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Capital – der Wirtschaftspodcast· Folge 379

Die goldenen Regeln für das Altersvorsorgedepot

Freitag, 25. September 2026 · 34 min

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Shownotes

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Es könnte eines der folgenreichste Vorhaben der aktuellen Bundesregierung werden: Ab Januar 2027 können die Deutschen über ein Altersvorsorgedepot in den Kapitalmarkt investieren. Mit üppiger Förderung vom Staat und unter sehr günstigen steuerlichen Bedingungen. Es ist nach den Riesterverträgen ein weiterer Versuch, die Menschen von der privaten Altersvorsorge zu überzeugen, diesmal allerdings mit größeren Aussichten auf Erfolg. „Das hat große gesellschaftliche Signalwirkung“, sagt Christian Schneider-Sickert im Capital Wirtschaftspodcast. Der Gründer und Chef des digitalen Vermögensverwalters Liqid glaubt, dass vor allem ein Denkfehler die Riesterverträge belastet hat: „Es ist daran gescheitert, dass der Staat versucht hat, mit Garantierenditen die Kehrseite des Kapitalmarkts aus dem Weg zu räumen“, sagt er. Das aber habe Geld und Rendite gekostet und das System kompliziert gemacht. Dieses Problem gibt es beim Altersvorsorgedepot nicht mehr: Es dürfen auch Anlagelösungen angeboten werden, die den Schwankungen des Marktes ausgesetzt sind – also mehr Verluste aber auch mehr Gewinne einfahren können. „Ich hoffe, der Run wird so groß wie die Finanzindustrie es annimmt“, sagt Schneider-Sickert, der im Podcast auch eine Reihe goldener Regeln für den Einstieg in das Depot formuliert: Nicht sofort einsteigen, den Markt sondieren und nicht auf Lock-Angebote hereinfallen. „Augen auf bei allen, die Dir versprechen, dass man die natürlichen Schwankungen am Kapitalmarkt irgendwie ausschalten könnte“, sagt Schneider-Sickert.

Eine Produktion von RTL+ Podcast.Host: Nils Kreimeier.Redaktion: Lucile Gagnière.Produktion: Andolin Sonnen. +++Weitere Infos zu unseren Werbepartnern finden Sie hier: linktr.ee/diestundenull +++60 Tage lang kostenlos Capital+ lesen - Zugriff auf alle digitalen Artikel, Inhalte aus dem Heft und das ePaper. Unter Capital.de/plus-gratis
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Der Wirtschaftspodcast. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Kapital Wirtschaftspodcasts. Mein Name ist Nils Kreimeyer und ich bin Redakteur bei Kapital. Es gibt ein Thema, mit dem sich die Deutschen gedanklich nicht so gerne beschäftigen und das ist die Vorsorge fürs Alter. Man kann das ja auch durchaus verstehen, mir geht es auch nicht anders.

Wer stellt sich schon gerne vor, wie es sein wird, wenn man irgendwann nicht mehr arbeiten kann, wenn die Hüfte wehtut und man definitiv ohne Brille nicht mehr auskommt. Und dann soll man auch noch ans Geld denken. Jahrzehntelang war es so, dass in Deutschland für diese Phase des Lebens die gesetzliche Rente vorgesehen war. Und in den meisten Fällen reichte das auch halbwegs aus.

Das aber hat sich inzwischen geändert. Wie jeder weiß, der mal in seinen Renten Bescheid geschaut hat. Der flattert ja hin und wieder so per Post ins Haus. Das reicht hinten und vorne nicht und zwar ziemlich egal, wo und wie lange man gearbeitet hat. Nun haben diverse Bundesregierungen in der Vergangenheit deshalb versucht, die Deutschen dazu zu bringen, auch privat vorzusorgen. Also irgendwie an den Kapitalmarkt zu gehen und was von diesen Gewinnen mitzunehmen, die dort erzielt werden.

Es gab mehr oder weniger komplizierte Modelle und mit eher weniger großem Erfolg. Ich sage hier nur Riester, da schlagen die meisten schon die Hände über dem Kopf zusammen. Und das ist auch schon so das Beispiel, warum das alles nicht so richtig funktioniert hat. Die Konzepte scheiterten oft, waren zu kompliziert, weil immer versucht worden ist, die Gewinne vom Kapitalmarkt zwar mitzunehmen, die Anleger aber andererseits auch vor möglichen Verlusten zu bewahren.

Das ist so ein bisschen die Quadratur des Kreises und im Zweifelsfall ist es teuer und sehr, sehr umständlich. Die aktuelle Bundesregierung aber, die wir hier oft und auch oft zu Recht kritisieren, hat nun etwas vorgelegt, was tatsächlich so etwas wie einen Durchbruch mit sich bringen könnte. Sie werden das vielleicht schon gehört haben oder schon auf Plakaten gelesen haben.

Das Altersvorsorgedepot, das im Januar kommenden Jahres, also im Januar des Jahres 2027 starten wird. Ganz kurz gesagt funktioniert das so. Jeder, der arbeitet, kann im Jahr bis zu 1.800 Euro für eine Geldanlage beiseite legen, beispielsweise in ETFs und bekommt dafür einen sehr, sehr üppigen Zuschuss vom Staat hinzugezahlt, der dann auch wieder in die Geldanlage fließt.

Mögliche Erträge werden erst dann besteuert, wenn das Geld dann im Rentenalter ausgezahlt wird. Seit dieses Konzept beschlossen ist, rennen sich natürlich die Finanzdienstleister, Neobanken und Sparkassen warm. Denn alle rechnen damit, dass es jetzt einen Ansturm auf alle Angebote für dieses Altersvorsorgedepot geben wird.

