
Das Universum· Folge 157
DU157 - Das Leben der Galaxien im Neubaugebiet
Dienstag, 2. Juni 2026 · 1 h 33
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Shownotes
Und: Leben wir alle in einer Simulation?
DU157 - Das Leben der Galaxien im Neubaugebiet
Und: Leben wir alle in einer Simulation?
In Folge 157 schauen wir zuerst, was in der Planetenlücke los ist. Danach führt Ruth uns weit zurück bis fast zum Urknall in ein Neubaugebiet in dem gerade ein riesiger Galaxienhaufen entsteht. Und Evi erklärt uns, ob wir in einer Simulation leben oder nicht. Außerdem: Kommt zur LIVE PODCASTAUFNAHME VON “DAS UNIVERSUM” am 16. Juni in Wien. Tickets gibts hier: radiokulturhaus.orf.at/artikel/727634/Das-Univ…
Wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun: paypal.com/paypalme/PodcastDasUniversum Oder hier: steadyhq.com/de/dasuniversum Oder hier: patreon.com/dasuniversum
Die Planetenlücke
In der Planetenlücke tut sich was. Oder besser gesagt: Wir verstehen jetzt vielleicht, warum es keine Planeten gibt, die zwischen den Supererden und den Sub-Neptunen liegen. Weil sowas schwer zu bilden ist, wie neue Daten (space.com/astronomy/exoplanets/the-most-common…) zeigen.
Astro-Geschichte: Das Leben der Galaxien im Neubaugebiet
Wie entwickeln sich Galaxien in Abhängigkeit ihrer Umgebung? Das hat Ruth früher selbst erforscht und jetzt stellt sie uns eine neue Arbeit (phys.org/news/2026-05-billion-years-big-galaxi…) (siehe auch hier (iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/a…)) vor, in der genau das untersucht wurde. Es geht um “Loktok”, eine Region im frühen Universum, in dem gerade ein riesiger Galaxienhaufen entsteht.
Fragen aus der Hörerschaft
Timon fragt zum Lagrangepunkt L2: _”Wie viel Fläche ist da eigentlich realistisch für weitere Teleskope und Raumstationen?”
Sehr viel!
Peter hat sich mit den krummen Einheiten der Astronomie beschäftigt und fragt: ”Warum ist das so?”
Weils praktisch ist!
Markus und Michael wollen wissen, ob das Vera Rubin Teleskop wirklich so enorm viele Galaxien gesehen hat und ob das mit kosmologischen Simulationen abgeglichen wird?
Hat es und wird es!
Science-Frames: 13th floor
Evi hat sich 13th floor (imdb.com/title/tt0139809) angesehen und erklärt, warum wir trotz Nick Bostrom nicht in einer Simulation leben: Weil die Wahrscheinlichkeit dafür gering ist, wenn man sich das gescheit anschaut (arxiv.org/abs/2008.12254).
Veranstaltungen
Die nächste LIVE Podcastaufnahme von “Das Universum” wird es am 16. Juni 2026 geben. Infos und Tickets gibt es beim Radiokulturhaus (radiokulturhaus.orf.at/artikel/727634/Das-Univ…).
Florian wird weiterhin seine “Sternengeschichten LIVE” Show aufführen. Das nächste Mal am 3. Juni 2026 in der Kulisse Wien (imdb.com/de/title/tt12042730). Tickets und weitere Termine gibt es hier (sternengeschichten.live).
Die Science Busters sind auch wieder unterwegs, inklusive Florian. Alle Infos und Tickets gibt es hier (sciencebusters.at/termine).
Ruth öffnet ihr Planetarium am 11.6. in Innsbruck (Infos hier (stadtbibliothek.innsbruck.gv.at/de/programm/ve…)). Außerdem noch am Open Campus am ISTA am 14.6 (ista.ac.at/de/open-campus) und am Grätzlfest im Nibelungenviertel am 20.6 (basiskultur.at/bk-events/graetzlfest-im-nibelu…).
Den RSS-Feed zum “Welt der Mikroben”-Podcast gibt es hier (cdn.audiorella.com/podcasts/1820-die-welt-der-…)
Neue Bücher und Hörbücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…).
Evi hat mit ihren Kolleginnen von Cosmic Latte auch ein Buch geschrieben. Es heißt “Auf einen Kaffee im All” (goldegg-verlag.com/titel/auf-einen-kaffee-im-all) und man kann es schon vorbestellen.
Wer das aktuelle Buch von Ruth bestellen will, kann das hier machen (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
Und das Sternengeschichten Hörbuch (penguin.de/buecher/florian-freistetter-sternen…) von Florian kann man auch bestellen.
Unterstützen
Wir bedanken uns für die zahlreiche finanzielle Unterstützung, die uns die Arbeit am Podcast ermöglicht. Die Unterstützung von euch ist die einzige Einnahmequelle für uns.
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Science Busters Buch
Außerdem haben die Science Busters ein neues Buch herausgebracht. Es heißt “Aus! Die Wissenschaft vom Ende” (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) und sowohl Florian als auch Ruth haben darin jede Menge Geschichte aufgeschrieben.
Telegram, Discord und Mastodon
Das Universum gibt es auch bei Telegram (t.me/UniversumPodcast). Dort könnt ihr mit anderen Hörerinnen und Hörern plaudern; auch Ruth, Evi und Florian sind da, um eure Fragen zu beantworten.
(Einen Discord-Kanal (discord.com/channels/965674985999990794/965674…) gibt es übrigens auch, den betreibe wir aber nicht selbst).
Das gleiche gilt für die Mastodon-Instanz “Das Universum” (dasuniversum.social/about), die ihr natürlich auch gerne nutzen könnt!
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…), erscheint im Februar 2026 und kann schon vorbestellt werden.
Florian hat davor auch ein Buch geschrieben, gemeinsam mit Helmut Jungwirth. Es heißt “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen” (scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2021/08/…), ist sehr hervorragend, überall zu kaufen wo man Bücher kaufen kann, weswegen es natürlich auch von allen gekauft werden sollte. Wer mehr über den Inhalt wissen will, kann diese Folge WRINT Wissenschaft anhören (wrint.de/2021/08/12/wr1265-wunderbrot-und-ster…).
Ruths aktuelles Buch heißt “Sternenjahr auf Unsichtbar
12 Himmelsphänomene, die wir nicht sehen, obwohl sie da sind” (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
und wir haben in dieser Folge des Podcasts (dasuniversum.podigee.io/114-du114-ein-buddy-fu…) sehr ausführlich darüber gesprochen. Kauft es, es ist super!
Kontakt
Wenn ihr Fragen zum Universum hat, dann schickt sie einfach per Mail an: fragen@dasuniversum.at. Wer uns einfach nur was schreiben will, tut das unter hello@dasuniversum.at.
Falls ihr Ruth mit ihrem mobilen Planetarium buchen möchtet, schreibt an hello@publicspace.at oder schaut auf ihre Homepage: publicspace.at
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: sternengeschichten.podigee.io oder bei Spotify (open.spotify.com/show/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX) - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast (sciencebusterspodcast.podigee.io) zu hören.
Florian und Ruth findet ihr beide auch regelmäßig im WRINT Wissenschaft”-Podcast (wrint.de/category/wissenschaft) den es ebenfalls bei Spotify gibt (open.spotify.com/show/0KKB14qE9h2NVWCW8vCt2z)
Evi betreibt gemeinsam mit ihren Kolleginnen Elka und Jana den Podcast “Cosmic Latte: Kaffeehausgespräche über Astronomie” (cosmiclatte.podigee.io).
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram “Das Universum” (instagram.com/dasuniversumpodcast)|
Instagram Florian …
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Ruth Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Das Universum, dem Podcast, in dem Ruth und Florian über das Universum plaudern. Auch heute wie immer mit Florian.
Florian Und mit Ruth. Und Ruth nimmt am Strand auf und man hört im Hintergrund das Meeresrauschen.
Ruth Ja genau, das Meeresrauschen der LaSalle Straße. Juhu! Das Intro war so laut am Anfang. Ich habe mir gedacht, da draußen war jetzt gerade irgendein Knall, was öfter vorkommt bei mir, dass irgendein Auto knallt, weil das irgendwie anscheinend cool ist bei den Wahnsinnigen, die hier wohnen. Aber ja, herzlich willkommen. Ich hoffe, es ist nicht so schlimm.
Ruth Es ist so heiß bei mir heroben, dass es einfach ohne offenes Fenster doch nicht geht.
Florian Wenn es konstantes Rauschen ist, dann wird die Nachbearbeitung das entfernen können und wenn nicht, dann stellt euch einfach vor, ihr hört Meeresrauschen ist auch nett.
Ruth Und dann denkt ihr wahrscheinlich, es rauscht doch überhaupt nichts, weil diese Nachbearbeitung alles, die Realität entfernt und es nur mehr Fake-Realität ohne Hintergrundgeräusche. Ich reiße mich zusammen.
Florian Ja, mach das.
Ruth Herzlich willkommen. Wie geht es dir, Florian?
Florian Ja, es geht. Ich bin zur Abwechslung mal wieder zu Hause, nachdem ich überall unterwegs war in ganz Österreich und in Deutschland und an anderen Orten und alles Mögliche erlebt habe von Science Buster Shows und Shows ohne Science Buster. Und beim Fernsehen war ich und ich war bei einem Tag der offenen Synagoge und ich war bei der Eröffnung von einem Physiotherapiezentrum.
Florian Also ich habe überall alles gemacht.
Ruth Du machst alles. Diesen Mann kann man buchen, sehr geehrte Damen und Herren, und er macht alles.
Florian Also bei der Synagoge und bei der Physiotherapie, da war ich nur zu Gast. Da habe ich nicht selbst was gemacht.
Ruth Naja, wie auch immer. Gibt es irgendwelche Nachrichten von Menschen, die du getroffen hast?
Florian Ja, es gibt Nachrichten von Menschen, die ich getroffen habe. Die hätte ich mir für die Feedback aufgehoben, aber wir können es auch gleich machen. Ich habe nämlich einen Nachrichten-Nachtrag, von dem ich schon längst gedacht hätte. Wir hätten es schon längst besprochen. Mir sind ja schon vor einiger Zeit Briefumschläge zugesteckt worden, die auch davon erzählt. und ich bin mir sicher, dass ich es dir, oder ewig gezeigt habe. Wir haben von Henry große Umschläge bekommen mit gemalten Bildern drinnen.
Florian Henry hat nämlich jetzt in dem Umschlag für das Universum, hat er uns ein Bild von das Universum gemalt. Das ist ja quasi unser Podcast-Logo gemalt und ich habe irgendwie vergessen, das anscheinend hier im Podcast zu erwähnen. Henry in Klammer 17 hat das gemalt und der hat uns das gegeben oder mir gegeben bei einer Veranstaltung und bis jetzt habe ich anscheinend vergessen, das im Podcast zu erwähnen. Also vielen, vielen Dank, Henry.
Ruth Du hast es auch mir noch nicht gesagt und gezeigt.
Florian Ja, gesagt habe ich es dir.
Ruth Mach ein Foto und schick ein Bild.
Florian Mach ich dir dann, aber ich habe es dir Evi gezeigt, aber ich war mir eigentlich sicher, dass ich es dir gezeigt habe. Jedenfalls bedankt sich Henry, dass wir mit unserem Podcast seinen Horizont des Wissens erweitern. Da freut er sich. Und er spielt mit dem Gedanken, Astronomie zu studieren.
Ruth Ja, cool, mach das. Komm nach Wien und studiere Astronomie.
Florian Er wohnt in Wien.
Ruth Hier ist es am besten. Ah eh, ach so, dann brauchst du gar nicht mehr nach Wien kommen, urtraktisch.
Florian Und dann habe ich in Oberwaltersdorf, wo wir mit den Science Busters vor ein paar Tagen aufgetreten sind, auch einen Umschlag bekommen von Andreas. Das war eine recht lustige Geschichte, weil die Veranstalterin, die kam vor dem Auftritt hinter die Bühne zu uns und hat gesagt, sie hat da irgendwo am Boden einen Umschlag gefunden, auf dem steht drauf, für das Universum, was der soll, wo der hin soll.
Florian Und dann habe ich gemeint, ja, wahrscheinlich ist der für mich, aber ich weiß jetzt, kannst du es auch nicht sagen.
Ruth Oder hat es vielleicht runtergeregnet, wie den interplanetaren Staub, den es irgendwie aus dem Universum auf die Erde regnet?
Florian Aber ich habe dann gesagt, ja, ich möchte ihn jetzt nicht einfach so aufmachen. Vermutlich will die Person, wenn er wirklich für mich ist oder für uns ist, in dem Fall der Umschlag, ihn uns auch persönlich geben oder mir persönlich geben nach der Show. Und ich habe dann gesagt, ja, sie soll ja vor der Show kurz fragen, ob denn wer verloren hat.
Florian Sie hat dann gesagt, ja, sie hat den Umschlag gefunden und sie legt ihn dann da hinten hin. Aber da ist schon der besagte Andreas aufgesprungen und zur Bühne vor und hat sich den geschnappt. Und als er mir den Umschlag dann nach der Show gegeben hat und ich reingeschaut habe, war auch verständlich, warum er sofort aufgesprungen ist und sich geschnappt hat, weil der Inhalt ist kein Inhalt, den man einfach so verlieren will.
Florian Also vielen, vielen Dank, Andreas, für diese sehr, sehr großzügige Unterstützung, die du uns in diesem Umschlag zukommen hast lassen.
Ruth Ganz herzlichen Dank. Ich weiß zwar noch nichts davon.
Florian Doch, ich habe es dir gesagt. Gestern habe ich es dir gesagt.
Ruth Ja, du hast es mir gesagt, aber ich weiß nicht, wie unverschämt die Höhe der Unterstützung ist. Aber es ist ja eigentlich auch egal.
Florian Um einen Betrag x geringer als der, der nicht gesagt hat, dass er drin war.
Ruth Das stimmt, das könntest du natürlich machen.
Florian Mache ich aber nicht.
Ruth Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Oder wie mein Vater immer gesagt hat, gute Freunde, strenge Rechnung. So machen wir das hier im Universum. Wir haben auch Nachrichten bekommen, elektronischer Natur, wieder mal. Und zwar eine ganz nette Nachricht von Reinhardt, der sagt, liebe Ruth, liebe Florian, bitte prostituiert euch nicht mit dem Verkauf von Intros.
Ruth Und praktischerweise hat Reinhardt auch gleich ein bisschen Geld angehängt. Gehängt. Für die nächsten zwei Folgen, hat er gesagt, für das Intro. Ja, ist okay, das reicht für zwei Folgen. Und er sagt, Reinhard sagt, wenn es trotzdem mal knapp wird, könnt ihr gerne jederzeit für Essen und ausreichend Bier vorbeikommen.
Ruth Danke, Reinhard. Und dann habe ich mir noch gedacht, wo wohnt Reinhard denn? Muss man wieder irgendwo hinfahren? Reinhard wohnt in der Hetzgasse im dritten Bezirk. Da bin ich in zehn Minuten mit dem Rad.
Florian Ja, voll, kannst du mal mit der Gäste hingehen.
Ruth Voll. Wenn wir fertig sind mit der Aufnahme, dann komme ich gleich vorbei. Also ja, danke Reinhardt. Wir machen das nicht, keine Sorge. Also erstens prostituieren wir uns sowieso nicht und zweitens machen wir das mit dem Intro. Glaube ich auch nicht.
Florian Ja, schauen wir mal. Das war jetzt mal so festhalten.
