Die Neuen Zwanziger

Wir melden uns aus Rom

Samstag, 24. Oktober 2026 · 24 min

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Shownotes

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Wolfgang wohnt im Hotel, die übrigen Reisenden in einer Wohnung nahe dem Trevi-Brunnen. Die Woche war durchgeplant, mit Führungen und Tickets ohne Anstehen. Genannt werden rund 53 Millionen Übernachtungen im Jahr bei 2,8 Millionen Einwohnern. Mit Branko Milanović geht es um eine globale Mittelschicht, die nun dieselben Ziele bereist.

Kuppel und Vatikanische Museen

Die Kuppel des Petersdoms hält Wolfgang für den einzigen entbehrlichen Programmpunkt. Die beim Vatikan gebuchte Führung durch die Museen bleibt ohne roten Faden. Es geht um Guides als Risiko, um Audioguides, die sich mit KI selbst bauen ließen, und um Einweg-Kopfhörer.

Torso vom Belvedere und Rilke

Vor dem Torso vom Belvedere stellt sich die Frage, ob in überfüllten Museen noch Kunsterfahrung möglich ist. Dazu Rilkes Gedicht »Archaïscher Torso Apollos« mit dem Schlussvers »Du mußt dein Leben ändern«, den Peter Sloterdijk zum Buchtitel gemacht hat.

Sixtinische Kapelle für 600 Euro

Die Museen als Einnahmequelle, die nur aufgeschlossen werden muss: am einen Ende Gruppentouren für 40 Euro, am anderen Morgenführungen, bei denen die Sixtinische Kapelle erst aufgeschlossen wird. Genannt werden dafür 600 Euro pro Person aufwärts.

Verdis »Falstaff«

Wolfgang hat die Gruppe in die Oper geführt und erklärt Verdis letztes Werk nach Shakespeare: ein alternder Lebemann, der Ja zum Diesseits sagt, voller Melancholie, die die Inszenierung nicht zeigt. Mehr Eindruck machen die Uniformen der Platzanweiser.

Katakomben der Domitilla

Die Katakomben stammen aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert, aus dem es nördlich der Alpen kaum Zeugnisse des Christentums gibt, eines ist die Frankfurter Silberinschrift. Auf Stefans Frage, warum unter der Erde bestattet wurde, nennt die Führerin den teuren Boden. Dass sich Verfolgte dort versteckten, sei Legende.

Ein schwarzes Quadrat im Fresko

Ein Fresko aus dem vierten Jahrhundert zeigt ein Tor als schwarzes Quadrat. Das führt zu Malewitschs »Schwarzem Quadrat« und zur Wanderung von Formen durch die Kunstgeschichte.

Galleria Borghese

Die Villa im Park war nie Wohnhaus, sondern Ort für Feste. Die Werke stehen bis heute dort, wofür sie gemacht wurden, darunter die Skulpturen, die Bernini in seinen Zwanzigern schuf.

Fleiß, Anstrengung und KI

Zu Stefans Begriff des Fleißes setzt Wolfgang die Anstrengung: Bewundert wird, dass jemand Stoff aus Marmor macht, wo es leichtere Wege gegeben hätte. Gerade diese Anstrengung scheue das KI-Zeitalter. Stefan ergänzt das Können.

Der Raub der Proserpina

Berninis Gruppe im ersten Saal: Proserpina windet sich im Griff Plutos, die Führerin zeigt auf die Träne auf ihrer Wange.

Apollo und Daphne

Die Führerin, eine Archäologin, stellt »Apollo und Daphne« auf eine Stufe mit Michelangelos »Erschaffung Adams«. Es geht um Michelangelo, den Julius II. nach Rom locken musste, und um Kardinal Scipione Borghese, der die Proserpina-Gruppe weggab und bei Bernini das nächste Meisterwerk bestellte.

Der Geschmack der Superreichen

Die Mäzene von damals hatten mehr Geschmack als die Reichen von heute, Beispiele sind Trump Tower und Jeff Koons. Mit dem Reichtum konzentriere sich die Geschmacklosigkeit.

Valentino und Richard Avedon

Zwei Ausstellungen: Haute Couture aus der Stiftung des Modeschöpfers Valentino und Richard Avedons Porträts von Arbeitern aus dem amerikanischen Westen, 1979 bis 1984. Auch hier zählen Können und Anstrengung.

Raffaels Julius II.