Da entsteht gerade, das ist glaube ich nicht zu viel vorhergesagt, ein riesiger Markt. Und um zu verstehen, was auf diesem Markt passiert, habe ich mit Christian Schneider-Sickert gesprochen. Schneider-Sickert ist Chef und Gründer des digitalen Vermögensverwalters Liquid aus Berlin. Liquid peilt in der Regel vermögendere Kunden an, sozusagen Leute, die zu wenig fürs Private Banking haben, aber ein bisschen zu viel für die einfache Sparkassenberatung.

Er hat aber inzwischen auch Produkte im Angebot, die sich, ja, wie soll man sagen, an den Normalverdiener wenden. Schneider-Sickert war früher mal bei der US-Investmentbank Goldman Sachs und ich wollte von ihm wissen, wie er sich auf den Sturm aufs Altersvorsorgedepot vorbereitet. Ich darf herzlich im Podcast begrüßen Christian Schneider-Sickert.

Ja, vielen Dank für die Einladung. Herr Schneider-Sickert, ich habe Sie jetzt begrüßt, aber eigentlich begrüßen Sie mich ja hier. Wir sind hier in Ihrem Büro am Kurfürstendamm von Liquid, also recht schicke Adresse. Ich habe mich so ein bisschen gefragt, wir wollen ja heute über das Altersvorsorge-Defro sprechen, also über ein Instrument, mit dem die Deutschen zur Geldanlage getrieben werden sollen.

Wird Ihnen da jetzt die Wude eingerannt? Bekommen Sie viele Interessenten jetzt zu dem Thema? Ja, ich glaube, das Thema Altersvorsorge ist natürlich für unsere Kunden, die ja tendenziell zu den Besserverdienenden zählen, immer schon ein großes Thema gewesen. Ich glaube, auch das Bewusstsein, dass man sich selber um die Altersvorsorge kümmern muss und sollte, ist, glaube ich, bei den vermögenderen Kunden also schon lange angekommen.

Und was mich eigentlich freut, ist, dass das ganze Thema private Verantwortung für die Altersvorsorge und damit dann auch natürlich das Thema. Kapitalmarkt im Rahmen der Altersvorsorge jetzt zunehmend auch in die öffentliche Diskussion gerät. Also von daher würde ich sagen, das Thema... Also Altersvorsorge-Schlange, das Thema jetzt konkret Altersvorsorge-Depot, kommt natürlich auch bei uns an, weil auch für, vermögendere Kunden gerade diese Steuerstundungsaspekte des AVDs, wie wir es intern nennen, natürlich auch sehr interessant sein können.

Okay, da sollten wir jetzt vielleicht mal ein bisschen in die Details gehen. Also erstmal ist es ja sozusagen ein Instrument, da würde man sagen für einen vermögenden Kunden, ja, er kriegt auf 1800 Euro Geldanlage im Jahr einen ordentlichen Zuschuss vom Staat. Ist nett, aber wahrscheinlich macht das jetzt noch nicht aus.

Sie haben gesagt, entscheidend wird tatsächlich die steuerliche Bearbeitung des Depots. Aber vielleicht fangen wir mal ganz kurz nochmal an, so ein bisschen von dem Depot selbst. Also habe ich gerade schon gesagt, bis zu 1.800 Euro Geldanlage im Jahr wird vom Staat gefördert. Man kann aber auch mehr Geld in dieses Konto laden.

Und das ist das, worauf Sie so ein bisschen raus wollen, oder? Ganz genau. Man kann pro Depot bis zu 6.840 Euro sind es, glaube ich, in das Depot pro Jahr packen. Da habe ich die 40 Euro unterschlagen. Ja, genau. Man kann zwei Depots haben und man kann natürlich auch das als Einzelperson in einer Beziehung quasi zweimal machen.

Das heißt, man redet da schon von über 26.000 Euro pro Jahr, die in diese Depots reingehen können, was ja auch ein signifikanter Betrag ist. Und die Vorteile sind... Ja, natürlich einerseits in der Zulage, wobei Sie richtigerweise sagen, die hört ja dann bei den 1.800 Euro auf. Aber es gibt noch die nicht unattraktive Steuerstundung, die ja de facto in so einem Depot stattfindet, weil.

Die Beiträge und auch die Erträge sind ja dann bis zur Auszahlungsphase steuerfrei. Und es gibt auch die Behandlung von den 1.800 Euro im Rahmen der günstiger Prüfung. Das heißt, sie sind unter gewissen Umständen auch in der Steuererklärung abziehbar. Also ich glaube, da kommen eine Reihe an verschiedenen Aspekten zusammen, die es in Summe auch vielleicht gerade für vermögendere Kunden interessant machen.

Auch aus meiner Sicht in einer Vermögensverwaltung, weil ich meine, bei einer Vermögensverwaltung wird ja ein Depot auch regelmäßig angepasst und optimiert Und da fallen ja im Normalfall dann Steuern an, die Vorabpauschale, die. Zwischenversteuerung von irgendwelchen Gewinnen, die über die Freistellungsbeträge hinausgeht etc.

Pp. Also ich glaube, das ist in Summen ein interessanter Mechanismus. Wobei ich ehrlich gesagt die gesellschaftliche Signalwirkung für uns als Land vielleicht für noch relevanter halte als das, was es jetzt vielleicht für den Einzelnen bedeutet. Oha, jetzt sind wir auf der Makro-Ebene sozusagen. Na gut, also dann gehen wir vielleicht mal auf diese gesellschaftliche Signalwirkung.

