
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
Das "beste" Restaurant von London (feat. Clara Hunger)
Dienstag, 10. Februar 2026 · 57 min
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Shownotes
Kann man ein Restaurant nur mit Fake-Bewertungen auf Platz 1 der TripAdvisor-Charts heben? Die Frage stellt sich im Frühjahr 2017 Oobah Butler. Was als harmloser Scherz startet endet für Oobah mit Weltruhm und Fernsehinterviews von Japan bis Brasilien. Denn nicht nur die Bewertungen sind Fake. Oobah baut das größte kulinarische Luftschloss das Süd-London je gesehen hat. Aber was sagt TripAdvisor zu der ganzen Aktion: Lassen sie Oobah diese Aktion ungestraft durchgehen?
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"Food Crimes - Was schmeckt dahinter?" wird produziert von Storyhouse Productions.
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
An einem kalten Frühlingstag steht Uber Butler in seiner Wohnung im Südosten Londons mal wieder in der Scheiße. Also nicht im übertragenen, sondern wortwörtlichen Sinne. Weil die Schläuche an seiner Waschmaschine falsch angeschlossen sind, führt die sich von Zeit zu Zeit mit dem falschen Wasser. Es ist ein absoluter Tiefpunkt.
Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß. Nicht einmal ein Jahr später wird er hunderte Interviews geben. Von Japan bis Brasilien wollen sie mit ihm sprechen. In Singapur spricht er sogar im Parlament. Keine Morningshow kommt ohne ihn aus. Kurz gesagt, Uwe Butler ist ein Star. Und alle wollen nur eins wissen. Wie hatte es sein Restaurant The Shed auf Platz 1 der TripAdvisor Charts in London geschafft?
Ohne hier auch nur einen einzigen Teller zu servieren. Das ist Foodcrimes. Was schmeckt dahinter? Mit Lilly Temme, Florian Rietzer und der besten Gästin aller Zeiten. Clara Hunger. Wer von der Küchin im Jahr 2026 noch nichts mitbekommen hat, lebt höchstwahrscheinlich unter einem sehr kalten und harten Stein.
Denn seitdem die Republik Clara im letzten Jahr bei Kitchen Impossible bewundern durfte, ist sie von der kulinarischen Landkarte nicht mehr wegzudenken. So bewertet sie nicht nur regelmäßig Teller in der ZDF Küchenschlacht, sondern hilft auch Flo bei ZDF Besseresser tatsächlich besser zu kochen. Nachdem sie als Sous-Chefin das Menü im Toulouse-Lautrec von Max Strohe auf Hochglanz poliert hat, eröffnete sie im Sommer 2025 ihr erstes eigenes Pop-Up-Restaurant 0,1 Bar in Hamburg.
Restaurantisieren auf höchstem Niveau kann sie also. Wir könnten uns keine bessere Expertin für die heutige Folge vorstellen. Schön, dass du da bist. Ich freue mich auch sehr, vielen Dank. Heute geht es ja um ein Restaurant in London und du hast es ja im letzten Jahr durch, ein Restaurant zu starten.
Also es war natürlich nur ein Pop-up für eine gewisse Zeit, aber ich meine, da fällt ja trotzdem alles irgendwie so an, was bei einem ganz normalen Restaurant auch dazu gehört. Was würdest du sagen, war das Schwerste oder was ist das Schwerste, wenn man so ein Restaurant startet? Naja, man macht ja zum ersten Mal ganz viele Sachen.
Also natürlich erstmal Chef sein, erstmal selbstständig sein. Ja, das ist erstmal schwierig. Ich meine, kochen kann man ja schon davor im optimalsten Fall. Und natürlich ist es auch sehr wichtig, Gäste ranzuholen. Also Marketing ist da schon auch ein großer Punkt, gerade in der heutigen Zeit. Spannend, ja, da kommen wir später noch mal darauf zurück. Da habe ich noch einige Fragen, weil all diese Punkte, glaube ich, jetzt in der Geschichte auch so ein bisschen treffen werden.
Und da können wir später noch mal drauf zurückkommen. Habt ihr von The Shad schon mal was gehört in London? Also ich nicht. Nee, aber irgendwie kommt mir diese Geschichte, da kommt mir irgendwie was bekannt vor. Okay, da klingelt irgendwas. Sehr gut. Dann bin ich mal gespannt, ob du entlang des Weges dann doch noch so ein paar Erinnerungssprünge hast.
Es galt für eine Zeit als, ja, das beste Restaurant Londons. Es stand auf Platz 1 der TripAdvisor Charts. Aber ganz kurz, TripAdvisor, ist das wirklich the place where you find the best restaurant? Also... Kannst du dich an unsere aller, allererste Folge erinnern? Mit Tim. Na, sicherlich. Brot mit Ei, Tim.
God bless. Tim Amann, liebe Grüße. Tim Amann. Und er meinte, TripAdvisor ist ja auch eine Seite, die ist jetzt vielleicht in Deutschland nicht ganz so groß, in anderen Ländern, so in den USA zum Beispiel, noch viel größer. Ich bin jetzt in der britischen Gastronomie-Szene leider nicht so bewandert, um zu wissen, wie groß das in London ist, aber, es wird ja dann doch auch zumindest bei Google und in allen möglichen anderen Portalen irgendwie gelistet und man kommt ja dann schnell mal drauf.
Also wenn du da oben stehst und auf Platz 1 von 18.149 Restaurants, dann heißt das ja schon was. Ja, okay. Das stimmt natürlich. Ja, aber wir werden sehen, dass da ja nicht alles mit rechten Dingen zu ging. Das Thema, die Geschichte, war ein Vorschlag und zwar von Carina. Danke Carina. Ich hoffe, du bist zufrieden mit dieser Folge am Ende.
Ihr seht also, wenn ihr uns schreibt und Folgen vorschlagt, Themen vorschlagt, dann gibt es eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass wir die auch wirklich bearbeiten. Ich habe mich da reingearbeitet und das war wirklich, es ist eine komplett absurde Geschichte. In dieser Folge wird es wieder viele Bilder geben. Die findet ihr bei Instagram unter wasschmecktdahinter. Dort packen wir euch die immer schön in einen Post.
Ansonsten abonniert gerne, kommentiert, wenn ihr irgendwelche Gedanken zu dieser Folge habt, immer gerne unter diese Folge. Bevor wir jetzt The Shad näher kennenlernen, müssen wir einmal Uber Butler näher kennenlernen. Wie so viele Anfang 20-Jährige in London hat Uber Butler nur nach einer bezahlbaren Wohnung gesucht, die er mit seiner Freundin beziehen konnte.
Fündig wurden die beiden in Dolvidge im Südosten von London. Die Miete war mit knapp 800 Pfund mehr als bezahlbar. Für den günstigen Preis gab es allerdings ein paar Haken. Da war zum einen dieses Loch in der Veranda vor dem Haus, in dem eine Fuchsmutte ihre vier Welpen großzog. Oder die kaputte Dusche oder die Waschmaschine voller Scheiße, die wir schon gehört haben.
Oder überhaupt auch der Fakt, dass die Wohnung von Uber eine Gartenhütte war. Aber mehr konnte sich Uber nicht leisten. Zu diesem Zeitpunkt verdient er sein Geld vorrangig damit, für das Vice Magazine, like wer es noch kennt, Geschichten zu schreiben. Aha, irgendwas klingelt gerade auch bei mir. Aha, aha, okay, okay. Witzig, aber das liegt ganz, ganz weit hinten in meinem Gehirn ab.
Und bei mir kommen gerade so kleine Fetzen von Informationen wieder hoch. Okay, sorry für die Unterbrechung. Ja, spannend, okay. Ich bin gespannt. Vielleicht, wenn du gleich ein Bild von ihm siehst, vielleicht ist da alles wieder da. Vielen Dank. Nebenbei textete Uber Produktbeschreibungen für eine Coupon-Website und Fake-Bewertungen für TripAdvisor.
Pro Stück bekam er dafür 10 Pfund. Monat für Monat schrieb er gefälschte Lobeshymnen über Restaurants, die er nie betreten hatte. Er erfand Details über Gerichte, die er nie gekostet hatte. Und dann beobachtete er fasziniert, wie diese Restaurants durch seine Worte beliebter wurden, wie die Reservierungen zunahmen, wie aus mittelmäßigen Lokalen plötzlich Geheimtipps wurden.
