Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 1· Folge 11

#011 Wütend und hilflos? Wenn Kinder die Kontrolle übernehmen

Dienstag, 7. Oktober 2025 · 24 min

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Shownotes

Machtkämpfe gehören zum Familienalltag – aber warum geraten wir da immer wieder rein?
In dieser Folge sprechen wir darüber, woran du erkennst, dass es deinem Kind gerade um Kontrolle geht, warum hinter dem Verhalten kein böses Machtmotiv steckt und welche Bedürfnisse eigentlich erfüllt werden wollen.
Du erfährst:
• Welche Gefühle dir verraten, dass ein Machtkampf beginnt
• Welche Fehler Eltern oft machen – und wie du sie vermeidest
• Wie du dich aus eskalierenden Situationen souverän zurückziehst
• Welche Wahlmöglichkeiten deinem Kind echte Selbständigkeit geben
• Warum klare Grenzen UND Beteiligung die perfekte Kombination sind
Wenn du dich oft wütend, genervt oder hilflos fühlst, wenn dein Kind die Kontrolle übernimmt, dann ist diese Folge für dich. Sie zeigt dir Wege raus aus dem Kräftemessen, hin zu mehr Gelassenheit und echter Verbindung.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Kennst du diese Momente, in denen dein Kind bestimmt, wie es laufen soll und du plötzlich merkst, dass du gar nicht mehr entscheidest? Ein kleiner Streit ums Anziehen oder ums Einsteigen ins Auto wird plötzlich zu einem Machtkampf, der dich wütend, hilflos oder sogar zornig macht. In dieser Folge gehen wir genau dem auf den Grund.

Woran erkennst du, dass es deinem Kind wirklich um Macht und Kontrolle geht? Warum steckt dahinter kein böses Machtmotiv, sondern ein wichtiges Bedürfnis? Welche typischen Fehler verschärfen die Situation und wie kannst du dich souverän zurückziehen, ohne nachzugeben und vor allem, welche Alternativen gibt es, damit dein Kind gesunde Selbständigkeit erleben kann, ohne ständig kämpfen zu müssen? Wenn du wissen willst, wie du Machtkämpfe erkennst, Entschärfst und in echte Stärke für dein Kind verwandelst, sodass dieses Fehlverhalten zumindest stark reduziert wird, bleib unbedingt bis zum Ende dabei. Bei dieser Folge von beruhigt euch dem Podcast von Kimi, Wir sind Marie und Thorsten Coach,

Erziehungsberater und Eltern von insgesamt 4 Kindern leben in einer Patchwork Familie und jetzt geht es los, viel Spaß. Marie, woran erkennst du denn, dass es deinem Kind gerade um Macht geht und nicht um irgendetwas anderes? Das erkennst du daran, dass du erst mal in dein eigenes Gefühl reinhörst, also zum Beispiel, wie fühlst du dich gerade, wenn dein Kind sich so verhält, wie es sich verhält.

Also fühlst du dich wütend, fühlst du dich zornig oder vielleicht auch ein Stück weit der Situation hilflos ausgeliefert. Also wenn du dir so ein Gefühl. Auftritt von ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt lösen soll und bin in meiner eigenen Handlung blockiert. Also so n Beispiel aus dem Leben wäre zum Beispiel dein Kind weigert sich ins Auto einzusteigen und du kannst eben nicht losfahren, solange es nicht im Auto sitzt und dann fühlst du dich hilflos, weil du nicht weißt, wie du es jetzt reinkriegen sollst. Außer du packst es und setzt es ins Auto, weil es sich freiwillig nicht bewegt.

Du bist also in deiner Handlung blockiert. Wirst wütend, ärgerst dich darüber zornig, dann weißt du, es geht meistens um macht. Warum ist denn dieser Wunsch nach nach Kontrolle und Macht für Kinder so wichtig? Und was steckt denn eigentlich dahinter? Es ist ein Ausdruck von eigentlich ganz anderen Bedürfnissen, also dem Kind geht es jetzt nicht zwangsläufig darum, andere zu kontrollieren oder nach seiner Pfeife tanzen zu lassen, sondern das Ziel, was eigentlich dahinter steckt, ist das Ziel. Nach Sicherheit.

