Die Boss - Macht ist weiblich· Folge 151

Heikedine Körting: Die Königin der Hörspiele

Mittwoch, 14. Oktober 2026 · 1 h 01

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Shownotes

Ihr Name ist nicht jedem ein Begriff, aber ihre Hörspiele kennen Millionen: Heikedine Körting ist die Frau hinter berühmten Reihen wie „Die drei ???“ und „TKKG“. Was die studierte Juristin scherzhaft ihr „zeitaufwendiges Hobby“ nennt, hat längst Geschichte geschrieben, niemand anderes hat die „Generation Kassette“ so geprägt wie sie.

Für das Label „Europa“, heute Sony, hat sie mehr als 3000 Märchen, Abenteuergeschichten und Geisterstorys produziert. Sie steht als erfolgreichste deutsche „Märchentante“ im Guinness Buch der Rekorde und wurde für ihre Leistungen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Im Gespräch mit Multi-Aufsichtsrätin Simone Menne erzählt die 81-Jährige wie sie im Laufe der Jahrzehnte mehr als 100.000 Geräusche produzierte, um den Geschichten Leben einzuhauchen. Manchmal taucht sie – wie Hitchcock in seinen Filmen – auch selbst in versteckten Rollen auf, etwa als sprechender Vogel, gruseliger Wecker oder als kicherndes Hexenhandy. Sie verrät, welche Rituale sie mit den ???-Sprechern pflegt und wie sie nach mehr als 50 Jahren einen Hochzeitsantrag annahm.

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Buch: C. R Rodenwald: Heikedine Körting. Die Königin der Hörspiele", Langen-Müller 2025, 320 Seiten.

+++"Die Boss" ist ein Podcast von RTL+.
Gastgeberin: Simone Menne.
Redaktion: Alexandra Frank, Kirsten Frintrop, Isa von Heyl, Sarah Klößer und Sarah Stendel.
Mitarbeit: Lara Asmann.
Projektmanagement RTL+ & Schnitt: Kirsten Frintrop und Alexandra Frank.
Postproduktion & Sounddesign: Aleksandra Zebisch.+++
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Ich hatte natürlich dann auch Lust, gleich dann den sogenannten Papagei zu sprechen. Also den krechze ich dann immer, indem ich dann, wenn es Telefon geht, dann eben rufen muss. Telefon, Telefon oder so. Und dann auch mal schimpfe ich auch manchmal, dass die mir nie was zu essen geben. Und so ab und zu kreische ich dazwischen.

Und da gibt es Leute, die finden das ganz wunderbar. Und es gibt aber auch Hörer, habe ich auch schon mitgekriegt, dass sie sagen, um Gottes willen, was kreischt die da immer dazwischen? Guten Tag, mein Name ist Simone Menne, ich bin die Gastgeberin vom Stern-Podcast Die Boss. Und heute spreche ich mit der Schöpferin einer Legende. Sie ist Produzentin von Hörspielen und Hörspielserien und eine davon ist Die Drei-Fragezeichen.

Eine Serie, die seit 50 Jahren läuft. Aber auch andere Erfolgsserien werden von ihr produziert, zum Beispiel TKKG, oder Fünf Freunde und Hanni und Nanni. Und manchmal spricht sie in diesen Hörspielen auch selbst. Sie hat eine Eintragung im Guinness Buch der Rekorde als Deutschlands erfolgreichste Märchentante und sie ist die Trägerin des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Ich spreche heute mit Heike Diene-Körting und freue mich sehr darauf, alle diese Geheimnisse und Geschichten darüber zu hören. Und als erstes, Frau Körting, danke, dass Sie dabei sind. Und ich freue mich sehr herzlich, dass ich mit Ihnen sprechen darf und ein bisschen erzählen kann aus dem Leben meiner Hörspielwelt.

Prima. Meine erste Frage wäre, Sie hören ja auch Hörspiele. Haben Sie gerade einen Favoriten, den Sie unseren Hörerinnen und Hörern empfehlen würden? Ja, ich würde sagen, alle die, die jetzt zuhören und noch nicht bei drei Fragezeichen sind, Und denen würde ich raten, nochmal auf die allererste Folge einzugehen, nämlich den Superpapagei.

Damit hat ja alles angefangen. Das ist zwar in der Buchreihe nicht die Nummer eins, aber es hat mir seinerzeit, als ich die Bücher in die Hand bekommen habe, am meisten Freude gemacht. Und ich hatte natürlich dann auch Lust, gleich dann den Münner, diesen sogenannten Papagei, zu sprechen. Also das würde ich jetzt als erstes raten.

Okay, also das ist ja Wahnsinn, diese Serie läuft seit 50 Jahren. Wie sind Sie damals da drauf gekommen? Also, ich habe ja schon einige Serien vorher gemacht, hatte angefangen mit Huibu, dann Fünf Freunde, Hany und Nanni. Und dann fiel mir eines Tages über eine kleine Kindergruppe, die ich immer hatte. Einmal die Woche habe ich mich besprochen mit anderen Kindern.

Was findet ihr denn toll und was findet ihr schön? Und da brachte mir der eine Freund meines Neffens dieses Drei-Frage-Zeichen-Buch, beziehungsweise gleich zwei. Und sagte mal, Herr Gedede, kennst du die? Hatte ich noch nicht gekannt und dann habe ich mich die sofort verschlungen und habe gewusst, das ist genau das, was wir brauchen, genau das, was die Fantasie anregt, was spannend ist, was im Ausland ist.

Und muss man sich mal vorstellen, vor knapp 50 Jahren bedeutete das ja noch viel, viel, viel mehr als heute, wo auch die jungen Leute oft hin und her fliegen auf der Welt. Das heißt, Grundlage waren immer Bücher, wo Sie selber gesagt haben, okay, das sind Bücher, die super sind für Kinder und die man aber auch gut umsetzen kann dann in Hörspiele.

Ganz genau. Das ist ja ganz wichtig, dass da so viel Stoff drin ist, der eben geeignet ist für Hörspiele. So hatte ich zum Beispiel damals auch Harry Potter in die Hand gekriegt oder ein bisschen später natürlich. Und da hatte ich gedacht, daraus möchte ich auch Hörspiele machen. Aber da war der Stoff leider schon vergriffen. Aber das ist schon richtig.

Es muss also eine gehörige Portion fantasievolles etwas in diesen Büchern sein und auch mit einem gewissen Anspruch. Also die sind ja nicht so ganz einfache Bücherchen, sondern das sind schon Sachen, wo die Kinder auch mitdenken müssen und mitraten können und das ist eigentlich immer sehr wichtig dabei.

Können Sie sagen, wie viele Hörspiele Sie produziert haben? Ja, so annähernd 3000, alles zusammen. Wahnsinn, ja. Ja, da sind wir ja eigentlich schon bei Ihrer Aufgabe, weil so klar ist Menschen, glaube ich, gar nicht, was macht denn eigentlich eine Produzentin von Hörspielen. Das heißt, Sie suchen aus, was der richtige Stoff ist.

Machen Sie dann auch das Casting, also wer sind die richtigen Sprecher oder ein Drehbuch? Also wenn ich es mal von hinten aufrolle oder machen wir von vorne aufrollen. Angefangen habe ich eigentlich damit, dass ich selber Hörspiele, also beziehungsweise Bücher umgearbeitet habe, um daraus Hörspiele zu machen.

Denn der Bäuermann, der später ja mal mein Mann wurde, der hatte ja bereits angefangen mit dieser Serie. Und ich habe zunächst eben nur umgearbeitet. Dann hatte ich neugierig immer hineingeschnüffelt ins Studio. Und dann ist so Stückchen für Stückchen mehr dazu gekommen. Und jetzt bin ich also schon sehr, sehr lange die direkte Produzentin.

Das bedeutet, ich suche die Stoffe aus. Heutzutage wird es auch gesprochen mit den Produktmanagern. Inzwischen ist das ja die Firma Sony, für die ich arbeite. Und da kriege ich also das Buch in die Hand, gebe einem Autoren die Aufgabe, das umzuarbeiten für ein Hörspielmanuskript. Wenn das dann fertig ist, dann wird es auch abgeglichen eben mit den entsprechenden verantwortlichen Menschen.