An diesem Tag, im Frühjahr 2017, als ihm seine Waschmaschine voller Scheiße um die Ohren fliegt, kommt Uber eine Idee. Wie weit kann man es treiben mit den Fake-Bewertungen auf TripAdvisor? Kann man ein Restaurant nur mit Fake-Bewertungen auf Platz 1 heben, ohne dass es das Restaurant je gegeben hat?
Das ist so crazy. Ein Schlitzohr, ein sogenanntes. Ich zeige ihn euch auch mal direkt, damit ihr ein Gefühl bekommt, mit wem es hier zu tun hat. Das ist Uber. Ich werde diesen Namen leider heute noch ein paar Mal sagen müssen. Aber was ist euer erster Gedanke? Sag mal, wurde das verfilmt eigentlich? Oder gibt es da eine Doku drüber?
Es gibt eine Doku, ja. Ah, okay. Also dir kommt der bekannt vor? Also irgendwie schon, ja. Also es ist auch wirklich immer noch so eine Seichte hinten in meinem Kopf drin. Ja. Es ist echt verrückt. Ich hätte mir den jetzt irgendwie auch ein bisschen anders vorgestellt, jetzt nur mit der Geschichte. Älter auf jeden Fall. Ja, der sieht sehr, sehr bubihaft und jung aus, finde ich auch. Ja. Aber wie ein Schlitzohr.
Also der macht so eine Geste mit seiner Hand, die so ein bisschen sagt, ich führe was im Schilde. Er hat auch so ein kleines verschmitztes, schiefes Grinsen und könnte zwischen ... 13 und 30 Jahre alt sein. Er ist 25 zu dem Zeitpunkt. Okay, perfekt. Also hast du getroffen, Lolli. Hab ich getroffen. Und Uba, ist das ein Künstlername oder?
Nee, ich glaube, es ist ein richtiger Name. Ich meine, in Großbritannien gibt es ja so einige Namen, die irgendwo aus dem Walisischen und Schottischen irgendwo reingeschwappt wurden. Ach so ein Name ist das. Also ich habe es jetzt nicht tiefer nachverfolgt, aber das wäre jetzt so mein erstes Gefühl bei dem Namen.
Und ich kann es jetzt diesen Gedanken jetzt endlich mal mit dir teilen, Lili. Es wird wirklich für alle anderen, die hier gerade zuhören, völlig irrelevant sein, aber er erinnert mich zu 100% an einen Praktikanten, der bei uns mal gearbeitet hat. Ja, aber absolut. Aber absolut. Liebe Grüße. Aber das wollen wir nicht weiter ausführen, weil ihr könnt damit gar nichts anfangen mit dieser Information.
Ja, also Uber ist auf jeden Fall ein sogenanntes Schlitzohr. Ich zeige euch auch noch die Hütte, in der er wohnt. Seine Wohnung. Ja. Sein Haus. Das kommt mir nämlich bekannt vor. Aha, okay. Ja, beschreibt mal, was ihr da seht. Es ist ein Garten von einem Haus, würde ich jetzt mal sagen. Es ist so der Hinterhof.
Ja, wahrscheinlich ist das so eine kleine Gartenhausgeschichte, vor der er da kniet. Aber ja, ich habe jetzt schon so viele Informationen in meinem Kopf drin, weil ich mich jetzt sehr genau erinnere an diese Doku. Aha, okay, es kommt alles zurück. Ja, spannend. Ja, sag mal, was sind deine Gedanken gerade? Was soll ich sagen? Ich will nichts vorwegnehmen.
Erzähl mal erstmal noch ein bisschen. Okay, dann bleiben wir hier nochmal so ein bisschen bei der Gartenhütte. Bei der Bildbeschreibung. Also du sagst Hinterhof von dem Haus, das ist exakt richtig. Also sozusagen hinter uns ist das Wohnhaus, da wohnt sein Vermieter und er wohnt eben in dieser Gartenlaube.
Der Garten, der könnte ein bisschen Liebe vertragen, würde ich sagen. Da muss man mal mit einem Hochdruckreiniger über die Terrassenplatten. Mal schön durchkärchen. Richtig. Man sieht nicht so viel Gras, es ist ein bisschen mit Unkraut zugewachsen. Da steht ein einzelner Tisch mit zwei Stühlen und, Irgendeine Art Tonne oder so einem Aufbewahrungsplätzchen.
Und er sitzt mit weit geöffneten Armen vor seiner Gartenhütte so nach dem Motto, welcome to my crib. Ja. Ich habe ja schon gesagt, er hat Fake-Bewertungen für TripAdvisor geschrieben. Und klar, du hattest ja die 0,1 Bar im Sommer. Und ich habe da auch regelmäßig immer mal reingeschaut bei Google Maps, wo ihr da so steht, weil ich bin großer Google Maps-Bewertung-Affizionado.
Sie machen einen großen Teil meines Lebens aus. Und ich dachte mir jetzt in der Vorbereitung, wie wichtig war dir das zu dieser Zeit, dass da im besten Fall eine 5.0 steht, eine 4.9, eine 4.8. Hast du da drauf geschaut in der Zeit? Die Bewertungen waren uns allen gar nicht so sehr wichtig tatsächlich, Weil du musst dir ja immer vorstellen, welcher Typ Mensch schreibt dann da was rein.
Das ist ja in den meisten Fällen ist das eher ein negativer Kommentar. Heißt, irgendwas hat nicht gepasst. Positive Sachen findest du da eher seltener. Ich fand es auch gar nicht so schlecht, dass wir gar nicht so eine 5-Nuller-Bewertung hatten, sondern es war tatsächlich auch gar nicht so gut, aber es hat halt polarisiert und manche Konzepte polarisieren halt eher und das finde ich dann auch echt, ehrlich gesagt, gar nicht so super schlimm.
Manche gehen dann mit einer Bewertung rein, die man einfach nicht abholen kann, weil man selber gar nichts von dieser Erwartung weiß. Ich finde auch, dass eine 5.0... Misstrauisch macht. Also bei einer 5-0-Bewertung würde ich denken, da kann irgendwas nicht stimmen. Aber ich habe jetzt schon beobachtet, in Berlin zumindest, ich war letzte Woche in einem sehr gehypten, gefragten Restaurant essen und die haben mir danach zweimal per Mail geschrieben, dass ich bitte eine Google-Bewertung dalassen sollte und ich dachte mir, hä, ihr habt das doch eigentlich gar nicht mehr nötig.
Ihr habt viele Bewertungen, gute Bewertungen. Ich glaube, die Leute kennen euch. So, warum ist man dann trotzdem so krass hinterher? Das hat mich fast schon genervt, die zweite Mail. Komm mal einen Namen raus für Lilly. Das Jolie-Bistro. Ah ja, war gut? Ja, es war Hammer. Also ehrlich gesagt, das war eine 5-0. Dann schreib doch mal eine Bewertung.
Er würde fünf Sterne bekommen. Aber es hat mich, wie gesagt, irritiert, dass sie zweimal geschrieben haben, dass ich es bitte bewerten soll bei Google. Ich glaube, es kommt auch immer ein bisschen auf die Zielgruppe drauf an. Also willst du auf die Leute abzielen, die tendenziell eher auf Bewertungen schauen?
Also es ist vielleicht ein bisschen zu sehr Schubladen denken, aber ich glaube, das ist auch ein relativ wichtiger Gedanke, weil man sich eher in diese Richtung entscheidet. Also manchmal braucht man das ja nicht. Ich glaube, dass die wenigsten Leute, die in ein zum Beispiel Sternerestaurant gehen, dann bei Google oder bei TripAdvisor gucken.
I don't know. Also ich habe das noch nie gemacht, ehrlich gesagt. Ich glaube, es kommt halt wirklich auf die Zielgruppe drauf an. Wirklich, ich finde das sehr faszinierend, dass du sagst, das hat eigentlich nichts mit dir gemacht und ich glaube, das ist auch sehr gesund, weil du kannst es nicht beeinflussen und es gibt immer Leute, die einfach mit dem nichts anfangen können, was man dann da macht.
