
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
Der Currymord in Sonobe (feat. Puppies and Crime)
Dienstag, 10. März 2026 · 1 h 20
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Shownotes
Es ist der 25. Juli 1998. In Sonobe, einem Dorf gut eine Stunde südlich von Osaka, steht ein großes Fest bevor. Das Matsuri – ein Straßenfest, wie es es in Japan tausendfach gibt. Doch schon kurz nachdem das Abendessen eröffnet wurden war, zeigten die ersten Bewohner von Sonobe, Vergiftungserscheinungen. Schnell ist klar: Jemand wollte das ganze Dorf vergiften – und vergiftete damit auch die japanische Seele.
Als die Polizei die Verdächtigen festnimmt ist für das ganze Land ist klar: Die waren es. Dafür brauchte es keine Fakten.
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"Food Crimes - Was schmeckt dahinter?" wird produziert mit Unterstützung von Storyhouse Productions.
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Der 25. Juli 1998 sollte ein glücklicher Tag im Dorf Sonobe werden. Für diesen Tag hatte der Dorfvorsteher Takatoshi Taninaka das Matsuri-Fest angesetzt. Das ganze Dorf, knapp 100 Menschen, wollten sich versammeln und gemeinsam die beendete Regenzeit und den bevorstehenden Sommer feiern. Die Frauen des Dorfes hatten auch in diesem Jahr wieder ein Gemeinschaftsmal gekocht.
Japanisches Rindfleisch-Curry. Kare-Khaizu. Doch schon kurz nachdem das Abendessen eröffnet worden war, zeigten die ersten BewohnerInnen von Tsunobe Vergiftungserscheinungen. Schnell ist klar, jemand wollte das ganze Dorf vergiften und vergiftete damit auch die japanische Seele. Denn die Matsuri-Feste sind ein Nationalheiligtum.
Dass man auf einem dieser Feste sterben konnte, schockierte das ganze Land. Erst vier Monate nach dem Vorfall nimmt die Polizei die Verdächtigen fest. Und für das ganze Land ist klar, die waren es. Dafür braucht es keine Fakten. Aber waren die es wirklich? Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Lilly Temme, Florian Rietzer und den besten Gästen aller Zeiten.
Amanda und Marike von Puppies and Crime. Es ist immer eine gute Idee, einen Podcast mit der besten Freundin zu starten. Zwinker, zwinker. Im Fall von Amanda und Marike war es aber eine sehr gute Idee. Seit nun sechs Jahren nehmen die beiden uns mit in die ganze Welt und erzählen uns Woche für Woche einen neuen True Crime Fall.
Eines ihrer Erfolgsgeheimnisse, neben spannenden Geschichten bekommt man auch immer Buch- und Filmempfehlungen frei Haus. Was lange währt, wird endlich gut, denn Amanda und Marike stehen schon seit Tag 1 auf unserer Gäste-Wunschliste. Daher reden wir nicht länger und sagen, schön, dass ihr da seid. Hallo, das ist ja richtig süß. Ich war gar nicht vorbereitet auf so ein süßes Vorwort.
Das ist ja richtig süß. Ja, ja. Hallo. Sehr schön. Wir freuen uns auch super, dass wir hier sind. Und ganz ehrlich, auch wie du sagst, was lange wert wird, endlich gut. Aber wir machen ja auch nicht ganz so viele Crossover. Das ist, glaube ich, auch mit einer der ersten fünf, kann man gut sagen. Also für uns wird das jetzt schon was richtig, richtig Besonderes sein.
Wir freuen uns richtig doll, dass wir hier sein dürfen. Ja, und Lilly, zumindest, wir haben uns ja auch schon persönlich ein paar Mal getroffen, was glaube ich auch immer total schön ist. Weil, ja, jetzt sehen wir uns digital auch einmal alle hier. Wir freuen uns richtig, dass wir jetzt da sein können.
Wir versuchen ja auch immer, unsere Fälle so ein bisschen abzustimmen. Also dass es jetzt nicht komplett random ist, wenn bei uns Gäste zu Besuch sind. Und als ich euch von dem Fall erzählt habe, euch geschrieben habe, ich weiß gar nicht, wer geantwortet hatte, wahrscheinlich, Marika, hast du geantwortet, weil du hast gesagt, Amanda lernt ja auch gerade Japanisch. Ja.
Und da dachte ich mir, ja, okay, dann passt der Fall ja wirklich perfekt. Wie kommt das denn? Also ich muss sagen, ich habe, und ich glaube, das können vielleicht auch viele nachvollziehen, ich habe das Gefühl, so geht es mehreren Menschen. Ich bin total doll mit Anime aufgewachsen. Also bei uns, wenn ich von der Schule kam, lief halt RTL 2.
So das war das Programm. Also all die ganzen Anime, Sailor Moons, Jandy Kamikaze Demon und Detective Conan war so mein Standardprogramm. Und in mir drin schlummerte dann immer schon so die Faszination für das Land, wo das halt alles spielt und wo es herkommt. Und 2019 war ich dann das erste Mal in Japan und war dann verliebt, verliebt, verliebt, verliebt und war dann nochmal da und hab dann vor zwei Jahren entschieden, okay, ich will auch nochmal zurück, aber gerne ohne diese doch manchmal große Sprachbarriere, die man dann doch hat.
Und ich kann schon mal sagen, für all die, die vielleicht auch gerade überlegen, ach Mensch, japanisch, nach zwei Jahren habe ich das Gefühl, ich bin in der zweiten Klasse auch mal angekommen und kann viel über mein Lieblingsessen erzählen und meine Lieblingsfarbe. So, das ist das Level, bei dem ich jetzt bin.
Aber Faszination ist immer noch da. Auf jeden Fall eine humbling Experience. Ja, voll. Ich war so naiv. Du kannst es dir nicht vorstellen. Denn ich dachte wirklich so, ach komm, in zwei Jahren, dass ich nicht fließend sprechen kann, ist klar. Aber dass man ja erstmal Alphabete lernen muss, dass man Schriftzeichen lernen muss, dass die Grammatik eine komplett andere ist ….
Ist mir dann auch schnell klar geworden, dass das doch etwas länger dauern wird. Hast du ein Lieblingswort auf Japanisch? Oh, okay. Also es gibt so Lieblingswörter, die, also ich glaube mein aktuelles Lieblingswort ist, weil ich das Schriftzeichen gerade gelernt habe und das Schriftzeichen sieht so toll aus, weil es erklärt, was es ist.
Und es passt ganz gut zu dem Fall, den du uns jetzt schon angeteasert hast. Und zwar ist es Ame. Und Ame heißt Regen. Und wenn ihr euch das Schriftzeichen für Regen anguckt, sieht es aus wie kleine Regentröpfchen an einer Fensterscheibe. Und es ist eins einfach meiner Lieblingswörter, weil die Schriftzeichen, die Kanji zu lernen, ist extrem schwer, weil die meisten nicht so aussehen, wie das, was sie bedeuten. Und da habe ich mich gefreut.
Ähnlich übrigens wie Sake, was Alkohol bedeutet und aussieht wie ein kleines Cocktailglas. Toll. Gut zu wissen. Und ich hoffe, du kannst mich heute auch berichtigen, wenn ich Namen etc. Falsch ausspreche, weil das ist bei uns immer wieder ein Thema, dass wir Was? Ja, immer mal vielleicht so einen Ticken daneben liegen. Das ist bei uns auch so. Gehört doch dazu ein bisschen auch.
Ich liebe es, wenn ich mir bei der Vorbereitung von Fällen so YouTube-Videos angucke, How to Pronounce XY, dann sitze ich immer so, vom Laptop und höre mir zehnmal hintereinander irgendwelche Wörter an, mit denen ich danach immer noch nicht weiß, wie man sie richtig ausspricht. Ich glaube, von außen sieht es immer völlig bescheuert aus.
Da möchte ich nochmal auf die chinesische Stadt Xinjiang nochmal hinweisen, die ich vor zwei Wochen auch nie hinbekommen habe. Und vor allem, ich finde auch, dass man dann, wenn man aufnimmt, hat man es dann schon wieder vergessen. Und manchmal ist das dann so, man guckt es sich vorher an und dann guckt man sich nochmal an und dann manchmal ist es so, okay Amanda, merkt ihr jetzt, wie man das aussprechen muss, weil ich muss das gleich aussprechen und dann versuche ich das mal outzusourcen, damit Amanda mich korrigiert, weil ich auch ganz oft die Unterschiede gar nicht höre.
Weil dann sind das so kleine Feinheiten, die man vielleicht mit dem eigenen Ohr einfach gar nicht hört. Aber ich glaube, das verbindet uns alle. Also alle Leute, die irgendwie Podcasten und Sachen aussprechen müssen. Ja, ist eine Experience, glaube ich, die wir alle teilen. Ein kleiner Struggle. Und ein anderes Thema, was heute bei dem Fall wichtig wird oder interessant wird, ist das japanische Rechtssystem oder generell wie mit verurteilten Menschen in Japan umgegangen wird.
Und es gibt einen anderen Fall, beziehungsweise ein Buch, auf das mich schon einige Leute hingewiesen haben, und zwar das Buch Butter. Ich weiß nicht, ob ihr von dem was gehört habt. Ich hab's gelesen. Ich hab's gelesen. Perfekt, da können wir da nicht einmal ganz kurz reingehen. Hätte ich meine Buttercap anziehen sollen heute. Ja.
Aber das Buch basiert ja auf einem... Auf einer Person, auf einer Frau. Ich hab die gleiche Ausgabe. Ja, perfekt. Und viele von euch haben mir dieses Buch geschickt. Und diesen Fall im weitesten Sinne. Tatsächlich, der Fall, der hinter dem Buch steht, hat ja gar nichts mit Essen so richtig zu tun. Sondern das ist ja vor allem das Buch, weil sie hat sich sozusagen diesen Fall, diese Person, die Frau genommen und hat daraus einen fiktionalen Roman geschrieben.
Ich muss ganz ehrlich sagen, mich hat das Buch im letzten Drittel verloren. Also ohne jetzt hier zu spoilern. Aber ich fand, den ersten Teil der Geschichte irgendwie hat mich total reingezogen. Und dann das Ende. Ja, also wie gesagt, ich bin auch noch nicht fertig. Ich habe noch so 100 Seiten oder so.
Ich fand ab dem letzten Drittel, es zieht sich so. Es zieht sich. Deswegen, ich muss mich da jetzt mal ransetzen und das wegarbeiten. Also dann sage ich natürlich nichts. Also dann müssen wir ja sein. Aber Lilly, wie hat dir das gefallen? Ich fand es toll. Ich habe ein bisschen gebraucht, um reinzukommen.
Bei mir war es vielleicht andersrum als bei Flo. Und dann habe ich es sehr gern gelesen. Mir hat es auch gut gefallen. Ich habe es mit einer Freundin, wir haben so einen Zwei-Frauen-Buch-Club, nur wir beide, und da haben wir es gelesen. Deswegen, wir haben es sehr viel auch diskutiert und ganz viel auch gegoogelt zu, was sind echte Parallelen, was nicht. Und ich fand auch, ich weiß total, was ihr beide meint.