Und dann setze ich mich ran schon beim Lesen des Hörspiels. Ich lese es, Ich mache meistens nicht so gerne erst schon das Buch, sondern lieber gleich das Hörspielbuch, um zu verstehen, dass nicht etwas schon in meinem Kopf ist. Und ich glaube, das kenne ich auch schon irgendwie, damit ich auch weiß, das Hörspiel ist in sich geschlossen und richtig.

Und dann beim Lesen ist es schon häufig so, dass mir dann einfällt, oh, die Stimme, die könnte zu dem passen, die könnte dorthin passen. Also ich mache die Besetzung der Hörspiele, suche seinerzeit die Kinder, heute auch natürlich nochmal die Kinder, aber meine Kinderchen, wie die Fragezeichen oder TKKGs oder die fünf Freunde, da habe ich damals, glücklicherweise einen sehr guten Griff getan.

Denn alle die drei, ich nehme jetzt mal nur die drei Folgen, alle die sind ja auch großartige Schauspieler geworden. Und Synchronsprecher und Unternehmer und alles. Und Sie sprechen immer noch bei den drei Fragezeichen. Und immer noch. Das ist unglaublich. Ganz genau. Genau, also jetzt bei den Fragezeichen, das ist jetzt 47 Jahre und wir sitzen hier auch gerade bei mir im Studio, können Sie ja jetzt nicht sehen natürlich, aber da sitzt links von mir, sitzt dann Oliver Rohrberg, rechts, Ian Swabacek und dann gegenüber sitzt Andreas Fröhlich.

Die drei Schauspieler aus den drei Fragezeichen. Justus Jonas, Peter Shaw, Bob Andrews. Und da sitzen sie auf ihren Stühlen rund um den Tisch. Ja, nun seit 47 Jahren auch immer genau auf demselben Platz. Da darf kein anderer sitzen. Wie cool. Wenn Sie schon so lange diese Aufnahmen machen und dann auch immer gleich zusammensitzen...

Gibt es ein gemeinsames Ritual, wo Sie sagen, ey, das schweißt uns zusammen? Ja, so in etwa einmal dieses, dass sie hier so doch relativ nah beieinander sitzen und sind. Und dass wir eben aber auch nicht nur arbeiten, sondern auch Spaß machen. Also als sie doch Kinder waren, wirkliche Kinder waren und bei uns auch übernachtet hatten, wenn wir ein ganzes Wochenendeaufnahmen gemacht haben, dann gingen wir also auch mal los, Sie haben ein Ruderboot genommen und sind dann durch die Kanäle gerudert oder sowas ähnliches.

Und immer gehört auch ein Steakessen dazu. Das muss immer sein. Das muss immer sein. Sehr gut, das ist ein Ritual, ja. Und Sie sind dann auch immer dabei bei den Aufnahmen? Ich bin nicht nur dabei, sondern ich mache alles. Also ich mache sowohl die Regie, ich sitze am Mischpult, ich horche erstmal natürlich ab, wie kommen die Stimmen, wie kommt das in den Mikrofonen, wen haben wir da jetzt alles beordert.

Sehr, sehr gerne habe ich ja das mindestens die Hauptrollen, alle mit den Dreien oder mit den Vieren, wer jetzt gerade da ist, gemeinsam sprechen. Und dann sitze ich also am Mischpult und mache auch die Tontechnik. Also das war ja, früher habe ich auch mal kurz im Rundfunk eine Kleinigkeit gemacht, da ging das ja nicht, da ist natürlich der Tontechniker, der es vielleicht auch viel besser kann noch als ich.

Aber der große Vorteil gegenüber dem, dass man einen zweiten Menschen hat, mit dem man sich austauschen muss, habe ich den direkten Kontakt zum Schauspieler. Der sitzt, also ich sehe ihn konfrontiert und kann dann auch sehr schnell sagen, das ist gut oder das ist nicht so gut, das sage ich selten. Ich sage meistens immer, das war schon mal ganz toll und nun machen wir es vielleicht noch ein kleines bisschen besser und noch ein bisschen spannender.

Also ich mache Ton, Regie, Besetzung und... Alles, alles, alles. Ganz früher habe ich alles komplett allein gemacht, aber heute eben seit vielen Jahren ist dann auch meistens dann die entsprechende Produktmanagerin dabei, die letztlich über Sony die Hauptverantwortung hat. Aber es ist dann schon so wie ein Regisseur beim Film auch, dass Sie sagen, diese Szene müssen wir nochmal wiederholen, da muss der Pepp rein oder da sollte man lachen oder wie auch immer.

Ganz genau, ganz genau. Oder ich sage auch, dass ich selber vielleicht einen, Aussteuerfehler gemacht habe. Meistens ist es so, dass wir, also die Schauspieler, Kinder oder auch Älteren oder alle Schauspieler kriegen ihre Manuskripte immer rechtzeitig vorher und sie sind auch eigentlich... Fast ohne Ausnahme tipptopp vorbereitet, das ist schon sehr wichtig.

Also ich habe auch schon mal erlebt, dass dann welche kommen und fangen so an, hier das Lesen zu üben. Dann habe ich schon mal gesagt, weißt du was, pack deine Sachen nochmal. Üb mal zu Hause ein bisschen nett und dann treffen wir uns wieder. Also insofern habe ich eigentlich, mir ist es wichtig, dass ich bei den Schauspielern Menschen aussuche, die zu der Rolle passen.

Ich werde sie nicht durch meine Vorsagen oder durch meine, eigene Artikulation dazu bringen, dass sie sich so oder so oder so ausdrücken, sondern ich versuche, welche zu kriegen, die von ganz alleine schon genau in die Rolle reinpassen. Und dann brauche ich eigentlich nur noch zu korrigieren, vielleicht das ein-, zweimal machen. Meistens werden wir immer eine kleine Szene ansprechen, damit jeder weiß, wie hat er vielleicht auch zu reagieren.

Und ich auch, wenn ich meine vielen verschiedenen Knöpfe drücken muss oder meine vielen Regler schieben muss, dass ich das auch wirklich anständig mache. Ja, und dann heißt es, Aufnahme läuft. Und wie lange dauert das, bis man so eine Serie aufgenommen hat? Wie oft müssen Sie da zusammensitzen? Also wenn ich mal von ganz früher rede, da haben wir dann schon 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 oder wie viele Versionen auch probiert.

Bis es dann geschnitten wird. Heute sind ja gerade die Schauspieler, von denen wir jetzt gerade sprechen, sagen wir nur in drei Fragezeichen, die sind ja so versiert und haben es so oft gemacht. Man darf nicht denken, dass es jetzt Routine ist und das ist ja sowieso immer. Jedes ist wieder ganz neu und jedes ist auch ganz wieder neu zu erarbeiten, aber die sind ja so großartig und verstehen sich auch untereinander so gut, Also das Zusammenspiel...

Schon von denen ganz alleine angeboten wird. Sonst wäre es ja auch nicht so ein Erfolg, wenn nicht das alles passen würde. Die Chemie zwischen ihnen allen muss stimmen. Man geht aufeinander ein und nach so einer langen Zeit. Und das Interessante ist ja, die Herren sprechen immer noch. Die verstellen ihre Stimmen nicht und das kommt trotzdem immer noch super an.

Ja, und zwar ist es so, dass die die Stimme in keinster Form verstellen. Das fände ich auch nicht schön oder fänden sie selber auch nicht schön. Aber in dem Moment, wo sie in die Rolle reinschlüpfen, den Justus oder den Peter, da merkt man, dass die Stimme sich schon ein wenig verändert und irgendwie automatisch jünger wird.

Das ist ganz erstaunlich, wie die da so hineinrutschen. Gut, wenn wir jetzt mal was auflegen, was wir vor 40 Jahren gemacht haben und dann das Vergleichen mit heute, ist natürlich ein gewaltiger Stimmenunterschied. Aber die Stimmart und die Betonungsart und die Lust dabei, die ist genau die gleiche geblieben. Okay, herrlich.