Oder selbst wenn der Service mal schlecht ist, ja dann, mein Gott, der Service ist immer mal schlecht, so jeder hat mal einen schlechten Tag und da muss man ja dann nicht irgendwie die ganze Hütte einreißen. Aber, um zurück zu unserer Geschichte zu kommen und zu Uber, er setzt voll auf die Menschen, die sich von Bewertungen im Internet leiten lassen, führen lassen.
Und auch er selber ist großer TripAdvisor-Fan, weil er verbrachte ja nicht nur beruflich viel Zeit auf der Seite, sondern auch privat. Aber sein Nebenjob hatte ihm eben auch die Augen geöffnet. Die Seite, das wusste er, war voller Lügen und hunderten, vielleicht sogar tausenden gefälschten Bewertungen.
Und die User, die glaubten die einfach so. Vielleicht war 2017 auch das perfekte Jahr für sein kleines Experiment. Die Grenze zwischen Wahrheit und Erfindung fing an, immer weiter zu verschwimmen. Und wenn es darum ging, sich in diesem Klima ganz nach oben zu bullshitten, war Uber ebenfalls der richtige Mann.
Schon als Teenager hatte er das Bullshit-Handwerk von der Pike aufgelernt. Mit 15 hat er in einer Band gespielt, die niemand ernst nahm und die nirgendwo Auftritte bekam. Die Band brauchte also einen Manager. Das war Martin Devey. Seine Stimme war tief und rau und klang nach Autorität. Und vielleicht auch ein bisschen nach Uber.
Wer weiß das schon. Die Idee mit dem Fake-Manager, die funktionierte. Und die Band bekam Aufträge. Kurz vor seiner Restaurant-Idee hatte es Uber für einen anderen Weißertäger geschafft, als Fake-Designer auf die Pariser Fashion Week zu kommen. Mit genug Dreistigkeit und einem überzeugenden Auftreten öffneten sich Türen, die ihm eigentlich hätten verschlossen bleiben sollen.
Die Idee, ein Fake-Restaurant zu eröffnen, war also der nächste logische Schritt. Aber, wie bei jeder seiner Ideen, unterzog Uber auch diese seinem hochwissenschaftlichen Papptest. Der ging wie folgt. Wenn er die Idee in der Kneipe erklärte und die Leute ihn ansahen, als wäre er komplett durchgeknallt, dann war er auf dem richtigen Weg. Und das taten sie.
Perfekt. Doch selbst in einem Klima, in dem Wahrheit und Lüge immer weiter verschwimmen, braucht es für ein gefaktes Restaurant ein paar echte Sachen. Zum Beispiel ein Telefon mit einer Kontaktnummer, eine Website und Fotos vom Menü, die er auf TripAdvisor hochladen konnte. Aber Uber wäre nicht Uber, wenn ich doch hier tricksen würde.
Und das war vor der KI-Zeit, in der man einfach KI-Bilder von Gerichten generieren konnte. Aber du sprichst es gerade an. Die Notiz habe ich später, glaube ich, noch irgendwo drinstehen, weil ich da mit euch drüber sprechen wollte, dass das ganz viele Restaurants mittlerweile auch machen. Dass sie einfach so KI-Bilder von ihren Gerichten irgendwo hochladen.
Dass sie teilweise bei unserem geliebten Wurstpaten, der hat ja auch angefangen, so KI-Bilder draußen ans Menü zu kleben. Ey, da renne ich weg. Was soll das denn? so, dann wer will so ein KI-Kericht auf irgendeiner Karte oder im Internet sehen, wenn das alles zu perfekt ist, da gehe ich doch erst recht nicht hin.
Wer kommt auf diese Idee? Ich glaube, es gibt schon immer noch ziemlich viele Leute, die das noch gar nicht richtig sehen können, was KI ist und was nicht. Ja, wahrscheinlich. Du hast recht. Aber mich habt ihr damit alle verloren. Das sage ich jetzt hier einmal klipp und klar. Jetzt nach deiner ersten Erfahrung, Restaurant, hast du Bock auf ein zweites, auf ein nächstes, Clara?
Ja, auf jeden Fall. Das ist auch schon in der Planung. Ich kann nur noch nichts verraten. In Hamburg auch? Oder wo? Darfst du das schon sagen? Auch wieder ein Pop-Up-Restaurant, weil ich da irgendwie dran Gefallen gefunden habe. Erstmal. Ich würde gerne eins in Hamburg machen und eins in Berlin. Nicht so super lang wie letztes Jahr, das hatte ich viereinhalb Monate, das war dann, war schön, aber es war dann doch auch ein bisschen viel, stressig.
Deshalb, ja, Hamburg im Optimalfall zwei Monate, in Berlin dann nochmal einen Monat. Was reizt dich denn an dem Gedanken, dass es ein Pop-Up-Restaurant ist? Ich finde das ganz schön, dass man da noch so frei sein kann. Also dass ich, ich kann mich ehrlich gesagt auch noch nicht so richtig für eine Stadt entscheiden.
Das ist ein Vorteil, das ist aber auch ein Vorteil, dass man einfach Konzepte ausprobieren kann, dass man auch frei im Kopf sein kann, auch mit neuen Gerichten und das finde ich gerade einfach ganz schön. Solange man es noch machen kann. In der Zukunft will ich schon ein festes eigenes Restaurant haben, aber das ist jetzt so ein bisschen die Vorstufe davon.
Und das finde ich ganz schön, sich da so kulinarisch austoben zu können. Und die Leute haben auch andere Erwartungshaltungen, wenn du in ein Pop-Up reingisst. Also ich habe das Gefühl, dass Leute ein bisschen entspannter sind, sage ich mal. Nicht die Perfektion erwarten und einfach sich ein bisschen mehr auf das Experiment einlassen. Ja, so ein bisschen mehr fallen lassen.
Ich meine, bei einem Pop-Up ist es ja eh nicht so, dass du alles komplett umbaust. Beim letzten Pop-Up haben wir tatsächlich das ein bisschen gemacht. Aber du gehst einfach mit einer anderen Erwartungshaltung rein, Weil manchmal ist das ja auch eine Location, wo normalerweise jetzt nicht ein Restaurant drin ist.
Und dann sind alle so ein bisschen, sind halt einfach alle ein bisschen entspannter. Und es geht halt wirklich um den Geschmack und um die Gerichte. Und das mag ich. Ich mag gar nicht so viel Schischi drumherum, sondern einfach der plane, ehrliche Geschmack. Wir kommen jetzt gleich zu dem Menü und den Gerichten, die Uber in seinem Restaurant verkaufen möchte.
Bevor er aber das Menü fotografiert, muss ja ein Name gefunden werden. Und der ist schnell gefunden. Da er alles von zu Hause macht und dort auch das Restaurant inszenieren möchte, nennt er das Restaurant The Shad, also der Schuppen. Als erstes schafft sich Uber ein Handy an. Die Nummer braucht er, um sein TripAdvisor-Profil zu erstellen.
Aber es wird natürlich nicht einfach ein normales Handy. Nein, im Stile eines Drogenbarons muss es ein Burner-Phone sein. Also so ein alter Knochen, der telefonieren und simsen kann. That's it. Als er das Profil anlegt, muss er auch eine Adresse angeben. Aber da Uber natürlich gar keinen Bock hat, dass die Leute bei ihm zu Hause die Tür einrennen und der Schwindel auch direkt auffliegt, gibt er nur eine Straße an und schreibt auf die Website Appointment-Only-Restaurant.
Und das hat mich so ein bisschen an dieses Restaurant von Duk in Berlin erinnert. Der hat ja auch so eine Wohnung irgendwo auf der Kattstraße oder dort, wo er alle seine 800 Restaurants hat gebietet. Und man auch nur bei Appointment-Only reinkommt. Also es ist jetzt gar nicht so ungewöhnlich, dachte ich mir.
Vielleicht ein bisschen seit der Zeit voraus, aber existiert heute auch. Ja, und macht das Ganze auch ein bisschen exklusiver und aufregender. Ja, 100 Prozent. Also nur exklusiv. Das ist ja, so alle paar Monate sehe ich mal wieder eine Story von irgendjemandem, der ist da reingeschafft. Und ich denke mir so, oh, oh.
