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Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 1· Folge 12

#012 Zwischen Wut und Wille: Wie du ruhig bleibst, wenn dein Kind trotzig ist

Dienstag, 14. Oktober 2025 · 30 min

MP3

Shownotes

Dein Kind schreit, stampft, weigert sich? Und du fragst dich: Warum passiert das ständig, und wie soll ich reagieren? In dieser Folge sprechen Marie und Thorsten über Trotzverhalten und warum es so viele Eltern aus der Fassung bringt.
Du erfährst, was wirklich hinter Trotz steckt, warum Kinder in diesen Momenten nicht ungehorsam, sondern überfordert sind, und wie du ruhig und klar bleiben kannst, ohne dich durchsetzen oder aufgeben zu müssen.
Mit Maries 5-Punkte-Plan lernst du, wie du in hitzigen Momenten Führung übernimmst, ohne Machtkämpfe zu verlieren: ruhig bleiben, Ziel verstehen, Raum geben, Grenzen wahren und nach dem Orkan wieder Nähe herstellen.
Eine Folge für Eltern, die nicht perfekt sein wollen, sondern echt, zugewandt und sicher in stürmischen Momenten.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Herzlich Willkommen bei beruhigt euch, dem Podcast von kimi.com Wir sind Marie und Thorsten, Coach, Erziehungsberater und selber Eltern von 4 Kindern mit und ohne ADHS in einer Patchwork Familie und sind die Gründer von Kimi. Es gibt Momente, da explodiert plötzlich alles. Dein Kind schreit, stampft, weigert sich und du merkst, wie in dir selbst etwas hochkocht. Du willst helfen, aber gleichzeitig einfach nur, dass es aufhört.

Diese Mischung aus Ohnmacht, Wut und Hilflosigkeit kennen fast alle Eltern, trotz ist kein böser Wille, es ist der Moment, in dem dein Kind Autonomie entdeckt und damit ringt. Innen prallen 2 Kräfte aufeinander, dazu gehören und selbst entscheiden für Eltern fühlt sich das wie Kontrollverlust an, für Kinder wie ein Sturm, den sie noch nicht steuern können. Darum geht es heute und auch darum, wie du in diesen Situationen führst, ohne zu kämpfen und Nähe hältst ohne nachzugeben.

Am Ende sollst du sagen können, ich bleib ruhig, ich bleib zugewandt, ich bleib in Führung. Bereit für 2 echte Alltagsszenen und konkrete Sätze für genau diese Momente? Dann bleib dran, Marie, warum bringt denn dieses trotzverhalten Eltern so stark aus der Fassung und was steckt meistens dahinter? Wenn Eltern bei ihrem Kind einen Wutanfall erleben oder auch einen Trotzanfall.

Dann fühlen sie sich oft in ihrer eigenen Autorität beschnitten, eingeschränkt. Ich denke, bei vielen schwingt auch mit, dass sie aus ihrer eigenen Kindheit kennen, hier werden keine Widerworte geduldet, hier wird gemacht, was die Eltern sagen, ein Nein hat hier keine Berechtigung, zum anderen ist es aber auch das Gefühl, was so ein.

Wutanfall trotz Anfall in Ihnen auslöst. Und das ist oft auch ein Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht. Das heißt, auch Eltern haben ja ein Bedürfnis danach, die Situation unter Kontrolle zu haben. Ja, es ist ja schon ein Kontrollverlust in dem Moment. Genau. Und in dem Augenblick, wo das Kind eben so einen Wutanfall hat, ist es der totale Kontrollverlust, gefühlt oft auf beiden Seiten.

Was steckt denn in Wahrheit hinter trotz? Kinder durchleben ja. Diese Phase mit trotz, man nennt es, heißt ja auch trotz Phase, man nennt sie ja so oder auch die Phase, wo sie einfach viele Wutausbrüche haben, die erleben sie ja in einer ganz bestimmten Phase ihres Lebens, und zwar da, wo sie entdecken, ich bin eine eigene Person, ich habe ein eigenes ich, einen eigenen Willen, einen eigenen Willen, und ich kann Dinge selber machen, und Kinder wollen ja von Hause aus dazugehören, Teil der Gemeinschaft sein, und das erleben sie dann also im Konflikt zu.

