Ein Jahr in der Natur· Staffel 3· Folge 1

Manta Rochen - Die stillen Riesen der Ozeane

Dienstag, 17. März 2026 · 22 min

MP3

Shownotes

Mantarochen gehören zu den größten und zugleich sanftesten Bewohnern unserer Ozeane – mit einer Flügelspannweite von bis zu sieben Metern gleiten sie scheinbar schwerelos durchs Wasser. Trotz ihrer beeindruckenden Größe ernähren sie sich fast ausschließlich von winzigem Plankton, das sie mit ihren charakteristischen Kopfflossen ins Maul lenken.
Wir sprechen über ihr außergewöhnlich großes Gehirn im Verhältnis zu anderen Fischen, über individuelle Fleckenmuster auf der Bauchseite, an denen sich einzelne Tiere ein Leben lang unterscheiden lassen, und über sogenannte Cleaning Stations, an denen sich Mantas von kleinen Putzerfischen befreien lassen. Eine Reise zu einem der ruhigsten und zugleich am stärksten bedrohten Riesen der Meere.
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Willkommen zu einer neuen Folge von Schlafreise durch die Natur, deinem Podcast zum Entspannen, Loslassen und lernen. Kennst du schon unsere anderen Podcastreihen wie Wissensreise durch die Länder der Erde oder durch die Geschichte? Heute begeben wir uns auf eine Reise in die Tiefe des Ozeans zu einem der faszinierendsten und geheimnisvollsten Lebewesen, die unsere Meere bevölkern, dem Mantarochen.

Diese sanften Riesen gleiten lautlos durch das Wasser, anmutig wie keine anderen Geschöpfe. Und doch wissen die meisten Menschen erstaunlich wenig über sie. Lehne dich zurück, lass deine Augen schwer werden und begleite mich auf diese stille Reise unter die Oberfläche des blauen Planeten. Stell dir vor, du schwebst schwerelos in Kristallklarem, warmem Wasser irgendwo im Indopazifik.

Das Licht fällt von oben durch die Wasseroberfläche in 1000 tanzende Strahlen, die sich auf dem sandigen Grund in Muster verwandeln und dann aus dem blauen Dunkel, taucht er auf, ein manter Rochen seine Flügel, die in Wirklichkeit stark vergrößerte Brustflossen sind spannweit bis zu 7 Meter, schlagen gemächlich auf und ab wie die Schwingen eines gigantischen Vogels im Flug, seine Bewegungen sind so langsam, so mühelos. Dass du unweigerlich das Gefühl bekommst, die Zeit selbst habe sich verlangsamt.

Die Wissenschaft kennt heute 2 Hauptarten der Mantarochen, die zur Gattung Mobula gehören und früher unter dem Gattungsnamen Manta zusammengefasst wurden, den Riff, Mantarochen, wissenschaftlich mobula Alfredi und den Riesen Mantarochen, Mobula Birostris. Die Umbenennung von Manta zu Mobula erfolgte im Jahr 2017 auf Basis genetischer Analysen, die zeigten, dass die Mantarochen keine eigene, von den Teufelsrochen getrennte Gattung bilden, sondern phylogenetisch tief in die Gattung Mobula eingebettet sind.

Beide Arten sind enge Verwandte der Haie, denn Rochen und Haie gehören beide zur Klasse der Knorpelfische, den Contrichtyes der Riesen Mantarochen. Ist die größere der beiden Arten und erreicht eine Spannweite von bis zu 7 Metern sowie ein Körpergewicht von bis zu 3 Tonnen. Er ist ein Wanderer der offenen Meere, ein sogenannter ozeanischer Bewohner, der weite Strecken zurücklegt und in Tiefen von bis zu 1000 Metern tauchen kann.

Der Riffmanter Rochen hingegen ist etwas kleiner. Mit einer maximalen Spannweite von etwa fünfeinhalb Metern und hält sich bevorzugt in Küstennähe auf. In den warmen, nährstoffreichen Gewässern rund um Korallenriffe. Beide Arten bewohnen tropische und subtropische Ozeane weltweit, und ihre Verbreitungsgebiete überlappen sich an vielen Stellen. Eines der bemerkenswertesten Merkmale des Mantarochen sind die sogenannten Cephalik Lobes.

