Food Crimes - Was schmeckt dahinter?

Der Champagner-Mord in Weiden

Dienstag, 19. Mai 2026 · 57 min

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Shownotes

Auf den 11. Februar 2022 haben Markus und seine Freunde seit Wochen hingefiebert. An diesem Abend sollte endlich sein Auftritt in der RTL-Dating-Show „Take me out“ laufen. Und das muss natürlich gefeiert werden. Die Stimmung im Restaurant „La Vita“ in Weiden in der Oberpfalz ist ausgelassen, bis nach Mitternacht sitzt die Gruppe zusammen – aber nach Mitternacht ist noch lange nicht Schluss. Markus bester Freund Harald hat da nämlich was ganz besonderes organisiert: eine 3l Flasche Moet & Chandon Ice Imperial. Mehrere hundert Euro hat ihn das gekostet. Der Barkeeper öffnet die Flasche und schenkt allen ein Glas ein. Alle nehmen einen Schluck – und wissen: Mit dem Getränk stimmt etwas nicht. Nur wenige Minuten später liegen die Gäste mit Schaum vor dem Mund auf den Boden – und einer aus der Gruppe wird den Abend nicht überleben.

Wir haben von euch mehrere Nachrichten erhalten uns mit der Vergangenheit von Verteidiger Stevens auseinanderzusetzen, das werden wir in der nächsten gemischten Platte machen und auf eure Nachrichten eingehen. Bis dahin haben wir uns entschieden die Links zu entfernen. Alternativ können wir euch auch die Berichterstattung des "Oberpfalzecho" empfehlen: oberpfalzecho.de/blaulicht/champagner-prozess-…
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Auf den 11. Februar 2022 haben Markus und seine Freunde seit Wochen hingefiebert. An diesem Abend soll endlich sein Auftritt in der RTL-Datingshow Take Me Out laufen. Und das muss natürlich gefeiert werden. Am nächsten Abend, einem Samstag, findet sich also eine achtköpfige Gruppe aus Freunden und Familie im Restaurant La Vita in Weiden in der Oberpfalz ein.

Die Stimmung ist ausgelassen. Bis nach Mitternacht sitzt die Gruppe zusammen. Es werden Szenen aus der Show zitiert. Aber nach Mitternacht ist noch lange nicht Schluss. Markus' bester Freund Harald hat da nämlich was ganz Besonderes organisiert. Eine 3-Liter-Flasche Moët de Chandon Ice Imperial. Mehrere hundert Euro hat ihn das gekostet. Der Barkeeper öffnet die Flasche und schenkt allen ein Glas ein.

Stößchen auf Markus! Alle nehmen einen Schluck und wissen, mit dem Getränk stimmt etwas nicht. Nur wenige Minuten später liegen die Gäste mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden. Und einer aus der Gruppe wird den Abend nicht überleben. Aber was war in der Flasche? Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Lili Temme und Florian Reza.

Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass da was klingelt, dass ich das schon mal gehört habe. Also gehört haben werde ich das 100 Prozent, aber ich glaube, ich vermische das mit einem anderen Vorfall, der irgendwo in Bayern in einem Restaurant stattgefunden hat. Also Weiden in der Oberpfalz ist in Bayern. Richtig.

Ich habe mir die ganze Zeit schon gedacht, kennst du diesen Fall? Arbeitet sie auch an dem, die Gesichtsakrobatik war? Ja, nee, nee, ich arbeite nicht an dem Fall. Also keine Sorge. Aber ich kann mich erinnern, dass diese Geschichte durch die Medien gegeistert ist, wie man so schön sagt. Richtig. Ich weiß aber keine Details mehr. Ich habe was im Hinterkopf. Okay.

Nur dazu passt jetzt das Schaum vor dem Mund haben nicht mehr. Deswegen bin ich sehr interessiert. Vor allen Dingen, dass die Person bei Take Me Out war, das wusste ich nicht. Ja, also wenn du sagst, die Geschichte ging durch die Medien, sie ging kürzlich erst durch die Medien. Ich glaube, wir waren außer bei dem Beef Wellington Fall noch nie so aktuell.

Erst vor zwei, drei Wochen gab es neue Entwicklungen in diesem Fall und da hat mir auch Hannah geschrieben, die mir diesen Fall vorgibt. Geschickt hat, empfohlen hat. Sie meinte, hey, schau dir mal an, was hier passiert ist. Der Fall hat eine neue Wendung genommen und ich war mir nicht bewusst, in welches Rabbit Hole ich hier abtauche.

Und bevor es losgeht, möchte ich so ein paar Sachen kurz vielleicht zum Arbeitsprozess, mitgeben, weil wir schreiben unsere Geschichten ja meistens aus. Das heißt, wir recherchieren die, machen Notizen und dann schreiben wir die Geschichte aus, dass wir die hier gut vorlesen können. Es gab immer mehr und immer mehr, was ich mir dachte, das muss ich auch noch erzählen, das muss auch noch mit rein, weil sonst versteht man das Ganze nicht, dass ich wirklich nur eine ellenlange Liste an Notizen mittlerweile habe und es nicht mehr geschafft habe, vor der Aufnahme alles in eine flüssige Geschichte zu schreiben.

Weil ich mir dachte, ich stecke die Energie lieber in die... Das wird dann jetzt hier ein Ritt, sag ich mal. Nein, ich hoffe ja trotzdem, dass ich es flüssig erzähle kann. Das wird sich vielleicht aber ein bisschen anders anhören. Weil ich mir dachte, ich nehme meine Energie lieber und stecke sie in die Recherche, als in die perfekt ausgeschriebene Geschichte.

Weil das ja auch mal ein bisschen dauert. Ich werde also alles frei erzählen heute. Der Fall hat so viele Wendungen, so viele Details. Und Lilly, wenn du Fragen hast, bitte immer rein. Wenn ihr Gedanken habt oder offene Fragen, in die Kommentare damit. Ich versuche das auch alles zu beantworten. Es gibt Quellen, die mir sehr geholfen haben, diesen Fall zu recherchieren.

Die nenne ich aber erst am Ende, weil ich da, glaube ich, schon zu viel vorwegnehmen würde, wenn ich die Quellen angebe. Ich bin ganz gespannt, mit dir, mit euch in diesen Fall einzutauchen, weil er eben so aktuell ist, weil er erst kürzlich durch die Medien ging, weil da so viel passiert. Ich würde sagen, wir steigen ein. Oder gibt es noch was, was du gerne besprechen möchtest, Lilly?

Nee, ich bin jetzt nach dem Intro und nach dieser Rampe, die du gerade gebaut hast, noch mehr hooked, wie die Kids sagen, und möchte, dass du jetzt bitte anfängst. Okay. Wir befinden uns in der Nacht vom 12. auf den 13. Februar in Weiden in der Oberpfalz. Das liegt östlich von Nürnberg, fast an der tschechischen Grenze.

Das ist, wenn man von Norden kommt, dann kann man ja so zwei Autobahnen Richtung München fahren. Eine führt sozusagen an Nürnberg vorbei und die andere so über Regensburg und eben Weiden in der Oberpfalz. Also Nord-Ost-Bayern ist das dann. Genauer gesagt sind wir hier im Restaurant La Vita. In dem Restaurant hat sich eine Gruppe von acht Personen getroffen.

Das sind Familie und Bekannte von Markus, der, wie ich ja schon im Intro gesagt habe, an der RTL-Show Take Me Out teilgenommen hat. Also er war der Mann, der vor den, weiß ich nicht, wie viel da stehen, 50, 100 Frauen. Also ich habe die Sendung früher mal gesehen, ich habe sie lange nicht mehr gesehen.

Scheiber lief sie bis 2022, ja, fand ich mal ein bisschen gefakt. Aber hey, Markus war in dieser Sendung der Kandidat. Und den erfolgreichen Fernsehauftritt will er jetzt mit seinen Freunden und seiner Familie feiern. Erfolgreich, weil er eine Frau gefunden hat oder erfolgreich, weil er es ins Fernsehen geschafft hat?

Ich glaube zweiteres. Ich habe mir die Sendung jetzt nicht nochmal angeschaut, weil ich mir dachte, jetzt eine Stunde Take-Me-Out anschauen ist, glaube ich, nicht relevant für die Recherche. Die einen gehen halt all in bei der Recherche und die anderen, die sind da ein bisschen selektiver unterwegs. Ich sag mal so, es gibt andere Sachen, die ich mir stundenlang angehört habe.