Wir haben ja verschiedene Bundesregierungen schon gehabt, die versucht haben, die Deutschen in eine private Altersvorsorge zu bringen. Jetzt hatte man so ein bisschen das Gefühl, zumindest bei den Jüngeren ist das, langsam so durchgesickert, dass man da irgendwas tun muss. Aber insgesamt ist da ja tatsächlich nicht so wahnsinnig viel passiert. Riesda wirkte immer unfassbar kompliziert. Niemand hat es so richtig verstanden. Und Sie sagen jetzt, jetzt kommt der große Wandel?

Ja, weil wir sehen es in anderen Ländern, dass Systeme, die früh. Erstens das Bewusstsein schaffen, dass man sich um seine eigene Altersvorsorge kümmern muss und zweitens, das Verständnis schaffen, dass der Kapitalmarkt mit seinen Auf und Abs, aber bei der langfristigen Altersvorsorge eigentlich eine mitentscheidende Rolle spielt, dass dieses Bewusstsein, in Ländern, die diese Systeme in abgewandelter Form schon haben, deutlich höher ist als in Deutschland.

Und ich glaube, das Problem bei den anderen Versuchen, die ja, objektiv gesagt gescheitert sind, also ob es in Riester oder Rürup oder andere Modelle sind, aber vor allen Dingen Riester ist, glaube ich, daran gescheitert, dass der, Staat in gewisser Weise die Kehrseite des Kapitalmarkts, die ja in den zwischenzeitlichen Wertschwankungen sich für viele ausdrückt, versucht hat, aus dem Weg zu räumen mit.

Garantierten Zahlungen bzw. garantierten Renditen. Und das lässt sich einfach seriös nur so machen, wenn man diese Renditen halt auf einem Niveau ansetzt, dass sie langfristig überhaupt nicht attraktiv sind. Und ich glaube, wir sagen immer, der Kapitalmarkt braucht so ein bisschen Zeit zum Atmen. Und gerade wenn man über Anlagezeiträume von 20, 30 Jahren oder mehr redet, was ja bei Altersvorsorge oft der Fall ist.

Dann zeigt die Historie, dass diese zwischenzeitlichen Schwankungen auch in echten Krisenphasen dann über Zeit wieder ausgeglichen werden. Und das Beste einfach ist, investiert zu bleiben, regelmäßig zuzusparen, was ja auch im Rahmen des AVDs passieren würde. Also von daher bin ich da sehr optimistisch, dass es nochmal schon in die richtige Richtung ist.

Also der Staat hat eigentlich versucht, so einen Zielkonflikt auszuräumen. Er sagt einerseits, ich möchte gerne, dass die Deutschen am Kapitalmarkt investieren, damit sie sich auch privat für das Alter absichern. Auf der anderen Seite wollte er ihnen aber auch die Sicherheit geben, dass sie eben von diesen Schwankungen des Kapitalismus, das ist eigentlich die Quadratur des Kreises.

Absolut. Und das war die Quadratur des Kreises und die Ergebnisse sprechen ja für, beziehungsweise in diesem Fall jetzt gegen sich. Ich meine, diese Riester-Produkte haben und da kann man den Anbietern sicher auf der Kostenseite gewisse Vorwürfe machen, weil die waren oft sehr, sehr teuer. Aber man kann ihnen eigentlich bei der Asset-Allokation, also bei den Entscheidungen, in was investiert wird, kann man ihnen eigentlich keinen Vorwurf machen.

Weil wenn ich garantieren muss, dass gerade über kürzere Zeiträume, dass gewisse Renditen mit einem hohen Wahrscheinlichkeitsgrad. Erzielt werden können, dann allokiere ich natürlich in Anlageklassen, die langfristig keine besonders spannenden Renditen haben. Und ich glaube, das ist die Quadratur des Kreises, finde ich, einen guten Ausdruck, das genau hier passiert.

So, jetzt haben wir sozusagen so ein bisschen die Vergangenheit aufgearbeitet. Jetzt sind wir an einem Punkt, wo der Staat sagt, ja, es darf ein Altersvorsorgedepot angeboten werden als Produkt, das eben diese Garantie nicht anbietet. Es darf auch andere Produkte geben, wo die versuchen, dann diese Garantie einzubauen.

Auch das wird ja möglich sein. Haben Sie denn nicht die, wie soll man sagen, die Befürchtung, dass die Banken dann am Ende eben doch wieder oder die Finanzdienstleister eben doch wieder sagen würden, naja, wir kennen ja eure Skepsis sozusagen, liebe Deutsche, wir geben euch ein Garantieprodukt, wo dann am Ende halt...

Sicher. Und ich meine, die Industrie richtet sich natürlich so ein bisschen da auch nach den Urängsten der Menschen. Und ich glaube, was man machen muss, also ich finde diese Charts, die Sie auch kennen, wo man einfach sieht, was ist eigentlich die langfristige Entwicklung von einer Kapitalmarktanlage, die sind allein psychologisch, glaube ich, für viele Menschen auch beruhigend.

Weil wie gesagt, wir reden hier nicht über einen Anlagehorizont von ein oder zwei Jahren, sondern wir reden wirklich über längere Zeiträume. Und ich glaube, natürlich wird es die Versuchung geben, auch da Garantien, einzubauen. Da kann ich aber Ihren Zuhörern sagen, also jede Garantie kommt mit Kosten und es gibt beim Kapitalmarkt Rendite, Risiko, Liquidität, die einfach in einem Zusammenspiel stehen und wenn man versucht, einen dieser Aspekte zu beeinflussen, zum Beispiel Risiko, dann wirkt sich das an anderen Stellen einfach aus. Das ist Fakt.