Aber ja, wo wir gerade schon auf der Website sind, schauen wir doch mal ins Menü von The Shad. Oh ja. Das war kein 0815 Vorspeise, Hauptspeise, Dessertmenü. Nein, in Ubers Schuppen bestellte man nach Moods. Man konnte romantisch essen, man konnte aber auch verärgert oder horny essen. The Shad sollte mehr sein als ein Restaurant. Hier sollte man eine Dining Experience haben. Etwas, von dem man seinen Freunden oder lieber Fremden bei TripAdvisor erzählen würde.
Es fehlten nur noch Fotos, eben jener Moods, also der Gerichte. Und die Bilder sollten im besten Fall so aussehen, als hätte sie jemand schnell mit dem Handy geschossen. Also macht das Uber selbst. Es gibt nur ein Problem. Kochen kann Uber nicht. Sorry, wenn ich das gerade so ausspreche, denke ich mir auch so, hätte ich einfach Uber Eats nutzen können. Aber zurück zum eigenen...
Wow, ja. Oh Mann, ey, ja. Genau, Uwe konnte nicht kochen, also greift er auf die Tricks der ganz großen Foodstylisten zurück und baut die Gerichte aus den unterschiedlichsten Dingen selber zusammen. Und ich zeige euch jetzt mal die Gerichte und ihr könnt mal raten, was er da so verwendet hat. Sieht absurd aus. Ja, also mich spricht es schon an, ehrlich gesagt.
Also ich finde, das sieht ein bisschen aus wie so eine Mozzarella. Oder Burrata-ähnliche Geschichte. Da drauf ganz viel Pfeffer und Koriander. Und das da unten, das sieht so ein bisschen aus wie so ein Abschnitt von einer Süßkartoffel. Und was da rausläuft, sieht aus wie Blut. Ich weiß nicht, was es sein soll.
Aber es ist schon schön, also versucht, schön anzurichten, finde ich. Also man könnte jetzt sagen, das ist ein ambitionierter, junger Koch. Okay. Ich weiß nicht. Wahrscheinlich, weil ich weiß, was das ist. Ich finde es richtig ekelhaft. Also diese dünne Brühe, die da runterläuft und dieser Pfeffer da links, der so... Ist das wirklich Pfeffer?
Wahrscheinlich schon, weil zu Pfeffer hat der Mann Zugang. Sonst könnte das auch Erde sein. Ja, das links ist Rasierschaum. Ah, okay. Ach, das ist Rasierschaum. Ja, und das vorne ist ein Waschmaschinentab. No. Das ist Wahnsinn Und das Rötliche, was rausläuft Was aussieht wie Blut, war das die Färbung Vom Waschmaschinentab, was bei.
Kontakt mit Wasser Nee, ich glaube, das ist Farbe, die er dann noch dazu Gepackt hat Also ja, auch wenn das natürlich Voller Beschiss ist, ne? Ich finde Die Kreativität und Machart Dieses ganzen Unterfangens schon Cool, Irgendwie schon, ja Dann habe ich noch ein Gericht für euch Ja, da sieht man jetzt ein Spiegelei an Petersilie, ran gesumt.
Das sieht jetzt nicht so beeindruckend aus. Okay. Was wäre das für eine Mood für dich? Das ist ganz klar sauer. Sauer. Okay. Ja, und da rechts ist ja auch noch was hinter dem Ei. Was ist das? Das kann ich nicht erkennen. Sein Fuß. Ach, bitte. Also das, was in der Aufnahme vielleicht so ein bisschen aussieht wie Schinken oder ja, ist auf jeden Fall sein Fuß. Dann vielleicht horny für die FußfetischistInnen unter uns. Ja, würde ich auch sagen.
Generell auch The Whitest Foot Alive. Also das ist wirklich mein anständiger englischer Fuß. Ja, also ihr seht, ich habe mal nur diese zwei Bilder als Beispiel mitgebracht. Ihr seht, er tobt sich da aus. Aber die Bilder stehen dann online und stehen bei TripAdvisor als gerichtet drin. Ist auch smart, nicht zu sagen, was es genau ist und nur so eine Stimmung dazu zu schreiben.
Vielleicht war er seiner Zeit so ein bisschen voraus, auf der anderen Seite so London ist ja eh auch noch mal ein Stück voraus. Ich finde, wenn du jetzt heute in Berlin ein Restaurant aufmachen würdest und dort Moods auf die Karte setzen würdest, würden dir die Leute doch die Tür einrennen. Also das ist ja jetzt nichts, was irgendwie komplett an den Haaren herbeigezogen ist, oder sehe ich das falsch?
Ja, nee, bin ich komplett bei dir. Glaube ich auch. Danke. Ich glaube auch, dass du das mit dem Bild verkaufen könntest in Berlin. Ja. Es gibt so viele Restaurantkonzepte, wo ich mittlerweile denke. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin mittlerweile an dem Punkt, wo ich sage, stell mir einfach mal wieder einen Teller hin mit einem Essen.
Ich bin dem Shared Plate Menü so ein bisschen überdrüssig, muss ich ganz ehrlich sagen. Weil manchmal möchte man einfach nur sich hinsetzen und einfach einen Teller essen. Ja, habe ich auch gedacht, Flo. Aber dann war ich da im Jolie und da gibt es auch Shared Plates und der Vorteil ist natürlich, dass du viel mehr probieren kannst, wenn du kleinere Teller bestellst.
Und es wäre eine Schande gewesen, wenn ich nicht alles hätte probieren können an diesem Abend. Ja, du hast ja recht. Clara, für dich, ich meine, du denkst ja eigentlich gerade voll darüber nach, wie servierst du, Ich habe vorhin rausgehört, dass du eher auch auf die Sharedplates setzt, oder? Ja, genau. Also da bin ich bei Lilly. Ich mag das immer gerne, ganz viele Sachen zu probieren.
Deshalb mag ich so Menüs auch ganz gerne, aber deshalb auch Sharing, weil du halt dich nicht an einem Teller satt essen musst, sondern du kannst halt ganz viele Sachen probieren. Das mag ich, das liebe ich, aber ich verstehe dich auch. Also manchmal will man ja auch, gerade wenn man Hunger hat und einfach nur essen will, Dann willst du halt einen Teller für dich, Pasta vor dir haben.
Verstehe ich schon auch. Ich glaube, man muss immer ein bisschen aufpassen, dass man sich nicht zu satt ist von solchen Konzepten. Ja, und man muss auch mit Leuten hingehen, mit denen man teilen möchte. Weil ich finde vor allem so in so Arbeitskontexten, wenn man dann so mit so Leuten zusammensetzt, wo auch niemand den letzten Bissen nehmen möchte.
Und dann am Ende immer so ein blöder Tanz stattfindet. So, willst du noch, darfst du noch, kann ich noch? Das ist das Allerletzte. Egal. Wir kommen zurück zu The Chat, was kurz vor der Eröffnung steht. Das Menü ist fertig, das Profil steht, also es kann losgehen. Und am 5. Mai 2017 erstellt Uber dann offiziell das TripAdvisor-Profil für sein Restaurant und steht damit auf Platz 18.149 von 18.149 Restaurants in London.
Es ist offiziell das schlechteste Restaurant der Stadt. Und der schwierigste Teil, der kommt ja jetzt erst noch. Die Bewertungen. Denn wie sollte ein Restaurant, das niemand besuchen konnte, positive Bewertungen bekommen? Uber weiß, dass er nicht einfach 100 Bewertungen selber schreiben kann. Darauf würde TripAdvisor sofort anspringen und den Betrug erkennen.
Also schickt Uber eine Rundmail an alle seine Freunde. Deine Facebook-Nachrichten, dein SMS an jeden, den er kannte. Immer mit der gleichen Nachricht. Hey, kannst du mir einen Gefallen tun? Bewerte den Schuppen, in dem ich wohne, auf TripAdvisor und sag, dass es das beste Restaurant ist, in dem du je warst.