Da kommen wir später noch dazu. Die Feier sollte eigentlich erst in Regensburg stattfinden, wo Markus auch herkommt. Aber da es einen Todesfall in der Familie gab, entschied man sich, die Feier nach Weiden zu verlegen. Die Hintergründe hier sind mir nicht genauer bekannt. Klar ist aber, man ist von dem ursprünglichen Plan der Feier etwas abgerückt.

Und möglicherweise hat es auch was mit den Corona-bedingten Restaurantsperren zu tun, die noch bis vor eine Woche galten zu diesem Zeitpunkt. Also jetzt im Februar 2022 kann man endlich mal wieder ausgehen, feiern, mal wieder draußen sein mit Freunden. Es wird gefeiert, Essen bestellt, zu trinken bestellt.

Generell ist der Freundeskreis einer, der gerne feiert und auch viel feiert und viel Geld ausgibt. Besonders Markus' Freund Harald. Der hat ein paar Tage zuvor extra angerufen im Restaurant La Vita und eine besondere Flasche bestellt. Eine 3-Liter-Flasche Moët et Chandon Eis Imperial. Die soll jetzt zwischen Mitternacht und 1 Uhr ausgeschenkt werden.

Ganz kurz, wie viele Leute, die gerade zuhören, haben gedacht, dass es Moët heißt? Das würde mich mal interessieren. Wahrscheinlich 90 Prozent. So wie wir auch, bis wir eines Besseren belehrt wurden? Oder hast du schon immer Moët gesagt? Wir haben irgendwann mal bei Besseresser was über Champagner gemacht.

Ich glaube, es gab bei Aldi irgendwann mal Champagner und dann gab es einen großen Champagner-Test mit Nelson damals noch. Ich glaube, das war der Dreh, wo er sich am wohlsten gefühlt hat. Liebe Grüße. Und da habe ich gelernt, dass es Muerta heißt. Fahren Sie fort. Achso, Harald und Markus, haben die einen großen Altersunterschied?

Nee, die sind beide so in ihren 50ern. Ah, okay. Ich habe von der Flasche und von dem Restaurant Bilder mit. Also zum einen das Restaurant La Vita und einmal die Flasche Mouette de Chandon Ice Imperial. Ja, also im ersten Bild ist eine Bar zu sehen, die ein interessantes Lichtkonzept im Hintergrund hat.

Also da wird Licht durch so Schlitze gestrahlt und links sieht man eine offene Küche, sieht aus wie ein Pizzaofen, ein Industrieofen. Es ist keine Steinhofenpizza, die im La Vita serviert wird. Irgendwie würde ich sagen, ein Italiener der etwas schickeren Sorte. So würde ich sagen. Aber nicht unbedingt geschmackvoll. Also ich finde es nicht geschmackvoll. Mein Geschmack trifft es nicht. Sagen wir es mal so.

Nee, ich finde generell Leuchtstreifen unter Tischen und sowas schwierig. So LED-Streifen. Ja. Das zweite Bild ist eine gigantische Flasche Moethe. Et Chandon, eine weiße, die gerade noch in so einer Box verpackt ist und dann wird so eine Polsterfolie abgehoben. Also es zeigt so, die Flasche ist gerade irgendwie frisch eingetroffen und wird jetzt ausgepackt und ist bereit, getrunken zu werden.

Hast du schon mal Moët et Chandon getrunken oder vielleicht sogar Ice Imperial getrunken? Also ich habe selbstverständlich schon mal Mouet de Chandon getrunken, aber ich habe noch nicht als Imperial, kannst du mir vor allen Dingen mal sagen, was da jetzt, was ist das? Was das ist? Ja, das ist jetzt dein liebster Absatz hier. Aber das muss ich auch sagen, also ich habe schon unterschiedliche Champagner getrunken und ich bin ein größerer Fan von Cremant.

Ich finde Champagner schön und nett und irgendwie, wenn man was Besonderes feiert, dann gehört das irgendwie ja dazu. Aber geschmacklich habe ich schon häufig bei einem Champagner gedacht, so brauche ich jetzt nicht. Cremant finde ich leckerer. Ja, ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich bin bei Moet. Ich finde, das schmeckt irgendwie muffig. Ich finde, der schmeckt muffig.

Also ist jetzt auch nicht meins. Und diese weißen Riesenflaschen finde ich übrigens brollig. Nur mal ganz kurz nochmal so hier am Rande. Ja, auf jeden Fall. Ich wollte es jetzt nicht so laut sagen, aber... Dafür hast du ja mich. Ja, weil ich ja auch weiß, was hier alles so passiert. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich finde es, ja, so eine 3-Liter-Flasche im Restaurant zu bestellen, naja.

Aber was ist jetzt eigentlich diese besondere Flasche, also diese Moët de Chandon, Ice Imperial Flasche? Die unterscheidet sich vom normalen Moët dahingehend, dass das Getränk darauf abgestimmt wurde, auf Eis getrunken zu werden. Es ist also deutlich süßer und dichter, könnte man sagen, noch etwas dunkler als klassischer Champagner. Das heißt, er schmeckt eigentlich dann besonders gut, wenn er durch das Eis oder durch die Eiswürfel verdünnt wird.

Also es ist ein Champagner, der für einen Sommer- oder Beachclub entwickelt wurde. Macht die Flasche meiner Meinung nach jetzt nicht direkt sympathischer. Richtig. Aber in diesem Februar im Lavita in Weiden in der Oberpfalz wird diese Flasche jetzt unter großem Aufheben vom Kellner geöffnet. Und die Flasche, die kostet im Restaurant gute 490 Euro. Also das ist jetzt auch kein Schnapper.

Du kennst wahrscheinlich auch so diese weißen Moet Acryl Becher. Ja. Die dazu ausgegeben werden. Also das ist immer ein Gesamtkunstwerk, könnte man sagen, was dazu gehört. Und auch an diesem Abend werden diese weißen Becher da aufgestellt. Und die Flasche wird eingeschenkt. Auch eine Frau am Nebentisch wird mit eingeladen anzustoßen.

Die Gruppe hebt die Gläser, brustet sich zu und alle nehmen einen Schluck. Beim Tisch weiß man sofort mit dem Getränk, stimmt was nicht. Es sprudelt nicht und es schmeckt extrem bitter, modrig, ein bisschen wie Anis. Kurz gesagt, einfach scheußlich. Während man sich am Tisch noch über den Geschmack wundert, beginnt die unbekannte Flüssigkeit im Körper der Feiernden zu wirken.

Denn Markus und seine Gruppe wurden vergiftet. Innerhalb weniger Minuten setzen die Vergiftungserscheinungen ein. Für die anderen Gäste in der Bar müssen die folgenden Minuten verstörend gewesen sein. Die Gruppe krümmt sich am Boden und heftige Krämpfe lassen ihre ganzen Körper erschüttern. Sie wenden sich vor Schmerzen und haben Schaum vom Mund.

Augenzeugen beschreiben das Bild als legen Zombies vor ihnen. Markus hatte tatsächlich auch nur seine Lippen leicht benetzt, bevor er die Verwechslung bemerkte. Aber das hatte schon ausgereicht, zu bemerken, dass da irgendwas nicht stimmt. Er läuft auf die Straße und schreit um Hilfe. Aber die Passanten schreien ihm nur entgegen, er soll nicht so viel trinken.

Zur Hilfe kommt ihm in diesem Moment keiner. Die Polizei und die Krankenwagen sind zu diesem Zeitpunkt schon alarmiert worden vom Restaurant. und ein Großeinsatz mit ca. 20 Wagen, also Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, hat sich auf dem Marktplatz vor La Vita eingefunden. Sie müssen die acht Menschenleben retten und herausfinden, was da eigentlich in der Flasche war.

Die Informationen halten sich ja in Grenzen. Fakt ist ja bis jetzt nur, die haben wir aus dieser riesigen Flasche getrunken. Wahrscheinlich konnte man am Telefon nicht sagen, dass nicht noch mehr Leute was getrunken haben. Wer dafür verantwortlich ist, natürlich rückt dann irgendwie jedes Fahrzeug an, weil das verdammt schrecklich klingt.

Ja und weil man auch auf einmal acht Personen verarzten muss, die alle starke Vergiftungserscheinungen haben und den größten Schluck aus der Runde hat tatsächlich Harald genommen, also der Freund von Markus, der die Flasche auch bestellt hat. Die Notfallkräfte versuchen ihn noch vor Ort zu reanimieren.

