
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
Der Aufstieg und Fall von Sarma Melngailis (feat. Maya Leinenbach und René Adler)
Dienstag, 17. März 2026 · 56 min
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Shownotes
Sarma Melngailis baut 2004 eines der bekanntesten veganen Restaurants New Yorks auf – und verliert am Ende alles. Mit ihrem Restaurant “Pure Food and Wine” begeistert sie Gäste aus aller Welt, Prominente gehen bei ihr ein und aus. Doch der Erfolgsdruck wird immer größer. Als Sarma über Twitter den mysteriösen Anthony Strangis kennenlernt, beginnt eine Beziehung, die ihr Leben komplett verändern wird. Er erzählt ihr von geheimen Organisationen, Loyalitätstests und verspricht ihr, ihren geliebten Hund Leon unsterblich machen zu können. Was folgt, ist eine bizarre Spirale aus Manipulation, Geldtransfers und immer größeren Lügen. Am Ende verschwinden mehr als 1,6 Millionen Dollar, das Restaurant muss schließen und Sarma flieht mit Anthony quer durch die USA.
Die Dokumentation "Bad Vegan" findet ihr auf Netflix. (netflix.com/watch/81474488?)
Die Dokumentation "Better than beef" von Maja und René gibt es in der ARD Mediathek (1.ard.de/better-than-beef?m).
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"Food Crimes - Was schmeckt dahinter?" wird produziert mit Unterstützung von Storyhouse Productions.
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Sama Melngailis hat 2004 eine Vision. Mit einem veganen Restaurantkonzept will sie die New Yorker Gastro-Szene erobern. Die ehemals erfolgreiche Investmentbankerin möchte der Welt beweisen, wie facettenreich und sättigend vegane Küche sein kann. Sie eröffnet ihr erstes eigenes Restaurant und stellt damit die Gastro-Szene in New York auf den Kopf.
Das Menü mit farbenfrohen, raffinierten, veganen Gerichten kommt gut an. Und siehe da, ihr Restaurant Pure Food & Wine wird schnell zum Gourmet-Hotspot in der Stadt, dem Jungle Where Dreams Are Made Of. Mit 32 Jahren hat Sama es geschafft. Der Laden brummt. Und Stars wie Alec Baldwin, Anne Hathaway oder Giselle Bündchen geben sich in ihrem Restaurant die Klinke in die Hand.
Auf das Restaurant folgen mehrere Saftbars in der Stadt. Sama ist auf dem Weg nach ganz oben. Sie hat sich ein kleines Imperium aufgebaut und schon zwei Kochbücher geschrieben. Als nächstes möchte sie Filialen in Tokio und London eröffnen. Als sie sich ein paar Jahre später verliebt in einen reichen Mann, der alles dafür tun will, ihren größten Wunsch zu erfüllen, scheint ihr Leben perfekt.
That's it. Das ist jetzt mein Leben, denkt sie sich. Perfekt. Doch schon ein paar Jahre später ist hier nichts mehr, wie es war. Sama wird von der Polizei gesucht und flieht quer durchs Land bis nach Las Vegas. Doch auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt. und dass ausgerechnet eine fettige Pizza von Domino's dafür sorgen wird, dass die Polizei sie nach Monaten findet, damit hat wohl niemand gerechnet.
Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Florian Reza, Lili Temme und den besten Gästen aller Zeiten. Maja Leinbach und René Adler. Ja, ihr habt richtig gehört. Maja, die schon mal bei uns zu Gast war, ist heute nicht alleine da, sondern hat René Adler mitgebracht. Ihr fragt euch jetzt vielleicht, was eine junge, sehr erfolgreiche vegane Foodbloggerin mit einem ebenfalls sehr erfolgreichen ehemaligen Fußballtorwart und Unternehmer zu tun hat.
Sie verbindet eine der schönsten Sachen der Welt, Essen. Aber was genau da los ist, das verraten sie euch am besten selbst. Wir freuen uns jedenfalls sehr, dass die beiden heute hier sind. Schön, dass ihr da seid. Hallo, danke für das Intro. Ja, kann ich mich nur anschließen. Vielen lieben Dank. Herzlich willkommen hier bei unserem kleinen, feinen Podcast und danke, dass ihr euch Zeit genommen habt, uns zu besuchen.
Ganz zu Beginn ist natürlich die große Frage, was oder wie haben sich eure Wege gekreuzt? Erzählt doch mal. Uns verbindet, wie Flo schon gesagt hat, das Essen und auch so ein bisschen Mallorca. Und zwar waren wir da gemeinsam letztes Jahr im Herbst und haben gemeinsam ein Streaming-Format gedreht, dass es jetzt auch auf ARD zu streamen ist.
Und da war die kleine Challenge für mich, René zu bekochen. Und zwar seine Lieblingstapas, aber plant-based. Und ja, da haben wir auch gemeinsam gekocht. Und ich muss sagen, René kann nicht nur gut Fußball spielen, er kann auch gut schnippeln. Und ja, ob die Aufgabe mir gelungen ist, das kann man sich jetzt anschauen.
Eigentlich müssen wir noch ein bisschen weiter zurückgehen. Und eigentlich verbindet uns ja schon auch die Liebe zum Fußball. Also das war ja eigentlich so der initiale Treiber, dass du früher auch mal ganz gern Fußball gespielt hast. Ich weiß nicht, ob du jetzt aber überhaupt noch Zeit hast, Fußball zu spielen.
Auf jeden Fall die Leidenschaft zum Fußball, die verbindet uns. Und darüber hatte Maier die Idee, als das, glaube ich, korrigiere mich da bitte, aktuell wurde mit dem Streaming-Format, dass es doch gut wäre, so einen alten Fußball-Rentner zu reaktivieren und ein bisschen Bühne zu geben. Und das hat sie gut geschafft und ich hatte da wirklich eine wunderschöne Zeit auf Mallorca und auch das ist richtig, Maja, die Liebe zu dieser Insel, es war eine wunderschöne Zeit, also vielen Dank dafür, dass ihr mich dann nochmal ein paar Tage in die Sonne geholt habt und auch danke dafür, dass du mit meinen Fähigkeiten des Schnippelns zumindest zufrieden warst.
Die Hände funktionieren doch. Ja, direkt einen Ritterschlag jetzt zum Anfang der Folge von Maja bekommen. Ab wann kann man dieses Meisterwerk denn bestaunen? Das habt ihr jetzt noch gar nicht gesagt. Ab dem 11.03. Dann ist das Ganze ja schon draußen, wenn die Folge rauskommt. Ich habe kurz einmal durchgerechnet, weil wir natürlich ein paar Tage vorher aufnehmen.
Aber ich bin so gespannt. Ich habe schon so viel gehört, weil unsere Freundin Katja hat das Ganze ja mitproduziert und ich habe so viel Gutes gehört, so viel Spannendes gehört. Ich habe den Trailer jetzt gesehen, den ihr gepostet habt vor ein paar Tagen. Es ist auch visuell ein Meisterwerk. Ich habe mir den Kalender schon rot angekreuzt.
Sehr gut, Flo. Ja, ich glaube, was ich sagen kann, Maja. Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber nicht nur, dass es unglaublich viel Spaß gemacht hat, ich glaube, da spreche ich für uns beide, aber weil du, Flo, ja gesagt hast, visuell, ich habe auch den Trailer gesehen, ich habe so ein paar Bilder gesehen und das waren wirklich absolute Virtuosen und Könner hinter der Kamera da, also uns auch total einfach und leicht gemacht haben.
Und ich bin da jetzt auch nicht vom Fach, aber die Bilder, die ich gesehen habe, das sah schon nach was Größerem aus und deswegen freue ich mich total, das mal auf einem großen Leinwand zu sehen, was da am Ende dabei rausgekommen ist, weil ich habe das noch nicht gesehen, ich habe die Fitzle gesehen, die Schnitte und will mich dann auch mehr oder weniger überraschen lassen.
Ja. Okay, also dann alle Leute, die gerade zuhören, schaut gerne in der ARD-Mediathek vorbei und schaut euch das Format Better Than Beef an. Ich glaube, den Titel haben wir jetzt auch noch gar nicht genannt. Bevor es losgeht, ich muss kurz noch was loswerden, René, weil als ich gehört habe, dass du kommst, habe ich, also hat mein, ich weiß gar nicht wie alt ich damals war, 15-jähriges Ich wahrscheinlich, kam gar nicht klar, weil ich war erstens früher ganz offen mit meinem Papa bei Leverkusen im Stadion und dann waren wir mal beide gleichzeitig auf einem Philipp-Pourzel-Konzert.