Also ich brauchte auch ein bisschen, um reinzukommen. Ich fand es auch sehr spannend. Das Ende, ja. Ja. War okay. Dann muss ich mich wahrscheinlich wirklich nochmal hinsetzen und das jetzt durcharbeiten. Ich bin auch so rigoros, wenn ich so ein Buch verliert, dann bin ich so, okay, next. Aber das ist eigentlich voll gut. Das ist voll die gute Angewohnheit, finde ich.
Ich mache das nämlich gar nicht. Ich zwinge mich dann so durch und manchmal halt wirklich auch mit Frust. Nee, dafür habe ich keine Zeit für Frust. Alles klar. Okay. Weil der nächste Fall bereit liegt, der vorbereitet werden muss, um jetzt hier die Kurve zur Folge zu bekommen. Wie gesagt, wir können ja später vielleicht nochmal auch auf das Buch so ein bisschen Bezug nehmen, wenn es dann in die Aufarbeitung des Falls geht.
Weil da gibt es, glaube ich, schon ein paar Parallelen. Ich habe heute wieder Fotos dabei. Die könnt ihr bei Instagram sehen. Bei was schmeckt dahinter? Ansonsten, wir freuen uns natürlich immer über ein Abo. Wir freuen uns über Kommentare, über Hinweise zur Folge, über falsch ausgesprochene Namen, Städte etc.
Und ansonsten würde ich sagen, gehen wir jetzt mal rein und erfahren, was da los war in Sonobe. Es ist der 25. Juli 1998. In Sonobe, einem Dorf eingebettet in sanfte Hügel, gut eine Stunde südlich von Osaka, steht ein großes Fest bevor. Das Matsuri. Ein Straßenfest, wie es es in Japan tausendfach gibt.
Ursprünglich dankte man damit den Gottheiten. Heute sind die Feste eher eine Mischung aus Erntedankfest und dem Feiern von Gemeinschaft und Tradition. Der Zeitpunkt Ende Juli ist perfekt in Sonobe. Die Regenzeit ist vorbei, der schwere feuchte Sommer noch nicht da. Es ist dieser seltene Moment dazwischen. Die Luft ist warm, aber noch nicht drückend.
So verteilt sich auch der Geruch von frischem japanischen Curry in der Luft. Auf dem Parkplatz im Herzen des Dorfes haben sich gut 100 Menschen für das Fest eingefunden. Eine große Plane liegt auf dem Boden, man sitzt darauf, isst, lacht. Ein Zelt steht bereit, falls es regnet. Und in der Ecke eine Karaoke-Maschine für später.
Schon seit dem frühen Morgen haben gut 20 Frauen aus dem Dorf die riesige Menge Curry zubereitet. Sie gehören dem Fujinkai an, dem Frauenclub des Dorfes. Die Zubereitung des Essens für das Matsuri war ihre Aufgabe und ihr ganzer Stolz. Am Abend zuvor haben sie das Rindfleisch eingekauft, an diesem Samstagmorgen noch vor Sonnenaufgang das frische Gemüse.
Gegen halb neun werden zwei große Töpfe angesetzt, jeder fast mehr als 20 Liter. In zweier Teams wechseln sie sich ab, passen auf die Töpfe auf, rühren, kosten, reden. Auch Masumi Hayashi ist dabei. Obwohl sie an einer schweren Beinverletzung leidet, erscheint sie, um ihren Beitrag zu leisten. Masumi Hayashi kennt jeder in Zunube.
Sie wohnt in einem riesigen Haus und lebt ein verschwenderisches Leben. Zurückhaltend ist sie dabei nicht. Wenn sie mit ihrem weißen BMW durch das Dorf fährt, rümpfen viele vor Neid und abscheu die Nase. Um 17 Uhr darf Takatoshi Taninaka, der Vorsitzende des Dorfvereins, den ersten Teller essen. Er nimmt einen Löffel, lobt das Essen, spricht ein paar einleitende Worte.
Und dann erklärt er das Fest für eröffnet. Gut 70 Menschen greifen zu und merken schnell, mit dem Curry stimmt etwas nicht. Nach und nach beginnen sich die Menschen auf dem Fest zu übergeben. Sie taumeln und brechen zusammen. Der Parkplatz, noch für Minuten ein Ort der Gemeinschaft, verwandelt sich in ein Bild des Chaos.
Taninaka selbst greift zum Telefon und ruft den Krankenwagen und die Polizei, bevor auch er zusammenbricht. Die Sanitäter, die eintreffen, sind überfordert. Es sind zu viele kranke Menschen. Einige Erkrankte schleppen sich selbst nach Hause, andere schaffen es gerade so bis zur nahegelegenen Klinik. 63 Patienten werden auf 14 verschiedene Krankenhäuser in der Region Wakayame um Sonobo verteilt.
Die Ärzte kämpfen die ganze Nacht um die Patienten. Doch nicht alle schaffen es. Am nächsten Morgen sind vier Menschen tot. Darunter auch Takatoshi Taninaka. Der Mann, dem als Zeichen des Respekts der erste Teller gereicht worden war. Die Ermittler untersuchen die Reste des Curries. Eine Lebensmittelvergiftung schließen sie schnell aus.
Der Verdacht liegt auf etwas anderem. Zyanid. Das war ein Massenmord. Die Frage, die am nächsten Morgen über dem Dorf hängt, ist, wer hatte es auf die BürgerInnen von Sonoba abgesehen? Und ich hatte es ja im Einstieg schon gesagt, was auch für so einen großen Aufruhr dann gesorgt hat, war, dass eben dieses Fest, was ich versucht habe so ein bisschen einzuleiten, so ein Teil der japanischen Seele ist, so ein Gemeinschaftsding.
Ich finde, das hast du ja auch mit diesem Prozess vom Kochen und alle stehen so dabei und teilen sich das auf. Ich finde, da spürt man das auch. Also erstmal, wie lange das natürlich dauert, Essen für so viele Menschen irgendwie zu machen und sich darum zu kümmern. Und ich glaube, so ein japanisches Curry bietet sich ja auch einfach an, weil man das in großen Mengen irgendwie davor und zubereiten kann.
Aber eben dieses Symbolische auch davon, ach wir machen das alle zusammen, es ist jetzt zwei, drei Töpfe, keine Ahnung, für alle. Und das auszunutzen ist natürlich richtig, richtig kalt und abgebrüht. Ja, ich habe ein Bild dabei von dem Fest und von dem Curry. Von dem Fest oder von einem Beispielhaften? Okay.
So sah das Ganze aus. Das wird wahrscheinlich, ja, spät in der Nacht sein, nachdem die Menschen dann schon weg sind. Ja, was seht ihr? Sieht aus wie ein nettes Nachbarschaftsfest. Also es sind so mehrere Zelte aneinandergestellt, es sieht aus, als wäre da so eine lange Tafel in der Mitte aufgebaut, es hängen schöne Lampignons oben am Zeltrand und ….
Ja, das sieht so aus wie das Ende von einem netten Fest. Ein paar Leute räumen auf, ja. Das klassische weiße Partyzelt, das könnte überall stehen. Ja, das ist wirklich so. Die Schriftzeichen verraten es ein bisschen, dass es nicht im Dorf nebenan war. Ja, siehst du, das ist jetzt gemein. Das habe ich bestimmt. Also ich schiebe es darauf, dass es ein bisschen klein ist.
Ich bin sicher, sonst könnte ich das alles lesen. Ja. Von dem Curry habe ich auch noch ein Bild dabei. Ja, das kann man auch appetitlich vielleicht machen, aber es könnte auch Farbe sein, aber gut. Oder Lehm. Stimmt, noch besser. Kurz bevor Lilly wieder die Töpferscheibe anwirft. Oh ja, so sieht es dann auch aus.
Also es ist ein leergekratzter Topf, in dem sich eine grün-braune Flüssigkeit befand, würde ich sagen. Und dazu muss man auch sagen, das Curry, ich finde es persönlich super lecker, aber das sieht von der Farbe auch sonst geht so appetitlich aus. Das ist schon immer ein bisschen bräunlich-grünlich und so.
Also das ist hier jetzt, glaube ich. Das ist nicht das, was man landläufig unter Foodporn kann. Korrekt, korrekt, ja. Ach, aber das klingt so ehrlich, das klingt wie unsere Linsensuppe oder so. Ja, die sieht auch kacke aus. Genau, die sieht auch nicht lecker aus. Was, glaube ich, auch noch wichtig ist bei dem Foto, man sieht, es gibt Überreste und das wird natürlich später in dem Fall auch nochmal relevant, weil der erste Verdacht liegt jetzt auf Zyanid und ich verrate noch nicht so viel, wenn ich sage, dabei bleibt es nicht.
Alle, die an diesem 25. Juli 1998 vom Körig gegessen haben, zeigen in irgendeiner Form Anzeichen einer Vergiftung. Nur eine Frau scheint unversehrt geblieben. Masumi Hayashi. Denn obwohl sie am Mittag eine Zeit mitgekocht hatte, war sie am Abend nicht zum Fest erschienen. Das unwohle Gefühl, das viele in Sonobi ihr gegenüber hatten, verstärkte sich. Wer war die Frau wirklich?
Masumi Hayashi wird 1962 als Masumi Furukawa in Arida geboren, einer ländlichen, isolierten Gegend südlich von Wakayama. Es ist eine Gegend, in der alte Bräuche weiterleben und das Geld knapp ist. Für die meisten. Nicht für die Furukawas. Ihr Vater und ihr Großvater bekleiden hohe Ämter in der örtlichen Fischereigenossenschaft.
Die Fischerei ist eine sichere und gut bezahlte Arbeit in der Gegend. Alte Fischerfamilien gelten als die Aristokraten der Arbeiterklasse. Masumis Mutter verkauft nebenberuflich Lebensversicherungen wie tausende japanische Hausfrauen und bringt so ebenfalls gutes Geld in die Familie ein. Masumi wächst also privilegiert auf und nutzt ihre Möglichkeiten.
Sie ist intelligent, kontaktfreudig und selbstbewusst. Sie schafft es auf eine Elite-Highschool in Wakayama. Danach an eine renommierte Krankenpflegeschule in Osaka. Krankenpflege ist in Japan ein hoch angesehener Beruf. Masumi ist also auf dem besten Weg, sich eine eigene Karriere aufzubauen. Doch dann lernt sie Kenji Hayashi kennen.
Kenji ist gut 15 Jahre älter als sie, arbeitet als Schädlingsbekämpfer und ist verheiratet. Masumi ist seine Affäre. Und bald schon mehr. Kurz vor Masumis Abschluss lässt Kenji sich scheiden und heiratet Masumi. Vier Kinder bekommen sie zusammen, drei Töchter und einen Sohn. Doch Masumis Umfeld ist skeptisch.
Warum lässt sich die junge Frau mit diesem Mann ein? Dazu wirkt Kenji auf viele wie ein Yakuza-Mitglied. Und von Kenji und Masumi habe ich auch ein Foto dabei. Weiß man, wie die sich kennengelernt haben? Also gibt es irgendwelche Hintergrundinformationen zu ihrer Liebesgeschichte? Nee. Also nicht, dass ich wüsste. Oh. Das sind die beiden. Ui, ui, ui. Okay.