Zum einen, wenn ich die Situation kontrolliere, dann bin ich in Kontrolle über das, was gerade um mich herum passiert. Das heißt, es gibt mir Sicherheit, zum einen, zum anderen spielt aber auch immer das Thema Beteiligung, also Selbstbestimmung da mit rein, Kinder, die das Gefühl haben, sich manchmal ohnmächtig zu fühlen, selber ihr Leben nicht in der Hand zu haben, nicht mitgestalten zu können, vielleicht auch, weil Eltern. Sie nicht lassen Ihnen nicht zutrauen oder vieles auch abnehmen oder aber auch mangelnde Führung ist da auch n klassischer Grund für also, sprich wenn die Eltern nicht die Führung übernehmen, dann hat das Kind das Bedürfnis die Führung zu übernehmen, ohne dass es

natürlich bewusst darüber nachdenkt, das sind ja immer Sachen, die laufen unbewusst ab, aber das alles trägt eben dazu bei, dass Kinder dann am Ende. Auf aktive oder auch auf passive Art und Weise versuchen, ihr Umfeld zu kontrollieren. Ich. Wusste schon immer, dass unsere Kinder geborene Anführer sind, aber welche typischen Fehler machen denn viele Eltern in diesen Situationen, die dann meistens alles nur noch schlimmer machen?

Es geht ja darum gar nicht erst. Also dieses. Motiv rechtzeitig zu erkennen und sich gar nicht erst in diese Machtkämpfe verwickeln zu lassen. Ja, genau. Und die Antwort ist darauf erstmal das gar nicht zu bedienen. Also wenn Kinder versuchen uns in einen Machtkampf zu verwickeln, haben Eltern meistens.

Es gibt natürlich Situationen, da ist das nicht so, die sind die Ausnahme. Aber meistens auch die Möglichkeit, sich an diesem Machtkampf gar nicht zu beteiligen. Und das kann man auch so kommunizieren. Ich weigere mich jetzt, mich mit dir darüber zu streiten, wenn du dich beruhigt hast, können wir in Ruhe darüber reden und dann einfach gar nicht mehr darauf reagieren. Also auf keinen Fall weiter diskutieren. Auf gar keinen Fall.

Auf gar keinen Fall weiter diskutieren, wenn du. Jetzt nicht kommst, dann bleibst du hier, so die Klassiker. Wenn Eltern in ihrer Hilflosigkeit versuchen. So die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Absolut. Und das haben du und ich ja auch schon bitter lernen müssen. Diskutieren bringt sowieso eigentlich nie irgendwas, in gar keiner Situation nichts Gutes zumindest, sondern eigentlich nur, dass es entweder nicht endet oder aber dass ja es sich immer weiter hochschaukelt in die Abwärtsspirale, deswegen ist ja lang diskutieren da sowieso nie eine gute Idee. Sondern einmal sagen, was passiert und dann eben handeln. Die Kunst ist dann also in diesen Situationen erstmal zu verstehen.

Es geht dem Kind nicht darum, mich unbedingt gezielt jetzt in einen Machtkampf zu verwickeln, sondern es möchte eigentlich Selbstbestimmung und Sicherheit. Sagtest du, wie kann ich mich dann konkret aus diesem, sagen wir mal beginnen, den Machtkampf zurückziehen und. Der ja gerade beginnt und eventuell zu eskalieren droht, ohne nachzugeben oder das Kind gegebenenfalls zu verletzen. Mit Drohung oder Abwertung.

Also das Ziel ist schon auch der Machtkampf. Das Ziel ist ja dann schon macht auszuüben, aber weil eben etwas anderes fehlt an anderer Stelle so, das heißt, die erste Hilfe sozusagen. Wenn solche Situationen auftreten, es erstmal sich auf diese Situation überhaupt nicht einzulassen, also das Erreichen des Zieles über mich macht auszuüben, eben gar nicht erst zulassen, ja.