Und was ich mal gut finde in dem, was jetzt passiert, ist, dass es gibt ja dieses AVD dann in einer Basisvariante, wo der Gesetzgeber auch sagt, das muss jeder Anbieter von einem Altersvorsorge-Depot anbieten. Das ist ein ganz einfaches 2-ETF-Portfolio. Das auch, und das finde ich ein schönes Signal, auf Maximalkosten von 1% pro Jahr gekappt ist. Das heißt, es wird in gewisser Weise auch erstmal so eine.

Ja, so einen Vergleichspunkt eingezogen. Also wir glauben nicht, dass die Kosten der einzige Faktor sind, aber wir glauben schon, dass die Kosten ein extrem wichtiger Faktor, gerade bei zinseszinsgetriebenen Produkten, wie sie ja in der Altersvorsorge dann auch vorhanden sind, ganz wichtig ist. Also ich glaube, es wird eine schöne Basis gesetzt.

Das gibt dann, das versteht ja auch nicht jeder, verschiedenste Möglichkeiten, dieses AVD zu bestücken. Also man kann einmal sagen, man nimmt dieses Standarddepot, wo man einfach sagt, man nimmt die zwei ETFs, die vom Anbieter vorgeschlagen werden. Es gibt die Möglichkeit, das AVD dann auch selbst zu bestücken.

Also für die, die Interesse haben, da ein bisschen mit der eigenen Titelauswahl rumzuspielen. Das ist aber auch begrenzt, glaube ich, dann die Auswahl. Man kann da nicht alles reinpacken. Genau, also man kann zum Beispiel keine Einzelaktien reinpacken, man kann zum Beispiel komischerweise keine ETCs, also das Rohstoffäquivalent von ETFs reinpacken.

Also mit denen man zum Beispiel Gold kaufen könnte. Genau, aber man kann zum Beispiel LTIPS, was ja auch ein Bereich ist, in dem wir sehr aktiv sind, reinpacken. Das heißt also langfristig orientierte Private Markets Anlagen, die dürfen zum Beispiel rein, also es ist in gewisser Weise ein bisschen limitiert, aber man kann es theoretisch selber machen.

Man kann also entweder erstens Standard nehmen, zweitens selber machen oder man kann drittens sagen, man übergibt das jemandem und da kommen wir so ein bisschen ins Spiel und man sagt, also bitte kümmere dich um. Dieses Depot innerhalb gewisser Richtlinien und informiere mich einfach laufend, was darüber passiert, was ist ein bisschen der Kern der Vermögensverwaltung ist.

Wir können gerne noch gleich zu dem kommen, was Sie da sozusagen planen und anbieten, aber vielleicht nochmal ganz kurz zu dem Punkt Gebühren. Sie haben gesagt, bei den einen Prozent wird zumindest für das Standardprodukt vom Staat der Deckel eingezogen. Das hat ja schon dazu geführt, dass jetzt die Anbieter anfangen, sich da gegenseitig zu unterbieten. Es gibt ein Angebot aus der Sparkassengruppe, sozusagen von der DBK, die ging gleich auf 0,1 Prozent mit so einem Kampfangebot.

Das führt dann dazu, dass die anderen wahrscheinlich da jetzt auch mit einsteigen werden. Wird denn nicht am Ende sozusagen dieser Bereich das alles abräumen? Also hat man da als Anbieter, wie Sie es sind, überhaupt eine Chance, da noch reinzukommen? Ja, also ich glaube, den Kampf um das Standarddepot haben wir nicht vor zu gewinnen und haben wir auch überhaupt nicht vor zu führen.

Also ich finde es, wie gesagt, konzeptionell gut, dieses Standarddepot zu haben. Ich glaube, bei allen Angeboten, kennen Sie ja auch von Lockzinsen, bei allen Angeboten, wo Ihnen gesagt wird, etwas ist umsonst. Auf das Sternchen schauen. Weil meistens sagt das Sternchen, es ist umsonst für eine gewisse Zeit oder es ist umsonst unter irgendwelchen anderen Voraussetzungen.

Aber wie gesagt, ich finde es in Summe nicht schlecht, dass für diese sehr, sehr einfache Lösung. Die die Kostenbasis sehr niedrig angesetzt wird. Wo ich Opportunitäten für jemanden wie uns sehe, ist, dass man natürlich in dem Nichtstandarddepot im Rahmen des AVDs, sehr, sehr spannende, auch sehr langfristige Anlagerstrategien umsetzen kann, wie wir es ja außerhalb der Altersvorsorge auch aktuell schon tun.

Und dass da auch Anlageklassen, die wir generell für sinnvoll halten, die wir besonders für langfristig sinnvoll halten, wie zum Beispiel Private Equity oder Infrastruktur oder andere Private Markets Anlageklassen, dass man die da, glaube ich, guten Gewissens und auch aus Kundensicht mit klaren Vorteilen beimischen kann.

Also wie gesagt, Standarddepot wird jeder anbieten, aber ich glaube, die werden erstens überall sehr ähnlich aussehen, was ja auch so ein bisschen der Sinn der Sache ist, dass es so eine Benchmark gibt. Aber sie sind sicher gerade für Leute, die dann, sagen wir mal, 26.000 Euro pro Jahr da reinschieben, wahrscheinlich nicht die einzige Lösung.

Spiegelt auch so ein bisschen meinen Gesamtblick zu ETFs. Also ich glaube, ein MSCI und ein Acqui-ETF im Portfolio zu haben, ist eine super Basis, aber es ist nicht die einzige Antwort für die Vermögensanlage. Und so würde ich sagen, wird es sich auch ein bisschen mit dem AVD dann verhalten. Ich habe mich halt nur gefragt, ob der Vermarktungsprozess nicht so laufen wird, dass dann die Anbieter mit halt niedrigen Gebühren oder scheinbar niedrigen Gebühren, wie sie ja auch schon ausgeführt haben, die Leute in die Beratung locken und ihnen dann aber natürlich ganz andere Produkte aufschätzen wollen. Ja.