Ruth Du bist noch immer...
Florian Das war jetzt nur ein Scherz damals. Also momentan gibt es keinen Grund, den Podcast irgendwie zu verändern in der Hinsicht.
Ruth Also wenn ihr es nicht gehört habt und euch wundert, was, wovon reden die zwei? Wir haben irgendwie im Scherz angedacht. Wir könnten ja so beim Intro diese Folge wird gesponsert von Einfügen gegen Geld, quasi Folgensponsoren gegen Geld.
Florian Podcast-Folgen-Paten. Das ist wahrlich ernst gemeint.
Ruth Ich meine, wenn es einfach nur irgendwelche Leute sind, die zuhören und dann wäre es ja auch okay, aber wir werden jetzt keine kommerziellen Sponsoren.
Florian Nein, nein, das sowieso nicht.
Ruth Aber auf jeden Fall danke, danke für die Zuwendung, Reinhard. Und dann noch eine Nachricht, die ich sehr interessant fand, von Klaus Peter. Ich sehe, dass ich sehr gefreut, dass die Folge dort genau zu seiner Frage gepasst hat, bla bla bla und erzählt hat, dass er auch noch einen ganz besonderen Bezug zu Wien hat, also abgesehen davon, dass er Wiener ist und jetzt halt in Deutschland lebt, aber seine Mutter war auch die damals einzige Frau, die im Gaswerk Simmering gearbeitet hat.
Ruth Und zwar als die Gasometer noch in Betrieb waren. Das muss irgendwie in den 70er Jahren oder so gewesen sein. Sie war Chemikerin und hat halt das Gas irgendwie analysiert. Cool. Stell ich mir Org vor, im Simmering der 70er Jahre als einzige Frau im Gaswerk irgendwie arbeiten. Oh ja. Ja, und was gibt es noch? Was gibt es noch? Neues. Oh, es gibt noch was Neues. Ah, Artemis 3.
Ruth Die Crew ist noch nicht verlautbart. Nein. Wollte ich gerade sagen. Und wir wissen es noch nicht, aber ihr wisst es auch nicht, weil wir zur Abwechslung mal fast... In eurer Gegenwart sind. Wir sind im Moment nur einen Tag in der Vergangenheit. So ein bisschen so, als wenn wir aus dem Kuipergürtel senden würden, oder?
Florian Soll die denn jetzt schon demnächst bekannt gegeben werden, Artemis 3?
Ruth Genau, am 9. Juni.
Florian Ah, habe ich nicht gewusst.
Ruth Am 9. Juni ist die Pressekonferenz, da wird die Besatzung von Artemis 3 announced. Also nicht die Mission, die dann auch wirklich am Mond landen wird, das ist jetzt diese extra eingeschobene Mission, wo noch die Mondlandefähre, das Andocken an die Mondlandefähre getestet werden soll. Also eine von diesen beiden Mondlandefähren, deren Rakete ja jetzt da gerade spektakulärst explodiert ist.
Florian Gibt es überhaupt Mondlandefähren?
Ruth Nein, weder die eine noch die andere. Aber in einem Jahr ist es soweit. Schauen wir mal, was die Milliardäre zustande bringen. Die NASA scheint bereit zu sein, wie Artemis II gezeigt hat. Aber ja, ich meine, eh. Ein Jahr ist noch Zeit, aber es schaut jetzt nicht ganz so gut aus. Das ist auf jeden Fall die Mission von Artemis 3. Wir werden sehen.
Ruth Und in einer Woche, am 9. Juni, wird die Crew announced. Also schaut euch das an. Es ist sicher wieder eine lustige NASA-Pressekonferenz mit viel amerikanischer Begeisterung.
Florian Gerne. Wir sind gespannt.
Ruth Und dann habe ich noch eine kurze Vorgeschichte, bevor wir zur wissenschaftlichen Hauptgeschichte übergehen. Und zwar nämlich eine Pressemeldung, die mich verwundert hat.
Florian Eine Zombie-Hirschkrankheit könnte auf Menschen überspringen. Die hat mich verwundert, wie ich es seit morgen gelesen habe.
Ruth Okay, bitte erzähl die Geschichte statt meiner, die ist viel besser. Was ist denn bitte eine Zombie-Hirschkrankheit? Was ist denn überhaupt eine Zombie-Krankheit, egal bei welchem Tier?
Florian Eine Krankheit, die Hirsche, Elche und Renntiere betrifft, die immer tödlich ist.
Ruth Renntiere? Rentiere, die rennen nicht.
Florian Ja, weil es dann Zombies sind. Ja, Entschuldigung, Rentiere, ja. Und die werden apathisch, verlieren die Scheu vor Menschen und nehmen dabei stark ab. Chronic Wasting Disease heißt sie offiziell, geht um bei Hirschen, Elchen und Rentieren. Breitet sich aus und könnte, sagt jetzt hier eine Wissenschaftlerin, ich habe den nur kurz gelesen, den Artikel könnte auf den Menschen überspringen.
Florian Die Erreger können ins Gehirn vom Primaten eindringen und das Gehirn verändern.
Ruth Also haltet euch vor Hirschen fern, falls ihr das nicht sowieso schon tut in eurer Freizeit.
Florian Also man kann anscheinend, wenn man Hirschfleisch isst, so wie BSE damals, kann man kriegen.
Ruth Ah, oh, okay. Also nicht nur von lebenden Hirschen fernhalten, sondern auch im Restaurant. Ja, was sowieso immer eine gute Idee ist, sich von lebenden Tieren im Restaurant fernzuhalten und auch von Toten.
Florian Aber das war die einzige Nachricht, wo ich heute Morgen Zeit hatte, sie zu lesen. Darum weiß ich nicht, was du erzählst.
Ruth Meine Vorgeschichte ist nicht so gut. Aber die Schlagzeile war, der häufigste Planetentyp der Galaxis sieht in seinem Inneren vermutlich ganz anders aus als die Erde.
Florian Der häufigste Planetentyp der Galaxis, was könnte das sein? sind das diese, aber es müssen, oh Gott, das ist schwierig zu sagen, was der häufigste Planetentyp der Galaxis ist.
Ruth Ich finde es so lustig, nämlich der Galaxis, ich glaube, das ist einfach nur angehängt, weil an alles, was man der Galaxis, der Galaxis anhängt, klingt einfach urspektakulär, oder? Also ich glaube, wir wissen noch nicht wirklich, was der häufigste Planetentyp der Galaxis ist.
Florian Supererden, würde ich jetzt mal sagen.
Ruth Ja, es geht, es geht um, also das Paper hinter dieser lustigen Presse Mitteilung, die eigentlich, naja, wo man sich denkt, Moment mal, eigentlich ist es auch gar nicht so verwunderlich. Oder, dass der häufigste Planetentyp jetzt irgendwie dann doch nicht so ist wie die Erde oder in seinem Inneren zumindest.
Ruth Naja, aber hinter dieser Mitteilung ein interessantes Paper, wo es um genau dieses Zwischending geht zwischen Supererden und, Neptunen.
Florian Okay, also.
Ruth Also diese Art von Planet, die anscheinend häufig ist, also entweder Subneptune oder Supererden und die wir im Sonnensystem ja nicht haben. Wir haben weder eine Supererde noch einen Subneptun.
Florian Ja, was hat Neptun für eine Masse? 15-fache, 12-fache?
Ruth Ja, ich glaube so ungefähr 17.
Florian Ja, irgendwas in der Richtung. Aber wir haben halt so diese Supererden mit 2- bis 5-fache Masse oder sowas haben wir nicht. Und ein bisschen kleiner als Neptun haben wir auch nicht. Also gerade dieser Übergangsbereich zwischen Planeten mit fester Oberfläche und Gas-Eis-Riesenplanet, sowas gibt es bei uns nicht, aber es gibt es anderswo.
Ruth Genau, und es geht um eine Studie, die sich angeschaut hat, wie die Schichtung, der Aufbau, wie der Aufbau dieser Planeten wirklich ausschauen könnte. Und zwar geht es um die Mischbarkeit von den verschiedenen Materialien, aus denen Planeten bestehen, und zwar genau dieses Zwischending. Der Gesteinsplanet, der klassische erdartige Planet, hat einen dichten Metallkern in der Mitte und dann eine Gesteinsschicht, eine flüssige Silikatschicht quasi außen rundherum und dann irgendwie eine dünne Kruste und eine dünne Atmosphäre.
Ruth Und der klassische Gasplanet, den wir auch im Sonnensystem haben, hat eine sehr ausgedehnte Atmosphäre, die ja aus Wasserstoff besteht und einen festen Kern in der Mitte und dann diese weirde, superkritische Wasser-Methan-Ammoniak-Mischung zwischendrin. Diese Orge weder flüssig noch gasförbig. Das fragen Leute immer so.
Ruth Ja, aber wie ist das da drinnen? Ist das da drinnen fest oder flüssig oder gasförbig? Ja, irgendwie alles gemeinsam und gar nichts, weil bei dem Druck, der da herrscht, verliert die Bedeutung, die Kategorie flüssig oder gasförmig. Ein bisschen so ihren Sinn. Also die Unterscheidung verliert den Sinn.
Ruth Das war jetzt kein deutscher Satz.
Florian Das ist schwer vorschubbar, weil im Alltag kommt das halt bei uns nicht vor. Wir haben halt Drücke und Temperaturen auf der Erde, wo halt Wasser zum Beispiel gasförmig ist oder flüssig ist oder fest ist aus Form von Eis. Aber ich kann auch extrem heißes Eis zum Beispiel bekommen. Ich muss das Wasser einfach nur extrem fest zusammendrücken.
Florian Dann wird es auch so etwas Ähnliches wie fest, aber halt ist es extrem heiß.
Ruth Heißes Eis könnte ich jetzt hier in meiner Wohnung auch machen, glaube ich.
Florian Also es gibt unter anderem Bedingungen als auf der Erde sehr viel seltsamere Sachen, als wir sie im Alltag erleben.
Ruth Genau. Und die Frage ist aber, wie sind diese Planeten, die da genau dazwischen sind, wo es eben eine ausgedehnte Wasserstoffatmosphäre gibt? Aber auch mehr von dem Gestein und dem Wasser und so weiter dazwischendrin. Diese Subneptune sind tatsächlich wahrscheinlich die häufigste Art von Planeten, die es da draußen so gibt.
Ruth Und einer, ein ganz besonderer Subneptun, ist der berühmte Hythiäane Planet K2 18b. Ihr wisst, der mit dem stinkigen Hafenbecken möglicherweise… Genau.
Florian Da haben wir ja eh schon drüber gesprochen. Der, wo man dieses Molekül nachgewiesen hat, was wir hier auf der Erde kennen von Lebewesen, die das erzeugen und wo die gesagt haben, ja, das könnte ein Hinweis darauf sein, dass auf diesem Wasserplaneten auch Leben existiert. Aber genauere Untersuchungen haben dann gezeigt, dass erstens nicht sicher ist, ob sie dieses Molekül DMS nachgewiesen haben und zweitens nicht mal sicher ist, ob da überhaupt Wasser ist.
Ruth Genau, es könnte auch ein Lava-Ozean sein, das wird genauso gut passen. Auf jeden Fall ist das dieses Ding, dieses Zwischending, wo man sich vorstellt, das hat einen festen Kern, eine Wasser-, eine flüssige Wasseroberfläche und dann noch eine ausgedehnte Sauerstoffatmosphäre. Also so ist es schon anders natürlich als die Erde, klar, aber Wasseroberfläche, da geht gleich irgendwie die Imagination durchs Dach.
Ruth Aber genau darum geht es jetzt in diesem Paper, ist ein neues Modell oder eine neue Modellrechnung angestellt, wie das jetzt genau ist, wie das jetzt im Inneren so eines Planeten genau ausschaut, Wenn bei den Temperaturen und dem Druck, der da herrscht, vor allem am Anfang bei der Planetenentstehung, wo sich alles zusammenkracht, wo eigentlich der ganze Planet eine riesige heiße Pumpe.
Ruth Aus Wasserstoff, aus Silikaten, die da drinnen sind, aus eben Wasser, aus Ammoniak, all diese klassischen Planeten, Bestandteile sind da ja am Anfang noch ordentlich miteinander vermischt. Und es ist jetzt so, dass wenn mehr als ein Prozent Wasserstoff, und das ist nicht viel, mehr als ein Prozent Wasserstoff dabei ist bei diesem neu entstandenen Protoplaneten, sagen wir es mal so, dann bleibt diese heiße Pampe eine heiße Pampe.
Ruth Da bildet sich eben nicht so eine Struktur aus, wie wir es jetzt bei Planeten wie der Erde haben. Bei diesen, was auch immer, 4000, 5000 Grad, die das Ding dann hat, wird der Wasserstoff und das Gestein und so weiter durchmischbar, missibility nennen sie auf Englisch. Also das ist komplett durchgemischt und kann sich eben nicht in diese Struktur von Eisenkern, also wo man dann immer sagt bei der Erde, ja, die schweren Elemente sinken nach unten und genau dieses nach unten sinken, das geht dann in dem Fall nicht mehr.
Ruth Das heißt, diese Planeten, die mehr als ein Prozent Wasserstoff haben. Die können nicht wahrscheinlich zu so einem strukturierten Planeten, wie wir es von den kleinen Gesteinsplaneten kennen, werden. Und es passt auch diese Rechnung sehr gut zu den verschiedenen Dingen, die wir eben beobachten in der Verteilung von Planeten.
Ruth Diese Lücke zwischen den Subneptunen und den Supererden, da ist ja in der Verteilung der Planeten, also wie viele Planeten es von welcher Art gibt, ist da eine Lücke. Es gibt es. Viele Supererden und dann gibt es plötzlich nichts, was da genau dazwischen ist oder wenig. Und dann gibt es diese Sub-Neptune, die ein bisschen kleiner sind als der Neptun.
Ruth Und das erklärt eben genau diese Lücke, dieses Modell, weil halt der Wasserstoff zwar schon im Laufe der Zeit irgendwie ausgegast ist, aber es eben auch abhängt davon, wo der Planet ist. Also es kommt darauf an, ob der weit genug vom Stern entfernt ist. Wenn der weit genug vom Stern entfernt ist, dann kann der Wasserstoff quasi im Laufe der Zeit doch rauskommen und diese Atmosphäre bilden.
Ruth Und wenn der zu nah am Stern dran ist, dann geht das auch nicht, weil der Planet noch zu heiß ist. Die verschiedenen Dinge, die wir beobachten da draußen, wie die Planeten sind, wie die Planeten verteilt sind, da wird das gut dazu passen. Aber es ist halt ein theoretisches Modell, das man jetzt so nicht so gut im Labor testen kann, weil wir halt die Bedingungen, die es in diesen jungen Sub-Neptunen hat, sehr schwer da irgendwie nachbauen können auf der Erde.
Florian Nicht mal in klein, also ganz klein, so ein bisschen so, keine Ahnung, Überraschungsei-Großplanet.
Ruth Bin mir aber nicht sicher, dass es diese Vermischbarkeit, ob das eben dann auf große Skalen da reproduzierbar ist. Oder man kann dann sagen, ja, wenn man es klein, ganz klein nachbaut, das kann man natürlich schon, dann vermischt es sich nicht. Aber was ist, wenn das jetzt groß ist und so weiter und so fort?
Florian Bonsai-Planeten gibt es noch nicht?