Das Bildnis in der Borghese ist eine Kopie, die Fassung im Frankfurter Städel führt das Museum als Arbeit von Raffael und Werkstatt. Das Original hängt in London. Über Julius II. geht es zum Grab des Petrus, zur Grundsteinlegung des Petersdoms und zur Vorgeschichte der Reformation.

Im Petersdom: Baldachin und Mosaike

Berninis Baldachin ist so hoch wie ein zehnstöckiges Haus und wirkt doch nicht monströs. Wolfgang stellt die menschlichen Maße alter Bauten gegen abweisende Lobbys und Bauten auf Abbruch. Die Gemälde im Dom wurden über rund 200 Jahre durch Mosaike ersetzt, Frankfurts neue Hochhäuser sind auf 100 Jahre ausgelegt.

Papstgräber und Gregor XIII.

Die Bildsprache der Papstgräber, darunter das Grabmal Gregors XIII. Weil die Kirche den Ostertermin nicht genau berechnen konnte, holte er die Wissenschaft zu Hilfe, daraus wurde der gregorianische Kalender.

Die Heilige Pforte

Die Heilige Pforte ist nur in Heiligen Jahren offen, zuletzt 2025, geschlossen hat sie Leo XIV. Gleich daneben steht die Pietà, für Stefan das Höchste, was Rom zu bieten hat.

Laokoon, Adam und Moses

Ohne Bewegtbild musste die Kunst den einen Moment festhalten, wie Lessing es am Laokoon diskutierte. Bei der »Erschaffung Adams« entscheidet die Lücke zwischen den Fingern. Michelangelo wollte eigentlich das Grabmal mit dem Moses schaffen und musste zur Decke der Sixtinischen Kapelle überredet werden.

Die Hand der Maria

Maria ist jung dargestellt und gibt den toten Sohn frei: Die linke Hand öffnet sich, der Zeigefinger weist nach unten. Gerade diese Finger brachen 1736 bei einer Umstellung ab, wie Michelangelo sie gemeint hat, bleibt offen. 1972 schlug ein Attentäter mit dem Hammer zu, seitdem steht die Pietà hinter Panzerglas.

Pantheon

Hadrians Bau wurde zur Kirche, Raffael liegt hier begraben. Wolfgang hält der Neuen Rechten, die sich auf das alte Rom beruft, die Verschmelzung von Antike und Christentum entgegen: Das Abendland sei nie rein gewesen.

Gold in der Erde, Flaschen bei Keynes

Beim Bau der Kuppel soll das Gerüst mit Erde gestützt worden sein, in die man Münzen mischte, damit die Römer sie später wegschafften. Das erinnert an Keynes' Gedankenspiel mit vergrabenen Geldflaschen und an Michał Kalecki.

Das Maß des Pantheons

Die Kuppel des Petersdoms nimmt Maß am Pantheon, im Durchmesser etwas kleiner, in der Höhe darüber hinaus. Daraus folgt ein Plädoyer für Planung, mit Verweis auf Isabella Weber.

Forum Romanum und Kolosseum

Die Empfehlung: drei Stunden Forum Romanum mit einem Guide statt der üblichen Tour, die im Kolosseum beginnt. Philipp aus Erlangen, seit 30 Jahren in Rom, ließ keine Frage offen.

Selfies und Bucketlist

Am Trevi-Brunnen posieren morgens um halb acht Paare in Abendroben. Wolfgang beschreibt einen Tourismus, der Sehenswürdigkeiten abhakt, mit Bezügen zu Precht und Enzensbergers Theorie des Tourismus. Dagegen steht die Hoffnung, dass Menschen hier doch ihr Leben ändern.

Rom unter Meloni

Von Meloni-Italien ist im Alltag der Touristen nichts zu spüren, Politik und Tourismus laufen als zwei Welten nebeneinander. Stefan sieht in Papst Leo einen Kontrapunkt.

Doch auf die Kuppel

Stefan widerspricht: Unten verbergen optische Tricks die Größe des Doms, erst von oben zeigt sich, wie klein die Menschen sind. Dazu der beste Souvenirshop der Welt und ein Vatikanlöffel.