Auf Deutsch Kopfflossen oder Stirnflossen. Diese 2 hornartigen Fortsätze, die dem Tier seinen englischen Spitznamen Devil Ray, also Teufelsrochen, eingebracht haben, sind in Wirklichkeit hochspezialisierte Strukturen, die dem Mantarochen beim Fressen helfen. Beim Fressen entfalten sich diese Flossen zu einer Art Trichter, der das planktonreiche Wasser direkt in das weit geöffnete Maul des Tieres lenkt. Ist der Mantarochen nicht am Fressen, rollt er diese Flossen spiralig ein, was ihm ein besonders elegantes Aussehen verleiht.

Die Ernährungsweise des Mantarochen ist so beeindruckend wie seine äußere Erscheinung, er ist ein Filterfresser, das heißt, er ernährt sich hauptsächlich von winzigen Organismen wie Zooplankton, kleinen Krebstieren, Fischleich und kleinen Fischen. Dabei schwimmt er mit weit geöffnetem Maul durch Ansammlungen von Plankton und filtert das Wasser durch spezialisierte Kiemenstrukturen, die sogenannten Kiemenplatten. Pro Tag kann ein ausgewachsener Riesenmanter rochen bis zu 27 Kilogramm Nahrung aufnehmen, was angesichts seiner enormen Körpergröße und seines hohen Energiebedarfs nicht überraschend ist.

Besonders aktiv beim Fressen. Sind Mantarochen häufig in Auftriebsgebieten, in denen nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche steigt und eine Explosion von Planktonwachstum auslöst? Was mantarochen jedoch wirklich außergewöhnlich macht, ist ihr Gehirn im Verhältnis zur Körpergröße haben Mantarochen das größte Gehirn aller Fische, ihr Gehirngewicht zu Körpermasse Verhältnis übertrifft sogar das vieler Haie erheblich. Besonders auffällig ist dabei der sehr große Kleinhirnanteil sowie gut entwickelte Bereiche, die für das Lernen und Problemlösen verantwortlich sind. Studien haben gezeigt, dass Mantarochen in der Lage sind, sich selbst in einem Spiegel zu erkennen, was als ein Zeichen von Selbstwahrnehmung gilt und

nur wenigen Tierarten zugeschrieben wird, darunter Schimpansen, Delfine, Elefanten und einige Vögel. Diese Fähigkeit ist ein starker Hinweis auf ein hohes Maß an kognitiver Komplexität. Das soziale Verhalten von Mantarochen ist ebenfalls bemerkenswert, obwohl sie oft als Einzelgänger beschrieben werden, können sie in losen Gruppen auftauchen, insbesondere an Fütterungsplätzen oder sogenannten Reinigungsstationen an diesen Reinigungsstationen, meist in der Nähe von Korallenriffen.

Lassen sich Mantarochen von kleinen Fischen, vor allem Lippfischen und anderen Putzerfischen von Parasiten und abgestorbenem Gewebe befreien? Dieses Verhalten ist für beide Seiten vorteilhaft, der Rochen wird gereinigt, die Putzerfische erhalten ihre Mahlzeit, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben beobachtet, dass Mantarochen bevorzugte Reinigungsstationen regelmäßig aufsuchen und dabei erstaunlich konsistente Ruten einhalten.

Was auf ein gutes Gedächtnis und ein ausgeprägtes Raumempfinden hindeutet, tauche nun in deinen Gedanken noch tiefer ab. Das Wasser wird ruhiger, das Licht weicher, du siehst wie ein Mantarochen eine langsame Spirale nach unten dreht, dann wieder nach oben gleitet, manchmal mehrere Male hintereinander. Dieses Verhalten, das an ein langsames Ballett erinnert, wird als Looping bezeichnet und tritt besonders häufig in Verbindung mit Nahrungsaufnahme auf.

Dabei kreist der Rochen innerhalb einer dichten Planktonwolke, um möglichst effizient zu fressen. Doch auch außerhalb von Fresssituationen führen Mantarochen spiralförmige Bewegungen aus, möglicherweise im Zusammenhang mit sozialen Interaktionen oder Erkunden der Umgebung. Die Fortpflanzungsbiologie der Mantarochen ist geprägt von einem extrem langsamen, Reproduktionstempo Mantarochen. Sind vivipar also lebend gebehrend, wobei die Jungen im Mutterleib durch ein dotterreiches Ei ernährt werden, das sich jedoch im Laufe der Entwicklung in eine Plazenta ähnliche Verbindung umwandeln kann? Die Tragzeit beträgt zwischen 12 und 13 Monaten pro Wurf kommt in der Regel nur ein einziges Jungtier zur Welt, selten 2 neugeborene Mantarochen sind

bereits beeindruckend groß. Sie haben bei der Geburt eine Spannweite von etwa 1,2 bis 1,8 Metern und sind von Geburt an vollständig selbstständig. Weibchen werden erst mit etwa 8 bis 10 Jahren geschlechtsreif und gebären dann alle 2 bis 5 Jahre ein Jungtier. Die Lebenserwartung von Mantarochen in der Wildnis wird auf etwa 40 bis 50 Jahre geschätzt, wobei genaue Daten nach wie vor rar sind.