Gehen wir nochmal zu den Anfängen. Sie haben gesagt, am Anfang haben Sie selber Skripte geschrieben und haben dann schon bei diesem Hörspiellabel Europa gearbeitet und der Mitgründer ist hinterher ihr Ehemann geworden. Ja, also ich habe ja nie im Leben geglaubt, dass ich etwa eine Hörspielreduisseurin für mein halbes Leben oder für mein Leben bleibe, sondern ich habe das gemacht als Zuverdienst am Anfang für mein Studium, weil ich das nicht ganz und gar von zu Hause finanziert bekommen konnte.

Da hatte ich also alles Mögliche auf dieser Welt gejobbt und gemacht und dann eben unter anderem auch bin ich eben an den Bäuermann geraten mit der Firma, mit dem Special Label Europa. Und bin dann mal, nachdem ich erst in Genf meine juristischen Semester gemacht hatte und nach Hamburg zurückkam, bin ich dahin marschiert und habe gesagt, ja, ich möchte da mal was jobben.

Und da durfte ich dann als erstes die kleine Seejungfrau oder die kleine Meerjungfrau umsetzen in eine Hörspielform. So begann das bei mir. Und dann. Bin ich ja von Natur aus irgendwie ein Macher. Ich muss immer machen. Und da habe ich natürlich Stückchen für Stückchen mich vorgearbeitet. Immer mehr.

Ja, cool. Und wie kam jetzt, also Sie haben eigentlich Rechtswissenschaften studiert. Also war der Wunsch, Rechtsanwältin oder Richterin zu werden. Ja, ja. Und dann haben Sie aber festgestellt, andere Sachen machen mir mehr Spaß. Ja, also ich bin beides oder mache auch immer noch beides. Ich habe dann, als ich mein zweites Staatsexamen gemacht habe, Da hatte ich dann natürlich, sagen wir mal, ein bisschen wenig Zeit für die Juristerei.

Habe es aber immer nebenbei auch noch gemacht und mich dann ein wenig spezialisiert auf Urheberrecht. Also ich bin dann nicht, habe möglichst keine Fälle übernommen, die streitbar sind, wie Ehescheidung oder Mietrecht oder sowas. Das habe ich dann immer abgegeben an Kollegen, die das vielleicht besser gemacht haben als ich.

Aber ich bin auch bis heute immer noch am Oberlandesgericht zugelassene Rechtsanwältin und das nenne ich auch meinen Beruf. Und das andere ist mein Hobby. Ein sehr zeitraubendes Hobby. Was schon super spannend ist. Also wenn ich das sagen darf, Sie sind jetzt 81, richtig? Ja, genau. Wo andere sagen, um Gottes willen, ich bin viel zu alt.

Und sie sind immer noch aktiv und sogar bei beiden Sachen. Sowohl bei den Hörspielen als auch dann offensichtlich im Oberlandesgericht. Hält das jung? Sagen wir mal so, ich fühle nicht. Ich weiß zwar, wie alt ich bin, aber man fühlt das irgendwie ja nicht. Man wächst hinein, man wird älter. Man merkt vielleicht auch schon mehr Zipperlein als irgendwie jüngere Leute.

Aber man ist sich nicht immer dessen bewusst. Jetzt habe ich zum Beispiel gerade vorgestern mit Nicole Heester, einer wunderbaren Schauspielerin. Die musste eine Diva spielen, eine großartige Aufnahme gemacht mit Geisterjägern dazu. Und dann habe ich gesagt, das ist unglaublich. Sie macht das mit, ich glaube, 88 Jahren oder 89. Wie kann man das noch so gestalten?

Hoch. Und dann habe ich plötzlich überlegt, ich bin ja auch schon 81. Das sind Trend ja nur sieben, acht Jahre. Aber wie gesagt, ich bin heilfroh, dass ich noch gesund bin und kann und darf. Auch, dass die Firma Sony könnte ja auch mal sagen, ich habe es auch schon öfter angeboten, sagen, ja, nun gut, liebe Heike Diene, nun ist es aber gut.

Es gibt ja viele Nachfolger. Es gibt ja viele Nachfolger. Und die machen halt dann die anderen Serien, die Sony hat, wie die Ausrufezeichen oder Fragezeichen Kids oder Fünf Freunde, Junior. Aber ich mache und demnächst treffe ich mich auch wieder mit dem Chef von Sony, der kommt, wenn wir zusammen schön essen gehen und besprechen gehen.

Und jedes Mal befleißige ich mich auch zu sagen, ihr müsst ehrlich mit mir sein, wenn ihr nicht mehr wollen würdet, ist es auch kein Problem. Ich habe genug anderes um die Ohren. Aber bis jetzt ist es so, scheint es so, als ob ich weitermachen kann bis an mein Lebensende. Wie schön, wie schön. Das ist doch auch eine tolle Sache, oder?

Ja. Also ich glaube schon, dass sowas jung hält. Also ich kenne eben auch Menschen, die mit 60 sagen, jetzt ist Schluss. Ja. Aber wenn man dann keine Herausforderungen mehr hat, dann altert man schneller, als wenn man sagt, ich möchte noch das machen und ich möchte noch das erreichen und es macht mir Spaß und es macht ihnen ja offensichtlich Spaß. Richtig.

Und ich kann mich auch erinnern, als ich noch jung war und machte noch Baba, Hanni und Nanni im Wesentlichen im Gange, da hatte ich zu tun mit einer Redakteurin vom Kinderfunk. Die aber irgendwie nicht so richtig wusste, dass es Schallplatten gibt. Wie auch immer, egal. Auf jeden Fall weiß ich mich noch zu erinnern, dass ich dachte, mein Gott, die ist doch jetzt bald 60, dann ist doch auch genug, da kann man doch auch aufhören.

Und dass ich jetzt 21 Jahre später immer noch dabei bin, finde ich sehr glücklich, glückhaft. Es macht mir Freude, aber natürlich auch nicht nur Freude. Es ist viel, viel Disziplin dabei. Wir haben ja immer feste Abgabetermine, das und das muss dann fertig werden. Und das ist ganz egal, ob jemand krank ist, ob was schief geht, ob man nochmal was neu machen muss.

Und das habe ich toll, toll, toll mein Leben lang jeden Termin einhalten können. Da bin ich auch stolz drauf. Super, ja, da können Sie auch stolz drauf sein. Sie haben auch einen Eintracht im Guinness-Buch der Rekorde als Deutschlands Märchentante. Ist das auch was, worauf Sie stolz sind oder ist das etwas, wo Sie sagen, Märchentante, ich mache eigentlich mehr, als eine Märchentante zu sein?

Ja, wobei, es ist mir ganz egal, ob ich Märchentante bin oder die Märchenoma oder die Märchenkönigin oder manchmal werde ich auch noch ein bisschen höher beziffert. Aber das fand ich damals schon ganz genial. Fand ich irgendwie ganz toll, ins Guinness Buch der Rekorde zu kommen. Ja, ist es auch. Und dann ist es auch völlig wurscht, wie sie das nennen oder warum sie das nennen.

Das ist eigentlich ganz egal. Da habe ich kein Problem damit. Ich sage auch schon immer, als wenn da mich jemand mal auch sagt. Ich war ja dann erst die Märchenprinzessin, dann wurde ich die Märchenkönigin. Und ich sage dann schon immer, also ihr könnt auch genauso sagen, ich bin jetzt die Märchenoma, wobei ich leider ja im Augenblick gar keine Märchen mehr produziere. Das würde ich sehr gerne machen.

Es hat mir viel, viel Freude gemacht und viel bedeutet. Ja, also, aber wie Sie sagen, Sie sind ja eigentlich schon ziemlich ausgefüllt mit allem, was Sie derzeit tun. Das stimmt allerdings. Wenn ich nicht mein Tagewerk beginne, morgens, sagen wir mindestens um fünf oder sechs, dann würde ich das, glaube ich, alles auch gar nicht schaffen können.