Werke

Torso vom Belvedere

de.wikipedia.org/wiki/Torso_vom_Belvedere

Rainer Maria Rilke: Archaïscher Torso Apollos

de.wikipedia.org/wiki/Archaïscher_Torso_Apollos

Peter Sloterdijk: Du mußt dein Leben ändern

de.wikipedia.org/wiki/Du_mußt_dein_Leben_ändern

Giuseppe Verdi: Falstaff

de.wikipedia.org/wiki/Falstaff_(Verdi)

Domitilla-Katakomben

de.wikipedia.org/wiki/Domitilla-Katakomben

Frankfurter Silberinschrift

de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Silberinschr…

Kasimir Malewitsch: Das Schwarze Quadrat

de.wikipedia.org/wiki/Das_Schwarze_Quadrat

Gian Lorenzo Bernini: Der Raub der Proserpina

en.wikipedia.org/wiki/The_Rape_of_Proserpina

Gian Lorenzo Bernini: Apollo und Daphne

de.wikipedia.org/wiki/Apollo_und_Daphne …

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallo Wolfgang. Hallo Stefan! Wo sind wir hier? In Rom. Wie gefällt es dir? Mir gefällt das sehr gut, wir sind in einer Wohnung die ihr gemietet habt und wir müssen das nochmal aufklären. Wir sind gemeinsam nach Rom gefahren, aber nicht alleine nur wir zwei denn wer weiß ob das dem Podcast geschadet hätte.

wenn man nur zu zweit so aufeinander hängt dann kommen vielleicht irgendwelche Konflikte die man gar nicht haben will. nein wir haben viele Freunde, Bekannte mit hinzugenommen und mit diesen wohnst du in dieser tollen Wohnung im Zentral. In der Nähe des Trevi-Prunens und wir haben uns entschlossen von hier einen spontanen Broadcast aufzunehmen um ein bisschen zu erzählen was wir in Rom jetzt erlebt haben.

allerdings müssen wir ja sehen dass wir jetzt eines nicht machen das tun was vorher anderen Nachbarn angetan hat nämlich mit der Diarshow Einfach nur nerven, wie großartig der Urlaub war. Wir versuchen ein paar andere Kontexte herzustellen zu Rom die dann auch zu den neunzwanzigeren passen und ich wohne nicht in der Wohnung weil diese Frage stellt sich vielleicht manchen auch.

Ich bin in einem Hotel untergekommen Weil ich dann doch ein bisschen mehr Rückzug brauche Und morgens finde es gut wenn mir ein Rührei gemacht wird. Ja wir gönnen ja natürlich dann Rückzug. Du bist also ausgeruht hier und wir rekapitulieren jetzt. Also wir sind Montag gelandet, jetzt ist Freitag. Wir haben unglaublich viel gesehen.

Vielleicht fangen wir erst einmal damit an dass wir sagen dieser Urlaub war durchgeplant. also wir sind nicht spontan hier haben überlegt was könnte man sich mal ansehen sondern wir haben von Anfang an ein Programm uns vorgestellt was wir absolvieren und wir haben es auch jetzt gerade vollständig absolviert.

sie sind sehr glücklich darüber das alles so gut funktioniert. Und vielleicht ist es auch wichtig zu sagen, dass wir hier einen Rom erleben das wunderschön warm ist aber brechend voll ist. Also diese Menschenmengen habe ich in dieser Weise ehrlich gesagt nicht erwartet, wenn man immer davon gesprochen hat.

Ja, Oktober ist der Highlight im Monat in Rom. was bedeutet? Es ist grundsätzlich... So voll, dass man einfach von hundertprozent Auslastung spricht. Was jetzt für unseren Besuch eine Galeria Bugese nicht bedeutet, das wird dort gestresst gehetzt oder sonstiges wurden. Sondern wir konnten es doch ganz gut absolvieren was mich überrascht hat.

Außerdem waren wir heute nochmal in Petersdom und uns wurden Tickets gekauft um eine Sicherheitskontrolle. Du hattest ja mal im Salon ein Text über skip the line Operationen. Ich wusste das nicht. Für mich war der Petersdom immer frei. Man muss halt in der Sicherheit anstehen. Aber nein, es gibt tatsächlich Skipterleiden für den Petersdom und dadurch dass der Petersdom heute genutzt wurde für eine Veranstaltung und man muss sich jetzt nicht ne religiöse Messe sondern ein Chor war da.

die Orgel wurde aufgebaut. Die musste immer extra eingeschoben werden aber das war Reimbestulung und sehr viele Bücher verkamen uns schon auch dem Weg von der Engelsburg entgegen mit Konferenzteilnahme. Und das findet dann im Petersdob statt. Also sehr viel überraschende Sachen, die wir heute noch erlebt haben.