Ich will aber selber entscheiden, selber bestimmen und selber handlungsfähig sein. Und das ist dann eben ja, das sind eben die 2 Welten, die da in dem Kind aufeinanderprallen, also zum einen der Konflikt zwischen Zugehörigkeit zu der Familie und dem System, in dem man lebt, auf der anderen Seite aber Autonomie, das Streben nach Autonomie.

Ich möchte selber entscheiden und machen, was ich möchte, und dann. Kann auch der Frust darüber entstehen, dass man diese Dinge tun möchte, aber eben auch noch nicht tun kann? Das kann dann von außen vorgegeben sein, weil die Eltern das noch nicht erlauben, es kann aber auch sein, dass das Kind den Frust erlebt, dass es Dinge machen möchte, von dem es eben jetzt weiß oder versteht, dass es geht, aber körperlich selber noch nicht dazu in der Lage ist.

Und dann kann es mit diesem Frust eben nicht umgehen. Erlebt das Kind dann diese Situation als innerlichen Konflikt zwischen? Ich will das jetzt selbst machen, aber ich kann noch nicht genau wann gibt. Geht dann trotz in einen Machtkampf und wie bleibe ich in diesen Situationen in Führung, ohne Druck auszuüben oder mein Vorhaben aufzugeben? Ja, es gibt dann in einen Machtkampf, wenn das Bedürfnis nach Autonomie vom Kind, aber auch das Bedürfnis nach Autorität und Kontrolle bei den Eltern aufeinanderprallen. Und das steht dann miteinander im Konflikt. Wenn dann also beide.

Sagen, ich gebe jetzt nicht nach und jeweils an ihrer Rolle festhalten und Erwachsene da eben nicht den Absprung schaffen, in ihre Führungsrolle zu gehen und ne andere Lösung zu wählen, sondern sich eben auf diesen Machtkampf einlassen, dann prallt eben das Bedürfnis nach Autonomie eben auf den Wunsch der Erwachsenen, die Situation zu kontrollieren und sich dadurch auch selber sicherer zu fühlen.

Führung bedeutet dann in den. Situationen ruhig zu bleiben, klar zu sein, aber auch das Kind respektvoll zu behandeln, richtig. Ja, das auf jeden Fall, aber noch einiges mehr. Was hilft denn konkret in diesen Situationen, wenn das Kind völlig ausflippt und nicht mehr erreichbar zu sein scheint? Also der erste Punkt ist ruhig bleiben. Ich weiß, dass es wahnsinnig kräftezehrend ist und auch wirklich triggern kann, vor allem, wenn man dieselbe Situation mit seinem Kind immer wieder erlebt. Und man hat ja schon irgendwann so n Gefühl dafür und merkt, oh ich weiß was jetzt kommt, bitte nicht, er zuckt schon innerlich zusammen und denkt sich so, bitte diesmal ohne Wutanfall und dann kommt er noch mal n Steck

mittendrin so also selber ruhig bleiben. Denn wir erwarten ja von unserem Kind im Grunde, wenn wir erwarten, dass es den Wutanfall reguliert, bevor er hochkocht, dass es seine Emotionen regulieren kann. Wie reagieren wir Erwachsenen einen aber oft in so einer Situation? Ziemlich aufgeregt. Wir werden wütend, ungeduldig, ja.

Verlieren selber völlig die Fassung und sind gestresst. Das heißt, im Grunde erwarten wir als Erwachsene. Dass unser Kind seine Emotionen zu 100% regulieren kann, damit wir nicht wütend werden, sprich weil wir nicht in der Lage sind, unsere Emotionen zu regulieren. So, das heißt, wir erwarten dann von unserem Kind etwas in der Situation, was wir selber ja gar nicht schaffen, so, das heißt, die Lösung ist da eben nicht von dem Kind zu erwarten, die Fassung zu behalten, damit wir sie behalten können, sondern eben in die Führung zu gehen und zu sagen, wir fangen bei uns an. Unsere Emotion zu regulieren und leben das eben selber unserem Kind vor.

Und unser Kind kann das dann eben auch von uns lernen. Nicht nur, dass wir n gutes Vorbild sind dadurch, sondern wir schaffen eben auch Sicherheit, was das Kind ja braucht, wenn es gerade seine Welt außer Kontrolle erlebt, da braucht es ja auch, dass unsere Stabilität, wir bleiben ruhig, wir sind der sichere Anker, auch wenn das Kind gerade im eigenen Frust versenkt. So, das heißt, wir bleiben ruhig, wir kontrollieren unsere Emotionen, gehen vielleicht eher mal 5 Minuten raus und regen uns ab, lassen uns aber auf gar keinen Fall in diese genervte Stimmung hineinziehen oder werden am Ende noch selber gestresst oder laut.

