Anmelden

FROM COACH TO COACH· Staffel 5· Folge 3

Max Senft (KSC): Der außergewöhnlichste Trainer der 2. Bundesliga?

Mittwoch, 21. Oktober 2026 · 1 h 33

MP3

Shownotes

WERBUNG | Diese Folge wird präsentiert von easy2coach – mehr coachen, weniger organisieren: für dein Team, dein Training und deine Taktik. Team-Management, Trainingsplanung & Taktik-Board in einem. Sei jetzt dabei: easy2coach.net/podcast/?utm_source=fctc&ut…
Mit dem Code "FCTC" bekommst du 25 % aufs erste Jahr Premium!
Vom Pokerspieler zum jüngsten Trainer der 2. Bundesliga! ♠️⚽
Maximilian Senft (37) hat einen außergewöhnlichen Lebenslauf: Jugendtrainer, Videoanalyst, Co-Trainer in Österreich und England, professioneller Pokerspieler mit knapp einer Million Dollar an Live-Turnierpreisgeldern – und Aufstiegstrainer der SV Ried.
Heute steht der Österreicher beim Karlsruher SC an der Seitenlinie. Nach der langen Ära von Christian Eichner soll er beim Fußball-Zweitligisten eine „sehr radikale Veränderung“ anstoßen. Wie gestaltet er diesen Umbruch? Und welche Fußballphilosophie bringt er mit?
Rollen statt Positionen: Senft entwickelt seine Spielidee aus den individuellen Stärken seiner Spieler. Warum kann ein Innenverteidiger bei eigenen Abstößen plötzlich zum Stürmer werden? Und weshalb muss ein Außenverteidiger nicht ins Zentrum einrücken, nur weil es das System vorsieht?
Besonders spannend: Senft lässt seine Spieler gemeinsam Spielszenen analysieren, Laufwege besprechen und eigene Lösungen entwickeln. Lösungen, „auf die kein Trainer der Welt kommen würde“. Wie das aussehen kann, zeigt das 2:2 gegen Hannover 96: Rafael Pedrosa dribbelt mehrere Gegenspieler aus, ein Mitspieler legt überraschend mit der Hacke ab – Tor! Eine Kombination, die nie einstudiert wurde.
Wie beeinflusst man das Spielmomentum? Senft erklärt, wie der KSC mit roten und grünen Spielphasen arbeitet. Warum sollte man nach einem Abwehrfehler lieber den Torwart für seine Parade feiern, statt den Verteidiger zu kritisieren? Und wie können Spieler mit ihrer Körpersprache das ganze Stadion mitreißen?
Auch persönlich wird es: Die schwierigste Entscheidung seines Lebens traf Senft, als er nach dem Klassenerhalt mit dem FC Barnsley die zweite englische Liga als Co-Trainer verließ, um in der vierten österreichischen Liga Cheftrainer zu werden. Er folgte seinem Bauchgefühl.
Apropos Bauchgefühl: Auf die Frage „Bauchgefühl oder Daten?“ antwortet Senft: „Das ist die schlechteste Entweder-oder-Frage aller Zeiten!“ Was haben ihn seine Pokerjahre über Entscheidungen gelehrt? Und warum ist ausgerechnet NBA-Coach Steve Kerr eines seiner größten Trainervorbilder?
Weitere Einblicke aus 90 Minuten FROM COACH TO COACH:
⚽ KSC-Umbruch: Wie Senft erfahrene Spieler für neue Ideen gewinnt und mit Rückschlägen umgeht.
🧠 Fußballphilosophie: Individuelle Rollen, kreative Spieler und Automatismen, die nicht am Reißbrett entstehen.
🏟️ Trainingsarbeit: Kleine Spielformen, individuelles Rollentraining, Gegnervorbereitung und Standards.
📈 Spielmomentum: Mentale Strategien, Kommunikation und der Umgang mit Drucksituationen.
🗣️ Menschenführung: Kommunikationsachsen auf dem Platz und Inspiration durch Steve Kerr.
♠️ Poker und Karriere: Risiken, Bauchgefühl und der ungewöhnliche Weg in den Profifußball.
🔍 Fußball-Thinktank: Warum Senft beim SV Ried manchmal drei Stunden über eine einzige Spielszene diskutiert hat.
Viel Spaß mit FROM COACH TO COACH!

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Dominik Theis: 37 Jahre, geboren in Wien. Und ein Lebenslauf, der alles andere als gewöhnlich ist. Erst Jugendtrainer, dann Videoanalyst, Co-Trainer in Österreich und England und zwischendurch professioneller Pokerspieler. Mit knapp einer Million Dollar an Preisgeldern bei Live-Turnieren laut Wikipedia. Und heute sitzt er nicht mehr am Pokertisch, sondern auf der Trainerbank. Beim SV Ried hat er seine erste große Chance als Cheftrainer genutzt. Ist Meister geworden, aufgestiegen. Und dann der nächste Schritt. Deutschland, zweite Bundesliga, Karlsruher SC. Dort ist er nicht nur der jüngste Trainer der Liga der Zeit, sondern auch der Mann, der nach einer langen Ära von Klub-Ikone Christian Eichner einen Neuanfang gestalten soll. Wie viele Pokerspieler steckt noch in ihm? Wie führt man eine Mannschaft durch einen Umbruch? Und warum spricht er lieber über Rollen als über Räume? Darüber reden wir heute mit Maximilian Senft. damit sage ich herzlich willkommen zur neuen Folge von Coach to Coach, wieder einmal präsentiert von ... easy to coach, deiner Lösung für Teamorganisation, Trainingsplanung und Tactic Board. Max, du bist jetzt seit drei Monaten in Deutschland. Sag mal, was feierst du an Deutschland und oder am deutschen Fußball am meisten?

Max Senft: Gute Frage. Die hat mir tatsächlich noch gar niemand gestellt. Ich würde es,

Dominik Theis: das war wunderlich.

Max Senft: ja, aber bist der Erste, ich würde dann definitiv die Stadionatmosphäre benennen. Ich haben auch echt, ja, schon einige Heimspiele gehabt und auch Auswärtsspiele mit echt guter Kulisse. Dementsprechend, ja, die Stadionatmosphäre ist schon eine andere, hat einfach nochmal eine ganz andere Dimension als in Österreich.

Dominik Theis: Hat das auch so bisschen dann dein Coachingverhalten verändert oder auch generell so deine Art und Weise, wie du dich auf die Spiele vorbereitet hast und wie du innerhalb eines Spiels einwirken konntest?

Max Senft: Das Einwirken ist auf jeden Fall verbal schwieriger. Das habe ich mir auch schon vorher gedacht, das hat sich bestätigt. hat sich jetzt noch nicht dadurch so sehr mein Coaching-Verhalten gewandelt. glaube nur, das wird schon noch mehr mehr so sein, weil einfach viel schwieriger ist, Spieler, nicht direkt nehmen, die stehen, verbal zu erreichen. Und was ein großes Thema ist, das ist es bei uns. Im Staff und auch mit der Mannschaft ist das Thema Momentum und da spielen natürlich jetzt Stadionatmosphären, Heimspiel, Auswärtsspiel, Spieldynamiken schon eine große Rolle. Es ist etwas anders als in England. In England ist es dadurch, dass es so chancenabhängig ist, noch krasser aus meiner Sicht. Aber hier ist es einfach anders und das Thema Heimspiel, Auswärtsspiel hat schon eine große Tragweite.

Dominik Theis: Wenn du jetzt so österreichischen und deutschen Fußball vergleichst, was ist da jetzt abgesehen von Stadionatmosphäre für dich so der erste größte Unterschied, den du jetzt in den ersten Monaten auch festgemacht hast?

Max Senft: Ja gut, also Österreich-Deutschland, Vergleich, das fällt mir etwas schwer. Ich kann natürlich so die Ligen vergleichen. Das ist natürlich auch in der zweiten österreichischen Liga einiges anders als in der ersten österreichischen Liga und jetzt der Vergleich von der ersten österreichischen Liga zur zweiten deutschen Liga, der jetzt in den ersten Spielen erstmal schon sehr präsent ist aktuell. Ich glaube, das ist einerseits ein Trend, der allerdings nicht nur Deutschland betrifft, wie viele Teams einfach hohes Manmarking spielen. Es war jetzt in Österreich viel hohes Pressing, aber ballorientiert, raumorientiert, nicht so extremes Mann-auf-Mann-Pressing. Das ist auf jeden Fall ein Unterschied. Ich würde sagen, dass die Dichte an großartigen Offensivspielern in der zweiten Deutschen Bundesliga höher ist als in Österreich. Es gibt eigentlich kein Team, das nicht über wirklich zwei, drei absolute Qualitätsspieler in der vordersten Reihen besteht. Das wären jetzt mal so zwei Punkte, ganz offensichtlich sind.

Dominik Theis: hast eine neue Fußballkultur kennengelernt, neue Gegenspieler auch. Das kann ich mir vorstellen. der Liga, und ihr habt ja schon gegen einige Top-Teams auch gespielt. Also vermeintliche Top-Teams oder die Teams, die individuell schon stark besetzt sind mit Wolfsburg, mit Hannover in der Offensive. Das... Nürnberg,

Max Senft: Nürnberg ist ja auch zu nennen, unbedingt.

Dominik Theis: stimmt, das war ja letzte Spiel. Die sind ja auch nicht ganz so schlecht. Also einige kennengelernt, auch einige neue Kontrahenten auf der gegnerischen Trainerbank. Und da sind wir auch schon beim Thema. Denn ein gegnerischer Trainer, der war hier zuletzt zu Gast im Podcast. Und der hat für dich in der Kategorie Trainerfrage, hat sich mal eine Frage überlegt, die er gerne dir stellen würde. zwar, den hast du am zweiten Spieltag kennengelernt. Den Trainer vom ersten FCK, das ist Lautern, Thorsten Lieberknecht, war hier letzte Woche zu Gast. Und der hat sich mal ganz erlaubt die Frage überlegt. was denn dein Matchplan in der Rückrunde im Spiel ist. Ein Spaß. Also hat er wirklich, aber ich hab ihn gefragt, ob er auch noch ernsthafte Fragen hat. Und er hat noch eine gehabt. Ich bin mal gespannt, was seine Antwort ist. Und zwar hat er sich die Frage überlegt, ob du auch Trainingsanzug am Spieltag tragen würdest oder ob das kategorisch ausgeschlossen ist.

Max Senft: Gute Frage. Würde ich nicht kategorisch ausschließen, habe ich aber auch dazu noch nicht viele Gedanken gemacht.

Dominik Theis: Okay, aber fühlt sich in Casual Outfit wohl.

Max Senft: Das weiß ich gar nicht so wirklich. Ich würde sagen, ich fühle mich in beiden sehr wohl. Mir ist immer wichtig, dass es gewisse Bequemlichkeit hat. Dementsprechend würde ich das erstmal priorisieren und ob es dann die Trainingsjacke oder ein T-Shirt ist, das ist mir dann nicht ganz so wichtig.

Dominik Theis: Okay, dann werden wir das verfolgen. Wollen dich aber natürlich noch besser kennenlernen und deine Trainerkompetenzen und deine Skills. Daher switchen wir mal rüber in den From Coach to Coach Trainersteckbrief. Unsere Kurzfragerunde, die schon mal so ein erstes Bild von dir als Coach skizzieren soll. Und da würde mich als allererstes interessieren, dein Trainerstil in drei Worten beschrieben. Wie lautet der?

Max Senft: kommunikativ sachlich und emotional.

Dominik Theis: Also eine Verknüpfung.

Max Senft: Ja, ich glaube, es gibt so ganz viele Charaktereigenschaften oder Verhaltensweisen, die sich so vermeintlich vielleicht widersprechen, die aber trotzdem beide erfüllt werden können. Ich spreche ja auch ganz ungern von Worten wie immer oder nie. Ich finde, es ist wirklich immer dem Kontext angebracht und dementsprechend ... Ja, glaube ich kann man in sich Eigenschaften tragen oder Verhalten zeigen, dass sich auf unterschiedlichen Polen bewegt, aber dass man jener Situation dann für richtig empfindet und auch einsetzt.

Dominik Theis: Bauchgefühl oder Daten?

Max Senft: Das ist die schlechteste Entweder-oder-Frage aller Zeiten. Das ist meine erste Antwort dazu und die werde ich auch nicht mit einem Entweder-oder

Dominik Theis: wenn du dich entscheiden musst.

Max Senft: beantworten. Ich denke, wer diese Frage mit Entweder-oder beantwortet hat... Der hat sich noch nicht genug damit befasst, wie man sich weiterentwickeln kann. Braucht auf jeden Fall beides.

Dominik Theis: Und wenn wir die Frage ein bisschen erweitern und mal auf all deine Entscheidungen zurückblickst, wurden die am Ende mehr nach Bauchgefühl oder mehr nach Daten in der Retrospektive getroffen.