Bringen ihn dann ins Krankenhaus, kämpfen dort um sein Leben. Aber alle Versuche bringen nichts und gegen 2.20 Uhr, also ein bisschen mehr als eine Stunde, nachdem sie dieses Getränk getrunken haben, stirbt er. Kurz zuvor hat man noch versucht, einen Test durchzuführen und sein Blut zu messen, aber sein Blut ist so übersäuert, dass das Messgerät keine genaue Zahl mehr angeben kann.

Und der erste Verdacht liegt jetzt im Krankenhaus darauf, dass die Gruppe eine Blausäurevergiftung erlitten hat. Darauf ließen nämlich die Symptome schließen. Im Krankenhaus spritzt man den Opfern daher Vitamin B12, was ein Gegenmittel gegen Blausäure ist, aber es hilft alles nichts. Denn das war es nicht.

In der Flasche sollte noch etwas viel Schlimmeres sein. MDMA. Oder besser gesagt, eine flüssige MDMA-Basis. Flüssiges MDMA ist im Grunde in Wasser aufgelöstes MDMA-Hydrochlorid, das als Grundstoff für die Herstellung von Ecstasy-Tabletten gilt. Und an diesem Punkt ist, glaube ich, nochmal wichtig, die Begrifflichkeiten klarzumachen, weil ich mich auch am Anfang gefragt habe, flüssiges Ecstasy ist das nicht Liquid Ecstasy, aber das ist nochmal was anderes.

Also Liquid Ecstasy ist das, was landläufig auch als K.O.-Tropfen bezeichnet wird, das ist aber ein anderer Wirkstoff. Also das, was in der Flasche ist, ist verflüssigtes MDMA. Die toxikologischen Untersuchungen im Krankenhaus zeigen jetzt wirklich, wie krass die Vergiftungen sind. Also im Blut der Gruppe werden teilweise bis zu 21.000 Nanogramm MDMA nachgewiesen und schon ein Wert ab 1.000 Nanogramm gilt als lebensgefährlich.

Ich habe eine Frage, weil MDMA ist ja auch eine Partydroge. Also weißt du, wie viel mehr das ist als in so einer Partydroge? Nee, das weiß ich nicht, aber dadurch, dass diese Flüssigkeit als Basis genutzt wird, um daraus dann weitere Sachen herzustellen, ist die Konzentration ziemlich hoch und vor allem in der Menge.

Also wie ich ja schon beschrieben habe, Markus hat zum Beispiel nur seine Lippen benetzt, er hat nicht mal einen Schluck genommen. Es gibt auch eine Person im Restaurant, die dann nur kurz den Finger in die Flüssigkeit dippt und so. Den macht, weißt du, so kurz den Finger an die Zunge und selbst das ist schon lebensgefährlich. Das heißt, es war pur in der Flasche.

Es war nicht mit Mouet vermischt, sondern es war pur in der Flasche. Ja, Harald ist der Einzige aus der Gruppe, der stirbt durch diese Vergiftung, aber alle anderen haben auch langfristige Folgen. Dazu kommen wir später nochmal. Markus, der schläft zum Beispiel eine Woche nicht nach diesem Vorfall. Er hat Krampfanfälle, Halluzinationen und liegt eine Woche wach.

Und jetzt fragt man sich natürlich, warum hat das niemand mitbekommen? Aber die Flasche war original verschlossen. Sie zeigte keinerlei Anzeichen auf Manipulation. Und was dazu kam, das hast du ja vorhin auch gesehen, die Flasche war blickdicht. Das heißt, man hat nicht gesehen, was drin war. Man hat auch nicht direkt gesehen, was in den Bechern war.

Dadurch, dass der Champagner auch generell so ein bisschen dunkler war, ist vielleicht nicht sofort die so rötlich-braune Farbe der Flüssigkeit aufgefallen. Ich meine, es ist nachts halb eins in so einer dunklen Bar, weißt du, da schaust du vielleicht jetzt auch nicht komplett genau hin, was die Farbe des Champagners ist und so kommt es schnell zu einer Verwechslung.

Aber es hat jetzt auch nicht so gesprudelt wie Champagner, oder? Weil normalerweise schenkt man ja ein und muss aufpassen, dass es irgendwie nicht überschäumt, aber... Auch das ist wahrscheinlich einfach im Eifer des Gefechts nicht aufgefallen. Höchstwahrscheinlich, ja. Das Landeskriminalamt stellt dann kurz darauf in seiner Untersuchung auch noch einmal fest, dass insgesamt 1000 Gramm reine MDMA-Basis in der Flasche steckten.

Aber noch etwas stellte das LKA fest. Die Flüssigkeit in der Flasche war schon leicht kristallisiert, was darauf hinwies, dass sie schon eine ganze Weile in der Flasche war. Circa drei Jahre, denkt man. Um einen gezielten Mord scheint es sich ja also nicht zu handeln. Aber was war es dann? Wie kam das MDMA in die Flasche und vor allem ins La Vita?

Bis hierhin erstmal keine super absurde Geschichte. Man hat was bei Ebay gekauft und wurde das irgendwie nicht los und hat das dann weiterverkauft. Ja, aber... Da kommen wir später nochmal drauf zu sprechen. Es ist schon so ein bisschen absurd, dass ein Restaurantbetreiber einfach eine Flasche bei irgendjemandem kauft, den er kennt, der die dann wiederum bei Ebay ersteigert hat.

Das ist schon ein bisschen ungewöhnlich, finde ich. Beziehungsweise als Gastronom sollte man über die Herkunft seiner Produkte schon Bescheid wissen. 100 Prozent, da gebe ich dir recht. Ich stelle mir nur gerade vor, dieser Harald ruft da an, wahrscheinlich kannten die sich auch und dann sagt er, wir wollen jetzt hier was Besonderes haben und auf die Schnelle hat er halt nicht so eine Flasche bekommen und weiß, ah, hier unser Stammkunde, der sammelt das doch, vielleicht kann ich dem was abkaufen.

Das finde ich ist menschlich gesehen komplett nachvollziehbar. Mit der Gastronomiebrille auf finde ich das auch ein bisschen komisch, stimmt, ja. Ja, und jetzt steigen wir in die Fahndung ein, die natürlich kurz danach im März 2022 beginnt. Die Polizei befragt zuerst den Wirt des Lavita, die Mitarbeitenden dort und es wird schnell klar, wie die Flasche nach Weiden in der Oberpfalz kam.

Und zwar gab es in der Nähe einen Justizbeamten, der die Flasche 2020 auf IBR steigert hat. Er wollte mit der Flasche seinen 40. Geburtstag feiern, doch die Feier fiel wegen Corona ins Wasser. Dann gab es noch zwei weitere Situationen, in denen er fast die Flasche geöffnet hätte, einmal zu Weihnachten, einmal zu Silvester.

Aber beide Male winkten seine Gäste dankend ab und sagten, das ist jetzt zu viel. Die Flasche ging dann jeweils wieder ungeöffnet in den Keller. Was man dazu wissen muss, dieser Mann ist Muet-Fan, also der sammelt alles Mögliche. Der sammelt Becher, Kühler, Körbe, unterschiedliche Flaschengrößen, alles von Moet.

Deswegen ist es jetzt auch nichts Ungewöhnliches, dass er hier und da mal über Ebay was ersteigert oder auch Flaschen ersteigert. Und es ist auch bekannt in der Gegend, dass der Mann Muettsammler ist. Das heißt, als Harald im La Vita angerufen hat und gefragt hat, hey, können wir eine besondere Flasche bestellen, können wir da irgendwie was machen, hat der Wirt vom La Vita bei dem Justizbeamten nachgefragt, ob es denn eine Flasche gibt, die er ihm abkaufen könnte.

Und man meinte, ja, ich habe hier diese Flasche, die habe ich damals für 322 Euro auf Ebay gekauft, kannst du für den gleichen Preis einfach haben, ich trinke die eh nicht mehr. Und so kam die Flasche ins La Vita. Klar ist auch zu diesem Zeitpunkt, dass die Flasche ganz normal in Epernay in Frankreich von Moët & Chandon abgefüllt und dann ausgeliefert wurde.

Also das kann man feststellen, diese Flasche war zumindest mal original abgefüllt und ausgeliefert. Nur... Was ist dazwischen passiert? Was ist zwischen Abfüllen in Eprene und Weiden in der Oberpfalz passiert? Die erste Spur führt natürlich über Ibe dann in die Niederlande, denn dort hat der Justizbeamte die Flasche gekauft.