Also wir sagen nicht, zieh jetzt endlich deine verdammte Jacke an. Genau, sonst vergesse ich mich aber. Das ist, was wir auf gar keinen Fall tun, sondern unsere Aufgabe ist es halt zu geben, wenn unser Kind keinen Halt hat. Das ist der erste wichtige Punkt, selber ruhig ruhig bleiben der zweite Punkt ist das Ziel, verstehen, warum erlebt unser Kind gerade den Machtkampf und das geht ja, das haben wir ja auch in anderen folgen schon besprochen, selten um das, was augenscheinlich ist.

Ja, es geht selten um das, worum man wirklich streitet, wenn wir in einen Machtkampf gehen, weil zum Beispiel, du hattest das Thema Jacke angesprochen, ja, das Kind im Winter jetzt auf einmal seine Sommerjacke anziehen möchte, dann geht es ja im Grunde nicht um die Jacke, sondern es geht darum, selber zu bestimmen, welche Jacke das Kind anziehen möchte.

So, das heißt, da steht ein Bedürfnis nach Selbstbestimmtheit dahinter, unser Kind möchte Selbstwirksamkeit erleben, selber gestalten. Und das ist ja erstmal n grundsätzliches Bedürfnis. Wenn unser Kind immer wieder in solchen Situationen in Machtkämpfe gerät, dann sollten wir vielleicht grundsätzlich auch überlegen, wo können wir unserem Kind mehr Selbstbestimmtheit geben, also wo können wir einen Rahmen geben, wo es Selbstbestimmtheit mehr leben kann, ohne dass es uns in Stress bringt. Ne, das ist aber was, was wir jetzt nicht in der Situation klären können, wir können aber das Ziel dahinter erkennen. Und da können wir halt in uns reinhören. Wie fühlen wir uns gerade und wenn es an uns dieses Gefühl von Machtlosigkeit und Ohnmacht

auslöst, dann steht ja oft das Ziel macht dahinter und macht bedeutet immer, dass das Kind ja im Grunde ein Bedürfnis nach Selbstbestimmung hat, und da können wir halt in dieser Situation das Ziel erkennen, es geht um Selbstbestimmung, das heißt, da können wir dann Alternativen bieten, dem Kind auch Wahlmöglichkeiten geben, ja, du kannst dir jetzt aussuchen und ob du jetzt noch einen wärmeren Pullover Unterziehst, zum Beispiel an dem Beispiel Jacke, oder du kannst dir aussuchen, ob du deine Winterjacke in den Schulranzen packst, damit du sie später anziehen kannst.

Wenn dir kalt ist, zum Beispiel ne. Also wir bieten Wahlmöglichkeiten in dem Rahmen, die für uns in Ordnung sind, wo wir wissen, da ist das Kind sicher und beziehen es eben mit ein, so werden wir diesem Bedürfnis nach Selbstbestimmung gerecht, geben aber trotzdem nicht völlig die Kontrolle ab und schicken unser Kind im T Shirt. In den Winter hinaus dann auf jeden Fall der dritte Punkt, diesem Gefühl auch Raum geben, also Wut oder auch Frust sind Gefühle, die ihre Berechtigung haben und die auch gelebt werden sollten und auch dürfen, also sprich wir sollten als Erwachsene nicht daran ansetzen zu sagen, wir versuchen jede Wut, jeden Frust im Keim zu ersticken. Sondern eher unserem Kind.

Darin auch mal n bisschen Luft lassen zu sagen, OK, du bist wütend, ich sehe, dass du wütend bist. Möchtest du mit mir darüber sprechen, was sich dann gerade bewegt? Viele Kinder reagieren dann auch mit Nein und will ich nicht und lass mich in Ruhe und so weiter und das ist dann auch genau das, was wir tun sollten.

Meine Erfahrung ist, dass sich die Kinder viel, viel schneller beruhigen, wenn wir nicht die ganze Zeit auf sie einreden und versuchen, das in Ordnung zu bringen, was bei ihnen ja gerade in Schieflage ist, sondern gibt. Die Verantwortung auch für die Gefühle an dein Kind zurück sei da, begleite es aber, gib diesem Gefühl Raum. Auch Wut hat ihre Berechtigung, auch Frust, auch Zorn. So, und sie sollten das Leben dürfen, wir können Sie darin begleiten oder eben sie auch in Ruhe lassen und ihnen die eher wertvolle Erfahrung schenken, dass wir in der Lage sind, das selbst zu regulieren, dann wichtig alles hat aber auch Grenzen und Konsequenzen, so, und da können wir das eben auch in.