Wen seht ihr? Ich glaube, man muss sagen, der Blick fällt natürlich zuerst auf ihn. Er sitzt da so mit seinem weißen Hemd, ein bisschen offen, eine Brille mit so leicht roséfarbenen Gläsern, kurze Haare. Die ist schon verschärft. Und muss eine helle Hose anhaben. Also er sieht so, weißt ihr, was das erste Wort ist? So ein bisschen prollig aus.
Ist so, fehlt? Nee, die Goldkette fehlt. Dann wäre prollig perfekt. Stimmt. Aber so, das war das erste Wort, was mir in den Sinn gekommen ist. Japanische Robert Geis. Legit. Legit. Gibt noch eine Musterjacke drüber. Ich finde, es sieht so ein bisschen aus wie ein Foto, was ein Paparazzi gemacht hat von irgendeinem betrunkenen Star im Range Rover, der von seiner Assistentin oder Partnerin oder wer auch immer das dann am Steuer ist, irgendwo schnell hingebracht wird.
Du siehst ja auch im Hintergrund die Fotografen, also das scheint ja irgendwo aufgenommen zu sein, wo die beiden auf jeden Fall fotografiert wurden. Dann liegst du richtig mit einem Paparazzi. Weil das Fenster ist ja runtergerollt. Ja. Und sie sitzt am Steuer und trägt, glaube ich, keine Schuhe, oder?
Sie fährt, es sieht aus, als hätte es hin und socken. Das ist mir gar nicht aufgefallen. Stimmt. Ja, na gut. Vielleicht eine Automatik. Also das würde vielleicht auch dafür sprechen, dass die von irgendwas fliehen. Ja. Ich sag mal so, wer öfters True Crime hört, wird sich jetzt denken, wir sind in Minute 20. Da wird es ja wohl mal so langsam um die Täter gehen.
Also, die beiden haben auf jeden Fall was mit dem Fall zu tun. Da liegt der schon richtig. Aber ja, die beiden haben auf jeden Fall einen unterschiedlichen Vibe. Ja, sie wirkt viel unscheinbarer irgendwie. Also einfaches blaues T-Shirt. So, ja, ganz normal. Ganz schlechte Beschreibung. Aber irgendwie normal. Nee, ich finde das ehrlich gesagt eine gute Beschreibung.
Ich würde die sogar mal notieren, weil das wird noch wichtig. Dieses Normale. Dafür, dass sie ja, wie wir jetzt schon gehört haben, eigentlich ein relativ lautes Leben führt. Ich erzähle euch mal noch ein bisschen mehr über die beiden. Dann wird das Bild vielleicht noch ein bisschen klarer. Den angesehenen Beruf der Krankenpflegerin wird Masumi also nie ausüben.
Ihre Familie kann es nicht verstehen, dass sie ihr Leben so wegwirft, in Anführungszeichen. Aber sie übersehen etwas, das Masumi und Kenji teilen und das in Japan selten ist. Sie betrachten das Leben nicht als eine Reihe von konfuzianischen Pflichten, die es zu erfüllen gibt. Sie betrachten es als Spiel, als eines, das man gewinnen kann.
Schon in ihr Schulbuch schreibt die junge Masumi. In einem Land, in dem die Ehe vor allem als Verpflichtung gilt, besonders für Frauen, und körperliche Leidenschaft als destabilisierend für die Familie, leben die beiden genau dieses Leben. Sinnlich und unbekümmert. Vom weißen BMW haben wir ja schon gehört, zur ganzen Geschichte gehört, dass Masumi diesen auch oft Lauthupen durch die Stadt fährt.
Apropos laut, nachts spielt sie gerne Klavier, sie kauft teure Kleidung und auch Kenji ist kein Kind von Traurigkeit. Regelmäßig veranstaltet er ausufernde Mahjong-Runden, bei denen getrunken, geschrien und um Summen von bis zu einer halben Million Dollar gespielt wird. Vor seinen Nachbarn prahlt er, dass er noch nie verloren habe.
Habt ihr das schon mal gespielt? Ich kenne das bloß als Wort, aber ich habe es noch nie. Online. Ich habe mal meinen letzten Langstreckenflug komplett damit verbracht, das zu spielen auf dem Bildschirm. Das war mir so unangenehm, aber ich war richtig hooked. Ich kam nicht weg von dem Spiel. Was ja auch sehr bezeichnend ist, weil warum das auch, also es ist in Japan ja ein ganz großes Thema, aber es ist ja auch ein bisschen Glücksspiel, ne?
Also das hat auch so leicht, also da gibt's auch mit Wetten einher und so und ich hab das schon gemerkt, dass ich dann auch jetzt Sicherheitsabstand brauche. Okay, okay. Ja, spannend. Ich hab's auch nie gespielt, ich hab mich jetzt auch bei der Recherche dachte ich mir, das ist so jetzt so ein Sidequest, den ich nicht erledige, noch herauszufinden, wie Marjong funktioniert.
Aber es gibt eine große Quelle, werde ich am Ende noch erzählen, die ich genutzt habe. Da wird auch beschrieben, dass es bei diesen Runden einfach sehr, sehr laut zugänglich ist. Also da wurde getrunken, geschrien. Eben, wie du meintest, so dieser Wettspiel Aspekt, der kam dann da auch mit rein, das für beschwingte Abende gesorgt hat im Hause Hayashi.
Und er, Flo, hat auch in diesem Dorf gewohnt, ja? Also sie hat, Genau, die haben zusammen in dem Haus gewohnt. Von dem Haus habe ich gleich noch ein Foto. Das zeige ich euch, da habt ihr sozusagen einmal das ganze Bild. Also ich habe ja gesagt, er prallt vor seinen Nachbarn, dass er noch nie verloren hat.
Ob die ihm das glauben, das sei mal dahingestellt. Denn in der Nachbarschaft sind die beiden eh die bunten Vögel, zu denen niemand so richtig Zugang bekommt. An den Gemeinschaftsaufgaben der Nachbarschaft beteiligen sie sich nicht. Noch sonst halten alle Abstand. Ein Nachbar wird später sagen, niemand kannte sie.
Das ist in unserem Kleindorf unüblich. Selbst als sie Kinder auf der Straße spielten, ließen sie ihre Kinder nie mitspielen. In den drei Jahren, die sie hier wohnte, hat sie nie versucht, also Masumi, mit irgendjemandem Kontakt aufzunehmen. Also ließen wir sie auch nicht in unsere Gemeinschaft. Und dann war ja auch noch das riesige Haus.
Und das habe ich einmal für euch. Ich weiß nicht, ob das auf dem Bild jetzt so rüberkommt, so riesig, aber das werdet ihr mir jetzt hoffentlich gleich sagen. Das ist das Haus. Das ist schon groß. Ja, oder? Doch. Also ich gehe jetzt mal davon aus, alles von dem Bäumchen bis zu dem anderen Haus, was man da sieht, mit dem, okay, also mit diesem, ja.
Grau-Blau-Dach. Doch, finde ich schon groß. Ja, ist ein zweistöckiges Haus. Und ist das ein Bonsai-Baum da im Vorgarten? Sieht fast so aus. Oder zumindest ein sehr gestutzter Baum. Wenn das ein Bonsai-Baum ist, ist der auf jeden Fall sehr teuer in dieser Größe. Ich weiß nicht, ob man bei der Größe noch von Bonsai spricht.
Das ist jetzt ein Sidequest Bonsai-Bäume. Es gibt, falls ihr irgendwann mal in Boston seid, dann geht in das Arboratum. Da gibt es Bonsai-Bäume, die sind teilweise 200, 300 Jahre alt. Das ist komplett crazy. Die sind so schön. Das ist, naja, egal. Wow, ich wusste gar nicht, dass man dich so für Bonsai-Bäume begeistern kann, Flo.
Stichwort Bonsai jetzt. Lass uns doch noch mal ein bisschen über den Bonsai reden. Da läuft dem Flo immer so ein kleiner Schauer über den Rücken. Aber ein guter Schauen. Ein schöner. Mein erster Eindruck von dem Haus war, dass es sehr privat aussieht. Also ich weiß jetzt nicht, ob es so gängig ist, dass man so hohe Mauern um sein Haus baut in Japan.
Da kenne ich mich überhaupt nicht aus. Aber ich habe das Gefühl, dass zum Beispiel im Erdgeschoss kaum einsehbare Fenster sind. Oder zumindest das, was ein Fenster sein könnte, ist irgendwie verriegelt. Ja, es sieht sehr privat aus und so als sollte man von außen nicht viel sehen, so das war mein erster Eindruck, Aber das deckt sich ja so ein bisschen mit den Beschreibungen der Nachbarschaft, dass die Familie Hayashi ja jetzt nicht besonders offen gegenüber der Dorfgemeinschaft war.
Das Haus haben die Hayashis 1995 gekauft. Wie so viele wohlhabende Familien wollten sie damals raus aus der Stadt. Sie haben in Wakayama gewohnt, das ist so die nächstgrößere Stadt. Ihr Haus kostet damals angeblich umgerechnet eine Million Dollar. Das ist heute umgerechnet, inflationsangepasst, ungefähr sind das 2 Millionen Euro.
Also das sieht auf den ersten Blick jetzt nicht so teuer aus, das Haus. Man muss dazu aber wissen, dieser Vorortsunnobe war ein sehr teurer Vorort von Wakayama. Bezahlen konnten sie das Haus mit dem Geld aus Masumis Erbe. Man konnte meinen, die Hayashis lebten ein sorgenloses Leben in Saus und Braus.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. 1988 entwickelt Kenji eine fortschreitende Lähmung. Es folgten Krankenhausaufenthalte und schon bald die Berufsunfähigkeit. 1990 muss er sein Business schließen. Von diesem Moment an ist Masumi diejenige, die die Familie trägt. Sie fängt bei Nippon Life an, dem größten Versicherungskonzern Japans.
Und sie ist außergewöhnlich gut. Innerhalb kürzester Zeit gehört sie zu den fünf besten Verkäuferinnen im ganzen Unternehmen. In einer Branche, die von Frauen lebt, denn in Japan kümmern sich oft Frauen um die Finanzen des Haushalts und kaufen lieber von anderen Frauen, ist Masumi ganz oben dabei. Doch dann erleidet auch sie einen Unfall. Im Februar 1996 verletzt sich Masumi beim Fahrradfahren schwer.
Nicht durch einen Sturz, sondern als sie an einem Streetfoodstand vorbeifährt und verbrüht wird. Auch sie wird berufsunfähig und verlässt Nippon Life. Ab diesem Zeitpunkt leben die beiden von den Versicherungszahlungen angeblich mehr als 400.000 Dollar. Angeblich, denn was hinter den Mauern des großen Hauses wirklich vor sich geht, weiß niemand.
Und als die Polizei anfängt zu ermitteln, wer hinter dem vergifteten Curry stecken könnte, fällt der Fokus bald unweigerlich auf Masumi Hayashi und ihren Mann Kenji. Wir sind jetzt erstmal relativ weit weggekommen, eigentlich von dem Fest wieder, aber ich glaube, es ist alles nötig, um so ein bisschen zu verstehen, mit wem wir es hier zu tun haben.