Ja, Wahnsinn. Also ich finde es ganz toll, was für eine, also ich habe ja am Anfang gesagt, Legende, diese drei Fragezeichen sind. Ich habe ja in der Vorbereitung auf unser heutiges Gespräch mit vielen Leuten gesprochen. Ich bin ein kleines bisschen zu alt. 1979 war ich 19. Aber alle, die ein bisschen jünger sind, kriegen glänzende Augen.

Und zwar, weiß ich nicht, 40-Jährige, aber auch Kinder immer noch. Die sagen, ich höre das regelmäßig. Mir hat neulich jemand erzählt, er hört das mit seiner Partnerin. Manchmal schlafen sie dann ein. Es ist so beruhigend und sie kennen ja auch die Folgen. Aber auch kleine Kinder sagen... Wir hören das gerne. Und das ist ja auch etwas, was einen mit Stolz erfüllt.

Ja, das ist auch irgendwie, finde ich, etwas ganz, ganz Besonderes, dieses Übergreifende. Es ist wirklich Oma, Opa, Tante, Onkel, Nichte, Neffe, Junge, alle sind dabei. Auch Babys werden auch schon mal mitgebracht. Es ist unglaublich. Und das freut mich natürlich ganz besonders, dass jetzt ein zwölfjähriges Kind oder Mädchen oder ein bisschen jüngere sogar, dass die auch sich so begeistern können und nicht das Gefühl haben, ja sag mal, da sprechen doch ein paar Opas oder so.

Nein, das ist einfach fantastisch. Besonders merkt man das natürlich bei Veranstaltungen, die wir machen. Wir hatten ja auch mal, oder zweimal haben wir ja sogar die Waldbühne in Berlin bespielt mit fast 20.000 Menschen. Und das ist unglaublich. Da kommt wirklich vom 4-, 5-, 10-Jährigen bis zum, ja. Aber das Groß der Hörer ist doch, denke ich mal, immer noch die Kassettengeneration.

Also ich hatte jetzt gerade ein bisschen zu tun im medizinischen Bereich für meinen Mann. Und ganz großartige Ärzte gefunden. Und man glaubt es ja nicht. Die waren ja alle, alle drei Fragezeichenhörer. Oder TKKG. Es gibt ja welche, die mögen beides. Und es gibt welche, die sagen, ich bin strikt TKKG-Hörer.

Der andere ist strikt Fragezeichenhörer. Und Sie fragten vorhin mal, wie lange das ungefähr dauert. Also wenn wir ein Manuskript haben, das ist so immer ungefähr... Naja, zwischen 50 Minuten und 70 Minuten. Und wir setzen jetzt nur die großen Hauptrollen zusammen. Also wenn da noch ein Postbote ist oder eine Serviererin, die werden dann meistens geäxt.

Aber die Hauptrollen kommen zusammen. Dann sind wir eigentlich an einem langen Tag mit den Sprachaufnahmen fertig. Und dann kommt ja halt der Schnitt und das zurechtmachen. Und dann kommt eigentlich erst die ganz lange Phase und die mühsamere, die auch mein Mitarbeiter André immer nennt, wir basteln Hörspiele.

Dann geht es eigentlich los, dass nach dem Schnitt die Geräusche, die Musiken, das alles dazukommt. Das dauert viel, viel länger als die Aufnahmen selber. Da sitzt man also gut ein, zwei Wochen an dem Nachbearbeiten mindestens. Und Ihnen sind die Geräusche ja sehr wichtig. Also Sie haben, das habe ich gelesen, auch eine Geräuschesammlung. Also wie sich unterschiedliche Türen öffnen oder was weiß ich was. Das ist schon sehr wichtig.

Ja, das ist sehr, sehr wichtig. Ich denke mal, das war auch das Ausschlaggebende für diese sogenannte Kassettengeneration, weil wir eben keine gelesenen Geschichten gemacht haben oder ein gelesenes Buch, was ja auch was Schönes ist, sondern diese Geschichten voll durchgearbeitet haben. Ich sage immer, das ist eine Spezies Sui Generis.

Es ist eben kein gelesenes Buch und es ist auch kein Film, sondern es ist genau etwas dazwischen, das, Man die Augen zumachen kann, zuhört und man sieht dann vor sich diese entsprechende Geschichte. Die Fantasie wird dadurch an. Man hat immer noch die Fantasie, die man beim Buch ja auch hat. Der Film nimmt einem ja eigentlich viel weg.

Da ist schon alles gegeben. Wie sehen die aus? Oder was passiert jetzt gerade mit der Tür? Oder wie auch immer. Und das Hörspiel ist was dazwischen, weil man hören kann, aber gleichzeitig trotzdem ist die Fantasie dabei und überlegt sich, wie sieht das jetzt gerade aus und so. Ja, und das merkt man auch, weil wir kriegen auch ziemlich viel Fanpost und jetzt ist es ja mehr über Internet, aber früher noch sehr, sehr viele Briefe.

Da sieht man auch, was die Kinder während des Hörens malen. Dadurch, dass die Hörspiele so garniert sind mit allem Möglichen, hören die es vielleicht einmal wegen des Inhalts, wegen des spannenden Endes. Dann hören sie, möchte ich mich ein bisschen auf den Timmy, den Hund, verkonzentrieren. Dann habe ich wieder Spaß an der Musik.

Man muss immer denken, früher hatten die Kinder ja natürlich auch nicht so wie jetzt in eins reinhören, einmal schnell und dann ins nächste, ins nächste. Da hatten die vielleicht ein Köfferchen voll mit fünf bis sechs Kassetten und die wurden dann morgens, mittags, abends, vor der Schule. Ja, genau, das konnte man auswendig.

Da hatten wir auch das nette Phänomen, als der Superpapagei, als der aufgeführt wurde, konnte ja das halbe Publikum alles mitsprechen. Okay, Wahnsinn. Sie haben den Superpapageien gemacht, richtig? Ja, also ich bin der, eigentlich, man muss sauber sagen, es ist ein Mühner und den krächze ich dann immer, indem ich dann, wenn es Telefon geht, dann eben rufen muss, Telefon, Telefon oder so.

Und dann auch mal schimpfe ich auch manchmal, dass die mir nie was zu essen geben und so ab und zu kreische ich dazwischen. Und da gibt es Leute, die finden das ganz wunderbar. Und es gibt aber auch Hörer, habe ich auch schon mitgekriegt, dass sie sagen, um Gottes willen, was kreischt die da immer dazwischen.

Aber das gehört ja dazu für den Papagei, oder? Wir nennen ihn immer Papagei, der gehört dazu. Und der wird ja auch glücklicherweise nicht älter. Oder ich, na ja. Papageien werden ur, ur, ur alt. Das weiß man doch. Also der Papagei ist aber auch nicht der Rabe. Den Raben sind sie auch. Ganz früher war ich viele von den ganzen Monstern, habe ich dann so gemacht.

Da gibt es zum Beispiel das Hexen-Handy mit Bastian Patzewska und das Handy, das kichert statt zu klingeln. So wie, ja jetzt kann ich es gar nicht richtig nachmachen. Aber sowas zum Beispiel, das habe ich gemacht. Oder der schreiende Wecker, der ja Millionen Kinder zum Schrecken gebracht hat. Und noch sehr viel besser natürlich gemacht. Und zieht mal, bis es dann geklappt hat.

Also solche Sachen habe ich dann auch gemacht. und dann eben, wie gesagt, so, aber meistens dann natürlich irgendwie selber mit irgendwelchen Tricks verfremdet später. Ja, okay, okay. Solche Sachen mache ich gerne oder auch mal irgendwo versteckt eine kleine Rolle, so ein bisschen wie Hitchcock das in seinen Filmen gemacht hat, irgendwo versteckt.

Und wenn ich nur auf dem Flur rufe, Schwester Michaela, wenn wir im Krankenhaus sind oder sowas, solche Sachen mache ich dann auch gerne selber. Okay, cool, ja. Und gibt es ein Lieblingsgeräusch? Also Geräusche sind in der Tat ganz, ganz wichtig. Die machen die Farbe erst für die Hörspiele. Und ja, es gibt natürlich hunderte von tollen Geräuschen, aber was ganz besonders schön ist zum Beispiel, dass ich einmal gewagt habe, mit meinem Mikrofon direkt in ein Bienennest hineinzugehen.