Und ich habe dich natürlich gesehen und wusste, wer du bist. Du musst jetzt kurz bestätigen, dass das stimmt. Das ist 100 Jahre her, das war im Tanzbrunnen in Köln. Aber ich glaube, dass ich damals da stand und mir so dachte, oh mein Gott, da steht René Adler. Ja, das kann ich bestätigen. Also ich hatte mal eine ganz krasse Philipp-Posel-Phase.
Ich weiß nicht, ob ich da besonders melancholisch war oder einfach nur irgendwie tief romantisch. Das Leben in Leverkusen. Ja, ja, ja. Es kann vielleicht sein, dass das so eine tiefe Depression war. Nein, aber es war eine wunderschöne Zeit. Deswegen, ich kann mich da noch gut dran erinnern, aber das ist ja verrückt irgendwie.
Jetzt kommen sie alle raus, die Leverkusener Fans, nachdem sie Meister geworden sind. Jetzt können sie das auch öffentlich sagen. Nein, aber das freut mich natürlich. Aber das zeigt mir, ich weiß nicht, ich habe kurz überlegt, ob ich das hätte hören wollen, dass sie das gesagt hat, weil das zeigt mir einfach, wie verdammt alt ich bin.
Nee, Lilly ist ja auch schon sehr alt, das vergisst man immer. Das schneiden wir raus. Okay, Leute, dann geht es jetzt aber los mit dem Foodcrime, den ich euch heute erzählen möchte. Die Geschichte spielt in New York, das habe ich ja gerade gesagt, Anfang der 2000er in der Restaurant- und Gastroszene.
Und bevor es losgeht, einmal der Hinweis, alle Fotos, die wir heute besprechen, findet ihr selbstverständlich bei Instagram. Wie jedes Mal, schaut da gerne vorbei und liked und kommentiert fleißig. Und jetzt geht es aber wirklich los. Samar Melnger-Illis wird am 10. September 1972 geboren und wächst in Newton in Massachusetts auf.
Nachdem sie die Schule beendet, studiert sie an der renommierten Wharton School in Pennsylvania Wirtschaftswissenschaften. Die junge Frau ist smart und fleißig und geht nach der Uni nach New York, um bei der Investmentfirma Bear Stearns zu arbeiten. Sie verdient sehr gut und ist eine beliebte Kollegin, doch glücklich ist Samar nicht.
Vielleicht hat sie auch ab und zu ein bisschen Philipp Horsell gehört. Während ihre Kollegen Zeitungen wie The Wall Street Journal abonnieren, abonniert Sama das Gourmet-Magazin und das Magazin Food & Wine. Sie interessiert sich eigentlich gar nicht so sehr für Fonds und Finanzen, sondern vielmehr für Food & Flavor.
Eigentlich ist ihr großer Traum, ein Restaurant zu eröffnen, also wagt sie 1998 einen Schritt. Sie will sich am French Culinary Institute in New York einschreiben und danach in der Gastroszene Fuß fassen. Das French Culinary Institute ist damals eine bekannte private Kochschule zwischen Soho und Little Italy, in der man innerhalb eines Jahres eine Kochausbildung machen kann.
Und aus dieser Zeit habe ich ein Foto von Summer für euch. Sie ist die Linke von den beiden Damen, die ihr seht. Und ihr könnt ja gerne mal sagen, was sie so für einen Eindruck auf euch macht. Macht einen aufgeräumten Eindruck auf mich. Also sieht aus wie eine junge Frau. Also sehr diplomatisch. Ich sage, das sieht aus wie eine Investmentbäckerin, aber nicht wie eine Köchin.
Ich finde auch, für eine Küche sieht die sehr schick aus. Ja, also wahrscheinlich auch eine lackierte Fingernägel. Das ist ja nicht schlimm. Finde ich ja auch gut. Aber das zeigt eigentlich, dass sie da, so würde ich es jetzt interpretieren, vielleicht direkt irgendwie in der Mittagspause ist das aufgenommen, vom Job mal eben reingekommen oder das, ja das ist die Umschulung die ist noch nicht abgeschlossen, die Umschulung.
Der Kittel ist auch noch gar nicht dreckig, also ... Ja, das stimmt. Vielleicht war es dann eher vor Dienstbeginn. Aber ja, also ich finde auch, sie trägt ja so Perlenohrringe und hat Lippenstift drauf und so sieht noch sehr schick aus für eine Person, die vielleicht in einer dampfenden, heißen Küche arbeitet.
Aber das Äußere muss ja nicht unbedingt was über ihr Inneres sagen, weil sie wirklich alles gibt, um da eine gute Kochausbildung bekommen zu können, damit sie endlich ihren großen Traum leben kann. Und sie beendet die Schule auch nach einem Jahr und möchte dann anfangen, Fuß zu fassen in der Gastroszene in New York.
Und das macht sie vor allen Dingen auch, weil sie einen Mann kennenlernt und zwar den Koch Matthew Kenny, der gerade Unterstützung bei der Produktion seines neuen Kochbuchs benötigt. Die beiden verstehen sich auf Anhieb total gut und Sama lernt durch Matthew die vegane Küche kennen. Matthew Kenny ist Anfang der 2000er so eine Art Guru in der New Yorker Gastroszene.
Der hatte schon früh einen richtigen Riecher und setzt auf vegane Küche und schnell wird den beiden klar, sie gehören zusammen. Beruflich, aber auch privat. Denn die beiden werden ein Paar und wollen zusammen ein Restaurant eröffnen. Und am 17. Juni 2004 ist es soweit. Sama und Matthew eröffnen das Pure Food & Wine mitten in Manhattan.
Ein Investor hat ihnen das möglich gemacht. Er glaubt an das Konzept der beiden, vegane Menüs aus teils ungekochten Gerichten. Es gibt dünne Kokosnussblätter, die als Pasta getarnt sind, pflanzliche Milch für diverse Nachtische, gemahlene Pinienkerne, die an Parmesankäse erinnern. Heute ist das für uns nichts Neues, aber damals ist das wirklich etwas Besonderes.
Wenn man das Pure Food & Wine betritt, betritt man eine neue, eine andere Welt. Und weiter geht's mit Fotos, denn ihr kriegt jetzt einmal die Hausfassade zu sehen und dann auch noch ein Foto vom Garten des Restaurants. Denn das Besondere ist, dass es nicht nur einen großen Innenbereich gibt, sondern hinten raus auch einen wunderschönen Gartenbereich, in dem man sitzen kann und das eben mitten in Manhattan.
Sieht nach einem schicken Haus aus, auf jeden Fall. Ja, typisches New Yorker Townhouse, so ein bisschen. Könnte überall sein, Meatpacking, wo auch immer. Das ist aber unten da so im Keller drin, oder, das Restaurant? Und ich finde, die Schrift an der Hausfassade erinnert eher ein bisschen an einen Smoothie-Laden, als jetzt an irgendwie ein Fine Dining oder an irgendwie so ein schickes Restaurant.
Also ich finde es irgendwie eine relativ generische Schrift. Ja, genau, das ist ein guter Punkt. Ich finde, es sieht eher aus wie eine Kette. Also es ist irgendwie classy, dafür, dass es sowas Neues ist. Ja, das ist aber eine reine Interpretation. Aber Smoothie-Laden ist schon mal ein guter Hinweis oder Stichpunkt, weil sie expandieren wird mit unter anderem Smoothie-Läden.
Das hatte ich, glaube ich, im Intro schon kurz gesagt. Und sie will ja auch mit dem Restaurant expandieren. Sie hat große Pläne. Sie will nach London oder nach Tokio. Vielleicht war das eine bewusste Entscheidung, die Schrift so generisch zu wählen. Das weiß ich aber nicht. Ja, so sieht es da hinten drin aus. Ja, das ist schon schön.
Sieht stimmungsvoll aus, aber jetzt auch nicht so, wie man sich so Fine Dining vorstellen würde. Also sieht eher so ein bisschen nach Gartenparty aus. Wo man aber sagen muss, wenn man sowas in New York hat, so eine Fläche im Hinterhof, so ein Garten für ein Restaurant, das ist schon Gold wert. Also das ist schon schön, da an so einem lauen Sommerabend zu sitzen.
Anfang, ich habe gerade überlegt, wann ich das letzte Mal, das erste Mal besser gesagt in New York war. Das war ungefähr so um die Zeit. Und da gab es andere Restaurants, also da gab es natürlich total schicke, klassische Themen, aber wenn ich jetzt so das Bild sehe, das hat eher dieses lockere, aufgeräumte, aber trotzdem irgendwie über das Essen kommende.