Und im Juni 2024 wird ein Mann festgenommen, Theo, also Theo geschrieben, ein 45-jähriger Niederländer. Der Vorwurf der deutschen Justiz lautet, dass Theo einem Drogenring angehört, der MDMA im großen Stil im- und exportiert. So, wie kam die Polizei jetzt aber aus Theo? Die Spur führt jetzt über den Justizbeamten in Weiden zu dem Verkäufer der Flasche, einer Person, die Patrick heißt.

Und diese Person sagt aber auch nur, dass sie die Flasche weiterverkauft hat, also auch nicht der, der Ursprung dieser Flasche war. Denn Patrick war der Lagerverwalter des Lagerhauses Multi-Storage in Arnheim. Er selber sagt, dass er irgendwann festgestellt hat, dass eine der Lagerboxen widerrechtlich genutzt wurde und auch nicht bezahlt wurde.

Deswegen hinterließ er dann einen Zettel an der Tür, mit dem er aufforderte, die Box zu räumen. Und als dann nach sechs Monaten nichts passiert ist, räumte er diese Box aus, diese Lagerbox, und fand darin die Flaschen. Und um die Miete dann wieder reinzuholen, die ja nicht gezahlt wurde, machte er von seinem Pfandrecht Gebrauch und verkaufte die Flaschen dann weiter.

Aber der musste doch einsehen können, wer diese Box gemietet hat oder nicht und irgendwelche Kontaktdaten zu der Person haben. Naja, da kommen wir dann gleich dazu, weil das ist eines der Elemente, die sehr kompliziert sind und im Laufe des Falls ausschlaggebend sind für die Frage, wo kommt eigentlich diese Flasche her.

Er verkauft diese Flaschen jetzt also weiter es sind ungefähr 20 Flaschen in der Box ja, Und dass irgendwas mit diesen Flaschen nicht stimmt, das muss ihm schon relativ schnell aufgefallen sein, weil er hat eine nicht näher bestimmte Anzahl von Flaschen an einen Händler in Amsterdam verkauft, der wiederum eine der Flaschen öffnet und ihm ein Bild schickt von der geöffneten Flasche und sagt, ja, mit der stimmt irgendwas nicht, die sieht ganz komisch aus.

Aber anstatt das irgendwie nachzuverfolgen oder zu schauen, was in den restlichen Flaschen drin ist, die er noch nicht verkauft hat, öffnet er die und kippt sie weg. Dann gibt es einen weiteren Teil, der auch nicht näher bestimmt ist, den er dann schon verkauft hat. Aber auch um den macht er sich nicht so große Gedanken.

Du bist verwirrt. Ja, nee, ich bin nicht verwirrt. Ich bin nur gespannt, wie sich das Ganze aufklärt. Weil ich muss bei so Lagerhäusern eh immer daran denken, dass sie so shady Leute Sachen wegbringen, weil man das ja auch aus Filmen kennt. Ich weiß auch, dass viele Leute, die Lagerhallen anbieten, nicht shady sind, natürlich, oder Lagerboxen. Aber wenn da so viele Flaschen vor allen Dingen auch waren, frage ich mich, ob noch mehr Leute gestorben sind.

Also ob man das auch weiß, weil das wird ja vielleicht auch noch hier und da. An anderer Stelle irgendwie in falschen Händen gelandet sein und wie fahrlässig dann einfach damit umgegangen wird. Also das, ja, ich möchte mehr wissen. Also das ganze Verhalten ist absolut fahrlässig. Einfach zu sagen, ja mein Gott, ich habe jetzt die Hälfte verkauft, jetzt habe ich hier noch zehn rumstehen.

Ja mein Gott, dann sind die wahrscheinlich schlecht, ich gebe sie einfach weg. Ist absolut fahrlässig. Und wie gesagt, merkt ihr das alles mal, wir kommen ja später noch zu einem Prozess und zu all diesen Fragen zurück. Ich wollte noch einmal kurz das Bild zeigen, was der Verkäufer aus Amsterdam ihm geschickt hat.

Davon gibt es nämlich einen Screenshot eines WhatsApp-Verlaufs. Und dort siehst du jetzt auch nochmal rechts neben der Flasche, wie die Flüssigkeit aussah. Oh, krass. Flo, kannst du das bitte vorlesen auf Niederländisch? Okay. What see I here? Swartekurk, rote Wein? Also, was sehe ich hier? Schwarzer Kurken, roter Wein? Also, herzlichen Dank für dieses tolle Niederländisch-Vorlesen, Flo.

Ja, also offensichtlich ist der Inhalt dieser Flasche eine dunkle Flüssigkeit und der Korken, der zu der Flasche gehört, sieht aus wie Rotwein oder Traubensaft, ist ja im Prinzip auch Rotwein oder eine Cola, könnte es ehrlich gesagt auch sein. Auf jeden Fall nicht so, wie man sich den Inhalt einer Champagnerflasche vorstellt.

Ja, das ist jetzt also Patrick, der die Flaschen gepfändet und verkauft hat, aber fest sitzt er immer noch Theo. Wie kommen wir jetzt zu dem? Du hast gerade schon angesprochen, er muss ja wissen, wem diese Box gehört hat, wer da nicht gezahlt hat. Jetzt wird es ein bisschen kompliziert. Es gibt nämlich zwei weitere Personen in der Geschichte, die in Quellen als Oleg und Bollek beschrieben werden.

Zwei polnische Brüder. Oleg und Bollek? Das klingt wie schlecht ausgedacht. Es ist auch ausgedacht und ehrlich gesagt, ich finde die ausgedachten Namen auch blöd. Ich übernehme sie hier aber, weil ich später noch eine Quelle nennen werde, wo ihr noch mehr zu diesem Fall hören und erfahren könnt. Und damit ihr diese Namen schon mal gehört habt, übernehme ich die hier.

Aber genau, es gibt diese polnischen Brüder Oleg und Bollek. Und offiziell ist diese Box auf Bollek gemietet. Und Oleg ist ein Pole, der in den Niederlanden lebt und bei Multistorage als Hausmeister arbeitet, könnte man sagen. Also der erledigt da verschiedene Sachen, die einfach repariert werden müssen.

Der ist aber auch als Bauhelfer woanders unterwegs, macht Arbeiten hier und dort und hat auch selber eine Box gemietet in dem Multi-Storage in Arnhem. Diese Box, die jetzt aber geräumt wird, die soll Bollek gehören. Er hat diesen Mietvertrag unterschrieben. Bollek ist selber nicht vor Ort. Von Bollek werden wir auch in der ganzen Geschichte nicht weiter was hören. Deswegen konzentrieren wir uns jetzt einmal auf Oleg.

Denn Oleg wird tatsächlich auch festgenommen, bevor Theo festgenommen wird. Die Polizei vermutet nämlich, dass er etwas mit diesen Champagnerflaschen zu tun hat. Aber Oleg sagt, nein, nicht er habe den Champagner abgelegt. Das war ein gewisser Theo, mit dem er auch immer wieder zu tun hat. Er kennt Theo aus Arnheim, auch bei ihm hat er schon ein paar Mal im Haus geholfen bei verschiedenen Arbeiten und man kannte sich auch aus dem Lagerhaus, wo er auch eine Box hatte.

Und da gab es einen Vorfall, der kam Oleg echt komisch vor, sagt er. Und zwar soll Theo ihn gefragt haben, ob er, Bollek, etwas von dem Diebstahl der Champagnerflaschen mitbekommen hat, der hier im Lager passiert sein soll. Oleg ist sich also sicher, Theo hat was mit den Champagnerflaschen zu tun. Das heißt, die Polizei nimmt jetzt also Theo fest.

Und jetzt müssen wir einmal kurz Theo kennenlernen, denn den hat die Polizei jetzt im Juni 2024 festgenommen. Genau gesagt wird ihm vorgeworfen, einem Drogenring in den Niederlanden anzugehören, die MDMA in großen Mengen im- und exportieren. Und Theo soll mit seinem Lager in Arnheim der Logistiker der Gruppe sein.

Als die Polizei bei ihm vor der Tür steht, denkt Theo erstmal, das muss ein schlechter Witz sein. Er ruft den niederländischen Anwalt an und schaut, ob er da was machen kann. Er sitzt dann erstmal drei, vier Wochen in den Niederlanden in U-Haft, kommt frei und versucht auch mit einem Anwalt, der auf Auslieferungsrecht spezialisiert ist, wieder irgendwie aus diesem Fall herauszukommen.