Und das Merk ich da dran, wenn ich zum Beispiel wütend werde, ne? Wenn wenn ich wütend werde, wenn ich verärgert bin oder wenn ich mich eben auch so hilflos, machtlos selber fühle in der Sekunde. Dann einfach mal zurückrudern und sagen, ich geh jetzt erst mal aus der Situation raus. Wie gesagt, es gibt Ausnahmen, da geht das nicht. Ja auch wenn wenn das um Gefahr geht oder wenn wir jetzt weiß ich nicht aufgrund dessen den Flug verpassen oder so das klar, da hat man jetzt nicht die Ruhe weg zu sagen so ich trink jetzt erst mal Kaffee und beruhig mich deswegen bitte nicht falsch verstehen natürlich gibt es immer Situationen. Die sind die Ausnahme, aber in der Regel sind das ja Alltagssituationen, über die wir

da sprechen. Und da hilft das erst mal, sich rauszunehmen, erst mal selber zu beruhigen, bis man selber auch das Gefühl hat, jetzt hat sich erst mal dieser Zorn, diese Wut in mir gelegt, sodass ich selber nicht Gefahr laufe, da in die Falle zu tappen und mich auf diesen Machtkampf einzulassen. So, und wenn sich das beruhigt hat.

Dann müssen wir natürlich gucken, was steckt dahinter, weil dieses Verhalten passiert ja nicht grundlos, es gibt ja immer ne Ursache dafür, und die haben wir ja eben schon benannt, ne so das Bedürfnis nach Selbstbestimmung, nach Kontrolle, Dinge selber auch zu gestalten und darin auch ernst genommen zu werden, und da können wir uns dann in Ruhe, wenn wir uns abgeregt haben, einen Plan schmieden, wie wir das denn auf positive Art und Weise bedienen können, sodass unser Kind. Dann eben lernt aha, wenn ich dieses falsche Verhalten anwende, komme ich damit nicht weiter, weil meine Eltern reagieren darauf nicht mehr.

Auf der anderen Seite geben mir meine Eltern aber auf positive Art und Weise das, was ich brauche und helfen mir, damit meine Bedürfnisse eben auch auf positive Art und Weise zu erfüllen und nicht, indem ich ja meine Eltern in Machtkämpfe verstricke, und das geht zum Beispiel, indem wir Ihnen Situationen geben. Wo wir Ihnen Wahlmöglichkeiten bieten können, also wo wir sie in die Situation bringen, selbstbestimmt zu handeln, ja Selbstbestimmung zu leben, aber eben in dem Rahmen, den wir vorgeben und nicht in Situationen, die für uns dann den Alltag blockieren oder uns das Leben schwer machen. Und es gibt ganz viele Dinge, wo wir unsere Kinder einbeziehen können und sie mitgestalten lassen können, wo wir Ihnen Verantwortung übergeben können

für sich selbst, ja sie auch Dinge bestimmen lassen können und ihre Erfahrungen. Sammeln lassen können und da können wir uns dann im Alltag überlegen. OK, was ist für mich OK, wo ich meinem Kind das mehr einräumen kann und da gebe ich ihm dann auch den Raum und nehme mich zurück und erfülle eben dieses Bedürfnis nach Selbstbestimmung, das. Hört sich jetzt natürlich alles ziemlich einfach an. So einfach mal zurückziehen vielen Eltern fällt das, glaube ich, in diesen Situationen, wenn der Blutdruck schon mal gestiegen ist, ziemlich.

Schwer, sich da zurückzuziehen, das muss man vermutlich in mehreren Schritten machen. Der erste Schritt ist es, erstmal zu merken oder oder zu verstehen, es geht gar nicht um das, um das es offensichtlich geht, sondern um was ganz anderes und seine eigenen Gefühle da zu kontrollieren, bevor ich reagiere. Ja, absolut.