Was wäre eure Reaktion, wenn ihr so eine Nachricht von einem Freund bekommen würdet? Ich würde sagen, klar, mache ich dir. Ja. Ich glaube, ich würde einmal nachfragen vielleicht. Aber ich glaube, ich würde es auch machen. Dann spars mal ihn mit. Dann könntet ihr sehr gut Ubers Freunde sein, weil für die war das auch nichts Ungewöhnliches.
Er war in seinem Freundeskreis eh so ein bisschen als der Weird Guy bekannt. Für die Bewertungen gibt Uber nur drei Dinge vor. Das soll dafür sorgen, dass die Bewertungen konsistent sind und nicht einer von einem veganen Restaurant spricht, während es beim nächsten Steak gibt. Punkt 1. Das Restaurant ist al fresco, also befindet sich im Freien.
Zweitens. Die Bewertungen sollten von einer unique experience sprechen. Und drittens. Sie sollten irgendwie die Moods beschreiben, die man bestellen konnte. Im besten Fall erwähnten sie sogar den Bestseller Horny. Ubers Plan ging auf. Innerhalb von zwei Wochen kletterte The Shad in die Top 10.000 mit ein paar Dutzend Fake-Bewertungen.
Doch dann passierte etwas, womit er nicht gerechnet hatte. Sein Burner-Phone klingelte. Halb verschlafen wacht Uber an diesem Morgen auf und starrt auf sein Display. Eine unbekannte Nummer. Er nimmt ab, am anderen Ende der Leitung hört er eine Stimme. Wie viele Bewertungen hatte der? Es ist so ein bisschen schwer nachzuverfolgen, wann er genau wie viele Bewertungen hat.
Wir kommen später noch dazu, wie viel er hatte, als er auf Platz 1 gelandet ist. Aber zu dem Zeitpunkt, als dann dieser Anruf kommt, weiß ich nicht, werden es vielleicht so 15, 20 gewesen sein. Also nicht so sonderlich viele. Und die Stimme sagt folgendes. Weiß man, wie der sich dabei gefühlt hat? Weil ich finde, es ist ja das eine, das einfach alles nur online zu machen und irgendwie im virtuellen Raum zu bescheißen.
Und das andere, wenn dann wirklich eine Person an der anderen Ende der Leitung ist und mit dir spricht. Ja, der war schon ein bisschen überfordert in dem Moment und hat in dem Moment auch realisiert, dass es da draußen ernsthaft Leute gibt, die aufgrund seiner Fantasie in dieses Restaurant kommen wollen.
Also da gibt es Leute, die verlassen ihre tollen Häuser in Südlondon, um vor einem Schuppen ein Gericht namens Horny zu essen. Und ich weiß nicht, ob ihm das Angst gemacht hat, aber ihm wurde schon klar, dass das Realität wird, diese ganze lustige Idee. Auch Spaß wurde ernst. Richtig. Die Leute fangen jetzt so langsam an anzurufen, Aber es ist noch nicht so, dass ihm da jetzt die Leute die Tür einrennen.
Deswegen verliert Uber über den Sommer das Projekt auch ein wenig aus den Augen und arbeitet an anderen Geschichten für Weiß. Er vergisst auch, seine Freundin nochmal zu erinnern, mehr Bewertungen zu schreiben. Trotzdem klettert das Chat langsam immer weiter nach oben. Und im August 2017 zieht es dann so langsam an.
Erst kommt eine Buchungsanfrage für einen 70. Geburtstag. In vier Monaten wollen sie mit neun Personen kommen. Dann kommen sie in weitere Anfragen und so geht es immer weiter. Mittlerweile steht The Shad auf Platz 1456 von über 18.000 Restaurants in London. Und Ende August auf Platz 156. Noch nicht einmal 100 Kommentare hat The Shad zu diesem Zeitpunkt.
Aber die haben es in sich. Ich habe eine Frage, wie kann das denn sein, dass der so weit hochklettert, wenn er nur 100 Kommentare hat? Diese Bewertungstools, das ist ja wie bei Podcast-Charts. Man sieht ja nicht sozusagen die Podcasts ganz oben, die die meisten Zahlen haben, sondern die, die relativ am meisten wachsen oder am meisten Zulauf haben.
Und so wird das bei TripAdvisor irgendwann auch sein, dass du sozusagen schneller hochkommst, schneller wieder runterkommst und wirklich dich komplett lange oben zu halten, ist dann wieder was anderes. Aber wenn du jetzt erstmal 40, 50, 5 Sterne Bewertungen bekommst, dann rutschst du ja in diesem System schnell nach oben.
Es scheint zu funktionieren, die Leute nehmen die Kommentare ernst und jetzt wird aus Spaß wirklich ernst. Denn Uber bekommt jetzt auch Werbesamples und Proben von Unternehmen zugeschickt. Dafür nutzen sie den geschätzten Standort von The Chat auf Google Maps. Dann melden sich Menschen, die bei The Shad arbeiten wollen.
Außerdem meldet sich eine australische Produktionsfirma, die The Shad weltweit in den Bordvideos einer Fluggesellschaft präsentieren möchte. Und eine PR-Firma, die Uber in einem Call bescheinigt, dass er ein cooler Dude ist, will den Schuppen richtig groß machen. Auch vor seiner Haustür wird Uber angesprochen. Nachbarn halten ihn auf der Straße an und fragen, ob er von The Shad gehört hat. Das soll hier irgendwo in der Nähe sein.
Reservierungsanfragen erhält er mittlerweile aus Italien, den USA, Japan, aber alle muss er vertrösten. Seine Standardantwort ist, dass die nächsten Monate ausgebucht sind. Da verwundert er es auch nicht, als bald die ersten passiv-aggressiven Nachrichten kommen und Leute fragen, ob er denn je mal auf hat.
An manchen Tagen hat Uber großen Spaß bei der Vorstellung, dass alle in sein Fake-Restaurant kommen wollen. An anderen Tagen befällt ihn ein schlechtes Gewissen. Aber noch kann er nicht aufhören mit dem Experiment, weil The Chat ist ja noch nicht auf Platz 1. Er schreibt jetzt noch einmal allen Menschen, die er kennt, bittet seine Freunde, ihren Freunden eine Mail zu schicken, ihre Mütter und deren Freundinnen einzubeziehen.
Das Ziel war so nah, er brauchte jetzt jede Hilfe. Ende Oktober ist Uber auf dem Weg zurück von seinen Eltern nötig von London, als er eine Mail von TripAdvisor in seinem Postfach findet. Im Betreff steht Information Request. Uwe's Magen zieht sich zusammen, beschleicht ein ungutes Gefühl. Sie haben es herausgefunden. Das Spiel ist vorbei.
Mit zitternden Fingern öffnet er die Mail. Aber es geht um was anderes. Es ist nur eine Benachrichtigung. Und was für eine. The Shad at Dulwich ist in diesem Moment am 1. November 2017 mit nur 96 Bewertungen und gut sechs Monate nach seiner Eröffnung das beliebteste Restaurant Londons und steht auf Platz 1 von über 18.000 Restaurants.
Das ist so irre. Und für diesen Moment habe ich euch natürlich auch ein Bild mitgebracht, dass ihr einmal seht. Ich könnte nicht ruhig schlafen, ne? An der Oberstelle überhaupt nicht. Das ist das TripAdvisor-Profil. Ihr seht, das ist wieder mal ein Foto von unserer Lieblingsseite Wayback Machine. Also man kann das jetzt nicht mehr aufrufen, dieses Profil.
Aber jetzt seht ihr einmal das, was Leute gesehen haben zu dem Zeitpunkt. Krass, und das ist der Schuppen. Ja, das ist ein anderer Schuppen, ne? Ja. Das ist ein schickerer Schuppen. Also bei dem Schuppen würde ich tatsächlich essen gehen. Bei seinem weiß ich nicht. Ja, krass. Also ich finde, das ist so frech und so genial.
Also ich bin Fan von der Geschichte. Ich finde es großartig. Man kann sich auch ein bisschen was abschneiden von dieser Dreistigkeit. Ja, das stimmt wohl. Aber es macht auf jeden Fall den Eindruck, dass es ein echter Ort ist. Irgendwie so ein unscheinbarer, bei dem man aber eine tolle Erfahrung machen kann, irgendwie gutes Essen bekommt und vielleicht auch einfach zu so einem Kreis der Auserwählten gehört, wenn man es geschafft hat, halt da gegessen zu haben.