Das ist vielleicht ein neues Konzept, dass das halt irgendwie trotzdem irgendwie so, ich weiß nicht, ob es hochpreisig ist, aber es soll ja exklusiv sein, dass es dann trotzdem aber irgendwie so ein bisschen locker und aufgeräumter ist. Das ist schon irgendwie so, wie ich das damals nicht kannte um die Zeit.
René, was ich mich gefragt habe, ist, ich kann mir vorstellen, so als Fußballer bekommt man auch die ein oder anderen Gastro-Investment-Konzepte mal auf den Tisch gelegt. Gab es da mal was, was auch komplett durchgeknallt war? Oder was, wo du vielleicht gesagt hast, hey, möglicherweise wäre das was? Nein, also gab es mit Sicherheit, aber ich habe da natürlich relativ strikte und stringente rote Linien, dass ich halt einfach wirklich nur Dinge mache, die ich wirklich verstehe und begreifen kann.
Ich habe mich natürlich ab und an mal auch mit anderen Themen in die Nesseln gesetzt. Also investieren heißt auch Erfahrungen machen, aber Gastro war immer so ein Thema, wo ich sage, ich komme nicht aus der Gastro. Ja, ich esse gerne. Ich habe heute erfahren, ich kann auch ganz gut schnippeln, aber ich habe keine Ahnung.
Und mir wurde immer so gesagt, ey, in der Gastro, wenn du nicht aus der Gastro kommst, nicht 24-7 selber da stehst, da wirst du von hinten bis vorne beschissen, weil jeder in seiner eigenen Tasche wirtschaftet. Ich will jetzt niemandem zu nahe treten, aber das war so ein bisschen mein Mantra, was ich da mitbekommen habe. Und deswegen habe ich gedacht, es gibt so viele andere Branchen.
Die Branche kenne ich mich nicht aus, das sollen die machen, die sich da zu Hause fühlen und die sich da auskennen. Und dann ist es sicherlich wie in allem, wenn du da viel Leidenschaft, viel Liebe reinsteckst und viel Liebe hast für eine Branche, dann kannst du da auch gut werden und dann kannst du auch erfolgreich sein und viel Geld verdienen.
Maja, ist das für dich ein Traum, irgendwann mal einen eigenen Laden zu eröffnen? Ja, aber eher in sehr ferner Zukunft, wenn man nicht unbedingt finanziell davon abhängig ist, weil das ist, glaube ich, schon sehr, sehr schwierig, sich da durchzusetzen. Ist halt auch mit vielen Kosten verbunden. Und ich hatte jetzt auch einen Minijob als Barista und habe dann auch noch so ein bisschen mal gesehen, was eigentlich alles dahinter steckt und was mein Chef dort in einem Café eigentlich alles auf dem Schirm haben muss.
Und von daher, das ist ja in ferner, ferner Zukunft vielleicht irgendwann mal. Steht ganz klein vielleicht auf einer Bucketlist. Genau. Na, dann sind wir gespannt, was passieren wird. Also, Sama lebt aber damals auf jeden Fall erstmal ihren Traum und die beiden sind wirklich wie so Stars am Gastrohimmel.
Die sind wahnsinnig beliebt, attraktiv. Vor allen Dingen Matthew ist wie so ein Menschenfänger, wird ja beschrieben. Der hat zu seinen Höchstzeiten über 50 Restaurants, um die er sich kümmert. Alter. Und das neuartige an dem gemeinsamen Restaurant ist aber eben, dass sie vegane Küche anbieten und sie veröffentlichen auch zwei gemeinsame Kochbücher.
Und in denen findet man dann Rezepte wie scharfe Thai-Salat-Wraps, Lasagne mit Green-Zebra-Tomaten und Zucchini, einen Master-Cleanse-Teenie, der aus Bio-Sake, Zitronensaft, Ahornsirup und Cayenne-Pfeffer besteht. Also alles schon ein bisschen fancy. und die, ja, ein Clenstini, die Leute lieben es. Ich weiß, wir nehmen um die Mittagszeit auf. Ich hoffe, euer Hunger ist nicht ganz so groß.
Aber ich würde euch jetzt auch mal zwei Fotos von Gerichten zeigen, die man da so essen kann, damit ihr einen Eindruck von der Präsentation der Speisen bekommt. Es ist einmal ein herzhaftes Gericht, ein Taco, der aus Pilzen besteht. Und danach zeige ich euch noch ein Dessert. Also es ist auf jeden Fall interessant angerichtet, weil jetzt auf den ersten Blick hätte ich das gar nicht so mit Taco in Verbindung gebracht.
Also auch durch die Verzierung mit den bunten Sprossen oder was das ist. Also es sieht auf jeden Fall schon so aus, als ob jemand seine Kreativität da in dieses Gericht gesteckt hat und nicht nur einfach so ein Streetfood-Taco auf den Teller klatscht, sondern auch nicht nur, ja auch das Auge auf jeden Fall mitessen soll.
Sieht irgendwie ein bisschen mehr aus wie so ein kleines Risotto oder so ein körniger Salat. Ja, vielleicht ist es ein dekonstruierter Taco. Wahrscheinlich wird er dekonstruiert sein. Ja, Mitte der 2000er war ja die Zeit der Dekonstruktion. Was zur Hölle ist Dekonstruktion? Das sagt man doch, wenn man so klassische Gerichte neu interpretiert.
So ein dekonstruierter Zitronenkuchen besteht dann aus Bröseln am Rand und einer Creme oder so. Okay, super. Wieder was gelernt. Ja, wir können ihm noch was beibringen. Ja, unbedingt. Ding. Ich finde, das ist aber so eine Küche, die zum Glück nicht mehr so viel gemacht wird, weil ich finde, Dekonstruktion nimmt ja auch Geschmack, finde ich, weil die Idee eines Gerichtes, so wie es immer gekocht wurde, war ja, dass diese Geschmäcker sich verbinden und wenn man sie dekonstruiert, dann verbinden die sich ja nicht mehr so richtig.
Also ich verstehe diese Idee hinter Dekonstruktion oft einfach nicht. Ja, vielleicht für den Look einfach, dass es ein bisschen bougie aussieht und so. Wir haben doch ein zweites, ne? Dann, genau, zeig doch nochmal schnell das Dessert. Das ist eine Zitronen-Mond-Tarte mit Zitronencreme, Blaubeerkompott, Walnusseis und kandierten Kumquats.
Das würde ich exakt so nehmen. Ja, sieht auch lecker aus. Nicht ganz so. Ich sag gleich nein. Also ihr würdet alle essen gehen im Raw Food & Wine, ja? Ja, ich finde, es sieht eigentlich alles sehr ansprechend aus. Und also vor allem diese Nachspeise hier, das Dessert, das macht Spaß. Es läuft gut, aber die Zusammenarbeit zwischen Matthew und Sama bekommt langsam Risse.
Sie haben ein ungleiches Verständnis davon, wie man ein Restaurant führt. Und deshalb trennen sich die beiden im Jahr 2005 gerade mal nach einem Jahr nach Eröffnung des gemeinsamen Restaurants. Für Sama ist aber klar, sie will hier weitermachen. Also leiht sie sich Geld vom Investor, zahlt Matthew aus und ist von nun an alleinige Besitzerin des Pure Food & Wines.
Und jetzt soll es erst so richtig losgehen. Sie eröffnet mehrere Saft- und Imbissbars namens One Lucky Duck mit einem Entenlogo, das sie sich auf den Oberarm tätowieren lässt. Und das Pure Food & Wine ist mittlerweile ein richtiger Hotspot in New York. Das New York Magazine wählt das Restaurant unter die Top 100 der Stadt und fünf Jahre in Folge kommt das Restaurant auf die Forbes-Liste der besten New Yorker Restaurants.
Promis wie Giselle Bündchen, Owen Wilson, Anne Hathaway oder Alec Baldwin gehen hier ein und aus. Und zu einem dieser Promis hat Summer einen besonders guten Draht. Alec Baldwin. Schon nach dem ersten Gespräch hat sie nämlich das Gefühl, dass sich die beiden schon ewig kennen. Und sie vereint etwas. Das Gefühl von Einsamkeit.
Alec wünscht sich nicht sehnlicher als eine Partnerin, mit der er Kinder bekommen kann. Und Summer, die ist auch einsam. Aber sie sehnt sich zu dieser Zeit nicht unbedingt nach einem Partner, sondern nach einem Zeitgenossen, der weniger redet. Als sie auf einer Tierschutzseite einen Pitbull entdeckt, ist es um sie geschehen.
Von nun an gibt es sie nun noch im Doppelpack mit Leon, ihrem Hund. Und natürlich habe ich von diesem gewissen Leon auch ein Foto, weil ich weiß, dass hier einige Hundefans anwesend sind und dieser Hund noch eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen wird. Der bestellt die Domino's Pizza am Ende. Süßes kleines Kerlchen. Sieht sehr lieb aus.