Da sprichst du einen wirklich guten Punkt an. Das eine ist ja erstmal diese Achtsamkeit in Bezug auf sich selbst. Ne, also wie oft reden wir Erwachsenen über Gefühle mit unseren Kindern? Machen wir diese Gefühlstagebücher, aber was in uns selber da alles abgeht, fällt halt auch auf dem Alltag zum Opfer. Ne, kann ich das jetzt zulassen, meine Gefühle darüber? Ich hab noch dies und das zu erledigen muss funktionieren, so geht es ja nun mal vielen Erwachsenen heutzutage auch so, aber da mal in sich rein zu gucken und zu merken OK was macht das jetzt mit mir?

Ist auch n wichtiger erster Schritt, um sich eben auch damit auseinanderzusetzen. OK, wann ist der Punkt, wo ich zum ersten Mal spüre, da steigt jetzt diese Wut in mir auf und eigentlich da schon müssen wir die Kurve kriegen, weil wenn wir erst mal in Rage sind, dann kommen wir da wahrscheinlich auch schlecht raus und verhalten uns vielleicht auch manchmal so, wie wir es absolut nicht wollen und nicht vorleben wollen oder auch kein Beispiel für unsere Kinder sein wollen.

Deswegen ist dieses Gespür in sich selber rein erstmal ganz gut und das kann man üben und das kann man lernen, ne, indem man sich das vornimmt zu sagen, ich achte in Zukunft auf meine Gefühle und das zweite, das hast du sehr gut herausgestellt, jetzt ist wirklich auch zu verstehen, es geht nicht um diese Sache, die uns da in Rage treibt, und wenn wir verstehen, dass das keine Boshaftigkeit unserer Kinder ist, sondern ja im Grunde ihre eigene Hilflosigkeit, weil sie.

Ein dringendes Bedürfnis haben, wie eben Selbstbestimmung, sich entwickeln wollen, weiterentwickeln wollen und sich nicht anders zu helfen wissen. Das können Sie ja auch noch gar nicht anders formulieren. Wir es wir es eben von der Seite sehen. Sie brauchen uns, um das überhaupt in sich zu verstehen und zu lernen, dann kann man sich auch eher ja emotional davon lösen und sagen, Oh, jetzt nervt mich das nicht so, sondern man kann es auch eher verstehen als ein mein Kind braucht mich jetzt, gerade weil es sich selber nicht zu helfen weiß und ich kann es darin unterstützen.

Und das nimmt schon mal gehörig die Emotionen einfach raus, dass man ja das vielleicht nicht unbedingt so sieht wie, warum muss er sie mich jetzt wieder damit nerven? Ja, sondern eher ein Aha. Wo kann ich da jetzt unterstützen, dass mein Kind damit besser zurecht. Kommt eine Sache, hattest du eben schon angesprochen in Bezug auf Handlungsalternativen. Die Eltern haben nämlich dem Kind Wahlmöglichkeiten zu geben, die im Kind gesunde Selbständigkeit ermöglichen, sodass es weniger das Gefühl hat, Drum kämpfen zu müssen. Diese Wahlmöglichkeiten, es geht ja auch darum, nicht nachzugeben, sonst kommt man da ja auch nicht wieder raus, sondern.

Es müssen ja auch meine eigenen Grenzen nach wie vor gewahrt bleiben und die Interessen anderer, wenn sie betroffen sind. Das heißt, es geht ja darum, Alternativen anzubieten, die innerhalb meiner eigenen Grenzen und der Grenzen der anderen, die betroffen sind, liegen. Genau. Und nicht einfach das Kind entscheiden zu lassen. So mach jetzt wie du willst.

Das hat meine Oma früher immer gesagt, Mach doch, wie du lustig bist. Wenn Sie bei mir nicht weiterkam. Das war natürlich wirklich ein wenig hilfreich. Das heißt, das war der Satz, als sie aufgegeben hatte. Genau. Mach doch, wie du lustig bist. Ja richtig, damit hat sie aufgegeben und ich hab dann gemacht wie ich lustig war, aber hatte dann irgendwann doch die Kurve bekommen.