Ey, voll, das ist wirklich, der hat auch dann teilweise so Leuten gesagt, dass sie an dem Abend einen erotischen Fotoshoot im Restaurant haben, um die Leute irgendwie abzuwimmeln. Warum denn nicht? Und du hörst so richtig, wie am anderen Ende der Leitung so kurz so eine Pause ist und die Person sagt, ja, nee, ist okay, passt, passt.
Dann war wieder an dem Punkt, scheiße, okay, muss ich mir noch eine Ausrede halt fallen lassen. Also ja, die Leute hätten alles gemacht, um dann da hinzukommen. Und sag mal, eine Frage habe ich noch. Gab es keine Kontrollinstanz von TripAdvisor, die mal überprüft hat, ob das wirklich echt ist? Also offensichtlich ja nicht, aber das kann doch nicht sein.
Also wie viele Scams sind denn dann da draußen in der TripAdvisor-Welt unterwegs? Ja, wir kommen später noch dazu, was TripAdvisor zu der ganzen Aktion gesagt hat. Deswegen würde ich das gerne nicht vorwegnehmen, beziehungsweise auch die Frage, wie viele Scams da draußen sind, die können wir am Ende noch einmal besprechen, weil ich habe da ein, zwei Gedanken dazu.
Aber jetzt mit Platz 1 ist die ganze Geschichte noch nicht zu Ende. Nachdem diese Nachricht kommt von TripAdvisor, der Chat auf Platz 1 steht, ist Uber bei einem Freund und vergisst dort seinen Burner-Fund. Und als er das am nächsten Tag abholt, hat er 114 verpasste Anrufe auf dem Handy. Ihr hattet da letzten Sommer, es war auch ein großer Hype. Wie viele Leute haben bei euch jeden Tag angerufen und gefragt, ob sie noch vorbeikommen können?
Naja, wir haben das tatsächlich alles ohne Reservierung gemacht. Also es war alles Walk-in. Das ist die Lösung, okay. Ja, und wir hatten auch, ehrlich gesagt, gar kein Telefon. Das war ganz gut. Wenn, dann haben die Leute über Instagram geschrieben. Haben sie sich Schlangen gebildet? Ja, tatsächlich schon. Ja, das war verrückt.
Also wir hätten uns das gar nicht so vorstellen können, ehrlich gesagt. Aber Leute haben da teilweise echt ein bisschen gewartet und das ist natürlich das schönste Kompliment, was man haben kann. Ja, total. Es ist natürlich aus Gast-Sicht immer frustrierend, aber aus der Gastronomie-Sicht das höchste Kompliment, dass Leute auch einfach sagen, ich warte jetzt hier eine halbe, dreiviertel Stunde, um wirklich das Ganze auszuprobieren.
Also die Schlange war sozusagen das reale Äquivalent zu den 114 verzweifelten Menschen, die da versucht haben, bei Uber ans Telefon zu kommen. Vielleicht, ja. Ja, Uwe merkt jetzt, dass das Restaurant wirklich unfassbar viele Menschen anzieht und die Anrufe hören nicht auf. Das heißt, es gibt nur einen Ausweg. Er muss das Restaurant wirklich eröffnen.
Wenigstens für einen Abend. Zehn Tische soll es geben für 20 Personen. Und weil das Ganze für Weiß mitgefilmt werden soll, kommt nur ein kalter Freitagabend im November in Frage. Also im Monat November, nicht im Restaurant November. Was wir noch einmal betonen wollen, unser Lieblingsrestaurant in Berlin ist und wir gerne uns über eine Einladung freuen.
Oder jetzt dann auch im Jolie, das sind ja die gleichen... Ja, da erwarte ich auch in Zukunft, dass wir immer einen Tisch haben. Ja, dann gebe ich auch eine positive Google-Bewertung. Großartig. Okay, also. Ubers großer Vorteil war, dass bei dem Menü und den Bildern des Essens ja niemand irgendwie ein Michelin-würdiges Menü erwartete.
Aber selbst das traute er sich nicht zu. Denn wir erinnern uns, Uber kann absolut nicht kochen. Und ein großer Gastgeber war er auch nicht. Er hatte in seinem Leben vielleicht mal drei Leute zu Gast gehabt. Kochen soll an diesem Abend daher Ubers Freund Joe. Und hört, hört, er ist ein echter Koch. Den hatte Uber erst vor kurzem auf einer Party kennengelernt.
Als nächstes räumt er dann seinen Garten auf. Von einem Pub in der Nähe leiht sich der Neugastronom Uber ein Heizstrahler. Dazu bekommt die kleine Gartenhütte eine Lichterkette und echte Hühner. Denn wie in einem echten Edelrestaurant sollen die Gäste ihre Lebensmittel sehen. Aber anstatt lebender Hummer gibt es bei Uber eben Hühner.
Wir haben jetzt schon viel über die Moods gesprochen. Die gibt es an dem Abend nicht. Was ich ehrlich gesagt ein bisschen frustrierend fand, aber hey, das ist so. Stattdessen kreieren Joe und Uber ein Drei-Gänge-Menü aus Fertigprodukten. Ganze 31 Pfund kostet der Einkauf. Und aus Sprühsahne, Hühnersuppe aus dem Tetra-Pack, Dosen-Ministrone und TK-Nudeln wird folgendes Menü gezaubert.
Davon gibt es auch ein Bild. Diese Geschichte wird wirklich immer besser. Ich habe die Details alle nicht mehr auf dem Schirm gehabt, aber das ist wirklich irre. Das ist einmal der Einkauf im Auto. Das ist so frech. Und das ist das Menü des Abends da hinten auf der Tafel. Das könnt ihr ja gerne einmal vorlesen.
Also, es gibt Minestrone, danach Trüffel Mac & Cheese oder eine vegetarische Lasagne. Und dann gibt es den The Shed Chocolate Sundae. Ja. Ein Nachtisch von McDonalds, nehme ich an. Ja, nee, es ist eigentlich nur Ferrero Rocher und Schlagsahne. Und man sieht doch auf der rechten Seite Uber stehen, oder?
Mit einem Barret hat er sich ein bisschen schick angezogen. Ja, er ist ja Gastronom. So sehen ja Gastronomen aus. Ja, richtig. Okay, das finde ich jetzt aber schon frech, dass sie sich dann noch nicht mal die Mühe gemacht haben, ein bisschen was anzurichten, was was hergibt oder was was hermacht oder sich ein bisschen Mühe gegeben haben bei der Menüauswahl.
Da hätte man doch jetzt eigentlich die Chance nutzen können, vielleicht auch gesponsert von der Weiß, ein geiles Menü mal zu präsentieren, oder? Ja, ein witziges wenigstens. Oder überhaupt diese Moods da zu kochen. Ja, finde ich auch. Finde ich auch. Ich finde es ganz geil, dass sie das so durchziehen.
Ehrlich gesagt. Auf jeden Fall. Dass sie dir überhaupt das Ganze eröffnen und einmal die Leute da ranholen, finde ich lustig. Aber dazu kommen wir jetzt. Die Gäste, die dort sitzen, sind nur zum Teil echte Gäste. Weil Uba dachte sich, auch wenn ich jetzt hier 20 fremde Leute reinhole, ich weiß nicht, ob die Stimmung dann nicht doch vielleicht kippt, wenn die sehen, was die hier vorgesetzt bekommen.
Deswegen besetzt er die Hälfte der Tische mit seinen Freunden, die sollen an dem Abend lautstark über das Essen sprechen und das in höchsten Tönen loben, Stimmung aufrechterhalten. Sodass die echten Gäste sich denken, am I the problem? Ich wollte gerade sagen, it's a me-problem. Das Essen schmeckt mir nicht, aber allen anderen scheint es zu schmecken.
Dann liegt es auf jeden Fall an mir. Ja, das ist sehr schlau. Und die Gäste, die er dann einlädt, also die echten Gäste, da geht er einfach random durch seine Nachrichten der letzten Tage und ruft dann einfach Leute an und sagt, hey, jetzt haben wir doch noch einen Platz frei. Wollt ihr vorbeikommen?
