Das Universum· Folge 159

DU159 - Asteroiden, Galaxien und Aliens (Liveshow)

Dienstag, 30. Juni 2026 · 1 h 14

MP3

Shownotes

Alles ist Himmelsmechanik!
DU159 - Asteroiden, Galaxien und Aliens (Live)

Und: Alles ist Himmelsmechanik!

In Folge 159 waren wir LIVE in Wien und haben eine Folge im Radiokulturhaus aufgenommen. Florian hat von Asteroideneinschlägen in der Vergangenheit erzählt, Ruth von schwarzen Löchern, die viel zu große für ihre Galaxien sind und Evi hat sich mit den UFO-Visionen von Steven Spielberg auseinandergesetzt.

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Asteroidengeschichte: Eulalia und ein Massensterben in der Vergangenheit

Vor 800 Millionen Jahren ist etwas auf dem Mond eingeschlagen und hat dort den Copernicus-Krater geschaffen. Es gibt aber noch mehr große Krater aus der Zeit und es muss auch auf der Erde einiges eingeschlagen sein. Eine neue Arbeit (arxiv.org/abs/2606.05036) hat probiert, die Ereignisse von damals zu rekonstruieren: Das Ergebnis: Die Entstehung der Eulalia-Asteroidenfamilie hat zu einem kurzen “Asteroidensturm” geführt, der nicht nur Mondkrater verursacht hat, sondern vielleicht auch großen Einfluss auf die Entwicklung des Lebens gehabt hat.

Galaxiengeschichte: Ein Schwarzes Loch ist zu groß

Erstmals konnte die Astronomie ein schwarzes Loch im frühen Universum untersuchen, das nicht aktiv ist. Man hat es durch die Bewegung der Sterne um das Loch herum entdeckt und das war nur dank einer Gravitationslinse möglich! Und jetzt wissen wir, dass dieses schwarze Loch viel zu groß für die Galaxie ist, in der es sitzt. Mehr dazu in diesem paper (arxiv.org/html/2503.17478v1).

Fragen aus der Hörerschaft

Fragen gab es diesmal vom Live-Publikum und zwar zu Lagrangepunkten, schwarzen Löchern als Ursprung, Meteoriten im Burgenland (burgenland.orf.at/stories/3358644) und Lieblingsobjekten.

Science-Frames: Disclosure Day

Evi hat sich Disclosure Day (imdb.com/de/title/tt15047880) angesehen ist ein wenig enttäuscht von Spielbergs Geschichte über Aliens und UFOs. Mehr dazu kann man von ihr auch im FM4 Filmpodcast hören (sound.orf.at/podcast/fm4/fm4-film-podcast/342-…).

Veranstaltungen

Florian wird weiterhin seine “Sternengeschichten LIVE” Show aufführen. Das nächste Mal aber erst wieder im Herbst. Tickets und weitere Termine gibt es hier (sternengeschichten.live).

Die Science Busters sind auch wieder unterwegs, inklusive Florian - aber auch erst wieder im Herbst. Alle Infos und Tickets gibt es hier (sciencebusters.at/termine).

Ruth öffnet ihr Planetarium von 3-5. Juli in Waidhofen/Thaya zum Musikfest (folkclub.at/musikfestprogramm).

Den RSS-Feed zum “Welt der Mikroben”-Podcast gibt es hier (cdn.audiorella.com/podcasts/1820-die-welt-der-…)

Neue Bücher und Hörbücher

Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…).

Evi hat mit ihren Kolleginnen von Cosmic Latte auch ein Buch geschrieben. Es heißt “Auf einen Kaffee im All” (goldegg-verlag.com/titel/auf-einen-kaffee-im-all) und man kann es schon vorbestellen.

Wer das aktuelle Buch von Ruth bestellen will, kann das hier machen (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)

Und das Sternengeschichten Hörbuch (penguin.de/buecher/florian-freistetter-sternen…) von Florian kann man auch bestellen.

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Science Busters Buch

Außerdem haben die Science Busters ein neues Buch herausgebracht. Es heißt “Aus! Die Wissenschaft vom Ende” (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) und sowohl Florian als auch Ruth haben darin jede Menge Geschichte aufgeschrieben.

Telegram, Discord und Mastodon

Das Universum gibt es auch bei Telegram (t.me/UniversumPodcast). Dort könnt ihr mit anderen Hörerinnen und Hörern plaudern; auch Ruth, Evi und Florian sind da, um eure Fragen zu beantworten.

(Einen Discord-Kanal (discord.com/channels/965674985999990794/965674…) gibt es übrigens auch, den betreibe wir aber nicht selbst).

Das gleiche gilt für die Mastodon-Instanz “Das Universum” (dasuniversum.social/about), die ihr natürlich auch gerne nutzen könnt!

Bücher

Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…), erscheint im Februar 2026 und kann schon vorbestellt werden.

Florian hat davor auch ein Buch geschrieben, gemeinsam mit Helmut Jungwirth. Es heißt “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen” (scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2021/08/…), ist sehr hervorragend, überall zu kaufen wo man Bücher kaufen kann, weswegen es natürlich auch von allen gekauft werden sollte. Wer mehr über den Inhalt wissen will, kann diese Folge WRINT Wissenschaft anhören (wrint.de/2021/08/12/wr1265-wunderbrot-und-ster…).

Ruths aktuelles Buch heißt “Sternenjahr auf Unsichtbar
12 Himmelsphänomene, die wir nicht sehen, obwohl sie da sind” (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
und wir haben in dieser Folge des Podcasts (dasuniversum.podigee.io/114-du114-ein-buddy-fu…) sehr ausführlich darüber gesprochen. Kauft es, es ist super!

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Wenn ihr Fragen zum Universum hat, dann schickt sie einfach per Mail an: fragen@dasuniversum.at. Wer uns einfach nur was schreiben will, tut das unter hello@dasuniversum.at.

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Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: sternengeschichten.podigee.io oder bei Spotify (open.spotify.com/show/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX) - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast (sciencebusterspodcast.podigee.io) zu hören.

Florian und Ruth findet ihr beide auch regelmäßig im WRINT Wissenschaft”-Podcast (wrint.de/category/wissenschaft) den es ebenfalls bei Spotify gibt (open.spotify.com/show/0KKB14qE9h2NVWCW8vCt2z)

Evi betreibt gemeinsam mit ihren Kolleginnen Elka und Jana den Podcast “Cosmic Latte: Kaffeehausgespräche über Astronomie” (cosmiclatte.podigee.io).

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Saal Was ist das?

Ruth Hallo, hallo Radio-Kofé. Ich wäre fast beim Reingehen an der Tür mit meinem Headset-Kabel hängen geblieben, aber es ist gerade noch gut gegangen. Hallo, schön, dass ihr alle da seid. Schön, euch zu sehen. Wir sind Ruth und Florian, wir machen diesen Podcast, das Universum. Normalerweise sehen wir euch nicht, das ist das Besondere heute.

Ruth Für euch auch, hoffentlich. Kennt ihr alle den Podcast eigentlich? Oder sind Leute da, die den Podcast gar nicht kennen? Auf gut Glück. Oh, ganz schön viele. Okay. Und ihr habt euch gedacht, schauen wir mal, was für ein nettes Konzert im Radiokaffee heute ist. Und jetzt seid ihr hier gelandet. Wir werden euch Geschichten erzählen. Geschichten über das Universum.

Ruth Das ist ja auch der Name des Podcasts. Und wir machen das auch im Podcast immer so, dass wir uns gegenseitig quasi unsere Lieblingsgeschichten, Neues aus der Forschung, was auch immer, erzählen. Und genau so machen wir das heute auch. Es gibt eine Geschichte von mir zum Thema Galaxien natürlich, das spannendere Thema.

Ruth Eine Geschichte von Florian zum Thema langweilige Felsbrocken, Asteroiden, das ist sein Spezialgebiet. Ja, das ich selber ausgesucht. Wer darf eigentlich anfangen? Wie machen wir das heute?

Florian Ja, das machen wir heute auf eine besondere Art und Weise herauszufinden, wer von uns beiden anfangen darf. Und dazu setzen wir uns das erste Mal hin, weil wir haben ja heute hier tatsächlich das Prozedere, das wir auch machen, wenn wir eine echte Podcast-Folge aufnehmen, weil das heute eine echte Podcast-Folge ist.

Florian Also das wird die Podcast-Folge sein, die in zwei Wochen am Dienstag als Folge 159 von Das Universum erscheint. Also wer gerne hören möchte, wie er oder sie im Publikum sitzt, kann sich in zwei Wochen die Folge anhören und wird das dann dort hören. Und normalerweise im Podcast gibt es immer nur eine Person, die die Folge gestaltet, inhaltlich.

Florian Einmal erzählt Rot-Geschichten, einmal erzähle ich Geschichten. Heute Abend erzählen wir beide Geschichten. Und um herauszufinden, wer anfangen darf, machen wir etwas Besonderes. Wir machen ein Spiel und dieses Spiel ist ein Teaser auf eine zukünftige Podcast-Folge, die eine ganz besondere Podcast-Folge werden wird.

Florian Und ich verrate nicht mehr, aber wir spielen jetzt, Ruth, um herauszufinden, wer anfangen darf.

Ruth Ich habe schon so Angst. Ich hasse Spiele.

Florian Wir spielen eine Runde Risiko, ungefähr drei Stunden lang. Weltenherrschaft. Nein, wir spielen Schere, Stein, Papier. Aber kein normales Schere, Stein, Papier, sondern eine astronomische Version von Schere, Stein, Papier. Wir spielen Asteroid, Galaxie, schwarzes Loch. Und es funktioniert so. Asteroid ist die Faust, ja genau.

Ruth Galaxie?

Florian Nein, nein, die Gesten zeige ich dir nachher dann. Also Asteroid schlägt Galaxie.

Ruth Na bitte, so ein Blödsinn. Also das ist ein Fakt ja schon einmal an.

Florian Lass mich erklären. Asteroid schlägt Galaxie, weil der Asteroid fliegt einfach durch. Dem Asteroid ist die Galaxie vollkommen wurscht. Galaxie schlägt schwarzes Loch, weil das schwarze Loch wird von der Galaxie beherbergt. Ohne Galaxie wäre das schwarze Loch urlangweilig. Also Galaxie schlägt schwarzes Loch und schwarzes Loch schlägt Asteroid, weil das schwarze Loch verschluckt den Asteroid einfach.

Ruth Ja, das ist auf jeden Fall wahr.

Florian Okay, also... Genau, die Gesten sind Asteroid, ist der Felsbrocken. Ja, schwarzes Loch ist einfach ein Loch. Und Galaxie ist eine Galaxie.

Ruth Eine Galaxie?

Florian Eine Spiralgalaxie, ja.

Ruth Aber da braucht man zwei Hände.

Florian Das geht ja.

Ruth Ja, bei Schere, Stein, Papier muss man eigentlich nur mit einer Hand spielen, oder?

Florian Ja, wir spielen das mit zwei Händen. Also, auf drei...

Ruth Okay, Asteroid, Galaxie, schwarzes Loch.

Florian Genau, also auf drei. Asteroid, Galaxie, du musst mitreden. Das muss man gemeinsam sagen und dann zeigt man es am Ende. Hast du noch nie die Schere schon an Papier gespielt? Nein, wir sagen es jetzt.

Ruth Eins, zwei, drei.

Florian Wir sagen jetzt gemeinsam Asteroid, Galaxie, schwarzes Loch. Ich habe gesagt, ich hasse Spiele.

Ruth Ich bin schlecht in Spielen. Das ist nicht mein Ding.

Florian Also Asteroid.

Ruth So muss man, so.

Florian So, so. Genau.

Ruth Damit man dann ganz schnell so machen kann.

Florian Zum Beispiel, wenn man das will. Oder so. Je nachdem. Also Asteroid, Galaxie, schwarzes Loch. Ich habe gewonnen. Galaxie schlägt das schwarze Loch. Ich habe dich voll psychologisch ausgedrückt.

Ruth Ja, voll, weil ich wusste gar nicht.

Florian Ich habe gewusst, da nimmst du nicht die Galaxie, weil du glaubst, ich nehme den Asteroid.

Ruth Ja, ich habe es eigentlich falsch gedacht, weil ich habe mir gedacht, du nimmst jetzt sicher die Galaxie, weil du glaubst, dass ich glaube, dass du den Asteroiden nimmst und darum muss ich das schwarze Loch nehmen. Aber das schwarze Loch schlägt ja den Asteroiden und nicht die Galaxie. Also mein ganzes psychologisches Spieldenken war irgendwie, ja.

Florian Okay, also wir wissen, warum wir das Spiel gemacht haben, muss ungefähr so im August, September in unserem Podcast hören. Da löst sich das auf. Aber jetzt auf jeden Fall fange ich an, weil ich die Galaxie gewählt habe und deswegen das schwarze Loch von Ruth geschlagen hatte.

Ruth Ist das bitte keine Geschichte über Galaxien?

Florian Nein, ich erzähle natürlich keine Geschichte über Galaxien. Mein Spezialgebiet in der Astronomie sind die Asteroiden. Und deswegen erzähle ich natürlich auch heute eine Geschichte über Asteroiden. Ruth, wo warst du vor 800 Millionen Jahren?