Es ist eine designte Reise gewesen, so wie man es in Rom machen muss damit man nichts verpasst und tatsächlich nicht anstehen muss. Im Mai habe ich drei Versuche gebraucht um auf die Kuppel zu gehen. entweder steht man eine Stunde zu lange in der Sicherheit oder hat sie schon zu oder was auch immer eine Führung und da ist wahrscheinlich die nächste Führungen und während die Führer auf die kuppelt geht hat man eigentlich schon den nächsten Termin im Forum Und diesmal muss ich sagen, auch mit Klotshelfer.

natürlich haben wir es so organisiert dass wir doch noch gut Abendessen konnten ohne zu erschöpft zu sein. Ein Abendprogramm die OPA und man wachte morgens auf und war eigentlich neun Uhr fit für die Stadt. also man kann so fünf Tage oder vier Tage Rom tatsächlich so füllen das man da Freude hat. Jetzt wollen wir natürlich alles... Ich sei denn man sieht Anzugsschuhe an wie ich und läuft die ganze Zeit mit Ledersohlen durch, roben über diese Backersteine.

Dann sieht das Leben doch ein bisschen anders aus. Du bist heiß wie Goethe. Ich bin ja nur von Menschen umgeben, die Tonschuhe tragen und die gehen doch sehr viel leichter. also man muss sich das überlegen ob man in Würde und Schönheit sterben will oder ob man auch Rom anders erleben möchte. ich will nun noch eine Zahl zu den Touristen sagen um das mal klarzumachen.

Also es gibt Un... unglaublich vielen Zuwachs von Jahr zu Jahren. Also es ist nicht so, dass das jetzt mal ausgereizt ist sondern jedes Jahr werden neue Rekorde vermeldet. also es gibt wieder ein Vorjahres plus, im Jahr zwei tausend fünfundzwanzig hat man das dann vermeldet von rund drei Komma vier Prozent.

Das heißt es gibt in Rom so die Tourist Info knapp dreieinfünfzig Millionen Übernachtungen im Jahr. Wir haben eine Einwohnerzahl in Rom von zwei Komma acht Millionen. Das heißt, es ist extrem touristisch und du findest kaum noch nur ruhige Zeit. Oktober ist natürlich jetzt ein Hotspot. aber wenn man mit Menschen spricht was ich jetzt getan habe die vor fünfzehn oder zwanzig Jahren in Rom waren dann erzählen die noch etwas sehr anderes von Rom nämlich klar voll war's immer Rom war immer beliebt.

Aber sie kennen Diese Schilderung vom Trevi-Brunnesjahrgärmann kommt dann gar nicht mehr durch und muss sich irgendwie durchschlängern oder den Umweg gehen, weil man einfach gar nicht mitdurchkommt. Oder was wir in dem vatikanischen Museen erleben, dass man einfach durch die sächsziehnische Kapelle fast durchgeschleust wird – und bitte nicht stehen bleiben an Diano and Diamo!

Das ist ja etwas, das sich jetzt in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren offenbar noch mal so zugespitzt hat. Und es ist ja was um schon einmal einen Bogen zu schlagen zu den neuen Zwanzigern, was Branko Milano will? in seinen Büchern beschreibt über die globale Ungleichheit, wie sich das verändert.

Das heißt wenn wir natürlich einen asiatischen Raum haben der nicht nur aus der Armut herausgehoben wird sondern da entsteht so etwas wie eine Mittelschicht Und diese kann sich nun auch einen Tourismus leisten, wie wir ihn uns jetzt hier leisten. Dann kommt man ja eine gewisse Konkurrenz zueinander. Weil ich das Buch nicht dabei hatte aber in einem Zeitinterview nachgelesen, dass Lars Weißbrot geführt hat und der fragt dann noch mal so nachher was bedeutet das?