Ich hatte jetzt so ein Pitbull, ein Bild vom Kopf. so richtig sabbernden Zähneflättchen nennen, aber das ist so ein Mischling-Typ, oder? So ein kleiner, kann sein, dass er jetzt noch da ein Welpe war, aber ja, süß, hat ein bisschen Ähnlichkeit mit unseren. Ja, aber sehr süß. Ich frage mich, was die Orange da vorne soll, weil Orangen sollten Hunde, glaube ich, nicht essen.
Vielleicht ist es eine Fake-Orange und einfach nur ein kleines Spielzeug. Stimmt, Frank hat auch eine Orange. Oder wie wir beim Fernsehen sagen, Vordergrund macht Bild gesund. Und vielleicht hat sich da jemand visuell ausgetoben. Wenn ihr euch jetzt kurz in diese Situation hineinversetzt. Also sie ist jetzt alleinige Inhaberin dieses Restaurants, hat weitere Läden eröffnet, hat diesen süßen Hund, ist mit Alec Baldwin befreundet.
Was könnte denn jetzt schief gehen? Alles. Also sie ist ja, auch wenn sie da gehört haben, dass sie da keinen Spaß dran hat, aber sie ist ja irgendwie... Von ihrem Herzen oder beziehungsweise von ihrer Herkunftsart ist sie ja Investmentbankerin. Das heißt, sie ist natürlich auch irgendwie Rendite getrieben und sie will expandieren, haben wir gehört. Sie will noch weiter, sie will größer, sie will mehr.
Das heißt, sie ist so ein bisschen giergetrieben. Und da gibt es ein schönes Sprichwort, Gier frisst hören. Also wenn man zu schnell, zu viel will, wenn man die Läden vielleicht leveraged, wenn man sich von zu vielen Leuten, vielleicht auch von den falschen Leuten, das muss ja nicht nur Alec Baldwin gewesen sein, Geld leiht, das dann nicht so läuft, weil die Mieten vielleicht teurer werden oder was auch immer, dann kann das natürlich schnell auch nach hinten losgehen.
Also vielleicht so ein klassisches Beispiel von auf der Überholspur, ich zeige es jetzt allen, weil sie eigentlich vom Naturell her eher aus der Wirtschaft kommt und Investmentbankerin ist und nicht ihr Herz beim Food hat. Und das ist immer so eine Gefahr, weil eigentlich so dieser Part, der Koch, der Matthew, der ist ja raus.
Und der hat ja, der kommt ja, der hat ja seinen Background eher vom Kochen. Und sie kommt ja eher aus der Wirtschaft. Deswegen ist das vielleicht so ein Rückfall in alte Muster. Also ich würde mich da so ein bisschen anschließen. Also so ein bisschen, zu viel, zu schnell gewollt und je größer sowas wird mit vielen Filialen, dann hast du ja auch pro Filiale immer Mitarbeiter, Weil das wächst ja dann exponentiell und dann kannst du ja viel schneller irgendwann mal den Überblick verlieren, dass in irgendeiner Filiale irgendwas falsch läuft oder so.
Und wie René auch gesagt hat, von der Gier getrieben, dass dann die Qualität der Arbeit schlechter wird und irgendwie da was dann im Argen ist. Ja, man muss auch sagen, und wenn du einmal in gewisse Kreise reinschnupperst. Dann willst du vielleicht auch da mit sein. Dann bist du auf einmal dein New Yorker High Society, wie gesagt, das ist einfach nur jetzt aus dem Bauch heraus, und denkst, du gehörst hier voll dazu, aber in Anführungsstrichen bist du eben nicht kein Schauspieler oder du bist kein Investmentbanker mehr in dem Sinne.
Du bist vielleicht nur noch jemand, der anfängt, eine Restaurantkette aufzubauen. Ich weiß nicht, wie weit sie vorangeschritten war und denkst, aber du musst dann in diesem Hamsterrad mitspielen. Und dann neigst du natürlich auch dazu, dir Dinge vielleicht zu leisten, die du dir vielleicht nicht leisten kannst, nur um diesen Schein zu wahren.
Okay, dann merken wir uns mal eure Gedanken. Also ihr glaubt, dass sie sich vielleicht ein bisschen übernommen haben könnte. Das ist nicht ganz der Fall gewesen, das kann ich euch ja schon mal sagen. Aber was da genau passiert ist, das überrascht einen dann. Auf jeden Fall trotzdem. Es wird noch ein bisschen weird, das kann ich euch sagen.
Wir haben mittlerweile 2011 und falls ihr euch das gefragt haben solltet, ja, Alec Baldwin hat mittlerweile eine Frau gefunden und zwar im Pure Food & Wine. Und das ist kein Scherz. Er saß da eines Abends und hat eine attraktive junge Frau am Nachbartisch gesehen, ist zu ihr hingegangen und the rest is history.
Die beiden sind seitdem ein Paar und haben sieben gemeinsame Kinder. Glückwunsch. Sieben. In 15 Jahren? Ja. Arme Frau. Gut, der Mann musste sich beeilen. Der war schon über 50, als er mit der Familienplanung begonnen hat. Aber 2011 ist auch das Jahr, in dem es bei Twitter richtig abgeht. Ihr erinnert euch vielleicht noch an Twitter, bevor es von Elon Musk gekauft wurde und in X umbenannt wurde, hieß das soziale Netzwerk eben Twitter und war sowas wie eine Mikro-Blogging-Plattform.
Einige Menschen sind mit lustigen Tweets richtig berühmt geworden und jede und jeder war hier aktiv. Barack Obama, Cristiano Ronaldo und Alec Baldwin. Am Ende ist es auch eine Geschichte über Alec Baldwin heute. Der schreibt in dieser Zeit bei Twitter mit einem gewissen Mr. Fox hin und her. Mr. Fox folgen über 50.000 Menschen und von außen könnte man den Eindruck haben, dass sich Alec Baldwin und Mr. Fox wirklich kennen.
Es geht um Tipps für New York, Cartoons und Smalltalk. Als Sama aus Langeweile anfängt, auch bei Twitter rumzuscrollen, kommt sie an dem Account von Mr. Fox nicht vorbei. Sie findet ihn lustig, kreativ und eloquent. Und irgendwie auch toll, denn er errät, wieso sie ihren Hund Leon genannt hat. Nämlich wegen des Films Leon, der Profi. Den Film liebt sie.
Die beiden fangen sowas wie eine Internetbeziehung an. Mr. Fox wohnt nämlich nicht in New York, er wohnt in Massachusetts. sitzt. Und die Textnachrichten und Fotos, die er ihr schickt, sind eine willkommene Abwechslung für Sama, die nach einem anstrengenden Tag im Restaurant einfach nur noch zu Hause chillen will.
Am 12. November 2011 twittert Sama, Mrs. Fox ist verliebt in Mr. Fox. Lässt sich nicht ändern. Und schon bald wollen sich die beiden endlich von Angesicht zu Angesicht treffen. Die haben sich noch nicht mal getroffen zu dem Zeitpunkt? Nee, die haben sich nicht getroffen. Die haben erst mal wochenlang nur hin und her geschrieben. Und.
Mr. Fox richtiger Name ist Anthony Stranges und Ende November 2011 soll das erste Treffen zwischen den beiden stattfinden, und zwar in New York. Als Summer Anthony zum ersten Mal sieht, denkt sie, hm, der ist aber ein bisschen schwerer als auf den Fotos, die er mir geschickt hat. Aber sie will nicht oberflächlich sein und besinnt sich auf das, was sie miteinander haben.
Eine deep connection, denn nur Anthony versteht, wie wichtig Leon, ihr Hund, ihr ist. und er respektiert ihren Job. Das kennt sie nämlich auch anders. Viele Männer sind eingeschüchtert von ihrem Erfolg und die beiden werden ein Paar. Die erste Staffel von Love is Blind. Sozusagen. Ich habe von beiden ein Foto aus dem Jahr 2011.
Da könnt ihr gerne sagen, wen oder was ihr seht. Ihr habt ja auch Sama schon mal gesehen von vor ein paar Jahren. Jetzt sind ja ein paar Jahre ins Land gezogen. Ja, sie ist auf jeden Fall ein bisschen älter geworden, aber nichtsdestotrotz würde ich sagen, noch eine attraktive Frau. Klar, attraktive Frau. Es ist auf jeden Fall professionelles Fotoshooting.