Max Senft: Also Daten würde ich sowieso da einen kleineren Stellenwert geben. Da würde ich dann wenn eher von einer eigenen qualitativen Analyse sprechen in dem Fall. Also dass ich einfach eine Situation für mich analysiere. Das hat jetzt aber gar nicht so viel mit Daten zu tun, sondern das hat eher was mit Logik zu tun, würde ich sagen. Und Kohärenz und Nachvollziehbarkeit zu der eigenen Werte und wie man die Situation einschätzt. Ich finde aber eben ganz wichtig dieses Thema Intuition und Bauchgefühl dann speziell in Situationen, wo es eine sehr enge Entscheidung ist, dem da großes Gewicht zu geben. Das finde ich auch grundsätzlich ein sehr wichtiger Punkt der Entscheidung ist. kann man sich echt ganz gut Klaus Eidenschink dazu anhören, falls den jemand kennt. Da gibt es auch ganz viele Podcast-Follgen mit dem Herrn, ist noch mal einiges schlauer als ich. Aber

Dominik Theis: den googeln wir jetzt mal.

Max Senft: ja, sehr empfehlenswert und er spricht davon und das stimme ich absolut zu. Entscheidungen sind keine Mathematik. Eine Entscheidung ist nicht zwei plus zwei ist vier, sondern eine Entscheidung ist immer Abwägen von verschiedenen Alternativen, die ihre Vor- Nachteile haben, aber ohne richtig oder falsch. Und ich glaube, wenn man dann so seine verschiedenen Alternativen in der Entscheidung hat. Und gerade dann, wenn die irgendwo in der eigenen Einschätzung sehr eng beieinander liegen, ich finde, dann Bauchgefühl ein ganz, ganz starker, hilfreicher Faktor ist.

Dominik Theis: Okay, siehst du mal. Ich bin zufrieden mit dem, was ich aufgeschrieben hab dazu. Wunderbar, haben wir doch zusammengefunden. Die nächste ist keine Entweder-oder-Frage, also brauchst du dich nicht aufregen. Mich würde interessieren, in

Max Senft: Hahaha!

Dominik Theis: welchem Bereich hast du dich als Trainer am meisten weiterentwickelt?

Max Senft: Ich auch sagen, nach Phase. Ich würde sagen, in meiner Anfangsphase im Fußball verstehen, in meinen späteren Phasen sicher im Führungsverständnis. Das würde ich sehr von der Phase abhängig machen. So würde ich das beantworten.

Dominik Theis: Thema Führung. Was hast du dann später verstanden, was dir vorher noch nicht so klar war? Einfach zum Beispiel.

Max Senft: Ich würde mal sagen, man auf unterschiedliche Menschen eingehen und einwirken kann. Also meine Vorgeschichte war ja, Poker zu spielen, viel. Da geht es zwar auch darum, Menschen ein Stück weit einzuschätzen, aber das ist schon was ganz anderes als der tagtägliche Umgang mit Spielern oder Staff oder Vorständen oder was auch immer. Dementsprechend würde ich sagen, dass ich dass das sich im Thema Führung, der Umgang mit den verschiedenen Persönlichkeiten einfach durch die Erfahrungswerte und dann die dazugehörende Reflexion mit anderen Menschen mir sehr geholfen haben und dass ja auch ein niemals endender Lernprozess ist.

Dominik Theis: Da kommen wir auf jeden Fall noch mal im Laufe der Folge auch zurück. Vorher würde ich gerne von dir aber gerne wissen, was ist denn die Kompetenz, der du dich aus deiner Sicht von anderen Trainern am meisten abhebst?

Max Senft: Boah, da tue ich mir aber tatsächlich wieder schwer, deine Frage zu beantworten. Weil von anderen Trainern, es gibt so viele verschiedene Facetten von Trainern, so viele verschiedene Arten und Weisen von Trainern, wie Trainer sind. glaube, da sozusagen einfach einen Durchschnitt herzunehmen und wie man sich davon unterscheidet, tue ich mir tatsächlich ganz, schwer. jeder Trainer hat seinen eigenen Stil und ich hoffe, dass wir dann im Laufe des Gesprächs ein bisschen Ich habe bisschen Verständnis dafür erzeugen kann, wie wir hier arbeiten beim KSC und ich denke, dann kann sich auch jeder sein Bild machen, wie sich das von einem anderen Trainer unterscheidet. Aber dadurch, dass ich ja auch die anderen Trainer nicht im Detail kenne und mit ihnen nicht in der tagtäglichen Arbeit bin, tue ich mir jetzt schwer mit einer Pauschal-Antwort und hoffe, kann über die Folge des Podcasts diese Frage vielleicht implizit beantworten.

Dominik Theis: Okay, dann schieben wir sie nochmal ans Ende und gucken mal, entweder haben wir sie schon beantwortet oder sie wird am Ende nochmal von dir beantwortet. Aber was du auf jeden Fall beantworten kannst, ist die Frage, wer aus deiner Sicht der inspirierendste Trainer im Weltfußball der Zeit ist. Einfach nur für dich gesprochen, wo du viel auch rausziehst oder früher rausgezogen hast.

Max Senft: Aktuell oder meinst du einfach jetzt im Laufe, wenn du mein Trainer da sein kannst?

Dominik Theis: Ja, wie du ... also, gerne aktuell, weil die andere Frage geht dann darüber hinaus, aber wär's so aktuell?

Max Senft: Und es ist Fußball oder es sind andere Sportarten auch okay?

Dominik Theis: völlig frei.

Max Senft: Ja, okay. Also dann würde ich wahrscheinlich aktuell benennen... Steve Kerr würde ich wahrscheinlich benennen. Ich versuche und habe einfach viel Spaß daran, mir viele Trainer aus anderen Sportarten anzuhören, was die zum Thema Teamsport, zum Thema Führung sagen. Da ist zum Beispiel Steve Kerr jemand, den ich da auf jeden Fall benennen würde, weil er einfach, weiß nicht ob du Court of Gold gesehen hast, mit dem amerikanischen Nationalteam, also auch da der Die Art und Weise und dieser menschliche Zugang, den der zu den Spielern findet, aber in Verbindung mit einer Rollenglarheit, was es heißt Trainer zu sein, das ist sehr speziell bei ihm und wirklich sehr inspirierend.

Dominik Theis: Wer ihn nicht kennt, Basketballtrainer von den Golden State Warriors. Schon ewig in der NBA unterwegs. Es spannend, hätte ich jetzt gar nicht mit gerechnet, weil die meisten bleiben immer in der Sportart. Aber so habe ich jetzt auch mal geöffnet, obwohl ich Weltfußball gesagt habe. Aber das ist ja auch das Schöne am Ende, weshalb ich jetzt hier auch Basketball- und Handballtrainer ab und zu auch dabei habe, dass man da sportartenübergreifend sehr viel voneinander einfach lernen kann und auch verstehen kann. Ich habe extra inspirierend gesagt und jetzt, deshalb würde mich mal interessieren, wer ist denn die prägendste Person für dich als Trainer an deiner bisherigen Laufbahn gewesen?

Max Senft: ich auch mehr benennen? Ich weiß, ich bin ein bisschen schwieriger Frage-Antwort-Partner.

Dominik Theis: Okay, Kontingent haben wir, sagen wir mal, zwei. Reicht das?

Max Senft: Ja, schwierig, weil irgendwie wird man dann den ganzen Trainern, die man selber gehabt hat, irgendwo nicht gerecht, weil es hat ja jeder seine Fassetten. Aber ich werde mich jetzt mal auf zwei bis sinnen. Und zwar lasse ich meinen Jugendtrainer jetzt mal aus, dass er bringt. Für mich war es eine Zwei-Profi-Trainer. Als ich Co-Trainer sein durfte, da würde ich dann wahrscheinlich einmal benennen, der erste Profi-Trainer, bei dem ich einfach mitarbeiten durfte und ein ganz ganz früher Wegbegleiter von mir, der Thomas Eidler Ausbildung der österreichischen, ähm, ja, Leiter der österreichischen Trainer-Ausbildung aktuell. bei dem ich wirklich total viel Trainerhandwerk mit Erwachsenen-Spielern das erste Mal beobachten konnte und auch dann viel selbst machen konnte. Das hat mich sehr geprägt, weil es auch mein Einstieg in den Profifußball war, dadurch dass ich auch selbst dann nie im Profifußball als Spieler tätig war. dann... Bitte?

Dominik Theis: Hat dich zu Austria Wien geholt,

Max Senft: Nein, das war zu Floritzdorfer AC bei Austria Wien, habe mit dem Thomas Letsch gearbeitet.

Dominik Theis: stimmt.

Max Senft: Genau, genau. Und dann würde ich glaube ich als zweite Person, aber da werde ich zum Beispiel schon den Thomas dann gar nicht gerecht, weil auch da habe ich viel mitgenommen, aber weil es einfach eine unglaublich erfolgreiche und intensive Zeit war, kurze Zeit, aber mit so vielen Höhen und man hat nicht so viele Höhen, wer man nennt im Fußball, aber in dem Jahr war es so, würde ich dann trotzdem den Gerhard Struber nennen, weil er einfach, ja... ganz emotionale Erfolge gemeinsam feiern konnten. Es war mit dem Wolfsberger AC in der Europa League, das 4-0 auswärts gegen Mönchengladbach. Es war der Last-Minute-Nichtabstieg in der englischen Championship mit Barnsley gegen Brentford. Also ich verbinde einfach so positive, emotionale Momente, dass mich das schon nachhaltig, Gott sei Dank, und da bin ich sehr privilegiert, mitgeprägt hat, dass ich so und kann Moment selbst

Dominik Theis: hast du ja schon angesprochen, du hast schon einiges erlebt, noch vom Alter her einfach der jüngste Zweitliga-Trainer, dennoch viele Entscheidungen getroffen und viele Erfahrungen gemacht. Welche Entscheidung war denn die schwierigste deines Lebens bislang?

Max Senft: im Fußball. Na, sehr gute Frage. Sehr gute Frage, aber ich denke ich wird dann... Trotzdem die Entscheidung, auch wenn ich jetzt gerade erzählt habe wie erfolgreich, das war die Entscheidung, dass ich dann nach diesem Last-Minute-Nicht-Abstieg mit Barnsley trotzdem die Entscheidung getroffen habe, wieder nach Österreich zu gehen, Chef-Trainer zu sein. Also ich bin ja dann von der zweiten englischen Liga als Co-Trainer in die vierte österreichische Liga gegangen, hatte damals auch noch gar nicht die Lizenz höher zu trainieren und bin da meinem Bauchgefühl gefolgt, Cheftrainer sein zu wollen. War ein schöner Fußball-Kulturschock von der zweiten Englischen in die vierte Österreichische. War keine einfache Entscheidung, aber eine, die ich ganz stark nach Bauchgefühl getroffen habe, weil man sehr vor als Thema hat.

Dominik Theis: die du heute nicht bereuen wirst, sagen wir mal den Ligen-Rückschritt vielleicht in Kauf zu nehmen, aber dafür wirklich einen Postenzahm als Cheftrainer, da Erfahrung zu machen, sich da weiterzuentwickeln und die nächsten Schritte auch zu machen, ja noch ein besserer Cheftrainer zu werden. Ich nehme mal an, die Entscheidung dann zum Karlsruher SC, die fiel jetzt nicht unter dem Namen schwer, oder? Der war eher leicht.

Max Senft: Also die Entscheidung für den KSC, war eine leichte Entscheidung gegen die SV Ried, die war schon schwierig, weil ich dort insgesamt vier Jahre gelebt habe. Tätig war durch alle Höhen und Tiefen, mit Absteg, Aufsteg, zweite Mannschaft, erste Mannschaft, wirklich alles mitgemacht habe und natürlich ganz, ganz starke Beziehungen noch immer noch dorthin habe und das war schon eine schwierige Entscheidung. Die Entscheidung aber für den KSC, die ist mir tatsächlich leicht gefallen, weil einfach sehr viele Punkte sehr, gut gepasst haben.