Und er sagt ihm, wir können nichts machen. Theo kommt also nach Weiden in der Oberpfalz in U-Haft. Und an dieser Stelle gibt es einen komplett absurden Zufall, denn der Justizbeamte, der die Flasche an das Restaurant verkauft hat, der arbeitet in diesem Gefängnis. Ich weiß nicht, ob die beiden sich dort begegnet sind, aber es ist meiner Meinung nach ein komplett absurder Zufall.

Und Theo kann man gut und gerne als Liebemann bezeichnen. Der veranstaltet Partys auf Bali, in Thailand, in Cannes, Ibiza, ist wirklich auf der ganzen Welt und hat auch in Thailand und in den Niederlanden ein Cannabis-Geschäft, was er betreibt. Aber all diese Sachen haben natürlich jetzt erstmal nichts mit einem großen MDMA-Drogenring zu tun.

Er sagt selber, ja, er konsumiert auch Cannabis und er nimmt auch mal andere Drogen. Er ist jetzt aber keiner, der das Zeug kauft oder verkauft. Das einzige, was er mit Drogen zu tun hat, ist das Cannabis-Business, was er betreibt, was aber in beiden Ländern, also in den Niederlanden und Thailand, absolut legitim ist.

Theo sitzt jetzt also in Urhaft in Weiden in der Oberpfalz. Aber was hat die Staatsanwaltschaft, die gegen ihn Anklage erhoben hat, eigentlich gegen ihn in der Hand? Was haben sie als Beweise, dass Theo der Logistiker für einen großen MDMA-Drogenring ist und der am Ende dafür verantwortlich ist, dass dieses flüssige MDMA in die Champagnerflasche gekommen ist?

Und das machen wir selten, aber wir steigen jetzt schon in den Prozess ein, weil vieles, was jetzt rauskommt und was für die Geschichte wichtig ist, wird eigentlich erst in diesem Prozess klar. Und diesen Prozess werden wir uns in aller Ausführlichkeit jetzt anschauen. Der beginnt nämlich im Dezember 2025, also vor einem guten halben Jahr.

Zu diesem Zeitpunkt sitzt Theo schon anderthalb Jahre in U-Haft. Und neben dem Kronzeugen Oleg, den die Staatsanwaltschaft präsentiert, hängen die Ermittlungen sich auch an relativ absurden Sachen auf. Zum einen gibt es da ein WhatsApp-Bild von Theo, also sein WhatsApp-Profilbild, das ihn in einem Rolls-Royce zeigt, als Beifahrer.

Es gibt aber auch eine Spam-E-Mail von einem Prinz von Burundi. Von dem haben wir alle schon mal eine Mail bekommen, würde ich sagen. Richtig. Und der möchte Theo 250.000 Euro schicken. Und all das sind unter anderem Belege dafür, dass Theo in diesen internationalen Drogenring involviert sein soll. Nee, das ist nicht dein Ernst.

Doch, das ist mein Ernst. Das ist wirklich, Lilly, es kommen jetzt noch Sachen raus, wo man sich wirklich denkt, das kann doch nicht euer Ernst sein. Und an dieser Stelle möchte ich jetzt einmal darauf hinweisen, was eine der wichtigsten Quellen für diese Folge war. Und zwar ist das der True Crime Podcast True Crime 187 von Jacqueline Bell und Alexander Stevens.

Der Name sagt dir jetzt vielleicht nicht direkt was, Lilly, aber ich zeig dir mal kurz ein Bild von ihm und dann kommen vielleicht Erinnerungen hoch. Jetzt bin ich aber mal gespannt. Du solltest den Leuten doch nicht erzählen, dass ich mal Probleme mit dem Gesetz hatte. Ah, Richter Alexander Holt. Das ist aber nicht Alexander Holt, oder?

Nein, aber Alexander Stevens war von 2011 bis 2013 bei der Fernsehsendung Richter Alexander Holt, der Verteidiger. Das war tatsächlich eine Zeit, in der habe ich sowas nicht mehr geguckt. Da habe ich gerade Abi gehabt oder gemacht und da habe ich das nicht mehr geguckt. Und das habe ich eher geguckt an der Zeit, vielleicht so achte, neunte Klasse, in der es auf jeden Fall verboten war, Nachmittagsfernsehen zu gucken.

Und wo ich dann dachte, nee, das ist jetzt genau das Richtige für meinen Nachmittag. Aber deswegen kenne ich das Gesicht nicht von ihmchen hier. Ja, und tatsächlich ist Alexander Stevens ein ganz normaler Verteidiger, Strafverteidiger, der heute nicht nur einen Podcast hat, sondern auch noch als Verteidiger arbeitet.

Und in dem Podcast wird auch erzählt, wie Theo zu Alexander Stevens gefunden hat. Und zwar hat Theo einfach einen Strafverteidiger in Deutschland gekückelt, hat ihn gesehen, fand, dass er irgendwie freundlich aussah und so kamen die beiden zusammen. Ich werde auch all diese Folgen verlinken. Es sind insgesamt vier Folgen, glaube ich.

Die der Podcast True Crime 187 zu diesem Fall gemacht hat. Die könnt ihr euch alle anhören. Ich habe sie mir alle angehört. Das sind ungefähr fünf Stunden Material zu diesem Fall, wo wirklich alles im Detail nochmal durchgesprochen wird. Kann ich wirklich nur empfehlen, weil man da ganz viele Hintergründe auch zu der Prozessstruktur, der Prozessorganisation etc.

Bekommt. Also große Empfehlung. Wenn ihr mit dieser Folge fertig seid, geht doch da bitte einmal rüber. Ich versuche das Ganze jetzt natürlich auch zusammenzufassen. Aber wie ich schon angedeutet habe, ist das Ganze echt kompliziert. verwirrend und absurd. Als der Prozess im Dezember 2025 beginnt, ist das Medieninteresse natürlich riesengroß.

Der Bayerische Rundfunk hat sogar einen Übertragungswagen vor dem Gericht abgestellt. Vor Gericht wird jetzt auch noch einmal die offizielle Anklage verlesen. Theo ist angeklagt für bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln, in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung und siebenfacher fahrlässiger Körperverletzung.

Von diesen Anklagen wiegt tatsächlich der bandenmäßige Drogenhandel am schwersten. Dafür kann es fünf bis 15 Jahre Haft geben. Und schon am ersten Prozesstag ist für alle klar, dieser Angeklagte, der ist eher anders als andere Angeklagte, die sonst vor der großen Strafkammer Platz nehmen. Und von Theo habe ich natürlich auch ein Bild dabei. Und du kannst ihn ja gerne mal beschreiben, wen du da siehst.

Links ist übrigens nochmal Alexander Stevens. Das ist Theo? Ja. So hat sich mein Klischee, behaftetes Hirn diese Person jetzt irgendwie überhaupt nicht vorgestellt. Der sieht... Aus wie so ein cooler Bio- und Sportlehrer. Stimmt. Und macht auch irgendwie so eine Art Grimasse. Also es ist offensichtlich ein Foto aus dem Gerichtssaal, was ich jetzt irgendwie dem Hintergrund entnehme. Vielleicht ist es auch irgendwo anders, aber ich glaube, es ist ein Gericht.

Ja, und er hat so eine sportive Weste über einem Hemd an, so eine Draußenweste irgendwie. Also sieht aus wie so eine Windbreaker-Weste. Dann hat der eine, wie so eine Hugh Grant Frisur aus Notting Hill und eine runde dunkle Brille, so ein Dreitagebart und zeigt so auf seinen Strafverteidiger und so als würde er sich gerade so ein bisschen so über den lustig machen, finde ich, sieht er aus oder so guck mal da, so guckt er.

Ja, und sieht erstmal sehr sympathisch aus. Sieht sympathisch aus und das, was du angesprochen hast, dass er so ein bisschen sich lustig macht oder so ein bisschen so einen Schalk im Nacken hat, das fällt jetzt auch vor Gericht tatsächlich auf, als die Vernehmung beginnt, weil das Gefühl, dass er sich lustig macht über den ganzen Fall, das haben die Opfer auch teilweise.

Also wie er so laissez-faire über sich spricht, über seine Partys spricht, darüber wie er mal Drogen nimmt und so weiter, das kommt einigen bisschen komisch vor, dass er das Ganze irgendwie nicht ernst nimmt. Ja und das finde ich natürlich maximal unsympathisch, weil also vorausgesetzt er ist jetzt wirklich unschuldig und kokettiert so ein bisschen mit seinem Lifestyle und seinem Leben, finde ich dann trotzdem komisch.