Ruth Was war ich da? Wahrscheinlich ein Farn oder irgend sowas. Gab es da schon Farne?

Florian Ja, was auch immer. Aber wenn du damals zum Mond geschaut hättest, hättest du etwas ganz Prägnantes, das man heute am Mond sieht, nicht gesehen. Zumindest mit einem Fernglas, nämlich den Kopernikuskrater. Den kennst du, oder?

Ruth Ja, der große.

Florian Der Kopernikuskrater am Mond ist ein extrem großer, markanter Krater, über 90 Kilometer Durchmesser, fast an der Grenze, dass man ihn mit freiem Auge sehen könnte. Ist ein paar Kilometer zu klein, um das sehen zu können. Aber mit einem Fernglas kann man den Kopernikus-Krater wunderbar sehen. Wie gesagt, 90 bis 95 Kilometer Durchmesser. Der Kraterwall ist 900 Meter hoch.

Florian Das ist wirklich dramatisch. Apollo 12 ist dort in der Nähe gelandet. Die sind in so einem Strahlen, heißt das. Also wenn man die Krater anschaut, sieht man da so Strahlen weggehen. Das ist das Material, das ausgeworfen wurde. Also da ist Apollo 12 gelandet. Apollo 20 hätte direkt im Krater landen sollen, aber die Mission ist gestrichen worden.

Florian Und das Alter dieses Kraters ist 800 Millionen Jahre. Also vor 800 Millionen Jahren gab es den Krater noch nicht.

Ruth Das ist recht jung eigentlich.

Florian Ja, einerseits.

Ruth So für so ein großes Ding.

Florian Einerseits schon, andererseits nicht. Auf der Erde zum Beispiel haben wir solche alten Krater nicht, beziehungsweise wir sehen die nicht, wir finden die nicht, weil auf der Erde, es gibt Wetter, es gibt Atmosphäre, es gibt Erosion und alles mögliche andere. Das heißt, die Krater verschwinden im Laufe der Zeit. Das haben wir am Mond alles nicht. Also der größte bekannte Krater oder einer der größten bekannten Krater auf der Erde ist der Chicxulub-Krater. Das ist der, der entstanden ist vor 65 Millionen Jahren, als die Dinosaurier ausgelöscht wurden.

Florian Der ist, wie gesagt, 65 Millionen Jahre alt und ältere Krater zu finden ist schwierig. Auf der Erde zumindest. Auf der Erde, genau. Aber wie gesagt, wir können zum Mond schauen. Und es gibt, das habe ich nicht gewusst, überraschenderweise. Nein, überraschenderweise sage ich, weil ich meine Doktorarbeit über Asteroideneinschläge geschrieben habe.

Florian Und das ist eine sehr interessante Information über Asteroideneinschläge, darum hat es mich überrascht, dass ich es nicht gewusst habe, aber für jeden Einschlag auf dem Mond gibt es überschlagsmäßig 20 auf der Erde mit ähnlicher Größe. Weil natürlich alles, was so Richtung Erde-Mond kommt, das wird von der Erde viel stärker angezogen als vom Mond, weil die Erde viel größere Masse hat.

Ruth Ja, aber die Atmosphäre.

Florian Ja, aber das geht um die großen Dinge. Also die kommen schon durch. Also wenn auf dem Mond ein großer Krater ist, müssen auf der Erde 20 große Krater sein.

Ruth Tatsächlich.

Florian Ist zumindest so eine Überschlagsregel. Und deswegen können wir uns jetzt fragen, was ist vor 800 Millionen Jahren passiert, das den Kopernikus-Krater erzeugt hat? Und ist auf der Erde auch was passiert damals?

Ruth Das heißt, es muss 20 Grad der Größe auf der Erde geben in ungefähr, naja gut, nicht mehr nachweisbar, weil halt weg erodiert.

Florian Genau, aber da kommen wir noch dazu. Es gibt eine neue wissenschaftliche Arbeit, die vor kurzem erschienen ist zu dem Thema und die haben genau das untersucht. Die haben die Vermutung, dass es vor 800 Millionen Jahren sehr viel mehr Einschläge auf dem Mond erst mal gegeben hat als davor oder danach. Also da muss irgendwas passiert sein, was dazu geführt hat, dass im Sonnensystem auf einmal so eine Art Asteroidensturm in Richtung Erde-Mond gesaust ist und dort unter anderem die Kopernikus-Krater erzeugt hat, aber auch viele andere Krater.

Ruth Weil man eine andere auch gefunden hat? Oder das nimmt man nur an?

Florian Nein, nein. Also wir wissen, dass es eben nicht den Copernicus-Krater gibt. Es gibt auch andere große Krater auf dem Mond, zum Beispiel den Lowell-Krater, 65 Kilometer und noch einen ganzen Schwung andere, so 20, 30, 40 Kilometer große Krater, die alle ungefähr 800 Millionen Jahre alt sind. Also da war einiges los.

Florian Die Apollo-Missionen haben auch Proben genommen von so Mondgestein und in diesem Mondgestein hat man auch Mondglas gefunden, also Gestein, das so stark erhitzt worden ist, dass es zu Glas geworden ist. Und auch da kann man durch diverseste chemische, geologische Analysen herausfinden, wie alt das Material ist, wann es entstanden ist.

Florian Auch das ist ungefähr 800 Millionen Jahre alt. Also man hat aus verschiedensten Richtungen Hinweise darauf, dass vor 800 Millionen Jahren auf dem Mond sehr viele große Krater entstanden sind. Und was war da? Was hat diesen Asteroidensturm verursacht?

Ruth Die Außerirdischen.

Florian Nein. Die kann man immer anführen, weil die können alles machen, was sie wollen, weil wir keine Ahnung haben von außerirdischem. Nein, Familiengründung.

Ruth Okay, so lange kannst du deine Ahnen irgendwie zurückverfolgen oder was?

Florian Nein, die Entstehung einer Asteroidenfamilie. Asteroidenfamilien sind ein spannendes Thema, weil Asteroiden, die sind Felsbrocken, die durchs All fliegen, aber die haben Verwandte. Asteroidenfamilien, die entstehen, wenn ein großer Asteroid irgendwann mal mit, einem anderen Asteroid zusammenstößt, Dann gibt es jede Menge Bruchstücke und die haben, weil sie alle aus demselben Objekt stammen, alle ungefähr eine ähnliche Umlaufbahn.

Florian Also es ist jetzt nicht so, dass die alle so im Verband wie so eine Flugzeugstaffel durch die Gegend fliegen, aber man kann mit der richtigen astronomischen Analyse herausfinden, dass die alle so ähnliche Bahnen haben und dass die alle zur selben Familie gehören. Es gibt einige Asteroidenfamilien und die Leute, die diese Arbeit geschrieben haben, haben jetzt eben nach einer Asteroidenfamilie gesucht, die ungefähr erstens das passende Alter hat, die ungefähr vor 800 Millionen Jahren entstanden ist und, die entstanden ist in der Nähe der sogenannten 3 zu 1 Resonanz mit Jupiter.

Florian Ich weiß jetzt nicht, wer weiß, was die 3 zu 1 Resonanz ist.

Ruth Da braucht man nicht mehr viel dazu sagen.

Florian Nein, Resonanzen sind wahnsinnig wichtig, weil Resonanzen können unser Ende bedeuten.

Ruth Wie damals vor 800 Millionen Jahren.

Florian Resonanz heißt einfach nur, dass die Umlaufzeiten von zwei Himmelskörpern in einem bestimmten Verhältnis stehen. Und 3 zu 1 Resonanz heißt, ein Asteroid macht drei Runden um die Sonne, während der Jupiter genau eine Runde um die Sonne macht. Das ist eine 3 zu 1 Resonanz. Und ich lasse die Details jetzt aus, aber je nachdem, wie das genau abläuft, wo sie sich genau befinden, die Himmelskörper, wenn sie umlaufen, kann so eine Resonanz entweder gut oder schlecht sein, wenn man so will, entweder störend oder konstruktiv.

Florian In dem Fall ist sie störend. Man kann sich das so vorstellen, wenn die immer da rumfliegen und der Asteroid dreimal rumfliegt, während der Jupiter einmal rumfliegt, dann kommen die quasi, Alle drei Asteroidenjahre, oder alle drei Asteroidenjahre sind sie wieder in derselben Position wie vorher. Und wenn die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nahe sind, Asteroiden und Jupiter, dann sind sie sich ein Jupiterjahr oder drei Asteroidenjahre wieder nahe.

Florian Das heißt, der Jupiter kann immer im selben Moment dem Asteroid quasi gravitativ einen Schubs geben. Es ist wie bei einer Schaukel. Wenn ein Kind auf der Schaukel sitzt und ich stoße die Schaukel an, Wenn ich die immer im richtigen Moment anschubse, dann. Reicht es, wenn ich quasi im richtigen Moment immer dieselbe kleine Kraft ausübe und das Kind wird trotzdem immer höher und höher schottelt. Genau.

Florian Und genauso ist es da auch, wenn der Jupiter da immer im richtigen Moment anschubst, dann kann der Asteroid immer mehr gestört werden. Die Umlaufbahn des Asteroids verändert sich, sie wird von einer kreisförmigen Umlaufbahn. Zu einer immer langgestreckteren Umlaufbahn. Und irgendwann ist sie so langgestreckt, dass sie eben dem Mars, der Erde oder sogar der Venus in die Quere kommt.

Florian Und dann kann sie dort zusammenstoßen. Und das geht relativ schnell. Also wenn so ein Asteroid in der Nähe in einer Resonanz landet, dann kann der wirklich so in einer Million Jahre ungefähr auf der Erde einschlagen.

Ruth Schnell auf astronomisch.

Florian Ja, für astronomische Maßstäbe ist das schnell. Also man sucht eine Asteroidenfamilie, 800 Millionen Jahre alt ungefähr, In der Nähe der 3 zu 1 Resonanz, also die Position, wo der Asteroid dreimal rumgeht, während der Jupiter einmal rumgeht, die liegt ungefähr bei zweieinhalb astronomischen Einheiten.

Florian Also zweieinhalb Mal so weit weg von der Sonne wie die Erde. Und da gibt es eine Familie, nämlich die Eulalia-Familie.

Ruth Es klingt ein bisschen so, als hättest du schon zu viel Bier getrunken.

Florian Eulalia ist die Großmutter der Frau von Max Wolf.

Ruth Und wer ist Max Wolf?

Florian Max Wolff ist ein Astronom aus Heidelberg, einer der berühmtesten Asteroiden-Entdecker in der Astronomie-Geschichte.

Ruth Ich habe mir schon gedacht, ich kenne den nicht.

Florian Nein, der hat sehr, sehr viele die ersten erdnahen Asteroiden entdeckt und Trojaner-Asteroiden entdeckt. Max Wolff ist sehr berühmt und der hat diesen Asteroid 1902 entdeckt und aus Gründen, die ich nicht mehr nachvollziehen kann, nach seiner Frau genannt. Nach seiner Frau, nach der Oma seiner Frau genannt.

Ruth Ah, Oma, okay.

Florian Keine Ahnung, was da privat abgelaufen ist bei denen, aber aus irgendeinem Grund hat die Oma von seiner Frau einen Asteroid bekommen. nicht Eulalia. Eulalia ist 37 Kilometer groß, also schon großer Brocken und ist momentan so bei einer mittleren Distanz von 2,49 astronomischen Einheiten. Also ziemlich genau in der Nähe dieser Resonanz, um die es geht.

Florian Und wir wissen, dass es eben eine Familie dazu gibt. Der ist mal irgendwo in der Vergangenheit… Die Geschwister.

Ruth Von der Oma.

Florian Quasi. Nein, also es gab einen Hauptkörper, also es gab einen Ursprungskörper und der ist vor 800 Millionen Jahren mit irgendwas kollidiert. Und da gab es jede Menge Bruchstücke und Eulalia ist das Größte dieser Bruchstücke. Man vermutet, dass auch Benno und Ryugo dazugehören.

Ruth Ah, wirklich?

Florian Benno und Ryugo sind zwei Asteroiden, die in den letzten Jahren Besuch von Raumsonden bekommen haben. Einmal von der japanischen Raumsonde, einmal von der NASA-Raumsonde. Die sind dahin geflogen und haben Material wirklich vom Asteroid aufgesammelt und zurück zur Erde gebracht. Also das sind Asteroiden, die wir sehr gut kennen.

Florian Die gehören wahrscheinlich auch zu der Eulalia-Familie dazu. Jetzt fragst du dich sicherlich, Ruth.

Ruth Warum Eulalia nicht auch Richtung Mond geflogen ist, frage ich mich jetzt. Warum Eulalia immer noch dort ist, in dieser Resonanz?

Florian Nein, nein, Ruth, du fragst dich, wie man herausgefunden hat, warum Eulalia 800 Millionen Jahre alt ist, diese Familie. Wie kriegt man raus, dass vor 800 Millionen Jahren dort ein Asteroid auseinandergebrochen ist?

Ruth Isotope?

Florian Nein. Mit einer Jarkowski-Chronologie.

Ruth Ui, ui, ui, okay. Ja, das wundert mich, dass es nicht sofort eingefallen ist.