Und dann macht Milanovic esso konkret. So etwas Ähnliches erleben wir natürlich ihr auch. Er sagt Wenn ich oder Sie irgendjemanden fragen würden wünschen die sich, dass die weltweiten Einkommen sich annähern Dann wäre die Antwort, ja natürlich das wäre doch toll. Ich habe nichts dagegen wenn jemand in Sambia ein genauso hohes Realeinkommen hat wie ich jetzt gerade.

aber es führt zu Unzufriedenheit. wenn es dann tatsächlich passiert Wenn die chinesische Mittelschicht im globalen Vergleich die untere deutsche Mittelsschicht langsam überholt, dann gibt es bestimmte Güter und Dienstleistungen, die für die Deutschen nicht mehr erschwinglich sind weil sie international bepreist werden.

Der Thailand-Urlaub wird wohl unbezahlbar für deutsche Arbeiter, die sich das jetzt vielleicht noch leisten können. Thailand ist in zehn Jahren für Sie dann so teuer wie heute Norwegen Und diese Entwicklung können wir bei den Hotels schon sehr deutlich sehen. Also was Hotels anbelangt ist, es ist sehr teuer.

mit AirBnB, scheint man da mehr Glück zu haben. also im Vergleich zu anderen europäischen Städten finde ich ziemlich teuer wo wir es noch nicht erleben interessanterweise beim Essen. aber wir sehen diesen Konkurrenzkampf jetzt. darum wer kann wie viele Minuten vor welchem Kunstwerk verweilen weil es einfach so viele Menschen sind.

und ich würde sagen ja natürlich hat jeder den Aufstieg sein gegönnt oder so. Aber das ist der Konflikt, den wir jetzt haben und er nicht mehr vergeht und der auch noch weiter zunehmen wird. Und dann hat man die Römer selbst, die sehr von dem Tourismus leben zugleich aber auch irgendwie ihre eigene Stadt erleben.

Genau so ist es! Die dreiundfünfzig Millionen Übernachtungen sind in unserem Maßstab, wenn es zehn Millionen Besuche für fünf Nächte bleiben. Wenn wir jetzt von einer chinesischen Mittelschicht reden, sind es dreihundert Millionen Menschen die auch China erst entdecken müssen. Aber irgendwann ist China genug, so wie es ja hier genug Leute gibt, die dann zwar zehnmal europäisches Städte-Trips machen aber dann auch das eine Mal nach Tokyo wollen.

und diese Bewegung aus dem Osten hierher ist natürlich voll und wir sehen hier auch viele Chinesen also der... Das asiatische Interesse ist gigantisch und anliebsten würde man mit den Touristen darüber reden, wie die Rom erleben. weil wir haben unsere Fragen an Rom und da kann jeder überlegen Will man ins Pantheon erstes Jahrhundert, will man in den Petersdom fünftzehn des Jahrhunderte?

Will man das Forum Romanum? Da redet man noch gar nicht. In Jahrhunder... Jesus Christus ist noch nicht geboren. also wir sind halt weiter vor. und dass man hier so viel findet während wir entweder alles zu Fuß gehen oder niemals für mehr als neun Euro oder zehn Euro ein Taxi brauchen Das ist erstaunlich.

Also so viel Welt auf knappem Raum bekommt man ja dann doch wenig. Und wir können es ja mal durchgehen, also wir können auch Reiseempfehlungen geben, je nachdem welchen Eindruck wir haben. Denn Peter Sturm haben wir heute besucht aber auch am Dienstag, das spannen wir jetzt kurz aus, dass wir am Dienstab auf der Kuppel waren.

Der Aufstieg zur Kuppe ist eine Fahrschulfahrt die terminiert werden muss und dann isst man in einem gelben Backstein käfig, der im Grunde wirkt wie Ein Volksbad in Ostdeutschland zwischen Umkleid und Dusche. Für mich auch, ehrlich gesagt das einzige Entbärliche auf dieser Reise was wir gemacht haben.

Die Kuppel? Ja man geht hoch rauf und guckt wo runter. Man geht hoch drauf und guck wo runter sieht allerdings schon den Petersplatz von oben ein ikonisches Ding. Man sieht auch die Unscheinbarkeit der sextinischen Kapelle von außen, von da oben. Denn man muss auf das Dach sehr deutlich zeigen – es ist direkt ein mittels Nachbargebäude aber... Wir müssen sagen können dass es das Verwaltungsgebäuden hat, man hätte wahrscheinlich keine Fragen gestanden.

Ja wir haben mal ein Selfie von oben gemacht also wir hatten ja eins bei Instagram wo man die Petersdom sieht und das liegt natürlich nah. Wir haben aber auch eines wo wir diese sextinische Kapeller und ich wusste schon während wir das machen das eigentlich quatsch weil zwischen uns ist halt ein Standarddach.