Dominik Theis: Max hat gerade erzählt, dass ihm die Entscheidung für den KSC ziemlich einfach gefallen ist, auch wenn die Entscheidung weg aus Riet zu gehen nicht die einfachste war. Aber eine andere Entscheidung, die möchte ich euch jetzt ziemlich leicht machen. Daher wird es jetzt Zeit für eine kurze Werbepause, nämlich die, wie ihr euch als Trainer den Alltag ein bisschen einfacher machen könnt. Denn mal ehrlich, wie viel Zeit verbringen wir eigentlich zu oder Absagen von Spielerinnen und Spielern hinterher zu laufen, Termine zu koordinieren, in WhatsApp-Chats noch irgendwelchen Infos zu suchen? Zeit, die uns am Ende fehlt auf dem Trainingsplatz, in der individuellen Arbeit mit dem Spieler und genau da setzt Easy2Coach ein. Denn Easy2Coach präsentiert nicht nur diese Folge, sondern hat auch mit dem Teammanager einfach den großen Vorteil. Ihr könnt alle eure Spieler, die Spielerprofile, Termine, Absagen, Verletzungshistorien und und und zentral bündeln in einem Tool. So und dann habt ihr komplett Ruhe, sucht nicht wieder irgendwo und könnt gleichzeitig dort auch noch euer Training planen und auch Die Taktik überlegen für das nächste Spiel, den nächsten Matchplan, also ein Tool für verschiedenste Lösungen. Ihr merkt, mit Easy2Coach funktioniert es. Mehr coachen, weniger organisieren für dein Team, dein Training und deine Taktik. Und wenn ihr das Ganze ausprobieren möchtet, dann habe ich noch ein Angebot für euch. Geht doch einfach mal auf easy2coach.net slash podcast und da könnt ihr mit dem Code fctc Noch 25 % Abstauben auf euer erstes Jahr Premium-Abo. Alle Infos dazu sammlingt findest du in den Show Notes. Und jetzt zurück zu Max Senf, denn wir wollen genauer erfahren, wie er den großen Umbro beim Karlsruher SC gestaltet. Also das Entscheidung ist leicht gefallen. Die Aufgabe für Außenstehende scheint aber alles andere als leicht. Ich habe es ja vor einem Teaser auch schon angesprochen. Dass Trainerwechsel stattfinden, völlig normal im Sport. Aber da gibt es ja auch Unterschiede. Ich fange bei einem neuen Club am Anfang der Saison mitten in der Saison. Du hast schon mal das Privileg gehabt, Anfang der Saison mit einer ganzen Vorbereitung anzufangen. Aber den Vorgänger Christian Eichner, der hier auch schon im Podcast zu Gast war. vor drei Jahren, der hat im Sommer aufgehört. Du bist sein Nachfolger gewesen. Das war eine ewige Klänge, Ära. Und ich hab mir nur dabei gedacht, krass, was muss das erst mal für eine schwierige Aufgabe sein, darauf zu folgen? Weil natürlich dieser Name in dem Umfeld einfach omnipräsent ist. Und viele Spieler, die ja jahrelang mit Christian Eichner zusammengearbeitet haben, haben ja auch noch Teil. von deinem Kader sind, Teil von deiner Startformation auch noch. Deshalb würde mich einfach mal interessieren, wie war so dein Start und jetzt nach so einer Ära von einem anderen Trainer, was ja für dich, glaube ich, auch eine neue Erfahrung war, da neu rein zu starten, auch eine neue Liga, was waren deine ersten Erfahrungen?

Max Senft: Die ersten Erfahrungen, muss ich tatsächlich sagen, die waren von so viel Offenheit und Positivität geprägt. Was sowohl unsere Fans betrifft, was die Mitarbeiter im sportlichen Bereich betrifft, was die Mitarbeiter im kaufmännischen Bereich betrifft. vor allem, und das ist ja dann ganz entscheidend, was eben auch die Spieler betrifft, die schon viele Jahre hier waren. dass es mir sehr leicht gefallen ist hier einzukommen und sich willkommen zu fühlen. So würde ich das tatsächlich beschreiben.

Dominik Theis: Okay, die Leute haben es sehr leicht gemacht. Wie bist du denn in diese Aufgabe reingegangen? Weil ich meine, wenn wir das ein bisschen abstrahieren, viele Trainer haben im Laufe ihrer Laufbahn mal mehr, mal weniger die Aufgabe, Manager eines Umbruchs zu sein. Das ist es ja einfach beim KSC bei euch ja gewesen. Neues Trainerteam, aber ihr habt ja auch den Kader nochmal verjüngend, muss man ja sagen, auch wenn Achsenspieler definitiv ja geblieben sind mit Marvin Warnizek, Marcel Franke, Christoph Kobalt und Co. Hast du versucht am alles neu zu machen oder bewusst gewisse Muster von den Vorgängern zu übernehmen?

Max Senft: Da muss ich fast bisschen ausholen. Einerseits habe ich hier einen... noch krasseren Umbruch auch in Ried schon einmal erlebt. Das heißt, es ist jetzt auch nicht das erste Mal für mich. Es war damals ja nach dem Abstieg so, dass 90 Prozent der Spieler gewechselt sind, wenn man dann drei Monate vom Abstieg wegrechnet. Dass ein neuer Sportdirektor da war, dass ein neuer Präsident da war, als ich schon einmal einen riesengroßen Umbruch nach dem Abstieg mitführen durfte. Dementsprechend war es jetzt auch eine Situation, wo ich der Vergangenheit das ein oder andere Learning dann schon natürlich dahingehend mitnehmen konnte. Dann ist auch da wichtig, auch warum ist die Wahl auf mich gefallen, auch von den Verantwortlichen des KSC war ja auch, im sportlichen Bereich Dinge zu verändern. Das war auch der ganz klare Auftrag an mich und auch etwas, mit dem ich mich total identifizieren konnte und auch immer noch kann und das sehr gerne tue. Dementsprechend war es schon klar, dass wir eine sehr radikale Weiterentwicklung und eine sehr radikale Veränderung anstoßen müssen. Da ist es natürlich wichtig, ganz zu start Leute auf diesem Weg mitzunehmen, dort auch abzuholen, wo sie stehen. Nochmal, da muss ich sagen, war auch die Offenheit der Spieler für diese neue sportliche Ausrichtung einfach riesengroß. Wenn das nämlich nicht der Fall ist, wenn diese von dir angesprochenen Achsenspieler nicht bereit sind, keine Offenheit dafür haben, dann ist das meiner Meinung nach auch gar nicht möglich. Und diese Offenheit war aber total da. Dementsprechend war es wichtig und ist es auch immer noch, wir sind immer noch am Anfang dieses Weges, viel mit zu moderieren, was wir tun und auch Was wir immer wieder machen, ist, wir zoomen auch so aus der Tagesaktualität raus. Wir haben von Anfang an den ein oder anderen Ausblick auf die nächsten Monate gegeben, was für Phasen wir durchgehen werden in diesem Veränderungsprozess. Modelle dafür, auch was für Phasen erlebst du in so einem Umbruch und in welchen Zeitabständen kann das passieren. Ein Umbruch ist ja nicht innerhalb von einer Woche getan oder von drei Wochen, sondern das ist ja wirklich ein ganz langer Prozess, der jetzt auch im Fußball dann einfach mit Spielen, mit Transferperioden, mit Erkenntnissen aus den Spielen, mit Adaptionen, mit Evaluierung zusammenhängt und dementsprechend würde ich das tatsächlich so beschreiben, diese zwei Kernaufgaben sind, sich bewusst zu sein, was so ein Prozess mit sich bringt. jetzt gerade haben wir eine rucklige Zeit. Das Allerwichtigste ist, alle Menschen mitzunehmen. Das sehe ich auch als meine Hauptaufgabe als Cheftrainer hier. Allen voran natürlich die Spieler, aber genauso den Staff, genauso unsere Mitarbeiter, unsere Fans. Das sehe ich so als diese Hauptaufgaben in diesem Umbruch und selber gutes Rüstzeug zu haben, gewappnet zu sein vor schwierigen Momenten, vor Momenten, wo du denkst, du bist in der Lernkurve eigentlich schon weiter und hast dann aber auch mal wieder eine kleine Delle drinnen, was ganz ganz normal ist. ja, das macht extrem viel Freude, ist ja auch eine riesen Herausforderung, aber gibt auch ganz viel Energie. diese Situation und diesen Umbruch managen zu dürfen.

Dominik Theis: Geht der einher mit Veränderung? da ging die Frage auch eben hin. Ich würde sie gerne noch mal erweitern. Was hast du, was hat dein Trainerteam mit nach Karlsruhe gebracht, was sich verändert hat in der täglichen Arbeitsweise für die Spieler, die jetzt im Vergleich zu den neu zu gängigen auch schon letztes Jahr da waren? Also was hat sich konkret verändert? Was ist so deine Herangehensweise?

Max Senft: Diese Frage bekomme ich sehr oft gestellt, was sich verändert hat. Diese Frage ist insofern sehr schwierig für mich zu beantworten, weil ich dann genau wissen müsste, wie es exakt davor war. Ich weiß aus Erzählungen und Anekdoten, was davor der Fall war. Aber dadurch, dass ich selber nicht in der Situation drinnen war, ich mir sehr, schwer, davon zu sprechen. Was ist heute anders als es vor sechs Monaten war? Ich glaube, dass da gerade die Spieler die richtigen Ansprechpartner sind, was für sie anders ist. Worüber ich natürlich super gerne spreche ist, wie wir als Team gemeinsam arbeiten. Und glaube dazu kommen wir ja vielleicht auch noch zu dem einen oder anderen Thema. bitte?

Dominik Theis: Da gehen wir rein jetzt. Da gehen wir rein jetzt.

Max Senft: Ja genau, dann gehen wir doch da rein als über die Vergangenheit zu sprechen.

Dominik Theis: Definitiv. Da ja auch die Frage, auf welche Methoden im Punkt Führung, in welchen Methoden des Trainings oder auch wie sich eine Mannschaft findet, fangen wir vielleicht mal mit dem Punkt an, weil das ja das Spannende dabei auch ist. Neues Trainerteam, etablierte Kräfte plus junge Neuzugänge. Wie führt man diese Spieler zusammen, dass es am Ende ein erfolgreiches Gebilde gibt?

Max Senft: Gute Frage. führt man die Jungs zusammen? Ich glaube es ist erstmal wichtig, dass mit allen Jungs, sowohl von mir, aber auch vom Trainerteam, was die Art und Weise, wie wir spielen wollen und die Art und Weise, wofür wir kulturell auch stehen wollen, dass wir den Jungs das immer wieder mitteilen und dass man da auch etwas Gemeinsames schafft, was auch von innen heraus von den Spielern entsteht. Gerade dieses Thema Was für eine Kultur wollen wir haben? Das heißt, eine ganz hohe Partizipation in diesem Thema und gerade zur Sommervorbereitung ist ideal dafür, weil wir erstmal viele Einzelgespräche führen können und dann natürlich auch in Gruppen und mit der ganzen Mannschaft arbeiten. Was sind kulturell Themen, die ihr unbedingt beibehalten wollt? Was sind Themen, die ihr verändern wollt? Was sind Themen, ihr mit dieser neuen Gruppe, die euch wichtig sind? Das heißt, einmal diese Etablierung von wofür wollen wir stehen, kulturell sehr, sehr, sehr partizipatives Thema einfach ist, wo man viel über Kommunikation und ganz viele Vier-Augengespräche, Gruppengespräche, die ja auch meine oder unsere Mitarbeiter und Staff-Member, Co-Drainer etc. stattfinden. Und gleichzeitig aber auch ganz klar zu machen, was Was ist denn, wie soll der Fußball ausschauen, wie wir diese Saison spielen wollen und auch das hat ja ganz logischerweise auch einen partizipativen Charakter und zwar nicht in dem jetzt unbedingt jeder Spieler die Taktik bestimmen kann, mit der wir am nächsten Wochenende spielen, sondern die Idee, wie wir Fußball spielen, dreht sich ja schon die Stärken herum der Spieler. Und dementsprechend ist es dann extrem wichtig, die Jungs gut kennenzulernen, sowohl was jetzt einfach die Beobachtungen betrifft, sei es jetzt am Trainingsplatz, im Spiel oder auf Video, aber eben auch mit den Jungs dann in den Austausch zu gehen, worin sie sich wohlfühlen, worin sie sich nicht wohlfühlen und dann da wirklich darauf eingehen zu können und in einem weiteren Schritt dann auch die Jungs miteinander ins Gespräch zu bekommen. Also ich glaube, das ist auch was total Verbindendes und Zusammenführendes ist, wenn du dann einfach auch Meetings hast, wo zwei, drei Jungs über ihre letzten drei Offensivszenen sprechen und da in einen Austausch kommen. Weil ich glaube, wenn auch die Jungs gegenseitig ihre Stärken verstehen und verstehen, wie sie Bälle, in welchem Fuß sie Bälle, in welcher Situation haben wollen, dann erhöht sich deren gemeinsame Kreativität extrem. Und deshalb würde ich sagen, dieser Startprozess zum Thema, wie wollen wir miteinander leben, wir verbringen ganz viel Zeit miteinander und auch dieser Startprozess, wie wird unser Fußball ausschauen, dass das so zwei ganz elementare Themenfelder der ersten Wochen waren in dieser Phase, wo eben auch die Spieler untereinander sehr viel ins Gespräch kommen.

Dominik Theis: Dann lass uns mal daran eintauchen, wie euer Fußball aussehen soll. Ich hab's im Teaser ja auch schon angesprochen. Du bist jemand, der lieber über Rollen anstatt Räume redet. Das war jetzt für mich etwas Neues, weil sonst liest und hört man viel über Positionsspiel, über Positionswechsel. Und Rollen hab ich eher so Sachen interpretiert von wegen, ja, okay, der eine ist ... Der Lieder, der Lautstärkelieder, der Qualitätsleader oder der eine ist der Super-Einwechsel-Spieler. Aber du meinst damit ja andere Sachen. Was meinst du damit, dass du lieber über Rollen anstatt über Räume redest? Weil da spielt ihr darauf ein, wie am Ende euer Fußball auf dem Platz aussieht für die Zuschauer.