Ist sicher immer eine Gefahr. Ich meine, also rein wirtschaftlich ist es ja auch so. Und wie gesagt, für mich sind diese Lockzinsen ein ganz gutes Angebot. Und ich meine, die Logikative Finanzindustrie, die muss ja auch irgendwo Geld verdienen. Die Logikative Finanzindustrie ist ja oft zu sagen, pass mal auf, den Kramel-Schnell-Sickert hole ich mal rein mit tollen Zinsen für zwei Monate und dann habe ich die Chance, ihn zu bearbeiten, irgendwas anderes bei mir zu machen.

Das kann funktionieren, das funktioniert auch bei den Zinsen nicht immer besonders, gut für die Banken, wie Sie wahrscheinlich auch wissen. Also da ist eine Marketingkomponente drin. Aber wenn es gleichzeitig, dazu führt, dass gerade für kleinere Anleger auf breiter Basis dass bei verschiedensten Anbietern, gerade vielleicht auch digital, die Möglichkeit besteht, da etwas Einfaches und in sich Sinnvolles kostengünstig abzuschließen, dann finde ich das erstmal super.

Unser Punkt wäre halt, dass für größere Vermögen wahrscheinlich Strategien, wie wir sie auch in der Vermögensverwaltung fahren, durchaus ihre Existenzberechtigung haben und auch durchaus nach Kosten. Ihren Wert beweisen können. Das heißt, Ihr Argument wäre tatsächlich, selbst wenn ich jetzt gar nicht in so einer kleinen Anlegerklasse bin, vielleicht auch schon ordentlich am Kapitalmarkt investiert bin, trotzdem für mich gibt es auch eine Variante des Altersvorsorgertepots, die interessant sein könnte.

Auf jeden Fall. Also das ist eine Sache, die sollte man auf jeden Fall mitnehmen. Also einmal, um die Förderung zu bekommen. Ich meine, es ist ja auch nicht so, dass Leute, die besser verdienen, sagen, ach, das Kindergeld könnt ihr überhalten. Ich meine, wir freuen uns natürlich alle darüber, wenn man irgendwas zum Staat zurückbekommt.

Und gerade halt wegen dieser Steuerstundungsthematik. Weil ich glaube, die ist wirklich sehr, sehr attraktiv über die Jahre. Und da merken Sie auch ein Interesse. Absolut. Und ich meine, wir haben jetzt noch nicht konkret kommuniziert, was wir machen werden, aber ich kann das ja immer so exklusiv erzählen.

Genau, genau. Das ist der Mund. Drumroll. Ja, wir haben ja, wir fahren auch wirklich sehr, sehr gut, wenn ich jetzt mal ein Beispiel nehme, mit unseren wirklich global diversifizierten passiven Strategien. Da haben wir über die Jahre wirklich sehr, sehr gute Renditen geliefert. Das sind quasi breit diversifizierte ETF-Portfolios, die weltweit investieren, die orientiert werden an ihrer individuellen Risikopräferenz und dann von uns automatisch immer im Lot gehalten werden.

Da steigt man so mit 100.000 ein. Genau. Und die bieten wir halt an rein mit ETFs, wir bieten sie aber auch an mit Private Equity Komponente. Und das Argument für Private Equity, gerade für mittel- und langfristige Anleger, ist einfach, es ist eine Anlageklasse, die nur bedingt mit Aktienanleihen korreliert.

Und sie hat gewisse dämpfende Effekte im Portfolio, die das Risikorendite-Profil optimieren. Wir müssen vielleicht mal ganz kurz, weil ich glaube, ich weiß nicht, ob alle Zuhörer wissen, was Private Equity ist. Also wir reden hier von Unternehmen, die nicht am offiziellen Kapitalmarkt sozusagen gelistet sind, von denen ich keine Aktien kaufen kann an der Börse.

Genau, also ganz simpel gesagt, Unternehmen mit mehr als 15 Millionen Euro Umsatz, also nicht Kleinstunternehmen. Aber KMU Plus, da reden wir davon, dass ungefähr 80 bis 90 Prozent, das je nach Land ein bisschen unterschiedlich, nicht an der Börse notiert sind. Das heißt, wenn man glaubt, man investiert über die Börse in die breite Wirtschaft, dann ist das nur bedingt der Fall. Zum Beispiel der ganze schöne deutsche Mittelstand.

Der ganze schöne deutsche Mittelstand, aber auch natürlich viele Sektoren, die besonders agil wachsen, die sich besonders schnell entwickeln, die sind einfach an den Börsen in Klammern noch nicht vertreten. Und was Private Equity macht, ist, die gibt genau diesen Unternehmen größer und kleiner, Wachstumskapital und das ist das Gegenteil von dem, was man vielleicht jetzt an der Börse gerne macht und das ist ja passiv zu investieren, was auch sinnvoll ist, das ist eine sehr aktive Form des Investieren, weil was macht ein Private Equity Fonds?

Schon gut ist und hat sich auf die Fahne geschrieben, ist mit seinem Geld, aber vor allem auch mit seiner Expertise noch besser zu machen. Das heißt also, Mittelstand ist ein schönes Beispiel. Private Equity sieht einen tollen deutschen Mittelständler, der in Deutschland eine starke Marktposition hat, aber vielleicht noch nicht internationalisiert hat oder vielleicht die Digitalisierung noch nicht so umgesetzt hat, wie sie umgesetzt werden kann und hilft ihm dann auch mit Experten, die Private Equity reinbringt, das Unternehmen, wachstumsseitig, Profitabilitätsmäßig etc. besser aufzustellen.