Summe Sowas habe ich natürlich normalerweise immer parat. Nein, also es läuft so. Wir wissen, es gab irgendwann mal so ein Ursprungs-Asteroid. Der war ungefähr 100, 200 Kilometer groß. Der ist da friedlich durchs Weltall geflogen, bis irgendwie ein anderes großes Drum in diesen Asteroid reingekracht ist. Er ist auseinandergebrochen. Jede Menge Bruchstücke, große und kleine, die waren alle am Anfang zuerst noch nahe beieinander.

Summe Aber dann hat der Jakovsky-Effekt gewirkt. Und der Jakovsky-Effekt ist ein Effekt, der auftritt, wenn der Asteroid von der Sonne ungleichmäßig erwärmt wird. Wenn der ungleichmäßig stark aufgewärmt wird von der Sonne, dann... Kann die Wärme auch ungleichmäßig wieder zurück ins Weltall gestrahlt werden.

Summe Und das führt, es ist in Wahrheit viel komplizierter, aber im Wesentlichen führt das dazu, dass eine kleine Kraft auf den Asteroid wirkt. Also die Wärmestrahlung der Sonne kommt hin zum Asteroid, die Wärmestrahlung vom Asteroid wird wieder abgegeben. Und wenn die eben ungleichmäßig abgegeben wird, wenn es nicht alles symmetrisch ist, dann sorgt die Strahlung, die hingeht und weg geht, für eine kleine Kraft, die auf den Asteroid wirkt.

Summe Und im Laufe von Millionen Jahren kann diese Kraft der Strahlung, die auf den Asteroid wirkt, den Asteroid leicht ein bisschen verschieben. Das heißt, der Asteroid erfährt eine zusätzliche Kraft, die umso stärker ist, je kleiner der Asteroid ist. Das heißt, du hast ursprünglich einen Haufen Bruchstücke, alle ungefähr in derselben Gegend des Weltalls.

Summe Aber dann im Laufe der Zeit hat der Jakowski-Effekt die kleineren Asteroid-Bruchstücke stärker weggeschoben als die größeren. Weil die leichter wegzuschieben sind. Genau. Und wenn wir uns das heute anschauen, die ganzen Mitglieder der Eulalie-Familie und schauen, wo sind die und alles und mit viel Mathematik und Computersimulationen können wir sehen, okay, die sind mittlerweile so weit durch die Gegend geschoben worden und das heißt, damals müssen sie alle zusammen gewesen sein.

Summe Und das sind 800 Millionen Jahre und das hat man vorher schon gewusst. Und in dieser Arbeit haben sie jetzt alles nochmal neu simuliert und gesehen, ja, das passt immer noch alles super und sie haben dann auch noch simuliert, was mit diesen Bruchstücken nach der Kollision passiert ist. Ganz viele davon sind direkt in diese Region der 3 zu 1 Resonanz geschleudert worden, wo sie dann eben schnell...

Summe In Richtung Erde und Mond transportiert werden. Und die restlichen sind dann so langsam durch den Jakovsky-Effekt auch in diese Resonanz geschoben worden. Es sind immer noch genug übrig. Zum Beispiel Eulalia, der größte, der wird am langsamsten geschoben. Darum ist er noch nicht am Mond eingeschlagen, wie du vorhin gefragt hast.

Summe Okay, das heißt, es werden auch die Kleineren quasi früher dann rausgestört aus dieser Resonanz und die Kleineren sind dann schon früher Richtung Erde und Mond geflogen. Genau. Aber da müssten ja immer wieder Neue aus der Richtung kommen. Ja, immer wieder ist es, wie gesagt, auf astronomisch. Wieso waren die dann alle vor 800, also warum gab es dann diese Häufung vor 800 Millionen?

Summe Weil vor 800 Millionen Jahren das ganze Ding auseinandergebrochen ist und mal die ganzen Haufen Bruchstücke mal direkt in die Resonanz reingeschleudert worden sind. Und dann noch gleich. Und dann kam noch ein bisschen was nach hinterher. Alles klar. Und das haben wir in dieser Arbeit alles ausführlich simuliert, mit Computerberechnungen und geschaut, wo da alles hinkommt.

Summe Und das Resultat war tatsächlich eine Häufung von Asteroideinschlägen auf der Erde und auf dem Mond vor 800 Millionen Jahren. Die ganze Phase hat ungefähr 100 Millionen Jahre gedauert. Also über 100 Millionen Jahre hinweg ist der Mond und die Erde mit Asteroiden bombardiert worden. Darunter waren auch genug Objekte, die groß genug waren, um solche Krater wie Kopernikus zu erzeugen.

Summe Und wahrscheinlich ist auch der Mars beeinflusst worden, weil man weiß auch, dass auf dem Mars vor 800 Millionen Jahren vermutlich ein Anstieg der vulkanischen Aktivität war. Also der hat vielleicht auch was abbekommen. Also wir sehen das auf dem Mond, diese Krater. Wir sehen es auf dem Mars, auf der Erde. Wie groß war der Brocken, der den Kopernikus verursacht hat?

Summe Naja, wenn der 100 Kilometer groß ist, muss der ungefähr 10 gewesen sein. Und die Frage ist, was gab es jetzt für Auswirkungen auf die Erde? Weil wir sagen, Mond sehen wir, Mars sehen wir. Was ist mit der Erde passiert damals? Ein schönerer Mond, weil mehr Krater zum Anschauen. Ja, wir auch. Aber auf der Erde ist es halt das Problem. Wir sehen die alten Krater nicht. Die sind alle weg, erodiert durch die Plattentektonik, kaputt gemacht worden.

Summe Also auf der Erde sehen wir solche alten Krater nicht. Das heißt, wir wissen nicht, was mit der Erde passiert ist. Das war der spekulative Teil dieser wissenschaftlichen Arbeit, wo sie dazu gesagt haben, das ist jetzt nicht mehr exakt Computersimulation, Wissenschaft, Berechnung. Das ist jetzt spekulativ, aber trotzdem gut begründet. Wir wissen, dass es die sogenannte Bitter Springs Anomaly gab. Sagte die was? Nein.

Summe Das ist eine Anomalie. Es hört sich nicht angenehm an. Nein, das ist benannt, wie oft in der Geologie, nach irgendeinem Ort. Ich glaube, Bitter Springs ist irgendwo in Australien. Da hat man es das erste Mal entdeckt. Aber mittlerweile weiß man, es ist ein globales Phänomen. Das ist eine Veränderung der C13-Konzentration, also ein Kohlenstoff.

Summe Ach, Isotope, wusste ich doch, irgendwo sind da die Isotope in dieser Geschichte. Genau, ein Kohlenstoff-Isotope, eine Variation des Kohlenstoffs. Da gab es damals vor 800 Millionen Jahren eine große Veränderung. Und man weiß nicht genau, wo das herkommt. Es muss auf jeden Fall... Irgendeine Art von globaler Veränderung in der Chemie der Atmosphäre, in der Chemie der Ozeane passiert sein, dass dieses Kohlenstoffisotop sich auf diese Weise angehäuft hat, wie man es beobachtet hat.

Summe Was jetzt diese Veränderung in der Atmosphäre und in der Ozeanchemie verursacht hat, wissen wir nicht. Aber eine Vermutung ist, dass irgendwo ein nicht totaler, aber großflächiger Kollaps in der Nahrungskette stattgefunden hat. Weil natürlich Leberwesen, Kohlenstoff, da gibt es Zusammenhänge, Leberwesen verändern die Zusammensetzung von Kohlenstoff und so weiter, die Isotope.

Summe Wenn Leberwesen sterben, dann ändert sich durch die Skelette und alles, vor allem im Meer der Kohlenstoff. Wenn Leberwesen irgendwie Stoffwechsel machen, ändert sich die Chemie. Und man geht davon aus, man vermutet, dass es vor 800 Millionen Jahren eben irgendeine Art von globaler Beeinflussung des Ökosystems der Erde, der Nahrungskette gegeben hat, die am Ende dann diese Bittersprings Anomaly verursacht hat.

Summe Und manche sagen, das könnte sein, weil damals ein Superkontinent auseinandergebrochen ist, Rodinia. War das, das kann auch solche großen Einflüsse auf den globalen Kohlenstoffzyklus haben, aber das passt zeitlich nicht so wirklich und ein Asteroideneinschlag, eine sehr große oder eine Folge von vielen großen Asteroideneinschlägen, die könnte das natürlich auch verursachen.

Summe Und was man auch weiß, nach dieser Bitter Springs Anomalie, also in der Zeit danach, Danach hat das eukaryotische Leben sich stark ausgebreitet. Und eukaryotisches Leben, das ist es, was wir sind. Also mehrzelliges Leben. Unter anderem, also das ist das, was sich danach aus irgendeinem Grund viel stärker ausgebreitet hat als vorher.

Summe Vielleicht war das auch so ein Ding wie damals bei den Dinosauriern. Als die Dinos weg waren, haben die Säugetiere die freien Nischen besetzt und sich ausgebreitet. Vielleicht ist es damals so ähnlich gelaufen. ist alles noch Spekulation, aber wir wissen auf jeden Fall, vor 800 Millionen Jahren ist ein großer Asteroid auseinandergebrochen.

Summe Die Dynamik im Sonnensystem, die hat dazu geführt, dass auf Mond und Erde sehr viel mehr Asteroiden eingeschlagen sind. Vielleicht hat das dazu geführt, dass auf der Erde die Entwicklung des Lebens eine neue Richtung eingeschlagen hat oder zumindest dramatisch beeinflusst worden ist. Und das alles zeigt wunderbar, dass die ganzen Himmelskörper, die Planeten im Sonnensystem, dass die nicht isoliert voneinander sind, obwohl da so viel leerer Weltraum dazwischen ist.

Summe Wenn zwei Asteroiden irgendwo fern im Weltall kollidieren miteinander, kann das am Ende immer noch einen extrem bedeutenden Einfluss auf die Erde oder andere Planeten haben. Oder die Geschichte der Planeten wird von Asteroiden geschrieben. Damit ist meine Geschichte zu Ende. Und jetzt weiß ich auch, dass ich vor 800 Millionen Jahren noch kein Fahren war, sondern ein Einzeller wahrscheinlich am Ersten. Ja, nein, eh spannend.

Summe Aber wir wissen alle, dass die richtig spannenden Geschichten sich weit außerhalb unseres Sonnensystems zutragen. Nämlich bei den Galaxien im Universum, im frühen Universum, als sich die Galaxien gebildet haben, als alles entstanden ist. Wir alle wollen wissen, wie war das damals? Wie kam es überhaupt dazu, dass es etwas gibt?

Summe Und ich habe eine Geschichte mitgebracht, in der es um Galaxien im frühen Universum geht. Und zwar ist eine ganz frische Studie vom Juni 26 in Science veröffentlicht von Newman und seinen Kollaboratoren. Das hört sich irgendwie komisch an auf Deutsch, oder? Ich habe keine Ahnung, wer Newman ist. Kollaboratoren, Galaxienforscher. Hätte ich mir fast gedacht, aber...

Summe Und es ist ihnen gelungen, zu messen, wie Sterne im Zentrum einer anderen Galaxie sich bewegen. Im Kreis. Im Kreis. Stimmt. Ja, es ist jetzt vielleicht noch nicht so ganz so wahnsinnig beeindruckend. Aber es wird immer beeindruckender, wenn man nämlich weiß, um welche Galaxie es sich dabei handelt. Um eine Galaxie, die im frühen Universum gelebt hat, vor mehr als 10 Milliarden Jahren.

Summe Okay, also das geht dabei um eine Galaxie, die nicht jetzt ganz, ganz am Anfang nicht einer der allerersten Galaxien war, okay, aber trotzdem im frühen Universum, als das Universum vielleicht gerade erst mal ein paar Milliarden Jahre alt war, im jungen Universum. Wir haben die gemessen, oder wir, sage ich, Newman und seine Kollaboratoren, ich sage Wir, die Wissenschaft, sage ich mal.

Summe Wir, die Wissenschaft, hat gemessen, wie sich die Sterne im Zentrum dieser Galaxie, dieser im Galaxy mit dem schönen Namen MRG M01 38, falls ihr es genau wissen wollt. Wie sich die da bewegt haben. Und warum bewegen sich die Sterne im Kreis, im Zentrum einer Galaxie, Florian? Weil da ein schwarzes Loch ist und Gravitationskraft ausübt. Korrekt.

Summe Schajak, für einen Asteroidenspezialisten kennt er sich ja gar nicht so schlecht aus. Das ist alles Himmelsmechanik, alles Bewegung. Und was sich um was bewegt, ist wurscht. Ein supermassereiches schwarzes Loch in dieser Galaxie haben wir entdeckt. Vor mehr als 10 Milliarden Jahren. Ah, ist jetzt auch vielleicht noch nicht so etwas wahnsinnig Besonderes.

Summe Dass ihr denkt euch vielleicht, also die, die sich vielleicht besser schon mit Galaxien im frühen Universum auskennen, denken sich, ja, aber ich meine, die sehen wir ja da draußen. Die sehen wir, wir sehen Quasare vor Milliarden von Jahren und so weiter. Wir sehen diese aktiven Galaxien. Ja, aber dieses schwarze Loch in dieser Galaxie ist nicht aktiv.