Oh ja, da kamen die auch. Das war ein tolles Ding und ich bin auch nicht gestochen worden. Das ist was Feines. Oder was ich auch sehr liebe, ist eben, solche Naturgeräusche wie einfach wahnsinnig schönes Wellenrauschen oder wenn es zum Beispiel blitzt und donnert, dann renne ich schnell rauf ins Studio, mache ganz schnell Mikrofone an und nehme alles auf.

Also das macht mir ganz, ganz große Freude. Ja, das glaube ich. Ich höre sie gerne, ohne dass ich sie aufnehme. Also Gewitter oder sowas mag ich auch super gern. Und was war so das Geräusch, was am schwierigsten aufzunehmen war? Also mit den Bienen, das war ja schon ziemlich schwierig. Gibt es noch ein anderes, wo Sie sagen, oh, das war echt knifflig?

Also sagen wir mal nicht unbedingt schwierig, aber ein bisschen mit Panschen hier, da haben wir mit Willi Klößchen bei TKKG, der musste untertauchen und Wasser und so. Da habe ich dann eine riesen Wanne hier auf den Studiotisch gestellt und dann musste er mit dem Kopf unter Wasser und dann wieder rauskommen und sprechen solche Sachen.

Das war zum Beispiel etwas, was relativ schwierig war und vor allen Dingen war die ganze Bude nass. Ja, das glaube ich. Also man muss ja aber auch wirklich erfinderisch dann sein, dass man überlegt, okay, wie kriegen wir das eigentlich hin? Ganz genau. Und hören Sie sich das... Das Bastelwerk am Ende dann nochmal an, also wenn alle Geräusche und so dazugespielt sind, ja.

Oh ja, ja, ja, ja, auf jeden Fall. Also wenn alles abgemischt ist und dann alles schön zusammengeschnitten ist und alles fertig und die, ich sage immer, die Sahne, der letzte Gang ist immer die Musik drüber zu legen. Wenn das fertig ist, ja, dann wird es erstmal zur Seite gelegt im Moment und dann höre ich das ab und dann wird es auch geschickt an die Produktmanager.

Manchmal auch mit an den Autoren oder so und jeder kann dann nochmal sein Okay geben oder auch mal sagen, da oder da würde ich was anders machen. Da bin ich auch relativ unempfindlich, aber es muss erstmal noch schön geprüft werden, bis es dann wirklich zur Veröffentlichung kommt. Ja, ja. Dieser Erfolg über diese lange Zeit ist was ganz Besonderes, aber in dieser Zeit hat sich ja auch viel geändert.

Und es gab ja auch diese Diskussion bei Pipi Langstrumpf, darf man den Vater noch, weiß nicht was. Häuptling nennen und darf man heute noch Indianer sagen, darf man heute noch Negerkusse sagen, das wirkt ja wahrscheinlich auch auf ihre Hörspiele ein. Ja, ja. Was hat sich da so geändert? Ja, da gibt es tatsächlich auch ganze Listen, was man eben nicht mehr darf, wo man selber vielleicht gar nicht auf den Gedanken kommen würde, dass das, wenn der Hund mit dem Schwanz wedelt, dass das heute nicht mehr sein darf.

Das darf man nicht mehr sagen? Da würde ich ja gar nicht drauf kommen. Nee, ich ehrlich gesagt auch nicht. Ja, oder der Weihnachtsmann holt seine Rote aus dem Sack, das darf auch nicht mehr sein. Solche Sachen, auf die würde man selber gar nicht kommen, weil man eben da, wie sagt man immer, Oni-Schwacki-Mali-Pons.

Damit bin ich nicht so ganz glücklich, auch mit den Gendern. Das nimmt so den Rhythmus aus der Sprache. Aber wenn das gewünscht und verlangt wird und auch so sein soll, dann mache ich das auch. Also ich bin da schon, ja, gehörsam, wenn ich das mal so nennen will. Ja, wahrscheinlich muss man das sein. Also eben nochmal für die Hörerinnen, die nicht Französisch sprechen, das heißt, der eigentlich ist schlecht, der das Schlechte hört oder der schlecht darüber denkt.

Sowas genau. Also der diese schlechte Interpretation da machen lässt. Und was wir ja auch gar nicht mehr dürfen und was eigentlich den Schauspielern sehr Spaß gemacht hat, jetzt eine andere Sprache zu benutzen. Also wenn der Kellner dann kommt und sagt, ah, qui und gelato, das darf auch nicht mehr sein, das muss ein Italiener sein.

Und jetzt habe ich auch gerade einen ganzen Aufnahmezyklus mit verschiedenen Russen oder Osteuropäern. Die hatten dann eben früher, wenn ein Schauspieler mit dunkler Stimme dann sagte, du mir nichts sagen, ich haue drins. Das darf nicht mehr sein. Da habe ich heute dann auch wirklich die Landsleute, die das machen können.

Das schränkt allerdings, viele Schauspieler sind darüber auch unglücklich, weil es die natürlich auch ein bisschen einschränkt. Das war ja auch irgendwie ganz nett, wenn man mal mit ein bisschen Akzent sprechen darf, vor allem wenn man die Sprache beherrscht, ne? Aber das hat sich halt geändert. Aber sonst hat sich eigentlich bei uns, auch in meiner Art und Weise, Aufnahmen zu machen, nicht besonders viel geändert.

Ich sitze hier immer noch vor meinen Neumänner-Mikrofonen, hatten inzwischen auch jede Menge andere, Philips und dies und das. Immer noch sind das für mich die schönsten. Oder immer noch sitze ich an dem Mischpult mit seinen 36 Reglern, wie vor 40 Jahren oder so. Es wird natürlich alles gut gepflegt und gemacht. Und inzwischen wird auch digital, insbesondere die erste Sprachversion, und wird auch noch digital komplett mitgeschnitten.

Also so ganz, ganz altmodisch ist es dann doch nicht. Ja, das ist eine Kombination. Das ist ja eigentlich auch das Schöne. Es spielt künstliche Intelligenz auch eine Rolle? Ja, insofern, als dass ich sie nicht benutzen darf. Okay, das dürfen Sie nicht. Okay. Nein, nein, nein. Okay. Nein, also zumindest nicht für Sprache oder für sowas. Nein. Und sogar, inzwischen ist es sogar bei Geräuschen so, dass da auch, ich mache die ja auch, sehr viele machen wir ja selber.

Aber so früher konnte man ja auch in so einen Pool mal greifen vielleicht. Hätte ich auch gedacht. Das ist heute auch in der Form nicht mehr unbedingt möglich. Nee, nein. Okay, weil man da sonst alles kennzeichnen muss. Aber wir haben ja alleine selbstgemachte und selbstproduzierte Geräusche, mindestens 100.000 Stück.

Und die sind auch sehr, sehr schön anständig aufgeschrieben bzw. Geordnet. Dass man die alle findet, ja. Genau, wiederzufinden. Ich habe auch noch so ein paar alte Bandmaschinen, solche Urgeräte, kennen vielleicht der eine oder andere noch. Mit solchen bin ich früher rumgelaufen und habe Geräusche aufgenommen.

Heute hängen da welche noch immer an der Wand und da sind dann aus den Schleifen, aus den Magnetschleifen, mit denen wir ja auch immer noch arbeiten, läuft dann so ein Band rund, rund, rund den ganzen Tag, rudert einer den ganzen Tag oder das Wasser plätschert den ganzen Tag. Das ist natürlich zu verstehen, können sich die jüngeren Menschen nicht mehr vorstellen.

Aber als wir damit begonnen haben, gab es ja keine Loops oder Computer, mit denen man was machen konnte, duplizieren oder ändern konnte. Wenn ich die Sprache ändern wollte, dann habe ich an der Schiene zum Beispiel einfach das Tonband ein bisschen festgehalten, dass es etwas langsamer läuft. Heute stellen sie es einfach ein auf Geschwindigkeit 90 Prozent oder so und da hatte ich oft blutige Finger.