Besprechen, indem wir halt sagen, OK, bis dahin besteht der Rahmen, in dem du selber wählen kannst. Bis dahin nicht, da werden meine Grenzen überschritten und wenn dieses Verhalten sich wiederholt oder gewisse Grenzen überschreitet, dann gibt es eben auch Konsequenz XYZ, da können wir ja gleich bei diesem praktischen Beispiel noch mal drauf eingehen. Was das in dem jeweiligen Fall sein kann und ansonsten der letzte Punkt, der Fünfte ist klären, wenn sich die Emotionen gelegt haben.

Wenn ein Kind gerade in diesem Wut oder trotz Anfall ist, dann wird es für keinerlei Klärung und sinnvollen Vorschlag erreichbar sein, also gib dem Kind den Raum, lass die Emotionen sich legen und über alles, wie man es gestalten kann, wie man es in Zukunft anders machen kann. Sprechen wir, wenn wir uns beide wieder beruhigt haben, auch wir von unserer Seite sollten solche Gespräche niemals führen, wenn wir selber gerade noch aufgebracht sind.

Das ist also was, was nicht nur für das Kind gilt, das gilt für beide Seiten, wir sprechen über Klärungen, über wie wir es in Zukunft handhaben werden, wenn sich beide Seiten abgeregt haben. Danke, dass du diesen 5 Punkte Plan erklärt hast. Jetzt wollen wir das Ganze noch mal an 2 praktischen Beispielen durchgehen.

Dafür haben wir uns 2 ausgesucht, die die meisten Eltern kennen. Das Erste haben wir schon angesprochen, es ist kalt draußen und ein Kind steht im T Shirt und will los zur Schule und möchte keine Jacke anziehen. Jetzt habe ich natürlich Angst. Hilfe, mein Kind erkältet sich und was sollen die Lehrer sagen und die anderen Eltern schütteln nur den Kopf. Ich möchte nicht, dass mein Kind ohne Jacke rausgeht. Das Kind möchte aber im t Shirt raus. Ja, ist das ein Beispiel was, was ich glaube, fast jeder, den ich.

Kenne. Was wirklich fast jeder, den ich kenne, irgendwann mal erlebt hat. Ich selber auch. Ja, also deswegen ist es ein hervorragendes Beispiel, an dieser Stelle so schön aus dem Leben gegriffen, also realistisch betrachtet. Das Kind möchte selber entscheiden, wie es rausgeht. Das ist ja erstmal so n ganz natürlicher Prozess.

Ne, wir möchten selber auch entscheiden was wir anziehen, haben vielleicht unsere Lieblingsjacke, die wir gerne tragen möchten und n Kind hat jetzt vielleicht eben da an der Stelle auch noch nicht die Weitsicht zu verstehen. OK, wenn ich damit länger als 2 Minuten draußen bin, dann friere ich so. Natürlich ist es nur verständlich, dass wenn Eltern da zig mal diese Diskussion führen und das Kind dann im schlimmsten Fall auch noch verweigert mit Jacke das Haus zu verlassen, dass wir dann irgendwann an unsere Grenzen kommen und genervt sind.

Aber auch hier gilt, wie ich eben gesagt hab, erst mal ruhig bleiben, selber die Ruhe bewahren, ne, dann eben das Ziel dahinter verstehen, also sprich da geht es ja selten jetzt um die Jacke als solches. Sondern eher um dieses. Ich möchte selber bestimmen, was ich anziehe. Es ist nun mal meine Lieblingsjacke und so weiter was vielen Kindern an der Stelle hilft ist das schon mal zu benennen, also wenn sie sich verstanden fühlen, statt dass jemand dagegen redet, nimmt es ihnen schon mal extrem viel Wind aus den Segeln. Statt also zu hören, Nein, das ist kalt und das kannst du nicht und so weiter und die lange Liste von warum das jetzt nicht geht, es ist schon mal hilfreich zu sagen, du möchtest also im t Shirt rausgehen und.