In Anbetracht dessen, dass da jemand gestorben ist und viele Menschen lange unter dieser Vergiftung gelitten haben oder immer noch leiden. Fühle ich das respektlos. Ja, Verteidiger Alexander Stevens weist in seinen Eingangsworten jede Schuld von seinem Mandanten. Er sagt, die Kausalkette sei nicht zu führen.

Es sei zu viel Unvorhersehbares geschehen in dem Fall und der Tod von Harald sei seinem Angeklagten nicht zurechenbar. Zwar gehöre Theo der Event- und Partyszene an, die auch Zugang zu Party-Drogen habe, aber das macht ihn nicht zum internationalen Logistiker synthetischer Drogen. Und überhaupt habe Theo mit der Champagner-Droge nichts zu tun.

Denn Theo hat in demselben Komplex lediglich eine andere Lagerbox angemietet. Das ist alles, das ist die ganze Connection. Mehr gibt es nicht. Darüber hinaus gibt es keine DNA, keine Fingerabdrücke, nichts, was Theo mit den Champagnerflaschen oder der besagten Box in Verbindung bringt. Die Staatsanwaltschaft sieht das Ganze aber etwas anders.

Sie will Zeugen und Indizien präsentieren, die einen Zusammenhang der Flasche zu Theo herstellen. Die These ist, er habe die insgesamt 20 Flaschen in einem Lager in Arnheim deponiert, von wo sie dann gefendet wurden. Und bevor der Kronzeuge der Staatsanwaltschaft, also Oleg, vernommen wird, darf sich Theo natürlich noch einmal äußern, was er zu den Vorwürfen von Oleg zu sagen hat.

Er sagt nämlich, dass er 2019 auf der Straße von einem Mann angesprochen wurde, von einem älteren Mann, der ihn gefragt hat, ob er von dem Diebstahl im Lagerhaus etwas mitbekommen hat. Dass da Wein geklaut wurde. Und Theo denkt sich so, nee, aber okay, irgendwas ist da vorgefallen. Als er dann ein paar Tage später Oleg trifft, fragt er auch Oleg, ob er etwas von diesem Diebstahl mitbekommen habe.

Aber mit den Flaschen selber hat Theo nichts zu tun. Ich habe eine Nachfrage. Also Fakt ist, die Flasche wurde von diesem Patrick verkauft. Der wiederum hat die aus der Lagerbox, die nicht bezahlt wurde. Die Lagerbox gehört Olek und Bollek, aber Bollek ist raus, also Olek. Und Olek hat aber gesagt, dass Theo da Sachen reingestellt hat und die beiden sich aus dieser Lagerhalle kennen. Ja. Okay.

Aber was jetzt so nach und nach rauskommt, sind verschiedene Sachen. Zum einen ist die Lagerbox, die Theo angemietet hat, eine ganz andere als die, die gepfändet wurde. Und die Box, die Theo angemietet hatte, hatte noch eine andere Besonderheit. Und zwar hatte sie ein Fenster, was ich ehrlich gesagt ungewöhnlich finde, aber hey, so ist das.

Und dieses Fenster ging direkt in das Büro des Lagerhausmanagers. Theo sagt also, hey, jeder konnte jederzeit sehen, was ich in meiner Box eingelagert hatte. Das sind also einige von Theos Argumenten, wer sich da noch ein bisschen weiter reinarbeiten möchte, dem kann ich, wie gesagt, nur den Podcast True Crime 187 ans Herz legen.

Jetzt haben wir aber auf der anderen Seite noch Oleg, den Kronzeugen der Staatsanwaltschaft. Doch schnell wird klar, dass Olegs Erklärungen wirklich dünn bis schwammig sind. Hinzu kommt, dass er nicht nach Deutschland kommen will und daher nur per Video vernommen wird. Was ich auch gelernt habe in diesem Zuge ist, dass Zeugen aus dem Ausland tatsächlich nicht gezwungen werden können, vor Gericht zu erscheinen.

Das ist in diesem Fall gar nicht uninteressant, weil die Staatsanwaltschaft immer wieder davon spricht, Zeugen zu präsentieren, auch niederländische Zeugen, aber die alle nicht gezwungen werden können, vor das Gericht zu kommen. Oleg wird jetzt also per Video vernommen. Man kann sich aber fragen, ob die Staatsanwaltschaft am Ende das Ganze noch für eine gute Idee hielt, Oleg per Video zu vernehmen.

Denn in dieser Vernehmung beginnen seine Aussagen immer schwammiger zu werden. Zum einen nennt er immer wieder andere Jahreszahlen, in denen sich Theo bei ihm gemeldet haben soll, um sich mal zu treffen. Mal ist es 2018, mal 2019, mal 2020. In seiner zweiten Vernehmung sagt Oleg dann, dass Theo ihm gesagt haben soll, dass es um teure Flaschen ging, die hier gestohlen wurden, um 50.000 Euro und dass die Flaschen ins Ausland exportiert werden sollten.

Wann genau Theo das gesagt haben soll, ist aber ein bisschen unklar. So an den genauen Zeitpunkt kann er sich nicht erinnern. Er sagt aber, ja, man konnte irgendwie mit dem Pullover draußen rumlaufen. Später sagt er, es war vielleicht Februar oder März. Also es ist alles so ein bisschen schwammig. Und während das erste Gespräch mit Theo zu diesem ganzen Thema zu Hause stattgefunden haben soll, sagt er beim zweiten Gespräch, dass er Theo in dem Lagerraum gesehen hat, wie er hektisch durch die Kisten geschaut hat.

In der gerichtlichen Vernehmung erzählt er dann wiederum, dass es um eine ganze Palette Champagner ging. Und als die Verteidigung ihn dann darauf anspricht, dass seine Aussagen ja etwas widersprüchlich sind, wird Oleg ein bisschen dünnhäutig und sagt, mir wird das alles schon zu viel. Ich sage gegen sie alle aus, um Licht ins Dunkle zu bringen.

Und das ist natürlich ein absolutes Einfallstor für die Verteidigung. Denn sie hat noch einen Ass im Ärmel. Und zwar sprechen sie ihn auf die Bounty 2 an. Das war ein Schiff, das anderthalb Tonnen Kokain geschmuggelt hat. Auf diesem Schiff war Oleg. Erst sagt er, er war Maler auf dem Schiff. Dann später sagt er, er war Koch auf dem Schiff.

Aber ein Freund von ihm sagt, dass er als Schmuggler an Bord gewesen sei. Und der Freund sagt auch, dass er sich als, man könnte sagen, Belohnung für den Schmuggel die nautischen Koordinaten von diesem Deal auf den Unterarm tätowieren lassen hat. Das heißt, vor Gericht wird Oleg dann gebeten, sein Hemd auszuziehen.

Und dann sehen alle diese Koordinaten. Was auch klar wird, Oleg hat die Unterschrift seines Bruders, mit der der Mietvertrag abgeschlossen wurde, mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit gefälscht. Also Bollek hatte diese Box nie gemietet. Und was auch nicht so richtig aufgeht, ist die Frage, warum Oleg, erst nachdem er sieben Monate in Untersuchungshaft saß, Theo belastet hat.

Tatsächlich machte Oleg das, nachdem er darüber aufgeklärt wurde, dass es die sogenannte Kronzeugenregelung gibt. Dass er also, wenn er Hinweise zu dieser Tat hat, freikommt. So, diese ganze Vernehmung von Oleg per Video ist so verwirrend und so unklar und hat so viele Widersprüche, dass das Gericht tatsächlich noch nach dieser Vernehmung entscheidet, Theo aus der Urhaft zu entlassen.

Anfang Februar ist Theo also ein freier Mann. Mit Fußfessel, aber nicht mehr in U-Haft. Macht das bis hier einen Sinn? Ja, voll. Ich komme bis jetzt mit. Ich finde es halt erstaunlich, dass man sich aufgrund dieser dünnen Aussagen so sehr auf diesen Kronzeugen stützt, da vor Gericht. Weil alles, was du gerade erzählst, ist so widersprüchlich und ein bisschen an den Haaren herbeigezogen.

Und die Zufälle, dass er sich immer dann auch zur falschen Zeit am falschen Ort aufgehalten hat, scheinbar, die sind halt auch ein bisschen zu groß. Nee, man kann an dieser Stelle sagen, man hat einen Niederländer festgenommen, der ja eine gewisse Drogenvergangenheit oder Drogenbezüge hat. Aber es gibt nichts außer der Aussage von Oleg, dass er Theo irgendwie gesehen haben soll, wie er da irgendwie was in dem Lager gemacht haben soll und ihn gefragt hat, was es da mit den Flaschen auf sich hat.