Ruth Eine Marktlücke. Man müsste ganz junge, gerade erst entstandene oder sich gerade erst bildende Bonsai-Planeten, Tune finden in großer Anzahl und sich anschauen, wie die eben ausschauen, ob die anders sind als Ältere, weil wenn das stimmt, dann müsste es da bestimmte Unterschiede geben. Also es gibt schon beobachtbare, testbare Vorhersagen auch, aber man muss halt erst genug Planeten, die quasi mehr oder weniger in dieser Lücke oder nah an der Lücke dran sind, finden, damit man das dann auch testen kann.
Ruth Aber ja, schaut schlecht aus für die Hyzeanenplaneten und K2-18b. Aber es haben uns irgendwie eh gedacht.
Florian Oder? Ja, nix mit Aliens schon wieder.
Ruth Schlechte Nachrichten. Aber damit ihr jetzt nicht irgendwie deprimiert hinaus in die echte Welt entlassen werdet, bleibt noch ein bisschen bei uns, weil wir haben noch ein schöneres. Ein größeres, besseres Thema für euch. Etwas, was für mich sehr close to home ist. Es ist mein Thema. Oder es war mein astronomisches Thema. Früher mal, irgendwann einmal.
Ruth Nämlich die Galaxienentwicklung. Ich habe ein super Paper gefunden, wo es um die Einflüsse der Umgebung auf die Entwicklung und das Leben von Galaxien und Galaxienstrukturen geht. Das war genau das, womit ich mich ja auch beschäftigt habe, wie ich noch aktiv war.
Florian Na, dann bin ich gespannt.
Ruth Zwar Einflüsse der Umgebung auf die Galaxienentwicklung. Normalerweise, man schaut sich Galaxien an, die eher alleine leben und Galaxien, die zum Beispiel in Galaxienhaufen leben. Und dann kann man ziemlich viele Unterschiede erkennen. Das ist etwas, was wir im lokalen Universum schon ganz gut verstehen und gut untersucht haben.
Ruth Es ist trotzdem so, dass die meisten Galaxieneigenschaften oder die interne Struktur der Galaxie, ganz allgemein hängt das eher mit der Masse der Galaxie selber zusammen. Also es ist eher das, was du quasi von Geburt an mitgegeben kriegst, was dir in die Wiege gelegt wurde, was der Galaxie in die Wiege gelegt wurde.
Ruth Aber die Umgebung hat eben auch einen Einfluss und kann das Galaxienleben da ziemlich anders verlaufen lassen.
Florian Bevor man anfängst, dann mach nochmal eine kurze Einführung für alle die, die es nicht so sehr auf dem Schirm haben oder vielleicht gar nicht auf dem Schirm haben. Was genau meinst du mit Umgebung? Was genau heißt isoliert für eine Galaxie? Und was genau ist das Leben einer Galaxie, was sich dann verändert in Abhängigkeit der Umstände?
Ruth Naja, alle ihre Eigenschaften, wie sie ausschaut. Also die Milchstraße zum Beispiel, große Spiralgalaxie, lebt in einem... Ein Galaxiendorf in einem Vorort, so in einem Dorf im Speckgürtel einer größeren Stadt. Jetzt auch nicht einer Mega-Metropole, aber doch eine größere Stadt. Also wir sind in der sogenannten lokalen Gruppe, kleine Galaxiengruppe ist unsere, aber wir sind so in der äußeren Umgebung des Virgo-Galaxienhaufens.
Ruth Und eigentlich ist das eine sehr gute Frage, die du gestellt hast, was man überhaupt mit Umgebung meint, Weil das ist ja, wie du dir vorstellen kannst, auch in der Astronomie natürlich nicht besonders gut definiert, so wie gar nichts in der Astronomie besonders gut definiert ist. Aber was verstehen wir darunter? Es gibt ganz viele verschiedene Arten, diese Umgebung einer Galaxie zu definieren. Die einfachste Art ist wahrscheinlich, lebe ich in einer kleinen Gruppe oder komplett isoliert?
Ruth Es gibt auch Galaxien, die komplett alleine sind, wo wirklich in einem Umkreis von, sagen wir mal, zehnmal ihrem eigenen Durchmesser, da jetzt nichts anderes ist oder so, oder vielleicht sogar mehr. Viele Galaxien leben in so kleinen Gruppen. Die Milchstraße. Und dann gibt es eben noch diese Galaxienhaufen.
Ruth Und da geht es richtig zu. Also das sind diese Galaxien-Großstädte, wo wirklich Hunderte, Tausende, sogar Tausende Galaxien, wie die Milchstraße, Galaxien, die aus Milliarden von Sternen bestehen, Tausende Galaxien gemeinsam in diesem riesigen Haufen leben. Und in diesen zwei extremen Umgebungsunterschieden, sagen wir jetzt mal so, da ist es klar, da sieht man, Galaxien in Haufen sind nicht so wie die Milchstraße, die sind nicht so schöne, ausgedehnte Spiralgalaxien.
Ruth Die sind irgendwie kleiner, die haben eben vielleicht gar keine Sternenscheiben mehr, sondern sind einfach so rundlich, aufgepufft, sind generell kleiner als ihre Gegenstücke in weniger dichten Umgebungen und sehen einfach anders aus. In manchen Galaxien sieht man das sogar an, dass ihnen gerade das Gas entrissen wird durch die Galaxienhaufen, Umgebung.
Ruth Man sieht ihnen an, wie sie verformt sind, wie sie da irgendwie gequält werden. Vor allem bei den Neuankömmlingen sieht man das ganz gut. Also wenn eine Galaxie in einen Haufen hineinfällt, weil sie eben angezogen wird von der Gravitationskraft, der ganzen Struktur, dann schauen die meistens ziemlich arg aus.
Ruth Es ist nicht leicht für Neuankömmlinge in der Stadt. Das ist bei den Galaxien ganz genauso. Und in diesem Paper, das ich da gefunden habe, geht es um so eine Galaxien-Großstadt. Es geht eigentlich um eine Art Galaxien-Großstadt, Mega-Großstadt-Gegend. Also nicht nur ein Galaxienhaufen, sondern gleich so ein Superhaufen.
Ruth Gerade so eine Struktur, die aus Galaxienhaufen besteht. Und zwar... Ganz, ganz, ganz frühen Universum. Es geht um so einen Proto- Klasse, so einen Proto-Galaxienhaufen, der gerade erst dabei ist, sich zu bilden. So eine riesige Galaxienstruktur.
Florian Ich wollte gerade fragen, weil wenn du von einer riesigen gigantischen Galaxienmetropole im ganz, ganz frühen Universum sprichst, dann klingt das ja seltsam, weil es braucht ja Zeit, bis sich eine riesige, gigantische Galaxienmetropole bilden kann.
Ruth Genau, so ist es. Also, Also die schauen anders aus, natürlich, als Galaxienhaufen im lokalen Universum. Man sieht da gerade, wie der Zuzug von Galaxien stattfindet, sagen wir mal so. Wir sprechen über eine Galaxienstruktur, die Galaxienstruktur, wenn man sich das so vorstellt wie, ah, da findet man jede Menge Galaxien mit dem Teleskop, schaut man im Himmel und da sind wir jede Menge Galaxien nah aneinander dran, sagt man, ah, cool Haufen.
Ruth So ist das ja auch nicht. Das ist eine statistische Häufung von Galaxienhaufen. Die man gefunden hat, wo man nicht wirklich sagen kann, gehört diese einzelne Galaxie da dazu oder nicht, sondern es ist mehr eine Art, so eine Overdensity. In diesem Bereich, in dieser Gegend sind einfach mehr Galaxien, mehr, wo man dann, ich weiß, früheres Universum, ganz weit weg, sieht man da so kleine Splotches irgendwie, mehr davon da als rundherum.
Ruth Und es ist auch nicht so, dass da ein Haufen, eine Anhäufung zu sehen ist, sondern es ist eine riesig ausgedehnte, gigantische Galaxien-Gegend, wo sich so einzelne Klumpen aus Galaxien schon bilden.
Florian Also wie so ein schlecht geplantes Neubaugebiet, wo da ein Wohnblock rumsteht und da ein Wohnblock und sich keine Gedanken darüber gemacht hat, was dazwischen passieren soll. Wie die Seestadt in Wien zum Beispiel.
Ruth Ja, genau. Uh, jetzt werden wir böse Nachrichten kriegen. Die Leute, die in der Seestadt wohnen, finden die Seestadt gut.
Florian Ja, eh, ich war ja auch schon da. Da gibt es auch sehr viel Gutes. Aber es ist prinzipiell gut geplant, aber nicht abgestimmt auf den Rest. Und wir wollen jetzt nicht über Stadtarchitektur sprechen. Das war jetzt gerade ein blöder Vergleich. Also man kann sich das jetzt nicht so vorstellen wie eine Großstadt, wo halt wirklich dicht an dicht alles ist, sondern es sind halt klumpige, überdichte Strukturen.
Ruth Ja, weil es ist ja nicht eine Stadterweiterung, sondern es ist quasi eine ganz neue Stadt. Also ich frage mich gerade, ob mir eine bessere Analogie einfällt. Es ist so eine amerikanische Stadt. Ja, es ist so dieses Sprawling, wo sich Leute gerade ansiedeln und dann entwickeln sich so einzelne kleine Haufen, wo mehr Häuser sind und die wachsen dann auch erst zusammen zu einer Großstadt.
Ruth Vielleicht ist es mehr so wie so eine frühmittelalterliche Stadt, wo es immer wieder so kleinere Anhäufungen da gibt, wo da irgendwas los ist. Es ist aber noch nicht quasi eine Großstadt, aber man kann nämlich schon fast erkennen, das wird auch. Also wenn man die Jetztzeit kennt, weiß man auch, das entwickelt sich zu einer großen Stadt.
Ruth Es ist aber jetzt noch nicht mit einer Stadt an sich eigentlich vergleichbar, die einzelnen kleinen Dörfer. Und es sind aber wilde Dörfer. Also es passt vielleicht ganz gut zum Mittelalter. Man sieht auch, dass da irgendwie schon jede Menge los ist und dass da die Galaxien quasi sich auch erst gerade bilden oder dabei sind, größer und größer zu werden, anzuwachsen.
Ruth Das Coole daran ist, das Coole an diesem Ding ist, das ist bei einer Rotverschiebung von fast fünf, okay, das ist vor zwölfeinhalb Milliarden Jahren, da war das ganze Universum gerade mal ein bisschen mehr als eine Milliarde Jahre alt. Das ist extrem früh. Das ist crazy früh eigentlich. Und ich glaube, der bis jetzt am weitesten entfernte gefundene Superhaufen war irgendwie bei einer Rotverschiebung von zwei oder so.
Ruth Also irgendwie auch früh, aber nicht krass. Und der hat auch einen sehr schönen Namen. Es ist Locktuck. Getauft worden.
Florian Loktak, klingt so klingonisch.
Ruth Nach einem See, ja, stimmt, Loktak, nach einer Seenlandschaft in Indien. Der erste Autor von dieser Studie ist ein Inder, ein junger Inder, ich glaube irgendwie so Ende 20, ist er mit dem schönen Namen Ronaldo Laichram. Wahrscheinlich spricht man das auch ein bisschen anders aus, wie auch immer. Und hat diesen Haufen, diesen Superhaufen, diesen Proto-Superhaufen, nach dieser Seenlandschaft in seiner Heimat, in Manipur, Indien genannt.
Ruth Und da gibt es so Floating Islands, da gibt es so Inseln, die sich einfach bewegen, die sich zusammenballen und größere Inseln bilden und so weiter. Das Bild der dichte Verteilung dieser Galaxien, weil das ist ja alles doch eine statistische Arbeit, hat ihn erinnert an diese Seenlandschaft, an diese schwimmende Insellandschaft.
Ruth Und es schaut wirklich ein bisschen auch so aus. Soll ich dir ein Bild schicken oder hast du es schon gefunden?
Florian Ich habe mir ein Bild von Loktak angeschaut, von den Galaxien noch nicht, aber die schwimmenden Inseln hier im Loktaksee, die habe ich jetzt gerade angeschaut. Ah ja, und jetzt habe ich hier die Verteilung der Galaxien, habe ich auch gesehen, die habe ich jetzt auch gerade gefunden. Ja, wenn man will, kann man da eine Ähnlichkeit erkennen.
Ruth Okay, das ist schon wieder, ja, eh klar, wenn man es weiß, wenn man will, aber ja, finde ich aber ganz nett, dass sie irgendwie so dann einfach gleich auch eine Beziehung zu unserer Realität und zu unserer Welt da irgendwie herstellt, die dann vielleicht für die Leute doch leichter vorstellbar ist.
Florian Nur für die paar Milliarden, die in Indien leben, ja, dann haben wir nichts davon.
Ruth Ja, aber es passt ja auch, oder es soll halt einfach mal die paar Milliarden in Indien was davon haben und nicht die anderen. Auf jeden Fall ist das das Ding, wenn ihr euch jetzt vorstellt, wie so eine Seenlandschaft auf einem Luftbild von oben, mehr oder weniger, so schaut das aus. Dieses ganze Bild, dieses ganze Ding, diese Struktur ist...
Ruth Pass auf, 65 mal 36 Quadrat-Mega-Parsec groß.
Florian Es ist eine eine, mit der kann keiner irgendwas anfangen. Quadrat-Mega-Parsec.
Ruth Ich finde, man sollte versuchen, das Wort Quadrat-Mega-Parsec ein bisschen öfter in so casual conversation.
Florian Wie viel ist das in Saarländern und Fußballfeldern?
Ruth Hausaufgabe bitte zum Ausrechnen. Schreibt uns, wie viele Saarländer sind 65 mal 36 Quadrat-Mega-Parsec. Okay, ein Megaparsec ist eine Million Parsec, also drei Millionen Lichtjahre. Die Andromeda-Galaxie ist ein bisschen weniger als ein Megaparsec von uns entfernt. Ein Megaparsec, sagen wir mal, ist ein Galaxienabstand in einer nicht so dichten Struktur.
Florian Gut, wir brauchen auf jeden Fall dann mal die Runde der Einheit Megasaarland, damit das sinnvoll wird.
Ruth Ich glaube auch. Ich glaube, vielleicht könnte man sogar Giga- oder Terra-Saarland verwenden, damit das Sinn macht. Das ist richtig groß. Ein Galaxienhaufen ist jetzt ein paar Megaparsec groß, ein normaler. Und das ist 36 mal 65 Megaparsec groß. Dieses ganze Gebiet. Also es ist eine Riesenlandschaft. Und in diesem ganzen Gebiet gibt es vier herausstechende Strukturen, so diese vier Over-Densities, wie sie es nennen.
Ruth Die Knotenpunkte mehr oder weniger. Man kann sich das auch so ein bisschen wie so ein Neuronennetzwerk oder wie ein Spinnennetzlandschaft mit mehreren Spinnennetzen übereinander oder so irgendwie vorstellen, wie die Galaxienstruktur. Nur ist es noch nicht ganz so ausgebildet und ganz so komprimiert wie das Spinnennetz der Galaxienstruktur, das ihr vielleicht kennt von diversen Abbildungen, wie es dann eher im späteren Universum ist.
Ruth Es ist noch alles ein bisschen fluffig irgendwie. Aber diese vier Over-Densities, eigentlich sind das die Proto-Galaxienhaufen, diese Over-Densities, die sich dann jeweils zu einem Galaxienhaufen vermutlich entwickeln werden. Und dieses gesamte Gebiet ist halt einfach ein Gebiet des Universums, das sich dann in ein...