Habt ihr Gedanken zu den beiden? Ich finde es erstmal jetzt ganz spannend, dass wir natürlich hier zwei Leute haben, die... Also sich einen gewissen Standard da ja irgendwie wohlfühlen möglicherweise auch, gleichzeitig jetzt aber an einem Punkt sind, wo es ja klar, wenn sie jetzt noch Geld haben und 400.000 klingt ja jetzt nicht so wie unglaublich wenig, was die da so kriegen.
Ist auch Geld, ne? Genau, ist schon Geld, nimmt man vielleicht auch. Ich frage mich trotzdem, ob das dann zwangsläufig, wenn man vielleicht mehr Geld gewohnt ist, weil sie ja auch so erfolgreich war, ob das nicht zu einer Unzufriedenheit führt, zu einer grundsätzlichen. Wenn man den Unterschied merken muss, wobei würde man den merken, ist ja trotzdem noch viel Geld.
Ich würde interessieren, wie das das Leben verändert hat von den beiden, ehrlich gesagt. Ich meine, bei Kenji wissen wir es nicht, bei Masumi wissen wir, dass sie ja auch aus relativ wohlhabendem Haus kommt. Also so wie ich ihre Lebensgeschichte gelesen habe, hatte sie nie Geldprobleme. Was ich mich schon so ein bisschen frage, also wir reden ja jetzt über die beiden auch im Rahmen der Tat, also der Vergiftung.
Und hier gab es ja diesen Punkt, dass sie quasi beim Kochen dabei war und dann später nicht mehr. Das war ja, glaube ich, einer der Punkte, die sie ein bisschen verdächtig gemacht haben. Oder sie spezifisch. Aber dann frage ich mich auch immer, das ist natürlich dann auch immer so klischeehaft, dass es dann die eine Außenseiterin aus dem Dorf ist, die dann vielleicht verdächtigt wird.
Gerade in so kleineren Gemeinschaften ist es natürlich immer schön, wenn man bei so einem Event und bei so einer Tat dann möglicherweise auch schnell jemanden als verdächtige Person hat. Also hier gibt es ja wahrscheinlich noch mehr Umstände, die außerhalb der Gemeinschaft steht. So, dass es nicht so ist, A, das ist jetzt eine von den Personen, die hier zu uns gehören.
So daran musste ich so ein bisschen so denken, dass ja immer total gerne Täter und Täterinnen auch extern gesucht werden, wenn das irgendwie möglich ist. Weil was ich bei den beiden auch so ein bisschen denke, gerade wenn sie sagen, sie sehen das Leben als so ein Spiel. Mich würde dann total das Motiv interessieren, ob es für sie irgendeinen Gewinn geben würde, der sich aus dieser Tat ergibt.
Weil gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass du sonst auch vielleicht so sehr auf den eigenen Vorteil bedacht bist, dass du nichts machen würdest, um deine persönliche Freiheit einzuschränken. Und damit müsstest du ja theoretisch rechnen, wenn du eine Tat begehst und dann beschuldigt wirst. Dann würdest du dir das höchste Gut, was du hast, theoretisch deine Freiheit verlieren.
Oder ich musste jetzt daran denken, dass du, das hat jetzt Marika auch noch mal wiederholt, gesagt hast, dass die beiden das Leben wie so ein Spiel betrachten. Und ich werde ja immer hellhörig beim Wort Versicherungen. Und sie hat die auch noch verkauft. Ich dachte dann gerade, ob sie diesen Unfall mit dem Fahrrad vielleicht ein bisschen inszeniert, schlimmer dargestellt hat, als er wirklich war, um Versicherungsgeld zu bekommen.
Also das habe ich gerade so ein bisschen gedacht, dass sie vielleicht betrügen. Und vielleicht hat sie jemand aus dem Dorf, Darauf angesprochen oder erwischt oder so. Und die wollten niemanden, der ihnen in die Quere kommen könnte, am Leben lassen. Das waren gerade meine Gedanken, die ich hatte. Darf ich da direkt rein? Weil ich hatte mich auch so gedacht, aber wann musste man gucken, was ist auch der Vorteil dieses Versicherungsbetruges?
Weil hier war ja gleichzeitig diese Arbeitsunfähigkeit, wenn wir es richtig verstanden haben, einhergehend mit einem Status und Geldverlust eigentlich. Wenn man jetzt diese Versicherungssumme rausnimmt, hat sie ja gleichzeitig, wenn ich es richtig verstanden habe, in einem sehr, sehr erfolgreichen Beruf verloren, wo sie viel mitverdient hat.
Das heißt, dann müsste man natürlich abrechnen, ist diese Versicherungssumme, glaube ich, die die beiden verdient haben, ein Gewinn im Vergleich vielleicht zu dem, was sie so verloren hat. So lohnt sich das? Was sie halt gewonnen haben könnte, weil du hattest ja gesagt, Flo, dass denen so Freiheit auch so wichtig ist und nicht an Regeln halten.
Sie gewinnt natürlich diese Freiheit. Sie kann jetzt ihren Tag gestalten, wie sie mag, wenn sie nicht zur Arbeit gehen muss. Ausschlafen. Genau, könnte ausschlafen, könnte ihren Bonsai gießen, wann sie will. Also das könnte ein Gewinn theoretisch sein. Viele spannende Gedanken. Ich bin so falsch, ich bin so sücht. Ich sag ihr noch nichts.
Ich musste bloß gerade bei dem Punkt, Marieke, den du angesprochen hast, noch daran denken, dass, ich weiß nicht, wo ihr aufgewachsen seid, aber ich bin auch in einem Vorort aufgewachsen, was sehr dorfähnlich war und eigentlich gibt es in solchen Gemeinschaften immer so diese Outcasts. Es gibt immer so ein paar Leute, wo man sich denkt, die haben ein komisches Haus, ist vielleicht ein bisschen zugemüllt oder die machen irgendwas komisches.
Oder die fahren mit dem dicken Auto immer ein bisschen trollig durchs Dorf. Ich würde sagen, wir gehen mal ein bisschen weiter in der Geschichte, weil die Polizei hat jetzt schon eine Weile ermittelt und festgestellt, Zyanid war es nicht. Wie auch die Hayashis war Takatoshi Taninaka zu Wohlstand gekommen.
Allerdings erst spät, durch einen beträchtlichen Rentenbonus für seine Arbeit im Stadtrat von Wakayama. Dieser hatte ihm ein Haus in Sonoba ermöglicht. Aber dort enden die Gemeinsamkeiten. War das jetzt der eine, der gestorben ist, Flo? Sorry, dass ich da kurz rein dir… Genau, sorry, das hätte ich vielleicht noch dazu sagen sollen.
Takatoshi Taninaka ist der Dorfvorsteher, der gestorben ist, über den ich am Anfang gesprochen habe und der auch jetzt Ausgangspunkt der Ermittlungen natürlich ist. Taninaka war das, was man in Japan einen Gentleman nennt. Er lebt nach konfuzianischen Prinzipien, Empathie, Menschlichkeit, Gerechtigkeit über persönlichen Gewinn.
Er übernimmt Verantwortung für das Wohl der Gemeinschaft. Jahr für Jahr wählen ihn die Dorfbewohner erneut zum Ortsvorsteher. In diesem Amt legt er auch jedes Jahr das Datum und das Gericht für das Matsuri-Fest. In dem Jahr 1998 damit auch seinen Todestag. Neben ihm sterben drei weitere Menschen. Sein Stellvertreter im Dorfverein, ein 16-jähriges Mädchen und ein 10-jähriger Junge.
Die erste Vermutung, dass die vier an Zyanid gestorben sind, bestätigt sich nicht. Eine Woche nach dem Festival gibt die Polizei bekannt, es war Arsen. Geruchlos, geschmacklos, in Japan streng kontrolliert, aber leichter zu beschaffen als Zyanid. Und Foodcrimes-HörerInnen wissen, Arsen wird vor allem als Rattengift verwendet.
Die Ermittler schätzen, dass etwa 200 Gramm Arsen in das Curry gemischt wurden. Dass nur vier Menschen starben, grenzt an ein Wunder. Kenji war ja in der Schädlingsbekämpfung aktiv, oder? Habe ich das richtig im Kopf? Richtig. Ich dachte mir jetzt an der Stelle, ich führe nicht noch mal aus, was Arsen alles ist.
Dafür gerne einfach mal bei uns in der Podcastsuche Arsen eingeben. Und dann findet ihr alle Folgen mit Ersehen am Bärchen öfters mal gehabt. Es ist ein Mittel, was in der Schädlingsbekämpfung verwendet wird. Und dadurch fällt das Licht sehr schnell auf Kenji. Tatsächlich schließt die Polizei einen gezielten Mord, also auf eine Person, früh aus.
Denn das Curry wurde zu zufällig verteilt, zu chaotisch serviert. Der Fall wird landesweit zu einem Riesenthema. Die JapanerInnen sind erschüttert. Solche Feste gibt es überall im Land. Die Übertragungen der Trauerrituale für die beiden gestorbenen Kinder gehen durch alle Kanäle. Die leeren mit blumenbedeckten Schulbänke setzen die Polizei unter Druck.
Bald beschäftigen sich 39.500 Polizisten und 500 Reporter mit dem Fall. Und alle, die es gibt oder was? Ich musste diese Zahl auch mehrmals nachlesen und checken. Die steht in diesem riesigen Bericht, die es zu diesem Fall gibt. Ich dachte dann an eine Folge, Lilly, die wir vor ziemlich genau einem Jahr gemacht haben. Und zwar spielte die auch in Japan.
Ein Monster jagt Japans Lebensmittelbosse heißt die Folge. Könnt ihr gerne nochmal hören. Da gab es ja auch eine absurde Anzahl an Polizei. Und die verhieß nichts Gutes, diese absurde Anzahl an Polizistinnen. Deswegen bin ich gespannt, ob das bei diesem Fall gut war, dass so viele Leute beteiligt waren.
Was ich als mögliche Hintergründe bzw. Erklärung für diese Summe gefunden habe, ist, dass es in Japan nicht allzu viele Mordfälle gibt. oder weniger als woanders in der Welt. Und dass es möglicherweise, wenn es so einen Fall gibt, wirklich, dass alle Kräfte gebündelt werden und auf einen Fall gesetzt werden.
Das ist das Einzige, wie ich es mir gerade erklären kann. Die Zahl steht dort. Es ist ein großer New Yorker Artikel aus dem Jahr 1998, der die Geschichte in aller Ausführlichkeit berichtet. Da steht diese Zahl drin. Wir müssen die irgendwie hinnehmen. Aber es ist absurd. Das ist eine Kleinstadt, die ermittelt.
Ja, zu dieser geringen Mordzahl, ich habe mal ein Semester in Litauen studiert und da waren wir auch unter anderem mit einem Kurs in einem kriminologischen Institut und da war dann eine Obduktion und da hat dann auch jemand aus Japan quasi hospitiert oder ein Praktikum gemacht und uns wurde das auch erklärt, weil es so wenig Fälle gibt, so quasi Praxiserfahrung zu sammeln, dass die Leute dann gerne im Ausland Praxiserfahrung tatsächlich sammeln.