Am Meer vielleicht? Das sieht mir irgendwie ein bisschen nach Wasser hinten aus. Vielleicht irgendwo in New York am Pier. Es ist ein modelliges Foto, würde ich sagen. Und man würde nicht als erstes denken, dass das eine Frau ist, die, ich kann mich damit wiederholen, den ganzen Tag in der Küche steht.
Also es ist zu dem ersten Foto, was wir gesehen haben, es ist ähnlich. Ich würde aber gar nicht mal sagen, dass jetzt Äußerliches so wichtig ist. Also ich finde, sie sieht sehr natürlich aus auf dem Bild. Sie sieht jetzt nicht hergemacht aus, aber schon trotzdem wie eine Frau, deren Äußerliches ihr wichtig ist.
So, und ich bin jetzt gespannt auf das nächste Foto. Ich auch. Ja, das ist Leon, ihr Hund und Anthony. Also ich weiß nicht warum, aber der Blick von dem Anthony, der macht mir irgendwie Angst. Seine Augen, Ich weiß nicht. Ja, ich hätte jetzt gedacht, jetzt kommt so ein richtiger, weil du gesagt hast, der ist...
Ein bisschen mehr. Also man sieht ja jetzt nicht irgendwie Stämming aus oder sowas. Nee, überhaupt nicht. Ich hätte jetzt gedacht, jetzt kommt so ein richtiges Bild, wo du sagst, boah, das passt überhaupt nicht irgendwie. Also die ist ja auf jeden Fall auf einen Betrüger reingefallen. Wer weiß, was jetzt noch kommt. Aber Maya, ich weiß, was du meinst.
Der hat schon einen ziemlich durchbohrenden Blick. Ja. Er sieht ein bisschen aus wie jemand, mit dem er mit Mitte 20 in der WG gewohnt hat, wo man jetzt dann so nicht mehr ganz so weiß, wo die Person abgeblieben ist. Was ist eigentlich aus dem geworden? Richtig, genau. Solche Gespräche führt man über ihn.
Ich bin gespannt, ob er noch was zu der Geschichte beizutragen hat. Ja, nicht unwesentlich, würde ich sagen. Deswegen mache ich mal weiter. Jemand, der sich Mr. Fox nennt und dann mit einer Mrs. Fox zusammen ist. Also da gehen wir mir schon alle Scammer-Alarmglocken an, muss ich sagen. Die beiden sind ja relativ schnell zusammengekommen, aber die Beziehung ist nicht so einfach.
Weil Sama ist auf der einen Seite total fasziniert von ihm. Und wenn er will, kann er sehr aufmerksam und süß sein. Doch manchmal macht er auch total komische Dinge. Fährt zu irgendwelchen Geschäftsterminen und kommt mit einzelnen Diamanten wieder raus. Oder er sitzt vor dem Computer und schaut sich Dinge an, die aussehen wie Überwachungsbilder aus einem Militäreinsatz.
Er sagt ihr, dass er Kontakte zum Geheimdienst hat, aber nicht darüber sprechen kann. Er sei Teil eines Sondereinsatzkommandos, das gefährliche Operationen in fernen Ländern durchführt. Mehr kann er ihr nicht sagen. Sie fühlt sich zwar sicher bei ihm, aber hin und wieder rastet er auch aus und schreit sie an, setzt sie unter Druck.
Das, was ihr in solchen Situationen Halt gibt, ist ihr Hund Leon. Doch je älter ihr Hund wird, desto größer wird die Angst, dass sie ihn irgendwann verlieren wird. Summers Läden laufen weiterhin gut. Sie macht jetzt einen jährlichen Umsatz von 7 Millionen Dollar und Gewinne von etwa 500.000 Dollar. Nach außen hin macht sie einen fröhlichen Eindruck. Sie steht als gut gelaunte Gastgeberin an der Bar, empfängt die Gäste, setzt sich ab und zu mal im Garten an den Tisch von Stammgästen und plaudert mit ihnen.
Aber innerlich sieht es anders aus. Sie ist erschöpft und gestresst. Denn sie muss immer noch Kredite abbezahlen. Die Bank sitzt ihr permanent im Nacken. 500.000 Dollar muss sie wegen einer Immobilie abbezahlen und eine Million Dollar schuldet sie noch dem ursprünglichen Geldgeber von Pure Food & Wine.
Und es hilft auch nicht, dass Anthony so unzuverlässig ist. Er hatte angeboten, hier und da im Restaurant auszuhelfen. Manchmal macht er das auch, dann kommt er mit seinem Bentley angerast, trägt Kisten von A nach B, schnackt mit den Mitarbeitenden. Aber manchmal kommt er auch einfach gar nicht, ist stundenlang oder manchmal sogar tagelang weg. Sie kann sich nicht auf ihn verlassen.
Kann sie sich mit ihm wirklich eine Zukunft vorstellen? Er nicht. Und so kommt es, dass sie sich dazu entscheidet, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. Sie sieht sich nicht in der Lage, ein Kind mit Anthony großzuziehen. Aber trennen kann sie sich irgendwie auch nicht. Denn irgendwas ist da zwischen ihnen, das sie nicht erklären kann.
Und niemand versteht so gut wie er, wie wichtig ihr ihr Hund ist. In einem Moment von großer Panik und Angst um Leon bietet ihr Anthony einen Deal an. Er behauptet, dass er Leon unsterblich machen könnte Dazu müsse sie aber eine Reihe von Tests bestehen, Doch vorher muss geheiratet werden Und so heiraten Summer und Anthony im Dezember 2012 Etwas mehr als ein Jahr, nachdem sie sich kennengelernt haben in New York.
Ja, crazy. Crazy, Alter. Also, was mich gerade so fasziniert ist, sie hat es in ihrem beruflichen Leben so weit geschafft. Sie hat diese Restaurants aufgebaut. Sie ist wie diese erfolgreiche Gastro-Unternehmerin. Und wie René schon angesprochen hat, ich glaube, das ist auch ein Haifischbecken, wo man, glaube ich, auch viele Menschen trifft, die einem jetzt nicht immer was Gutes wollen.
Und da hat sie es irgendwie geschafft, sich durchzumanövrieren, nur um dann bei diesem Typen zu landen. Das kriege ich gerade nicht so ganz zusammen. Ja gut, aber es sind ja zwei Welten, Flo, das passt schon irgendwie doch zusammen. Das eine ist ja das Wirtschaftliche, da ist sie groß geworden, da fühlt sie sich sicher.
Und auf der anderen Seite hat sie so ein tiefes Bedürfnis nach Liebe, deswegen klammert sie sich auch an den Hund. Ich liebe unseren Hund auch, aber würde ich jetzt daran denken, den unsterblich machen zu wollen, also was hat sie immer mit diesem Hund? Nee, ich kann deinen Hund auch unsterblich machen.
Okay, lass mal reden. Jetzt im Foodframes-Fans-Shop. Nein, aber das ist ja schon, die ist ja da total verletzlich und empfänglich für so einen Quatsch. Ja, die Liebe. Ich finde es auch krass, das Angebot, den Hund unsterblich zu machen, das ist ja wirklich etwas, jeder mit normalem Menschenverstand wird ja denken, das geht ja einfach nicht. Aber ganz skurril.
So rational, wie sie vielleicht im Business ist, sonst wäre es nicht so erfolgreich, So irrational ist sie halt irgendwie in der Liebe, weil sie da halt einfach so krampfhaft sucht. Also muss man sich mal reinziehen. Also sie weiß, dass sie mit ihm wahrscheinlich nicht alt werden wird. Okay, da ist irgendwas.
Sie bricht die Schwangerschaft ab, Und dann heiratet sie ihn trotzdem, weil er es verspricht, den Hund unsterblich zu machen. Also was hat sie immer mit dem Hund? Also die klammern sich ja so an den Hund, also der Hund ist auf jeden Fall ein zentraler Punkt in dieser Geschichte. Ja, deswegen habe ich euch auch ein Foto von dem Hund gezeigt.
Es ist jetzt also so, dass Anthony Sama sagt, dass er ihr bei ihren Problemen helfen könnte, allen voran ihre Angst, dass ihr Hund irgendwann sterben könnte, aber auch finanzielle Sorgen will er ihr nehmen. Er sagt ihr, er sei in eine quasi allmächtige, übernatürliche Organisation, mit mafiaartigen Strukturen verstrickt, die ihn und nun auch sie ständig beobachte und testen würde.
Dieser Organisation gegenüber müsste sie ihre absolute Loyalität beweisen, um dann zur Belohnung in eine höhere Daseinsstufe gelangen zu können, in der schließlich sie und ihr geliebter Hund Leon für immer leben würden. Diese Tests, die sehen unterschiedlich aus, aber ihr könnt euch ja vielleicht schon vorstellen, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt oder was für ein Teil ihres Lebens, was mit diesen Tests zu tun haben könnte.