Ruth Dass vier Großstädte, ein paar kleinere Städte dazwischen und jede Menge Dörfer rundherum so entwickeln wird. Es ist echt so ein Blick in eine Landschaft des frühen Universums.
Florian Gut, also wir haben jetzt einen noch nicht fertigen Galaxienhaufen. Du wolltest aber was erzählen darüber, wie die Umgebung von Galaxien ihr Leben beeinflusst.
Ruth Ja, genau. Also in der Studie ist quasi dieser Galaxienhaufen, wird auch vorgestellt, also dieser Proto-Super-Galaxienhaufen wird vorgestellt. Aber es geht natürlich auch darum, wie sind die Galaxien in dieser Struktur. Weil das Ding ist ja mit dem James Webb Space Teleskop beobachtet worden. Gefunden wurde es mit dem Subaru Teleskop in Hawaii, eins der großen, so ein Acht-Meter-Teleskop, eins der großen Teleskope, die wir auf der Erde haben.
Ruth Es ist dann nachbeobachtet worden mit dem James Webb, weil natürlich, hey, super interessante Struktur, die wir da gefunden haben. Und es ist schon vor drei Jahren beobachtet worden im Cycle 1 vom James-Webb-Teleskop als Teil eines großen Surveys, dieses Cosmos-Webb-Treasury-Surveys. Das Kosmosfeld ist eines dieser Deepfields, dieser ganz tief hineingehenden Tunnelbohrkerne, wo wir ein kleines Bild.
Ruth Einen kleinen Bereich des Himmels ganz, ganz genau untersuchen und ganz, ganz, ganz tief beobachten mit ganz, ganz vielen verschiedenen Teleskopen, also mit allen eigentlich, über alle Wellenlängen hinweg und so weiter. Also dieses Kosmosfeld, das Gutsfeld ist auch eins davon. Dieses Kosmosfeld ist einfach ein kleiner Bereich Himmel, wo wir extrem viele Daten haben.
Ruth Und genau das ist eben das, wie man solche Strukturen dann auch findet oder untersucht. Das ist mit dem James Webb quasi dieses Feld beobachtet worden. Und jetzt hat man das. Von diesen Galaxien in diesem Proto-Superhaufen vor zwölfeinhalb Milliarden Jahren hat man jetzt tatsächlich aufgelöste Bilder von den einzelnen Galaxien in diesem Haufen.
Ruth Ich meine, für mich ist das immer noch irgendwie so crazy, oder? Rotverschiebung 5. Du kannst diese einzelnen Galaxien tatsächlich jetzt auf ihre Form oder auf ihre Ausdehnung, also jetzt nicht ganz auf ihre Struktur, stellt euch nicht vor, jetzt einzelne Spiralarme und so, das nicht. Aber trotzdem auf ihre grobe Struktur untersuchen.
Ruth Und noch dazu mit James Webb hat man ja, weil es ein Infrarot-Teleskop ist, bei der hohen Rotverschiebung kannst du dadurch UV und normales Licht beobachten. Also das ist Eva-Rot-Licht, was wir da beobachten, aber produziert worden ist es von den jungen Sternen in diesen frühen Galaxien und von den nicht mehr ganz so jungen Sternen.
Ruth Das ist auch das Ding. Ich habe zwei verschiedene Farben. Ich habe das UV-Licht und das sichtbare Licht, das auch unterschiedliche Sterne, unterschiedliche Populationen von Sternen in diesen Galaxien mir da abbildet. Ich kann mit dem James Vibe jetzt in diesen ganz, ganz, ganz frühen Galaxienstrukturen schauen, wie ist die Verteilung der ganz jungen Sterne, wie ist die Verteilung der nicht mehr ganz so jungen Sterne und das in Abhängigkeit von wo diese Galaxie genau in dieser riesigen Landschaft ist.
Ruth Was ist mit der Galaxie, die da in einer von diesen vier Overdancities drinnen ist? Was ist mit den Galaxien, die da irgendwo genau so dazwischen, weit weg von aller Action sich befinden? Und das haben sie gemacht in diesem Paper. Sich angeschaut, wie die Struktur, die Ausdehnung der Galaxien der verschiedenen Sternenpopulationen in Abhängigkeit von der Umgebung ist. Und was haben sie herausgefunden?
Florian Und ich gerade fragen.
Ruth Im UV-Licht. Also das UV-Licht, das sind die jungen Sterne, ja? Also da sind viele sehr heiße Sterne, sehr massereiche Sterne dabei und die sind dann einfach bald auch wieder weg. Das heißt, wenn du UV-Licht aus einer Galaxie kriegst, weißt du, da muss vor kurzem Sternenstehung stattgefunden haben, weil da noch so viele heiße, große Sterne sind.
Ruth Das heißt, das ist ein Sternenstehungstracer, sagen wir mal so, das UV. Und das normale Licht ist einfach das, was dann die bisschen weniger jungen Sterne von sich geben, also die normale Sterne, die da auch schon da waren natürlich, weil das ist so eine Milliarde Jahre, sehr frühes Universum, aber jetzt nicht ganz, ganz, ganz früher.
Ruth Das heißt, da waren auch schon ältere Sterne da, also ältere, nicht so wie die Sonne, aber zumindest nicht mehr ganz, ganz junge. Und im UV-Licht ist kein Unterschied zu detektieren zwischen den Galaxien. Die sind quasi überall gleich. Aber im sichtbaren Licht sind die Galaxien im Haufen, Die sind größer als die im Feld, nennt man das dann, die Feldgalaxien, also die quasi nicht im Haufen, Feld, im Dorf gibt es viel Feld, die sind kleiner.
Ruth Also die im Haufen sind größer, ausgedehnter, ein bisschen, als die dazwischen. Und das ist schräg, weil im lokalen Universum und auch in den großen Galaxienhaufen im mittleren Universum, in Cosmic Nun. Sehen wir, dass die Galaxien in Haufen kompakter sind, kleiner sind als im Feld. Die Galaxien wie die Milchstraße sind größer, ausgedehnt, da haben riesige Sternenscheiben, konnten sich quasi da ausbreiten, konnten ihre Arme nach außen ausbreiten.
Ruth Im Haufen geht das nicht, weil da begegnest du die ganze Zeit jemand anderen. Das ist so wie am Samstag Nachmittag in der Fußgängerzone, da kannst du deine schönen Arme nicht ausbreiten, weil da ist irgendwie zu viel Interaktion. Da geht man erstens gar nicht hin. Leute, haltet euch fern von Galaxienhaufen-Zentren.
Florian Nein, von Fußgängerzonen. Am Samstag generell.
Ruth Jeder von uns wird da schon einmal aus Versehen auch gewesen sein und wissen, was wir meinen. So ist das dort. Und jetzt ist es aber anscheinend so, dass im frühen Universum, naja klar, da haben sich die Galaxienhaufen ja auch erst gebildet. Und da hat sich das, was das Unangenehme am Galaxienhauf Maus macht, war jetzt quasi dann noch nicht so da.
Ruth Die Galaxien haben sich gerade erst gebildet und die Sternentstehung, lustig, die aktuelle Sternentstehung, läuft anscheinend ähnlich ab. Also das Interne, was in den Galaxien intern passiert, wie viele Sterne da jetzt gerade entstehen, das scheint... Egal wo du bist, da irgendwie ähnlich abzulaufen. Aber der Galaxienkörper, also die Sterne, die schon ein bisschen älter sind und das, was die Galaxie schon ausmacht, das ist in den dichteren Regionen quasi, das bildet sich schon früher und ist ausgedehnter und ist mehr um die Sternenstehung quasi rundherum in den dichteren Regionen.
Ruth Irgendwie, wenn man sich so überlegt, macht das eh auch Sinn, weil in den dichteren Regionen ist halt einfach auch mehr Material noch da. Da hat sich mehr Gas irgendwie angehäuft und das hat am Anfang eben, wie sich die Galaxien alles gebildet haben, dazu geführt, dass die Galaxien anscheinend auch tatsächlich dann schon mal größer waren.
Ruth Und dann aber im Lauf der Zeit durch die Haufenumgebung, durch die Fußgängerzone am Samstagnachmittag, sind sie dann irgendwie kompaktifiziert worden, sind sie dann irgendwie kleiner, kompakter geworden.
Florian Hat das was mit deiner Forschungsarbeit zu tun? Oder hat das was die Ergebnisse deiner Forschungsarbeit irgendwie beeinflusst, widerlegt, bestätigt?
Ruth Naja, wie soll ich sagen, nicht direkt. Aber es war irgendwie so, wie ich gerade noch aktiv war in der Forschung. Weil gerade so diese Geschichte mit Galaxien im frühen Universum sind kleiner und kompakter, als sie es jetzt sind. Und da war so ein bisschen die Kontroverse, von wegen stimmt das? Können wir das tatsächlich schon sehen? Können wir das schon beobachten?
Ruth Macht das Sinn? Ist es so, dass wir vielleicht nur die kompakten Zentren der Galaxien überhaupt beobachten können und die ausgedehnten Bereiche rundherum nicht? Wenn dein Teleskop noch nicht gut genug ist, dann kannst du diese ausgedehnte Hülle aus Sternen um eine Galaxie herum vielleicht auch gar nicht sehen.
Ruth Und jetzt ist es so, dass es tatsächlich, also zumindest jetzt in diesem einen Fall, in diesem einen Proto-Haufen-Fall mit dem James-Webb natürlich jetzt auch, mit den Möglichkeiten da so ist, ah, das ist anscheinend wirklich so, dass die früher quasi ganz am Anfang die Galaxien noch größer waren und dann einfach durch diese Haufen Umgebung kompakter geworden sind und dann im Laufe der Zeit bis ins lokale Universum nochmal angewachsen sind durch weitere Interaktionen wahrscheinlich.
Ruth Also es macht jetzt irgendwie so ein bisschen mehr Sinn, das als Gesamtgeschichte sehen zu können. Und das ist schon noch überraschend, weil das war auch so ein Thema, wo nicht klar war, wie das funktioniert. Wann der Effekt auf die Galaxien, wann der Effekt der Umgebung auf die Galaxien, wann der einsetzt. Also wir wissen, dass das im lokalen Universum so ist.
Ruth Und im frühen Universum, ich habe einen Galaxienhaufen untersucht, der war bei einer Rotverschiebung von eineinhalb Jahren. Also so Mitte, ein bisschen früher als die Mitte der Lebenszeit des Universums. Also schon früh, aber jetzt nicht so ganz, ganz, ganz früh. Und da war es so ein bisschen so, ja, vielleicht sehen wir was.
Ruth Das ist aber eben schwer zu sagen mit den Daten und so weiter. Also auf jeden Fall war die Idee, dass sogar schon in dem Haufen weniger Sternentstehung ist und die Galaxien schon irgendwie kleiner sind und schon quasi den Einfluss, natürlich das Haufen, den Einfluss der Umgebung da irgendwie bemerken.
Florian Das heißt, wenn du sorgfältiger gearbeitet hättest, hättest du das entdecken können, was jetzt der Inder entdeckt hat.
Ruth Nein, das wäre aber nicht gegangen. Damals, damals war es einfach auch wirklich nicht möglich. Das ist das James Webb, das uns halt einfach das ermöglicht.
Florian Ja, würde ich auch sagen, wenn ich du wäre.
Ruth Ja, es ist wirklich so. Also vor allem, was ich auch irgendwie arg finde, ist, dass ich habe das jetzt ziemlich hoch gelobt. Und in Wirklichkeit ist es genauso ein Paper, wie ich es auch geschrieben hätte, mehr oder weniger, mit der größten Frustration. Weil es der Unterschied in der Größe, von dem ich gesprochen habe, dass die Galaxien im Haufen in diesen Obertensities ein bisschen ausgedehnt sind, größer sind als die, die nicht in den Oberdessen sind, hat gerade ein bisschen mehr als zwei Sigma Signifikanz.
Florian Okay.
Ruth Eieiei, das ist so genau, das ist die Extragalaktik. Also das ist normalerweise zwei Sigma, zweimal die Standardabweichung. Das ist nicht nichts, aber es ist eine Wahrscheinlichkeit von ungefähr 95 Prozent, dass es nicht zufällig ist, so irgendwie. Also es kann schon auch noch einfach nicht stimmen. Normalerweise sagt man drei Sigma mindestens in der Teilchenphysik.
Ruth Da geht sowieso nichts unter 5 Sigma, aber das ist ja für die Astronomie sowieso nicht erreichbar, also zumindest nicht für die Extragalaktik. Aber das ist so wirklich, das ist nämlich so ein Ergebnis, wo es so gerade an der Grenze ist, wo man sich denkt, ja, muss man schon publizieren. Na sicher, man muss immer publizieren, aber eigentlich, eigentlich ist das kein Ergebnis.
Ruth Und das ist zwar ein Ergebnis, natürlich ist es ja ein Hint, aber... Ah, also ich frage mich, ob es den Autoren auch so gegangen ist oder wie es dem Referee gegangen ist, wie ich das Paper gelesen habe und mir dachte, bist du deppert, ich bin so froh, dass ich keine Papers mehr beurteilen muss, weil ich würde die ganze Zeit irgendwie mir denken, ja, aber das kann man doch nicht, was?
Florian Was jetzt, jetzt redest du eine halbe Stunde lang über das Paper, das ist ein Schaß.
Ruth Nein, es ist kein Schuss. Es ist einfach nicht möglich bei Rotverschiebung von fünf. Das ist zwölfeinhalb Milliarden Jahre her. Ich meine, die Tatsache, dass wir da überhaupt sehen können, wie die Galaxien da ausschauen. Aber es ist genauso, was halt vor zehn Jahren oder vielleicht sogar eher schon 15, wie ich noch aktiv war, was das Hubble bei Rotverschiebung von zwei uns geliefert hat, ist jetzt das James Webb bei Rotverschiebung von fünf.
Ruth Also es ist wieder genauso, natürlich, wir wollen an die Grenze, wir wollen die Grenze pushen, nach außen früher ins Universum ziehen und wir wollen wissen, wie das dort damals war, aber jetzt haben wir die gleichen Limitationen, aber halt nur um ein gutes Stück früher. Und es ist extrem cool und es ist ein interessantes Ergebnis, aber es ist halt einfach wirklich ein Hinweis darauf, dass da was Interessantes passiert.
Ruth Und natürlich braucht man jetzt mehr Beobachtungen, eh klar wie immer, von mehr frühen, extrem frühen Protogalaxienhaufen. Weil das ist jetzt halt einer und der Unterschied ist auch nicht wahnsinnig signifikant. Aber wenn sich das jetzt noch in einem zweiten oder dritten Superstruktur da auch so in die Richtung hin ausschauen lässt, dann sagt das schon ein bisschen mehr.
Ruth Aber ja, so ist das in der Welt der Extragalaktik. Ich war irgendwie frustriert und habe mich erinnert, wie das damals war. und gleichzeitig war ich dann auch wieder mal sehr. Wirklich, dass ich die Lebensentscheidung getroffen habe, dich getroffen habe und mich nicht mehr mit dieser Frustration auseinandersetzen muss.
Ruth Also es ist irgendwie, es ist beides. Ja, man möchte, ich denke mir natürlich, ah scheiße, genau solche Sachen würde ich jetzt wahrscheinlich auch machen, wenn ich da noch dabei wäre. Aber auf der anderen Seite würde ich es vielleicht halt auch nicht mehr machen, weil ich so frustriert war über diese Unmöglichkeit der, naja, das sagen zu können, ist das jetzt so oder nicht?