Max Senft: Ja, die Rolle ergibt sich, würde ich sagen, aus einerseits dem Faktor, worin ist der Spieler richtig gut und ein Innenverteidiger kann sich vom anderen Innenverteidiger total unterscheiden in seinen Stärken, Thema, geben wir rein Ballbesitz zum Beispiel. Ich kann einen Innenverteidiger haben, der extrem guter Tripler ist. Ich kann aber auch einen Innenverteidiger haben, der sich ganz unwohl fühlt im Trippeln. der viel lieber über lange Bässe in ein Spiel seine Stärken aufdrückt. kann aber auch einen Innenverteidiger haben, im Aufbau eigentlich gar nicht teilnehmen will und der am liebsten eigentlich nur vorne stehen wird und die ganze Zeit Standard-Situationen hat und der am liebsten nur mit dem Kopf spielt. Und dementsprechend geht es dann darum, diese Stärken dieser Spieler in Verbindung zu den Stärken der anderen zu setzen. Und daraus ergeben sich dann aus meiner Sicht einfach auch die Rollen der Spieler. Ich habe den Spieler Wenn wir weggehen von, wenn der Ball am Fuß ist, zum Thema, in was für Räume bewegen sie sich gerne in Relation zum Gegner. Sind das eher tiefgehende Spieler, sind Spieler, die mehr entgegenkommen. Dann brauchst du ja immer Ausgewogenheit an Rollen in ein Spiel, die sowohl als auch bedienen. Wenn ich mit zehn tiefgehend spiele, dann wird mein Spiel relativ ausrechenbar sein und ich werde nicht viel weiter kommen, wenn ich aber jetzt zehn Spieler habe, die alle nur zum Ball laufen die ganze Zeit, weil sie unbedingt den Ball am Fuß haben wollen auch. Dementsprechend geht es dann darum, diese gemeinsame Idee, dass die eben ganz stark im Ballbesitz darauf beruht, wie kriege ich jetzt diese Komplementär-Fähigkeiten und diese Stärken und eben diese Rollen. Also Spieler kann viel eher diese Tiefkeh-Rolle haben. Ein Stürmer an der letzten Linie kann eine Tiefkeh-Rolle haben, die dann Komplementär ist zu einem Zehner, der viel entgegenkommt. Oder ich kann auch einen Stürmer haben, der viel mehr eine Rolle hat für das Linker-Play im Mittelfeld. Und ich denke das Entscheidende ist, dass die Rollen sich eben gegenseitig gut ergänzen, Komplementäre geben, den Gegner immer wieder vor die Aufgabe zu stellen. Wenn er auf A reagiert, kann er aber auch B passieren und wenn er dann auf B reagiert, kann er aber wieder A passieren. Wie nennt man das ganz gern, so den Two-Cut-Trick. Dass du aus ein und derselben Staffelung, aber durch die verschiedenen Rollen der Spieler verschiedene Gefahren ausstrahlen kannst. Deshalb spreche ich nicht so gerne von einer Position, weil ein rechter Stürmer als Position kann ganz unterschiedliche Bewegungen und Ausprägungen haben. Dementsprechend sprechen wir viel lieber von der Rolle, diesen rechten Stürmer, der ja auch wieder wissen muss, und komme ich zu dem Thema, was ich vorher erwähnt habe, was ist denn die Stärke und das, was mein Mitspieler gerne macht. So, weil dann werden sich diese Rollen auch wieder viel besser ergänzen, wenn sie sich da eingehen und verstehen. Und ich denke, so würde ich diese Frage hoffentlich verständlich beantworten.

Dominik Theis: Für mein Verständnis, weil ich ein paar Fragezeichen dabei habe und wahrscheinlich die, die zuhören, auch. Bedeutet das im Spiel mit Ball, dass ihr einfach da sehr wenig Struktur habt und viel Wert auf Pärchenbildung, dass Spieler untereinander mit unterschiedlichen Stärken sich helfen durch das Freiziehen von Räumen? Wie du sagst, der Tiefgänger schafft vielleicht Raum im Zwischenraum für den Spieler, der den Ball im Fuß haben will? Oder ist das eigentlich ... am Ende einen falschen Eindruck daraus, dass da, sage ich mal, viel Freiheit, viele Entscheidungsfreiheiten steht, aber wenig Struktur ist.

Max Senft: Ich würde Ihnen nicht so zustimmen, weil es ja auch Rollen gibt, die für die Struktur sehr stark verantwortlich sind. Und dann gibt es Rollen, die innerhalb der Struktur auch für viel Wandelbarkeit und Kreativität stellen sollen. Also es gibt ja auch bei uns, jetzt ein klassisches Beispiel, kann ja schon, wenn ich meinen nehme jetzt mal was, was wir aktuell vielleicht gar nicht so viel nutzen, es jetzt gar nicht so von uns abhängig zu machen, sondern wenn ich jetzt einen unglaublichen linken Flügel habe, der unbedingt die Linie braucht in seinem Spiel, weil das seine große Stärke ist, dass er draußen auf der Linie ist, dann wird das strukturell ziemlich sicher auch ein Anker für unser Spiel sein, der das Spiel links hoch breit bildet. Und dementsprechend kann ja eine Rolle total strukturverstärkend sein. glaube, du brauchst schon in deiner, oder wir haben das auf jeden Fall so in unserer Idee, du hast gewisse Rollen, die auch ein statischeres Element haben, als jetzt ein beweglicheres Element. Und deshalb widerspricht sich das gar nicht. Aber... Ich denke schon, dass es ganz wichtig ist, die Rollen insgesamt nicht zu einem zu starren Fußball führen. Also gerade heutzutage, auch anfangs des Podcasts genannt, ganz viele Mannschaften spielen Mann auf Mann. Da wirst du mit relativ statischen Positionierungen, wie das dann vielleicht noch vor 10 Jahren, wo jeder 4-4-2 flach verteidigt hat, viel eher funktioniert, wirst du halt viel weniger erfolgreich sein gegen diese Mannorientierungen und brauchst auch wieder mehr Rollen, die sich in Bärchen beispielsweise bewegen oder auch Dreiecke, sich zueinander bewegen. Dementsprechend ist das auch, ich jetzt, oder was heißt finde ich, ist es bei uns ein sowohl als auch, es gibt auch Spieler, die eine gewisse Struktur geben, es gibt gewisse Spieler, die eher auf Wenn-Dann-Regeln ihre Positionen anpassen und dadurch trotzdem aber Gesamtstruktur bestehen bleibt.

Dominik Theis: Was sind das so für Wenn-Dann-Regeln?

Max Senft: Ja gut, gibt's ja relativ einfaches Beispiel, wenn ich jetzt sage, will heute die rechte Seite grundsätzlich mit einem Wenn wir uns in ein 4-3-3 reindenken und ein rechter 8er hat eine kippende Rolle, weil er vielleicht der links Fuß ist und sehr, gut im Innentribling ist von der Auslinie und aus dem Kippen eine gute Dynamik hat und er hat grundsätzlich eine kippende Rolle, dann ist es für einen rechten Außenverteidiger schon wichtig, wenn der Spieler kippt, dann bewege ich mich nach innen oder dann bleibe ich flach in der ersten Aufbaulinie oder dann bewege ich mich mit einem vorderlaufenden Element und da komme ich wieder zu dem Punkt. Was kann mein rechter Außenverteidiger? Wenn mein rechter Außenverteidiger Spieler ist, der sich im 6er Raum extrem unwohl fühlt, dann werde ich ihm nicht die Rolle geben, dass seine Anpassung auf den kippenden Spieler ist, dass er sich in den 6er Raum rein bewegt, weil damit würde ich ihm überhaupt keinen Gefall tun. Und den werde ich vielleicht, wenn es eher seine Stärke ist, dass er im flachen Aufbau über sein Tripling ins Spiel kommt, dann werde ich ihm eher eine flache Außenverteidiger Rolle geben, die gleichzeitig auch eine gewisse Struktur gibt. dann weiß der Spieler, wenn das Spieler A kippt, dann muss ich extrem flach kommen. Wenn sich das nach einer Verlagerung für den Spieler aber nicht ausgibt, das werden so erwähnt, dann bin ich der Spieler, der höher geht auf der Seite, aber dieser Spieler bewegt sich zum Beispiel überhaupt nicht ins Zentrum, weil der Torart einfach überhaupt nicht seine Stärken hat. Genau so will ich das anhand des Beispiels von einem 4-3-3 Außenverteidiger-Achterpärchen zum Beispiel beschreiben.

Dominik Theis: Okay, ja, das ist sehr gut verdeutlicht gewesen. Bedeutet auch, wenn man dich jetzt danach gefragt hätte, was deine Lieblingsgrundordnung ist, hättest du gesagt, gibt's nicht. Die entscheidet sich von Mannschaft zu Mannschaft unterschiedlich und auch von Spiel zu Spiel auch. Also bist du da schon, dass du dann viel Wert auf Matchpläne und Gegnerorientierung legst oder sagst du in dem Fall, nee, es geht nur die Stärken unserer Spieler und damit, sind über Überzeugung, dass wenn unsere Ballqualität höher ist, als das, was der Gegner auf Platz bringt, dann werden wir auch gewinnen.

Max Senft: Ja, glaube grundsätzlich schon, dass es einer Fußballmannschaft gut tut, wenn sie gerade in der Defensivorganisation nicht jede Woche eine komplett neue Formation spielt, weil sie ja schon auch immer gewisse... Synchronität geht in dem Ganzen, ist schon leichter, ich öfter in derselben Defensivorganisation spiele. Also ich würde das im Thema Defensivorganisation auch durchaus einen dicken Starrer bewerten, jetzt in den Offensivstrukturen. glaube auch, gerade dieses Thema Offensivstruktur, wenn man bei Sekunde 5 das Bild anheilt und dann bei Sekunde 9 das Bild anheilt, dann schaut das nach einer ganz anderen Struktur potenziell aus. Dementsprechend würde ich da auf jeden Fall eine Differenzierung in Defensive und Offensive vornehmen. wir hatten in Ried wahrscheinlich so eins der extremsten Beispiele mit dem Niki Havner, der mittlerweile bei Saint-Gélois spielt, der Alter von über 30 Jahren noch von Saint-Gélois verpflichtet wurde. Ein Spieler, der unglaubliche Qualität im Kopfballspiel hatte und ganz spezifisch im statischen Flick-On, also aus dem Stehend Bälle zu flicken. haben ja mit dem Spieler beispielsweise.

Dominik Theis: Flickr musst du kurz nochmal erklären für alle die nicht so tief drin sind.

Max Senft: Scherzeln sagt man in Österreich. Also wenn der Ball kommt und du leitest ihn mit dem Kopf noch weiter.

Dominik Theis: Weiter? Okay.

Max Senft: Da war unsere Struktur bei Abstößen so, dass der rechter Neuner war. War aber gegen einen Ball ein Dreierketten-Innen-Verteidiger. Und da spreche ich jetzt auch von, wenn ich da jetzt sage, der ist rechter Neuner. Er ist ja nicht wirklich rechter Neuner, aber seine Rolle war bei Abstößen unser Kopfballspieler zu sein. Und so schafft man vielleicht auch nochmal Klarheit zu diesem Thema Rolle und Position. hätte diesen Spieler nie als rechten Stürmer bezeichnet, er war aber bei jedem Abstoßsetting, wenn du jetzt in Position entsprechen willst, unser rechter Stürmer.

Dominik Theis: Ist das, also mich interessiert dabei, diese Ursprünge dieser Überzeugung herkommen. Ist es so dein Weiterdenken von diesem Grundgedanken von Relationismus?

Max Senft: ...ehm... Nein! passiert gar nicht, auch wenn finde, dass gerade in dem Thema auch viele richtig coole Ideen drinstecken. Aber es stammt schon sehr aus meiner Prägung bei der ESV Ried, wo ich mit dem Lukas Brandl, mit Wolfgang Vierler, mit einem jetzigen Co-Drenner, mit einem Eddie Buxmann ganz viele Jahre über die Akademie in der 1. Mannschaft zusammengearbeitet habe und wir dort federführend vom Lukas Brandl, der mittlerweile Sportdirektor ist. bei der SV Ried Konzept für den ganzen Verein entwickelt haben und das coole an diesem Konzept ist, es sind keine Prinzipien oder ähnliches, sondern es ist eine Logik, wir über Fußball sprechen und denken. Diese Logik beinhaltet ganz viel, dass du die wenn du über Spieler sprichst, differenziert und genau über deren Stärken und Schwächen eben sprechen kannst und in einer gemeinsamen Logik das denkst. Und da passiert es dann ganz natürlich heraus, dass man sich ganz, ganz viel damit beschäftigt, was diese Spieler tatsächlich auch können. Und ich denke, dass aus dem heraus ganz viel dieser, ja... dieser Denkweise entsprungen ist und dann einfach auch aufgrund von Erfahrungswerten. Also der Niki Havena, nochmal auf das Beispiel zurückzukommen, der hat auch nicht nachdem er uns transferiert wurde im ersten Spieltag diese Position bei Abstößen eingenommen, sondern das ist ja auch ein Prozess, wo du über die Spieler einfach lernst und die ein oder andere Idee einfach auch dann ausprobierst. Und so würde ich sagen, ist es ganz stark mit dieser Logik, dieses Konzept verbunden und dann mit den Erfahrungswerten, ja, einfach neue Dinge auszuprobieren und auf neue Ideen zu kommen, gerade in den Phasen, wo es auch nicht so gut läuft. Und eben auch über den Austausch mit den Spielern.

Dominik Theis: dass es für die Spieler, als du damit jeweils angefangen hast, in Ried, aber auch in Karlsruhe, erst mal zu Überforderungen geführt hat?

Max Senft: Nein, das glaube ich gar nicht.

Dominik Theis: Das setzt ja auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung heraus, oder?