Gut, also gehen wir mal den Vatikanen hinein. Wir haben diese Reise ja so geplant dass wir in die vatikanischen Museen gehen. warum auch nicht? Es ist die größte Schatzkammer der Welt. Klar britische Museum Lufra und so weiter, die Konkurrenz ist da groß. aber wenn ich jetzt mal sage der Vatik an räumt es ja doch zusammen.

Ich finde die Vatikalische Musee. ich habe sie zweimal besucht. Leben davon das man weiß. man geht am Ende die Sixtinische Kapelle. Bevor man in der sechstinischen Kapelle ist, geht man hunderte – zweihundert Meter auf und acht. In einem riesigen Menschenstrom vorbei an Wandhäppichen warse warse wase.

also das war im Mai meine Führung warse wase warse und es war aber noch so eine freie Führungen wo also Agenturen schon ein bisschen darauf achten dass auch dies Reputationsmanagement stimmt. Diesmal haben wir die kostengünstige Version gebucht nämlich beim Vatikan selbst. Das war der Fehler! Und ja, das war tatsächlich ein Fehler.

Weil libloser hätte man uns die Vatikanischen Museen nicht sein können. Man hätte auch nicht desinteressierter uns nicht die vatikanische Gärten, die ja durchaus ein bisschen begehbar sind bevor man reingeht einfach vorenthalten können. Von daher muss ich sagen es waren drei verschenkte Stunden, die man entweder mit einem vorbereiteten Audio Guide schon relativ gut absolviert hätte.

Und das, was mir hängen blieb sind. Schwarzer Marmor. Zu Badewanne geschlagen? Ja! Das ist alles über Badewannen früher, da ich selbst nicht gerne bade. Ich habe auch zu Hause keine Badewanne und gehe im Hotel nie in die BadeWanne. Hat mich sowieso nicht interessiert. Und die Dingen, die mich interessiert werden, die sind definitiv zu kurz gekommen.

Ich will gerade etwas einschieben zum Thema Guides, AudioGuides Menschen, die einen durch etwas du ihnen durchführen. Wir haben ja auch Rückmeldungen bekommen von Leuten, die in Rom sind, die sagen wir können euch da was zeigen oder so. Das finden wir gut wenn wir die Gelegenheit haben jetzt wann wir natürlich vollgepackt bis oben hin.

Aber es ist ein großes Risiko. der Faktor Mensch, also wir haben sensationelle Führungen gehabt und wir haben auch Sachen gehabt wo man sagte ja da habe ich nur jemanden erlebt er sich so gut auskennt dass er sich sehr verzettelt hat den Details des mir das gar nicht mehr weiter hilft. insofern glaube ich, dass da auch noch mal eine Disruption stattfinden wird durch KI und all das.

Also dadurch, dass man ja weiß was da hängt sich wirklich ne Führung basteln könnte und selbst den Audio-Guides sich quasi baut, vibecoded oder dass das irgendwie angeboten wird so. Ich glaube da ist nochmal sehr viel drin. Wenn die Führung sehr gut ist, wie das hier deutlich betonen wir glauben in den Faktor Mensch.

Dann ist der Faktoren Mensch sehr hilfreich. wenn ich aber jemanden habe der das überhaupt nicht gut kann und ich dann noch eine Technik habe also es ist hier so auch interessant. Wegwerfgesellschaft man bekommt ja Kopfhörer über die man uns sende über die Man dann die Geiz hören kann. Die Kopfhöre werden in alle Regeln weggeborfen.

Das sind so mehrfach am Tag, also ihr müsst mal mit der Müllabfuhr sprechen wie viele Kopfhörer werden eigentlich in Rom entsorgt? es müssen Millionen sein und das ist erst einmal umweltpolitisch sicherlich desaströs. aber zweitens die natürlich auch von so schlechter Qualität dass man sagt ach ja ich weiß ja eigentlich wie Airpods oder so klingen von daher wäre da noch mal sehr viel mehr drin.

Ich glaube, dass sich das in dieser Weise auch wandeln wird. und dann merken wir aber auch hier wieder Skibblein usw., es gibt wohl so Premiumführungen mit denen man sowieso zwei Hundert Euro oder was zahlt. Dann kann man ganz frühmorgens schon im debattikanischen Museum und kann sich ein bisschen die Menschen vom Leib behalten denn ist extremst voll!