Ruth Und die Frustration, dass man muss publizieren, egal wie signifikant das Ergebnis ist. Und man muss irgendwie eine große Geschichte daraus machen, egal wie sicher man es sagen kann. Aber es ist auf jeden Fall ein sehr cooles Ergebnis und ein schöner Name, oder? Locktag.
Florian Wärst halt Mathematikerin geworden, egal ob es interessant ist oder nicht oder relevant ist oder nicht. Es ist auf jeden Fall richtig, wenn du es rausgekriegt hast.
Ruth Ja, für die Mathematik hat leider mein Gehirn nicht gereicht. Naja, auf jeden Fall haben wir noch ein paar Fragen.
Florian Ja.
Ruth Mehr oder weniger zu dem Thema.
Florian Mehr oder weniger.
Ruth Ich habe keine Frage gefunden, die jetzt tatsächlich mit Proto-Galaxien-Superhaufen im frühen Universum zu tun hat. Das würde mich so wundern. Aber wir haben eine Frage zum James-Webb-Space-Teleskop, das er diese Beobachtungen gemacht hat. Und Timon stellt die Frage, die ich interessant fand, gut das auch nochmal abzuklären.
Ruth Zu klären, dass James Webb, Ist ja im Lagrange-Punkt L2, sagt er. Also der Punkt, der hinter der Erde draußen im Sonnensystem ist, wo die Anziehungskraft mehr oder weniger zwischen Erde und Sonne gleich ist. Wie viel Platz ist denn da eigentlich? Weil da sind doch noch jede Menge andere Teleskope im L2.
Florian Ja, das ist eine Frage, die immer ein bisschen missverständlich ist bei der ganzen Lagrange-Punkt-Geschichte, weil das heißt ja Punkt. Und ein Punkt ist eigentlich etwas, was überhaupt keine Ausdehnung hat. Also da sind dann Punkte, da hat eigentlich gar nichts Platz und wir meinen aber mit Punkt halt nicht, da ist ein Punkt und da stehen wir jetzt, so wie wenn ich jetzt sage, das wäre quasi ein Parkplatz, ja, da ist der Parkplatz und fertig, sondern je weiter weg von dem Punkt du bist, desto mehr musst du dich anstrengen, dass das drum dort bleibt und du kannst halt da um diesen Punkt herum alles Mögliche hintun, aber je weiter weg du bist, desto mehr Aufwand hast, würde ich jetzt mal als kurze Antwort sagen.
Ruth Ja, und vor allem dieser Punkt ist ja auch kein stabiler Punkt, wo man etwas einfach hinlegt, sondern darum sind die ja auch nicht in dem Punkt. Also man müsste eigentlich sagen, die Teleskope sind im Lagrange-Punkt L2, man müsste eigentlich sagen, die sind in einem Orbit um den Lagrange-Punkt L2, ist aber länger und darum sagt das niemand. Aber die sind alle in einem ziemlich großen Orbiter.
Ruth James Webb hat ja auch 800.000 Kilometer Durchmesser ungefähr und ist eineinhalb Millionen Kilometer entfernt, aber der Durchmesser von der Umlaufbahn ist schon irgendwie so die Hälfte von der Entfernung von der Erde, wenn das Sinn macht. Also die sind in sehr großen Umlaufbahnen und darum ist da natürlich sehr viel Platz für noch jede Menge anderer Teleskope. Also keine Sorge.
Ruth Da ist noch Luft nach oben. Wie auch immer. Peter fragt auch noch. Auf das Quadrat-Megaparseg hinweg habe ich diese Frage ausgesucht. Es geht um die Einheiten und da sagt er, dass Lichtjahre bzw. Parsec oder Megaparseg, das ist eine ziemlich krumme Einheit, wie er es nennt. Noch dazu, also keine schöne Zahl, weiß ich nicht.
Ruth Noch dazu, bei großen Entfernungen ist das ja auch gar nicht die Entfernung, weil man ja da, wie über die Expansion des Universums, müsste man eigentlich mit Rotverschiebung sprechen für die Entfernung, aber was ist das jetzt mit den Lichtjahren? Ist das historisch gewachsen oder warum verwendet man das?
Ruth Ja, natürlich, Beta-Einheiten in der Astronomie sind immer historisch gewachsen und machen sehr selten Sinn.
Florian Meter ist ja auch eine krumme Einheit, wenn man so will. Die haben wir ja auch irgendwo von der Erde abgeleitet. Also das ist auch alles nicht schön, sondern wir haben es einfach nur schön gemacht.
Ruth Genau. Und es ist ja irgendwie die Lichtgeschwindigkeit in 300.000 km pro Sekunde ist ja auch nicht 300.000.
Florian Km pro Sekunde. Nein, 2,458 Kilometer pro Sekunde.
Ruth So ist es, genau. Also man spricht ja in der extragalaktischen Astronomie auch eigentlich nie von Lichtjahren, sondern eigentlich fast immer von der Rotverschiebung. Die Rotverschiebung ist immer eigentlich die Entfernungseinheit, weil die ist halt auch modellunabhängig. Das ist halt noch dazu das Ding.
Ruth Dadurch, dass das Universum ja keine fixe Struktur ist, keine Box, in der was drinnen ist, sondern ein dynamisches Ding, dass der Raum selbst ist ja ein dynamisches Ding und darum sagt man immer Rotverschiebung, weil Rotverschiebung ist einfach nur die Verschiebung des Lichtes, das ist relativ zur Laborwellenlänge und da ist egal, welches Modell des Universums, welches Modell der Expansion des Universums ich da mit hineinnehme, dann brauche ich mir das gar nicht umrechnen.
Ruth Man spricht in der Extragalaktik schon auch manchmal von Parsec, Megaparsec und so weiter, aber das hauptsächlich auf die Entfernungen vor Ort. Also wenn ich sage, ich habe eine Galaxie bei Rotverschiebung 2 und dann ist da eine Nachbargalaxie ein Megaparsec von der entfernt oder so, wie ich das halt dort beobachte.
Ruth Aber da brauche ich dann auch wieder ein Modell, um das eben auf Co-Moving, wie man sagt, sich mitbewegende, mit der Expansion Distanzen umzurechnen und so weiter.
Florian Ja, wenn wir das Fass jetzt aufmachen, das hat mich auch nach der Science-Buster-Show in letzter Woche jemand gefragt, wie das ist mit den Entfernungen. Das Problem ist halt, sobald auf kosmologischen Distanzen bist, funktioniert das Konzept Entfernung nicht mehr, weil das ganze Universum sich ausdehnt, ständig größer, nicht größer und kleiner, aber es war kleiner und wird größer, also es bewegt sich alles, alles dehnt sich aus und du kannst dann einfach nicht mehr exakt sagen, zwischen A und B ist so und so viel Distanz, das funktioniert nicht, weil das Ganze halt dynamisch ist, das heißt, das ganze Konzept von Entfernung macht dann keinen Sinn mehr und darum macht es auch wenig Sinn oder es wird halt immer schwieriger,
Florian irgendwas sich vorzustellen unter den Entfernungen, abgesehen davon, dass man sich unten im Licht ja auch nichts mehr vorstellen kann. Aber Väter, der sich beschwert oder halt fragt, warum wir da so krumme Einheiten haben und nicht alles in SI-Einheiten rechnen. Wir könnten eh alles in SI-Einheiten rechnen.
Florian Wir könnten auch statt astronomischer Einheiten 150 Millionen Kilometer.
Ruth Das seht ihr auch nur 149, ein paar zerquetschte.
Florian Aber da könnte man auch irgendwie halt sagen, das sind 149 Gigameter oder was? Was wären das dann? Megameter? Millionen? Nee, Gigameter. 149 Gigameter. Ja, man merkt schon, man ist es nicht gewohnt.
Ruth Mega, mega.
Florian Mega, ja. Man ist es nicht gewohnt.
Ruth Mega Kilometer, oh no.
Florian Man ist es nicht gewohnt, mit diesen Einheiten zu rechnen. Klar, man kann sich daran gewöhnen, alles kein Problem, das zu machen. Aber es hat sich halt erstens historisch entwickelt. Und so wie alles andere, was von Menschen gemacht wird, ist auch die Astronomie, die von Menschen gemacht wird, der Historie verhaftet.
Florian Man macht so, weil es halt immer schon so gemacht worden ist. Und andererseits ist es halt auch praktisch. Wir wollen halt nicht mit krummen Zahlen rechnen. Ja, also wenn wir mit krummen Zahlen rechnen müssen, der Abstand zwischen Sonne und Erde ist halt so, wie er ist. Den haben wir halt jetzt im Messiasystem mit Metern auf diese 149, irgendwas Millionen Kilometer definiert oder nicht definiert.
Florian Der ist halt so, weil wir den Meter so definiert haben und damit müssen wir jetzt leben. Wir könnten unseren Meter definieren, sodass da der Abstand zwischen Erde und Sonne, keine Ahnung, 10 ist. Aber mit dem Meter können wir halt in anderen Dingen nichts anfangen. Mit dem können wir nicht irgendwie unsere Wohnungseinrichtung planen.
Florian Das ist alles sehr, sehr kompliziert und darum nimmt man halt in jeder Wissenschaft, nicht in der Astronomie, Einheiten, die... Alle auf SI-Einheiten irgendwie basierender, weil praktisch sind. Im Sonnensystem will ich nicht mit Lichtjahren rumrechnen. Das macht auch keinen Sinn. Da nehme ich die astronomische Einheit, der Abstand zwischen Erde und Sonne.
Florian Das ist ein sinnvoller Maßstab, um das Sonnensystem einzuschätzen. Wenn ich irgendwo in der Galaxie arbeite, jetzt mit meinem Themengebiet in der Galaxie.
Ruth Wir alle arbeiten irgendwo in der Galaxie.
Florian Aber weiß man nicht. Aber es ist dann, dann möchte ich halt eben nicht mit astronomischen Einheiten normal antun. Ich möchte aber auch nicht mit Parsec normal antun, sondern ich nehme Lichtjahre, weil halt eine End der Galaxie bis zur anderen sind dann ungefähr 100.000 Lichtjahre, da sind die Zahlen alle halbwegs noch brauchbar und so verwendet man die Einheiten eigentlich.
Florian Und in der Physik, da haben sie ja wieder ihre eigenen Einheiten, der Teilchenphysik und so weiter, da hast du halt dann Engström oder Nanometer oder du hast da Elektronenvolt und alles mögliche. Also man nimmt sich die Einheiten, die praktisch sind, aber alle Einheiten sind am Ende irgendwie auf die SI-Einheiten zurückzuführen und das ist es ja, was die SI-Einheiten sind.
Florian Die sind ja jetzt nicht so Zwangseinheiten, was heißt, wenn die Naturwissenschaft seriös ist, muss sie mit SI-Einheiten rechnen, sondern die sind die Basis. Alles, was in der Wissenschaft irgendwie gerechnet, gemessen irgendwas wird, muss irgendwie auf diese SI-Einheiten zurückgeführt werden können, auf eine exakte Art und Weise.
Florian Dafür gibt es die SI-Einheiten nicht, dass man sie ständig benutzen muss. Außerdem, außerdem Peter, wenn das so wäre, dann müsste man in der Extragalaktik oder sonst werden wir von Peter-Meter sprechen und das will keiner. Peter.
Ruth Peter-Meter. Das ist auch fast so gut wie Quadrat-Megapassig, oder? Beta-Meter. Naja, okay, so ist das. Ein Gfret mit den Einheiten, wie man da auf gut Wienerisch sagt. Und dann gibt es noch eine Frage oder einen Fragenkomplex. Eigentlich mehr fast ein Kommentar als eine tatsächliche Frage.
Florian Das sind die Liebsten. Ich habe keine Frage, ich habe einen Kommentar.
Ruth Die haben jetzt gleich das Mikrofon entrissen in einem schreienden Hechtsprung. Michael und auch Markus hat eine sehr ähnliche Frage gestellt. Es geht bei den beiden um Vera Rubin, das noch neuere Teleskop als das James Webb, das jetzt auch schon seit einem Jahr, glaube ich, ungefähr in Betrieb ist. Und Markus hat gesagt, er hat sich mit den LSST, Ja, das Large Synoptic Survey Telescope heißt jetzt Vera Rubin Observatory. Also es ist das Gleiche.
Ruth Und Michael sagt, dass er einfach eine kleine Frage und eine Bitte. Kann es sein, dass jeder kleine Punkt in dem Bild, den wir hier sehen, wirklich eine eigene Galaxie ist? Das gibt es doch nicht. Das ist doch abgefahren unglaublich.
Florian Ja, das kann schon sein, wenn jeder kleine Punkt in diesem Bild eine Galaxie ist. Da habe ich das Bild nicht jetzt spontan vor mir gehabt, kann ich es nicht sagen. Aber wenn jeder Punkt in dem Bild eine Galaxie ist, dann ist das so.
Ruth Es ist ein Bild von Galaxien. Er sagt, dass jeder kleine Punkt zwischen den sichtbaren Galaxien, also man sieht größere Galaxien im Vordergrund, wo man sieht, dass das eine Galaxie ist, und dann ganz viele kleine Fleckchen, also ein bisschen ausgedehnte Punkte. Ja, ja, Michael, genau das ist es. Und das ist, denke ich mir, auch oft im Planetarium, wenn man Leuten so Bilder zeigt und dann kommt nicht der Kommentar, was, wie geht denn das? Dann haben sie es nicht verstanden.
Ruth Ja, genau, das ist abgefahren, das ist unglaublich, das ist verrückt.
Florian Wahrscheinlich, Michael, bist du zu jung, weiß ich nicht. Oder du interessierst dich noch nicht zu lange für Astronomie. Aber Leute, die so alt sind wie Ruth oder ich, die erinnern sich noch, als das Hubble Deep Field, das allererste Bild des Hubble Deep Field erschienen ist. Ich weiß noch, das war ein Cover von Spektrum der Wissenschaften drauf.
Florian Und das war auch etwas, was mich damals halt extrem geflasht hat. Jeder Punkt auf diesem Bild war eine Galaxie. Das war auch sehr, sehr spektakulär. Ist immer noch sehr, sehr spektakulär, das Hubble Deep Field. Aber mittlerweile sind wir halt in einer ganz anderen technischen Dimension unterwegs. Wir haben halt jetzt viele Teleskope, die in der Lage sind, so tief und so genau ins Universum zu schauen, dass wir eben genau solche Bilder machen können und eben nicht nur die scheinbare Vielfalt des Sternenhimmels sehen, weil mit unseren Augen schaut das zwar sehr beeindruckend aus, aber es sind ja trotzdem nur ein paar tausend, die wir sehen, sondern wir können halt wirklich mit einem Teleskop auf einen Blick ein paar
Florian hunderttausend Galaxien sehen. Bilden, weil das Universum halt voll mit den Dingern ist.
Ruth Ja, und vor allem, also das Hubble Deep Field auch noch beeindruckend in seiner Größe. Also diese Bilder vom Rubin Observatory sind ja recht groß, das kann ja einen recht großen Bereich des Himmels auf einmal beobachten. Das Hubble Deep Field, dieses berühmte Bild, das ist so groß wie ein Stecknadelkopf in der ausgestreckten Hand.
Ruth Und trotzdem, wie viel? Ich glaube, 3000 Galaxien?
Florian Ich habe es nicht im Kopf, aber viele auf jeden Fall.