Max Senft: Die Eigenverantwortung liegt in dem Sinne, dass der Spieler mit mir oder mit den Co-Dretern über die Szenen spricht und man den Spieler dadurch besser kennenlernt. Und dann ist es eben unsere Aufgabe als Trainerteam, einen Rahmen zu schaffen, in dem es sich für den Spieler eben total natürlich anfühlt, zu machen, weil das seine Stärken sind. Und deshalb soll es eigentlich keine Überforderung sein. Überforderung entsteht ja dann, wenn ich dem Spieler etwas zumute, was zu schwierig ist für ihn. Wenn ich jetzt aber bei dem AV-Beispiel bleibe von gerade eben, wenn ich weiß, dass der, wenn er sich flach positioniert, total in seine Dribblingstärke kommt und ich mit ihm darüber spreche, dass er sich in diesen Raum bewegen soll, dann wird er sich da überhaupt nicht überfordert fühlen. Im Gegenteil, wird sich total in seiner stärksten Kompetenz fühlen. Ungekehrt der Weise, wenn ich jetzt meine, muss unbedingt mit einem einrückenden Außenverteidiger spielen, obwohl der Spieler sich total unwohl fühlt im Sexerraum, dann wird es ganz schnell zur Überforderung kommen und dann muss er erstmal drüber nachdenken, boah, wie verhalte ich mich überhaupt in den Sexerraum, wie muss ich meine Körperposition drehen, wohin muss ich meinen ersten Kontakt nehmen, von wo kann ich überhaupt Druck kriegen, das heißt, er wird extrem viel in einer bewussten Inkompetenz sein. Er wird wissen, das kann ich nicht mal und was tue ich jetzt. Während er in der anderen Rolle als flacher Tripling-Außenverteidiger in der Rolle wieder total in dieser unbewussten Kompetenz sein. Er wird ganz auf natürliche Art und wieder Dinge richtig machen. Also darauf passiert zumindest. die Überlegung und da rührt die Denkweise her. Weiß ich gleichzeitig, dass man das nicht in jeder Minute, in jedem Spiel immer sofort für den Fans so erkennbar ist. kein Träumer. Natürlich erkennst du das nicht in jeder Aktion. Und natürlich gibt's Spiele, die trotzdem schlecht sind. Also da bin ich jetzt auch nicht naiv. Aber der Zugang wie man mit dem Spieler spricht. Der soll den da überhaupt nicht in Überforderung bringen.

Dominik Theis: Fans sind ja oft schnell dabei, nach Automatismen zu suchen. Ich glaube, das ist ja auch was, was du gerade so bisschen angeteasert hast. Dass die vielleicht auch dann gerade am Anfang nicht immer zu erkennen sind. Dafür hast du aber dabei den Vorteil, wie du sagst, es ist momentan ja sehr ausgeprägt, dass viele Mannschaften Mann gegen Mann pressen. Sehr hoch über den ganzen Platz. dass du nicht so ausrechenbar bist, dass Mannschaften, halt auch Trainer und Trainerteams haben, die sehr viel über gute Matchpläne und das Eliminieren von gegnerischen Stärken kommen, dass die euch dadurch nicht so gut knacken können und dass ihr auch im Laufe des Spiels immer wieder auch das Spielmomentum auch verändern könnt, weil ihr mehrere Lösungen eigentlich habt, oder?

Max Senft: Ich glaube, das Thema Automatismen, was ich darunter verstehe, ist, dass Spieler viele Erfahrungswerte miteinander haben, wie sie sich zueinander bewegen und was für Aktionen sie miteinander spielen. Ich glaube, das ist dabei ganz entscheidend. Wenn Spieler jetzt, ich denke, wenn du in einem englischen Rhythmus bist, dass du alle drei Tage spielst, dann schaffst du das aufgrund dieser Anzahl der Spieler trotzdem auch mit einer gewissen Rotation. Ich glaube aber, dass es grundsätzlich für dieses Thema Automatismen, damit diese Erfahrungswerte miteinander auch bestehen, ist es natürlich sehr wichtig, dass dann schon auch dieselben Spieler in einer Häufigkeit miteinander interagieren. ich glaube, darunter verstehe ich dann Automatismen, dass es einfach so etwas wie ein sehr hohes, oder wie man so schön blindes Verständnis untereinander gibt. Wenn ich den Pass in den Fuß spiele, dann wird mein Mitspieler dieses und jenes machen und ich bewege mich dorthin und der weiß schon, wo ich mich hinbewege. Ich glaube, das ganz viel gestärkt wird über die Erfahrungen, aber eben auch über einen Austausch unter den Spielern, über Videometings. Ich glaube, dass das ein ganz gutes Element ist. Darunter verstehe ich Automatismen. jetzt natürlich der Gegner bereitet sich auch auf dich vor, überlegt sich auch was gegen dich, der erkennt ja auch was für Bewegungsmuster hat der Gegner und adaptiert drauf und ich glaube die Qualität ist es dann schon eben daraus auch dieser Two-Cut Trick, also daraus einfach mehrere Dinge machen zu können und auch eben nicht zu eindimensional zu sein oder in dem Thema wo ich vielleicht eindimensional bin einfach im direkten Duell so überlegen zu sein, dass es dass es egal ist. vielleicht so ein ganz klares Beispiel zu treffen, wenn ich einen unglaublichen Kopfballspieler habe bei Standardsituationen. dann muss ich zumindest mein Erfahrungswert auch nicht jedes Mal mir vier neue Bewegungen überlegen, wie ich den frei ziehe den Spieler oder wie ich den frei block, weil er vielleicht sein 1-1 oder sogar sein 1 gegen 2 trotzdem dominiert, weil er eben in seiner Stärke dermaßen dominant ist. Und das gibt es natürlich genauso. Also ich glaube du kannst auch mit weniger Flexibilität erfolgreich sein, wenn du dann in dem Themen, die der Gegner zwar vorbereiten kann, aber dir dann trotzdem in der Umsetzung nicht einfach zu verteidigen sind, so dominant bist du.

Dominik Theis: Bedeutet das alles im Umkehrschluss? Dass so diese herkömmlichen Spielprinzipien, wie man sie irgendwie kennt, auch im Amateurfußball mit bis zu übers Spiel, Rückwärtsverteidigung, die eigentlich immer auf eine ganze Mannschaft ausgelegt sind und allgemeingültig sind auf eine ganze Mannschaft, die habt ihr so nicht. Sondern es ist sehr fokussiert auf einzelne Spieler und auf einzelne Positionsgruppen.

Max Senft: Was wir schon haben sind gemeinsame Teamintentionen und das finde ich auch dann ganz wichtig. Das heißt, wie wollen wir gemeinsam verteidigen? Das haben wir natürlich schon.

Dominik Theis: Was ist so eine Intention? Also so konkret?

Max Senft: Ja, also... Im Konter haben wir als gemeinsame Intention, den Ballführer zu überholen. Du brauchst einfach im Konterspieler den Ballführer überholen. Das heißt, Intention ist es, Konter den Ballführer zu überholen. Warum ist es kein Prinzip? Weil nicht jeder Spieler zu jeder Sekunde in dem Moment ist, wo er der ist, überholt und für den es dann immer gilt. Aber wir haben gemeinsam die Intention, Ballführer zu überholen als Mannschaft. Das wäre jetzt so ein Beispiel davon. Kann man jetzt noch sagen, ist jetzt ein bisschen Nutpicking, ob ich das Intention oder Prinzip als Intention oder Prinzip bezeichne, aber ich glaube schon, dass da ein Unterschied darin liegt. Weil das Thema oder das Problem beim Wortprinzip ist, immer ist kein Wort, das ich sehr gerne verwende, weil Kontext einfach entscheidend ist. Aber es ist natürlich wichtig, dass wir gemeinsame Art und Weise haben, wie wir angreifen wollen, gemeinsame Art und Weise haben, wie wir verteidigen wollen. Und dementsprechend glaube ich, wenn ein Spieler überspielt ist, dass der dann nachverteidigt, das würde ich sowieso als etwas bezeichnen, was sowieso unumgänglich ist im Fußball für jeden, außer du bist Argentinian und hast den Lio Messi, aber das darf dann auch nur Argentinian und Lio Messi sagen. Ich glaube ansonsten ist es schon ganz, ganz schwierig im modernen Fußball.

Dominik Theis: Also Max, muss sagen, deine Herangehensweise finde ich sehr, sehr spannend und inspirierend. Auch weil finde ich da viel der Entwicklungsgedanke von Spielern da drin. Steckt ihnen, den Stärken zu stärken und jeweils gegenseitig glänzen zu lassen unterhalb der Spieler. Also was ja auch diesen Support-Charakter der Spieler untereinander verstärkt. Ich habe dennoch ein Fragezeichen noch. Und das ist das Training. Weil wir Trainer lieben ja Struktur und System. So. Und ich habe meine Übung, ich habe auch meine Herangehensweise. Der eine sagt eher ... Ich habe Bock, alles im Elf gegen Elf spielen zu lassen und zu trainieren. Der eine sagt, nee, ich denke alles lieber kleiner vom 2 gegen 1 auf. Wie ist das bei dir? Es klingt jetzt alles sehr danach, dass du viel in kleinen Gruppen trainierst. A. In der Videoanalyse, B. Aber auch auf dem Platz. Was sind so, sagen wir mal, Trainingsmethoden, immer wiederkehrende Trainingsübungen oder auch Ideen für den Trainingsplatz, die so deine Idee dann herangehensweise von Fußball supporten?

Max Senft: Ich würde jetzt nicht sagen, dass wir nur in Kleingruppen trainieren oder nur isoliert trainieren oder nur im LVL. Ich glaube, wir haben einfach einen Mix und einfach eine Gewichtung, die sich je nach Woche vielleicht bisschen verschieben kann, je nachdem, was man gerade für wichtig empfindet jetzt für den nächsten Gegner. Dementsprechend haben wir... Am ersten Trainingstag sind wir schon ganz stark in unseren Intentionen unterwegs. Wir viele Übungen, die diese gemeinsame Idee, wie wir angreifen, wie wir verteidigen sollen, unterstützen sollen.

Dominik Theis: Das immer spielform oder

Max Senft: Ja, würde ich schon sagen. Danach wieder die Frage, was versteht man jetzt unter einer Spielform? Da hat man in den Trainer-Ausbildungen auch Diskussionen.

Dominik Theis: Wir können den großen Philosophiekurs hier aufmachen, aber ich sage mal so, gibt ja schon zwischen den statischen immer wieder, es gibt einen Stopp, dann gibt es einen neuen Anlauf. Aber eine Spielform ist für

Max Senft: Ja, also...

Dominik Theis: mich ja einfach A, Gegnerdruck. Das ist mich das Wichtigste, dass ihr alles unter Gegnerdruck trainiert und das ist eigentlich die große Frage dahinter.

Max Senft: Ja, also alles nicht, aber ein ganz großer Teil ist dann die klassische Spielform, die vielleicht auch mal gewisse Start-Stoppe-Elemente hat. Das kann jetzt mal Outer-Einwürfe betreffen, das kann Abstöße betreffen, das es kann schon natürlich sein, dass wir verschiedene Start-Stoppe-Elemente da auch rein variieren, je nachdem wo wir halt auch gerade den Hebel bei unserer Mannschaft sehen, Blick Richtung nächstes Spiel. Also das ist ganz, ganz stark in unseren Intentionen, aber schon immer auch mit dem Gedanken, dass uns das gegen den nächsten Gegner jetzt auch nochmal eben sehr hilft. Spielaufbautraining in einer Woche wird auch an dem Tag etwas anders ausschauen, wenn wir gegen Manmarking spielen oder wenn wir gegen einen tiefen Block spielen. Es sind einfach unterschiedliche Verhaltensweisen notwendig. Aber das sind dann am ersten Tag, auf jeden Fall geht das dann Richtung Spielformen, die vielleicht auch Start-Stop dabei haben, die wohl eher klein oder mittelgroß sind, da sind wir ganz selten im 11.11 unterwegs. haben dann aber, und diese Elemente haben wir schon auch, wir haben am Ende der Trainingsübungen, schon auch Richtung isoliertes Positions- oder Rollentraining gehen, wie man das jetzt bezeichnen will. Es soll dann schon noch darum gehen, ein Spieler beispielsweise von uns, eine Rolle hat, wo er viel am linken Flügel spielt, wenn uns auffällt, der Spieler hat aber gegen hohes Pressing in dieser Rolle bleibt er immer wieder hängen, weil sein erster Kontakt gegen Mann-auf-Mann-Pressing nicht gut funktioniert. Dann werden wir uns schon am Ende von dem Training, haben auch so eine Viertelstunde Zeit, wo man sich einzelnen Spielern, die Co-Trainer vor allem widmen und diese ganz spezifischen individuellen Themen, wo man eben die Spieler auch in diesen Themen sehr, gut kennen muss, dann auch isoliert trainieren oder vielleicht mit einem passiven Gegnerdruck sich einen zweiten Spieler dazuholen. Also wir haben schon noch diese Zeitfenster. am Ende oder nach dem Training, wo ganz spezifisch mit Spielern noch in ihren Themen gearbeitet wird. Das geht dann auch nicht mit allen, dann braucht man nämlich zwölf Co-Trainer. Haben wir aktuell nicht, wir stehen aktuell bei drei Co-Trainer, wobei ich persönlich ein absoluter Freund davon bin, viele Co-Trainer zu haben. Das ist dann einfach eine Aufgabe von Koordination, aber widmen uns dann da noch einfach ein paar Spielern am Ende des Trainings, wo es dann eher isoliert ist. aber auch an Trainingstag, schon noch viel 11 gegen 11 gespielt wird, wo man schon gewisse wichtige Themen vom nächsten Gegner mit reinbringen wollen und unter Anführungszeichen simulieren wollen. Ich finde es ist ganz, schwierig, du gegen einen Gegner spielst, einen ganz anderen Spielstil hat als du selbst, ist es auch ganz, ganz schwierig im Training. nachzustellen, weil einfach auch die Natur unserer Spieler ja dann vielleicht eine ganz andere Natur als der Spieler vom nächsten Gegner sind. Also kann man dann wahrscheinlich am krassesten benennen, ob du jetzt gegen einen Gegner spielst, extrem viel flach im ersten Drittel wegspielt und über einen Tormann spielt oder gegen einen Gegner, der ganz viel zweite Pelle spielt. Wenn das jetzt diametral der anders ist zu dem, wie wir spielen, dann ist es schwer das zu simulieren. Auch wenn ich den Spielern sage, bitte spielt jetzt so, weil es ist ja total entgegen ihrer Natur. Deshalb ist es auch immer mit mit Vorsicht zu genießen und behutsam zu tun. Aber wir spielen da schon auch dann an diesem zweiten Trainingstag große Formen und auch 11 gegen 11 Formen mit sehr expliziten Coaching, was auf den nächsten Gegner wichtig ist. Wir haben auch immer ein eigenes Training für Standards, also wir haben einen eigenen Standards-Trainingstag, wo wir verschiedenste Übungen zu Standardsituationen machen.