Ich verstehe, dass das dein lieblings t Shirt ist und dass du im Moment nicht frierst. Lass uns doch mal gemeinsam darüber nachdenken, was wir tun können, wenn du dann eben doch frierst. Wenn du zur Tür rausgehst. So wie klingt das für dich jetzt im Vergleich zu? Du darfst auf keinen Fall so raus, draußen ist es kalt, nein, das erlaube ich dir nicht und so weiter.

Du bemühst dich, das Ziel zu verstehen und Bekämpfst nicht das Verhalten. Das fühlt sich natürlich ganz anders an für mich. Genau, das Kind fühlt sich verstanden und. Und vor allem, was ja ganz wichtig ist, es geht ja um Selbstbestimmung. Ich beziehe es mit ein, ich lass ihn selber, ich lass das Kind selber Teil der Lösung sein, ja, man könnte eben auch dann, wenn das Kind selber keine Lösungsvorschläge liefert, das kann ja auch passieren, ne, du sagst, lass uns mal gemeinsam überlegen und da kommt nichts und das Kind bleibt dabei und sagt Nein, geht auf gar keinen Fall so, dann können wir ja immer noch selber Wahlmöglichkeiten mit reinwerfen. Es ist natürlich toll, wenn das Kind selber Teil des Prozesses ist.

Warum so? Er wird es angenommen. Du könntest dann aber eben auch die Alternativen besprechen. Ich hatte das ja gerade, als wir über die 5 Punkte geredet haben, da schon mal eingeworfen in Bezug auf die Jacke, dass man eben sagen kann, ne, wir packen die Jacke ein oder du ziehst noch was drunter und wir nehmen die Jacke mit oder was weiß ich ne, da gibt es ja jetzt verschiedene Möglichkeiten.

Da darf man jetzt auch mal n bisschen auf den Lerneffekt natürlicher Konsequenzen vertrauen. Natürlich wird das Kind, wenn es rausgeht, irgendwann merken, dass es kalt ist. Und natürlich dürfen wir unser Kind nicht in Gefahr bringen, dass es draußen friert und sich dann erkälten kann oder Erfrierungen holt oder was weiß ich, aber es gibt ja noch irgendwas zwischen ich geh mit hochangezogener Jacke aus der Haustür raus und ich leide draußen, er leide draußen, Erfrierungen ne, es gibt ja auch kein Mensch. Wird er sofort krank, wenn er eine Minute sich draußen in der Kälte aufhält, im t Shirt, sondern er wird halt merken, es ist kalt und da darf man auch ruhig auf die logischen Konsequenzen oder auch

natürlichen Konsequenzen vertrauen, die sich dann aus der Situation ergeben oder die man eben selber folgen lässt und das Kind dadurch eben selber die Erfahrung machen lassen. Also weniger reden und mehr das Kind durch die eigene Erfahrung lernen lassen, dass es kalt ist und dann eben die Jacke parat haben. Was wär denn da ne konkrete Lösung? Kann ich dann als Vater sagen, OK, dann gehst du halt jetzt ohne Jacke los, ich nehme sie aber mit, weil ich weiß, dass dir kalt wird und dann wirst du halt vor der Schule sehen ob du frierst oder nicht und du nimmst sie erst mal mit, du musst sie ja nicht anziehen, aber wenn dir kalt ist, hast du eine. Genau, also letzten Endes ist es genau das. Es geht ja darum, dass das Kind

am Ende nicht friert und so können wir. Den Machtkampf vermeiden und können das Kind eben auch selber die Erfahrungen sammeln lassen. Und wenn es einmal gemerkt hat, oh, es ist kalt, ich zieh doch besser meine Jacke an, dann werdet ihr vermutlich dieselbe Diskussion am nächsten Tag auch nicht noch einmal haben wegen derselben Sache, ne, weil es diese Erfahrung bereits gesammelt hat, bei allem wo das Kind keinen Schaden nimmt, in manchen Fällen können wir natürlich keine natürlichen Folgen folgen lassen, weil es für das Kind gefährlich wäre. Ja, also zum Beispiel ist gänzlich ohne Jacke aus dem Haus gehen lassen, ohne dass es die Möglichkeit hat, später eine anzuziehen.