Ruth In dem Bild. Und das ist noch, das ist das Hubble ohne Infrarot-Kapazität. Ja, das geht nicht so weit hinaus ins frühe Universum. Ja, es ist abgefahren, es ist unglaublich und auch Markus hat sich mit den Vera Rubin-Bildern beschäftigt und auch mit der Illustris-Simulation, die er entdeckt hat, die auch schon ein bisschen älter ist, die ist auch schon ungefähr so 20 Jahre her, aber gut, es ist auch immer noch eine der, immer noch aktuell und so weiter, klar.
Ruth Das sind diese Simulationen der großräumigen Strukturen und er fragt sich, ob man das nicht, diese Simulation, eben mit den Daten vergleichen könnte und dann sehen könnte, ob eben das kosmologische Modell, das wir haben, unvollständig oder falsch oder so weiter ist und wann es denn soweit wäre, dass wir da genug Daten haben von dem Vera Rubin Teleskop, dass man da eine Aussage treffen könnte.
Florian Naja, ich glaube, der Sinn solcher Simulationen ist, genau das zu machen.
Ruth Genau, das machen wir auch die ganze Zeit mit allem, was wir da draußen beobachten im frühen Universum. Wir vergleichen das immer mit Modellen. Genau, und das ist auch das, was man irgendwie gemeinhin dann immer lesen kann mit, hat das James-Webb eine Galaxie beobachtet im frühen Universum, die zu groß ist, die darf gar nicht so groß sein.
Ruth Genau, da vergleicht man die Modelle mit, deren Beobachtungen und schaut, wie groß sind Galaxien nach einer gewissen Laufzeit meiner Simulation, wie zum Beispiel der Illustris Simulation, die ja doch auch einzelne Galaxien dann fast schon simulieren kann. Schaut man, wie groß sind die, sagen wir, nach einer Milliarde Jahre des Universums.
Ruth Das wäre jetzt so bei der Rotverschiebung 5, über die wir gerade gesprochen haben. Und dann schaue ich, wie groß sind meine Galaxien in meiner Simulation, dann schaue ich, wie groß sind meine Galaxien in meinen Beobachtungen, wie viele davon habe ich. In meiner Simulation im gleichen Volumen, das meine Beobachtungen abdeckt.
Ruth Also da muss man echt aufpassen, dass man da nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Und dann schaue ich, ist das statistisch irgendwie systematisch mehr, weniger, wie auch immer. Genau das machen wir die ganze Zeit. Und das machen Leute eben auch schon, bevor man eigentlich genug Daten hat, um eine Aussage zu treffen.
Ruth Also ja, das ist ein bisschen gemein. Aber das ist auch das, was zum Beispiel. Wo wir auch eine Folge darüber gemacht haben, die Daten des DESY-Surveys, wo diese mit diesen baryonischen, akustischen Oszillationen, diese riesigen Strukturen, wo man gesehen hat, ah, die verändern sich auf eine Art und Weise, wie sie eben nicht über das Modell umgehen.
Ruth Sie könnten sich mit einer sehr geringen Signifikanz auf eine andere Art und Weise verändern, als sie das Modell vorhersagt. Und darum könnte die dunkle Energie sich auch im Laufe der Zeit verändern und genau sowas. Wir haben schon sehr viele Daten und wir können viele Dinge auch schon signifikant sagen.
Ruth Und das meiste, was wir bis jetzt signifikant sagen können, ist, dass das Lambda-CDM-Modell sehr gut passt und eigentlich ein extrem gutes Modell in der Beschreibung des Universums ist. Der Abschluss der Frage von Markus war, leben wir nicht in einer spannenden Zeit?
Florian Ja.
Ruth Ja, und es ist wirklich so, dass es genau jetzt eben mit nicht nur Vera Rubin, auch mit den anderen Surveys, mit Euclid, mit Nancy Grace Roman kommt im September, wird im September in den Weltraum geschossen, auch in L2 oder in einer Umlaufbahn um L2. Wir sind gerade wirklich in einer extrem spannenden Zeit.
Ruth Es ist nicht nur schon abgefahren und unglaublich, was wir da schon alles in den Bildern sehen können, sondern was da jetzt in den nächsten paar Jahren noch alles auf uns zukommt und eben was dann über den Vergleich mit unseren Modellen uns da sicher irgendwie jede Menge spannende Sachen und genauere Erkenntnisse über die dunkle Energie, dunkle Materie und so weiter liefern wird.
Florian Genau. Und was immer da auch rauskommt, das werden wir hier in diesem Podcast besprechen. Und ihr könnt uns jetzt schon eure Fragen schicken. Wir beantworten sie dann in fünf bis sechs Jahren. So wie wir in der letzten Podcast-Folge ja eine sechs Jahre alte Frage von Dennis beantwortet haben. Und Dennis hat geschrieben, er hört noch zu.
Ruth Ah, schön.
Florian Immer noch.
Ruth Dennis, hallo.
Florian Er hat sich nicht abschrecken lassen, dass die Beantwortung seiner Frage so lange gedauert hat, sondern er hört noch zu. Also bleibt zuversichtlich.
Ruth Oh mein Gott, da kommt mir fast eine Träne in den Augenwinkel. Das ist irgendwie schon schön.
Florian Ja, und du hast... Unbewusst die Fragen perfekt ausgewählt, um die perfekte Überleitung zur nächsten Sektion dieses Podcasts möglich zu machen, denn die letzte Frage, die wir jetzt gerade beantwortet haben, hat sich mit Simulationen beschäftigt und soweit ich weiß, hat sich Evi dieses Mal in der Science Fiction ebenfalls mit der Frage der Simulation beschäftigt.
Florian Aber was es genau ist, das erfahren wir, wenn sie mit dabei ist im Podcast, was in den folgenden Sekunden so sein wird, wenn ich auf die Knopf drücke, mit denen Evi hier mitreden kann. Nämlich jetzt. Hallo Evi.
Evi Hallo.
Florian Wir reden über Science Fiction und wir haben vorhin schon eine Frage zum Thema kosmologische Simulationen beantwortet.
Evi Ah, okay, super. Ja, dann passt ja der heutige Film. habe ich es sehr gut. Ich meine, ich weiß nicht, was ihr besprochen habt. Wahrscheinlich nicht das, was ich gleich besprechen werde, aber...
Ruth Aber das ist, die Leute werden uns nicht mehr glauben, dass wir wirklich nicht voneinander wissen, was die Themen und Dings sind, oder? Wenn das immer so perfekt passt. Das nächste Mal, Florian, reiß dich zusammen und finde irgendwas, was nicht...
Florian Ja, das Ding ist halt, wenn man ausreichend viel weiß über Dinge, dann kann man immer einen Weg finden, alles zu allem passend zu machen. Ich meine, ich habe mal einen Artikel geschrieben über die Verbindung zwischen Astronomie und Leberkässemmeln. Also es geht alles.
Ruth Hat da ein Mond vom Saturn was damit zu tun?
Florian Nein.
Ruth Ach schau.
Florian Die Bilder gab es aber noch nicht.
Evi Eine Simulation.
Florian Nein.
Ruth Aber welche Simulation? Welche Simulation? Die Matrix? Ist es die Matrix?
Evi Nein, das wäre zu einfach.
Ruth Das ist sowas nach meinem Geschmack. Science-Fiction-Film, den ich auch mal kenne.
Florian Aber wir sind fast im selben Jahr wie Matrix, oder?
Evi Also ich glaube, dass die sogar im gleichen Jahr herausgekommen sind. Weil Matrix ist, glaube ich, auch von 1999. Und der Film, den ich heute mitgebracht habe, der ist auch von 1999. Und ich habe ihn eben auch aus dem Grund mitgenommen, weil eben bei dem Thema Simulationen ja alle immer gleich an Matrix denken.
Evi Und der Film ist da damals auch ein bisschen, glaube ich, dann deswegen, hat vielleicht nicht ganz so viel Aufmerksamkeit bekommen, weil er im selben Jahr rausgekommen ist. Nähert sich dem Thema eben aber ein bisschen anders und das gefällt mir eigentlich ganz gut. Und ich glaube, ich habe noch nicht mal den Filmtitel gesagt.
Florian Oder?
Evi Dann sagen wir das, dann mache ich das jetzt und zwar ist es 13th Floor.
Florian Oder wie ich gerade herausgefunden habe, auf Deutsch braucht es immer einen Zusatztitel, bist du, was du denkst.
Evi Wobei ich glaube, dass niemand den Film mit diesem Untertitel, Nebentitel, wie auch immer, kennt.
Florian Ich sehe gerade noch, es gibt einen Fernsehtitel, das ist eigentlich der beste auf Deutsch, Abwärts in die Zukunft. Ich glaube, das ist ein guter Titel, ich kann das ganze Jahrzehnt mittlerweile so nennen.
Evi Hat sich die Fernsehzeitschrift ausgedacht.
Florian Den Titel dazu?
Evi Ich habe es keine Ahnung.
Florian Ich habe es keine Wikipedia gelesen, mir kann ich nicht sagen dazu.
Ruth Aber auch Bist du, was du denkst, könnte eigentlich ein sehr interessantes, philosophischer Titel sein, aber es ist, glaube ich, nicht so gemeint, oder? Es ist eher so...
Evi Nein, es ist genau so gemeint.
Ruth Schon? Ah, okay.
Evi Ja, ja, das passt schon. Es lehnt sich eben so an an dieses, ich denke, also bin ich, was man kennt von Discard. Genau, ja. Und da ist dieses, bist du, was du denkst, eigentlich ganz passend, weil also in dem Film, also spielt auch in den 90er Jahren, der Hauptdarsteller, der Douglas Hall, ist ein Computerwissenschaftler und sie spielt in Los Angeles.
Evi Und sie arbeiten jetzt gerade daran an so einer virtuellen Nachbildung von Los Angeles in den 30er Jahren, 1937. Also da gibt es dann auch eben die ganze Stadt mit Einwohnern und alles Mögliche und da können sie sich dann quasi so uploaden in diese Welt von 1937 und sein Mentor, der Hennon Fuller, gespielt von Armin Müller-Stahl übrigens, der wird dann ermordet und der Hall selber, also unser Hauptcharakter, gerät unter Mordverdacht und tatsächlich hat er dann auch immer wieder so Erinnerungslücken, Er macht dann eben auch selber Nachforschungen, weil er eben selber schon fast glaubt, dass er den umgebracht hat, obwohl er eben keine Erinnerungen hat oder eben gerade deswegen.
Evi Und der kommt dann eben langsam drauf, dass vielleicht eben seine eigene Welt auch nicht echt ist.
Florian Das ist wirklich gespoilert.
Ruth Gut, aber dass seine eigene Realität nicht echt ist, ist ja schon voll der Spoiler, oder? Weil da kommt man wahrscheinlich erst später drauf.
Evi Ja, wobei ich jetzt nicht weiß. Also wie gesagt, wenn man sich den heute anschaut, kommt er wahrscheinlich schnell darauf, dass es wahrscheinlich auf das hinauslaufen wird. Genau, also dass eben er selber auch in einer Simulation lebt. Also ich verrate das Ende jetzt nicht, wie es dann ausgeht, aber es geht dann eben natürlich noch eine Ebene weiter.
Evi Und das Spannende am Film finde ich eben, dass es hier eben die Simulation selber, eine Simulation baut. Das finde ich ganz, ganz spannend bei dem Film auch.
Ruth Aber ist er ein echter Mensch oder ist er auch wirklich nur ein simulierter Mensch?
Florian Könnte das mit der Frage zusammenfassen, Ruth, bist du, was du denkst?
Evi Ja, richtig. Genau, hier schließt es sich wieder, der Gedanke, weil er eben auch meint, er ist echt und dann es Tatsächlich auch seine Einwohner oder Bewohner von Los Angeles 1937, die kriegen dann auch langsam Wind davon, dass sie vielleicht auch nur Simulationen sind. Ich glaube, jeder von sich, dass er ja echt ist.
Evi Und deswegen geht es darum, bist du wirklich das, wo du denkst, dass du es bist?
Ruth Aber was ich mich frage, war das so ein Late-90s-Thing? Oder ist das generell? Für mich als Teenager hatte ich auch so eine Phase, wo ich mir gedacht habe, das ist alles nicht echt. Ich lebe in einer Simulation und ich war dann irgendwie so zwischen, entweder ich bin die, ich glaube da war ich irgendwie so 14 oder so, und dann habe ich auch Sophie's Welt gelesen.
Florian Ah ja, stimmt.
Evi Das war auch die Zeit.
Ruth Ja, stimmt. Mein Vater ist Bibliothekar und hat mir dieses Buch gegeben und mich gefragt, was denkst du von diesem Buch? Lass mich wissen. Und in dem Buch ist irgendwie der Vater und deine Tochter und so weiter. Also es war so quasi verschachtelt irgendwie. Weil nach dem Lesen dieses Buches war ich auch irgendwie so, fuck.
Ruth Und dann habe ich mir gedacht, also entweder ich bin echt und ich lebe in einer Simulation und das hat irgendwas mit Aliens zu tun, oder ich bin eben auch nicht echt. Wirklich echt. Es ist genau dieses Thema als Teenager. Haben das alle Teenager oder war das irgendwie so ein 90er-Jahre?
Evi Das weiß ich nicht. Ich meine, das war ja bei mir auch genau die Zeit, die Matrix, Sertens Floys, glaube ich, dann auch noch Welt am Draht. Das ist ja eine 70er-Jahre-Verfilmung gewesen, auch von dem Thema eigentlich die erste, basierend auf dem, das finde ich übrigens sehr spannend, das basiert ja alles auf dem Buch Simulacron 3 von Daniel F.
Evi Galoi. Galois, das ist jetzt wieder die französische Aussprache, die ich nicht kann. Und der hat das in den 60ern schon geschrieben. Das finde ich wieder so spannend. Da war ja noch diese ganze das Computerzeitalter ja gerade am Entstehen und da hat er schon sowas geschrieben.
Florian Die Grundlage der Literarische für Matrix, der futurologische Kongress, das ist ja noch viel älter. Das ist ja Stanislav Lehm, glaube ich. Also das war schon was, was in der Welt war, diese Simulationshypothese.
Ruth Auf die Idee kommt man dann doch recht schnell, oder?
Evi Ja, anscheinend. Wenn man ja ganz weit zurückgeht, dann können wir ja bis zu Platon und dem Höhlengleichen sehr gehen. Das war ja danach schon das, wir sehen die Schatten und die wahre Welt ist irgendwo draußen. Vielleicht ist das etwas, was uns innewohnt, keine Ahnung, weiß ich nicht. Ich fand es damals auch sehr faszinierend, dass ich den Film damals das erste Mal gesehen habe.
Evi Vielleicht hat es mich eben auch, weil damals Teenager natürlich auch so einen Punkt getroffen, wo ich vielleicht gerade bei einer Entwicklung war, wo man sich denkt, vielleicht bin ich ein Alien.
Florian Ich habe Sophies Welt auch gelesen, da war ich glaube ich gerade kein Teenager mehr, das muss so Anfang 20 gewesen sein. und ich weiß nicht, vielleicht bin ich da der falsche Mensch für sowas, aber ich habe mir immer gedacht... Das geht doch nicht, das funktioniert doch nicht, wie soll die aus einem Buch rauskommen, das geht doch nicht.
Florian Ich fand es interessant als Sachbuch getarter Roman, die Geschichte der Philosophie, das fand ich interessant, das habe ich gerne gelesen, aber mein häufigster Gedanke war, das geht doch nicht, wie ich das gelesen habe.
Ruth Ja, eh, da hat man schon auch diesen Gedanken und ich habe dann auch so das Ding gehabt von wegen so, shit, vielleicht ist das Buch hinten noch leer und ich habe mich dann nicht getraut, das von hinten aufzumachen, Und ich wollte mir in der Sicht selber das Buch spoilern und dann schauen, was ganz zum Schluss steht.