Oder man hat von den Maschinen die Röllchen beklebt, damit es ein bisschen schneller läuft. Also sowas alles. Und diese Fertigkeiten, die habe ich immer noch und ich freue mich, wenn hier mal Tonmeister kommen, vom NDR oder von wo auch immer, die sich alle begeistern können, dass es sowas noch gibt. Ja, das ist das wahre Handwerk.

Ich würde gerne nochmal eine Phase ansprechen in Ihrem Leben ganz früh. Die vielleicht ja auch einen Einfluss hatte. Sie hatten Polio als Kind. Das heißt, Sie waren gezwungen, ganz lange in Ihrem Zimmer zu sein und sich mit sich selbst zu beschäftigen. Hat das dazu geführt, dass Sie sich auch gerne Geschichten ausgedacht haben?

Auch da war es so, denn das war ja so zu der Zeit, als ich das hatte, es ist ja schon über 60 Jahre her, da wusste man auch noch nicht, ob es ansteckend ist oder nicht. Man hatte auch schon eine eiserne Lunge parat. Wenn das dann weitergelaufen wäre auf die Lunge, habe ich ja das Glück gehabt, dass es nicht so war.

Kann mich noch sehr genau erinnern, dass man eben dann, ich saß. In meinem Bett am Fenster und konnte dann so rausgucken in den Himmel und kann mich erinnern, dass ich niemals da geheult habe oder irgendwie gejault, gejammert habe. Es war so, ja, es hat man irgendwie so in Ruhe ertragen und ja, viel, viel Gedanken Gut, stimmt.

Da habe ich mir schon schöne Geschichten ausgedacht seinerzeit und hatte glücklicherweise ein paar Klassenkameraden, die dann auch so an der Leiter da an unserer Waschküche hochklettern konnten und zu mir ins Fenster gucken konnten. Das ist dann ja auch wie in einem Kinderfilm oder in einem Kinderhörspiel.

Genau, aber ich kann mich erinnern, dass ich da auch gelernt habe. Mit etwas Traurigem oder Unglücklichem, was eben passieren kann im Leben, irgendwie so fertig zu werden, dass man das annimmt. Natürlich versucht, das Beste daraus zu machen, aber jetzt nicht irgendwie in, weiß ich, was für eine großartige, komplizierte Welt zu gehen oder zu widerstreben.

Ja, oder sich aufzugeben. Sie haben sich nie aufgegeben. Oder aufgeben. Ich bin allerdings ja auch etwas religiös. Also ich glaube auch ein bisschen irgendwie irgendwas. Das hilft auch ein bisschen. Und genau, gerade in solchen schweren Zeiten, auch als mein Vater mit dem Auto verunglückte von einer Minute auf die andere nicht mehr da war, solche Sachen, dass man die dann irgendwie erträgt.

Ich habe da immer so eine Art, ja, so einen Langenmut. Ich gucke jetzt zum Beispiel aus dem Fenster und sehe auf die Bäume und... Guck sie mir in Ruhe an, so ungefähr. So ungefähr ist auch das Empfinden, wenn Negatives auf mich einstürzt, dass ich einfach dann es irgendwie annehme. Ja, so würde ich das mal ausdrücken. Ja, aber dann immer auch was draus gemacht haben. Sie haben vorhin gesagt, Sie sind eine Macherin.

Sie haben auch einen Second-Hand-Laden mal gehabt. Genau, direkt an der Uni, genau im ersten Stock. Dann habe ich nochmal, weil ich ja so viele mit so vielen Malern zu tun hatte, für die Grafikern, habe ich auch gedacht, dann müssen wir für die auch mal eine Plattform formen. Da habe ich auch mal eine kleine Galerie aufgemacht und ja, schon jede Menge.

Alles, was ich so irgendwie, ich hatte ja niemals gedacht, dass ich jetzt mit dem Hörspiel etwa bewegte, bis jetzt dabei bin. Und wie gesagt, ich wusste, ich habe auch immer etwas gezwungen, finanziell was dazu zu verdienen. Und da war ich, da hat die Fantasie dann mir geholfen, was man alles tun kann und auch der Mut, ein gewisser Mut. Also ich bin auch mit einer Sache, mit meiner Galerie bin ich voll pleite gegangen.

Das heißt, ich bin gar nicht erst pleite gegangen, sondern mein Vater hat dann gesagt, als er merkte, das stimmt hinten und vorne nicht mehr, dass er sagt, du Mädchen, mach bei Zeit einen Schluss, pack alles in Säcke, gib es an den Sozialdienst und da habe ich gelernt, ja, Schuster, bleib bei deinen Leisten, mach das was, wovon du was verstehst, und davon habe ich nämlich, davon habe ich nicht genug verstanden und das war auch eine gute Lehre für mich, also das einfach zu wissen, man kann auch einmal, auch bei den Hörspielen, einmal kann man dieses Glück haben, dass so vieles zusammenkommt.

Der Bäuermann, die Firma, die Zeit, die CD-Spiele, der Kassettenrekorder damals, dieses alles. Ich hatte dann beispielsweise mal ein Angebot bekommen von Ravensburger, dass ich denen eine ganz neue Kinderserie aufbaue und hätte auch mindestens das Doppelte kriegen können an Honoraren oder so. Aber da habe ich auch schon ganz klar mir gedacht, nee, nee, ich bin ja nicht diejenige, die den Erfolg macht.

Ich bin ein Teil von dem und alles andere. Ja, das wird sich nicht einfach immer noch mal wiederholen. Das können Sie nicht ein zweites Mal. Das ist so der Kairos, den man gerade trifft und ich eben das Glück gehabt habe. Das heißt, also zum einen können Sie auch sagen, ja, ich habe aus dem Scheitern auch was gelernt und andererseits auch die Einschätzung, ich kann vielleicht viele Sachen zusammenbringen, aber das ist dann ein Gesamtes, aber da haben Sie das Talent, die Sachen dann zusammenzufügen.

Das stimmt, das sage ich auch gerne, denn alles Mögliche, es kann sicher ein Tonmeister wesentlich besser aussteuern tun und es kann eine Cutterin besser cutten als ich und es kann ein Autor besser schreiben als ich. Aber was eben mein Hauptvorzug ist, dass ich eben, wie Sie eben gerade sagen, alles zusammenbringen kann und auch eben entsprechend so eine ganz nette Art habe.

Ganz offensichtlich. ein Talent und ein Fingerspitzengefühl dafür. Die Künstler auch gerne kommen, die Schauspieler auch gerne kommen. Und da habe ich jetzt ja auch wesentlich mehr Hilfe. Aber früher habe ich eben auch dann noch den Kaffee gekocht und die Auszahlungen gemacht und alles, alles, alles.

Und dieses Zusammenspiel von allen zusammen und das Zusammenfügen. Ich habe eine ganz wunderbare Mitarbeiterin gehabt und die ist jetzt leider, die ist immer noch da, aber sie kann nicht mehr sehen. Ist Blinti Hella von der Osten. Die war also in manchen Dingen so viel besser als ich. Aber sie sagte immer, was du machst, das könnte ich im Leben nicht.

Erstens mal pünktlich sein, auch etwas zu wissen, einen Plan haben. Ich muss praktisch ja, ich gehe meinen Terminkalender auch in diesem Jahr rückwärts. Ich weiß, am 10.11. muss ich die Folge so und so abgeben. Da muss ich nach vorne rechnen, wann muss ich aufgenommen haben, wann muss es überspielt sein, wann muss es fertig sein.

Diese ganzen Sachen, die liegen mir gut. Das kann ich. Ja, ganz offensichtlich. Das ist die Hauptsache. Und doch ein recht gutes Gefühl für die Sprache und für die Schauspieler und damals für die Kinder. Sie sind ja alle. Die wir hier hatten, sind ja alle was Großartiges geworden. Ja, also ein Gespür für Menschen, Gespür sowohl das, was die Menschen hören wollen, als auch, welche Menschen kann ich dafür einsetzen, die dann auch genau die Richtigen sind und das auch authentisch verkörpern.