Und das ist bisher, also für Profi-Anleger ist das schon ein Ding. Also die Family Offices, die sich um große Vermögen kümmern, investieren so im Schnitt in Private Equity und Co. so bis zum Drittel ihres Vermögens. Und das ist natürlich für Privatanleger noch ein ganz neues Thema. Ist jetzt aber mit dieser neuen LTIF-Regulierung halt auch für Privatanlegende zugänglich.

Und Nachteil ist, also Pitch für Private Equity ist zu sagen, Es hat langfristig über Aktien performt. Es hat weniger geschwankt als Aktien in Krisenzeiten. Hat verschiedenste Gründe. Und es kann halt, wie gesagt, ein Portfolio in Summe stabilisieren. Argument gegen Private Equity ist generell, dass es auch in diesen LTIF-Manteln eher für mittel- bis langfristige Anleger ist, weil es halt nicht täglich liquide ist.

Das ist ein bisschen in der Natur der Sache. Feature not a bug, also Private Equity investiert langfristig. Diese L-Tips machen es jetzt ein bisschen liquider. Aber man sollte nicht mit der Erwartung da investieren, dass man wie bei einer Aktie heute kauft, morgen verkauft, sondern das ist ein langfristigeres Produkt und das ist natürlich dann für die Altersvorsorge an sich, gibt es natürlich auch für Infrastruktur zum Beispiel, also ist natürlich dann für die Altersvorsorge an sich eigentlich.

Zumindest eine vernünftige Beimischung, weil die Langfristigkeit halt in so einem 20, 30, 40 Jahre Depot weniger ein Thema ist. Ich meine, du wirst da sowieso nicht morgen dran wollen. LTIVs sind, wenn man das vielleicht mal so ein bisschen übersetzt, vielleicht so ein bisschen was Ähnliches wie die ETFs für Private Equity.

Also ich habe damit die Möglichkeit gestreut, in den Markt zu gehen, der eben nicht am bereiten Kapitalmarkt ist. Ganz genau. Und sie sind anders. Also traditionelle Private Equity Infrastruktur, Venture Capital, was immer die Investments auch sind, das sind so die großen Unteranlageklassen von Private Markets.

Die haben generell im klassischen Profibereich, so Anlagehorizonte von sieben bis zwölf plus Jahren und man ist da wirklich dann vollkommen illiquide drin. Das heißt, man gibt eine Kapitalzusage ab und dann ist man da erst mal zehn Jahre gebunden. Das ist bei diesen LTIFs jetzt anders, weil die LTIFs eine.

Liquiditätsbeimischung haben im Portfolio und die sind deswegen dann monatlich oder quartalsweise auch handelbar und zurückzugeben. Das heißt, es ist ein Versuch, eine illiquide Anlageklasse etwas liquider und damit auch ein bisschen konsumentenfreundlicher zu machen. Und der Anleger weiß von vornherein, ob er das monatlich oder quartalsweise sozusagen damit handelt. Also er weiß, was der Handels- oder Rücknahmerhythmus eines LTIFs ist.

Es gibt aber immer, das muss man auch fairerweise hinzusagen, es gibt immer die Möglichkeit, dass der Manager eines LTIFs, wenn es zum Beispiel starke Marktverwerfungen gibt oder was weiß ich nicht, diese Rückgaben dann zeitweise einschränken kann. Das hört sich erstmal sehr böse und gefährlich an, macht aber eigentlich Sinn, weil die natürlich verhindern wollen, dass sie...

Ein Portfolio, was eigentlich langfristig ausgerichtet ist, dann in irgendwelchen Situationen, wo viele Anleger raus wollen, dann billig verschabeln müssen. Aber muss man auch verstehen, auf jeden Fall. Das ist auch nicht für jeden. Das heißt, die Liquidität ist geringer, klar, als bei den anderen Produkten.

Das Risiko ist wahrscheinlich auch eine Ecke größer, weil... Ja, es ist ein bisschen eine Frage, wie Sie Risiko definieren. Also jetzt rein formal, ich schalte jetzt mal auf unseren, also wir haben einen der europaweit größten Private Equity LTIFs und der ist von der offiziellen Risikoeinstufung eingeordnet wie ein MSCI World ETF.

Also es ist glaube ich eine 4 von 7. Ja. Jetzt muss man aber natürlich fragen, was ist Risiko? Und ich glaube, das Risiko für viele Menschen ist ja Risikoschwankungen. Also es macht mich einfach nervös, wenn ich den Aktienkurs hoch und runter gehen sehe. So diese Schwankungen sind bei Private Equity deutlich geringer, liegt aber auch daran, dass Private Equity meistens nur monatlich oder quartalsweise sogar bepreist wird.

Das heißt also, da gibt es einen psychologischen Effekt, dass es einfach stabiler aussieht, weil es weniger bepreist wird. Es gibt aber auch den Effekt, den kann man auch dann analytisch zeigen, dass Unternehmen, die im Private Equity-Besitz sind, wenn es dann Krisenzeiten gibt, halt auch einfach schneller reagieren als große Börsenkonzerne.

Aber wie gesagt, Risikoschwankungen sind eigentlich geringer. Risikoliquidität ist aber höher, weil man halt für Monate oder im klassischen Private Equity für Jahre halt auch länger gebunden ist. Und eine Kapitalbindung, sei das beim Haus, sei das beim Festgeldkonto, bringt natürlich gewisse Risiken mit.

Wenn ich 90 Prozent meines Verwögens in einer Eigentumswohnung habe und morgen passiert was ganz Schlimmes und ich brauche das Geld, dann ist das Risiko natürlich inhärent, dass ich, wenn ich diese Wohnung ganz schnell verkaufen muss, einen schlechteren Preis für bekomme. Und von daher bringt auf jeden Fall Illiquidität oder Semiliquidität auch Risiken.