Ruth Aber ich habe mich auch irgendwie wirklich dann nicht mehr getraut. Ich habe mir gedacht, Gott, was ist das? Und so, man hat irgendwie so diese Mischung aus, gib bitte, so ein Blödsinn. Und dann, weil es aber so gut geschrieben ist, ist man dann auch so, ähm, ähm.
Florian Was sagt denn die Wissenschaft? Geht das oder geht das nicht?
Evi Ja, also wie gesagt, der Gedanke ist in der Science Fiction schon länger bekannt oder in den Gedankenwelten. Eigentlich ist es ja ein Gedankenexperiment, wenn man so will. Es gibt dann auch tatsächlich einen Philosophen der 2003, weiß nicht warum, also eigentlich recht spät, finde ich jetzt, aber der Nick Wostrom hat im 2003 das Simulationsargument irgendwie veröffentlicht und irgendwie dürfte es da dann sehr eingeschlagen haben oder so in diese Überlegungen der Simulation, ob ihm alles simuliert ist und wir gar nicht real sind.
Evi Und ja, also es ist ihm vieles jetzt, wenn man das heute diskutiert, geht ihm auf ihn zurück. Und er, also seiner Überlegung ist es vereinfacht gesagt eben so, dass ja, wenn jetzt technologische Zivilisationen irgendwann so viel Rechenleistung besitzen, dass sie Simulationen bauen können, dann machen die das auch.
Evi Und wenn das dann unsere Vorfahren waren und das durchgeführt haben, Dann gibt es so viele Menschen in Simulationen, dass die Wahrscheinlichkeit dann höher ist, dass wir eigentlich simuliert sind, weil es dann so viele Simulationen gibt. Also das ist kurz gesagt so sein Ansatz.
Florian Dazu muss man auch sagen, dass Nick Bostrom einer der Hauptvertreter auch des Transhumanismus ist, was man bestenfalls freundlich als Pseudowissenschaft beschreiben kann. Und wenn man nicht so freundlich ist als apokalyptische Religion, oder wenn man ich ist, dann beschreibt man es als Quatsch. Aber da stehen sehr, sehr viele Menschen, sehr viele tech-affinen Menschen stehen voll auf diesen ganzen Transhumanismus-Quatsch.
Ruth Was ist das? Was ist Transhumanismus?
Florian Oh Gott, Rot, das willst du jetzt nicht aufmachen.
Evi Okay, das solltest du Florian nicht fragen. Ich habe es auch bald gemacht, den Fehler und ihn gefragt.
Florian Stunden später. Heißt ja, über den Menschen hinaus, wenn man es übersetzt aus dem Lateinischen. Da geht es halt im Prinzip, wenn du Transhumanist bist, dann willst du halt, dass quasi über den Menschen hinausgeht. Du willst eine künstliche Intelligenz bauen. Du willst den Menschen irgendwo irgendwelche Clouds uploaden. Du willst ein ewiges Leben haben.
Florian Also du willst halt den Menschen durch technologische Mittel, intellektuell, psychisch, physisch, besser, weiter, größer, anders machen. Das ist Transhumanismus.
Evi Also Elon Musk ist ja auch ein Transhumanist und deswegen geht es ja auch um diese ganze Maßbesiedelung und dieses den Menschen weiterentwickeln, aber eben mit diesem Technologie-Hintergrund, eben Bewusstsein hochladen und diese ganzen Sachen.
Florian Man kann dieses transhumanistische Konzept nicht umsonst kurz und prägnant zusammenfassen, dass sie den Übermenschen erzeugen wollen. Und wenn man sich dann überlegt, wer das schon mal wollte, dann ist man ungefähr in der Richtung, wo dieser Transhumanismus am Ende dann auch hinführt, wenn man ihn wirklich durchführen würde.
Florian Also ich kann mit dem Transhumanismus nichts anfangen. Das ist eine komplett menschenfeindliche Ethik, Religion. Und die ganzen Leute, die halt diesen vertreten, da kommt dann halt sowas raus wie die Simulationshypothese. Weil natürlich willst du als Transhumanist, dass die Menschheit irgendwie in Computer abgeloadet werden kann, dass wir alle selbst künstliche Welten in Simulationen schaffen können und so weiter, weil davon gehst du ja aus, dass das passieren wird.
Florian Und dann machst du halt solche komischen Argumente, wie es eben der Bostrom gemacht hat, der gesagt hat, Ja, wenn die Menschen das können, dann werden sie es machen. Und da wir Menschen das selbst machen wollen, werden wir es auch immer können. Und deswegen ist es so. Also so einfach gesagt. Unter der Voraussetzung, dass die Menschheit in der Lage ist, eine Simulation zu erschaffen, die sich von der Realität nicht unterscheiden lässt, kannst du daraus ableiten, dass wir in einer Simulation leben, die sich von der Realität nicht unterscheiden lässt. Aber das ist halt keine Wissenschaft.
Ruth If you open your mind too much, your brain will fall out, sagt man da dazu.
Evi Ich habe ein spannendes Paper dazu gefunden, und zwar von einem Astronomen, das würde euch freuen. Der David Kipping hat 2020 einen Paper, du kennst ihn persönlich?
Florian Nein, ich weiß, was er macht. Also ich kenne ihn persönlich.
Ruth Ich weiß, was er macht.
Evi Kenne ich, ja, ein Freund von mir. Auf jeden Fall hat er eben sich das genauer angesehen und hat dann eben ein Paper rausgebracht mit A Bayesian Approach to the Simulation Argument. Sein Ausgangspunkt war eben genau der, dass er meint, dass ja schon eigentlich dieser Grundansatz ist ja schon falsch gewesen, dass es diese Simulationen überhaupt geben kann und eigentlich muss man sich das so anschauen, dass man in die Wahrscheinlichkeit mit reinnimmt, dass das halt nicht möglich ist.
Evi Als Beispiel wäre es jetzt eben intelligentische Außerirdische kommen in jeder Galaxie vor, dann muss es Milliarden davon geben. Es gibt ja auch Milliarden Galaxien so in der Richtung. Und wir wissen aber eigentlich nicht, der, ob intelligente Außerirdische in jeder Galaxie vorkommen. Und genau das ist halt dann auch so sein Ansatz gewesen, sich das ihm anzuschauen.
Evi Er hat sich dann eben diese bayesische Statistik zugute geführt oder hat das an dem angewendet. Also du hast da so einen Ausgangspunkt, so eine Priverwahrscheinlichkeit und gibt dann aber immer wieder neue Informationen dazu und dann rechnen sich die Wahrscheinlichkeiten neu aus. Und er ist dann zu dem Ergebnis gekommen, wenn man sich anschaut, okay, gut, also es ist technisch möglich, Universen mit bewussten Wesen zu simulieren oder Oder grundsätzlich ist das unmöglich.
Evi Das heißt, du hast dann mal so eine 50-50-Chance. Also Boston kommt ja zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit dann ist, dass aufgrund dem, dass es dann so viele Simulierte gibt, du wahrscheinlich eine Simulation bist. Und bei ihm, beim Kipping kommt dann aber eben raus, ein bisschen mehr als 50 Prozent ist dafür, dass es nicht möglich ist, ein Universum zu simulieren.
Evi Und ein bisschen weniger unter 50 Prozent ist für die andere Möglichkeit, dass es grundsätzlich möglich ist. Und da geht es jetzt eigentlich gar nicht so darum, ob es möglich ist oder nicht. Er sagt jetzt nicht, es gibt keine Simulationen, sondern es geht darum. Eigentlich wie gehen wir damit um mit Sachen, die wir nicht wissen.
Evi Und er hat halt auch gesagt, ja, das ist halt etwas, wir wissen das nicht. Das heißt, wie willst du es berechnen, ob es überhaupt möglich ist?
Florian Ja, vor allem, wie willst du es berechnen, ob es möglich ist? Und vor allem, wir wissen ja noch nicht mal, wie ein Bewusstsein überhaupt funktioniert. Das sehen wir jetzt gerade bei den ganzen KI-Diskussionen, dass alle schon darüber diskutieren. Ja, meine KI, die redet so, die muss Bewusstsein haben und so weiter.
Florian Da gibt es auch ganz viele durchaus prominente Leute, die darauf reinfallen im Wesentlichen. So wie der Richard Dawkins, der da mit seiner KI gesprochen hat und dann anscheinend nicht gecheckt hat, wie KIs funktionieren. Und jetzt der Meinung ist, dass die KI intelligent ist und nicht abgeschaltet werden darf, sein Chatbot, den er da zu Hause gehabt hat.
Ruth Ja, die Leute werden halt alt.
Evi Ich finde das eben spannend. Diese Unsicherheit können wir nicht eigentlich bestimmen über die Möglichkeit von Simulationen. Das darf man halt nicht ignorieren.
Florian Ja, aber das tun halt so Leute wie Nick Bostrom, die halt einfach sagen, ja, das geht schon, wird schon gehen irgendwie. Und wenn es irgendwie geht, dann sind alle simuliert. Ich bin ja über der Hinsicht so ein bisschen pessimistisch. Also selbst wenn es möglich wäre, warum sollte man das machen? Das ist das Gleiche wie diese ganzen Alien-Botschaften.
Florian Warum sollten wir zu anderen Sternen fliegen? Warum sollten wir Botschaften ins Weltall schicken? Oder warum sollten Aliens das machen? Also warum gehen wir mal davon aus, dass alle unsere Science-Fiction-Wünsche erfüllen wollen? Warum glauben wir, dass Aliens da irgendwo leben und dann nichts Besseres zu tun haben, als irgendwelche gigantischen Sternenschiffe zu bauen, um durch die Galaxies zu fliegen?
Florian Ich meine, ja, eh, ist sehr cool, wenn man es macht, ich würde es auch machen. Aber warum sollten die das machen? Warum sollten die jetzt die Leute, weiß Gott, was für absurde Ressourcen aufwenden, um irgendwie eine Zivilisation zu simulieren? Also warum? Das frage ich mich immer.
Evi Ich habe die Antwort. Ich kann es dir sagen. Ja, Marktforschung.
Florian Ja, okay, gut.
Evi Ja, das ist der Grund in dem Buch bei Simulacron 3. Da ist es ja auch eine simulierte Welt und die ist als Marktforschungszwecken gegründet worden. Und ich finde diesen Gedanken so simpel. Und gleichzeitig so plausibel in seiner Aufmachung, weil genau das ist es ja oft, wenn du halt die ganzen, wenn du ein neues Produkt auf den Markt bringen willst, bla bla bla, also diese ganzen, ja, also jetzt eigentlich aus wirtschaftlichen Gründen oder eben politische, wie wirken sich bestimmte Sachen auf politische Systeme aus, bla bla bla, also Marktforschungssachen, wenn du deine eigene Stadt hast mit Bewohnern, die du da statistisch dann gut auswerten kannst. Es klingt so platt, aber eigentlich finde ich es ganz gut.
Florian Ja, aber das kriegt man doch einfacher hin. Ich meine, wir schweifen jetzt ab, aber ich weiß, dass es zum Beispiel in Deutschland gibt es so Test-Supermärkte. Also es gibt so große Supermärkte und auch kleine, die kriegen alle neuen Produkte zuerst. Und die sind dann an Orten, wo du einen repräsentativen Schnitt der Bevölkerung hast.
Florian Das heißt jetzt nicht, keine Ahnung, wer hättest jetzt nicht irgendwo im Zentrum von Berlin oder sowas, weil da ist die Bevölkerung anders als so. Aber dort, wo die Bevölkerung repräsentativ ist, gibt es solche Märkte und da kommen alle neuen Produkte zuerst rein. Kriege ich auch so hin, bräuchte ich ein komisches Universum simulieren.
Evi Ja, aber wenn du es kannst.
Ruth Ich denke mal, die Option, die natürlich attraktiv erscheint, ist, sich ein besseres Universum zu simulieren.
Florian Das soll mir sein, oder was?
Ruth Oder eine bessere Gesellschaft. Naja, eben nicht. Und darum, das ist ja auch genau das Argument. Das ist ja auch eigentlich das Bescheuerte an Matrix, oder Bescheuerte, warum es dann nicht geht. Weil warum, wenn man das schon so macht und da irgendwie eine Realität erschafft, wo ich entscheiden kann, was passiert, wieso passiert da so viel Scheiß?
Ruth Dann mache ich es doch so angenehm wie möglich.
Evi Nein, warum? Das ist ja wieder die Marktforschung. Kommt drauf an, was deine Fragestellung ist und was du herausfinden willst.
Ruth Der Markt will, dass es uns schlecht geht.
Florian Ja, aber das wäre dann ein interessantes Argument, das wahrscheinlich auch schon bei anderen gebracht hat. Aber das, was du gerade gefragt hast, Ruth, das ist ja jetzt kein Argument, das nur im Zusammenhang mit der Simulationshypothese existiert. Das ist ja die klassische jahrtausendealte Theodyssee-Frage.
Florian Warum lässt Gott das Schlechte auf der Welt zu?
Ruth Warum?
Florian Evi hat jetzt darauf geantwortet, ja, weil Gott anscheinend Marktforschung betreibt.
Ruth Marktforschung, so ist es. Das wäre eigentlich die einzige plausible Erklärung, dass es einen Gott gibt. Der Typ ist Pfad und der macht Marktforschung.
Florian Gott ist ein wahrerdeckter Kerl in der Agentur, dem Pfad ist. Ja, voll.
Ruth Nein, Evi, das ist, irgendwie macht es Evi.
Evi Das sage ich hier. Naja, da sehe ich, da kannst du halt immer die Parameter ändern. Da kannst du dann, okay, gut, wenn da jetzt die Arbeitslosigkeit hoch wird, was hat das für Auswirkungen?
Florian Wenn der Vollkoffer-Präsident von den USA wird.
Evi Schauen, was da passiert. Ja, also eigentlich ist die USA doch eigentlich ein gutes Beispiel, oder? Dass wir vielleicht auch in einer Simulation leben.
Florian Die USA, das habe ich immer gesagt, das ist ein gutes Beispiel für Zeitreisen, weil das ist eigentlich genau das, wo man so den ersten Teil einer Zeitreiseserie beendet. Du machst irgendwas, du willst irgendwie ein großes Unrecht in der Vergangenheit verhindern, machst das, kommst zurück, schaltest den Fernseher ein und siehst Donald Trump und all sind erbracht und denkst oh mein Gott, was habe ich gemacht?
Florian Und dann ist der Film aus und im zweiten Teil geht es weiter.
Evi Ja, genau. Ja, stimmt.
Ruth Wo ist der zweite Teil? Bitte, schnell.
Florian Ja, aber apropos Film, bevor wir da zu weit abschweifen in die Simulation, soll man sich den Film denn anschauen? Ist er denn gut?
Evi Ja, also tatsächlich, mir gefällt er sehr gut. Ich habe ihn auch erst vor kurzem wieder angesehen, weil nämlich bei Cosmoglatte, muss ich gleich ein bisschen Werbung machen, da habe ich mit Peter nämlich in Folge 80 über Simulationen gesprochen. Also da haben wir ein Special zu Leben wie in der Matrix, was ist, wenn die Welt nicht so ist, wie sie scheint.