Die ersten Gäste, die kommen, sind Joel und Maria aus Kalifornien. Sie sind eigentlich für eine Pokémon-Convention in London, aber haben gehört, dass The Shad das beste Restaurant der Stadt sein soll. Wie alle weiteren Gäste an diesem Abend bekommen auch sie die Augen verbunden und werden dann erst ins Restaurant, a.k.a.
Den Garten, in deinem Haus geführt. Kannst du dir noch ein bisschen Inspo holen, Clara, für deine nächsten Pop-Ups mit dem Auge verbrauchen. Perfekt. Als sie durch den Enggang zwischen Haus und Zaun gehen, sagt Maria begeistert, ich kann die Küche hören. In der Küche, also Ubers Küche, beginnt Joe zu kochen. Mit einer Mikrowelle.
Um die Ding-Sounds der Mikrowelle zu überspielen, hat Uber extra einen DJ engagiert, der immer mal wieder diese Ding-Sounds in die Musik einarbeitet. Das ist wirklich unfassbar. Das Essen wird serviert und die Gäste machen Fotos von den Tellern. Eigentlich alles normal. Die Stimmung ist gelöst und niemand scheint etwas zu ahnen.
Doch als Joelle und Maria nach nur 40 Minuten gehen, wirken ihre Gesichter etwas enttäuscht. Sie ahnen vielleicht, dass es hier ein großer Scam war. Doch alles in allem ist die Stimmung an diesem Abend recht positiv. Die haben ihnen gesagt, dass das Ganze für eine TV-Show dokumentiert wird an diesem Abend und sie daher auch nichts zahlen mussten.
Also vielleicht waren die Leute deswegen auch gut drauf, dass sie da so ein tolles Essen umsonst bekommen haben. weil er wollte sich nicht damit irgendwie noch auseinandersetzen, dass die Leute am Ende da irgendwo Geld hinlegen. Und da kommen wir jetzt nämlich so langsam zu der Frage, ob das irgendwelche Konsequenzen hatte, weil dann wäre es, glaube ich, auch, hätte es so einen Zugang gegeben, das Ganze wirklich einmal rechtlich auf den Kopf zu stellen, wenn er da angefangen hätte, dafür Geld zu nehmen und wirklich ein offizielles Restaurant zu öffnen.
Als er aber das Menü online gestellt hat, wie viel hat das da denn gekostet? Also gab es irgendwelche Preise, die er online gestellt hat? Nee, nee, gab es nicht. Auf der Website gab es keine Preise. Das war eine ganz einfache, simple, weiße Website, ganz clean, also sehr modern. Und dann standen da wirklich immer nur die Moots. Und ja, wie man das in den besseren Restaurants kennt, wird auch nicht dazu geschrieben, wie es angerichtet wird, sondern nur die Zutaten.
Ja, okay. Du kennst das ja, Clara, ne? Ja. Ja. Ochsenblut, Vanilleeis, Koriander. Okay. Nee, mach. Wird schon irgendwie gut sein. Wird schon irgendwie einen Weg geben, das zu verbinden. Machen wir bei der nächsten Challenge. Ja, oh Gott. Manchmal bin ich bei diesen Gerichten, wo dann wirklich nur so die Zutaten dastehen, freue ich mich manchmal auf eine Zutat und hoffe, dass es davon ganz viel gibt.
Und dann kommt der Teller und dann ist es irgendwie nur so eine Reduktion an der Seite. Ich denke mir so, ah, fuck, Mann. Gut, aber that's the me problem. Ich bin das Problem. Schön, dass du es merkst. Nach diesem Abend rutschte Shad dann tatsächlich wieder ab in den Rankings. Doch der größte Erfolg, der steht Uber weiterhin bevor.
Am 6. Dezember 2017, also gut einen Monat nachdem er diesen Abend durchgeführt hat, veröffentlicht er auf Vice seinen Artikel. I made my Shad the top rated restaurant and trip advisor. Am 22. Januar 2018 geht das Video dazu online, das ich euch verlinke. Bis heute hat es 8,8 Millionen Aufrufe auf YouTube.
Doch die Frage bleibt, hat sich Uber mit seinem Scam strafbar gemacht? Und was sagt eigentlich TripAdvisor zu der ganzen Aktion? Habt ihr ein Gefühl? Boah, das ist nicht so easy, ne? Wir können das Ganze ja mal aufteilen. Also zuerst die Frage, ob das Ganze strafbar war, ob das ganze rechtliche Konsequenzen haben wird. Glaube ich nicht.
Das kann ich mir nicht vorstellen. Wenn ihr als Strip-Advisor wärt, Wie würdet ihr reagieren? Ich glaube, in die Öffentlichkeit kannst du das fast nur mit Humor nehmen und das an dich reißen, so ein bisschen. Weil wenn du da so richtig doll dagegen gehst, dann wird es ja irgendwie noch ein bisschen unangenehmer und peinlicher.
Also, wisst ihr, was ich meine? Ja. Getroffene Hunde bellen, würde ich sagen, passt da ganz gut. Ja. Also Flucht nach vorne. Die die coolen Kids, die bei TripAdvisor in der Social Media Redaktion arbeiten, nach vorne schicken, dass die irgendwelche lustigen Memes daraus basteln und das ein bisschen für sich nutzen.
Schauen wir mal, was TripAdvisor sagt zu der ganzen Aktion. Uber wird über Nacht berühmt. Denn nach der Veröffentlichung des Artikels und des Videos entbrennt online eine Debatte über The Chat. War das Experiment ein großes Fuck You an TripAdvisor, an alle Online-Plattformen, die wir Tag für Tag nutzen, um uns durchs Leben zu leiten?
Oder war es doch nur ein harmloser Streich? Für manche ist Uber ein Held im Kampf gegen Fake News, für andere nur ein Online-Clown. Im Parlament von Singapur spricht er über sein Experiment, als es dort um ein neues Gesetz gegen Fake News geht. Die Washington Post nennt ihn den Donald Trump von TripAdvisor.
Überall auf der Welt wird er interviewt. Irgendwann werden die Anfragen so viele, dass Uber einen Doppelgänger zu Interviews schickt. Ein Scam im Scam. Von dem Doppelgänger möchte ich euch auch ganz kurz ein Foto zeigen. Der ist wahrscheinlich ein ganz schlechter Doppelgänger. Das ist so absurd, wirklich. Das ist der Fake-Uber.
Es ist ein Norweger. Er hat das nur in Norwegen gemacht. Ja, es ist schon wieder frech. An der Stelle wurde es mir dann auch so ein Ticken zu Meta, als er dann anfängt, da seinen Doppelgänger hinzuschicken. Aber rechtliche Konsequenzen hat das ganze Experiment nicht für ihn. Denn die einzigen, die möglicherweise gegen ihn hätten vorgehen können, wären überhaupt nur TripAdvisor selber.
Und das Unternehmen hält sich auffällig zurück. In ihrem offiziellen Statement schreiben sie, im Allgemeinen sind die einzigen Personen, die gefälschte Restaurantbewertung erstellen, Journalisten, die uns in gut gemeinter Absicht auf die Probe stellen wollen. Da es in der realen Welt für niemanden einen Anreiz gibt, ein gefälschtes Restaurant zu erstellen, ist dies, also die gefälschten Bewertungen, kein Problem, mit dem wir in unserer regulären Community konfrontiert sind.
Daher ist dieser Test kein Beispiel aus der realen Welt. Ah, das war nicht so richtig cool. Nee. die damit umgehen. Richtig beschissen, die haben eine Vorlage einfach nicht genommen. Den hätten wir gemacht, den hätten wir reingemacht, Clara und ich. Da hätten wir ein Tor geschossen. Ich finde, das ist so richtig corporate, wir lächeln das so ein bisschen süffisant weg.
Ohne das Ganze ernst zu nehmen, ohne das echte Problem auch überhaupt anzusprechen, weil sie sagen ja, die einzigen, die gefälschte Restaurantbewertung erstellen, sind Journalisten. Also sie beziehen sich auf Uber und sagen, ansonsten ist es kein Problem, was ja nicht stimmt, weil wir wissen, Uber selber hat gefälschte Bewertung geschrieben.