Ich dachte okay vielleicht hatte Oma doch recht. Oder Oma ist irgendwann noch mal auf die Bremse getreten. War alles zu spät. Okay also das sollte man nicht tun. Wie sieht das konkret aus? Lass uns doch mal ein Beispiel wieder suchen, wir haben ja 3 Kinder, die sich um die Sitze im Auto regelmäßig gestritten haben und ich kann mich an eine Situation erinnern, wo wir los wollten zu einem Ausflug und 1 unserer Kinder wollte partout nicht auf dem ihm zugewiesenen Sitz sitzen, mit einem totalen Zusammenbruch, wie haben wir das letzten Endes gelöst?

Also vielleicht erstmal zur Erklärung. Man muss dazu sagen, warum das jetzt so wichtig ist mit den Sitzen, weil 2 dieser Sitze sind nämlich in der vorderen Reihe und einer ist hinten so natürlich will immer keiner alleine auf dem hinteren Platz sitzen, jetzt sind das vorne auch noch die cooleren sitze so, das heißt der Platz hinten ist einfach der mit Abstand unbeliebteste Platz, auf dem natürlich keiner sitzen will. Ja, wir haben das am Ende damit gelöst. So viel zum Thema.

Den Rahmen abstecken und Wahlmöglichkeiten bieten, erstmal das Gefühl ernst zu nehmen, weil am Anfang war es so, dass immer ein Kind auf dem hinteren Platz saß, weil sich nun mal als das Auto neu war, die anderen beiden die anderen Sitze gegriffen haben. Irgendwann haben wir darüber geredet, dass das ja nicht wirklich fair ist, wenn alle 3 vorne sitzen wollen, kann ja auch sein, dass alle glücklich damit sind, dann ist egal. Ja, aber wenn alle 3 vorne sitzen wollen, dass es bei 2 Plätzen eben nun mal nicht geht und. Haben dann eben verschiedene Möglichkeiten gesammelt mit den Kindern.

Also Fakt ist ja, man muss tauschen, einer muss immer hinten sitzen und die Frage ist ja wie wir tauschen so und da haben die Kinder dann verschiedene Vorschläge gemacht, das war die Idee ob man bei jeder Fahrt tauscht, einmal am Tag tauscht, einmal in der Woche, einmal im Monat und so weiter. Und das haben die Kinder am Ende dann selbst entschieden. Also die haben halt abgestimmt und waren sich dann darin einig, dass einmal in der Woche der beste Zeitraum ist. Und dann haben wir es seitdem so gemacht, dann haben wir noch geklärt, wer da drauf achtet, wer wann hinten gesessen oder vorne gesessen hat, sodass es dann eben auch so eingehalten wird und seitdem funktioniert das wunderbar und die Kinder können es auch alle ernst nehmen

vorher. War es immer so ne willkürliche Geschichte? Ne und dann war der letzte Platz auch immer so gleichbedeutend mit dem Gefühl, jetzt bin ich unwichtiger oder ungeliebter, weil ich wurde jetzt auf diesen Platz abgeschoben und das ist ne Regelung, die konnten alle Kinder dann akzeptieren und am Ende haben sie eben auch selber bestimmt wie es laufen wird und deswegen haben sie es auch gut angenommen. Seitdem haben wir da keinen Stress mehr wir. Haben zwar in der Situation n bisschen mehr Zeit gebraucht um das zu lösen, aber danach kam das eigentlich nie wieder vor. Genau, ja, man muss es.

Eigentlich in der Situation um macht, oder ja, auch um Gerechtigkeit, oder? Ja, da geht es genau, da geht es auch um gesehen werden, um Gerechtigkeit, das Gefühl, nicht benachteiligt zu werden oder dass die anderen dann besser oder wichtiger sind als man selbst. Natürlich, da geht es am Ende nicht nur um den Sitz, ja, klar.

Jetzt hatten wir Beispiele, wie Kinder aktiv macht ausüben. Es gibt ja aber auch noch das passive ausüben von macht. Oh ja. Da können wir uns jetzt auch noch n Beispiel aussuchen. Na, da ist ja n Klassiker, zum Beispiel dieses extrem langsame Anziehen und trödeln, wenn es morgens alle eilig haben, ne so von wegen ich.