Evi Also wer da gerne mehr dazu hören möchte, kann es euch da mal die Folge ansehen. Und mir gefällt der Film sehr gut. Also ich hatte eben in der kosmenglatten Folge mit Peter eine Diskussion darüber, wer ihn nicht so gut findet. Er bevorzugt einen anderen Film, der auch dieses Thema behandelt. Mir gefällt er, weil gerade die simulierte Welt von ihnen, 1937, die finde ich sehr gut gemacht.
Evi Ich mag diesen Handlungsstrang, dass die selber eine Simulation bauen, dann drauf kommen, dass sie ja auch eine Simulation sind. und weil es halt auch so ein bisschen, es hat so dieses ein bisschen viel Noir gemacht, Krimi-Elemente sind auch drinnen. Also es hat so ein bisschen einen Thriller eben auch mit dem Mord eben an den Hennen Fuller und von dem her finde ich ihn sehr gut und sehr sehenswert.
Evi Er ist halt nicht so actiongeladen wie Matrix.
Florian Also lernen Sie nicht Kung-Fu und bringen alle um.
Evi Nein.
Florian Schade. Dann schaut euch den Film an. Ich habe ihn so halb gesehen. Vielleicht schaue ich ihn mir auch nochmal komplett an und dann entscheiden, ob wir in einer Matrix leben oder nicht oder ob ich der einzige echte Mensch bin und alle anderen nicht. Oder umgekehrt, je nachdem.
Evi Dass man immer davon ausgeht, dass man selbst der echte Mensch ist und die anderen simuliert sind, oder? Keiner glaubt, dass er die Simulation ist.
Florian Ja, aber anders geht es ja nicht.
Evi Wieso? Es geht ja darum, dass die ganzen Genten und Dings da in den Simulationen, dass die eben auch ein Bewusstsein haben.
Ruth Naja, man weiß halt auch nicht, ob die anderen Leute auch echt denken. Von sich selber weiß man, dass man zumindest denkt. Und es könnte natürlich das Denken auch Teil der Simulation sein, ja. Aber von den anderen Leuten weiß man ja nicht einmal sicher, dass die denken.
Evi Ja, aber wir glauben ja auch jeder, dass wir denken, oder? Also ich glaube, dass ich denke.
Florian Ja, vielleicht glaube ich, dass du denkst.
Evi Und deswegen denke ich, oder wie?
Florian Genau.
Evi Okay, ich glaube, wir hören jetzt auf.
Ruth Aber dann, das ist so typische Coming-of-Age, das ist so ein Teenager-Phänomen und diese ganzen Transhumanisten-Idioten und Milliardäre, die sind halt dann einfach so ein bisschen in dieser Phase stecken geblieben, oder?
Evi Vielleicht, ja.
Ruth Irgendwann, wir werden halt erwachsen und stellen fest, ja, die Realität hat schon was für sich. Diesen Schritt haben die dann halt einfach nicht mehr gemacht, was auch viele andere Dinge erklärt.
Florian Wenn ich dieses Universum simulieren würde, dann hätte ich beim Simulieren dafür gesorgt, dass meine Sternengeschichten-Live-Folge am 3. Juni ausverkauft ist. Also ich habe jetzt das genutzt, um zur Veranstaltung überzuleiten. Und wenn ihr zu dem Schluss gekommen seid, dass ihr echte Menschen mit Handlungsmacht seid, dann kommt in die Kulisse in Wien.
Ruth Da gibt es am 3.
Florian Juni, das ist quasi morgen, wenn ihr diese Folge am Tag des Erschönen hört, kommt und schaut euch Sternengeschichten live an. Das letzte Mal vor dem Sommer, dass ich Sternengeschichten live aufführe. Das vorletzte Mal in Österreich. Es kommt nur noch im Herbst ein bisschen was. Also wenn ihr das sehen wollt, müsst ihr das jetzt bald machen.
Florian Und ich mache auch ein paar Sachen anders als bei meinem ersten Auftritt in der Kulisse. Also es wird die eine oder andere neue Nummer geben, falls ihr ein zweites Mal kommen wollt. Und ich glaube, die haben auch eine Abendkasse, also ihr könnt euch noch spontan entscheiden. Ansonsten habe ich für die nahe Zukunft nur noch ein bisschen was anzukündigen.
Florian Ich mache mal mit Das Universum weiter, weil da gibt es uns auch am 16. Juni. Am 16. Juni werden wir eine Folge von Das Universum live vor Publikum aufnehmen im Radiokulturhaus in Wien. Da müsst ihr euch auch Karten kaufen, weil da gibt es nur wenige Plätze. und die sind im Zweifelsfall bald ausverkauft. Noch gibt es, welche sehe ich gerade.
Florian Ist auch nicht teuer, kostet nur 12 Euro. Also da könnt ihr kommen, könnt ihr dann auch ein Bier trinken und dann diskutieren, ob wir alle simuliert sind oder nicht. Auch mit einer Expertin, weil im Publikum wird auch Evi anwesend sein. Also wenn ihr das austauschen wollt, dann kommt da vorbei.
Evi Und ich habe mein Ticket schon.
Florian Genau. Dann könnt ihr euch da mit Evi auseinandersetzen und Rudel und ich machen das, was wir halt auch so im Podcast machen und am letzten Mal auf der Bühne im Radiokulturs gemacht haben, nämlich, uns gegenseitig Geschichten erzählen über das Universum, Fragen aus dem Publikum beantworten und das werden wir auch diesmal machen.
Evi Oh, dann werden wir uns nicht mal eine Frage aus dem Publikum überlegen.
Florian Ja, kannst du gerne machen. Wir rufen nicht alle auf.
Ruth Oder vielleicht einfach nur einen Kommentar. Ich hätte keine Frage, mehr ein Kommentar.
Florian Genau, genau, machen wir das. Ja, das ist das letzte Mal auch, dass wir das Universum irgendwas live machen vor dem Sommer. Im Herbst kommt noch das eine oder andere. Science Buster Shows sind auch rar gesät gegen Ende des Junis. Da ist auch bald die Saison zu Ende. Wir sind noch am Samstag in der Papierfabrik Klein Neusiedel.
Florian Ich erkläre nicht, wo das ist, weil wenn ihr nicht wisst, was es ist, dann braucht ihr auch nicht hinkommen. Und wer weiß, was es ist, der weiß eh, wo es ist und kommt hin.
Ruth Nicht einmal ich weiß, wo Klein Neusiedel ist.
Florian Nicht einmal Neusiedel.
Ruth Oh, nicht einmal Neusiedel. Es ist sicher total nett dort, weil Fischermann ist auch idyllisch an der Donau.
Florian Also in der Papierfabrik war ich noch nicht, aber kommt da hin, wenn ihr wollt. Ansonsten kommt wohin, wo es durchaus sehr malerisch und nett ist, nämlich nach Millstadt am Millstättersee in Kärnten. Da gibt es die Science Busters am 9. Juni. Am 9. Juni im Kongresshaus Millstadt werden wir unsere Show Weltuntergang für Fortgeschrittene aufführen. Und dann gibt es noch einen letzten Auftritt, nämlich am 14.
Florian Juni im Stadtsaal in Wien. Oh, Entschuldigung, es gibt noch einen vorletzten Auftritt und zwar am 12. Juni in Bad Schallerbach. Das haben wir nicht vergessen. Bad Schallerbach werden wir auch nochmal auftreten. Und dann am 14. Juni in Wien im Stadtsaal. Weltuntergang für Fortgeschrittene, das letzte Mal vor dem Sommer.
Florian Was machst du, Ruth, außer nach Innsbruck fahren?
Ruth Ah, wann reicht das nicht? Ist das nicht genug? 11.
Florian Juni in der Bibliothek Innsbruck. Das habe ich noch vom letzten Mal notiert. Wenn du was anderes machst, dann sag es jetzt oder schweig für immer.
Ruth Genau, es gibt, also ich weiß nicht, ob sie da schon Karten und so verkauft haben. Ich nehme mal an, dass das mit Anmeldung ist. Auf jeden Fall ist am Donnerstagabend um 19 Uhr die Erwachsenenvorführung im mobilen Planetarium und am Samstag Nachmittag um 14 Uhr eben für Kinder in Innsbruck in der Stadtbibliothek.
Ruth Da ist es sehr nett und die Leute sind sehr nett. Wird sicher eine schöne Zeit. Und dann bin ich, weil das noch nicht reicht, am 14. Gleich am Tag drauf, am Sonntag beim Open Campus, das Institute for Science and Technology, Austrian, machen wir auch, Planetariums-Show. Ich mache nur die ersten zwei und Doro ist dann ab 14 Uhr dran.
Ruth Aber kommt dort auch hin.
Florian Macht das.
Ruth Macht das. Und dann haben wir noch am 20. das Kreuzelfest am Grimhildplatz. Im 15. Bezirk in Wien. Ab 15 Uhr gibt es ein paar Planetariumsvorführungen. Das ist auch immer sehr nett. Da gibt es auch dann irgendwie eine Zirkusshow. Und es gibt auch Musik dann nachher. Hoffentlich erst nachher. Also kommt vorbei.
Florian Hast du schon alle deine Buchvorstellungen abgeschlossen, Evi?
Evi Ja, ich bin fertig. Also wer es verpasst hat, tut mir leid.
Florian Ja, dann müsstet ihr euch das Buch auf einem Café im All einfach so kaufen und schauen, dass ihr irgendwo mal vorbeikommt, wo Evi sich auffällt. Dann könnt ihr auch eine Unterschrift drin haben. Aber Buchvorstellungen gibt es vor dem Sommer derzeit nicht mehr.
Evi Also für erst sind jetzt keine weiteren Termine geplant.
Florian Okay, dann haben wir die Veranstaltungsrubrik auch beendet. Kommen zur Kontakthinweis-Rubrik. Sag ich auch nochmal, wenn ihr uns Fragen schreiben wollt, dann schreibt sie an fragen.at.at. Wenn ihr uns sonst was mitteilen wollt, dann teilt das unter hello.at.at.at. Und da haben wir noch, das sag ich jetzt, weil Evi jetzt auch dabei ist, einen Hinweis bekommen von Clemens, der sich, der sagt, er will jetzt mal klugscheißen und mich kritisiert, weil ich mich...
Florian Ich hab das sogar gewusst, was Clemens schreibt, aber mir ist das nicht eingefallen in der Situation. Ich hab mich...
Ruth Sagen Sie alle nachgenommen. Ja, ja, natürlich habe ich das gewusst. Also was?
Florian Es geht darum, dass wir in der letzten Folge von Science Frames über Wallace und Cormac gesprochen haben. Wie Wallace seine Rakete gebaut hat und zum Mond geflogen ist, weil der aus Käse ist. Wenn ihr euch erinnert, liebe Hörerschaft. Und ich habe mich darüber beschwert, dass die Rakete schon ein bisschen basic war, weil sie mit einem Streichholz gezündet wurde.
Florian Aber ich habe mich Clemens erinnert, dass tatsächlich die Soyuz-Raketen auch im Wesentlichen mit Streichhölzern angezündet werden.
Ruth Nein.
Florian Die haben da unten so überdimensionale Birkenholzdinger drinstecken, über die dann die Zündung funktioniert.
Evi Okay, cool.
Florian Man geht jetzt nicht mit dem Streichholz hin und zündet es an, sondern das hat irgendeinen Zweck in der ganzen Technik. Aber im Wesentlichen sind es überdimensionale Zündhölzer im Sojus-Zündsystem.
Ruth Also Zündhölzer ist jetzt wahrscheinlich die falsche Vorstellung.
Florian Ich habe das mal irgendwo gelesen und ich wollte es dann verifizieren. Und dann habe ich aus zu wenig Zeit oder zu wenig Informationsgefunden, habe ich das nicht mehr entsprechend verifizieren können und habe es dann gelassen. Aber jetzt haben wir eine zweite Quelle, jetzt muss es stimmen.
Ruth Ah, cool. Ja, und Clemens, jetzt sehe ich es, Clemens hat ja auch noch den Link zu einem Foto geschrieben. Geschickt, wo man das sieht. Also das sind so Holzlappen. Es sieht im Mittel so aus wie so ein überdimensionierter Zollstock, wie so ein Metermaßstock, den man in der Schule manchmal im Matheunterricht hat.
Ruth An Schnüren lustig. Ja krass, wusste ich auch nicht. Vielen Dank für diese Info, Clemens.
Florian Also Wolle es und Cormitt doch Astreide Hart Science Fiction gefunden hat.
Ruth Und wer hätte was anderes erwartet.
Evi Ich suche nur Qualitätsfilme aus, bitte.
Florian Also wenn ihr auch Feedback habt, dann bitte an hello at das Universum.at Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann könnt ihr es so machen wie Andreas, den wir zu Beginn der Folge schon erwähnt haben und uns bei Gelegenheit einen Umschlag zustecken. Oder ihr nützt die Möglichkeiten, die Ruth jetzt vorstellt.
Ruth Genau, wir sind natürlich von niemandem sonst finanziert, außer von euch. Wie ihr wisst, wir kriegen kein Geld von Spotify oder von sonst irgendeiner lustigen Plattform. Wollen wir auch gar nicht. Und naja, wir kriegen von euch Spenden, ihr seid die Besten. Also immer wieder große Geldmengen von euch, das ist wirklich großartig, weil natürlich haben wir da jetzt auch hin und wieder mal die eine oder andere Kostenstelle abzudecken, was technisches Equipment und so weiter angeht und natürlich auch unsere Zeit.
Ruth Aber ja, ihr seid die Besten, wie immer. Gibt es die Möglichkeit, uns über PayPal zu unterstützen, an Spenden, at das Universum.at Und das haben seit dem letzten Mal wieder ein paar Leute gemacht, nämlich Thomas, Chris, Reinhardt, der schon anfangs erwähnte, prostiert euch nicht, Reinhardt, danke. Sehr großzügige Summe auch. eigentlich alles, auch wieder großzügige Großspender.
Ruth Sascha, Markus und Christian. Ganz herzlichen Dank. Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit über Steady oder Patreon ein Abo abzuschließen, wo wir dann regelmäßig, automatisch von euch gehen. Das ist natürlich auch nett, weil dann wissen wir, womit wir zu rechnen haben schon. Seit dem letzten Mal war das Isudemu.
Ruth Hat mich irgendwie ein bisschen an Zwiedemu erinnert. Zwischen den Museen. Das ist in Wien ein Ort, wo sich junge Leute treffen. Zwischen den zwei großen Museen. Das ist so ein netter Park und das nennen sie Zwiedemu. Sagt man das noch? Sagen junge Leute das noch?
Florian Ich kenne keine jungen Leute. Ich habe schon gar nicht geblieben.
Ruth Sagt Bescheid, ob ihr das noch sagt, wenn ihr jung seid und zuhört. Wie auch immer, ich zude muh. Ganz herzlichen Dank für dein Spenden-Abo.
Florian Vielen Dank, viel, vielen Dank. Unterstützt uns, weil das ist gut.
Ruth Genau. Und damit sind wir ja auch wirklich durch und können nur sagen, danke fürs Zuhören und wir kommen wieder, keine Frage, denn heute ist nicht aller Tage.
Florian In 14 Tagen gibt es die nächste Folge. Das ist die Folge, die wir an dem Tag veröffentlichen, an dem wir gleichzeitig auch im Radio Kulturs auftreten. Aber es wird nicht die Folge sein, die wir im Radio Kulturs aufnehmen. Die kommt ein bisschen später, weil es kommen noch viele Folgen, wie immer, alle zwei Wochen eine.
Florian Und bis zur nächsten Folge sagen wir Tschüss.
Ruth Macht es gut.
Evi Bis zum nächsten Mal. Tschüss.