Spannend. Wie zum Beispiel dann in Litauen in dem Institut. Ja, ja. Also deswegen, es kann schon sein, dass, ich meine, am Ende waren nicht alle 39.500, also die saßen da wahrscheinlich nicht alle an den Akten dran, sondern wer weiß, ob das heißt, ob die an irgendeiner Straßenkreuzung standen und patrouilliert haben, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall ist es eine riesige Menge, die jetzt diesen Fall bearbeitet.
Ich glaube, es soll auch bestimmt so eine Signalwirkung haben. Also dass man quasi sagt, Leute, wir nehmen das ernst, guckt mal, alle, die wir haben, sind jetzt da dran. Und das ist ja, glaube ich, auch ganz wichtig, dieses Bild so auch aufzubauen von, da gehen wir knallhart voran. Ja, auf jeden Fall.
Die Ermittlungen dauern bald mehr als fünf Monate. Und doch, oder vielleicht gerade deshalb, bringt die schiere Masse wenig Klarheit. Die ersten Berichte, die durch die Presse wabern, sind widersprüchlich und unzusammenhängend. Der wahrscheinlich härteste Vorwurf ist, dass die Hayashis ein Horrorhaus betrieben haben sollen, in dem Dorfbewohner, Verwandte und Besucher regelmäßig nach dem Essen erkrankten und starben.
Die Familie kassierte dann jedes Mal Versicherungsleistungen ab, durch Versicherungen, die Masumi selber abgeschlossen hatte. Tatsächlich war niemand von den Menschen, die Masumi versichert hatte, gestorben. Ich fühle mich gerade ertappt, weil als du das gerade vorgetragen hast, Flo, dachte ich so, wie dumm, das klingt so nach Bild-Zeitung und die machen nichts, irgendeine Geschichte, aber es war ja genau der Gedankengang, den ich auch hatte, also noch ein bisschen weiter gedacht, aber es klang jetzt sehr Hanebüchen.
Ich finde, man kann diesen Gedanken schon haben, was jetzt in diesem Fall der Unterschied ist, dass die sich hingestellt haben und gesagt haben, das war so. Also das war jetzt nicht, möglicherweise war das ein Motiv, sondern das waren Vorwürfe, die dem Paar oder Masumi gemacht wurden. Vielleicht hatte sich bei diesen Berichten auch eine andere Geschichte verselbstständigt.
Denn zum Thema Versicherung werden die Ermittler bald fündig. Es stellt sich heraus, dass Kenji Hayashi seine Behinderung über Jahre hinweg übertrieben hatte, um weiterhin Leistungen zu beziehen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren ging es hier angeblich um eine halbe Million Dollar. Und bei Masumi stellte es sich heraus, dass sie den Ort des Verbrühungsunfalls falsch angegeben hatte.
Indem sie angab, dass es sich auf dem Fahrrad ereignet hatte, hatte sie Anspruch auf eine hohe Entschädigung für einen Verkehrsunfall. Dann nehme ich zurück, was ich gerade gesagt habe. Es war doch ganz schlau von mir eben. Aber sehr schlau. Ganz schönes Hin und Her hier. Schauen wir mal, wo das auch hinführt.
Es geht genauso hin und her wie die Ermittlungsarbeit der japanischen Polizei. Durch den, ich nenne es mal Versicherungsbetrug, erklärt sich zumindest der Reichtum teilweise. Das große Haus, der weiße BMW. Hinzu kamen mehrere Indizien. Kenji hatte als ehemaliger Schädlingsbekämpfer Zugang zu Arsen. Masumi hatte am Tag des Festes das Curry mitgekocht. Und von der Familie waren weder Masumi noch Kenji noch die Kinder in diesem Abend dabei, um Curry zu essen.
Irgendwie schien die Lage klar. Die japanische Öffentlichkeit versteht daher nicht, warum das Ehepaar immer noch auf freiem Fuß war. Doch das sollte sich am 4. Oktober 1998 ändern. Also Lilly, wo stehst du gerade in deiner Gefühlswelt? Da du uns bis jetzt noch keine andere verdächtige Person vorgestellt hast, bin ich natürlich auch gerade auf dem Pfad, dass dieses Ehepaar sehr verdächtig wirkt.
Aber die große Frage ist natürlich, welches Motiv hatten die dieses ganze Dorf töten zu wollen oder einzelne Personen des Dorfes und so viel Arsen, 200 Gramm in dieses Curry zu mischen. Also das macht für mich noch gar keinen Sinn, hinten und vorne nicht. Deswegen bin ich ein bisschen ratlos. Und weil sie ja sofort verdächtig wäre oder nicht, das habe ich vorhin schon gedacht.
Dadurch, dass sie nicht da war, also das, was wir schon kurz besprochen haben, und denen ist ja klar, dass sie so eine Außenseiterposition haben als Paar, also wenn sie es waren, dann ist das auch nicht weit gedacht, weil dann sind sie doch instant verdächtig, du warst an dem Ort, warst dann beim Essen nicht mehr da, ach ja, und dich mag eh keiner, so nach dem Motto.
Also, ja, dann wäre es auch nicht sehr gut durchdacht gewesen. Schauen wir mal. Am 4. Oktober 1998 kommen sie. 30 Polizisten, dazu 100 weitere, um die gut 500 Reporter in Schach zu halten. Zehn Hubschrauber der Polizei und der Medien kreisen über Sunube. Um 6.05 Uhr am Morgen werden Mazumi und Kenji Hayashi verhaftet.
Der Vorwurf lautet Versicherungsbetrug und für Mazumi zusätzlich versuchter Mord. Ihr wird vorgeworfen, 1997 einen Gast aus Kenjis Mahjong-Runde vergiftet zu haben, der dann aber überlebte. Von den vier Toten auf dem Dorffest ist in der Anklageschrift keine Rede. Als die Bilder der Festnahme über die Bildschirme laufen, erwartet das Land eine Mörderin. Doch was es sieht, ist etwas anderes.
Eine Frau in Schlappen, schwarzen T-Shirt und Plastikbeutel in der Hand. Masumi Hayashi sieht aus wie jemand, der zur Mülltonne geht. Und von der Festnahme habe ich auch noch ein Foto für euch. Dann könnt ihr das Bild mal selber bewerten. Was macht die Szenerie für einen Eindruck auf euch? Sie sieht halt aus wie eine Person, die nur zufällig mit dabei ist und eigentlich eher zuguckt, wie andere Leute festgenommen werden.
Also sie steht halt so daneben und guckt. Neben ihr sind unter anderem uniformierte Polizisten, Menschen in Anzügen und so. Aber sie steht da total, ich würde mal sagen, so unbothered. Also sie ist einfach da, hat ihre Tütchen und es wirkt alles sehr entspannt. Auch der Polizist links von ihr hat so einen leichten Hüftknick.
Die eine Hand so in der Hüfte, die stehen da so entspannt. Und als würden sie sich gerade irgendwas anschauen zusammen. Ja genau, die gucken ja auch in die gleiche Richtung. Also so, ja, ach Mensch, guck mal da. Bisschen absurde Szenerie, ne? Also dass es überhaupt nicht nach einer Festnahme aussieht oder als würde sie sich schuldig fühlen, das sorgt auch in den Medien für eine gewisse Verwunderung und man beginnt sich zu fragen, war das jetzt eine meisterhafte Verstellung einer eiskalten Täterin oder die Gelassenheit einer Frau, die weiß, dass sie unschuldig ist.
Japan diskutiert, aber die Diskussion ist in gewisser Weise längst entschieden. Denn in Japan ist eine Verhaftung quasi mit einer Verurteilung gleichzusetzen. Im Jahr 1997 werden vor japanischen Gerichten 66.905 schwere Strafsachen verhandelt. 92,3 Prozent der Angeklagten gestehen. Ein Wert, den man sonst nur aus totalitären Staaten kennt.
Von denen, die auf unschuldig plädieren, werden insgesamt nur 67 freigesprochen. Also ca. Einer, eine von tausend. Mitverantwortlich dürfte dafür auch das japanische Recht sein. Demzufolge dürfen Verdächtige bis zu 23 Tage in Isolationshaft gehalten werden. Während der Vernehmung haben die Angeklagten kein Recht auf einen Anwalt.
Die eigentlichen Prozesse finden de facto also immer in Polizeistationen statt. Amnesty International kritisiert die Verhörmethoden seit Jahren. Denn sie ermöglichen soziale Manipulation und psychischen Druck. Im Fall von Masumi und Kenji kommt hinzu, dass selbst der japanische Premierminister Keizo Obuchi vor die Presse tritt und erklärt, ich habe den Eindruck, dass wir in diesem Fall eine große Hürde genommen haben.
Der Prozess hat noch nicht einmal begonnen, aber der Premierminister spricht schon eine Art Urteil. Doch eine Frage bleibt. Abgesehen vom Versicherungsbetrug, hat die Polizei irgendwelche Beweise, dass Masumi oder Kenji für die Arsenvergiftung verantwortlich sind? Und hier dachte ich mir, ich komme zu langsam die Parallele zu dem Butter-Roman mit rein, weil auch das ist ja ein großes Motiv, die Frage der Schuld und wie laufen Prozesse eigentlich in Japan ab und wie viel passiert hinter verschlossenen Türen, wie viel passiert in den Medien.
Also hier laufen die Parallelen so langsam zusammen, um dieses sehr schiefe Bild einmal zu bemühen. Ja, ich habe es auch die ganze Zeit noch im Hinterkopf gehabt, jetzt gerade zum Ende hin, weil du ja das Buch generell schon angesprochen hast und habe mich nochmal versucht daran zu erinnern, wie es auch im Buch gehandhabt wird, beziehungsweise dass diese Frage sich eben so durchzieht durch, ist die Person schuldig und vor allem ist es zwangsläufig bewiesen, dass sie schuldig ist oder wurde einfach nur angenommen, dass sie schuldig ist und wurde, wie du ja auch gerade schon geschildert hast, so vorverurteilt.
Und ich glaube, da ist es halt auch so krass, dieses Land mit ein bisschen Abstand auch anzugucken, weil diese ganzen Zahlen und Quoten ergeben halt so viel Sinn, wenn man sich anguckt, was das halt für ein Land ist und was da für Strukturen sind und wie wichtig es auch ist, dass es die böse Person gibt, die dann auch weg ist, damit man bloß nicht gucken kann, was links und rechts noch passiert und so weiter.
Ob sie es dann war oder nicht, ist auch Kann man jetzt erst mal überlegen. Und ja, manchmal vielleicht auch dann vorschnell, um solche Quoten auch zu halten, mit sehr viel Druck gearbeitet wird. Hast du da noch einen anderen Vergleich? Weil du meintest, gerade wenn man sich das Land anschaut, dass es einen Sinn ergibt.
Gibt es da noch was anderes, was damit reinpasst in dieses System? Ich glaube, was ganz, ganz krass ist, ist so diese Frage von Verbrechen und Schuld und wer ist, wer trägt am Ende diese Schuld? Also in Japan geht es ja auch viel um Familie, es geht viel um Ehre, es geht viel um Gesicht zu wahren nach außen.