Es gibt keine Fingerabdrücke, es gibt keine DNA, es gibt keine Kommunikation, die Theo irgendwie belastet. Es gibt sogar nicht mal... Daten, die zeigen, dass er zu diesem Zeitpunkt, als diese Flaschen angeblich gefändet, geklaut, wie auch immer entwendet worden sein sollen, in diesem Lager war. Weil das kannst du ja nachprüfen. Diese Lager haben ja elektronische Schlösser.

Es gibt einfach keine Belege dafür. Und das ist am Ende auch der Grund, warum das Gericht dann entscheidet, Theo aus der Urhaft zu entlassen. Das ist was, was die Verteidigung schon früh beantragt hat, weil, und das sagt Alexander Stevens in dem Podcast auch immer wieder, dass natürlich es schon großen Unterschied macht, ob ein Verdächtiger aus der U-Haft vor Gericht kommt oder, ich sag mal in Anführungsstrichen, als freier Mann.

Dass diese Psychologie vor Gericht schon eine große Rolle spielen kann. Im Zuge des Prozesses werden natürlich auch die Opfer befragt. Es werden die Mitarbeitenden aus dem Restaurant befragt, also es gibt natürlich noch viele weitere Zeugen, die befragt werden, aber der Hauptzeuge ist eben Oleg, weil er Theo belastet, diese Flasche gefüllt zu haben und damit verantwortlich für den Tod in Weiden, in der Oberpfalz zu sein.

An dieser Stelle, und das habe ich jetzt hier nicht weiter ausgeführt, ist ein Punkt der Verteidigung auch immer wieder, dass dieser Prozess eigentlich gar nicht in Weiden stattfinden sollte. Weil, wenn man CEO bandenmäßigen Drogenhandel vorwirft, dann ist das eigentlich eine Sache, die in den Niederlanden verhandelt werden sollte.

Weil die ja dann nichts mit dem Fall in Weiden zu tun hat. Wenn man über den Fall in Weiden spricht, ging es ja eher um die Frage, wie ist die Flasche da hingekommen? Was wir vorhin schon angesprochen haben, hat vielleicht der Gastronom seine Sorgfaltspflichten verletzt etc. pp. Aber darauf geht das Gericht nicht ein und verhandelt den Fall weiter in Weiten.

Die Staatsanwaltschaft fordert immer noch am Ende in ihrem Plädoyer zehn Jahre Haft. Die Verteidigung fordert einen Freispruch. Am 27.04.2026, also erst vor gut zwei Wochen, kommt das Gericht dann zu einem Urteil. Das Gericht spricht Theo frei, da ein Nachweis für eine Täterschaft nicht annähernd gelungen sei.

Eine Täterschaft sei sogar ausgesprochen unwahrscheinlich. Es sei nicht bekannt, ob die in Weiden ausgeschenkte Champagnerflasche A überhaupt in dem Multistorage in Arnhem war und auch nicht, ob Theo diese Box dort angemietet hat oder er in irgendeiner Form mit diesen Flaschen in Berührung kam. Was wir aber jetzt wissen, ist zumindest wie das MDMA in die Flasche gekommen ist.

Und zwar hat die Person, die diese Flasche befüllt hat, ein kleines Loch in den Boden gebohrt, durch das der Champagner abfloss und das Ecstasy wieder eingefüllt wurde. Danach wurde es mit einer glasähnlichen Substanz wieder verschlossen. Es muss ewig gedauert haben, das ein- und auszufüllen, aber so kam die Flüssigkeit in die Flasche und damit blieb auch das Äußere der Flasche unversehrt.

Und es zeigt, dass da Profis am Werk waren oder ein Profi, man weiß es ja nicht. Richtig. Oder noch nicht. Richtig. Ja, Sio wurde freigesprochen am 27. April 2026, aber das ist auch das Ende des Falls vorerst. Nee. Ja, es tut mir leid. Man weiß nicht, wer diese Flasche abgefüllt hat. Man weiß nicht, wie die Flasche in das Lager kam, wo sie herkam.

Es ist nur festgestellt worden, dass Theo mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Person ist, die das gemacht hat. Gibt es denn Anstalten nochmal zu Olek zu ermitteln? Ja, und das ist nämlich das Ganze in diesem Fall, was ich verwirrend fand und was ich auch schwierig fand, dass. Zu OLEG keine weiteren Ermittlungen angestellt wurden, dass es da nichts zu gibt.

Und möglicherweise gibt es da nochmal eine Wendung. Im Moment sehe ich es aber nicht so richtig, weil die Staatsanwaltschaft tatsächlich vor gut zwei Wochen, also am 7. Mai, noch einmal Revision eingelegt hat. Das heißt, der Fall ist noch nicht rechtskräftig. Er wird jetzt geprüft. Das kann bis zu neun Monate dauern, da der Freispruch bereits vollzogen ist.

Und erst wenn der Bundesgerichtshof die Revision verwirft, wird das Urteil dann rechtskräftig. Ob nochmal zu Oleg ermittelt wird, kann man im Moment nicht so richtig sagen, wo dieser ganze Fall hingeht. Ich habe das Gefühl, das ist noch nicht zu Ende. Will ich hoffen. Diese Widersprüche, in die er sich verstrickt hat, die Geschichte mit diesem Drogenboot, da sind so viele Sachen irgendwie offen, wo ich mir so denke, es fühlt sich irgendwie ungut an, aber ein ungutes Gefühl reicht halt nicht.

Da muss ermittelt werden, aber diese Ermittlungen wurden nicht angestellt und sind auch bis jetzt nicht Teil des Prozesses gewesen. Und auch die Tatsache, dass er ja mutmaßlich die Box angemietet hat und die Unterschrift seines Bruders dafür gefälscht hat, da fragt man sich ja auch, warum würde eine Person das tun?

Ja, ja. Und dann frage ich mich, gibt es da keine Überwachungskameras in dieser? Ja, doch gab es, aber das waren alles Attrappen. Och ne, weil sonst hätte ich gedacht, muss man doch sehen, wer da diese Boxen in die Box gestellt hat, also die Flaschen. Richtig. Und das sagt Theo auch, dass Oleg als Hausmeister in diesem Lager, der wusste alles. Ja.

Der wusste alles, was da installiert war, wie Sachen installiert waren. Und das sind Ungereimtheiten. Es gibt so viele weitere Ungereimtheiten. Und ich kann euch das nur ans Herz legen, die Folgen von True Crime 187 nochmal anzuhören. Weil da gibt es so viele Kleinigkeiten, wo man sich noch so fragt, das kann doch nicht wahr sein. Zum Beispiel gibt es auch die Geschichte, dass in dem Lager eine Wand eingezogen wurde und dass niemand wusste, was hinter dieser Wand passiert ist.

Und das sind alles so Sachen, die in diesem Lager passiert werden, das übrigens nicht mehr geöffnet ist. Ich habe versucht, das bei Google Maps zu finden und die Bewertungen mir mal durchzulesen, weil die lieben wir ja auch. Aber das ist nicht mehr auf Google Maps und das Lager ist geschlossen mittlerweile.

Es gibt so viele Ungereimtheiten bei der ganzen Sache, das ist, es ist schwierig. Alexander Stevens denkt tatsächlich nicht, dass die verantwortliche Person gefunden wird in Zukunft. Vielleicht war es auch jemand ganz anders, ne? Es war vielleicht jemand ganz anderes. Es ist für die Opfer und die Angehörigen der Opfer natürlich frustrierend und schlimm.

Vor allem für die Hinterbliebenen von Harald, die keine Gewissheit haben werden, wie es dazu kam. Vielleicht noch ein paar Worte zu den Opfern selber, weil ich ja schon angedeutet habe, dass eigentlich alle von denen langfristige Schäden davon getragen haben. Also zum Beispiel die Frau, die am Nebentisch mit eingeladen wurde.

Die erlitt schwerste neurologische Schäden und ist heute berufsunfähig auf Gehstöcke angewiesen. Andere aus der Gruppe kämpfen bis heute mit Sehstörungen, Panikattacken. Eines der Opfer entwickelte auch Multiple Sklerose, die tatsächlich auf diese MDMA-Überdosis zurückzuführen ist. Und auch Markus, der am Ende für diese Feier verantwortlich war, könnte man sagen, der ist weggezogen aus der Gegend, der hat seinen Job gekündigt, weil er einfach gesagt hat, ich muss was ändern, ich muss mein Leben umstellen, weil sonst zerreißt mich das, ich muss hier raus.