Und dann gibt es natürlich auch so Situationen, wo man manchmal gar nicht so weiter weiß. Da sitzt man dann nachts und sagt, Mensch, ich muss das jetzt fertig kriegen. Und dann muss man auch entscheiden können, muss man auch mal den Mut haben, dass vielleicht sogar ein Fehler gemacht wird. Aber ich muss es ja fertig machen. Und das ist natürlich immer so ein Spruch, den ich von meinem Vater gekriegt habe und das mich auch ein bisschen mein Leben lang begleitet hat.

Ist einfach, kann ich nicht, gibt es nicht. Das sind so Sachen, die mich in meinem Leben auch begleitet haben und mir auch geholfen haben. Und die ich auch gerne weitergehe. Ich werde ja auch immer gefragt, wie wird man denn das, was du bist? Ich möchte das auch. Ich sage, das wird man nicht. Das ergibt auch ein bisschen, man kann eigentlich nur sagen, zu jedem jungen Menschen, versuch mal überall reinzuschnüffeln.

Versuch mal ganz viel Verschiedenartiges, bis dann das fällt. Es gibt ja einige, die wissen sofort, was sie werden wollen, aber viele ja noch nicht. Und dann ist es einfach das Beste, überall mal versuchen, einen Tritt reinzukriegen und das auszuprobieren. Ich habe auch zum Beispiel drei Monate im Krankenhaus gearbeitet, weil ich eigentlich auch dachte, schön Medizin studieren.

Mein Vater dann sagte, das kommt ja gar nicht in Frage. Erstmal wirst du mal im Krankenhaus arbeiten und dann sehen wir weiter. Und nach drei Monaten war ich derartig bedient und so unglücklich, dass man eben oft nicht helfen kann. Ja, aber was ich bin, das ist eigentlich ein bisschen alles zusammen ein gewisser Zufall.

Und dann natürlich, dass ich an diesen wunderbaren Andreas Beuermann geraten bin, der einfach ein absoluter, genialer Mensch war. Was hat der alles gemacht? Und er war dann auch Ihr Ehemann. Ja, er wurde dann auch mein Ehemann. Kennengelernt habe ich ihn als Clown, als 17-Jährige. Auch so lange, ja. Als 17-Jährige, genau. Und er war ein ganz großartiger Könner, er war Musikwissenschaftler und Physiker und, er war einfach so, dass er jedem immer eine Chance gegeben hat.

Als ich dann eben sagte, oh, jetzt möchte ich mal eine Serie machen, was soll ich denn und wie, da sagt er, mach mal, mach mal, du wirst es schon machen, mach mal, denk mal an dein Bauchgefühl und so und das hat mir sehr geholfen. Ja, ja, ja. Also Sie haben auch mal gesagt, Sie mussten sich entscheiden zwischen Kindern und Karriere.

So ist es ganz genau. Ich habe auch mal gesagt, das wurde mir ehrlich gesagt auch vielleicht ein bisschen übel genommen, aber ich habe mal gesagt, ich könnte nicht Vorständin sein, wenn ich Kinder hätte. Ja, also. Weil man sich nicht mit so einer Inbrust da reinschmeißen kann. Ja, also da ist es so, dass ich immer denke, das sind ja alles meine Kinder auf dieser Welt, mit denen ich zu tun habe.

Aber ich habe eben auch da mal das Unglück gehabt, dass eben das, was hätte sein können, beim Unfall verloren habe, beim Segelunfall. Und da wäre vielleicht mein Leben etwas anders gelaufen. Also als ich jung war, habe ich immer gedacht, ich möchte genau wie zu Hause. Also ich muss Riesenfamilie haben, lauter, lauter Kinder, vier, fünf, sechs, hätte ich gedacht.

Aber dann war ich ja natürlich auch sehr, sehr früh in hoher Verantwortung. Und die Firma Miller hatte ja ein Werk hier in Quickborn und da wurden am Tag 90.000 Schallplatten gepresst. Und wenn ich jetzt zum Beispiel eben meine Arbeit da nicht geschafft hätte für den Tag, dann stünden die pressend still.

Und dann war auch mein Mann war eben auch sehr viel älter als ich und der sagte dann mal irgendwann zu mir, also wenn du das unbedingt möchtest, aber weißt du, ich ziehe dann erst mal ein bisschen in die Garage. Ja. Genau. Und ich habe, bin auch nie irgendwie so besonders traurig gewesen, dass ich jetzt sage, ich bin kinderlos.

Denn, wie gesagt, ich habe einmal die Kinder, mit denen ich immer zu tun habe und habe jede Menge Patenkinder und von der Familie Kinder. Also, es hätte auch anders kommen können. Ja, aber das, also, man muss es so nehmen, wie Sie eben schon beschrieben haben, wie es dann kommt und das annehmen und das Beste daraus machen, indem man dann zum Beispiel die ganz viele Kinder als Zuhörer hat, und mit Kindern sich abstimmt, was sie gerne hören wollen.

Das ist dann ja auch eine tolle Sache. Sie haben auch eine Biografie geschrieben, stimmt das? Ich nicht, nein, nein. Oh, nee, wollte ich auch überhaupt nicht. Aber dann hatte man mir den Herrn Rodenwald geschickt und da hat mich dann doch überzeugt, dass es doch bestimmt ganz interessant wäre. Ich sagte immer, Menschenskinder, über mich kann man mal schreiben, vielleicht, wenn ich nicht mehr lebe, wenn ich tot bin oder so.

Aber dann hat er mich doch überzeugt und dann hat es mir auch Freude gemacht. Ich habe ihm dann alle meine Tagebücher gegeben und meine Briefe, was ich so alles gedammelt habe. Und der hat das dann schön geordnet und dann haben wir einige Gespräche geführt. Und dann habe ich mich doch sehr gefreut, insbesondere über die große Recherche von meinen Großeltern, Urgroßeltern.

Und ein ganz großes Kapitel, also ein Drittel, ist eigentlich nur Familiengeschichte und natürlich auch schön für meine Familie und für all die, die aus der Familie Körting sind, dass die das jetzt alles so wunderbar aufbereitet bekommen. Und der andere Bereich ist natürlich der Hörspielbereich. Und dann habe ich zu meinem 80. Geburtstag das Buch gekriegt.

Und Suni hat mir dann auch noch das Geschenk gemacht, dass Axel Milberg das auch eingelesen hat in acht CDs. Und es ist wirklich sehr, sehr schön geworden. Sehr schön. Und da wurde auch beschrieben, dass Sie einen Affen geschmuggelt haben. Ja, ja, nicht nur einen, öfter mehrere. Was ist das für eine Geschichte?

Das kommt ja manchmal nicht so gut an, weil man heute denkt, oh Gott, oh Gott, mit den Kindern und Affen muss man sich mal denken. Früher war bei Karstadt hier in Hamburg, gab es eine Zooabteilung und in der Zooabteilung gab es nicht nur Fische und Schlangen und Kaninchen, sondern auch einen Affen. Und ja, ich habe immer als Kind schon immer geliebt von Wilhelm Busch, den Fips der Affe.

Und dann wurde das unser Affe. Da haben wir ihn geholt und da hat er es gut gehabt. Und dann war ich auch mal. In Gran Canaria. Und der Fluggrund ging nicht zurück direkt, weil es gab so irgendwelche Pannen mit den Fliegern. Da sind wir dann gelandet in Teneriffa und wussten nicht, was wir den ganzen Tag da machen sollen.

Das war schon der Andreas Beuermann und ich. Und da sind wir auf den Markt gegangen und da saß auf dem Markt neben Hühnern und anderen Sachen ein ganz kleiner Affe in einem ganz kleinen, engen Käfig. Und da haben wir gesagt, den müssen wir retten. Heute würde man immer denken, das ist ja wohl unmöglich, dass du einen Affen hier nach Deutschland holst.

Nur dort, weiß ich, was ihm passiert. Ja, absolut. Und es war ein bezauberndes Kerlchen, Fips, der Affe. Okay. Und den haben Sie dann im Flugzeug geschmuggelt? Ja, genau. Der kriegte eine kleine, ich bin da noch zum Tierarzt, sind wir noch. Der hat den untersucht, dass er nicht irgendwie was hat. Keine Seuche oder sowas. Kleine Tablette mit, kleine Schlaftablette und dann kam er in die Neckermann-Tasche von meinem Mann und im Flieger war es dann aber ein bisschen dramatisch.