Aber objektiv ist es jetzt nicht so eingeordnet, dass es irgendwie eben Zertifikate, oder exotischen Bereich ist. Solange es sauber aufgebaut ist, solange es diversifiziert ist, aber da sind die LTIF-Regeln, würde ich auch sagen, eigentlich ganz vernünftig, weil sie zwingen den Anbietern halt auch eine gewisse Diversifikation auf.

Wenn wir jetzt noch zum Altersvorsorge bei die PUR zurückkommen oder zum AVD, wie Sie es ja abgekürzt sagen, Sie haben jetzt so einen ganz eleganten Bogen sozusagen um die Frage gemacht, was jetzt von Ihnen da angeboten wird. Also wie hat man sich das vorzustellen? Vertrieben wird ja bei Ihnen in der Regel digital. Das heißt, es kommt bei Ihnen nicht zu einem Beratergespräch, zu einem Verkaufsgespräch.

Nein, sie können bei uns mit Beratern sprechen. Also es sind offiziell, wenn wir nicht Berater, nennen wir meine Finanzportfolioverwaltung. Aber es sind halt Leute, die einen informieren. Also wie werden wir das machen, um das mal kurz einfach schematisch, nicht als Werbesendung, aber schematisch mal zum Reißen. Also wir werden...

In zwei Achsen denken. Wir werden also einmal denken, nehmen wir an, heute ist Tag eins, wo ich mich entscheide, ein Altersvorsorgedepot aufzusetzen oder eine Altersvorsorgestrategie bei Liquid aufzusetzen. Dann ist Entscheidung eins, in welche von drei Risikoklassen möchte ich eigentlich gehen. Also wir werden dann Portfolios anbieten, die Aktien intensiv sind und Portfolios, die weniger Aktien intensiv sind.

Weil wir von der Altersvorsorge reden, werden wir aber auch wahrscheinlich die niedrigen Aktienquoten so bei, sagen wir mal, 60 Prozent halten. Weil wir einfach sagen, Aktien müssen langfristig für so ein Altersvorsorge-Depot einen relativ großen Anteil ausmachen. Dann entscheidet man sich, also möchte man eher offensiv, ausgewogen, defensiv anfangen.

Dann gibt es die andere Achse und das ist die Zeitschiene. Wo man sagt, nehmen wir mal an, ich fange mit dem 80% Aktienportfolio an und werde dann älter. Dann bin ich also für, sagen wir mal, 15 Jahre bin ich in diesem 80%. Aktiendepot, spare oder verdiene dort hoffentlich sehr, sehr aktuelle Renditen, getrieben durch die hohe Aktienquote, komme aber dann an einen Punkt, 15 Jahre später, wo ich sage, Mensch, jetzt werde ich ein bisschen älter, jetzt bewege ich mich so ganz, ganz langsam in Richtung Ruhestand.

Dann würden wir dann automatisch die Aktienquote in diesen Portfolios runternehmen. Und zwar zweimal. Also wir haben nur so ein Drei-Stufen-Konzept. Das heißt, die Idee wäre schon, wenn wir sagen, dass, die Ziellinie ist, das Renteneintrittsalter von, sagen wir mal, 65 Jahren, dann würden wir halt sehen, wie viel Zeit hat ein Kunde bis dahin und würden einen gewissen Stepdown machen, damit wir dann nicht, mit dem Renteneintrittsalter bei der Aktienquote sind, die zu hoch und damit auch zu risikoreich ist.

Das ist ja das, was wahrscheinlich auch von anderen Anbietern so gemacht wird. Ja, da werden verschiedene Leute wahrscheinlich verschiedene Ansätze haben. Und was wir halt dann machen, also wir nehmen einmal unsere bestehenden und seit zehn Jahren sehr erfolgreichen global diversifizierten ETF-Strategien als Basis für diese Portfolios.

Aber wir erlauben Kunden dann natürlich auch, diesen Portfolios halt zum Beispiel Private Equity beizumischen. Das heißt, man kann auch sagen, man hat dann ein Portfolio, was immer zulasten der Aktienquose eine gewisse Private Equity Beteiligung hat. Selbe Prinzip wäre es aber dieser Stepdown in drei Phasen.

Und dann ist es ja so, dass dann mit dem Renteneintrittsalter, sagen wir als Beispiel 65, gibt es ja dann nochmal so einen Switch in die Auszahlungsphase, wo dann mit verschiedenen Mechanismen das bis dahin Angesparte dann ausgezahlt wird. Okay, das ist sozusagen so eine Art AVD-Deluxe, was Sie da aufbauen und geschildert haben in verschiedenen Stufen.

Ich würde gerne zum Abschluss nochmal fragen, stellen Sie sich mal vor, Sie kommen abends an eine Bar, da kommt jemand ins Gespräch und so und Sie merken gleich, das ist niemand, der als Kunde für Sie in Frage kommt, weil er vielleicht einfach zu wenig verdient. Was würden Sie dem jetzt raten im Rahmen des Altersvorsorgerdepots? Was soll der machen?

Also ich glaube, das komme ich so ein bisschen zum Anfang zurück. Also auf jeden Fall sich mit dem Thema beschäftigen, weil es gibt eine riesige und größer werdende Rentenlücke und ich glaube, jeder, der durch die Welt rennt und glaubt, da wird sich später irgendjemand mal darum kümmern, dass es mir im Alter gut geht.