Dominik Theis: Man sieht es ja auch mit Erfolg. Vor allem in die Datenbank reingeschaut. In Ried wart ihr ja schon eine sehr starke Standardmannschaft, aber auch beim KSC habt ihr die zweitmeisten Chancen nach runden Bällen, ich glaube dicht hinter Heidenheim, herausgespielt. Da legt ihr schon großen Wert drauf, oder?

Max Senft: Ja, wir sind in manchen Themen bei Standort sehr gut und in manchen noch gar nicht so gut.

Dominik Theis: Zum Beispiel.

Max Senft: Ich will jetzt gar nicht auf so viele Details eingehen, wobei ich auch jetzt nicht glaube, dass das ein großes Geheimnis ist. Ich Impact.co kann jeder schon benutzen. wir sind,

Dominik Theis: Komm, lass dir in die Karten schauen.

Max Senft: ich denke... Also da glaube ich spreche ich kein Geheimnis an, das kann man relativ leicht recherchieren, dass wir nach langen Autoren wir von sehr gutem XG-Wert aktuell haben, bei Ecken noch nicht so einen guten haben beispielsweise. Aber das sind heutzutage ja auch keine Geheimnisse mehr, dementsprechend können wir da easy darüber sprechen. Und ja, glaube aber klar, wenn man hohes Bewusstsein hat für Standards, dann auch Ideen, die den Spielern entsprechen und das dann trainiert. Hoffentlich sieht man das dann auch in der Umsetzung im Spiel natürlich und bin schon ein Verfechter, auch eben viel Trainingszeit auf diese Themen aufzuwenden. Aber da liegt es dann eben auch an uns als Staff, das ist nicht zu eindimensional und zu eintönig dann zu gestalten. Aber da gibt es ja ganz viele Möglichkeiten beim Thema Standards und ja, würde sagen, das sind so die Elemente unseres Trainings. Ich würde echt sagen, wir haben echt so alles dabei in so einer Trainingswoche.

Dominik Theis: persönlich eine Lieblingstrainingsübung eigentlich.

Max Senft: Eine Lieblingsnicht. habe schon so meine Übungen für gewisse Themen, ich sehr gerne mache. Wobei auch da, glaube, dass jede Übung, und da bin ich selbst jemand, der sich dann auch mal an der Nase nehmen muss, ich glaube, die Übung kann so gut sein, wie man will. Wenn irgendwann der Reiz an der Übung verloren geht für die Spieler, dann ist es nicht mehr so eine gute Übung. Es geht dann schon noch darum, wieder auch mal neue Ideen reinzubekommen in die Übungen und auch zu wissen, wo steht man denn gerade mit der Mannschaft. Also wenn ich jetzt, wie hier beim KSC, gerade am Anfang stehe und wir gewisse gemeinsame Intentionen wirklich festigen und erstmal wirklich loslegen damit, dann darf das am Anfang auch mal die ein oder andere Übung hin... mehrere Male sein. es ja auch ganz wichtig ist, dass ich von Übung zu Übung innerhalb der Übung erst mal lerne, bis ich die wirklich auf unserem hohen Niveau dann diese Übung spiele. Wenn ich jetzt aber mit demselben Team seit zwei Jahren es eigentlich gar keine Fragezeichen gibt mehr zum Thema, wie wollen wir gemeinsam Fußball spielen, dann glaube ich ist es viel wichtiger da auch mehr Variabilität rein zu bekommen, weil dann der Reiz per se über die Übung nicht mehr da ist. Und so glaube ich eben auch, dass die Übungsvariation auch total abhängig ist von der Phase in der ich mich gerade befinde. Ist die Mannschaft gerade in einer mentalen Verfassung, wo sie total frische hat und Lust hat, komplexe Übung zu spielen und einfach auch die Energie hat oder braucht die Mannschaft gerade eher Routine in der Übung, damit sie Sicherheit gewinnt. also dementsprechend finde ich das Thema Übungsauswahl, Übungsvariabilität ist extrem kontextabhängig und damit meine ich jetzt nicht nur den nächsten Gegner, sondern und dann auch, welcher Phase befindet sich unsere Mannschaft, wie geht es der Mannschaft aktuell, was braucht die Mannschaft aktuell.

Dominik Theis: Ist jetzt ein harter Cut, aber die Frage wollte ich vorhin schon stellen und die ist mir jetzt gerade wieder reingekommen, wenn wir darüber reden, auch über deine Herangehensweise, die wir jetzt ja schon angefangen haben, darüber zu sprechen, über Rollen, was sich daraus entwickelt, in puncto wie die Spieler miteinander arbeiten, was die tägliche Trainingsarbeit aber auch angeht. Deine Herangehensweise, was das Ganze angeht und diese Freiheiten heißt ja auch für dich als Trainer, dass du weniger Kontrolle hast. Oder sehe ich das falsch? Weil Kontrolle ist ja am Ende ein Thema, was wir Trainer gerne haben, weil wir denken, wir haben die Situation im Griff, das gibt uns eine innere Ruhe, man kann sich nichts vorwerfen lassen, wir haben eine Kontrolle, weil wir haben das im Training schon trainiert, wir haben das vorbesprochen, da sind ganz klare Muster. Das wirkt mir anders.

Max Senft: Das ist echt ein spannendes Thema. würde sagen, ja, was mir einfach wichtig ist und ein gutes Gefühl gibt, ist, wenn ich weiß, dass wir eben gemeinsame Intentionen verfolgen und wie die dann immer umgesetzt werden. Das ist dann im Idealfall noch viel, viel geiler, wenn ich das nicht vorher genau weiß. Da bin ich

Dominik Theis: der Überraschungsmoment bei dir dann einsetzt.

Max Senft: ich bin total davon überzeugt, dass Spieler, wenn wir als Trainerteam den richtigen Rahmen für sie basteln, dann finden Spieler Lösungen, die kein Trainer der Welt kommen würde. Also was an Kreativität einfach entstehen kann, wenn die Rahmenbedingungen dafür gut gegeben sind, das finde ich ist etwas total Reizvolles und im besten Fall macht das ja dann Spaß und du hast diese Momente als Trainer, wo du draußen stehst und von mir gibt es auch diese Bilder und du schaust erstmal so rein und wie ist das jetzt gerade passiert eigentlich? Also da hat man jetzt beim KSC schon noch die ein oder andere Aktion oder das eine oder andere Tor dabei. Das hat dann ganz wenig damit zu tun, wir jetzt genau diese Situation unter der Woche durchgegangen sind. Aber nochmal, wenn...

Dominik Theis: Zum Beispiel, also kannst du da ein Beispiel nennen, an fußballerischer Lösung, an spielerischer Lösung, du gemerkt hast,

Max Senft: Ja, ich glaube...

Dominik Theis: das ist schon eine eigene Lösung der Spieler.

Max Senft: Ja, glaube, unser 2 zu 2 gegen Hannover ein sehr gutes Beispiel ist. Wir haben es über eine gewisse Phase in Wirklichkeit geschafft, einen Gegner in der gegnerischen Hälfte zu halten und Kontrolle zu haben. Aber dann gibt es einfach einen Moment, wo Rafa Bedroser und wir sind wieder bei seinen Stärken. kann unglaublich gut, wenn er Spiel vor sich hat, aus dem Tripling heraus Momente kreieren, die ganz verschieden sein können, wo er hintribbelt, wie er da dribbelt, wie er sich vielleicht vor dem Tripling auch eindreht. Er hat dann da ganz Raffa Bedroser spezifisches Tripling, anders kann ich es nicht benennen, weil die Art und Weise, Wann nutzt er an rechten oder linken Fuss, der Außenseite oder der Innenseite. ist ja auch nichts, worüber er explizit nachdenkt. ist einfach er. Und da hat er ein raffa bedrosa Tripling, so würde ich es auch wirklich nennen. glaube, er macht da irgendwie drei Spieler weg, spielt dann einen Bass Richtung Lieckow was gegen Hannover. Der dann, und wenn du wahrscheinlich da das Bild anhaltest im Video und du kennst die Szene nicht und du fragst, okay, was macht der da jetzt, dann... Du wahrscheinlich sagen, muss er erstmal den Ball abschirmen oder geht dann nochmal entgegen, versucht dann Ablangspieler zu finden, was auch immer. Und der packt dann da die Hacke in einen Moment aus, wo halt auch der Verteidiger nicht damit rechnet und leitet den Ball weiter. Und dann kriegt der Rafa Bedrosa, das ist immer wieder auch beim Thema überholen, der einfach auch nicht nur gutes Tripling hat, sondern auch einen sehr, sehr guten Tiefgang hat in seinem Spiel. Ja, läuft eben an ihm vorbei und schießt ihn dann unter die Latte rein. da diesen Schuss hab ich ihm jetzt da irgendwie nicht beigebracht und auch nicht meine Co-Trainer oder unsere Co-Trainer. Und das ist dann so ein Tor, da hat man erstmal große Augen. Freut sich natürlich extrem über das Tor, aber dann schon auch, man schaut sich es dann auch gern noch ein paar Mal auf Video an, weil es eine Lösung ist, die jetzt so nicht besprochen war.

Dominik Theis: Das ist ein gutes Beispiel gewesen. Also, Pedroza ist euer Rechtsverteidiger oder kann ja generell auf der rechten Schiene super viel spielen. Große Triple-Stärke, deutscher Unationalspieler. Das Talk habe ich vor Augen und dachte mir auch, okay, es wirkt irgendwie unorthodox. Auch in dem Abstand, wo er den Ball gespielt hat zu ihm und dann aber durchspricht mit diesem Doppelpass. Deshalb verstehe ich auch jetzt gerade in dem Moment auch sehr, gut, was du vorhin gemeint hast. Und für mich... Die Synapsen verbinden sich immer mehr. Und sie verbinden sich wahrscheinlich auch mehr, wenn wir noch mal über ein anderes Thema reden, was schon auch deine Arbeitsweise bestimmt. Und das ist etwas, da hast du mir im Vorfeld der Folge bei WhatsApp eine Grafik zugeschickt. Die handelt vom Spielmomentum. sag mal, diese Charts von Minute eins bis 90, die sind ja, sag mal, massentauglicher geworden während der WM. als bei der WM in jedem Spiel die Spielmomentumsgrafik. Wo schlägt das Pendel mehr für die Heimannschaft oder für die Gastmannschaft aus? In welcher Phase des Spiels? Sonst hat man die eigentlich immer nur so bisschen im Internet gefunden zur Bundesliga, zur zweiten Bundesliga, bei der WM immer im Fernsehen zu sehen, omnipräsent. Das Spielmomentum spielt für dich eine große Rolle in der Betrachtung des Spiels und eurer Entwicklung. Warum?