Da Langzeitstudien zu diesen Tieren sehr schwierig durchzuführen sind. Dieses geringe Reproduktionstempo macht Mantarochen äußerst anfällig für Bestandsrückgänge. Eine Population, die durch Beifang, gezielte Bejagung oder den Verlust von Lebensräumen unter Druck gerät, erholt sich nur sehr langsam, wenn überhaupt die Internationale Union für die Bewahrung der Natur, bekannt als IU CN. Stuft den Riesen Mantarochen als gefährdet und den Riff Mantarochen als verletzlich ein.

Beide Arten stehen auf der roten Liste der bedrohten Tierarten, die Hauptbedrohungen für Mantarochen sind vielfältig, einer der bedeutendsten Faktoren ist der internationale Handel mit Mantarochen Kiemenplatten, die in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt werden, obwohl es dafür keine wissenschaftlichen Belege gibt. Vor allem auf den Fischmärkten in China und Südostasien wurden bis vor einigen Jahren gewaltige Mengen an Kiemenplatten gehandelt.

Schätzungen zufolge wurden zu Spitzenzeiten bis zu 150000 Mantarochen und verwandte Teufelsrochen jährlich gefangen, gleichzeitig sind Mantarochen besonders anfällig für Beifang in der industriellen Fischerei. Da sie aufgrund ihrer Größe und der Lage ihrer Fanggründe häufig in Schleppnetzen und Treibstellnetzen hängen bleiben. Erfreulicherweise wächst das internationale Bewusstsein für den Schutz von Mantarochen im Jahr 2013 wurden beide Manta Rochenarten in Anhang 1 und 2 des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITOA aufgenommen, was den internationalen Handel mit diesen Tieren streng reguliert. Zahlreiche Länder, darunter die Malediven, Indonesien, Mexiko, die Philippinen und Australien,

haben Nationale Schutzgesetze für Mantarochen eingeführt oder spezielle Schutzgebiete ausgewiesen. Besonders einflussreich war die Entscheidung der Malediven bereits im Jahr 1995 die Jagd auf Mantarochen vollständig zu verbieten, seitdem hat sich die Maledivische mantarochen Population erholt. Und zählt heute zu den am besten erforschten der Welt. Ein faszinierendes Kapitel in der Manta Rochenforschung ist die Frage ihrer Wanderungen mittels Satelliten, Telemetrie und akustischen Markierungen haben Wissenschaftlerinnen in den vergangenen 2 Jahrzehnten begonnen, die Wanderrouten von Mantarochen zu entschlüsseln.

Dabei hat sich gezeigt, dass Riesen Mantarochen zu den Langstreckenwanderern unter den Fischen zählen in einer Studie. Im Indischen Ozean wurden Wanderungen von über 1 100 Kilometern innerhalb weniger Monate dokumentiert. Diese Wanderungen folgen nicht zufälligen Mustern, sondern sind eng mit dem saisonalen Auftreten von Planktonblüten und ozeanischen Strömungsmustern verbunden.

Die Fähigkeit, diese weiträumigen Navigationsleistungen zu erbringen, setzt eine hochentwickelte räumliche Orientierungsfähigkeit voraus. Lass uns einen Moment bei der Ökologie des Mantarochen verweilen. Als Filterfresser nehmen Mantarochen eine wichtige Rolle im marinen Ökosystem ein, sie regulieren Planktonpopulationen, transportieren Nährstoffe zwischen verschiedenen tiefen Schichten des Ozeans und sind selbst Beute für große Raubtiere wie Orcas, Große Weiße Haie und Tigerhaie. Obwohl solche Angriffe aufgrund der Größe und Agilität der Mantarochen selten erfolgreich sind. Zudem sind Mantarochen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Ökotourismus.

Studien haben ergeben, dass ein lebender Mantarochen über seine gesamte Lebenszeit einen touristischen Wert von bis zu 1,9 Millionen US Dollar generieren kann, durch Tauchtourismus und Schnorchelausflüge, während ein toter Mantarochen. Auf dem Markt kaum mehr als 500 US Dollar einbringt. Dieses ökonomische Argument hat in vielen Ländern dazu beigetragen, den Schutz von Mantarochen politisch durchsetzbar zu machen.