Der ist leider ein bisschen zu optimistisch unterwegs. Also das heißt, Ansage 1 wäre, schau dir das an, kümmere dich drum, Altersvorsorge ist das Nummer 1 Thema für uns alle. Dann würde ich zweitens sagen, je nachdem, Wie du drauf bist, wähle zwischen den Möglichkeiten, die dir am Markt offen stehen werden.

Also wenn du sagst, du kennst dich überhaupt nicht aus und willst einfach nur auf Nummer sicher gehen, dann geh in eine dieser Standardlösungen, weil da kannst du im Zweifel nicht sehr falsch mit liegen, weil der Staat ja auch schon klar reglementiert hat, was da reingehen kann. Man lässt da wahrscheinlich, weil das sind ja relativ Stumpflösungen, man lässt da ein bisschen Potenzial liegen, aber zehnmal besser als Sparbuch.

Wenn du jemand bist, der versiert ist und der vielleicht auch Spaß daran hat, da selber so ein bisschen rumzuspielen, dann mach das beim Broker und bestück dir das Depot selber. Sei dir aber auch bewusst, da musst du dich dann drum kümmern. Also da kannst du nicht irgendwie was reinpacken und dann laufen lassen, weil wir kennen es ja alle in so einem Depot, gerade über sehr, sehr lange Zeiträume, verschieben sich ja auch dann die Gewichtungen der Wertpapiere.

Und da muss man dann schon regelmäßig mal sicherstellen, dass das alles noch so ist, wie es eigentlich sein sollte. Sonst hat man dann nachher irgendwie mit 65 da 99 Prozent Aktien. Und das ist ja dann objektiv gesehen sehr schwankungsanfällig. Oder überlegt dir, ob es eine Möglichkeit gibt, das an jemand anderen weiterzugeben.

Uns jetzt mal beiseite gelassen. Und passt vor allen Dingen aber auch auf, da sind wir nochmal beim Anfang, auf alle Versprechen, die dir irgendwie vormachen, dass man. Die natürliche Volatilität am Kapitalmarkt irgendwie mit Versicherungen oder Absicherungen oder was auch immer ausschalten könnte. Die gehört einfach dazu.

Und die ist gerade über die langen Zeiträume, über die wir jetzt hier reden, auch generell überhaupt kein Problem. Das ist ein Produkt, was ja eigentlich dafür ausgelegt ist, dass man einmal die Entscheidung trifft, man möchte so etwas aufsetzen, möchte, sowas relativ regelmäßig dann besparen und sich dann hoffentlich viele Jahre, außer dass man vielleicht ein, zweimal im Jahr drauf schaut, nicht drum kümmert.

Aber es ist, wie gesagt, ich finde es eine super Sache und ich hoffe, der Run wird so groß, wie die Finanzindustrie es jetzt annimmt. Ich höre da so ein bisschen Zweifel raus jetzt, oder? Nö, aber ich glaube, also ich meine, jede Industrie hat ja auch so ein bisschen ihre Hype-Phasen. Also was meine persönliche Erwartung wäre und vielleicht ist es auch gut, es gibt inhärent keine Vorteile, diese Entscheidung für ein Altersvorsorge-Depot am 1. Januar zu treffen. Weil also so, wie es funktioniert ist, wenn ich am 30.

September 2027 die Entscheidung treffe, dann werde ich noch genauso gefördert wie am 1. Januar. Das heißt also, man sollte den Rahmen... Weil das Geld vom Staat eh erst am Ende des Jahres kommt. Weil das Geld vom Staat eh am Ende des Jahres kommt und weil man einfach, man verliert nichts. Und das würde ich vielleicht auch noch als abschließender Rat mitgeben. Da tut sich viel im Markt.

Der Januar ist jetzt immer ein guter Monat, sich um die Geldanlage zu kümmern. Aber ist jetzt nicht der einzige Monat und vielleicht macht es auch Sinn, dass man sich erstmal so ein bisschen schlau macht und man so ein bisschen auch sieht, was tut sich eigentlich im Markt, bevor man dann im Februar bis Dezember irgendwann die Entscheidung trifft.

Also guter Anlass, sich ums Thema zu kümmern, aber jetzt kein Grund, es am 1. Januar sofort oder 2. Januar sofort machen zu müssen, weil der Zuschuss gilt für das ganze Jahr. Okay, ein paar goldene Regeln für die Geldanlage und für die Anlage-Muffe in Deutschland. Herzlichen Dank, Christian Schneider-Sickert. Vielen Dank.

Ja, wie viele andere mache natürlich auch ich mir so meine Gedanken, wie das mit dem Geld später mal funktionieren soll. Und ich habe mich mal versuchsweise bei meiner Bank, die ich hier nicht namentlich nennen möchte, tatsächlich auch schon mal in Sachen Altersvorsorge-Depot beraten lassen. Und das Ergebnis war offengestanden eine Katastrophe.

Der Berater behauptete, das Depot sei noch gar nicht als Gesetz verabschiedet, was nicht stimmt, und erzählte auch ansonsten allerlei Unsinn. Und dann versuchte er mir natürlich am Ende des Gesprächs ein anderes Produkt aufzuschwatzen, für das seine Bank eine Provision bekommt. Die Lehre für mich war, das mache ich dann doch lieber selbst.

Vielen Dank, dass Sie heute wieder zugehört haben. Den redaktionellen Schnitt dieser Folge hat Lucille Garnier übernommen. Um die Schlussproduktion hat sich diesmal der Kollege Wei Kwan gekümmert. Bleiben Sie vorsorgend und seien Sie doch wieder dabei, wenn der nächste Kapitalwirtschaftspodcast erscheint. Überall da, wo es Podcasts gibt.

Bis dahin sage ich Nils Kreimeyer, tschüss und wünsche alles Gute.

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