Summe Es schläft. Es ist ein dormant, ich weiß gar nicht, wie man das auf Deutsch sagt. Ein schlafendes Schwarz. Also wie bei einem Vulkan, sagt man schlafender Vulkan. Wie sagt man da? Ruhender Vulkan. Und genau, vielleicht wäre ruhend ein besseres Wort. Ein ruhendes Schwarzes Loch. Und was ist da so besonders daran?

Summe Die sieht man ja eigentlich nicht. Schwarze Löcher sind unsichtbar, kommt kein Licht raus, so starke Anziehungskraft. Und vor allem auch diese super massereichen Schwarzen Löcher im Zentrum von Galaxien. Jede große Galaxie hat so ein Schwarzes Loch in ihrem Zentrum. Die sieht man eigentlich nur, wenn dieses Schwarze Loch gerade jede Menge Material verschluckt. Das ist diese Quasar-Phase in Galaxien.

Summe Dieses Schwarze Loch aber ist nicht aktiv, verschluckt kein Material. Wie können wir das beobachten? Ich weiß es. Ja, ich wollte gerade sagen, Florian? Weil sich die Sterne drum herum bewegen und sie nicht um nichts herum bewegen können und wenn sie sich um etwas herum bewegen, muss man in der Mitte sein.

Summe Hast du diese Studie gelesen? Nein, aber das hat schon Isaac Newton gewusst, dass sich etwas um etwas anderes herum bewegt und da muss man in der Mitte sein. Wir können sehen, wie die Sterne sich um dieses schwarze Loch herum bewegen. Es ist ein bisschen, vielleicht habt ihr das gelesen, gehört, gesehen, sogar vielleicht dieses wunderbare Video.

Summe Wie im Schwarzen Loch in unserer Galaxie, wo wir beobachtet haben, wie sich die Sterne drumherum bewegen. Das waren super komplexe Beobachtungen. Das war das Very Large Telescope, eines der größten Teleskope, die wir auf der Erde haben. Und nicht nur das eine, sondern alle vier zusammengeschaltet im Interferometrie-Modus.

Summe Nur dadurch ist es uns gelungen, die Einzelsterne im Zentrum unserer Galaxies überhaupt auflösen zu können. Mit einem normalen Teleskop, also einfach so, das geht nicht, das hat diese Auflösung nicht. Nur so haben wir das geschafft. Wie zur Hölle ist das jetzt in einer Galaxie am Anfang des Universums möglich, da zu sehen, wie sich die Sterne im Zentrum rundherum bewegen?

Summe Ich hoffe, du fragst mich. Das habe ich keine Ahnung mehr. Gravitationslinsen. Ich denke ein bisschen nach. Ja, sehr gut. Das weiß ich geraten. So wie ich mit Isotope vorhin. Aber schreiben wir irgendwas raus. Gravitationslinsen ist immer, wenn man über das frühe Universum spricht, immer ein gutes Rausgerufen.

Summe Es ist so, dass da ein Galaxienhaufen dazwischen ist, zwischen uns und dieser fernen Galaxie. Und dieser Galaxienhaufen wirkt durch seine riesige Masse wie eine Linse. Die Gravitation dieser riesigen Masse, oder eigentlich ist es nicht die Gravitation, die das Licht krümmt, sondern die Masse krümmt den Raum und das Licht folgt einfach dem gekrümmten Raum und wird so gebogen wie durch eine Linse, wie eine optische Linse und wird auch vergrößert.

Summe Und dadurch können wir Dinge dahinter viel früher im frühen Universum super vergrößert sehen. Das ist quasi ein Gratis-Teleskop. Extrem cool. Nur Galaxien können das. Nein, stimmt nicht. Das können Asteroiden auch. Aber Galaxien können es viel besser. Das ist sogar du und ich. Wir können auch schon den Raum krümmen. Ja.

Summe Du mehr als ich. Mit einem Asteroiden kann man vielleicht jetzt irgendwie einen Stern ein bisschen besser sehen oder so. Mit einer Galaxie oder besser noch mit einem Galaxienhaufen kann ich andere Galaxien Milliarden von Lichtjahren entfernt von uns im frühen Universum sehen. Und dieser Haufen hat diese Galaxie ungefähr um einen Faktor 30 noch zusätzlich vergrößert.

Summe Und damit natürlich genug vergrößert, dass wir dann noch zusätzlich mit unseren großen Teleskopen, mit unseren besten Weltraumteleskopen da tatsächlich bis ins Zentrum dieser fernen Galaxie blicken können und dort. Es ist nicht ganz, die Einzelsterne auflösen. Nein, so gut geht es leider dann doch nicht. Aber es hat eine ziemlich große Auflösung. 90 Parsec war die Auflösung.

Summe Also ungefähr 300 Lichtjahre. Gut, also alles, was kleiner als 300 Lichtjahre ist, sieht man nicht. Und Sterne sind ein Stück kleiner als 300 Lichtjahre. Also es sind jetzt keine einzelnen Sterne. Aber in 300 Lichtjahren, ja, da sind schon einige Sterne drin. Aber trotzdem, für so eine hohe Entfernung und Zeit und so weiter, Ist das schon ziemlich cool.

Summe Naja, und was haben wir gemacht mit dem James-Webb-Teleskop? Ich sage immer wir, als es eigentlich klingt. Ja, wir die Wissenschaftler. Mit dem James-Webb-Space-Teleskop. Quasi einfach so diese Art Geschwindigkeitsfeld. Jedes Pixel in dem Bildfeld, muss man sich vorstellen, liefert eine Geschwindigkeitsinformation.

Summe Das ist diese Integral Field Spectroscopy. Chemale. Jedes Chemale, genau. Wie war das? Jako, Jako, irgendwas. Man muss sich das vorstellen, wie ein Bild, nur dass es nicht einzelne Pixel sind mit Bildinformation, sondern einzelne Pixel mit Tiefeninformation, mit der Information über die Geschwindigkeit, die das, was ich da sehe, ob es jetzt ein Einzelstern oder mehrere, vielleicht ein paar hundert Sterne in so einem Pixel dann sind, Aber ich sehe die Information der Geschwindigkeit, die es dort hat.

Summe Und damit und mit einem komplexen Modell natürlich auch, man muss dann auch die Verzerrung der Vordergrundlinse natürlich dann auch mit berücksichtigen, weil dieses Bild ist dann nicht einfach nur so vergrößert, sondern ist so irgendwie verzerrt. Aber man kann das rausrechnen, man kann das mit dem Modell der Linse und so weiter korrigieren.

Summe Dann sehe ich die Galaxie und kann rekonstruieren, wie sich da die verschiedenen Teile des Galaxienzentrums bewegen. Und sie bewegen sich auf eine Art und Weise um das Zentrum herum, wo man sagen kann, da muss so ein schwarzes Loch sitzen. Und zwar ein riesiges schwarzes Loch. Es ist wirklich ein riesiges schwarzes Loch. Wir haben über die Geschwindigkeit, der Sterne die Masse von dem schwarzen Loch bestimmen können.

Summe Sechs mal zehn hoch neun Sonnenmassen. Ja, also sechs Milliarden kann man auch sagen, oder? Kann man auch sagen. Ja. Sechs Milliarden Sonnenmassen. Das schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxis hat vier Millionen mal die Masse unserer Sonne. Ich meine, das ist ja schon unvorstellbar. Vier Millionen Sonnen in so einem schwarzen Loch drehen. Das da hat sechs Milliarden mal die Masse unserer Sonne.

Summe Und das im frühen Universum, wo es eigentlich noch gar nicht so riesige schwarze Löcher geben sollte. Es ist wie M87, die große Galaxie in unserem nächsten Galaxienhaufen. Die große, fette, elliptische Galaxie in unserer nächsten großen Galaxienstruktur. Vielleicht habt ihr das gesehen, das berühmte erste Bild von einem schwarzen Loch mit diesem orangenen Material, das da rundherum wirbelt und gerade verschluckt wird.

Summe Das ist so ein schwarzes Loch, das gerade jede Menge Material verschluckt und darum kann man das sehen mit Radiowellen. Und das haben wir abgebildet mit großen Radioteleskopen. Und genau so ein schwarzes Loch ist das im frühen Universum. Das heißt, es gibt anscheinend Galaxien wie diese riesige. Entwickelt eine elliptische Galaxie schon im frühen Universum.

Summe Oder ist sie wie M87, die Galaxie? Ich weiß es nicht, aber du wirst es vielleicht etwa sagen oder erklären, warum diese Galaxie so früh entstanden ist. Nein, weil man kann mit dem James-Webb-Space-Teleskop natürlich sich auch den Rest der Galaxie anschauen. Und da war ziemlich offensichtlich, dass das eben keine große elliptische Galaxie ist.

Summe Schon eine große Galaxie, aber eine eher scheibenförmige Galaxie. Und vor allem eine, die jetzt nicht genug Masse hat für so ein riesiges schwarzes Loch. Es ist ja so, dass im lokalen Universum mehr oder weniger, also in unserer großen, aber doch auch unserer Umgebung, die Größe der Galaxie mit der Größe des schwarzen Lochs quasi zusammenhängt.

Summe Also je größer die Galaxie, desto größer ist auch das schwarze Loch, das sie beherbergt. Also größer, massereicher. Je schwerer, je mehr Material da ist, desto mehr hat auch das schwarze Loch quasi an Masse gewinnen können und wachsen können. Wir wissen jetzt natürlich nicht, ob das im frühen Universum auch so ist, dass sich die irgendwie beeinflussen gegenseitig.

Summe Wir wissen auch noch nicht genau, wie das überhaupt so weit gekommen ist, dass die Größe der Galaxie mit der Größe des Schwarzen Lochs zusammenhängt. Ich habe eine Vermutung. Wenn das jetzt repräsentativ ist dieser Art, dann heißt es, dass zuerst ein großes Schwarzes Loch entsteht und dann dauert es eine lange Zeit, bis sich das Schwarze Loch genug Sterne rundherum sammelt, dass eine große Galaxie um Schwarze Loch herum entsteht.

Summe Und darum sehen wir früh Schwarze Löcher mit wenig rundherum und später im Universum sehen wir Schwarze Löcher mit viel rundherum. Ja, ich meine, wir wissen natürlich jetzt auch noch nicht, ob die Galaxie typisch ist. Ich habe ja gesagt, wenn sie typisch ist. Ja, also wahrscheinlich ist sie dann eher jetzt nicht ganz typisch. Achso.

Summe Ist schon auch ein bisschen eine Ausnahme. Aber das ist halt... Ding, wir sehen im frühen Universum halt nur die Dinge, die eigentlich Ausnahmen sind, weil sie groß genug sind, hell genug sind, dass wir sie überhaupt beobachten können. Das heißt, wir haben überhaupt nichts gelernt von der Studie. Doch, doch, doch, wir haben jede Menge gelernt. Also erstes Mal die Messung überhaupt, ja.

Summe Die direkte Messung der Masse eines nicht aktiven schwarzen Lochs, ja, das ist kein schwarzes Loch, das jede Menge Material verschluckt, sondern ein eigentlich unsichtbares schwarzes Loch und es ist uns gelungen, die Masse dieses schwarzen Lochs zu messen über die Bewegung der Sterne, die sich darunter herum bewegen, also das allein.

Summe Und natürlich auch die coole Beobachtungsmethode. Das kann man ja jetzt vielleicht auf andere Galaxien im frühen Universum auch anwenden oder systematisch nach denen suchen. Man kann diese großen Galaxienhaufen quasi absuchen nach Man sieht diese Bögen von im Hintergrund liegenden, vergrößerten, verzerrten Galaxien und schauen, ob man da vielleicht auch schwarze Löcher in denen findet und wie die sind und so weiter.

Summe Aber vor allem ist es so, dass man mit dem James Webb eben nicht nur das schwarze Loch und jetzt die größte der Galaxie, sondern auch die Bewegung der Sterne im Rest der Galaxie untersuchen kann. Es ist crazy, was mit dem Teil alles geht. Das ist wirklich ein Wahnsinn, oder? Dass du eine Galaxie im frühen Universum so auflösen kannst mit diesem Teleskop, gut, zusätzlich mit dem Extrateleskop, der Gravitationslinse, aber trotzdem, dass du wirklich da die Struktur der Galaxie untersuchen kannst.

Summe Und es ist eben so, dass dieses schwarze Loch zwar zu groß ist für seine Galaxie eigentlich, die hat übrigens ungefähr die Masse von der Milchstraße, diese Galaxie. Also die ist schon groß, ja. Auch das allein ist schon einmal irgendwie verwunderlich im frühen Universum. Schon so eine riesige Galaxie und ist auch so eine scheibenförmige Galaxie.

Summe Also es ist eigentlich recht ähnlich wie die Milchstraße. Hat aber ein schwarzes Loch von einer zehnmal so großen Galaxie jetzt im lokalen Universum. Hat sie es geklaut? Es ist so, dass man gesehen hat, dass das schwarze Loch zwar quasi zu groß ist für die Galaxie, aber die Bewegung der Sterne überhaupt, also allgemein in der Galaxie rundherum, auch für eine größere Masse spricht.

Summe Eigentlich ist in dieser Galaxie schon sehr viel Masse da.