Also zum Beispiel ist es schon so, dass wenn du verurteilt wirst, dann hat das direkte Konsequenz nicht nur auf dich, sondern auf deine ganze Familie, auf deine Eltern und alle und deswegen gilt auch Japan als so sicheres Land, nicht weil, keine Ahnung. Weil, weiß ich nicht, die da besondere Schutzmechanismen haben, sondern weil Verbrechen als solches halt so stark verurteilt werden, weil es geht eben nicht nur um das einzelne isolierte Verbrechen, sondern was du uns allen angetan hast.
Was in dem Fall ja sogar auch konkret passt, weil es geht um ein ganzes Dorf. Also hier wird das, glaube ich, nochmal verstärkt. Nicht nur dieses Gefühl von, was hast du denn tatsächlich, den Opfern angetan, die gestorben sind, sondern wir alle wurden jetzt hier von dir möglicherweise, ja, sind Opfer deiner Tat geworden, genau.
Und ich glaube, das ist hier auch nochmal so, ja. Eben auch über das Fest, dass sozusagen viele das Gefühl haben, dass die Ehre des Festes angegriffen wurde, dieser Tradition. Es geht jetzt also so langsam vor Gericht. Einen Monat nach ihrer Verhaftung tritt Masumi dann das erste Mal vor eine Richterin.
Sie beschwert sich über ihre Verhörer. Sie schlugen mir mehr als 20 Mal mit Fotos meiner Kinder ins Gesicht, sagt sie. Sie schrien mich an, ich solle zugeben, dass ich Arsen in meinem Haus aufbewahrt habe. Die Anklageschrift, die mittlerweile vorliegt, umfasst nun auch die Curry-Todesfälle. Vierfacher Mord, mehr als 60-facher versuchter Mord sowie mehrfacher Versicherungsbetrug wird Masumi vorgeworfen.
Doch Masumi gibt die Taten bis auf den Versicherungsbetrug nicht zu. Für viele ist ihr Schweigen der Beweis, wer die Tat nicht gesteht, lehnt auch die Gemeinschaft ab. Die Öffentlichkeit hat also schon ein Urteil gefällt. Aber was hat die Justiz tatsächlich in der Hand? Innerhalb einer Woche nach der Verhaftung sammelt die Polizei mehr als tausend Proben aus dem Haus der Hayashis. Und sie untersuchen die Curry-Reste.
Die Laborergebnisse zeigen, an drei Stellen im Haus konnten winzige Spuren von Arsen nachgewiesen werden. Im Bewässerungsgraben neben dem Haus, im Abfluss, der das Haus mit dem Graben verbindet, und in einer Ecke eines leeren Plastikbehälters unter der Küchenspüle, der zur Aufbewahrung von Gewürzpäckchen gedient hatte.
Und auch im Curry lässt sich Arsen feststellen. Winzige Spuren an drei Stellen in einem Haus, dessen Bewohner jahrelang im Schädlingsbekämpfungsgeschäft tätig waren. Was denkt ihr? Oder was ist eure Meinung? Sind die Funde stark genug? Ich bin mir nicht sicher, wie das ist, nach welchem Urteil und nach welchem Standard verurteilt wird.
Ich meine, du hast uns ja jetzt schon ein paar Statistiken genannt, wie wenig Menschen tatsächlich freigesprochen werden, wenn sie einmal angeklagt sind. Aber grundsätzlich müsste man ja eigentlich sagen, also in dubio pro reo, also zumindest nach meinem Rechtsverständnis. Also ich verstehe immer noch nicht das Motiv, das hatte ja Lilly auch schon angesprochen, also ich verstehe immer noch nicht, mit welchem Motiv.
Ich glaube, das wäre sehr, sehr interessant. Und dann denke ich, dass dadurch, dass es so eine alternative Erklärung gibt, wo dieses Arsen möglicherweise auch herkommen könnte, wäre ich jetzt nicht mit genügend Sicherheit davon überzeugt, dass das Arsen dann tatsächlich auch benutzt wurde, um das Curry zu vergiften.
Insofern, ich persönlich, für mich wäre das jetzt noch nicht genug. Ich glaube, es wäre was anderes, wenn wir jetzt ein starkes Motiv hätten oder noch irgendwelche Sachen, dass sie dabei beobachtet wurde, wie sie was ins Curry getan hat, dass es da irgendwelche Animositäten gab, die wirklich konkret sind.
Dann mache ich schnell mal weiter, weil dazu kommen wir gleich. Wichtig ist an diesem Punkt zu wissen, dass die Öffentlichkeit sich eigentlich kaum für die Fakten interessiert. Vielmehr sind die Medien an einer neuen Geschichte interessiert. Masumi soll einen Liebhaber in Wakayama gehabt haben. Dazu soll sie ein Penthouse ohne Wissen ihres Mannes angezahlt haben.
Und eine Nachbarin behauptet, Masumi habe ihr einmal erzählt, sie wolle ihren Mann umbringen. Also ihr seht, es gibt wieder tausend Nebenschauplätze, die spannender sind. Und was sagt Kenji eigentlich zu der ganzen Sache? Weil der wurde ja auch verhaftet. Nichts. Er schweigt. Während des gesamten Prozesses weigert er sich, seine eigene Strafe für den Versicherungsbetrug durch eine Aussage gegen seine Frau zu mildern.
Und das, obwohl gegen Masumi jetzt auch eine Anklage wegen versuchten Mordes an ihm vorliegt. Bis zum Prozessbeginn im Mai 1999 hat das Gericht genau eine belastbare Spur. Das Ersehen aus dem Haus der Hayashis und das Ersehen im Curry zeigen ein ähnliches Muster, was auf einen gemeinsamen Ursprung hinweist. Reicht das für eine Verurteilung?
Warum liegt jetzt auch eine Anklage wegen versuchten Mordes gegen ihren Ehemann vor? Weil der war ja gar nicht beim Fest anwesend. Weil diese Frau, die Nachbarin, sagt, dass Masumi einmal erzählt hat, sie wolle ihren Mann umbringen. Diese Aussage nach anderen reicht, um ... Ja, ja. Es klingt so nach ... Die kommt da nicht raus aus der Nummer.
Naja, es klingt nach, wir lassen nicht die Beweise sprechen, die uns in eine Richtung führen, sondern wir haben Person X und wir suchen uns, was zur Person X passt. So ist es gerade. Und da sind manche Sachen, die könnte man vielleicht als Beweis oder Indiz werten, wie so Arsenrückstände. Wobei, wie Marike schon gesagt hat, man die anders auch interpretieren kann.
Aber jetzt Gossip, also so Gerüchteküche kommt jetzt auf einmal da auch noch mit rein. Auf die gleiche Ebene. Hm. Ja, ich würde sagen, wir gehen mal in den Prozess, weil jetzt erfahren wir auch, was ein mögliches Motiv sein kann. Der Prozess gegen Masumi Hayashi beginnt am 13. Mai 1999. Vor dem Gericht in Wakayama dröhnen Lautsprecher. Ultranationalistische Gruppen verkünden unmissverständlich ihre Botschaft. Hängt die Hexe!
Und das ist nicht symbolisch gemeint. In Japan ist die Todesstrafe durch Hängen erlaubt. Übrigens bis heute. Eine Mehrheit der Bevölkerung befürwortet sie. Als erste Zeugin betritt die Mutter von Hirotake Hayashi, dem zehnjährigen Jungen, den Saal. Ihre ersten Worte sind, ich möchte, dass sie viermal hingerichtet wird.
Dann spricht die Witwe von Takatoshi Taninaka, dem Ortsvorsteher über den Tod ihres Mannes. Im Zuschauerraum hört man Schluchzen, Weinen, Stille. Fotos aus dem Gerichtssaal gibt es keine, aber die Boulevardzeitung Fokus schafft es trotzdem ein Bild von Masumi zu schießen. In diesem Moment wird sie lachend aus dem Saal geführt.
Die Schlagzeile lautet, she is laughing at the court. Masumi Hayashi bestreitet weiterhin alle Vorwürfe, die die Morde betreffen. Er Anwalt argumentiert, es gibt kein Motiv. Doch die Staatsanwaltschaft antwortet, es sei kein Motiv nötig. Masumis Verhalten während ihrer Zeit bei Nippon Live zeigt, wer sie wirklich ist. Sie habe wichtige Dokumente geschreddert wegen trivialer Bemerkungen und einen Vorgesetzten mit einem Mobiltelefon beworfen, nachdem er sie für ihre schlampige Arbeit gerügt hatte.
Dazu das laute Hupen, das nächtliche Klavierspielen, die Weigerung bei Dorfarbeiten zu helfen. Alles zusammen, so die Staatsanwaltschaft, sei ein Zeichen einer egozentrischen Persönlichkeit. Letztendlich lässt sich die Staatsanwaltschaft doch noch zu einem Motiv hinreißen. Am Tag des Dorffestes sei Masumi zu spät zur Kochschicht erschienen und dafür zurechtgewiesen worden.
Diese Demütigung habe sie zu einer impulsiven Straftat getrieben. Die Verteidigung hält dagegen. Die Zeugen, die Masumi rund um die Töpfe beobachtet haben wollen, hätten sich erste Wochen nach dem Festival gemeldet und erst nach zwei polizeilichen Rekonstruktionen des Tatortes. Darüber hinaus seien es dieselben Menschen, die ihr egoistisches Verhalten angeblich übel nahmen.
Doch die Argumentation des Verteidigers hilft nichts. Am 11. Dezember 2002 verließ Richter Ogawa das Urteil. Tod durch Erhängen. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Masumi Hayashi Arsen in den Currytopf gemischt hatte. Es gab niemanden unter den Menschen in der Gegend, der die Möglichkeit hatte, Arsen in den Topf zu geben, außer der Angeklagten, sagt Richter Ogawa.
Besonders stark wird die Aussage einer Schülerin gewertet, die aussagt, sie habe Hayashi gesehen, wie sie wie eine Bärin um die Töpfe herumging. Masumis Anwalt geht sofort in Berufung. Am 21. April 2009 weist der japanische Supreme Court den Fall in letzter Instanz zurück. Die Todesstrafe wird bestätigt. Masumi Hayashi beantragt zweimal eine Wiederaufnahme des Verfahrens.
Am 9. Juni 2021 stellt sie den dritten Antrag. Bis heute sitzt sie im Osaka Detention Center im Todestrakt. Auch ihr Sohn kämpft für eine Wiederaufnahme des Verfahrens, was in Japan möglich, aber extremst selten ist. Somit kann es sein, dass Masumi Hayashi jederzeit hingerichtet wird. Laut Amnesty International werden Häftlinge im japanischen Todestrack weniger als zwei Stunden vor ihrer Hinrichtung informiert, dass es soweit ist.
Familie und Freunde erfahren es nicht im Voraus. Was bleibt, ist eine Frage, die sich wahrscheinlich nie abschließend beantworten lässt. War die Vergiftung ein rachsüchtiger Impuls, von langer Hand geplant, oder ein monumentaler Justizirrtum? Einer Frau, die nie nach den Regeln der Gemeinschaft spielte.