Und ich würde auch sagen wenn wir eine sehr gute Führung gehabt hätten... Es ist ganz schwer Kunst dort zu genießen. Durch die sexinische Kapelle wird man fast durchgetrieben und bei den anderen Sachen ist es so voll, also es gibt diesen Torso von Belvedere, den haben wir da gesehen, der steht da, haben wir leider keine guten Infos zu bekommen.

aber es gibt auch ein Gedicht von Rilke und offenbar bezieht er sich auf diesem Torso, is'n bisschen uneins, könnte dann noch ein anderer Torso sein. Aber ich lese dieses Gedicht mal vor um diese Kunsterfahrung, die man machen kann deutlich zu machen und will ganz klar sagen eine solche Kunsterfahrung.

Leider in den Vatikanischen Museums sind vielen anderen so überfüllt Museen nicht mehr möglich, weil einfach zu viele Leute da sind. Und zwar heißt dieses Gedicht, geht dieses Gedich von Drill gefolgender Maßen Wir kannten nichts sein unerhörtes Haupt Darin die Augenäpfel reiften. Aber sein Tor so glüht noch wie ein Kandelaber In dem Sein Schaun nur zurückgeschraubt Sich Held und Glänzt.

Sonst könnte Nicht der Bug Der Brust Dich Blenden Und im Leisendrehen der Länden könnte nicht ein Lächeln gehen zu jener Mitte, die die Zeugung trug. Sonst stündet dieser Stein entstellt und kurz unter der Schultern durch Sicht gem Sturz und flimmerte. Nicht so wie Raubtierfälle! Und brechen nicht aus allen seinen Rändern aus wie ein Stern Denn da ist keine Stelle, die dich nichts sieht.

Du musst dein Leben ändern So ja auch ein berühmtes Blick von Peters Lothar Dijk darauf bezogen. Und diese Erfahrung, dass das Kunstwerk dich ansieht und du davon betroffen wirst und der Appell lautet, du musst dein Leben ändern! Wer diese Kunsterfahrung machen will, glaube ich muss – kann auch nachher um?

Muss dann in andere kleinere Museen oder muss schauen, dass er ins Lotz kommt oder hat Möglichkeiten sich ein bisschen freierum zu schaffen in den vatikanischen Museen schwierig... Ich habe solche Erlebnisse durchaus, nicht immer vielleicht so radikal. Auch hier auf der Romreise. aber es ist sehr schwer.

und da sind wir schon fast bei unserem Buch von Richard David Precht auserzählt wie er auch über den Tourismus schreibt und wie radikal diese Veränderungen sind. also was erlebt man eigentlich? Also die vatikanischen Museen sind die Gelddruckmaschine für den Vatikan. Es ist quasi Auslastung ein hundert Prozent.

Man muss nichts weitermachen, außer die Türen aufschließen. Weshalb das ja mittlerweile zerfällt? Wir haben jetzt eine Vierzig-Euro-Ohnase-Tour um vierzehn Uhr gemacht und wir sind also auch der einen Seite des Spektrums. Und dann gibt es ja morgens die Leute, die tatsächlich die Tür aufschliessen. Also man kann buchen, morgens als erster in die sextinische Kapelle zu gehen.

Man schließt sie also auf geht hinein steht vor dem jüngsten Gericht und kein Polizist wartet, um dich durchzuschleusen. Das allerdings, sechshundert Euro pro Nase aufwärts. Ach so teuer? Es ist sehr teuer! Es ist ein Geheimtipp. es ist jetzt auch nicht jede Terminlage frei denn es gibt diesen Einsleut am Tag, Tenergruppe wie auch immer.

und dann allerdings... Und du musst ja überlegen auf den Weg in die sextinische Kapelle besteht dann auch die Chance da alle Türen aufgeschlossen werden. Stehst du in diesen hundertfünfzig Meter langen Gängen die von vorne bis hinten durchgestaltet sind noch bevor jemand zusätzlich ein Werk hineinstellt.

Alleine die Ausgestaltung der Tuttle, also ich sage jetzt mal Tuttle weil es ja nur eine Tuttle-Bicke ist. Also man kann es durchaus erleben aber der Vatikan so offen und frei er isst, also Petersdoben wie gesagt mit Einschränkungen für alle immer zugänglich. bei dem vatikanischen Museum sieht das anders aus.