Ruth Wahrscheinlich dunkle Materie, aber vielleicht auch mehr Sterne, die wir halt einfach nicht sehen können, weil es so weit weg ist. Aber die Geschwindigkeit der Sterne können wir ja messen und wir wissen, okay, da muss noch mehr Masse da sein, die diese Sterne auf diese Geschwindigkeit beschleunigt und es könnte sein, dass da einfach sehr viel mehr Sterne noch da sind, die wir halt einfach in der Entfernung auch mit dem James Webb gar nicht sehen können.

Ruth Also es könnte schon noch wesentlich mehr Material da sein, nur ist es halt nicht im Zentrum. Und das ist das, was dann passiert im Laufe der Zeit, wenn das stimmt, wenn das jetzt ein Szenario ist, das öfter vorkommt, dann ist es so, dass sich die Galaxien, das schwarze Loch bildet sich am Anfang schon sehr früh, Und die Galaxie wächst auch noch durch Interaktionen und schichtet sich um.

Ruth Also die Sterne verteilen sich ein bisschen von dieser ausgedehnten Scheibenform, wird sie mehr im Zentrum konzentriert und dann zu einer elliptischen Galaxie, nennt man das dann, zu einer rundlichen Galaxie. Und das passiert auch erst durch Galaxienzusammenstöße und Kollisionen im Laufe der Zeit. Also es ist wahrscheinlich so, dass die einfach nicht die Galaxien und ihre Schwarzen Löcher sich so friedlich nebeneinander herbewegen, herentwickeln, im Laufe der Zeit bewegen, sondern dass es einfach so ist, dass das Schwarze Loch schon früh da ist, sehr groß ist und dann die Galaxie sich erst quasi umschichtet, umsortiert.

Ruth Die Sterne werden anders verteilt über Interaktionen mit anderen Galaxien. So, bis wir dann zu den Galaxien kommen, die wir im heutigen Universum sehen können. Also Galaxien entwickeln sich, Galaxien treffen sich, interagieren miteinander. Sie sind eigentlich wie Menschen, oder? Niemand lebt allein, Galaxien auch nicht.

Ruth Und durch die Interaktion mit den anderen Galaxien, es kommt ein bisschen darauf an, was das dann für eine Auswirkung hat. Wenn man eine freudige Interaktion hat, dann wächst man dadurch. Dadurch wird man größer. Man wird auf jeden Fall auch ein bisschen umgeschichtet durch die Interaktion mit anderen Menschen, oder?

Ruth Also es ist bei den Galaxien genauso. Und wenn es eine nicht so freudige Interaktion ist, kann auch sein, dass die Galaxie dann dabei so umgeschichtet wird, dass sie komplett ihre Form und quasi ihre Struktur, ihre Persönlichkeit verändert.

Florian Das heißt, je mehr Interaktion man mit anderen Menschen hat, desto grundlicher wird man?

Ruth So ist es.

Florian Okay, gut.

Ruth Gut beobachtet. Ja, also natürlich müssen wir mal schauen, wie das bei anderen Galaxien ist, ob das nicht jetzt eigentlich voll die Ausnahme war. Eine Galaxie, schön und gut, aber hilft es nicht viel weiter. Aber wir wissen jetzt, dass diese Methode mit dem James-Webb-Teleskop super anwendbar ist und wir können einfach suchen nach anderen Galaxien, die vergrößert durch den Galaxienhaufen dazwischen, vielleicht dann auch so sind wie diese hier.

Florian Ja, dann Gratulation an das James-Webb-Teleskop und an deine Geschichte. Vielen Dank.

Ruth Und Kollaborateure.

Florian Genau, die Kollaborateure von Juman. Danke für deine Geschichte, die du erzählt hast. Und an diesem Punkt machen wir etwas, was wir in unserem Podcast dann nicht machen, wenn wir Geschichten erzählt haben, was wir aber gerne machen, wenn wir live vor Publikum auftreten, weil wir haben ja schon jetzt deutlich gemacht, dass wir in unserer Arbeit als Astronomen und Astronomen unterschiedliche Spezialgebiete haben.

Florian RUT-Spezialgebiet sind die Galaxien, mein Spezialgebiet sind die Asteroiden und wir mögen natürlich die Astronomie in ihrer Gesamtheit beide sehr gerne und ich mag auch Galaxien und ich bin sicher, RUT mag auch Asteroiden, aber trotzdem nutzen wir die Gelegenheit, wenn wir Publikum haben, das Publikum zu befragen, was denn jetzt wirklich das Coolere im Universum ist. Sind es die Galaxien? Sind es die Asteroiden?

Florian Ihr habt jetzt Geschichten über Asteroiden gehört und Geschichten über Galaxien. Und jetzt ist die Möglichkeit per Akklamation, wie es heißt, durch Applaus kundzutun, was denn besser war. Also jetzt bitte Applaus für die Galaxien.

Ruth Ist schon mal ein Gewinner, oder?

Florian Und Applaus für die Asteroiden.

Ruth War auch okay für die Asteroiden, war aber ein bisschen müde für die Asteroiden, finde ich. Es war höflich, es war höflich.

Florian Man müsste es jetzt mal genau auswerten mit der Lautstärke, aber wir können uns auf den Unentschieden einigen oder du kannst den Sieg für dich beanspruchen, je nachdem.

Ruth Nein, es war ziemlich ausgeglichen, muss ich auch zugeben.

Florian Traditionellerweise bekommt dann der Gewinner oder die Verliererin oder umgekehrt was zu trinken und ich bringe immer was mit, was zur Auswahl steht. Und sagen wir mal, du hast gewonnen, Ruth, und darfst dir was aussuchen. Und du kannst dir aussuchen, ein Bier, das so heißt wie der Teil eines Sterns oder ein Bier, das so heißt wie ich und beide sind lauwarm.

Ruth Vom Regen in die Traufe. Na geh, was soll ich da jetzt nehmen? Also es schmerzt mich fast, das zu sagen, aber natürlich ist Freistädter das wesentlich bessere Bier.

Florian Ja, dann darfst du es haben. Soll ich es dir aufmachen? Gut, dann mache ich dir das auf und sage jetzt, dass schon wieder kein Flach.

Ruth Was man nicht alles tut für die Wissenschaft.

Florian Oder? Wie lange hast du in England gewohnt?

Ruth Ja, dort ist das Bier nicht lauwarm. Also dort ist alles lauwarm. Insofern fällt es einem nicht so auf, dass das Bier auch lauwarm ist, vom Kontrast her.

Florian Gut, dann auf das Universum. Und jetzt machen wir wieder das, was wir in unserem Podcast machen. An dieser Stelle, nachdem wir unsere Geschichten erzählt haben, beantworten wir Fragen, die uns gestellt werden. In unserem Podcast normalerweise Fragen, die uns per E-Mail geschickt werden. Fragen at das Universum.at. Aber heute natürlich Fragen hier aus der Runde.

Florian Wir haben Zeit für so drei, vier Fragen. Also wer jetzt eine Frage hat zu den Geschichten, die wir erzählt haben oder zu irgendwas anderem aus der Astronomie oder von mir aus auch zu was ganz anderem, kann sie jetzt stellen. Und wenn wir eine Antwort wissen, dann werden wir sie geben. Und wenn wir sie nicht wissen, dann werden wir eine erfinden, wenn wir glauben, dass wir damit durchkommen.

Florian Und wenn wir das nicht glauben, dann werden wir sagen, dass wir es nicht wissen. Also wer eine Frage hat, bitte jetzt melden und dann auf die Dame mit dem Mikrofon warten, damit sie auch gehört werden kann und später auch im Podcast zu hören sein wird. Da vorne ist eine Frage in der ersten Reihe und da hinten ist noch eine Frage.

Florian Da zeigt ein junger Mann oder eine junge Frau ganz deutlich auf.

Publikum Ich wollte fragen, warum man Raumfahrzeuge im Lacronschpunkt L2 parkt und nicht in irgendeinem anderen Lacronschpunkt. Und weil L2 auf allem auch instabil ist, soweit ich weiß.

Florian Du holst ja die Lagrange-Punkt-Expertin.

Ruth Wirklich? Ich sag der Himmelsmechaniker zu mir, ich bin die Lagrange-Punkt-Expertin.

Florian Ja, aber du beantwortest immer alle Fragen über Raubensonten im Lagrange-Punkt.

Ruth Nein, ich kann die Frage beantworten, weil... Der Lagrange Punkt 1, der ist zwischen Sonne und Erde. Das heißt, wenn du dort ein Teleskop hast, dann ist da irgendwie ein bisschen die Sonne im Weg. Also dann ist es schwieriger, wenn du auf der anderen Seite, und der ist glaube ich auch nicht stabil, oder?

Ruth L1 ist auch nicht stabil. Nur L54 ist stabil. Wenn du Lagrange Punkt L2 bist du schon auf der anderen Seite, du willst dir immer von der Sonne eigentlich wegzeigen, vor allem mit einem sehr sensitiven Weltraumteleskop, das nicht so gut auf Sonnenstrahlung auch reagierte. Und dann bist du quasi schon mal in der richtigen Richtung. Und es ist ja auch nicht so, dass man die quasi in den Punkt parkt.

Ruth Das geht ja auch gar nicht, sondern es ist eine Umlaufbahn immer um diesen Punkt. Und die anderen beiden Lagrange-Punkte, da sind jede Menge Asteroiden wahrscheinlich, oder?

Florian Bei der Erde nicht. Wir kennen bei der Erde in L4 und L5, ich glaube, so fünf, sechs Asteroiden, die sich dort aufhalten.

Ruth Achso, nur so wenige.

Florian Jupiter hat ein paar Millionen, aber wir haben halt nur vier, fünf Bekannte.

Ruth Und warum parkt man sie dann eigentlich nicht dort?

Florian Ja, wahrscheinlich kann man eh auch machen, aber die sind halt, also die Lagrange-Punkte sind Punkte, wo sich die Gravitationskräfte und die anderen Kräfte der Himmelskörper, Sonne, Erde aufheben. Das heißt, wenn ich dort was inexakt einen in diesen Punkt rein stelle, dann heben sich alle Kräfte auf und das Ding bleibt in der Theorie für immer dort und ich brauche keinen Antrieb, um das dort zu positionieren.

Florian In der Realität sind diese Punkte aber mal stabil, mal instabil und es gibt eben fünf Punkte insgesamt. Drei der Punkte liegen auf einer Linie, die Erde und Sonne verbindet und zwei andere liegen auf der Umlaufbahn 60 Grad vor und nach der Erde. Und die, die vor und nach der Erde auf der Umlaufbahn der Erde liegen, die sind stabil.

Florian Das heißt, wenn ich dort was hintue und ich schubse ein bisschen raus, kommt es von selbst wieder zurück. Und die anderen auf der Verbindungslinie, die sind instabil. Wenn ich dort was hin tue und ich schub es ein bisschen raus, geht es immer weiter weg. Deswegen braucht man eben auch bei den Lagrange-Punkten L1 bis L3, die instabil sind, ein bisschen Energie, um die auf dieser Bahn um den Punkt zu halten. Aber es sind trotzdem super Punkte, weil man halt nur wenig Energie braucht und weil sie gut liegen.

Florian Der eine eben, wie du gerade gesagt hast, so, dass man gut ins Weltall schauen kann, weil die Sonne immer im Hintergrund ist.

Ruth Wenn man ein Sonnenteleskop hat, dann parkt man das in L1.

Florian Genau.

Ruth Weil da will man Richtung Sonne schauen. Aber ich glaube trotzdem, dass auf der Umlaufbahn, was, 4 und 5? Dass da, auch wenn da nicht so viele Asteroiden sind, dass da trotzdem, wenn du dort bist, dann immer wieder irgendein Kleinzeug da durch die Gegend fliegt. Und das ist schlecht für ein Weltraumteleskop.

Ruth Es gibt die sogenannten Cordy-Levkischen Wolken.

Florian Die hat man, glaube ich, noch nicht ganz gut nachgewiesen, aber das sind so Staubansammlungen in den Lagrange-Punkern.

Ruth Da ist es einfach dreckiger in diesen zwei stabilen Lagrange-Punkern.

Florian Und vor allem in L4 und L5, in den stabilen, bewegst du dich ja immer um die Sonne rundherum. Die Erde hinter dir oder vor dir. Und wenn du bestimmtes beobachten willst, dann willst du vielleicht kein Teleskop haben. das ständig irgendwie um die Sonne rundherum geht.

Ruth Vorher hat es geheißen, dass wir sollen aufpassen, dass irgendwie die Leute nicht zu lange Fragen stellen und zu lange herum irgendwie ramblen. Und jetzt sind wir die, die nicht zum Reden aufhören.

Florian Gut, weil dann hoffen wir auf eine kurz beantwortbare Frage. War die halbwegs beantwortet.

Ruth Die Frage? Zufrieden? Halbwegs?

Florian Wenn nicht, dann nachher genau. Da war eine Frage und da war eine Frage. Also hier vorne links und rechts gab es zwei Fragen. Der Mann in weiß war früher dran, glaube ich, und dann die Dame in gelb.