Wir geraten immer mehr unter Druck, weil wir los müssen. Sagen wir, wir müssen jetzt los. Ja, und vor allem irgendwann, wenn es so Untäglich grüßt das Murmeltier ist. Dann kann uns das auch schon ganz schön verärgern. In unserer Reaktion, vor allem, wenn man gerade erst lang und breit darüber geredet hat und sich am nächsten Tag original gar nichts ändert. Richtig oder auch sich dumm zu stellen bei Aufgaben, wo wir alle wissen, das Kind kann das und plötzlich kann es das nicht mehr.

Ja, und es ist ganz dramatisch, mit großen Krokodilstränen. Nein, und ich kann das nicht und du denkst dir als Mutter oder Vater ich. Kann ich denn meinen Sprössling jetzt damit alleine lassen, wo er doch so viel, so viel leidet? Ja, das sind gute Beispiele und Situationen und die Lösung ist eigentlich immer die gleiche, egal über welche Alltagssituationen wir sprechen, bedienen dieses Verhalten nicht.

Gib deinem Kind Wahlmöglichkeiten und lass es am Ende die Konsequenz seiner eigenen Entscheidung erfahren. Also sprich mit deinem Kind. Was passiert, wenn wir jetzt das Thema anziehen nehmen, ne, hatten wir auch schon in der einen oder anderen Folge, sag deinem Kind was passieren wird, wenn es nicht rechtzeitig fertig ist, übergib ihm die Verantwortung dafür, dass du nicht dafür zuständig bist, ihm nachzulaufen, gib keine Aufmerksamkeit mehr, wenn es sich eben nicht anzieht. Lauf ihm nicht mehr nach, sondern lass es dann eben auch die Folgen seiner Entscheidung tragen. Also sprich, wenn es dann den Bus verpasst, dann muss es vielleicht entweder zu spät zur Schule kommen oder aber zu Fuß gehen oder was auch immer dann

vielleicht die logische Konsequenz ist. Jetzt richtet sich es natürlich nach Alter, wieviel wir unser Kind da wirklich sich selber überlassen können. Natürlich, Sicherheit geht da vor, wir werden jetzt nicht n dreijähriges Kind alleine zu Hause lassen und arbeiten gehen statt es in die Kita zu bringen, das versteht sich von selbst.

Aber da gibt es sehr altersgerechte Möglichkeiten, wie eben zu sagen, ja gut, bei einem Dreijährigen, ich muss dann los, wenn du dann nicht angezogen bist, dann pack ich dir deine Klamotten in den Rucksack, da musst du dich eben in der Kita umziehen und bei einem älteren Kind dann zu sagen, gut, dann fahr ich dich nicht, wenn das normalerweise die Regel ist oder ne, ich werd dich auch nicht fahren, wenn du den Bus verpasst, dann wirst du eben zu spät kommen.

Je nach Alter gibt es da jetzt verschiedene Antworten, wichtig ist ist, dass man das mit dem Kind immer vorher bespricht, dass man das also nicht ins offene Messer rennen lässt ohne Vorwarnung und sagt, Haha, das hast du jetzt davon ne, weil dann sind wir wieder gegeneinander und sind auch wieder im Machtkampf und zeigen ja selber unsere Machtposition und dass wir das kontrollieren, das schafft ja kein Miteinander, sondern dass wir eben vorher sprechen, Pass auf, das ist dein Job, das ist mein Job, du bist dafür verantwortlich, ich hierfür. Du kannst dich da und dazwischen entscheiden. Jede Entscheidung hat diese und jene Konsequenz und dann lass dein Kind Verantwortung übernehmen für sich selbst. Wichtig ist, dass dein Kind ja

dadurch lernt, wenn du dich da rausziehst, kann es dich auch nicht mehr kontrollieren so, das heißt, das Verhalten wird überflüssig an anderer Stelle, wenn es ein mangelndes Sicherheitsbedürfnis vielleicht auch ist. Ne, das kommt ja auch mal vor, warum Kinder eben macht ausüben, dass sie das Gefühl haben, hier gerät alles außer Kontrolle und.