Die Haut des Mantarochen ist ein weiteres Wunder der Evolution, sie ist überzogen mit winzigen zahnähnlichen Strukturen, den sogenannten placoid Schuppen oder Hautzähnchen, die auch bei Haien vorkommen. Und die Haut des Tieres besonders widerstandsfähig und gleichzeitig hydrodynamisch günstig machen. Die Farbe der Mantarochen variiert die Oberseite ist in der Regel dunkelgrau bis schwarz gefärbt, was dem Tier Tarnung von oben bietet, während die Unterseite weiß oder cremefarben ist.

Was es von unten gegen das helle Wasser tarnt dieses Prinzip der Gegenschattierung ist weit verbreitet im Tierreich. Manche Mantarochen zeigen auffällige individuelle Muster in Form von schwarzen Flecken oder Maserungen auf der weißen Bauchseite, die es ermöglichen, einzelne Tiere zu identifizieren. Ähnlich wie menschliche Fingerabdrücke. Citizen Science Projekte wie Manta Matcher nutzen diese Individualzeichnungen, um mit Hilfe von Unterwasserfotos die von Taucherinnen und Schnorchlerinnen eingeschickt werden, globale mantarochen Populationen. Zu katalogisieren und ihre Wanderungen nachzuverfolgen. Du schwebst jetzt tiefer, tiefer in deinen Gedanken, das Wasser ist warm und trägt dich wie eine

unsichtbare Hand, du siehst den Mantarochen unter dir, seine weißliche Bauchseite leuchtet schwach im Halbdunkel und du erkennst die feinen Muster darauf einzigartig wie ein Kunstwerk. Er dreht seinen Kopf leicht in deine Richtung, sein kleines, ausdrucksstarkes Auge. Mustert dich für einen Augenblick, dann gleitet er weiter ruhig und würdevoll in seine eigene stille Welt.

Die Sinneswahrnehmung von Mantarochen ist Hochentwickelt und für das Leben im Ozean optimiert. Wie alle Knorpelfische besitzen Mantarochen Ampullen des Lorenzini, das sind gelvölte Kanäle in der Haut, die elektrische Felder wahrnehmen können. Diese Elektrorezeption erlaubt es Ihnen. Elektrische Signale anderer Lebewesen zu detektieren und sich möglicherweise sogar am Erdmagnetfeld zu orientieren.

Darüber hinaus verfügen sie über ein ausgeprägtes Seitenliniensystem, das Druckveränderungen und Vibrationen im Wasser registriert. Ihr Sehvermögen ist gut entwickelt, wobei ihre Augen seitlich am Kopf sitzen und ihnen ein breites Sichtfeld ermöglichen ihr ausgeprägter Geruchssinn hilft ihnen. Nahrungsquellen schon aus großer Entfernung zu orten ein Thema, das in der jüngeren Forschung zunehmend Aufmerksamkeit erregt, ist die Frage, ob Mantarochen Schmerz empfinden können.

Neuere Studien haben gezeigt, dass Rochen über die neurobiologischen Strukturen verfügen, die für Schmerzwahrnehmung und Stressreaktionen notwendig sind. Sie zeigen Verhaltensreaktionen auf potenziell schmerzhafte Reize, die denen von Wirbeltieren mit anerkannter Schmerzwahrnehmung sehr ähneln. Cortisolbasierte Stressreaktionen wurden in Blutproben Gefangener Mantarochen nachgewiesen, dies hat Implikationen für die Art und Weise, wie wir diese Tiere behandeln und schützen müssen.

Heute erleben wir eine spannende neue Phase der Manta Rochenforschung mit Hilfe von Umwelt. D Na, Analysen, kurz DNA, können Wissenschaftlerinnen das Vorhandensein von Manterochen in einem Gewässer nachweisen, indem sie lediglich eine Wasserprobe entnehmen und darin Spuren von DNA analysieren. Diese nicht invasive Methode revolutioniert die Bestandserfassung und ermöglicht ein Monitoring auch in abgelegenen Gebieten.

Zudem werden immer ausgefeiltere Tauchroboter, sogenannte ROV OS, eingesetzt, um Mantarochen in für Taucherinnen unerreichbaren Tiefen zu beobachten. So wurden Riesenmanta Rochen in Tiefen von mehreren 100 Metern gefilmt, was zeigt, dass ihre Tiefentoleranz größer ist als bisher angenommen. Der Klimawandel stellt eine weitere wachsende Bedrohung für Mantarochen dar. Die Erwärmung der Ozeane verschiebt die Verbreitung von Plankton und damit die Nahrungsgrundlage der Mantarochen.