Und natürlich wird es zahlreiche Fälle geben, wo Leute einfach sagen, bitte bewertet hier mein Restaurant und Leute nie da waren und irgendwie fünf Sterne geben. Es ist so ein bisschen ... Ist wie so ein Mann, den man abblitzen lässt und der sagt dann, ich fand dich eh hässlich. Ja. So, ich finde, it's giving this.
Ja, schon, schon. Stimmt. Uba wird später auch immer wieder sagen, dass dieses Experiment für ihn keinen tieferen Sinn hatte. Es war ein lustiger Streich, den er da spielen wollte. Doch er kann auch nicht abstreiten, dass dieser Streich sein Leben verändert hat. Seine Erfahrungen aus dieser Zeit verarbeitet er in einem recht kurzen Selbsthilfebuch.
How to Bullshit Your Way to Number One. Darin schreibt er, dass The Shad ihm ermöglicht hat, überhaupt erst aus dem Schuppen auszuziehen. Er ist reicher als je zuvor und fliegt um die Welt, um Motivations- und Business-Vorträge für erfolgreichen Menschen zu halten. Die Folge möchte ich mit den Worten beenden, mit denen Uber sein Weißartikel beendet.
Hier schreibt er an seine Kritiker, man könnte das ganze Experiment zynisch betrachten und argumentieren, dass der Gestank des Internets so stark ist, dass die Menschen ihre Sinne nicht mehr richtig einsetzen können. Aber ich bin gerne positiv. Wenn ich meinen Garten in das beste Restaurant Londons verwandeln kann, ist buchstäblich alles möglich.
Nicht schlecht, Uber. Ich finde es auch großartig, weil er ja schon dieses ganze System, also man könnte es so sehen, auf die Schippe nimmt. Und ich mag das irgendwie ganz gerne, weil diese Bewertungen haben einfach manchmal viel zu viel Kraft. Und es sind schon viele, viele Leute, die da irgendwie Schwachsinn schreiben.
Gerade wenn, vielleicht jetzt ein blödes Beispiel, aber wenn irgendein Kochköchin oder die ein Restaurant hat, auch im Fernsehen stattfindet und die Leute finden die Person kacke, dann schreiben die auch gut und gerne mal eine Bewertung mit einem einen Stern und sagen, dass das scheiße ist. Also das kann auch, also es gibt so viele böse Leute im Internet, die können auch wirklich Restaurants zerschmettern und zerstören, ohne dass sie wirklich was dafür können.
Das ist jetzt vielleicht eher die negative Sicht von diesen ganzen Kommentaren, Aber das hat schon viel zu viel Macht auf viele Leute. Und deshalb finde ich das durch eine sehr humoristische Darstellung sehr witzig. Ja, total. So kleinere Kritikpunkte an dieser ganzen Geschichte wären, dass er am Ende die Mutes nicht umgesetzt hat, als er das Restaurant wirklich eröffnet hat.
Aber ansonsten finde ich die Geschichte auch eher einen lustigen Prank, Er hat ja niemandem wehgetan, er hat niemand Geld irgendwie aus der Tasche gezogen, er hat niemanden zu Fall gebracht, der irgendwie es nicht verdient hat oder was weiß ich. Also es hat ja niemandem wehgetan in der ganzen Sache. Wenn ihr nochmal sehen wollt, wie das Ganze aussah, wenn ihr noch so ein paar Nebeninformationen haben wollt, dann schaut gerne in die Doku.
Die ist nicht allzu lange, das sind glaube ich 20 Minuten. Die verlinken wir euch gerne unter diesem Video. Ansonsten dieses Selbsthilfebuch, was er geschrieben hat, How to Bullshit Your Way to Number One, sind irgendwie 83 Seiten. Ich habe sie alle gelesen. Macht das nicht. Ich dachte, du sagst jetzt, kommt in meinen Club, Leute. Ich kann es euch auch erzählen.
Ey, das ist wirklich, da muss ich sagen, das ist der wahrscheinlich eigentliche Scam, dass er da von irgendeinem Verlag noch Geld bekommen hat, um irgendwie so 80, so halbgare Seiten zu schreiben. Für die Geschichte war es ganz interessant, weil da noch ein paar Informationen drin waren, die ich euch jetzt mitgeben konnte, die in diesem Video und in diesem Weißartikel nicht drin standen.
Aber lasst es. Also das, auch wenn es bei Amazon nur 99 Cent als E-Book kostet, spart euch das. Schickt uns die 99 Cent per PayPal oder so. Also keine Ahnung. Findet man ja irgendwie andere Wege. Alle Fotos gibt es natürlich bei Instagram. Dort könnt ihr uns unter Was schmeckt dahinter finden, uns dort gerne folgen.
Ihr könnt Klara bei Instagram folgen. Ihr könnt vor allem jetzt euch auch auf Klaras persönlichen Foodcrime freuen. Ich habe vergessen, dir das zu sagen, dass wir am Ende unsere Gäste noch fragen, was ihr persönlicher Foodcrime ist. Deswegen, ich gebe dir gerne nochmal eine Minute. Bei diesen persönlichen Foodcrimes ist wirklich so, was dir kulinarisch the ick gibt.
Naja, das ist eigentlich ganz easy bei mir, weil ich eine Nussallergie habe. Und das ist ein richtiger Foodcrime, weil, Das kann noch tödlich enden. Weil du stirbst. Also alle Nüsse. Ja, das können wir vielleicht ja einfach mal say it loud and clear. Wenn ihr irgendwo Clara zum Essen einladet oder sie auf der Straße trefft, gebt ihr keine Nuss.
Beziehungsweise wenn ihr eine Nuss gebt, dann seid jetzt gewarnt, dass ihr einen linken Haken kassieren werdet. Sorry. Aber nicht von Clara, weil die dazu vielleicht dann gar nicht mehr imstande sein wird. Pff, gut. Hast du so eine krasse Allergie, Clara, dass wenn eine Nuss schon im Raum rumliegt und du das nur einatmest, dass das schon losgeht bei dir?
Das ist immer ein bisschen unterschiedlich. Je fitter mein Körper ist, desto mehr kann ich diese minimalen Spuren auch ab. Aber meine Mutter hatte mal Erdnussflips in der Küche rumliegen und ich war die ganze Zeit in der Küche und hab gekocht. Am Abend hatte ich dann ein ziemlich angeschwollenes Gesicht.
Sie sah aus wie so ein Michelin. Das hat ja wahrscheinlich für die Planung der Küchenschlachtgerichte dann auch nochmal bedeutet, dass sie sehr darauf achten müssen, was die ganzen KandidatInnen zubereiten. Ja, das stimmt. Also es ist nicht so easy. Ja, bin ich sehr dankbar, dass es bis jetzt alles ganz gut geklappt hat. Ja, glaube ich.
Das war ein sehr kurzer, aber sehr prägnanter Foodcrime in dieser Woche Vielen, vielen Dank, dass du da warst, Clara Das war eine sehr schöne Folge mit deiner Expertise Wir sehen uns ja eh nächste Woche schon wieder. Und Lilly, wir uns auch Also ich würde sagen wir bleiben einfach alle in Kontakt, Ja, ich wünsche euch einen fantastischen Dreh nächste Woche Dankeschön, Und weil sich ja Leute immer wieder gefragt haben, wo unsere Outtakes hin sind Sie sind zurück Wir haben wieder ein paar Outtakes hinten dran.
Also, bleibt dran und dann bis nächste Woche. Bis nächste Woche. Tschüssi. Es wird heute wieder sehr viele Bilder geben. Die seht ihr bei Instagram. Dort... Dort, ich muss erst noch mal ein bisschen, mein Kopf ist noch nicht ganz wach. Die Sätze. 7.45 Uhr. Hilfe. Also, ja, so, nochmal. Also. Und seinem Vermieter hat er von der ganzen Sache nichts erzählt, dass er da jetzt in seiner Gartenlaube ein Restaurant eröffnen möchte.
Naja, so hast du das so explizit schon gesagt? Naja, er will, nee, stimmt. Okay, dann machen wir es mal weg. Ähm. Musst ja nicht reinschneiden. Stattdessen kreieren Uber und Joe, Stattdessen kreieren Ju Oh, ich kann nicht mehr sprechen, Leute.