Publikum Ich möchte nur diese Geschichte mit dem schwarzen Loch ein wenig weiter spinnen. Heißt das, wenn wir im frühen Universum große schwarze Löcher finden und noch weiter zurück gingen, kommen nur mehr schwarze Löcher, beziehungsweise ein schwarzes Loch am Anfang des Universums. Und wo kommt die unendlich große Masse her, die in diesem schwarzen Loch nicht da ist?

Ruth Nein, sie ist ja. Die Masse ist da. Im schwarzen Loch.

Publikum Ja, ja, aber jetzt wäre der Gedanke logisch, dass je weiter man zurückgeht, desto mehr kommen wir zu einem schwarzen Loch.

Ruth Nein, also die Idee ist schon die, dass diese schwarzen Löcher sich auch natürlich erst bilden und dass es quasi ganz, ganz früh in den ganz ersten Galaxien, dass es da noch keine schwarzen Löcher oder, nicht zumindest so große, dass wir sie wirklich auch detektieren können, gibt. Also zuerst gibt es Wasserstoffgas.

Ruth Das ist das, was im Urknall quasi schon entstanden ist, was von Anfang an schon da war. Und aus diesem Wasserstoffgas, sehr dicht, alles beisammen, am Anfang auch noch sehr heiß, das kühlt dann langsam ab. Und wenn das quasi kalt genug ist, kann es auch erst anfangen, sich zu klumpen und zu Dingen zu werden, zu kompakteren Dingen.

Ruth Und damit aus dem Gas ein großes schwarzes Loch wird, das wird viel zu lang dauern eigentlich. Also ein Stern entsteht schneller mal als ein schwarzes Loch. Du brauchst dir für ein schwarzes Loch extrem viel Masse, damit es überhaupt so weit kommen kann, dass das Ding durch die eigene Schwerkraft so kompakt werden kann, dass es zu einem schwarzen Loch wird.

Ruth Und so eine große Massenkonzentration ist schwierig zu bekommen. Da kriegst du zuerst kleinere Massenkonzentrationen, unter Anführungszeichen kleiner, also sterngroß. Und dann entstehen mal die ersten Sterne. Dann explodieren die auch ziemlich schnell, den Supernovas, weil sie auch sehr viel Masse haben.

Ruth Und dann entstehen die ersten schwarzen Löcher und so weiter. Aber im Zentrum von Galaxien, da ist die Situation ein bisschen anders. Und wir wissen noch nicht genau, wie das funktioniert. Wie diese Balance zwischen, es entstehen viele Sterne, es klumpt vielleicht auch zuerst gleich mal jede Menge Gas dann doch zu einem schwarzen Loch zusammen, weil die Bedingungen halt anders waren früher, als sie jetzt sind.

Ruth Wir wissen noch nicht genau, wie das überhaupt funktionieren kann. Aber die Idee ist schon, dass irgendwann mal sich die schwarzen Löcher bilden, in den Kernen von den frühen Galaxien, die auch gerade erst dabei sind, sich zu bilden. So ungefähr. Wir glauben, die parallel nebenher sich entwickeln. Darum ist das ja auch so überraschend, dass so ein großes, riesiges schwarzes Loch schon Relativ früh, also nach ungefähr, dreieinhalb Milliarden Jahren, da hatten schon viele, viele Sterne natürlich Zeit, sich zu bilden und so. Also das ist auch nicht so früh.

Ruth Die Milchstraße ist auch so elfeinhalb bis zwölf Milliarden Jahre alt, der Großteil der Milchstraße.

Florian Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, braucht man ungefähr so grob ein paar hundert Millionen Jahre nach dem Urknall, bis Sterne entstehen können. Also die waren schon relativ früh da.

Ruth Genau. Und mit dem James Webb können wir schon jetzt ungefähr bis ein paar hundert Millionen Jahre nach dem Urnall zurückschauen. Das heißt, wir sehen schon die ersten Galaxien, die sich da gerade erst bilden und die sind schon größer, als wir gedacht haben. Es geht anscheinend noch früher los. Es geht mit den Sternen früher los, aber es geht auch mit den schwarzen Löchern früher los.

Ruth Und anscheinend geht es mit den schwarzen Löchern auch noch schneller, als wir erwartet haben.

Florian Alles überstressig, alles geht immer früher los.

Ruth Voll, alles immer früher und alles immer schneller.

Florian Hier vorne war noch eine Frage.

Publikum Ich habe zufällig vorhin auch für eins gehört, dass in Österreich, Burgenland, ich war es nicht sicher, ein Teil, ein sehr, sehr alter Teil eines, oder ein Teil eines sehr alten Meteoriten in ein... Blechdach eingeschlagen ist. Was wissen Sie dazu? Ich habe nur das mitgekriegt.

Florian Ich weiß ziemlich exakt dasselbe. Ich habe auch kurz im Zug auf der Fahrt die Nachricht gesehen, dass in Burgenland ein Meteorit das Blechdach von einer Pergola durchschlagen hat und habe ein Foto gesehen von dem Loch drin. Also ich weiß jetzt nicht, ob es stimmt oder nicht. Es gibt keinen Grund daran zu zweifeln, weil Meteoriten kommen immer wieder mal runter.

Florian Das passiert immer wieder. Braucht man nur nachts am klaren Himmel schauen, dann wird man mit Sicherheit, wenn man lang genug schaut, die ein oder andere Sternschnuppe sehen und der Sternschnuppe ist nichts anderes als irgendein Drum aus dem Wälderl, dass auf die Erde fällt halt ein Drum, das so klein ist, dass es nicht bis zum Boden durchkommt, aber es kommen halt immer wieder mal noch größere durch und die können halt dann ja auch im Burgenland einschlagen.

Florian Also das ist jetzt nicht besonders geschützt vor Meteoriten, aber ja klar, rein statistisch, was auch immer auf die Erde fällt, fällt einmal ins Meer, weil wir haben zwei Drittel Meer. Und wenn es nicht ins Meer fällt, dann fällt es irgendwo hin, wo keiner wohnt, aber ab und zu fällt es halt auch mal irgendwo hin, wo einer wohnt. Also es gibt auch Fälle, glaube ich, wo es bei irgendwo in, weiß ich, wo das war, USA oder sowas, wo es durchs Hausdach gefallen ist.

Florian Das ist auch schon vorgekommen.

Ruth Aber extrem selten.

Florian Es ist halt Zufall.

Ruth Es ist extrem selten. Also das ist wirklich was Besonderes. Ich weiß nicht, ob es da einen belegten Fall gibt in Österreich, dass das schon mal passiert ist, dass wirklich durch ein Dach ein Asteroid gestürzt ist.

Florian Nicht, dass ich wüsste, aber ich werde mir das anschauen oder ich kann jetzt hier live schauen. Das Objekt aus dem All verletzte niemanden, wird aber in Wien von Spezialisten untersucht.

Publikum Aber ein Alter haben sie schon angegeben. Das muss ich schon länger her sein, weil so schnell kannst du nicht ein Alter angeben. Haben die von drei Milliarden Jahren und was, ich habe es nur so.

Florian Das Alter weiß ich jetzt nicht, aber wenn man so ein Meteorit einschlägt, der ist jetzt nicht gestern entstanden. Also das Zeug, was da einschlägt, ist auf jeden Fall, alles was da rumfliegt, ist auf jeden Fall mal Zeug, das von der Entstehung der Planeten übrig geblieben ist. Das Sonnensystem, die Planeten sind vor viereinhalb Milliarden Jahren entstanden und das Zeug, das nicht zu Planeten geworden ist, quasi der Bauschutt, der fliegt immer noch rum.

Florian Das sind die typischen Asteroiden und von Asteroiden kommen die Meteoriten. Das heißt, so ein Alter von um die vier Milliarden Jahren ist absolut typisch, aber wie alt es genau ist, müsste man sich dann anschauen.

Publikum Das habe ich nicht angezweifelt. Mich würde interessieren, das muss schon länger passiert sein, weil wie lange dauert es, um ein Alter von so einem Ding festzustellen? Das war meine praktische Frage.

Florian Ach so, das kann ich gar nicht sagen. Tatsächlich, im Januar ist das passiert.

Ruth Tatsächlich?

Florian Okay, das ist sehr überraschend. Also man hat im Januar gesehen, dass ein heller Feuerball über den Himmel geflogen ist. Also im Januar ist da irgendwas rumgeflogen. Und im Juni hat die Zagasdorfer Familie Ivancic plötzlich ein Loch in ihrer Pergola entdeckt. Die war vielleicht ein halbes Jahr woanders offensichtlich.

Ruth Beste Geschichte. Die hättest du dir aussuchen sollen für heute. Dann hätten die Asteroiden locker gewonnen.

Florian Der Artikel ist seit heute Mittag online, den habe ich nicht gelesen, aber ja.

Ruth Aber sind Sie sicher, dass es der Asteroid war?

Florian Sie haben einen Meteorit gefunden dort. Der schaut auch natürlich aus wie ein Meteorit und ist jetzt einer der wenigen offiziell in Österreich gefundenen Meteoriten. Da haben wir nicht so viele. Zehn Stück ungefähr.

Ruth Und den kann man dann wahrscheinlich irgendwann im Naturhistorischen Museum besichtigen.

Florian Genau, da liegen sie alle rum.

Ruth Das ist übrigens die größte Meteoritensammlung der Welt beherbergt.

Florian Genau, kann man sich anschauen, ist sehr, sehr sehenswert. So, ich glaube, wir haben noch Zeit für eine Frage und alle anderen Fragen machen wir dann, nachdem das hier vorbei ist. Aber eine Frage können wir quasi noch in den Podcast mit reinnehmen, wenn es noch eine gäbe. Ansonsten können wir auch direkt zum nächsten Punkt übergehen.

Florian Der nächste Punkt, war noch eine Hand?

Ruth Ich habe es genau gesehen.

Florian Oder wollte sich der Mann einfach noch kratzen?

Ruth Zu spät. Jetzt muss er eine Frage stellen.

Publikum Wenn Sie beide euch ein einziges astronomisches Objekt aussuchen müsstet, wo ihr sagt, das ist das Allerbeste, abgesehen von Erde.

Florian Ja gut, abgesehen von der Erde ist schwierig, weil die Erde ist das allerbeste Objekt im Universum, weil da leben wir.

Ruth Wir müssten uns auf eins einigen oder dürfen wir jeder eins? Ah, okay. Nein, ich könnte nicht.

Florian Es ist wirklich schwierig. das Universum wirklich voll mit Dingen, die cool sind. Da ist es echt schwer, eins zu nehmen. Ich muss jetzt fast wirklich schon angeberisch sein. Ich nehme das Ding, das nach mir benannt wurde. Es gibt einen Asteroid, der nach mir benannt wurde. Und da muss ich halt natürlich sagen, das ist das coolste Ding, wenn es nicht wert ist.

Ruth Aber kann der irgendwas? Oder ist das einfach nur ein Felsbrocken, der durch die Gegend fliegt?

Florian Ja, warte, bis er kommt und einfliegt. Ich meine meine Pergola.

Ruth Ich habe gar keine Pergola. Ich kaufe meine Pergola und halte sie beim Fenster raus. Nur damit der Freistäter bei mir einschlagen kann.

Florian Ich glaube, der ist so ein paar Kilometer groß. Du brauchst eine große Pergola.

Ruth Das wäre für Wien auch schlechte Nachrichten.

Florian Das wäre jetzt ein Massensterben.

Ruth Wenn der einschlägt. Und den und den hättest du gern, dass der zu uns kommt.

Florian Ja, schauen wir mal, wie die Welt sich entwickelt.

Ruth Ja, naja, okay.

Florian Was ist dein Lieblingsobjekt?

Ruth Die Andromeda-Galaxie. Unsere Nachbargalaxie. Weil man sie mit freiem Auge im Himmel sehen kann. Weil man weiß, wo es ganz dunkel ist. Und dann sieht man ein kleines verwaschenes Fleckchen. Und dann sieht man das Licht. Das Licht, das in den Sternen in dieser anderen Galaxie erzeugt worden ist. Vor zweieinhalb Millionen Jahren, weil so weit ist die weg, zweieinhalb Millionen Lichtjahre, durch den leeren Raum geflogen ist, zweieinhalb Millionen Jahre lang, dann irgendwann in unsere Galaxie rein, nichts ahnend, in unser Sonnensystem, plötzlich die Atmosphäre, wamm, in dein Auge hinein.

Ruth Und das ist quasi live. Das ist das Licht, das da jetzt ankommt, genau in dem Moment, genau für dich und dein Auge, oder?

Florian Ja, und davor der Asteroid-Gruppe, genau. Das ist viel cooler. Danke für die Fragen. Wie gesagt, wer noch mehr Fragen hat, kann die uns gerne danach stellen oder per E-Mail an frage.dasuniversum.at schicken. Dann landen Sie in unserem Ordner und da werden wir Sie in Zukunft beantworten. Im Podcast käme jetzt der Teil, wo wir über Science-Fiction und Wissenschaft sprechen. Der Teil, den EFI gestaltet. Das lassen wir heute auch aus.

Florian Aber wer gerne über Science-Fiction reden will, kann es auch nachher tun, weil da sitzt EFI. Die kann gerne privat angesprochen werden, wer Fragen über Science-Fiction hat. Ich weiß sogar schon, welchen Film wir in dieser Folge behandeln werden. Das nehmen wir aber später auf. Es wird, soll ich es verraten? Ich verrate es einfach. Es wird der neue Film von Steven Spielberg sein, wo es um UFOs und Aliens und die großen Enthüllungen geht.