Man fühlt sich auch wie am Flughafen wenn man reingeht, also man betritt ihn durch einen Terminal. beste Erfahrung. So du hast uns dann abends in die Oper geführt, wir haben Falstaff gesehen. also Werdys letztes Werk... Ja bezieht sich auf die Weiber von Wind, die lustigen Weiber vom Winzer von Shakespeare.

es ist ein Werk in dem einen Mann alt geworden ist, dabei doch eigentlich von den Genüssen des Lebens weiterhin kosten will. Die Genüsse des Lebens meinen natürlich Bein und junge Frauen und diese jungen Frauen, die fucken ihn und durchschauen seinen Spiel und dieser alte Lüstling wird dann auch von der Gesellschaft vorgeführt.

Er ist dann der Gehörnte am Ende. Aber es hat auch nochmal eine andere Dimension, nämlich wirklich dieser Fallstaffe. Auch als ne Figur die noch einmal ja zum Leben sagt und zwar wirklich zu einem Leben im Hier-und-Jahrs. Also das ist keine jenseitige Figur. Das ist keine Figur, die sagt naja irgendwann wenn wir bei Gott sind dann ist das alles eh nicht mehr wichtig.

warum sich jetzt im irdischen Dasein auf irgendwelche Lüstereien kapazierend nein eben hier und jetzt und dabei auch diese ganze Moral verdammt. Also er hat eine quasi humoristisch... Es ist ne humoristische Figur, aber es ist auch so einer hedonistisch bis nihilistischen Figur je nachdem wie man das inszeniert.

Auch mit ner großen Melancholie denn er weiß natürlich auch dass er eigentlich nicht mehr nach den Jungen greifen kann und der versucht es aber nochmal ja? Und das ist alles etwas was wir in der Inszenierung nicht gesehen haben. Ja die Inszenierung war so lala Es war musikalisch ganz ordentlich, aber da sind wir auch schon Besseres gewöhnt.

Das war sicherlich jetzt nicht ein Höhepunkt. Der Höhelpunkt war für mich eher die Outfits der Platzanweiser in der Opern, die offenbar auch sonst hobbymäßig für Deutschland Gabbana modeln und auch offenbar die Kleidung von dort tragen. Ja sie tragen Ketten mit riesigen Emblemen? die auch noch in der Mode selbst im Rücken verankert werden.

Die hänge ich einfach nur um den Hals. und ich will zur Oper trotzdem sagen, ich wurde dort gut unterhalten denn ich hätte jetzt nicht so eine... Ich sag schon mal ein bisschen komische Oper erwartet. Verdi ist für mich immer noch Aida also Niklas Brownlee steht auf der Bühne in diesem schweren Ledermantel und ich finde es so gut dass ich im vorletzten Sommersalor her sogar mal kommt auf der bühne aus Instagram vom Sänger selbst gespielt habe weil's einfach so schöne Momente gibt.

Diesmal nicht, aber ja gut ich hatte keine Erwartung an das Stück. Ich wusste nicht warum es da geht und da stand ein sehr dicker Mann auf der Bühne, der sich immer noch mal jung fühlen wollte. Das hat Melancholie, aber in dem Fall fand ich's amüsant. Es war er noch, doch Aber es war kein großer Harb.

Ja so dann hatten wir einen tollen Termin am Mittwochmorgen. Wir sind in Katakomben gefahren. Das war ein Wunsch von Olli. Ich hatte keine Ahnung was Katakomen sind stets ich raus Christen am Friedhöfe damals unter der Erde gab. Das war der Teaser. Wir sprechen noch eine Stunde über unsere Erfahrungen in Rom, wir gehen ein bisschen die Tour durch und stellen die eine oder andere Betrachtung an.

was sagt uns das eigentlich wenn wir hier in Rom sind so umgeben von großer Kunst die mit viel Fleiß-und Anstrengung verbunden ist? Was sagt es auch im Bezug auf KI beispielsweise? Das alles thematisieren wir in dieser kleinen Sonderausgabe vom Salon. Hören kann man das, wenn man den Salon abonniert möglich ist?

Das übersteht die Apple oder Paddler. Genau kommt mit nach oben mit uns. Wir klären jetzt die Olympiade. welches ist wirklich das größte künstlerische Werk der Menschheitsgeschichte? und was hat sich Stefan im Souvenir-Shock gekauft?

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