Darf ich direkt was fragen? Bitte. Woran ich denken musste, jetzt... Die Staatsanwaltschaft, du hast es ja gesagt, hat sich dann auch zu einem Motiv hinreißen lassen. Das Motiv war ja, dass sie vor Ort, als sie angekommen war, dann gekränkt wurde, dadurch, dass sie quasi getadelt wurde. Ja. Hätte es einen Zeitpunkt gegeben, wo sie zurück nach Hause gegangen wäre und dann wieder zum Curry gegangen wäre, weil einer der Punkte, die ja als relevant eingestuft wurden, war ja unter anderem die Tatsache, dass das Arsen, was im Haus gefunden wurde, eine ähnliche scheinbar chemische Zusammensetzung hatte, wie das, was im Curry gefunden wurde.
Das heißt, dafür, dass das relevant ist, müsste sie das dann ja von zu Hause geholt haben, wenn wir davon ausgehen, dass es tatsächlich eine spontane Impulsierung impulsive Tat war, weil wenn es keinen Zeitraum gab, wo sie tatsächlich das Zelt verlassen hat und nochmal zurückgekommen ist, dann hätte sie ja von irgendwo anders Arsen, herholen müssen und dann wäre ja auch eigentlich wieder diese Verbindung zu dem im Haus gefundenen Arsen kaputt.
Deswegen, das frage ich mich so ein bisschen, weil das ist ja so spezifisch, das heißt, es müssten ja eigentlich Leute geben, die bestätigen, sie hat das Zelt oder den Ort, wo gekocht wurde, verlassen, hat es geholt und ist dann zurückgekommen. Also du hast ja geschildert, dass Leute sie gesehen haben, wie sie da rumgeschlichen ist, aber...
Ja, das weiß ich leider nicht. Naja, ich habe eher das Gefühl, das wird sich keiner gefragt haben. Also es tut mir voll leid und ich unterstelle da den Ermittlenden vielleicht auch was. Aber so wie du das jetzt für uns geschildert hast, ging es ja nicht darum, eben die Lage irgendwie zu sortieren, sondern einfach Sachen zu finden, die für ihre Schuld sprechen.
So hat es sich zumindest irgendwie angefühlt. Und die Sache ist jetzt am Ende auch mit dem Urteil, ich kann auch meine Hand natürlich nicht dafür ins Feuer legen, dass sie es nicht war. Also es kann ja auch genauso sein, aber ich finde einen Anspruch an ein Urteil, einen Anspruch an eine Todesstrafe erst recht, aber an jedes Urteil muss ja auch nach meinem Rechtsverständnis sein, dass wenn es Zweifel gibt, dass wenn so eine Frage, wie Marike sie gerade gestellt hat, nicht beantwortet werden kann.
Dann reicht das nicht. Also worüber ich auch noch nachgedacht habe, ist so ein bisschen die Tatsache, dass ja diese Ausgabe des Curries sehr chaotisch war oder vielleicht ungeplant, aber scheinbar ja nicht der erste Teller. Also wenn das eine Tradition ist, dass dieser quasi Ortsvorsteher wirklich immer den ersten Teller bekommt und dadurch ja dann auch die erste Person isst, die isst, dann hätte man ja eigentlich schon sicherstellen können, dass er das tatsächlich isst.
Und ich muss so ein bisschen an Taylor Dossi von Gilmore Girls denken, weil ich glaube, dass in dem Moment, in dem man so eine verantwortungsvolle Position in einem Dorf einnimmt, man auch oft in Konflikte involviert ist, man sehr viel Verantwortung trägt und möglicherweise auch Leute verärgert. Und ich habe das Gefühl, dass er die eine Person ist, die man tatsächlich hätte gezielt hier als Opfer aussuchen können, wenn diese Tradition sich jedes Jahr wiederholt, dass er den ersten Teller ist, weil es einfach diesen Zeitvorsprung gegeben hätte, bis auffällt, dass es wirklich mehrere Leuten schlecht geht und so.
Und es ist ja auch auffällig, dass es ja, glaube ich, sehr junge Menschen waren, also Kinder vor allem auch, die gestorben sind. Und eine erwachsene Person. Das heißt, vielleicht hatte das zwei. Der Stellvertreter ist auch gestorben. Aber dann hat er das vielleicht auch schnell bekommen. Und dann frage ich mich, ob das halt mit eingeplant wurde, dass das Gift in diesem Zeitraum dann wirkt und ob es dann nicht vielleicht wirklich Sinn ergeben hätte, da im Umfeld mal zu gucken, im Dorf.
Was sind Anomisitäten, welche Fäden existieren da? Ja. Es ist vielleicht ein bisschen ein frustrierendes Ende, weil es gleichzeitig, es gibt ein Urteil, es gibt auch ein klares Urteil, es gibt natürlich, es gibt starke Indizien, aber es gibt keine. Es gibt offene Fragen, die du hier, glaube ich, gerade sehr gut zusammengefasst hast, die alle unbeantwortet bleiben.
Gleichzeitig hat es für das Gericht ausgereicht, eine Verurteilung zu fällen. Wir mögen ja auch tatsächlich ungelöste Fälle, auch wenn das hier offiziell keiner ist. Also Amanda und ich ... Finden das immer total interessant. Normalerweise auch aus dem Aspekt, dass wir eigentlich immer die Hoffnung haben, dass Fälle tatsächlich noch gelöst werden.
Hier sind sie ja tatsächlich für die Angehörigen der Opfer gelöst in dem Sinne. Aber hier hätte ich fast noch das Gefühl, dass es noch nicht so ganz vielleicht im Sinne der Wahrheit gelöst ist, auch was einfach die Sicherheit der Verurteilung angeht. Zumindest nicht vollumfänglich. Also selbst wenn sie es war, habe ich das Gefühl, also als Motiv und vielleicht ist es dann auch eher so, wie du es gesagt hast, ja sie lassen sich hinreißen zu einem Motiv, haben sich halt irgendwas genommen, was dann irgendwie doch ein bisschen passt, damit man da nicht gar nichts zu sagen kann.
Es kann ja auch andere Möglichkeiten geben. Es kann ja auch sein, dass denen das einfach genug war, dass die da in dem Dorf immer blöd angeguckt wurden und so und sich einfach mal dachten, den zeige ich jetzt. Also nicht besonders irgendwie rational nachvollziehbar, aber ist es ja oft bei True Crime auch nicht.
Ja. Vielleicht war auch keine Mordabsicht dahinter, sondern nur ein, ich will, dass die sich jetzt alle mal den Magen verderben und dieses Dorffest einfach in Erinnerung bleibt als das Dorffest, nachdem alle gekotzt haben. Ja. So kann ein Stoff sein. Das hatten wir ja auch schon bei ein paar Fällen, dass es nicht mit Todesabsicht zugemischt wurde und dann natürlich zu Todesfällen geführt hat.
Vielleicht noch zwei kleine Nachträge oder Zusätze zur Geschichte. Was passiert mit Kenji, der ja auch verhaftet wurde? Kenji wird zu sechs Jahren Haft verurteilt für den Versicherungsbetrug. Das heißt, der wird in die Todesfälle überhaupt nicht mit einbezogen. Und das Haus der Familie wird dann versteigert, um die Schulden zu begleichen.
Und tatsächlich gibt es, ich hatte die Zahl eben notiert, ich habe sie gerade jetzt nicht mehr, es gibt ... Eine gute Anzahl an Menschen, die in Japan gerade im Todestrakt sitzen, Hinrichtungen selber sind tatsächlich relativ unwahrscheinlich. Also sie finden noch statt, aber es ist nicht so, dass die Leute alle dann sofort hingerichtet werden, wenn sie verurteilt sind.
Ich weiß jetzt nicht, Flo, wie ist deine Einschätzung? Hast du das Gefühl, sie war es oder sie war es nicht? Meine Einschätzung, mein Gefühl ist, zu 51 Prozent war sie es. Ich finde die Indizien zu stark. Also ich tendiere tatsächlich dazu, dass sie es war. Aber es ist nur ein Bauchgefühl. 51 Prozent ist ja auch viel Raum dafür, finde ich.
Das ist halt das, finde ich, woran man sich immer daran erinnern muss. Um was es halt geht und was halt eigentlich so. Eigentlich muss man sich halt sicher sein, dass es keine alternativen Möglichkeiten gibt. Also das ist ja eigentlich so der Standard, nach dem man theoretisch, also scheinbar wird das ja hier jetzt in Japan nicht so gemacht aber das ist ja eigentlich der Standard, den man bräuchte.
Für so eine, und klar, ich glaube manchmal hat man voll das Bauchgefühl und so, aber ich weiß nicht, wenn man jetzt sagen könnte, ah hier gibt es noch eine andere Person mit einem anderen Ding würde ich so sagen, ah ja okay, das würde auch, deswegen, ich finde in dem Moment das darf ja eigentlich nicht sein, also es müsste ja eigentlich so sein, dass wenn mir jetzt eine andere Person genannt wird dass ich trotzdem noch 100% sagen würde nee, sie war es auf jeden Fall, Selbst wenn auf einmal alternative Verdächtige genannt werden würden zum Beispiel.
Weil so sicher müssen ja theoretisch die Indizien sein, dass sie mich, selbst wenn es alternative Verdächtige gäbe, nicht davon ab, also die dürften mich ja nicht davon abbringen. Also so stark müsste ja eigentlich die Beweislast sein. Und ich finde, das ist immer so. Ja, weil sonst hat es halt Konsequenzen nicht nur für sie, so das ist ja auch schon schlimm genug für die verurteilte Person, aber wie eben für eine ganze Familie möglicherweise.
Ja, und theoretisch, und das ist ja so das nächste Problem, und das ist ja auch das Problem, Amanda, was du so ein bisschen angesprochen hast, wenn nicht den Beweisen gefolgt wird, sondern die Beweise angepasst werden an die Theorie, dass jeweils dann immer noch eine Person, die tatsächlich verantwortlich ist, möglicherweise weiterhin da draußen herumläuft.
Das ist ja so der nächste Punkt, das ist ja theoretisch, falls es eine unschuldige Person jetzt hier im Gefängnis säße, dann draußen noch jemand rumläuft, der vier Menschen ermordet hat. Was ich zum Beispiel fraglich finde, ist, dass Kenji scheinbar gar nichts mit der Sache zu tun hat, weil wenn die beiden zusammen wohnen, er auch schon länger aus dem Geschäft raus ist, also der Fall findet 98 statt, er ist ja schon lange kein Schädlingsbekämpfer mehr, stand das jetzt zehn Jahre rum, das ist für mich so ein Punkt.
Der für mich auch noch offen ist, dass er da so komplett frei rauskommt, was aber in die Geschichte passt, dass es eben ist. Es gibt diese Frau, diese eiskalte Mörderin, die ein ganzes Dorf umbringen möchte, dann ist der andere jetzt auch egal, dann hat der nur Versicherungsbetrug gemacht. Wie du sagst, es ist zu viel offen, als dass man wirklich diese Strafe, Todesstrafe aussprechen könnte, meiner Meinung nach.
Aber ja. Ja, also der Fall ist komplex, hat viele offene Fragen und wir müssen den leider jetzt erstmal so stehen lassen und verlassen. Und wir haben ja eine kleine Kategorie in unserem Podcast, um so ein bisschen wieder zurück ins Leben, in den Alltag zu finden und zwar die persönlichen Food Crimes.