Die Nachwirkungen auf die Opfer sind wirklich extrem und gravierend. Es gibt noch eine letzte Wendung in diesem Fall und die hat mit Theo zu tun. Tatsächlich wurde kurz nach seiner Freilassung bei ihm Darmkrebs im Endstadium festgestellt. Darüber spricht er auch in einer der Folgen bei True Crime 187.

Er ist in einer Folge dann auch zu Gast und spricht über seine Zeit im Gefängnis. Und es ist natürlich immer schwierig, so eine gewisse Vermenschlichung des ganzen Falls. Und auch meine Recherche ist sehr geprägt von den Erfahrungen und Berichten von Theo. Aber nach der langen Auseinandersetzung mit dem Fall und der Entscheidung des Gerichts, die ich zu 100% nachvollziehen kann, bin ich auch der Überzeugung, dass Theo unschuldig ist und diese Sache aus wirklich ganz vielen unterschiedlichen zufälligen Geschehnissen da reingerutscht ist, dass er aus meiner Sicht nichts mit dieser Flasche zu tun hat.

Und ja, hört euch das selber gerne mal an. Schreibt gerne, was ihr denkt, wie ihr Theos Rolle in diesem ganzen Fall seht. Es ist so, dass er ja nicht mehr lange zu leben hat. Wahrscheinlich zwei, drei Jahre. Also dass dieser Krebs schon so groß ist, dass er nicht mehr behandelt werden kann. Er selber sagt, dass er dem Gefängnis gegenüber keine Wut empfindet.

Dass er viel meditiert hat in seiner Zeit in der Urhaft. Merkt auch, dass er sehr pragmatisch denkt. das ja da irgendwie sehr Niederländer ist, könnte man sagen, trotzdem noch plant, Sachen zu machen, irgendwie die Zukunft zu planen, dass er sich jetzt nicht von dieser Krankheit aufhalten lässt, aber dieser hat auf jeden Fall noch eine sehr bewegende Wendung am Ende genommen.

Kann Theo denn eigentlich Deutsch oder Fächersprache unterhalten, die sich in dem Podcast? Ja, er hat in Urhaft sehr gut Deutsch gelernt. Es ist Deutsch mit Englisch und manchmal ein bisschen Niederländisch. Das ist so ein bisschen eine Mischung, aber sie sprechen auf Deutsch. Und das war der Fall des Champagner-Mords aus der Oberpfalz.

Sehr komplex. Ich hoffe, ich konnte euch den Fall etwas verständlich nahe bringen. Vielleicht ist meine Verwirrung an der einen oder anderen Stelle oder eure Verwirrung auch Zeichen dessen, wie der Fall am Ende ablief. Dass so viel unklar ist, dass so viel auch noch offen ist, dass so viel widersprüchlich ist in diesem Fall, dass man leider bis heute keinen Schuldigen ausmachen konnte.

Ja, ich weiß gar nicht so richtig, was ich sagen soll. Also erst mal danke für diese Aufarbeitung. Ich kann mir ungefähr vorstellen, wie viel Zeit da reingeflossen sein muss. Ich hatte zu Beginn, als du das Intro vorgelesen hast, habe ich so noch im Kopf gehabt, dass da irgendwas mit Drogen war, aber dieses Ausmaß war mir überhaupt nicht bewusst.

Und ich hoffe wirklich inständig, dass die Sache noch aufgeklärt werden kann. Also wer auch immer was damit zu tun hat, vielleicht ist es Oleg, vielleicht ist es doch dieser Patrick, vielleicht hatte Theo doch, irgendwie was damit zu tun und hatte einfach nur einen sehr guten Anwalt und niemand hatte was gegen ihn in der Hand, vielleicht waren es noch Leute, die wir noch gar nicht kennen.

Wie gesagt, ich finde so Lagerhallen eh immer auf eine Art so ein bisschen undurchsichtig und wer weiß, wer da ein- und aus gegangen ist und Zugang hatte, aber das ist wirklich ja, grauenhaft und für die Hinterbliebenen und Überlebenden auch ja, sicherlich nur schwer zu ertragen und ein sehr, sehr trauriges Ende von einem Abend, der eigentlich nur zum Feiern bestimmt war.

Ich glaube, da muss ich jetzt noch ein bisschen drüber nachdenken, weil das wirklich ja, der Weg, der sich bereitet hat oder der Weg, den du hier aufgemacht hast, der ist ja noch nicht zu Ende und das ist wirklich eine wilde Geschichte. Ich habe mich jetzt gefragt, nachdem die Staatsanwaltschaft in Revision gegangen ist, sie haben es schon in dem Prozess nicht geschafft, wirkliche Fakten zu präsentieren.

Sie haben sich nur auf diesen Kronzeugen, auf Oleg verlassen. Wie kann man da nach meinen Revisionen gehen? Ja, ich bin gespannt, wie das Ganze noch weitergeht. Wir werden wahrscheinlich noch mal drauf zurückkommen, wenn das Ganze dann rechtskräftig ist oder wenn der Fall wieder eröffnet wird. Ja, auf jeden Fall.

Da bleibt der Flo für uns alle dran. Boah, lange Folge. Ich meine, ein bisschen was werde ich hier rausschneiden. Deswegen weiß ich jetzt nicht ganz, in welcher Minute wir sind. Aber wir wollen einen Abschluss finden. Und zwar mit dem Foodcrime von Lilly Temmer. Jawohl. Auf den ich sehr gespannt bin heute.

Ich habe heute einen Foodcrime aus der Community dabei. Oha, oha. Und zwar einen, der, wie man so schön sagt, zu diskutieren ist. Anki hat nämlich geschrieben, dass ein Foodcrime ihrer Meinung nach ist, wenn man Magie auf Ei isst. Sie schreibt, im Ernst, das ist so ekelhaft. Und ich weiß nicht, wie du das siehst, Flo, aber ich komme aus einem Haushalt, wo wenig Maggi gegessen wurde, aber wo Maggi drauf gegessen wurde, vor allen Dingen bei meinen Großeltern, war auf einem gekochten Ei.

Und das ist jetzt nichts, was ich immer noch mache. Weil ich einfach irgendwie keine Notwendigkeit sehe, dieses Produkt zu Hause zu haben. Aber wenn mir jemand ein Maggi und ein Ei reichen würde, dann würde ich das wahrscheinlich noch so essen. Also ich habe noch nie Maggi auf Ei gegessen, deswegen habe ich gar keine Meinung dazu. Ich habe aber früher Fondor auf Ei gegessen.

Das ist ja eigentlich nur Glutamat, Fondor. Und ich habe das früher in Mengen gegessen, das war schon echt absurd. Von daher möchte ich hier nicht judgen. Weil ich habe das Gefühl, ich sitze in einem wackeligen Glashaus und sage einfach, hey, good for you, Maggi auf Ei. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen, weil sonst belaste ich mich hier selber.

Aber kannst du verstehen, dass das für Leute ein Foodcrime ist? Ja, klar, für viele Leute ist Maggi ja allgemein Foodcrime. Also Maggi in der Suppe, Maggi, um generell zu würzen. Ich finde Maggi in so einer Gemüsesuppe finde ich das gar nicht so schlecht. Also ich finde, das gibt ein Pepp. Deswegen, ich finde, Maggi zu haten ist einfach.

Ob man das jetzt aufs Ei machen muss, hey, aber ja, wie gesagt, ich habe Fonda auf Ei gemacht, von daher... Also Anki, wir sind die falschen, Ansprechpartner dafür. Aber schreibt ihr doch gerne mal, wie ihr das seht, ob ihr das auch für einen Foodcrime haltet oder nicht. Vielleicht habt ihr ja auch noch andere Gerichte, die man jetzt nicht so klassisch mit Maggi verbindet, zu denen ihr Maggi esst. Das würde mich auch noch interessieren.

Es gibt Maggi jetzt, ist natürlich jetzt ein Eigennamen. Es gibt aber ja mittlerweile auch Flüssigwürze zum Beispiel ohne Glutamat, die man essen kann und die, finde ich, zählt ja irgendwie auch mit da rein. Also schreibt gern mal, worauf ihr euch diese geschmacksverstärkenden Produkte so träufelt. Geschmacksverstärkenden. Würde ich sagen, haben wir uns nächste Woche wieder.

Richtig. Das war Ritt. Danke fürs Zuhören auch diese Woche. Und wir hören uns. Bis denn. Tschüss. Liebe Grüße.

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