Florian Also wer gerne wissen will, was davon zu halten ist.

Ruth Dem, Evi, darf ich das auch sagen, übrigens ja schon in einem anderen Podcast besprochen hat, im FM4-Film-Podcast. Oder war das doch live auf FM4?

Florian Das war live auf FM4 und im FM4-Film-Podcast, aber wir werden es bei uns auch nochmal anders besprechen. Also wer gerne wissen will, was es mit diesem Film aus sich hat und ob wirklich Aliens unter uns leben, muss dann diese Folge, die in zwei Wochen veröffentlicht wird, anhören. Da kommt dann der Teil auch.

Florian Und jetzt sage ich noch kurz, bevor es dann zu Ende ist, den Veranstaltungshinweis. Denn das, was wir heute hier gemacht haben, das werden wir auch am 21. September nochmal machen und am 16. Dezember, das heißt, da gibt es zwei weitere Das Universum Live-Podcast-Aufnahmen hier im Radio Café. 21. September und 16. Dezember und wer uns nicht bei einer Live-Podcast-Aufnahme sehen will, sondern bei einer Live-Show, wo Ruth und ich auf einer Bühne mehr machen als nur sitzen und reden, sondern, da stehen wir dann unter anderem, aber wir machen auch noch ein paar andere Sachen, also das wird ein bisschen mehr Show-Charakter haben, kann am 20.

Florian Oktober nach Wiener Neustadt kommen, da gibt es das Universum live und noch dazu bei freiem Eintritt.

Ruth In der schönen Bibliothek im Zentrum.

Florian Genau. Und dann gibt es noch diverse andere Live-Shows, aber alle erst im Herbst, weil jetzt ist dann bald Sommerpause. Ruth macht noch ein paar andere Sachen im Sommer, aber das klären wir dann auch im Podcast in den nächsten Folgen. Oder hast du was, was du dringend noch für Juli ankündigen musst? Das Volksmusikfest in Weidhofen an der Theia, wo Ruth Akkordeon spielt.

Ruth Volksmusik! Folk!

Florian Ja, das ist dasselbe auf Englisch.

Ruth Ja, aber es ist andere Musik.

Florian Da kann man sich Musik im Ruts Planetarium anhören.

Ruth Das Musikfest in Weidhofen an der Teier. Kann man sich das Planetarium anhören? Nein, anschauen natürlich. Aber es wird sogar ein kleines, kurzes Konzert im Planetarium geben. Auf das freue ich mich schon sehr. Von 3. bis 5. Juli.

Florian Genau. Und die Informationen gibt es alle dann auch im Internet nachzulesen unter dasuniversum.at. Da gibt es alle anderen Folgen zu hören und alles andere. Aber jetzt werden wir diese Aufnahme hier beenden und sind aber noch trotzdem da. Für alle, die gerne noch was reden wollen mit uns, die noch andere Fragen haben, die nicht live im Podcast veröffentlicht werden sollen.

Florian Wer geheime Fragen hat, kann sie uns dann ganz geheim stellen und jetzt auch flüstern und dann werden wir sie beantworten oder sonst irgendwas sagen oder nach raus gehen. Ja, wir wollen euch nicht aufhalten. Also wer jetzt gerne nach raus gehen möchte, kann das gerne auch tun. Aber jetzt ist, wenn du nichts mehr zu sagen hast.

Ruth Ich habe mein lauwarmes Bier, ich bin glücklich.

Florian Dann ist jetzt dieser Teil das Universum, die Podcast-Aufnahme wir live zu Ende. Wir freuen uns. Dass so viele Leute gekommen sind, dass sich die Leute angehört haben, was wir über Asteroiden und Galaxien zu erzählen haben. Und wenn ihr noch mehr hören wollt, jeden zweiten Dienstag gibt es eine neue Folge von Das Universum in einer Podcast-Applikation eurer Wahl zu hören.

Florian Das war es jetzt. Vielen Dank.

Flo2 Jetzt sind wir wieder zurück aus dem Radio-Bürhaus und sitzen wieder in unseren Büros. Evi ist auch wieder zurück und sitzt jetzt am Mikrofon, damit wir, wie angekündigt, als wir live auf der Bühne gestanden sind, jetzt auch noch die Science-Frames-Rubrik aufnehmen können, was wir hiermit machen. Hallo, Evi.

Evi Hallo.

Flo2 So, welchen Film gibt es? Ich habe es schon verraten. Disclosure Day von Steven Spielberg.

Evi Ja, richtig. Der ist jetzt ganz neu und aktuell im Kino angelaufen. Ich glaube, es ist ja schon die zweite Woche oder so. Und wir haben uns ja das Vergnügen gegeben und uns den Film schon angesehen.

Flo2 Genau. Er war schlecht. Vielen Dank für die Besprechung und wir hören uns beim nächsten Mal mit einem besseren Film.

Evi Nein, ich glaube, so leicht kommst du da jetzt nicht raus aus der Sache.

Flo2 Okay, gut. Dann erzähl was drüber.

Evi Ja, also es ist ein Neufilm von Steven Spielberg. Der feiert ja heuer seinen 80. Geburtstag und jetzt ist dieser Film so ein bisschen als sein, ich weiß nicht, wie heißt das, Opus Magnum, sein Abschlusswerk auch von seinen Alien-Filmen gehandelt worden. Er hat ja E.T. Gemacht und Close Encounter of Third Kind, also die unheimliche Begegnung der dritten Art. Das waren ja beides Alien-Filme.

Evi Und hier in diesem Film, Disclosure Day, geht es jetzt auch wieder um Aliens. Also das ist jetzt so als Abschluss gehandelt worden. Da habe ich mir schon gedacht, wow, okay. Wobei der Trailer hat mich schon ein bisschen skeptisch gemacht, beziehungsweise hat mir so ein bisschen gemischte Gefühle ausgelöst.

Evi Also jetzt, nachdem wir den Film gesehen haben, kann ich jetzt auch sagen, wer den Trailer kennt, kennt den Film. Kurzum, es geht darum, dass die Aliens schon sehr lange die Erde besuchen... Auch immer wieder Raumschiffe abgestürzt sind. Rosewell ist wahr und natürlich ist die Regierung, die Organisation, die da alles verschleiert und nicht will, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt.

Evi Und in dem Film gibt es jetzt zwei Hauptcharakteren, Emily Blunt und Joshua Connor, die da auf die Wahrheit stoßen, die das dann unbedingt veröffentlichen wollen, beziehungsweise die auch von Aliens in ihrer Kindheit entführt wurden. Und da irgendwie auch so eine, wie es halt für Spielberg, das ist einfach seine Art, da natürlich irgendeine Art von Verbindung mit den Aliens haben.

Evi Und im Prinzip ist der ganze Film, der zweieinhalb Stunden dauert, eine Verfolgungsjagd. Also du hast dann diese regierungsnahe Privatorganisation, die für diese Verschleierung zuständig ist, die das natürlich verhindern wollen, dass die da jetzt öffentlich gehen damit und das ist im Prinzip der ganze Film.

Flo2 Genau, und ich sage gleich dazu, wir werden die Inhaltsangabe nicht komplett durchführen. Wir wollen nicht spoilern in diesem Podcast. Wer tatsächlich auch inhaltlich den ganzen Film erzählt und interpretiert bekommen möchte, kann den FM4-Filmpodcast anhören, wo du zu Gast warst und das alles schön erzählt hast.

Evi Ja, da hatten wir schon ein sehr interessantes Gespräch. Also wer da ausführlich eine Besprechung haben möchte, kann gerne noch in den Podcast auch reinhören.

Flo2 Also hört euch das an oder wenn ihr den Film trotzdem sehen wollt und keine Spoiler haben wollt, dann könnt ihr hier hören. Hier gibt es keine Spoiler, aber danach könnt ihr auch gerne den FM4-Podcast hören, wo viel gespoilert wird.

Evi Ja, wobei ich finde, das ist ein Film, bei dem es nicht viel zum Spoilern gibt.

Flo2 Ja, ein paar Sachen gibt es schon, die man irgendwie vielleicht dann doch noch sehen will, wenn man den Film sehen will. Aber im Wesentlichen hast du den Inhalt schon zusammengefasst. Die Regierung versteckt Informationen über Aliens und Leute wollen diese Informationen in die Welt bringen. Und die einen haben was gegen die anderen und dann gibt es eine zweieinhalb Stunden lange Verfolgungsjagd. Das ist der Film.

Evi Und scheinbar ist es Steven Spielberg da irgendwie auch wichtig, das so auch zu transportieren, dass es eigentlich klar ist, woran er glaubt und er möchte, dass das auch wahr ist. Also irgendwie offensichtlich scheint Steven Spielberg da ganz fest an Aliens zu glauben.

Flo2 Er hat das auch in einem Interview, glaube ich, gesagt, dass das richtig ist, also dass es keine Fiktion ist, was er da erzählt.

Evi Ja, richtig. Und das finde ich halt ein bisschen bedenklich.

Flo2 Naja, es wird auch alt.

Evi Aber ja, ja. Ich meine, ich liebe ja so seine Filme wie Der weiße Hai und so.

Flo2 Ist auch keine Fiktion, ist auch vollkommen echt.

Evi Ja, genau. Ist eigentlich ein Dokufilm. Und deswegen, ja, also bei dem Film war ich dann schon etwas, so viel sei gesagt, enttäuscht und weil ich ihn doch recht uninspiriert auch fand, muss ich sagen.

Flo2 Das ist definitiv so. Also das kann ich auch bestätigen. Also wenn man andere Filme von Steven Spielberg kennt, dann sind die auch Blödsinn zumindest. Oder sowas wie Indiana Jones, ja, da ist ja auch sehr viel Blödsinn dabei. Aber es ist halt sehr, sehr schön gemacht und sehr, sehr faszinierender Blödsinn.

Flo2 Das ist auch Blödsinn, aber an dem Film selbst ist weder was schön gemacht noch irgendwas faszinierend.

Evi Ja, es ist wenig Humor auch in dem Film, bis auf eine Szene. Also wie gesagt, ich finde es eben auch ein bisschen uninspiriert, wie er die ganze Geschichte darstellt. Also es ist eben diese ganze Verschwörungstheorie. Da sind so die großen Bösen, die Men in Black, die alles verheimlichen. Und dann hast du da halt so Autonormalverbraucher, der die Wahrheit herausfindet.

Evi Ich meine natürlich, das ist ein bisschen inspiriert von Akte X natürlich. Also es hat manchmal auch so ein bisschen diesen Touch, finde ich.

Flo2 Ja, ein bisschen war schon, klar.

Evi Dann gleich so ein bisschen Act-X-Nostalgie bekommen.

Flo2 Ja, aber Act-X war wesentlich besser. Das war also noch viel, viel mehr und viel, viel größerer Blödsinn, aber es war halt deutlich lustiger, spannender und interessanter erzählt als das, was Steven Spielberg da gemacht hat.

Evi Diese Frage, gibt es Aliens, sind die Aliens unter uns? Es ist jetzt nicht so, als hätte sich die Wissenschaft diese Fragen ja nicht schon gestellt oder als, würde man das nicht untersuchen. Das finde ich ja dann immer so ein bisschen seltsam bei, also auch dieses Disclosure, es gibt ja auch ein Movement dahinter. Also das ist jetzt auch etwas, was ich ja da Steven Spielberg nicht ausgedacht hat, sondern es gibt ja eine Bewegung dahinter, die ja fest der Meinung ist, dass das ja alles wahr ist.

Evi Und bei solchen Sachen wundert es mich dann oft, weil die Wissenschaft schaut sich das an. Das ist jetzt nicht so etwas, während ihre Aufforderungen komplett ignoriert und würde das irgendwie jemand gleich so leichtfertig irgendwie abhandeln. Und dann macht sich aber keiner irgendwie die Mühe, sich da mal auch vielleicht Gedanken drüber zu machen.

Evi Was bedeutet das, wenn jemand in der Lage ist, interstellare Reisen durchzuführen? Wo könnten die herkommen? Was müssen die können, damit sie das machen können? Das finde ich dann wieder erstaunlich, weil oft, wenn man sich die Sachen durchdenkt, kommt man eigentlich relativ leicht zu dem Schluss, dass das ein Blödsinn ist.

Flo2 Ich glaube, das ist der Punkt, was Happert am Denken. Weil ein anderes großes Missverständnis, was diese ganze Sache angeht, ist ja auch, dass nicht alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten für die Regierung. Das ist ja immer dieses Argument, ja die Regierung verheimlicht das alles und das ist alles unter Verschluss und so weiter und die Wissenschaft darf ja auch nichts sagen.

Flo2 Nein, also es gibt natürlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die für die Regierung arbeiten, sowas gibt es. Aber der Großteil der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Welt sind einfach ganz normale Menschen, die einen ganz normalen Job haben. Sie sind halt in der Wissenschaft tätig, aber deswegen kann die Regierung jetzt, mir zum Beispiel als Wissenschaftler nicht mehr oder weniger sagen, was ich zu tun habe, wie sie es allen anderen Menschen theoretisch sagen könnte.