Das ist im Winter natürlich keine Idee, keine gute Idee, aber bei allem, wo keine Gefahr für das Kind ausgeht, können wir das Kind ruhig die Erfahrungen machen lassen, es ist ja oft auch ein, wie wirkt es auf die Kinder immer zu, von den Erwachsenen zu hören, ich weiß es besser, ich weiß jetzt schon wie es dir gehen wird, ich weiß jetzt schon wie du dich fühlen wirst. Ich weiß jetzt schon, dass du frieren wirst und und das Kind in seinem Autonomiebedürfnis sagt ja, nein, ich will selber entscheiden.

Ja, es ist wichtig, diese Erfahrung auch machen zu lassen. Kinder lernen aus den Folgen und nicht aus den Worten von Erwachsenen ne, sondern aus den Folgen, aus den Konsequenzen ihres Handelns. Ich denke, das Beispiel mit der Jacke ist jetzt klar. Wir haben uns noch n ganz anderes Beispiel ausgesucht, das völlig anders aussieht, dass viele Eltern kennen wir haben. Festgestellt, wir kennen es von unseren Kindern nicht und können vielleicht auch hinterher sagen, warum das so ist. Aber ganz oft haben wir es schon erlebt. Es geht um die sogenannte Quengelzone an der Supermarktkasse, wir haben das selbstverständlich auch schon mit unseren Kindern erlebt, dass sie gefragt haben, kannst du mir das kaufen oder darf ich dies,

darf ich das, aber es gibt dann auch Kinder, die nicht aufgeben und fangen an zu schreien und zu weinen und schmeißen sich auf den Boden. Und vielen Eltern ist es dann natürlich unangenehm und peinlich. Wie löse ich diese Situation mit deinem 5 Punkte Plan? Also Kinder haben ja ein naturgegebenes Talent dafür, ihre Eltern zu lesen. Das ist einfach so und meistens suchen sich die Kinder natürlich auch die Hebel aus, die am besten funktionieren. Das heißt, oft sind es gerade die Eltern, denen das unangenehm ist.

Wenn die Kinder in der Öffentlichkeit aufdrehen, die dann genau diese Probleme auch an der Kasse haben. Ne, das ist so n bisschen liegt das in der Natur der Sache, weil die Kinder haben schon auch n Gespür dafür. Aha, wann funktioniert das gut, wann ich hier aufdrehe und wenn Eltern dazu neigen. Dann darauf zu reagieren, weil sie das Kind eben schnell ruhig stellen wollen.

Ah OK, ich geb das jetzt schnell, bevor mein Kind hier aufdreht, weil mir ist das unangenehm, wenn das sich hier hinschmeißt und alle Leute gucken auf mich und so weiter ja dann lernen Kinder natürlich auch, dass das funktioniert und dann funktioniert es vielleicht beim nächsten Mal nicht, weil die Eltern denken, ha, ich hab beim letzten Mal vielleicht schon nachgegeben, ich möchte da konsequenter sein und dann dreht das Kind wieder auf und schreit noch länger und lauter.

Und dann halten die Eltern das irgendwann nicht mehr aus und sagen ja, OK, jetzt gebe ich doch wieder nach. Ja, und was lernt das Kind dadurch umso länger und umso lauter ich schreie, desto mehr kriege ich irgendwann, was ich will, und wenn ich es diesmal nicht kriege, dann muss ich noch länger und noch lauter schreien und dann klappt das schon irgendwann, das heißt, das ist ja auch n gewisser Lerneffekt, wo Kinder dann irgendwann eben auch gar nicht mehr aufhören zu schreien, weil sie denken, ja, irgendwann klappt das schon.

Genau. Und dass dieses Muster gilt es halt zu durchbrechen. Und der erste Gedanke ist auch da wieder. Jetzt sind wir bei den 5 Punkten ruhig, bleiben selber und ruhig bleiben, bezieht sich da auch nicht nur auf das außen dem Kind gegenüber, sondern vor allem auch innerlich sich selbst gegenüber.

Also dass kleine Kinder schreien und mal n Wutanfall kriegen ist etwas völlig normales. Es macht einen nicht zu einer schlechten Mutter oder zu einem schlechten Vater und man hat auch nichts falsch gemacht und auch nichts verpasst. Das gehört zur normalen Entwicklung des Kindes dazu. So, das heißt Objektiv gibt es keinen Grund sich dafür schlecht zu fühlen, wenn ein Kind einen Wutanfall hat.