Max Senft: Ja, weil du natürlich darüber sprechen kannst, wie wollen wir das Spiel aufbauen oder wie wollen wir einen Gegner anlaufen, aber es hat ja schon einen Einfluss darauf, was ist denn die zehn Minuten davor passiert. Und vor allem dann auch in der Reflexion mit den Spielern, weil... Die Entscheidung vom Dormann beim Abschluss ganz schnell abzuspielen oder länger zu warten und dann einen langen Ball zu spielen, was auch immer, die kann ja schon durchaus davon abhängig sein und die ist ganz sicher auch beim Dormann davon abhängig. Wie nimmt er denn gerade seine Spieler wahr? Nimmt er gerade seine Innenverteidiger so wahr, dass die unbedingt den Ball jetzt am Fuß haben wollen und loszocken wollen oder nimmt er eigentlich gerade wahr, dass die Innenverteidiger gerade maximal verunsichert sind, weil wir haben gerade zwei Ballverluste im Aufbau gehabt und wenn ich dem jetzt nochmal im Ball spielen und es ist vielleicht auch noch ein 18-jähriger Spieler, der gerade deputiert hat, ja dann wird das wahrscheinlich einen schlechten Ausgang finden in der nächsten Aktion. Und dementsprechend würde ich den Spielern meiner Meinung nach nicht gerecht werden, wenn wir dann Szenen analysieren ohne den Kontext des Spiels. dabei mitzudenken. Das darf dann keine Ausrede werden, das ist auch klar. Aber natürlich muss ich diesen Kontext mitdenken und vor allem brauchen die Jungs Strategien in den verschiedenen Phasen, nämlich auch auf mentaler Ebene. Und das ist schon was, wo ich auch schon in Ried mit Manuel Verlobern einen Co-Trainer dazugenommen habe, der selbst eben auch Psychologie studiert hat, der, bevor er jetzt bei mir Co-Trainer war, Head of Mental Performance bei Red Bull war. und der eben total dieses Element auch bei uns professionalisiert hat, würde ich sagen, und auch hier mitgebracht hat, Wie können wir die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Momentum auf unserer Seite zu ziehen, die Art und Weise, wie wir miteinander interagieren, durch die Art und Weise, wie wir Spielunterbrechung miteinander bestreiten, durch die Art und Weise, wie wir mit einer vergebenden Chance miteinander umgehen, durch die Art und Weise, wie wir kleine Erfolge feiern, durch die Art und Weise, wie resilient wir sind in einer Phase, wo wir vielleicht mal zehn Minuten die Box verteidigen müssen. Da arbeiten wir viel mit den Jungs dran, sowohl auf individueller Ebene, aber auch auf Mannschaftsebene Strategien zu entwickeln, wie wir dieses Momentum positiv beeinflussen können und die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, dass wir dann auch Spiel- und Fußballmomentum wieder mehr gewinnen.

Dominik Theis: Du hast das jetzt schon super erklärt. Ich habe mir spudels an Fragen im Kopf. Wir wollen es noch einmal konkretisieren, weil ich bin ein großer Fan davon, weil mein großes Credo ist, dass Trainer in Deutschland, oder vielleicht nicht nur in Deutschland, aber hier kann ich es bewerten, oft sehr unfair bewertet werden, weil nur das reine Spielergebnis rangezogen wird, zu sagen, es ist ein guter Trainer oder ein schlechter Trainer. Ein differenziertes Bild machen sich die allerwenigsten in der Öffentlichkeit. Und ich finde, das Spielmomentum ist eine Möglichkeit, es wirklich mal differenzierter zu betrachten. Weil klar, ich kann entweder gucken, wie viel Torrat eine Mannschaft kassiert oder wie viel Gegentorrat sie kassiert oder wie viel Torrat sie gemacht hat. Und wie sieht das Ergebnis am Ende aus? Ich kann mir aber auch genauer anschauen, zu schauen, wie gut war die Mannschaft, war die Mannschaft besser als die andere, indem ich mir dieses Spielmomentum anschaue. Interessant finde ich, dass das mittlerweile ... ja, öfter gepflegt wird, weil früher war Spielmoment im Jahr, dann hat man gesagt, wir hatten das Momentum auf unserer Seite, aber wir haben es nicht genutzt. Das war immer so eine Floskel im Fußball. Mittlerweile, finde ich, durch diese Charts ist das deutlich, deutlich griffiger geworden. Und du siehst halt, okay, Pendel ausgeschlagen nach oben oder nach unten. Jetzt lass uns mal die Situation nehmen, weil ich kann darüber sprechen, als ihr in Kaiserslautern gespielt habt, war ich im Stadion. So. Die ersten ... 20, 25 Minuten. Ich weiß, ich hab das Chart jetzt gar nicht mehr vor Augen, aber vom Spielmomentum her ist das zugunsten vom FCK ausgeschlagen. Und ich finde, Minute 30, 35, auch eigentlich fast bis zum Ende durchgehend, ist es zugunsten eurer Seite ausgeschlagen. Wenn wir jetzt diese Phasen haben, deine Mannschaft hat schlechtes Spielmomentum, der Gegner wirkt sehr dominant, wirkt sehr nah an einem Tor, was habt ihr für Strategien? da rauszukommen.

Max Senft: Wir würden dazu sagen, befinden uns in der roten Phase, also in der Phase, wo unser Momentum ganz unten ist. Wir nennen das so die rote Phase, oben wäre es die grüne Phase. Und für diese rote Phase haben wir eben auch einerseits Kommunikationsstrategien. Wir haben so einen Coachingpunkt von Voice Leads. Also wer sind denn die Spieler, die die Verantwortung haben? ganz klar hier auch zu sprechen in der Szene und worüber. Wie wollen wir in der roten Phase dann einfach auch so ein kleines Erfolgserlebnis wie eine gute Boxverteidigungsaktion, wie wollen wir mit der Situation umgehen? Das habe ich auch ganz oft, das ist ein ganz plakatives Beispiel. Der Verteidiger macht einen Fehler, der Gegner hat eine Großschauens, Dormann hat eine unglaubliche Parade, jetzt kann ich als Mannschaft entweder so reagieren. dass ich zu dem Verteidiger hingehe und ihm erzähle, was er für einen riesen Fehler jetzt gemacht hat und warum er das gemacht hat und kann ihn anraunzen oder ich kann erstmal meinen Dormann abfeiern für diese geile Parade und ich sag der darauf folgende Corner Ich erhöhe die Wahrscheinlichkeit, den nächsten Corner besser zu verteidigen, wenn ich mich mehr darum kümmere, Dormann anzufeiern, als den Verteidiger niederzumachen. Davon bin ich persönlich einfach total überzeugt. Heißt das, dass ich einem Verteidiger nicht mitgebe, wenn er zum dritten Mal die innere Linie aufgibt, dass er mal die innere Linie zumachen soll? Natürlich. Also natürlich braucht es auch mal ein kritisches Feedback, das dann aber einfach trotzdem konstruktiv ist. Das heißt nicht, dass wir uns jedes Mal umarmen müssen und so tun müssen, wie wenn alles nur ein Eitel Wonne wäre, wenn wir gerade eine Chance irgendwo noch gerade mit einem starken Schuss verteidigt haben. Darum geht es überhaupt nicht. Aber es geht eben schon darum, wie man mit diesen Situationen in der roten Phase umgeht und überhaupt mal eine Bewusstsein zu schaffen. Es gibt in jeden Spielphasen eine roten Zone, fast jedem Spiel. Es sind coole Spiele, wo du immer nur dominant bist und gar nichts passiert. Das ist halt die Seltenheit, vor allem dann, wenn du nicht das allergrößte Budget in der Liga hast. und die zehn bestbezahlten Spieler und was weiß ich so, da wirst du auch mal leiden müssen in einem Spiel. dann braucht es auch ein Bewusstsein dafür, dass diese Leidensmomente und diese rote Phase einfach auch zum Spiel dazugehört. Weil wenn meine eigene Erwartungshaltung als Spieler ist, ich komme heute nie in die rote Phase, das ist eins der Probleme, wenn du krasser Favorit bist in einem Spiel, wenn du erste DFB-Pokalrunde hast gegen einen Fünf-Kligisten, wenn deine Erwartungshaltung ist, ich darf nie...

Dominik Theis: Oder die deutsche Nationalmannschaft bist.

Max Senft: Wer auch immer, wenn deine Erwartungshaltung ist, also jetzt auch Mannschaftsintern, du musst so dominant sein, dass du eigentlich nie irgendwelche Chancen zulässt und dann passieren aber Chancen. ist der Umgang einiges schwieriger, wenn ich weiß, dass so etwas zu dem Spiel dazugehört. Und dass ich Strategien habe für diese Phase. Weil das sind ja Phasen, wo es richtig schwierig ist, wo du in Negativerlebnissen, gerne auch in alte Verhaltensmuster, die du vielleicht schon mal abgelegt hast, über harte Arbeit wieder mal zurückbekommst. Wenn du dir dessen bewusst bist, dann kannst du natürlich auch viel besser mit diesen Situationen umgehen. Und so würde ich das ein paar Beispiele jetzt in dieser roten Phase zu nennen beschreiben.

Dominik Theis: Und wenn ich es jetzt geschafft habe in die grüne Phase reinzukommen, na klar, dann will ich ja doch da bleiben. Aber habt ihr da auch dann bewusste Strategien, quasi auch dieses Energielevel zum Beispiel aufrechtzuhalten oder über was unterhaltet ihr euch dann in der grünen Phase?

Max Senft: Ja, haben wir auch absolut und ich glaube das einfachste Beispiel und das Beispiel, jeder kennt, wenn wir in der grünen Phase sind und wir mal durch uns und der Gegner hält vielleicht gerade mal diesen Ball. Dann kann ich einfach zum nächsten Corner gehen und nichts tun. Oder ich kann aber schon beispielsweise, das sind so die geilsten Momente in einem Spiel meiner Meinung nach, wenn mein Spieler die Kurve mitnimmt. Also wenn das bei uns da daheim, ich schau da nämlich auch gerade auf die Kurve raus von dem Raum in dem ich sitze, wenn ich mich da an den ein oder anderen Moment schon erinnere, wo ein Spieler nach einer Chance die Kurve mitnimmt durch seine G-Stick, dann hat das natürlich eine brutale Kraft den Körner besser zu bestreiten, eine Stimmung zu erzeugen, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen in der grünen Phase zu bleiben.

Dominik Theis: Wie bringt ihr den Spielern das nahe? Sind das dann immer wieder Gruppensitzungen, in denen ihr über Game-Management redet und quasi die Videoanalyse mit Ansprachen verbindet? Oder wie kommt das in die Köpfe der Spieler, dass das irgendwann ein Automatismus ist, dafür, wenn ihr in Rot seid oder dafür, dass ihr in Grün seid?

Max Senft: in dem es einfach immer ein Element in unserer Nachbetrachtung von Spielen ist. Sowohl auf Team-Ebene als auch auf Einzelebene ist es einfach ein wichtiges Element unserer Nachbetrachtung, das eigentlich in fast jedem dieser Meetings drinnen ist.

Dominik Theis: Ein anderer spannender Punkt, ich in dem Podcast, wo du zu Gas warst, bei Coach Inside gehört habe, das hast du erzählt, da seid ihr aber nicht drauf eingegangen, deshalb würde ich jetzt die Chance gern nutzen, darauf einzugehen. hast gesagt, in REIT hast du eine Kommunikationsachse etabliert. Egal ob auch.

Max Senft: Ja, ich würde sagen, wir sind dabei.

Dominik Theis: Was bedeutet das denn?

Max Senft: Ja, ihr auch diese, also die Kommunikationsachse ganz grundsätzlich, meinst du? Ja, schon einfach Verantwortlichkeiten zu besprechen, wer... wer auf welche Spieler im Spiel einwirken kann. Also vielleicht das Riederbeispiel herzunehmen, war ganz, ganz, ganz, ist glaube ich eine ganz nette Anekdote. hatten dann im letzten Sommer dort einen südafrikanischen Sechser geholt mit ganz viel Erfahrung und der auch sehr, gerne den Mund aufgemacht hat, dem das total gelegen ist auch, muss man auch dazu sagen. und hatten im linken Flügel vorne einen jungen südafrikanischen Spieler. Das heißt, es war dann ganz klar definiert auch und es hat sich nicht nur einfach ergeben, sondern ich habe auch mit dem erfahrenen Sechser viel darüber gesprochen, aber es war ganz, klar, also diese Kommunikationsachse damals bestand eben aus Dormann, zentralem Innenverteidiger, das war Dreierkette und dem Sechser, wer in dieser Achse auf welche Spieler, in welchen Phasen, wie Einfluss nehmen kann. Genau, jetzt ist es bei uns so, wenn man jetzt bei uns der Mannschaft reinschaut, dann haben wir natürlich schon auch noch mal so mittendrin auch ganz junge Spieler, also diese ganz klassische Achse, davon würde ich da jetzt mit Daniel Zohr, der jetzt auch bei der U20 dabei ist, ganz junger Spieler ist, der seine erste Zweite Bundesliga-Saison gerade spielt. Ich glaube, da würde ich jetzt zu weit gehen, wenn ich sagen würde, das ist jetzt schon unser Lautsprecher da am Platz. sondern es gibt dann einfach, ja natürlich, gibt Spieler wie in Wanne. Der schon ein ganz wichtiger Kommunikator vorne ist für die vorderen Spieler. dort eben auch extrem viel mit mir im Austausch ist über das Thema, seine Rolle betrifft, aber schon auch was die Jungs ihn herum betrifft und der das unglaublich gut auch kann und einfach eine sehr gute Beziehungsebene hat zu den Spielern und deshalb auch super auf sie einwirken kann vorne. Wir haben natürlich gerade so mit dem Frankie, mit Marcel Franke einen Spieler, auch sehr gerne oder der einfach so ein typischer Lautsprecher ist und der auch gerne laut kommuniziert zum Beispiel, wo auch klar ist, auf wen der gerade in dieser jungen Mannschaft bei uns einwirken kann. Ja, so versuchen wir einfach auch mit diesen Spielern auch diese Themen dann in Vier-Augen-Gesprächen oder im Spielerrat oder wo auch immer. eben auch über deren Kommunikation am Platz zu reden, weil seit mir ganz Anfangs mich hört kaum jemand im Stadion. Umso wichtiger ist, dass sich Spieler, die auch eine gewisse positionelle Nähe haben, miteinander kommunizieren am Platz.