Und wir fragen natürlich auch unsere Gäste immer, was ihre persönlichen Food Crimes sind. Ich weiß nicht, ob ihr einen zusammen habt oder ob ihr jeder einen habt. Haut gerne raus. Wir haben jeder einen, aber ich finde, die passen ganz gut zusammen, ehrlich gesagt. Deswegen, ich glaube, Marike, du fängst an, weil ich kann sehr gut überleiten von deinem Meinung.
Also die Frage ist ja auch immer so ein bisschen, was wir uns natürlich auch gefragt haben, sind es immer Sachen, Crimes, die man selbst begeht oder sind es Sachen, wo man das Gefühl hat, andere begehen, diese Crimes? Es kann alles sein, es kann beides sein. Also ich habe das Gefühl, dass ich sonst in beiden Kategorien sehr, sehr viel habe und es ist eigentlich kein Foodcrime.
Also ich habe übrigens auch noch meinen Freund gefragt, was meine Foodcrimes sind und er hat gesagt, dass ich alles auch kalt esse. Also auch Nudeln mit Soße, aber das meine ich jetzt gar nicht, das war seine Meinung. Er meinte unter anderem kalten Räuchertofel, was ja auch so ein Standard ist, aber ich esse sehr viel kalt.
Aber das ist es gar nicht, sondern ich kann nicht Obstsalat essen, den andere Leute geschnitten haben und ich kann auch kein Obst essen, was andere Leute geschnitten haben, mit Ausnahme von bestimmten. Obstsorten wie zum Beispiel Mango, Pomelo und Zitrone. Aber sonst, wenn ich irgendwie, also ich kann es einfach nicht.
Das ist heile specific, ich liebe es. Ekelst du dich? Ich kann es einfach nicht essen. Ich weiß objektiv, das ist genauso, als ob ich das jetzt geschnitten hätte. Aber wenn mir jetzt auch jemand zum Beispiel einen Apfel anbieten würde, der vorgeschnitten ist, würde ich, wenn überhaupt, aus Höflichkeit ein Stück nehmen.
Aber, ähm, und das ist ganz seltsam. Aber ich finde das so komisch. Und gerade die Kombination, dann noch geschnittenes Obst im Salat. Also, wo dann alles zusammenkommt, ist für mich so ein Horror. Wenn ich das selber mache, fein, kann ich essen. Wenn das andere eine Person geschnitten hat, problematic.
Und das ist so ein bisschen schade, weil zum Beispiel mein Papa macht richtig gerne Salate. Und die grünen Salate kann ich immer essen. Ich liebe die über alles. Aber sobald es um den Obstsalat geht, bin ich so, nein, danke. Da hört das Vertrauen auf. Ich kann so ein bisschen nachvollziehen, dass man sich bei Obst so ein bisschen hygienisch seine Bedenken hat. Selbst wenn ich weiß, dass das voll hygienisch ist.
Granatapfel geht zum Beispiel auch, wenn der von anderen zu bereitet. Der wird ja ausgeschlagen. Mango geht. Was unterscheidet die Obstsorten, die du essen kannst, von den anderen? Wahrscheinlich schon. Ja, hast du schon mal drüber nachgedacht. Es sind halt alles so eher so exotische, also zum Beispiel Mango geht es.
Ich habe überlegt, ich glaube bis zu einem gewissen Grad Dragonfruit zum Beispiel auch, aber zum Beispiel natürlich keine Bananen. Ach, Ananas geht auch, Ananas geht auch. Also all diese Sachen. Ich glaube, wir müssen eine Liste machen. Ich glaube, die Liste muss nachgereicht werden, falls man dich irgendwo auf einen Obstsalat einladen möchte, dass man den perfekten Obstsalat zusammenbauen kann.
Aber ja, das ist, ich weiß auch nicht, ich weiß nicht woran es liegt, aber natürlich. Kommt man manchmal in eine Obstsalat-Situation? Ja, klar. Wer kennt sie nicht? Die bekannte Obstsalat-Situation. Gerade heute Morgen habe ich mich noch über Obstsalat unterhalten. Das ist irgendwie eine lustige Zufall, weil ich unterhalte mich höchst selten über Obstsalat. Aber heute Morgen war der Thema.
Was war dein Thema, dass du ihn magst super gerne? Mein Thema war, dass ich Obstsalat, also die einzelnen Zutaten eines Obstsalats finde ich super, aber mit Obstsalat kann man mich gar nicht hinterm Ofen hervorlocken. Ich finde Obstsalat immer so, why? Ja, aber selbst so, sorry, selbst so Platten. Also wir waren mal im Urlaub und dann haben bestimmte Leute immer jeden Morgen so eine Platte mit geschnittenem Obst für alle gemacht.
Und ich war immer so, ich hätte mir das selbst geschnitten, aber du kannst dich dann auch nicht, wenn da eine riesige Platte ist, mit geschnittenem Obst, kannst du dich ja nicht in die Küche stellen und dir dann das gleiche Obst nochmal selbst schneiden, das geht halt nicht. Und dann konnte ich kein Obst essen in dem Urlaub.
Also ich muss sagen, unter unseren Cremes, die wir bisher hatten, ist das auf jeden Fall die Top 3. Also das finde ich stark. Oh mein Gott. Dann musst du jetzt nachliegen. Ja, ich kann gar nicht, ich werde da nicht mithalten können. Also ich kannte den auch von Marike schon. Wir haben da super früh auch schon drüber geredet.
Die Obstsalat-Thematik kam sehr früh auf. Deswegen war es auch vielleicht wichtig, damit ich ihr nie Obstsalat präsentiere. Nur deswegen gibt es den Podcast auch noch, weil ich nie Obst habe. Aber meins ist so ein bisschen, ich glaube, meins ist super basic. Ich habe kein Problem damit, wenn Leute Obst scheinen. Das ist okay.
Aber das Obst hat bei mir nichts in deftigen Mahlzeiten verloren. In irgendeiner Form. Null. Also nicht mal mehr Ananas auf Pizza, da brauchen wir nicht drüber reden, in keiner. Aber auch Ananas im Curry und sowas. Genau, kein Ananas im Curry, keine Granatapfelkerne im Salat zum Beispiel. Ah, okay. Keine Mangosauce auf Wraps, ich kann das.
Das ist für mich so strikt getrennt süß und salzig zumindest. Auch Apfel im Salat? Gar nicht, gar kein Obst. Flo, zählt doch noch ein paar Beispiele auf. Genau, mach noch mal jeden Obst. Auch keine Heidelbeeren im Salat, auch keine Aprikosen aus der Dose in einem Gericht. Nee, kein Nullobst, Nullobst. Gar nicht. Ich finde das richtig schlimm, tatsächlich.
Das finde ich auch spannend. Ist es für dich wirklich diese süße plus deftige Mahlzeit? Ja, es ist auch, also ich habe mich da auch schon ein bisschen mit beschäftigt, was es genau ist. Und es ist nicht nur süß-salzig zum Beispiel, weil sowas wie Schokobrezeln finde ich lecker, so als Snack. Also es ist nicht komplett, aber es ist schon, also mir wird, ich glaube es hat auch ein bisschen was mit warmen Obst zu tun, da wird mir tatsächlich ein bisschen schlecht.
Da finde ich, also die Konsistenz und alles finde ich grausig, aber auch weil es einfach so komisch, also du isst so dein deftiges Ding, zum Beispiel das Curry und dann hast du irgendwie so ein bisschen weiß ich nicht, Apfel, dann gehe ich mir auch Was hast du hier verloren? Das gehört hier nicht so hin.
Eine Frage habe ich noch. Grenztieber bei der Beide und nach. Kartoffelpuffer mit Apfel-Mubs. Nein. Auch nicht. Okay. Gut, ich glaube, damit habe ich jetzt alles abgefrühstückt, was ich hier auf dem Zettel hatte. Versuch's gern nochmal. Damit belasse ich's jetzt. Schreibt noch, kommt noch ein, zwei DMs.
Mir ist das eingefallen. Noch was? Noch was? Noch was? Schreibt euch gerne mal unter die Folge noch ein paar Fragen, noch ein paar Kombinationen, die Amanda fragen. Ich werde auf alles antworten. Und wenn ihr eins findet, dann kriegt ihr irgendeinen Preis. Dann schicken wir euch einen Obstsalat. Einen selbst geschnittenen Obstsalat.
Also zwei fantastische Food Crimes. Ja, sehr gute. Toll. Ich habe den Fall auch schon wieder vergessen, muss ich sagen. Ich bin wieder im Leben angekommen. Sehr gut. Es war eine fantastische Folge. Das klingt immer so komisch, wenn man das selber sagt. über seine eigene Folge, was ich sagen möchte. Das war eine fantastische Folge.
Danke, dass du uns den Fall bereit hast. Es hat wirklich richtig viel Spaß gemacht, das mit euch zu besprechen. Schön, dass ihr da wart. An alle, die noch nicht Puppies in Crime gehört haben, was mich wundern würde, hört doch bitte mal rein. Ansonsten folgt auf allen Kanälen, schaut euch die Fotos bei Instagram an und das ist möglicherweise eine unserer längsten Folgen. Mal schauen, wie viel ich hier rausschneide.
Aber möglicherweise gibt es ja einen neuen Rekord und den gibt es wahrscheinlich auch weil jetzt nochmal 22 Minuten Outtakes kommen, Dankeschön, dass wir hier sein durften, es war eine ganz, ganz große Freude, danke für den sehr, sehr spannenden Fall und ja, wir hoffen all den Zuhörnern hat es auch gefallen, Ja, und sehr gespannt tatsächlich auf eure Kommentare und eure Gedanken, was so die Schuld angeht, was so die Theorien angeht, das würde mich richtig, richtig interessieren.
Ich freue mich, was wir dann noch zu lesen bekommen. Ja, voll. Und dann würde ich sagen, danke euch und Lilly, wir hören uns nächste Woche wieder, oder? Hast du da Zeit? Ganz recht, ich habe da Zeit, ich habe ein paar Termine links und nach rechts geschoben, sodass wir nächste Woche nochmal eine Folge veröffentlichen können, ja.
Okay, cool, na dann machen wir noch eine, oder? Eine machen wir noch. Okay. Tschüssi. Tschüssi. Dann bleibt das Haus erstmal. Besprochen und geht zurück in die Ablage. Oder sollten wir auf irgendwas Bestimmtes achten? Haben wir was verpasst? Nein. Ich überlege uns gerade, wie ich den Übergang am besten mache.
Sag doch, vielleicht war es besser so, dass die Leute nicht so viel sehen konnten, was im Haus. Nee, ich hab was anderes, Lady. Alles klar. Wollt ihr dir den kleinen Finger reichen? Den hast du noch nicht mal, den hast du jetzt erlaubt. Danke, ausgeschlagen. Das Haus. Danke dir. Übrigens, ihr beiden, ich hab vergessen, ich vergesse es immer bei unseren Gästen zu sagen, dass wir am Ende so eine Kategorie haben.
Wir haben es selber rausgefunden. Ihr seid wirklich die besten Gäste aller Zeiten. Das Bare Minimum haben wir gemacht. Ich habe wirklich, ich vergesse es jedes Mal. Okay, weil dann würde ich jetzt gleich so die Überleitung machen, wie wir wieder hier zurückkommen.