Was wird er wohl vielleicht im Gegenzug für irgendwelche Tests von ihr wollen? Ja, klar. Monatlich über irgendwelche Anteile der Restaurants überschreiben. Damit sie nicht mehr so viel Stress hat. Irgendwie sowas. Ich hätte vielleicht sogar noch an irgendwelche Straftaten gedacht, die vielleicht dann irgendwann damit zusammenhängen.
Weil wenn sie immer Geld abgeben muss, dann muss sie vielleicht irgendwann auch mal an Geld rankommen. Weil wir haben ja gehört, finanziell ist sie eigentlich in gar keiner so guten Situation. Genau, oder diese ganzen Diamanten, also Heeler, Heeler Umschlagplatz, Drogen, was auch immer, dass du halt einfach Geldwäsche.
Was halt so anfällt, das kleine Einmal-Eins. Anthony bittet Zama jetzt immer häufiger um Geld. Er erzählt ihr, dass das Geld, das sie ihm geben soll, ein Teil von einer Reihe kosmischer Ausdauertests sei, ähnlich einer Reihe, die er Jahre zuvor selber schon bestanden habe. Besteht sie diese Tests, bedeutet das enorme Belohnungen. Samer sagt dazu, er überzeugte mich, dass ich auf Weisen befähigt würde, die ich mir nicht vorstellen konnte.
Ich würde Zugang zu unbegrenzten Ressourcen haben, sodass ich meine Marke auf der ganzen Welt ausbauen könnte und alles machen könnte, was ich immer machen wollte. Sorry, aber da muss ich ganz kurz rein, weil jetzt kommt wieder der Bezug zur Wirtschaft, zu dem Business-Part. Dass sie den dann irgendwie auch nicht komplett weg... Also es ist jetzt auch nicht so getrennt.
Ich bin schon wieder kosmische Tests, Ausdauertests und also da muss doch irgendwas, die Liebe mal dahingestellt, also wie sehr kann man einen Mensch lieben, dass sie... Ich frage mich aber viel eher, wo ist Alec Bultry, wenn man ihn braucht? Stimmt, um den mal einen aufs Maul zu hauen. Klar, die Liebe ist stark, ist ein toller, gut aussehender Mann, aber kosmische Energie und Sterblichkeit, sorry, ich wollte dich unterbrechen.
Ja gut, aber da wollen wir auch niemandem so nahe treten, aber ich meine, das ist jetzt meine Empfindung, es gibt ja auch Scientology und Co, also da hängen ja auch viele Leute drin und das sind ja auch alles jetzt irgendwie keine, durch die Reihe dummen Menschen, also wenn Menschen frustriert sind und keine Ahnung, in Ängste, viele Verluste haben, also dann, stürzen sie sich oder dann suchen sie Halt und worauf immer, da ist ja jeder Jeck anders, wie der Kölner sagt insofern, ja, man weiß ja, was sie da geritten hat, vielleicht was Schlechtes gegessen.
Ich weiß, ich erzähle das ja auch gerade so, dass sich das von außen anhört, als wäre sie völlig bescheuert oder man kann das nicht zusammenbringen, aber das, was René gesagt hat, ist glaube ich das Wichtige daran. An irgendeinem Punkt in ihrem Leben oder in ihrem Denken hat dieser Anthony sie gepackt und sie hat sich da so reingegeben und hatte das Gefühl, dass er der Einzige ist, der sie verstehen kann, dass sie auch keine andere Option hatte, außer ihm zu vertrauen.
Genau, deswegen, also wir müssen das ja jetzt gar nicht bewerten. Das ist auf jeden Fall Fakt, dass Anthony es irgendwie schafft, Samar dazu zu bringen, ihm Geld zu überweisen. Und er nimmt in dieser Zeit wahnsinnig viel Gewicht zu. Und auch das ist von seiner Seite aus eine Art Prüfung. Er spricht von einem Fleischanzug, der auch Teil des Tests sei.
Er sagt ihr, dass seine Gewichtszunahme absichtlich sei und sie sich vor ihm ekeln sollte. Und dass das ein Teil dieser kosmischen Kräfte ist und sie diesen Test irgendwie bestehen muss. Zwischen Januar 2014 und Januar 2015 verschiebt Sama deshalb mehr als 1,6 Millionen Dollar von ihrem Geschäftskonto auf ihr Bankkonto.
Und das gesamte Geld steht Anthony zur Verfügung, denn er hatte natürlich Zugriff auf ihr Konto. Das war auch Teil seines Tests. 2014 kann Sama die Gehälter ihrer Mitarbeitenden zum ersten Mal nicht mehr bezahlen. Laut New York Post erhielten die Angestellten in diesem Jahr fünfmal keine Schecks. Das Pure Food & Wine schließt im Winter 2015 vorübergehend, nachdem Kellnerinnen, Barkeeper und Küchenpersonal aus Protest gegen die ausbleibenden Löhne die Arbeit niedergelegt hatten.
Sama fängt jetzt an, nach neuen Investoren zu suchen. Sie kontaktiert sogar Alec Baldwin, um sich um ihr angeschlagenes Unternehmen zu kümmern. Da ist er wieder. Das ist demütigend für sie, doch auch das sei eine Prüfung, sagt Anthony. Sie findet auch Investoren, kann das Restaurant wieder eröffnen, Doch kurz nach der Wiedereröffnung muss Sama ihren ganzen Stolz im Frühjahr 2016 endgültig schließen.
Doch das war es noch nicht. Samas Mutter besitzt zu dieser Zeit eine Apfelplantage in New Hampshire. Anthony kontaktiert sie und sagt ihr, er brauche Geld, um Sama zu helfen. Schließlich habe sie eine Abtreibung gehabt, sei krank und nehme Antidepressiva. Aus Angst, dass ihre Tochter einen Nervenzusammenbruch erleidet, entnimmt sie 450.000 Dollar aus einem Treuhandfonds und schickt das Geld Anthony.
Sie will ihrer Tochter helfen. Doch die ist verschwunden. Nachdem das Pure Food & Wine endgültig geschlossen werden muss, fliehen Sama und Anthony aus New York. Zu groß ist die Angst, dass sie wegen der Beträge, die sie Investoren, Mitarbeitenden und anderen Weggefährten schulden, belangt werden könnten.
Sie landen in Las Vegas, wohnen monatelang im Hotel. Sama deckt ihr Tattoo ab und nennt sich Emma, wenn jemand fragt, wie sie heißt. Und Anthony? Der zockt im Casino. In New York wird derweil die Polizei verständigt. Sie suchen jetzt nach Sama und Anthony, mehrere Millionenbeträge fehlen. So vergehen Wochen und Monate.
Was in der Zeit genau passiert, das wissen nur Sama und Anthony. Fest steht, irgendwann gehen sie nach Tennessee. Als Anthony dort eines Abends eine Pizza bei Domino's bestellt, kann die Polizei sie aufspüren, denn er hat bei der Bestellung seinen richtigen Namen angegeben. Sie werden festgenommen und angeklagt.
Und jetzt habe ich die beiden Muck-Shots von den beiden für euch. Bei denen man, finde ich, eine deutliche Veränderung wahrnehmen kann. Aber sagt gern selber, wie ihr das seht. Also sie sieht wirklich... Das ist ein ganz krasser Kontrast zu dem Bild, was wir eben von ihr hatten, dass so nach Fotoshooting aussah, nach einer attraktiven Frau.
Das hier ist ganz irgendwie, sie sieht sehr verlebt aus, finde ich, in dem Bild hier. Sehr mitgenommen. Grundsätzlich kenne ich keinen Magshot, der jemanden ein gutes Licht darstellt. Und doch, es gibt so eine Instagram-Seite, Magshot Baddies heißt die, wo die so wirklich die hottesten Magshots haben.
Auf was für Seiten treibst du dich rum? Wahnsinn, das hast du dich entlarvt. Aber ich habe auch hier schon deutlich Schlimmere gesehen, aber sie sieht natürlich mitgenommen aus. Also dass da was passiert ist in den letzten Jahren, das kann man, glaube ich, sehen. Also der Ausdruck des Gesichts, ich meine, klar, Marc Schottmann ist nicht happy, in der Situation zu sein, aber ich finde, es ist schon ein sehr, sehr leerer Blick.
Aus dem Bild spricht für mich nicht, die Enttäuschung gefasst worden zu sein, sondern vielleicht sogar so ein bisschen Erleichterung, dass es vorbei ist. Wie gesagt, das ist Interpretation, aber sie wirkt wirklich sehr leer. Ja genau, sie blickt so durch dich durch. Ja. Flo, dass sie froh ist, dass es vorbei ist, ist ungefähr das Erste, was sie sagt, nachdem sie festgenommen wird. Ja, und jetzt seht ihr Anthony.