Dann sollten wir vielleicht auch gucken, woher kommt dieses Gefühl und ihnen auch Dinge geben, die sie kontrollieren können, für die sie Verantwortung übernehmen können, um eben sich das eigene Gefühl von Sicherheit darin zu schaffen. Noch ein letztes konkretes Beispiel, was auch zu den zu der passiven Machtausübung gehört, ist das vermeintliche Vergessen von.

Regeln zum Beispiel, wo Kinder immer wieder sagen, habe ich vergessen, wusste ich nicht und so weiter also um Aufgaben oder auch Regeln zu umgehen. Wie löst man das? Indem man einfach gar nicht drauf eingeht, was besprochen ist, ist besprochen und jeder ist selber dafür verantwortlich. Genau jeder ist selber dafür verantwortlich, am Ende sich daran zu halten, also. Deswegen sag ich ja, es ist wichtig, dass man das alles vorher bespricht.

Ja, bei sich wiederholenden Situationen, dass man sich erst mal beruhigt, das nicht sofort löst, sondern alle beruhigen sich erst mal und dann setzt man sich vielleicht am Nachmittagabend noch mal zusammen und sagt, Pass auf, mir ist aufgefallen, wir streiten uns da öfter über denselben Punkt, so in Zukunft werden wir es so und so machen und dann kann man sich ja drüber austauschen.

Ja, und auch noch mal sicherstellen, dass das Kind alles verstanden hat. Ja, und wenn es dann vergessen hat, dann hat es eben vergessen. Also ich mein, wenn es in der Schule später vergisst zur Matheprüfung zu gehen, wird es dafür auch ne 6 kriegen, ne, anstatt dass man sagt ach so, du hast es vergessen, ja kein Problem, dann schreiben wir das jetzt alle noch mal. So funktioniert ja das Leben nicht und das müssen Kinder eben auch dadurch lernen, dass sie dann die Konsequenz trifft, auch wenn sie es mal wirklich vergessen haben, weil nicht anders wird es im späteren Leben auch sein. Richtig, wir wollen ja unsere Kinder nicht zu Kindern erziehen, sondern zu Erwachsenen. Richtig.

Ich fasse das Ganze noch mal für euch zusammen. Heute haben wir uns angeschaut, warum Kinder manchmal die Kontrolle übernehmen wollen und wie sich das für uns Eltern anfühlt. Wut, Ärger oder Hilflosigkeit sind oft das Signal. Für hier geht es nicht mehr um die Sache, sondern um macht, dabei haben wir diese 5 Punkte herausgearbeitet, erstens. Dein Gefühl ist der wichtigste Hinweis, wenn du dich blockiert oder provoziert fühlst, steckt oft das Machtmotiv dahinter. Zweitens diskutieren bringt nichts, niemals ein Machtkampf hört nicht auf, wenn wir ihn füttern, drittens kurz zurückziehen, runterfahren und später ruhig sprechen schützt dich und dein Kind vor Eskalation. Viertens Wahlmöglichkeiten und

kleine Entscheidungen geben deinem Kind das Gefühl von Selbstbestimmung, ohne dass du deine Grenzen aufgibst. Fünftens Konsequenzen klar besprechen und dein Kind Verantwortung tragen lassen hilft langfristig mehr als Strafen oder Drohungen. Kinder, die nach Macht greifen, brauchen in Wahrheit Sicherheit, Orientierung und echte Beteiligung, wenn wir das sehen und ihnen konstruktive Wege dafür geben. Verliert der Machtkampf seinen Reiz für sie? Überlege dir in den nächsten Tagen, in welchen Situationen spürst du diesen Druck besonders stark und wo könntest du deinem Kind eine kleine Wahl geben, anstatt in den Kampf einzusteigen?

So bleibst du handlungsfähig und dein Kind erlebt Selbstständigkeit geht auch ohne Machtspiel vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Woche Bye Bye. Bye Bye. Liebst du das? Leben. Dann reiß. Die Arme hoch und. Zeigst der ganzen Welt. Ich. Fühle mich halt so.

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