Prognosen deuten darauf hin, dass einige Nahrungsgründe in den kommenden Jahrzehnten weniger produktiv werden könnten, während neue entstehen, die möglicherweise schwerer erreichbar sind. Gleichzeitig führt die Ozeanversauerung, verursacht durch die Aufnahme von CO 2, aus der Atmosphäre, zu einer Schädigung der Korallenriffe.

Die als Reinigungsstationen und Rückzugsgebiete für Riff Mantarochen unverzichtbar sind. Mikroplastik, das sich in Planktonwolken anreichert, wird zudem beim Fressen aufgenommen, während du dieser ruhigen Stimme lauschst. Stell dir vor, wie ein Mantarochen in der Dämmerung des Ozeans auf sein nächtliches Futter wartet, die Tiefsee pulsiert leise mit dem Leuchten bioluminescenter Organismen der Rochen. Öffnet langsam sein Maul und das Wasser strömt durch seine Kiemen wie ein sanftes, gleichmäßiges Atmen. Die Welt um ihn herum ist still, tief, dunkel und wunderschön, und in diesem Frieden liegt eine Einladung an uns Menschen, innezuhalten, zu staunen und zu schützen, denn so still diese Riesen des Ozeans auch durch ihr

Reich gleiten mögen, ihr Schicksal ist mit dem unseren untrennbar verbunden. Die Gesundheit der Meere ist die Gesundheit unseres Planeten. Über 70% der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, die Ozeane produzieren mehr als die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen, regulieren unser Klima, ernähren Milliarden von Menschen und beheimaten eine Artenvielfalt, die wir erst zu einem Bruchteil verstanden haben.

Jede Art, die wir verlieren, ist ein Kapitel aus einem Buch, das wir noch nicht gelesen haben. Der Mantarochen ist ein Botschafter dieser verborgenen Welt, ein stiller Zeuge von Jahrmillionen der Evolution, ein Lebewesen von außergewöhnlicher Schönheit und Intelligenz. Er braucht unsere Meere gesund, sauber und reich an Leben, und unsere Meere brauchen uns als verantwortungsvolle Bewohnerinnen dieses Planeten, die erkennen, dass wir nicht getrennt von der Natur existieren, sondern ein Teil von ihr sind.

Einer Fülle gedeiht, die wir uns kaum einer Fülle gedeiht, die wir uns kaum vorstellen können. Die Mantarochen, die tiefen Wälder, die Korallenriffe, die Polarregionen, die Steppen und Savannen, sie alle gehören dazu zu diesem fragilen, wunderbaren System, das uns trägt und ernährt und atmen lässt.

Wenn du das nächste Mal das Meer siehst, an einem Strand stehst und die Wellen über deine Füße rollen lässt, denke an die stillen Riesen darunter. An den Mantarochen, der gerade irgendwo im Indopazifik eine ruhige Spirale durch das warme Wasser dreht, der mit seinen kleinen, klugen Augen die Welt betrachtet, der so alt werden kann wie ein Mensch und dessen Kinder und Kindeskinder dieselben Meere brauchen, die auch wir brauchen, beschütze diese Erde nicht für zukünftige Generationen allein. Sondern auch für die Generationen der Mantarochen, der Korallen, der Wale, der Vögel und der unzähligen Lebewesen, die mit uns diese einzigartige Welt teilen. Sie haben keine Stimme, keine Stimme in unseren Parlamenten und konferenzsälen, aber wir

haben eine und die Verantwortung, sie für sie zu nutzen und nun, während du diese Worte in dir nachklingen lässt, lass dich treiben. Wie ein Mantarochen im warmen Strom des Ozeans, leicht schwebend, ruhig. Lass die Bilder des Meeres durch deinen Geist gleiten wie Lichtmuster durch das Wasser, die weite Bläue, das sanfte Schlagen der Flossen, die Stille unter der Oberfläche, diese Folge von Schlafreise durch die Natur neigt sich ihrem Ende entgegen. Ich hoffe, du hast nicht nur entspannt. Sondern auch etwas Neues über diese faszinierenden Lebewesen gelernt.

Wenn du mehr über die Wunder unserer Erde erfahren möchtest, schau auch in unsere Reihe Wissensreise durch die Länder der Erde oder durch die Geschichte hinein, denn Wissen und staunen, das sind die schönsten Wegbegleiter in den Schlaf, gute Nacht und gib 8 auf unsere Erde.

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