Alter, es sieht aus, als hätte der so ein Football, so ein American Football Paket drunter. Also so diese Rüstung, die die dann immer so unterm Trikot anhaben. Der ist ja so breit. Das ist der Fleischanzug. Ja, ja. Und der sitzt wie angegossen, muss man sagen. Spannend. Was sagst du zu den Augen, Maya? Findest du die immer noch so creepy wie vorher?
Sein Blick ist immer noch sehr durchdringend, aber irgendwie nicht mehr ganz so angsteinflößend, finde ich irgendwie. Ich finde schon. Ich finde, das ist ein und derselbe Psycho-Blick. Hat der Kajal an den Augen? Ja, das stimmt. Ich glaube nicht, aber I don't know. Stell dir mal vor, du bist mit dem nach Las Vegas geflohen und dann sitzt du auf dem Hotelzimmer und der verzockt den ganzen Tag dein Geld unten im Casino.
Ja, aber wenn sie sagt, sie ist froh, dass es vorbei ist, das spricht ja dafür, dass so eine Abhängigkeit da ist, dass sie das selber nicht mehr lösen kann, sondern dass sie das von außen, braucht sie jemanden, oder ob das jetzt Gefängnispolizei ist, der sie aus dieser Situation rausholt, damit sie das überhaupt beenden kann.
Wie lange waren die auf der Flucht? Mehrere Monate. Also wie gesagt, an der Stelle ist mein Gedanke gerade, gut, dass es vorbei ist für sie. Und ich hoffe einfach, dass sie jetzt im Laufe der restlichen Geschichte irgendwie wieder die Kurve bekommt und ein neues Leben anfangen kann, Weil ich glaube wirklich, dass sie so ausgenommen wurde.
Das ist wirklich ganz, ganz tragisch. Und ich hoffe, es gibt da noch eine Wendung. Ja, ich kläre das jetzt auf. Laut Gerichtsunterlagen überwies Zahmer zwischen 2014 und 2015 mehr als 1,6 Millionen Dollar von ihrem Geschäftskonto auf ihr Bankkonto. Und das gesamte Geld hat Anthony zur Verfügung gehabt.
Vielleicht habt ihr euch ja auch gefragt, was er mit dem Geld gemacht hat. Anthony gab fast eine Million Dollar dieser Gelder im Foxwoods Resort Casino in Connecticut aus, über 200.000 Dollar im Mohegan Sun Resort Casino in Connecticut, über 80.000 Dollar in Uhrengeschäften, darunter Rolex und Bayer, über 70.000 Dollar in Hotels und Europa und über 10.000 Dollar für Uber-Fahrten, heißt es in der Anklageschrift.
70.000 Dollar für Hotels in Europa? Der war viel reisen, wenn er nicht da war. Eine Million in einem Casino. Da muss doch eigentlich irgendwann mal der Hauptgewinn mit dabei gewesen sein. Da muss aber was zurückkommen. Das ist ja aber immer das Ding. Also er hat auch viel gewonnen, aber er hat das natürlich direkt wieder reinvestiert.
Reinvestiert. Oh Mann, ey. Also einfach weg, weg. Deswegen nannte er sich wahrscheinlich auch Mr. Fox, oder? bei der er mal im Fox-Casino war. So. Oder war das sein eigenes Casino? Nee, das war nicht sein eigenes. Es zeigt ja irgendwie auch, dass er eigentlich an all das, was er, sagen wir mal, erzählt hat, gar nicht so richtig geglaubt hat.
Also er hat das Geld ja jetzt auch nicht an andere weitergegeben, um irgendwie eine Unsterblichkeit des Hundes hervorzubringen oder um irgendwelche Gelder zu bezahlen, sondern er ist einfach mit dem Geld losgezogen und hat es verzockt. Also das ist... Natürlich nicht, Flo. Das ist ja auch kein gepriesener und weiser, das ist einfach nur ein Betrüger.
Ja, aber er hat ja scheinbar irgendwie diesen Fleischanzug hat er ja sich dann doch zugelegt. Also irgendwo gab es ja dann doch Sachen, die er wieder gemacht hat, um irgendwie vielleicht andere Leute zufrieden zu stellen. Keine Ahnung. Ich glaube auch eher, ich glaube auch eher, dass das so eine, Ausrede dann war. Aber ich weiß schon, was du meinst, Flo, weil ich bei der Geschichte ganz oft an diesen Tinder-Swindler denken musste.
Der hat ja auch Frauen um ihr Geld betrogen, aber der hat so ein riesiges Schneeballsystem aufgebaut. Also der war dann in der Zeit, in der er nicht bei der einen Frau war, halt bei der anderen. Hat das gleiche Spiel da gemacht und hat das Geld, was er von der einen bekommen hat, dann für den Privatjet benutzt, mit dem er die andere abgeholt hat.
Und das war immer so ein Hin und Her. Und er hat das wirklich einfach nur in eine Richtung in irgendwelche Geldautomaten gesteckt oder Spielautomaten vielmehr. Und nicht viel eingenommen. Vor Gericht beschuldigt Summer Anthony jetzt das, den sie übrigens nur noch Mr. Fox nennt. Also sie hat aufgehört, ihn beim Vornamen zu nennen.
Sie beschuldigt ihn des psychischen Missbrauchs und der Gehirnwäsche, indem er ihr vorgaukelte, er könnte ihren geliebten Hund Leon unsterblich machen. Und ihre Anwälte sind sich auch sicher, dass das, was sie erlitten hat, ein Beispiel für sogenannte Zwangskontrolle ist, also eine Form häuslicher Gewalt, die sich als eine Art Kult manifestieren kann, bei dem der Ehepartner ein gehirngewaschener Anhänger ist.
Täter versuchen, einem alle Optionen zu nehmen, damit du in deiner Wahrnehmung der Realität vollständig von ihnen abhängig bist. Anthony soll sie manipuliert, isoliert und von ihm abhängig gemacht haben. Den beiden wird vorgeworfen, 844.000 Dollar von Investoren gestohlen, 400.000 Dollar an Steuern nicht abgeführt, ihren Mitarbeitern 40.000 Dollar an Gehältern vorenthalten und Luxusgüter von Fremden Geld gekauft zu haben.
Sama bekennt sich schuldig und wird zu vier Monaten Haft auf Rikers Island, einer Gefängnisinsel im East River von New York, verurteilt. Anthony wird zu einem Jahr Gefängnis und fünf Jahren Bewährung verurteilt. 2022 kommt er frei. Was Anthony heute macht, ist nicht bekannt. Sama versucht, wieder Fuß zu fassen.
Sie ist in vielen Podcasts zu Gast, um ihre Sicht der Dinge zu schildern. Es gibt sogar eine vierteilige Netflix-Doku über den Fall, von der sich Sama, nachdem sie dort mitgemacht hat, aber distanziert. Die packe ich euch gerne in die Shownotes, wenn ihr euch die angucken wollt. Die heißt Bad Vegan. Sama hat für diese Doku Geld bekommen und das Geld, was sie für die Teilnahme an dem Format erhalten hat, hat sie benutzt, um die ausstehenden Löhne ihrer ehemaligen Mitarbeitenden zu begleichen.
Außerdem hat sie ein Buch geschrieben, das heißt The Girl with a Duck Tattoo und es gibt Gerüchte, dass sie ein neues Restaurant eröffnen will. Ihr Hund Leon ist im Jahr 2024 gestorben. Ja, das war die heutige Foodcrime-Geschichte vom Aufstieg und Fall der Gastronomin Sama Melngailes. Ich danke euch sehr, dass ihr da wart und euch hier so rege an den Gesprächen beteiligt habt.
Habt ihr eigentlich schon mal was von der Geschichte gehört? Das habe ich am Anfang gar nicht gefragt. Also ich noch nie. Okay. Aber die macht mich irgendwie traurig. Geht's, Philipp Husserl? Ja. Ich finde auch, dass sie am Ende dann die ausstehenden Gehälter noch zahlt von vor über zehn Jahren, zeigt irgendwie, dass sie im Herzen eine gute Person ist und sich da immer noch drum kümmert und weiß, dass sie einen Fehler gemacht hat.
Ich finde die Gefängnisstrafe überraschend gering. Also ein Jahr, paar Monate. Dafür, dass sie so viele Steuern hinterzogen haben und betrogen haben, finde ich das überraschend wenig. Ich weiß nicht, ob es da eben durch das Geständnis dann so starke, Kürzungen gab, aber ja, man kann nur hoffen, dass sie irgendwie wieder fußfest am Ende, sie hat zehn Jahre Restaurants gut geleitet, bis sie, bis dieser Mann sie da in.
