast du ja mal gesagt, die in diesen Gefühlstagebüchern stehen. Wo diese Gefühle beschrieben werden, sind ja da auch sehr hilfreich. Ne um sich damit erstmal auseinanderzusetzen.

Na ja, und dann ist es eben wie als wenn man ne neue Sprache lernt. Also letzten Endes ist es ja emotionale Sprache, nennt sich das ja letzten Endes auch ne einfach jeden Tag n bisschen machen und vor allem sich selber dabei nicht lächerlich fühlen, sondern das wirklich als was ganz Normales etablieren. Ich sprech mal jeden Tag mit meinem Partner, mit meinem Kind. Mit mir selber über Gefühle und man muss auch gar nicht als so großes Fass aufmachen.

Das ist wie beim Sprache lernen auch, einfach jeden Tag n bisschen, ja einfach mal n kurzen Moment der Aufmerksamkeit, n kurzes Gespräch vielleicht mal, wenn man mit dem Kind abends das Gefühlstagebuch ausfüllt und über den Tag nachdenkt, auch mal parallel darüber nachdenken, für sich still, wie war denn mein Tag eigentlich und das parallel für sich beantworten. Die Routine macht das einfach.

Ja, und auch ne gewisse Achtsamkeit darauf, also dass du zum Beispiel, wenn du den nächsten Konflikt hast, in deiner Beziehung auch mal drüber nachdenkst. OK, jetzt fühle ich mich wieder so, was könnte das sein, was könnte ich jetzt brauchen, welcher Gedanke fühlt sich da gut an? Es ist ja durchaus befreiend, auch da drüber. Zu sprechen und man merkt also, wenn man bedenkt, dass ein Großteil der seines Verhaltens oder der Entscheidung, die man so tagtäglich trifft, emotional getroffen werden, dann versteht man ja auch, dass es einfach notwendig ist, sich darüber klar zu werden, über diese Gefühle, die einen da leiten, bewusst oder unbewusst.

Ja, total. Weil es auch den inneren Druck auflöst. Ne. Also in dem Augenblick, wo es. Verstanden ist das siehst du ja bei den Kindern auch, wie die Situation mit der Mütze, die ich beschrieben habe in dem Augenblick, wo du es dem anderen Mitteilst. Gerade wenn du von jemand anderem verstanden werden möchtest, weil du mit ihm vielleicht auch gerade einen Konflikt hast.

In dem Augenblick, wo du es mitteilst und der andere sieht dich und versteht dich ja so wie du bist. Traurig, weil so in dem Augenblick nimmt das ja auch den Druck von dir weg, weil du siehst, aha, ich. Muss da jetzt gar nicht mehr gegen ankämpfen. Ich werde gesehen, ich werde verstanden und das schafft auch ganz viel emotionale Nähe und Verbundenheit, die man eben schwer erreicht, wenn man ja letzten Endes vor vor Gefühlen auch wegläuft, da mauert ne eher in die Flucht geht oder versucht den anderen zu kontrollieren, indem man eben so was sagt wie du bist. Zu emotional jetzt übertreib nicht wieder, versucht das doch endlich mal sachlich zu sehen und so, das sind ja alles aussagen.

Die letzten Endes ja ne kontrollierende Wirkung haben. Also ich möchte jetzt, dass der, der mich gerade mit seinen Emotionen konfrontiert anpasst. Ja und wenn das nicht gelingt, dann gehe ich in Rückzug, dann entziehe ich mich, indem ich zum Beispiel schweige, Weglaufe das Gespräch beende dem anderen so vor den Kopf stoße, dass der das Gespräch beendet, da gibt es ja ne Vielzahl von Möglichkeiten, aber das alles sind ja dann im Grunde Dinge, die passieren, wenn man.

Davor dicht macht und davon vielleicht auch überwältigt ist. Oder auch überfordert und allein dafür lohnt es sich schon, sich damit auseinanderzusetzen, weil für das Umfeld drumherum ist das natürlich sehr, sehr schwer greifbar, was da in einem Menschen sonst abläuft, ne? Ja, an dieser Stelle möchte ich noch mal sagen, also oder mich bei dir bedanken, du bist ja jemand, der das ganz besonders gut kann und ich immer dachte, so, warum kann die das so gut, warum kannst du das nicht auch?

Also ich danke dir dafür, dass ich da auch von dir lernen konnte und für dein Verständnis. Und am Ende geht es nicht darum, immer die richtigen Worte zu finden, sondern den Mut zu haben, überhaupt über Gefühle zu sprechen, mit deinen Kindern, mit deinem Partner und mit dir selbst. Je besser du verstehst, was in dir passiert, desto leichter kannst du auch verstehen, was in deinem Kind vorgeht und umgekehrt. Das ist keine Schwäche, sondern Stärke, die entsteht, wenn wir ehrlich mit unseren Gefühlen umgehen. Vielen Dank fürs Zuhören.

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