Flo2 Also das ist nicht so, dass die Astronomeninnen und Astronomen jetzt in dem Fall alle irgendwo einen Aufpass dahinter sich stehen haben, der aufpasst, dass sie nichts über Aliens sagen, wenn sie was rausfinden. Die werden die Ersten, die große Pressekonferenzen einberufen, wenn sie irgendwo mal einen wirklich vernünftigen Beleg für die Existenz von außerirdischem Leben haben.

Flo2 Das wäre etwas, wo die Wissenschaft als erste sehr, sehr, sehr, sehr, sehr laut davon erzählen würde. Das kann die Regierung nicht verhindern. Das geht nicht.

Evi Das ist sehr gut, dass du das ansprichst, weil es gibt ja tatsächlich einen Plan oder ein Protokoll, wie man in der Wissenschaft damit umgehen soll. Also es sind Richtlinien in dem Sinne, wenn man jetzt wirklich extraterrestrische Intelligenz, extraterrestrisches Leben entdeckt. Und dieses Protokoll wurde jetzt erst vor kurzem überarbeitet.

Evi Ist auch wieder die Frage, ist das Zufall, dass das genau jetzt passiert? Wo es eben darum geht, okay, wie reagiert man darauf, wenn man da jetzt wirklich was findet, eben weil das so eine Sensation ist. und die, ich glaube, das ist von der IAA, oder? Also von der International Academy of Astronautics ist das doch, oder?

Flo2 Ja, ich weiß jetzt nicht genau, wer es ist. Aber ja, sagen wir mal, die Wissenschaft hat sich Gedanken darüber gemacht. Natürlich auch unverbindlich, weil die Wissenschaft hat keine Regierung. Aber es gibt natürlich Leute, die sich mit dem Thema Osserirdische oder einfach halt so was ja spannende Informationen beschäftigen und die sich überlegt haben, wenn wir mal was entdecken, was täten wir denn, wem wird man Bescheid sagen.

Flo2 Und die Antwort ist nicht beim Präsidenten anrufen.

Evi Genau, ja. Und was ich nämlich spannend finde, dieses Update, was eben genau jetzt gekommen ist, das ist eben genau aufgrund jetzt von, den Entwicklungen in den sozialen Medien, Fake News eben überhaupt soziale Medien, dass eben alles so vernetzt ist, dass alles und jeder online ist. Und sie da eben auch gemeint haben, okay, diesen klassischen mit diesem Peer Review, diesen Vorgang, den man jetzt in der Wissenschaft macht, das würde in dem Fall auch gar nicht funktionieren oder nicht gut funktionieren, sondern in dem Fall...

Evi Wenn man da jetzt was entdeckt, muss man da wirklich schnell sein, man muss transparent sein, man muss sagen, hey, wir haben da vielleicht was, schaut euch das an, kann es das wirklich sein, dass man da auch wirklich diesen ganzen Verschwörungsdings eigentlich dann von vornherein ja keine Gelegenheit gibt und denen die Luft nimmt.

Flo2 Das ist eine Entwicklung, die gibt es nicht nur auf dem Gebiet, die gibt es schon länger. Das ist aufgekommen oder akuter geworden, diese Frage der Zeitskalen, auf denen die Wissenschaft Ergebnisse veröffentlicht, weil ja der Peer-Review-Prozess, der Überprüfungsprozess natürlich Zeit braucht. Das ist aufgekommen unter anderem in der Pandemie, in der Covid-Zeit, weil da hat man sehr schnell Ergebnisse wissen wollen, man hat sehr schnell Antworten auf Fragen gebraucht und der übliche Peer-Review-Prozess wäre zu lang gewesen.

Flo2 Das heißt, da sind wirklich auch Studien veröffentlicht worden, quasi vorab veröffentlicht worden, die noch nicht diesen kompletten Peer-Review-Prozess durchlaufen haben, weil die Informationen einfach wichtig waren, dass sie da sind. Aber natürlich, wenn sie nicht überprüft sind, dann muss irgendeine andere Art von Prüfung stattfinden und da hat man sich durchaus Gedanken gemacht, wie man jetzt damit umgeht mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, die noch nicht diesen Peer-Review-Prozess durchlaufen haben.

Flo2 Auch in der Klimaforschung gibt es da viele Diskussionen, weil da ist es ja auch so, dass man oft schnelle Informationen haben will, das nutzt nichts, wenn ich irgendwie drei Jahre an irgendwas arbeite und dann erkläre, was man vor drei Jahren hätte tun können, damit irgendwas, was vor zwei Jahren passiert ist, nicht passiert.

Flo2 Also auch da gibt es diese Frage und die kurze Antwort, was man tut, ist halt ja maximale Transparenz. Alle müssen sich das anschauen können, damit halt möglichst viele Leute ihre Meinung abgeben können, um halt diesen organisierten Peer-Review-Prozess, der lange dauert, zu ersetzen. Das macht bei Aliens auch Sinn, aber ist vielleicht nicht der drängendste Einsatzbereich dieses Konzepts.

Evi Genau. Also im Prinzip genau das Gegenteil von dem, was da eigentlich von den ganzen Verschwörungstheoretikern oder auch von dem Disclosure Movement da immer spekuliert wird. Also keine Geheimhaltung, sondern absolute Transparenz, eben wirklich Datenanalyse, Methoden, welcher Code wurde verwendet. Also dass da wirklich das nachprüfbar ist. Heikel ist aber die Frage nach dem, wer denn dann antworten sollte, sollte wirklich ein aussehendes Signal kommen.

Flo2 Das ist, glaube ich, erstmal doch nicht jetzt so eine drängende Frage, aber ein anderer Punkt, den ich zuerst noch machen möchte, ist, Es gibt einen anderen Film, der mit Erstkontakt zu tun hat, den du vermutlich auch schon mal besprochen hast hier. Ich weiß es gerade nicht. Wenn nicht, dann wirst du es sicher nochmal tun. Contact.

Evi Das hast du vergessen. Contact war unser erster Science-Films-Film. Ach, okay.

Flo2 Gut, der ist schon so lange her. Da habe ich es vergessen. Aber ja, tatsächlich haben wir mal besprochen. Und in Contact ist es sehr, sehr schön erklärt. Da kommt ja auch dieses Alien-Signal, das da aufgezeichnet wird. Und dann rauscht sofort die Regierung rein und sagt, das muss jetzt alles geheim gehalten werden.

Flo2 Und da kommt der Astronomin und sagt, ja, nee, sorry, können wir nicht, weil die Erde dreht sich. Wir haben in ein paar Stunden das Signal nicht mehr, wir können es nicht mehr beobachten. Wir müssen jetzt Leute anderswo anrufen, dass die das weiter beobachten können. Und so ist es in der Realität auch, wenn ich jetzt irgendwas am Himmel sehe, ein Raumschiff oder sonst was, irgendwas, was ein Raumschiff sein könnte, was durch das Sonnensystem Richtung Erde fliegt, dann kann ich das von einer einzigen Position aus halt nur eine Zeit lang beobachten.

Flo2 Und dann dreht sich die Erde und dann muss ich irgendwo von einem anderen Ort aus beobachten. Das heißt, Astronomie ist per Definition in dem Fall etwas, was nur global passieren kann. Und das kann sich kein Land alleine irgendwie unter Verschluss halten. Das funktioniert schlicht und einfach nicht. Da kann die Regierung noch so sehr sagen, wir halten das geheim, wenn, dann muss man sich wirklich eine komplette Verschwörung ausdenken, wo dann das amerikanische Militärsternwarten auf der ganzen Welt besetzt, damit sie überall beobachten kann und so weiter und so fort.

Flo2 Aber ja, Astronomie funktioniert schon nicht. Der Himmel ist über allen Köpfen und den kann man nicht geheim halten.

Evi Ach ja, das hast du schon gesagt. Also ich glaube auch dieser internationale Zusammenschluss, das ist ja das Verbindende, das finde ich immer sehr schön.

Flo2 Genau, und da sieht man halt, was passiert, wenn eine Person ein Drehbuch schreibt, die sie auskennt, nämlich Carl Segen in dem Fall, der wusste ja, von was er redet. Und dann kommt ein wesentlich wissenschaftlicher, besserer Film raus als der von Steven Spielberg. Es wäre wünschenswert, wenn man sich bessere Gedanken darüber macht als Steven Spielberg.

Evi Ja eben, wo der halt mit seinen Gedanken dann fertig denkt und dann halt auch zu einem Punkt kommt, der halt nicht der ist, dass alles wird verschleiert, die bösen Regierungsagenturen.

Flo2 Und sobald ein Lokalsender irgendwo in den USA dann eine Nachrichtensendung sendet, wo gesagt wird, es gibt Aliens, ist der Weltfrieden sofort erreicht.

Evi Pass auf, dass du nicht Spoilerst.

Flo2 Ja, aber das, ja, okay.

Evi Wir hören lieber auf, oder?

Flo2 Ja, wir hören lieber auf und machen den Rest des Podcasts zu Ende. Das machen wir jetzt ohne Ruth, weil mit Ruth haben wir die Live-Show gemacht und ich habe Ruth gesagt, sie muss jetzt sich nicht extra nochmal hier einwählen bei uns, um den Schluss des Podcasts aufzunehmen, weil eh nicht mehr viel zu sagen ist.

Flo2 Veranstaltungen haben wir auch schon live angekündigt. Das müssen wir hier nicht mehr machen. Das Einzige, was... Wir noch machen wollen, ist uns bedanken bei den Leuten, die uns unterstützt haben. Seit der letzten Aufnahme, die ist noch gar nicht so lange her, darum ist die Liste nicht recht lang. Wir haben per PayPal eine Unterstützung bekommen von Matthias.

Flo2 Sehr vielen Dank. Wir haben eine Unterstützung bekommen von Peter, der sich für den schönen Podcast bedankt. Und wir bedanken uns für die Unterstützung, Peter. Und wir haben eine Unterstützung bekommen von Andrea. Ganz, ganz vielen Dank dafür. Wenn ihr uns auch unterstützen wollt, dann macht das sehr, sehr gerne per PayPal.

Flo2 Weil wie gesagt, geht das ganz einfach. Könnt ihr machen. Ihr könnt auch ein Steady oder ein Patreon-Abo abschließen. Da freuen wir uns auch darüber. Und ihr könnt auch natürlich anderweitig uns unterstützen. Ihr könnt zum Beispiel das Universum-Merch beziehen, das Jörg hergestellt hat. Davon habe ich in der letzten Folge schon erzählt.

Flo2 Jörg hat so Magnete und Armbänder und Schlüsselanhänger mit das Universum gebastelt. Und das kann man kaufen, wenn man das gerne will. Das kann man in den Shownotes sehen. Über Ebay geht das. Da freut sich Jörg. Und wir freuen uns auch, wenn ihr dieses Das Universum Merch habt. Ihr könnt auch einfach anderen Leuten von dem Podcast erzählen oder zu unseren Veranstaltungen kommen, unsere Bücher kaufen oder einfach nur mit Freuden die nächsten Folgen anhören.

Flo2 Da freuen wir uns dann auch sehr darüber. Wenn ihr uns unterstützen wollt, die diversen Informationen gibt es in den Shownotes. Ihr könnt uns kontaktieren unter hello at das Universum.at. Wenn ihr uns diverse Dinge schreiben wollt, dann macht das dort. Oder wenn ihr Fragen habt, die wir im Podcast beantworten sollen, dann macht das unter...

Flo2 Fragen.at. Wenn die nächste Folge erscheint, dann ist schon Juli. Dann ist der Sommer offiziell angebrochen. Auch astronomisch angebrochen. Das ist eigentlich jetzt schon, oder? Ja, wir haben schon die Sommersonnenwende gehabt. Aber es ist total Sommer. Ja, meteorologisch und pädagogisch sowieso. Der Tag der Sommersonnenwende, der war noch nicht.

Flo2 Beziehungsweise der war jetzt gerade erst. Das heißt ja, eigentlich sehe ich jetzt offiziell schon Sommer. Aber in der nächsten Folge ist Juli. Und im Juli machen wir wieder unsere kürzeren Sommerfolgen. dass wir ein bisschen weniger Arbeit haben. Das heißt, ab Juli wird es vier Folgen geben, wo wir uns nur kurz über ein Thema austauschen.

Flo2 Evi wird kurz wieder ihr Sommerrätsel machen, so wie in den letzten Jahren auch. Das heißt, da gibt es dann wieder ein über vier Folgen sich erstreckendes Rätsel, das auf die eine oder andere Art mit Science-Fiction zu tun hat und bei dem es natürlich auch wieder schöne Sachen gibt für die, die beim Rätsel mitmachen und erfolgreich mitmachen.

Flo2 Aber was genau das Rätsel sein wird, Das erfahrt ihr dann in der nächsten Folge. Oder willst du schon was spoilern?

Evi Nein, aber ich glaube, es wird wieder kosmische Postkarten von mir geben.

Flo2 Genau, da bin ich schon gespannt drauf, was es da geben wird. Also seid auch im Sommer mit dabei, wenn wir unsere Sommerfolgen machen. Und bis dahin wünschen wir euch eine schöne Zeit und sagen Tschüss.

Evi Tschüss.

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