Ja, wahnsinnig gemacht hat, also man kann nur hoffen, dass sie da vielleicht wieder, wieder fußfest und, und wieder neu anfangen kann. Aber es steckt ja trotzdem irgendwie, sie wird ja da auch eine Therapie machen müssen und durchgehend irgendwo in therapeutischer Behandlung sein, aber es steckt ja, und dann bleibe ich ja drin, das hatte ich ja eingangs schon mal gesagt, irgendwie so ein tiefer Wunsch oder tiefer Angst oder Wunsch nach Verbundenheit, nach Liebe, nicht der wieder der Liebe, weil sonst kannst du dich ja gar nicht auf diesen Weg begeben, in diese Krankheit rein, weil irgendwann kippt das da, irgendwann wirst du abhängig und dann ist es eine Krankheit, Aber es ist ja nicht so, dass sie, würde ich jetzt interpretieren,
dass sie das per se in sich hat irgendwie, sondern sie muss ja auch empfänglich sein dafür. Also ich weiß, dass sie die ganze Sache aufarbeitet und auch aufgearbeitet hat. Unter anderem hat sie das auch in ihrem Buch verarbeitet. Ich finde, ich meine, ich weiß jetzt auch zu viel über sie, als dass ich das objektiv betrachten könnte, aber wenn man sich so ihren Instagram-Account anguckt, dem auch gar nicht so wenig Leute folgen, finde ich, sieht man immer noch eine ziemlich gebrochene Frau, die irgendwie versucht, Orientierung zu finden in diesem Leben oder in dieser Welt.
Sie hat ja alles verloren was sie so in ihrem Leben hatte zuerst ja die Restaurants, in denen sie sich ganz Anthony irgendwie, verschrieben hat und ich meine dadurch, dass dann das zum Glück auch in die Brüche irgendwie rauskam, steht sie ja ohne irgendwas da, wahrscheinlich dann auch ohne richtige Identität, weil sie ja ihre Identität für Anthony eigentlich aufgegeben hat, also das ist schon eine krasse Story, Zum Abschluss haben wir eine Rubrik in diesem Podcast, um unsere Gäste, aber auch alle Zuhörenden wieder so ein bisschen zurück in die Realität zu holen.
Und zwar die persönlichen Foodcrimes unserer Gäste. Wer möchte anfangen? Was ist eurer Meinung nach ein Foodcrime, der verboten gehört? Reissalat. Also nicht so leckerer Reissalat, sondern wenn so eine Oma so einen Reissalat macht mit so einer ganzen Tube Mayo und am besten so Fleischwurst und Ananas und Mais. Erbsen.
Erbsen, genau so. Und dann aber, um das exotisch zu halten, Currypulver zum Würzen. Das ist mein persönliches Foodcrime. Damit könnte man mich jagen. Ist das nur der Reis? Oder wenn man den Reis durch Nudeln ersetzt, ist es genauso schlimm? Es ist die Kombination aus allem. Ja, finde ich, also, dann das Beefingsessen.
Nee, ich finde generell so Nudelsalat, Reissalat, auch so dieser klassische Kartoffelsalat, nicht so meins, aber am schlimmsten Reissalat. Ewigkeit Reissalat mehr gegessen. Ich glaube, ich habe das letzte Mal Crunchy-Reissalat von dir gegessen, Maya. Das ist lecker. Ach, das ist dann auf einmal lecker. Das ist der dekonstruierte Reissalat. Genau.
Der war sehr lecker. Ja, aber ich gehe mit. Das, was du gerade aufgezählt hast an Zutaten, das würde mich auch nicht unbedingt glücklich machen in einem Reissalat. Okay, René, jetzt du. Also ich glaube, ich habe lange überlegt, weil ich relativ viel esse, um nicht zu sagen, ich esse fast alles, aber es gibt eine Sache, da komme ich überhaupt nicht ran, das ist jegliche Form von Blauschimmelkäse.
Aha, also kann ich sehr gut verstehen, ich liebe Blauschimmelkäse zwar. Ja, meine Frau ist genauso, aber mir ist das wirklich so, das ist schon konditioniert, ich kann es nicht riechen, ich kann es nicht anfassen, ich muss mir danach die Hände waschen. Ah, noch nicht mal anfassen, okay. Doch, das geht schon, aber es ist wirklich so, dass ich mir danach die Hände waschen gehe, weil es ist wirklich schon so kurz vor Brechreiz.
Aber so andere stinkige Käse sind okay. Ja, ich liebe Käse. Also Wein und Käse ist perfekt. Also ich bin da wirklich großer Befürworter von dieser Käsekunst in seiner traditionellen Art und Weise. Das muss jetzt nicht irgendwie, also der kann auch mal stinken, klar. Also das ist jetzt nicht so das entscheidende Parameter.
Aber Blauschimmel ist no way by me. Ja, ich glaube, da gibt es nur Hopp oder Top. Also ich liebe Blauschimmel auch. Aber ich kann zu 100 Prozent verstehen, dass man da raus ist. Jetzt müsst ihr aber auch noch einen raushauen. Oh boah, wir haben schon so viele rausgehauen hier. Jede Woche hauen wir hier einen raus. Wenn wir keine Gäste haben, sind wir ja dran. Also was war denn?
Also ich habe was zum Thema Blauschömmekäse, was wirklich, da habe ich fast gekotzt, das war am Sonntag, die Sonne schien. Ich war mit Freunden hier in Berlin frühstücken und ich habe mir einfach so ein Stück normales Baguette bestellt und dann beiß ich rein und war so, Leute, schmeckt das bei euch auch so säuerlich und irgendwie scharf?
Und dann meinten die anderen, die das gleiche bestellt haben, Nee, hä, das ist doch einfach nur ein Käsebaguette, was ist los? Dann mache ich das auf, gucke und denke so, ha, war da Blauschimmelkäse drauf? Nein. Dann meinte ich nochmal so, Leute, war das ein Blauschimmelkäsebrötchen? Dann meinten die anderen nein. Und dann, Leute, ich habe sowas wirklich noch nie erlebt.
Das komplette, das war so ein Sauerteigbaguette, war durchtränkt und belegt mit einem verschimmelten Überzug, der blau war. Ich habe alles wieder so ausgespuckt, aber ich hatte auch schon was davon leider runtergeschluckt. Und ich kann gar nicht verstehen, wie das passiert ist. Dann haben wir das natürlich zurückgegeben. Dann meinte die Kellnerin noch, hey, ich habe die heute Morgen alle frisch belegt.
Und Blauschimmel. Ich glaube nicht. Das habe ich noch nie erlebt. Ich weiß gar nicht, wie lange das da gelegen hat. Wenn ich daran denke, kommt es mir hoch. Und ich weiß nämlich jetzt nicht, ob ich jemals wieder Blauschimmelkäse essen möchte. Weil dieser Moment zwischen, ich habe es probiert und habe realisiert, was das da gerade war.
In dem Moment dachte ich ja, ich hätte Blauschimmelkäse gegessen. Und ich glaube, ich muss jetzt forever an dieses Baguette denken, wenn ich Blauschimmelkäse sehe. Waren da schon so Haare drauf? Ja, wirklich. Wie du dir, wenn du dir ein Baguette vorstellst, was komplett durchgeschimmelt ist. Aber bist du gesund geblieben danach? oder?
Ja, ich bin, ich hab mir dann eingebildet, ich hab nur darauf gewartet, dass ich mich übergeben muss oder irgendwas passiert, aber es ist dann nichts passiert. Ich hab aber auch nicht mehr so viel gegessen an dem Tag, muss man dazu sagen. Das ist auch ein Foodcrime. Verschimmelte Baguettes in Berliner Cafés.
Das geht nicht. Du kannst ja in die Shownotes das Café stellen. Ja, genau. Aber gut, das war wahrscheinlich eine einmalige Sache, das wird nicht nochmal passieren. Ich schreibe das Café nicht in die Shownotes, damit hier keine weiß ich nicht, kein Rufmord passiert. Also ich danke euch wirklich ganz, ganz doll, dass ihr da wart.
Wenn ihr mehr von Maya und René sehen und hören wollt, dann schaut in der ARD-Mediathek vorbei. Better Than Beef gibt es da jetzt für alle zum Ansehen. Und wir hören uns nächste Woche wieder, Flo. Darauf freue ich mich. Schaut bei Instagram vorbei, das habe ich ja auch anfangs schon mal gesagt und, dann sage ich Tschüss. Vielen Dank. Tschüss. Habt einen schönen Tag. Tschüss.