Dominik Theis: Ist das etwas, was sich aus deiner Sicht oder der größte Unterschied, wenn man zwischen Profi- und Amateurfußball unterscheidet? Bei mich fragen viele immer, was ist denn jetzt aus deiner Perspektive, aus den Gesprächen mit Trainern irgendwie der größte Unterschied in deiner Trainerarbeit, wenn du im Profifußball bist, im großen Stadion oder auf dem Amateurplatz vor 500 Leuten? Ist es, dass du viel mehr rein investierst in Sachen ... Mental Game die Mannschaft vorzubereiten, weil du im Spiel viel weniger Einflussmöglichkeiten hast, als wenn du jetzt irgendwie ein Trainer bist in der fünften Liga bei 300 Zuschauern und du erreichst noch über Brüllen den Spieler auf der anderen Seite oder ist das ein Trugschluss?

Max Senft: Also es ist sicher richtig, dass ich bei 300 Zuschauern viel besser einwirken kann als bei 50.000. Aber ich glaube, ist auch im Amateurfußball und ich war ja selbst eben auch in der vierten Liga-Cheftrainer. Total wichtig ist, dass auch dort, genauso wie im Profifußball, Spielerführungen am Platz übernehmen und auf andere Spieler einwirken können. Und ich sage auch, es heißt ja nicht umsonst Führungsspieler, es gibt einfach auch Spieler. die so einen hohen Impact auf andere Spieler haben, dass der Image auf jeden Fall größer sein kann, als wenn der Trainer von außen reinschreit. Deshalb würde ich da jetzt grundsätzlich keine Differenzierung zwischen Amateur und Profi-Fußball sehen. Was natürlich schon ein großer Unterschied ist, wenn wir das Thema Mental Game bei uns ansprechen. Ich als Amateur-Trainer nicht so viel Zeit mit den Jungs zu arbeiten. Also gehen alle noch an Beruf nach und man trifft sich dann 17.30 Uhr oder 18,30 für das Training. Also es ist natürlich die Möglichkeit mit den Jungs zu kommunizieren, schon einiges weniger als bei uns, wo jeder Profifußballer ist und das auch der Mittelpunkt seiner beruflichen Profession ist. Also das ist natürlich schon dann ein ganz ganz großer Unterschied.

Dominik Theis: Wir am Anfang der Folge im Trainersteckbrief eine Frage offen gelassen, die wir zum Ende hin ja beantworten wollen. Vielleicht ist sie ja auch schon für den einen oder anderen im Kopf beantwortet, aber die Frage, was hebt dich von anderen Trainern ab? Für mich ist es einfach diese Herangehensweise, aber was ist es für dich?

Max Senft: Ich wollte jetzt gerade sagen, diese Frage muss doch jetzt du beantworten. Du unterhältst dich Woche für

Dominik Theis: Hehehehehe

Max Senft: Woche mit so vielen verschiedenen Trainern und kriegst viel mehr Einblicke, wie diese anderen Trainer ticken als ich. Dementsprechend würde ich wirklich diese Frage ungemein gerne einfach zurückschießen zu dir und finde auch, dass du sie viel besser beantworten kannst als ich.

Dominik Theis: Ja, und das ist ja das, was ich auch vorher gesagt habe. Also für mich ist es die Herangehensweise einfach daran, Weil ich finde, es gibt... Ich weiß nicht, wie die österreichische Trainerausbildung ist, ne? Ich hab gehört, dass auch ein Profi oder in was Pro-Lizenz anging. Österreich da schon früher, sag ich mal, innovativer war als Deutschland. Aber was früher ganz oft passiert ist, dass ja, sag ich mal, Schablonen auf Trainer draufgelegt wurden. Und so hier, so muss man Spielsituationen ausspielen, so hast du die Mannschaft zu führen. Und mittlerweile ist das ja alles freier, auch bei Trainern stärkenorientiert. Was ist die Stärke des Trainers? Was ist das Motiv des Trainers? Und darauf eine eigene Spielidee, eine eigene Führungsvision zu entwickeln. Und deshalb, für den einen oder anderen fällt das vielleicht schwer, weil manche Dinge im ersten Moment nicht so greifbar sind. Im zweiten Moment aber schon. Und deshalb finde ich es so spannend, sich mit dir heute zu unterhalten, weil ich das Schöne finde, dass es null Langeweile zwischen Trainern gibt. Weil es gibt so viele Trainer, die sind unterschiedlich, aber dennoch erfolgreich in ihren verschiedensten Phasen. Und dann ist ja auch immer die Frage, wie definiere ich Erfolg? Mache ich das am Ende nur an der Punktzahl fest? Mache ich das aber vielleicht auch daran fest, wie viel Nachwuchsspielern habe ich es ermöglicht, ihr Profidebüt zu geben? Wie viele Nachwuchsspieler oder junge Spieler haben durch mein Vertrauen, aber auch ihre Eigenleistung? Kaderwertsteigerung oder Marktwertsteigerung gehabt. Der Sportdirektor freut sich darüber auch sehr. Dementsprechend sind das ja so viele Punkte, die mit rein spielen ... und ich freue mich darüber immer ... differenziert am Ende zu sprechen, ... ... am Ende ein Bild nach 90 Minuten zu bekommen, was definitiv nicht bei 100 Prozent sein wird, weil die 100 Prozent, kennst nur du, ... weil das ja am Ende deine Arbeitsweise ... und deine Erfahrungen sind. Aber ich habe mich da jetzt einfach nur gefragt ... Wie viel Prozent von deiner Arbeitsweise kam erst so in diesem Profibereich dazu? Oder was von dem allen hast du schon in der vierten Liga gemacht?

Max Senft: Das ist echt eine gute Frage. Ich würde schon sagen, dass sehr vieles dazugekommen ist. dass ich sowohl, auch wenn es nur Amateurfußball war, aber in diesem Umfeld von Binkerfeld, wo ich zwei Jahre war und dort einfach auch ganz viel mit relativ wenig Druck ausprobieren konnte, experimentieren konnte, wenn niemand reingeredet hat sozusagen. Dass ich da auf viele Dinge drauf gekommen bin und dann aber vor allem auch im Profifußball und da auch in diesen vier Jahren bei der S4RID einfach glücklicherweise, das war so nicht geplant, extrem schlaue Menschen kennenlernen durfte, die mir total geholfen haben, mich weiterzuentwickeln oder neue Perspektiven zu eröffnen. Ich hoffe, dass da noch ganz viele weitere Menschen folgen und man dann noch viel mehr kreative und neue Ideen findet, damit das Ganze auch immer reizvoll bleibt.

Dominik Theis: Ich dähe mir das wie so einen großen Fußball-Think Tank dort vor, oder?

Max Senft: Das war

Dominik Theis: Lange Gespräche. Bis tief in den Abend hinein.

Max Senft: es. Das war es tatsächlich. Das konnte auch mal durchaus richtig anstrengend sein. Lukas Brandl hat uns immer dazu gezwungen, glücklicherweise. Manchmal muss man die Leute zu seinem Glück zwingen, jeden einzelnen Spieler in so einem Spielerbewertungsbogen, der nach dieser Logik geht, durchzukauen. Und dann brauchst du pro Spieler am Anfang 90 Minuten, beim fünften, sechsten Spieler bist du ein bisschen schneller, dann hast du das mal in 45 Minuten. Aber die ganze Mannschaft zu machen sind viele, viele, viele, viele Stunden. Und dann sich über diese Bewertungen auszutauschen. Das war absoluter Think Tank, das war extrem anstrengend und auch ein Prozess, wir jetzt gerade im Trainerteam... und Zweite Länderspiel über Pause jetzt auch gerade angehen, weil wir jetzt die Spieler auch nach den ersten drei Monaten einfach auch jetzt in vielen verschiedenen Situationen kennengelernt haben. Wir machen das jetzt hier auch, setzen das eigentlich fort und auch sonst. glaube, wenn du ja auch in deinem Team neue Leute begrüßen kannst, die coole Ideen haben, dann gibt es halt auch so diese Momente, wo du nach dem dritten Vorbereitungsspiel 10 Uhr am Abend eigentlich denkst, okay, in einer Stunde bin ich jetzt fertig mit dem Spiel, hab es durchanalysiert, dann machst du irgendeine Szene auf Und aus der Szene heraus ergibt sich plötzlich irgendeine drei Stunden Fußballphilosophie-Stunde. Also ich kann mich auch da noch gut erinnern, wie mich Moritz Kosmann, mit dem ich in Ried gearbeitet habe, fast schon zur Verzweiflung gebracht hat. Bis wir dann aber eben auch nach den drei Stunden auf eine komplett neue Idee, was so Winkelspiele im Aufbauspiel betrifft, Beispiel gekommen sind gemeinsam. Also ganz anstrengende Momente und ich glaube, vielleicht auch noch zum Abschluss, wahrscheinlich einer der der aller anstrengendste Momente für mich war auch als Co-Trainer und dann Chef-Trainer innerhalb eines Rahmens Erlösung zu finden. Das finde ich auch etwas, wo du extrem kreativ sein kannst, weil in einem engen Rahmen trotzdem noch neue funktionierende Lösungen zu implementieren. kann mich erinnern, unter Gerhard Struber war das, bevor wir gegen Mönchengladbach Marco Rose René Maritsch gespielt haben, wo ich stundenlang allein im Büro gesessen bin und mir überlegt habe, was können wir im Pressing gegen das machen, was willst da im Aufbau machen? Und du mittendrin wirklich eigentlich... fast schon am aufgeben bist, aber auch wieder aus diesen harten Stunden, wo man so wirklich auf den Kern kommen will und die Wurzel, wie man dieses Problem jetzt attackiert, dann versteht zum Schluss, das sind dann extrem nachhaltige und schöne Momente und die hat man glaube ich einfach, wenn man mit guten Menschen zusammenarbeitet.

Dominik Theis: Schöner Schlusspunkt. Eigentlich dürfte ich nichts mehr hinzufügen. Aber wir haben ja noch die Kategorie Trainerfrage. Du hast eine von Thorsten Lieberknecht bekommen und du musst natürlich auch eine weitergeben an den nächsten From Coach to Coach Gast. Und ich habe gehört, ihr kennt euch sogar, auch wenn ihr kein Zweitligatrainer ist. Aber nächste Woche zu Gast bei From Coach to Coach, Trommelwirbel, ist Eduard Schmidt. Eddie Schmidt versierter Spielanalyst, zuletzt für den FC Southampton unterwegs gewesen, davor Hannover 96. unter Christian Titz, aber auch beim SC Paderborn, unter Lukas Quasniok. Ja, und du hast jetzt die Ehre, dir eine schöne Frage für ihn, für seinen Einstieg in nächsten Podcast hier einmal mitzusenden.

Max Senft: Was stelle ich dem Edi für eine Frage? Also ja, wir kennen uns ziemlich gut, er war schon zu Besuch hier in ich würde ihn fragen... Was ihn in seinen Jahren Analyst im Profifußball Was ich beim meisten... bei einem Gegner überrascht hat.

Dominik Theis: Die Frage nehme ich mit und sage an der Stelle, Max, vielen, vielen Dank für deine Offenheit, dass wir dich hier heute kennenlernen konnten und mit Sicherheit viele Impulse von Trainern, die jetzt zugehört haben, mitgenommen werden konnten, aber auch, dass viele, sich für den KSC interessieren, da nochmal mehr Einblicke bekommen haben, so mehr Insights in deine. Trainerarbeit letztendlich, deshalb vielen Dank an der Stelle.

Max Senft: Sehr sehr gerne, hat mir ganz viel Spaß gemacht.

Dominik Theis: Sehr schön und wenn es euch auch Spaß gemacht hat und ihr bis jetzt noch zuhört, dann seid doch so lieb, auch wenn ihr vielleicht noch nicht so lange bei From Coach To Coach dabei seid. Wenn euch das Format gefällt, dann lasst doch ein Like da oder auch ein Follow. Hilft sehr und schaut auch gerne mal auf dem YouTube-Kanal vorbei, denn da gibt es ein neues Format namens Coaching Lab, wo jede Woche ein neuer Impuls für euch Coaches oder alle, die einfach Lust haben, bisschen mehr Ball-Knowledge zu bekommen. Zehn Minuten lang. Neuer Impuls aus der Welt des Trainers, jedes Mal was anderes. Schaut auch einfach mal dabei und schaut auch gerne nochmal an die Show Notes, denn da sind alle Informationen zum heutigen Werbepartner. Easy to Coach, auch der Rabattcode, den ihr findet als treuer. From Coach to Coach Hörer oder From Coach to Coach Hörerin. Alles in den Show Notes und ansonsten alles Gute. Ciao, ciao.

Anmelden oder registrieren

Jetzt

0:00 / 0:00