Natürlich ist es vielen unangenehm, wenn sie so viel Aufmerksamkeit kriegen, ne weil alle drehen sich um. Im Supermarkt die anderen Kunden, die gucken, man steht im Fokus der Aufmerksamkeit, das ist natürlich etwas, was unangenehm ist, aber. Das ist doch aber eine super Gelegenheit, einem zu zeigen, Hey der der da liegt.

Das ist übrigens meiner genau, ist ja. Nicht toll. Ja genau, ist ja nicht toll. Gerade sich in Frustrationstoleranz. Und genauso darf man das sehen. Genauso darf man es sehen und ich weiß, ich hab es auch schon erlebt, dass dann ungebetene Ratschläge von rechts und links kommen. Ja, und jeder ist der Meinung, man müsste es irgendwie anders oder besser machen und so weiter man darf sich guten Gewissens davon frei machen in dem Wissen, dass das ganz normal ist.

Jedem irgendwann so geht, dass es kaum einen Elternteil gibt, was das irgendwann nicht erlebt im Laufe der Zeit, wo man Kinder großzieht. Das klingt nach einer wunderbaren Lösung. Ich glaube aber, vielen Eltern fällt genau das ganz schön schwer in diesen Situationen. Genau deswegen betone ich das auch so an der Stelle und sagt, man darf sich da wirklich von frei machen.

Man ist keine schlechte Mutter, kein schlechter Vater, weil das Kind an der Supermarktkasse schreit und jeder, der da einen tollen Ratschlag parat hat in dieser Situation als Außenstehender, der diese Situation überhaupt nicht beurteilen kann. Der darf sie gerne für sich behalten. Also bitte einfach die Ohren schließen. Ja, und sich auf das Besinnen, dass das eben nun mal ein Entwicklungsschritt ist.

Und der findet jetzt eben in der Öffentlichkeit statt, aber dabei ist nichts und hinter verschlossenen Türen geht es eben irgendwann mal. So was kann ich konkret tun. Ich kann dann zu meinem Kind sagen, ich weiß, dass du das gerne haben möchtest. Ich bleibe aber bei meinem Nein, kommst du nicht und gehe zur Tagesordnung über, bezahle meine Einkäufe. Genau, ruhig bleiben, normalisieren und das nimmt schon mal n großen Teil dieser Erpressbarkeit. Ja, wenn man nämlich es schafft, ruhig zu bleiben und sagen, OK, ich nehm den Wutanfall in der Öffentlichkeit jetzt in Kauf, du darfst jetzt hier wütend sein an der Supermarktkasse, dann nehmen wir unserem Kind schon mal ungemein den Wind aus den Segeln, weil dann ist ist das

Druckmittel weg. Ja, so der Druck ist nicht mehr da so, das heißt, das, was das Kind da tut, läuft ins Leere, das zweite ist wie gesagt Ziel erkennen ne. Worum geht es da gerade und da auch wieder mit Verständnis reagieren umso mehr dein Kind sich abgeholt und verstanden fühlt, umso weniger hat es die Not gegen dich ankämpfen zu müssen. Ja, also sag ruhig, ich sehe, dass du das gerne haben möchtest.

Ich habe verstanden, dass du das haben willst. Heute geht es nicht ja, also einfach klar benennen, dass das Kind weiß okay es muss schon mal nicht dafür kämpfen, jetzt von dir gesehen oder verstanden zu werden, du hast das schon sehr wohl verstanden, was es gerade möchte, du entscheidest. Ist aber eben anders und dann eben auch diesen Raum für diese Gefühle geben okay es löst Wut aus, es löst Frust aus in Ordnung so, wenn es für dich nicht auszuhalten ist, dass diese Wut und dieser Frust dann eben genau an der Supermarktkasse ausgelebt wird, dann lass den Wagen stehen, geh mit dem Kind nach draußen und sage, wir machen jetzt hier eine Pause, bis du dich beruhigt hast.

So, so kann man sich selber auch aus der Schusslinie nehmen, es zwingt einen ja kein Mensch, diesen Einkauf jetzt da durchzuziehen an der Stelle und. Man kann den Wagen auch mal 10 Minuten im Laden stehen lassen. Ja, man muss ihn ja nicht mit rausschieben, man lässt ihn einfach da stehen, kommt 10 Minuten später wieder, beruhigt sich ne was einem selber halt gut tut, weil man sagt ich halt das hier nicht aus, geht raus, macht ne Pause, spricht nichts dagegen genau und dann eben hinterher auch darüber sprechen, wenn die Emotionen sich gelegt haben und fürs nächste Mal vorbereiten.