Plötzlich fing unter uns... Hörte man plötzlich, Oh Gott. Und dann kam die Stewardess auf uns zu. Machte der Kleine immer unter dem Tisch. Und dann ging sie nach vorne ins Cockpit. Und dann kam ganz groß der Kapitän mit ihr in unsere Rehe. Und war kurz vor unserer Reihe. Hinter uns saßen ein paar besoffene Dänen.

Und der Kapitän war fast bei mir, da machten die hinter uns. Und da zeigte der Kapitän, der Stewardess nur ein Vogel und ging wieder zurück ins Cockpit. Ach, wie cool. Das ist ja eine tolle Geschichte. Ja, das war eine lustige Geschichte. Ja, das ist wirklich gut. Aber man muss auch manchmal ein bisschen Glück haben, ne? Ja.

Nur noch eine Sache, weil Sie haben ja davon gesprochen, dass Ihr Mann älter war und auch gestorben ist. Sie haben aber vorhin auch gesagt, Sie haben mit Krankenhäusern gesprochen wegen Ihres Mannes. Da müssen wir, glaube ich, erwähnen, dass das Ihre zweite Ehe ist. Richtig, ja. Und Sie haben mit 79 nochmal geheiratet. Ja, genau. An meinem Geburtstag habe ich nochmal geheiratet und zwar einen Freund, der auch gleichzeitig in den vielen Jahren der Freund meines Mannes geworden war.

Der Richard, der war länger in England, der ist in Indonesien geboren, als Holländer und halb Deutsch, halb Holländer. Und ja, der hat mir vor über 50 Jahren einen Heiratsantrag gemacht, musste dann aber irgendwie nochmal nach Indonesien und der Bäuermann, der war dann ein bisschen schneller und. Ein bisschen flotter dabei.

Und als der Richard wieder zurückkam, da war ich dann mit dem Bäuermann verheiratet. Und dann hat Richard gesagt, er möchte aber auf keinen Fall auch noch Trauzeuge sein. Aber wie gesagt, wir sind Freunde geblieben und mein Mann hatte ihm auch im Hasselburg einen kleinen Bereich überlassen und groß dran geschrieben.

Eben hier, das ist dein Bereich. Und ja, als mein Mann vor über zehn Jahren starb und ich dann sagte, ja mein Gott, du kannst mich doch nicht verlassen jetzt hier so. Und da sagte er dann, du hast doch noch den Richard. Und dann war der Richard, ja, dann ist der Richard auch, nachdem er sein hatte, war auch ein Anwalt. Wir haben auch als Anwälte zusammengearbeitet früher.

Und der hatte dann seine große Kanzlei aufgegeben und seine Wohnung und ist dann auch hier in die Roten Barmschlossi gezogen. Naja, und dann vor zwei Jahren habe ich gedacht, irgendwie ist es ja nicht. Man denkt ja immer, man arbeitet so auf den Schluss hin. Und ich möchte nicht auf den Schluss hin arbeiten, sondern immer irgendwie denken, auch ein bisschen in die Zukunft.

Ja, und dann so vor ungefähr zweieinhalb Jahren stand er mir gegenüber. Und dann habe ich gesagt, du, ich sage jetzt ja. Ich wusste ja gar nicht, was ich genau meinte. Dann sage ich ja, du hast mir doch einen Antrag gemacht und den nehme ich jetzt an. Ach, wie süß. Dann hat er das auch mit Freude vernommen. Und ich hatte dann eigentlich nicht gewagt, meiner Familie das zu erzählen, weil ich dachte, die denken ja, ich habe einen Splien, ich spinne.

Andererseits war der auch schon sehr integriert in unsere Familie, ist auch schon Paten, Onkel von Nichten und Neffen von mir. Und im Gegenteil, die waren ganz begeistert. Begeistert alle sagten, oh, der ist ja wunderbar. Da muss auch mit Kirche, und dann waren wir richtig in der Kirche, mit Blumenstreuen und allem drum und dran.

Wow, das ist auch eine schöne Geschichte. Und jetzt feiern wir immer jeden Monat Hochzeitstag. So viele Jahre werden ja, so Gott will, wenn wir noch ein paar Jahre haben, aber ja, dann wird es zu selten gefeiert. Aber sie werden keine goldene Hochzeit feiern. Zu selten, genau, dann schaffen wir das ja nicht mehr. Und jetzt wird dann so jeden Monat einmal gefeiert.

Und das ist auch schön. Das ist auch wunderschön. Es kam aber auch hinzu, dass ich ihn auch gerne heiraten wollte, weil er eben auch eine dumme Krankheit gekriegt hat, Parkinson. Und irgendwie dachte ich, wir haben unser Leben so viel zusammen verbracht, nun haben wir es auch eigentlich verdient, ganz zusammen zu sein.

Und ja, nun ist das. Wunderschön. Ja, wunderschön. Also Sie haben wirklich ein sehr, sehr reiches Leben, finde ich. Und auch immer noch ein reiches Leben. Und das ist wirklich toll. Und das hält auch jung, glaube ich. Ja, muss ich auch sagen, ich fühle mich auch ein bisschen vom Glück geküsst. Ich hoffe, das bleibt noch ein Weilchen so. Ja.

Ja, da drücken wir auf jeden Fall die Daumen. Dankeschön. Wir müssen, glaube ich, zum Ende kommen. Aber am Ende frage ich immer alle meine Gästinnen eine Frage. Und die ist, wie wäre der Titel Ihrer Autobiografie? Aber Sie haben ja vorhin schon gesagt, um Gottes Willen, ich will auf keinen Fall eine Autobiografie schreiben, richtig?

Nee, ich selber ja auf keinen Fall, nein. Und wie gesagt, der Herr Rodenwald hat das so wunderbar gemacht. Also richtig gut höre ich mir selber manchmal an mit Freude. Man kann es ja auch im Internet hören. Und in Biografien nicht, aber ich habe schon noch ein paar Pläne für die Zukunft. Und was war so das Motto? Ja, ich hatte ja auch mal ein paar Jahre eine Filmfirma gegründet, weil wir dachten, dass es mit den Hörspielen zu Ende ist.

Das war so um die 90er Jahre. Da gab es ja dann plötzlich diese ganzen anderen Spiele, Nintendo und die Computerspiele und was nicht alles, was viel interessanter war und wir davon ausgingen, dass es mit den Hörspielen so nach und nach zu Ende geht. Da haben wir ja eine Firma gegründet und da hatte ich auch die Absicht, Filme zu machen.

Als erstes hatte ich an sich auch, war schon fast unter Dach und Fach, unter Flitze Feuerzahn mit 13 Folgen und das hat sich aber dann zerschlagen, weil dann der Maffei, Peter Maffei, mit seinem Tabaluga dazwischen kam, und zwei Sachen gingen dann nicht und naja und dann ging es ja auch mit den Hörspielen schon wieder weiter, aber ich habe noch ein sehr, sehr schönes Buch von einem inzwischen verstorbenen Freund und Autorin und das möchte ich noch verfilmen.

Okay, wow, dann machen Sie noch Filme. Ja, so ein bisschen haben wir noch Pläne. Und worum geht es da? Nee, das werde ich ja nicht verraten. Okay, na gut. Carsten, dann haben wir jetzt einen Cliffhanger, dann können wir alle drauf warten. Das wird dann die große Überraschung. Okay, dann warten wir auf den Film von Heike Diene-Körting und sind super gespannt.

Also das ist schön. Also dann haben wir jetzt zum Ende noch eine Überraschung, die uns erwartet. Eine Überraschung kommt noch. Ja. Also, behalten Sie Ihre Pläne und setzen Sie so viel wie möglich davon um. Wir freuen uns drauf. Ich freue mich, dass Sie mich so nett befragt haben. Ich kann nur allen Hörern sagen, hallo, hier ist die Heike Diene mit dem lieben Gruß an alle.

Sehr schön. Tschüss. Dankeschön. Tschüss. Tschüss. Die Boss. Macht ist weiblich.

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