Also ich gehe ja davon aus, dass Eltern die das sich jetzt anhören, dieses Problem nicht nur einmal hatten. Und seitdem nie wieder. Dann wäre es auch gar nicht interessant, sondern dass das öfter vorkommt so, das heißt, man kann das auch schon vorbereiten, indem man halt den Rahmen im Vorherein Absteckt und sagt, wir gehen jetzt einkaufen, du kannst was weiß ich, was dir eine Sache vom Obst aussuchen und in den Wagen legen, ne oder eine Sache davon, was halt in deinem Rahmen und OK ist. Du kannst dem Kind auch eine konkrete Aufgabe geben. Ne zu sagen ich schieb den Wagen, du legst die Sachen immer rein so und das damit natürlich auch n Stück weit beschäftigen einbeziehen und gib ihm doch

darin Wahlmöglichkeiten. Du darfst nicht, dass du die Süßigkeit an der Kasse aussuchen, du darfst aber entscheiden welches Obst wir mitnehmen, zum Beispiel ne so vermeidet man den Süßigkeitenkauf, hat aber trotzdem das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit und Autonomie des Kindes erfüllt wir. Erlauben dem Kind, diese Autonomie zu leben innerhalb unserer Grenzen.

Und da muss jetzt jeder für sich selber entscheiden, was für ihn OK ist. Darf das Kind das Brot aussuchen oder ein Obst? Beschäftige es mit Aufgaben, gib ihm das Gefühl, wertvoll zu sein und eine Hilfe zu sein für dich bei diesem Einkauf und das können wir eben auch entsprechend vorbereiten, bevor wir in den Laden gehen, das alles vorher schon besprechen. Und dann können wir uns auch eben, wenn das Kind den Zusammenbruch kriegt, genau darauf berufen. Wenn wir jetzt diesen Orkan in Form eines Wutausbruchs hinter uns gebracht haben, wie kann ich dann die Nähe zu meinem Kind am besten wiederherstellen?

Also zum einen ist es wichtig, den Gefühlen Raum zu geben und ihnen auch positiv zu begegnen. Man könnte hinterher auf das Kind zugehen und sagen, Mann, da warst du aber ganz schön wütend und frustriert wollen wir darüber sprechen. Wie du dich dabei gefühlt hast? Man könnte auch überlegen, ja, was könnte denn helfen in so einer Situation?

Was hat das Kind sich denn gewünscht? Also einfach auf positive Art und Weise darüber sprechen, ohne in die Bewertung zu gehen? Ja und ohne ein schlechtes Gewissen zu machen. Wenn wir Dinge nicht kriegen im Leben, die wir uns so sehr gewünscht haben und die wir unbedingt wollen, dann ist das frustrierend.

Und es ist OK, frustriert zu sein. Gegen dieses Gefühl spricht gar nichts, es spricht aber zum Beispiel was dagegen, n Supermarktregal Leerzuräumen und Sachen wie wild durch die Gegend zu schmeißen im Supermarkt ja, so, und darüber müssen wir mit unserem Kind reden, ich lehne nicht dich ab, ich lehne nicht dein Gefühl ab.

Ich lehne aber ein gewisses Verhalten ab. Das ist für mich nicht in Ordnung und da müssen wir gemeinsam bessere Alternativen finden, so das Ganze aber ohne Schuld und ohne Bewertung. Trotz ist kein Zeichen von Ungehorsam, sondern von Entwicklung. Dein Kind zeigt dir damit, ich will selbst können, wenn du in solchen Momenten ruhig bleibst, das Gefühl anerkennst und klare, respektvolle Grenzen setzt. Lernt dein Kind, mit seinen Emotionen umzugehen, nicht gegen dich, sondern mit dir.

Du musst nicht perfekt reagieren, es reicht, präsent zu bleiben, denn Kinder brauchen in ihren größten Gefühlen keine perfekten Eltern, sondern verlässliche. Wenn du wissen willst, wie du Machtkämpfe früh erkennst und Deeskalierst, hör dir auch unsere Folge Nummer 9. Warum Herte keine Führung ist an.

Und wenn dir diese Folge gefallen hat, freuen wir uns darüber, wenn du sie auch anderen Eltern weiterempfiehlst, die ein Entspannteres Leben als Eltern verdient haben. Bis zur nächsten Woche. Bye Bye. Bye Bye.

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