
FROM COACH TO COACH· Staffel 5· Folge 1
Robin Peter (ADO Den Haag): Mutiger pressen als PSG, Bayern & ManCity!
Mittwoch, 7. Oktober 2026 · 1 h 36
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Shownotes
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Robin Peter (ADO Den Haag): Mutiger pressen als Bayern, PSG & City
Ein deutsches Trainertalent mischt die Niederlande auf: Robin Peter hat ADO Den Haag in seiner ersten Saison nach fünf Jahren Zweitklassigkeit zurück in die Eredivisie geführt. Mit 89 Punkten, elf Zählern Vorsprung, der besten Offensive und der besten Defensive. Sein Team presste dabei intensiver als Bayern München, Paris Saint-Germain und Manchester City.
Geprägt wurde Robin bei RB Leipzig. Dort erlebte er Julian Nagelsmann aus nächster Nähe, arbeitete als Co-Trainer von Sebastian Hoeneß und profitierte von Ralf Rangnicks Spielphilosophie und Trainerausbildung. Er war Teil einer Trainergruppe, aus der so viele Profitrainer hervorgegangen sind wie aus kaum einem anderen Verein.
Zum Auftakt der neuen Staffel spricht Robin in FROM COACH TO COACH darüber, wie die Dominanz mit ADO entstanden ist. Er erklärt, warum sein Training fast immer schwerer ist als der Spieltag, warum er Fehler im Spielaufbau bewusst in Kauf nimmt und warum er vermeintlich riskanten Fußball für die sicherere Variante hält.
Themen der Folge:
⚽ Warum in den Niederlanden mutiger gespielt wird als in Deutschland
⚽ Wie ADO Den Haag zum Pressing-Spitzenreiter Europas wurde
⚽ Unterzahl, Passregeln, kein Aus, kein Foul: Wie Robin Training bewusst erschwert
⚽ Warum es bei ihm nie ein 11 gegen 11 über 15 oder 20 Minuten gibt
⚽ Mann- oder Ballorientierung: Team PSG oder Team Bayern?
⚽ Den Torwart attackieren, Wandspieler schließen, vorwärts verteidigen
⚽ Rotationen im 3-1-4-2 und wie sie den Gegnern Zuordnungsprobleme bereiten
⚽ 25 Standardtore im Aufstiegsjahr: Das Geheimnis hinter Einwürfen, Ecken und voller Box
⚽ Warum Robin Gegentore nach eigenen Aufbaufehlern in Kauf nimmt
⚽ Kein Strafenkatalog: Wie seine Mannschaft Probleme selbst löst
⚽ Die Leipziger Trainerschule: Was Robin von Nagelsmann, Rangnick und Hoeneß mitgenommen hat
⚽ Wie Robin sich mit Hospitationen, Kursen und eigener Expertise auf den Profifußball vorbereitet hat
Viel Spaß mit der ersten Folge der neuen Staffel von FROM COACH TO COACH!
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Dominik Theis: Herzlich willkommen zurück von Coach2Coach is back. Mit neuem Logo, neuem Jingle und einer brandneuen Staffel mit spannenden Coaches und Easy2Coach, deiner 3 in 1 Lösung als Trainer. Denn Easy2Coach verbindet Teammanagement, Trainingsplanung und Taktikboard in einem und präsentiert die ersten sieben Folgen dieser neuen Staffel. Eine neue Staffel, die mit einem echten deutschen Trainer-UV beginnt. dass nur die wenigsten bislang auf dem Schirm haben. Punkte, 11-zähler Vorsprung. Beste Offensive, beste Defensive. So lautet das Zeugnis meines heutigen Gastes. Es ist das Zeugnis von Robin Peter und seinem Club Adio Den Hach. Nach fünf Jahren Zweitklassigkeit dominierte sich das Team in der Premiere-Saison des 39-Jährigen zurück ins niederländische Oberhaus. Und das nicht irgendwie. Robins Team presste intensiver als Man City. Bayern oder PSG. Aber nicht nur in diesem Bereich hatte ADO Den Haag bessere Werte als so mancher Champions League-Sieger. Wir wollen diesem Erfolgsteam auf den Grund gehen und schauen dabei immer zurück in Robins Vergangenheit. dem Nachwuchs von RB Leipzig in dem Profifußball. Gebregt von Begegnungen mit Sebastian Hoeneß, Julian Nagelsmann oder Ralf Rangnick blickt Robin schon jetzt auf seinen spannenden Werdegang zurück und all das soll es heute gehen in der neuen Episode From Coach to Coach. Und damit wünsche euch ganz viel Spaß und neue Impulse mit Robin Peter.
Dominik: Ja, jetzt müssen wir natürlich schon mit der ersten Sache aufräumen. Hab ich denn schon deinen Club falsch ausgesprochen? bin immer da, ist es ADO oder A-D-O? ADO, ja wunderbar, hab ich schon die erste Sache falsch gemacht.
Robin Peter: Ado heißt übersetzt oder verlängert alles durch Ufening, also alles durch Übung sozusagen, ist die Abkürzung.
Dominik: Alles durch Übung, okay. Also fernab von diesen Logiken, die ich mir jetzt erschlossen hätte mit Fußball-, Sportverein oder Spielvereinigung, wie wir es hier haben, sondern das ist ja dann auch eine ganz andere Herleitung.
Robin Peter: Genau.
Dominik: Spannend, du bist jetzt seit einem guten Jahr da in deiner ersten Saison, seid ihr direkt aufgestiegen. Der Verein, hab ich eben gesagt, nach fünf Jahren wieder zurück. Ist aber nicht deine erste Station in Niederlanden gewesen, du warst schon mal beim FC Emmen davor. Mich würde mal interessieren, wenn man so nach ... Holland schaut, entsteht ja schnell der Eindruck, dort wird mutigerer Fußball gespielt als in Deutschland. Ist das Klischee oder Realität?
Robin Peter: Ich kann jetzt ja hauptsächlich für die Zweitliga sprechen, ist schon Realität, weil natürlich auch die maßgebliche Regel ist, dass man da nicht absteigen kann. Viel dazu beiträgt, dass Vereine einfach mehr Risiko nehmen können in Spielweise, aber auch in der Besetzung der Mannschaft. Also man hat mit den zweiten Mannschaften und auch mit vielen jung talentierten Spielern auch gewisse, vielleicht nicht ganz so viel Konstanz, würde ich sagen, in der Leistung, wie man es jetzt hat, wenn man nur mit entzwanzigjährigen oder dreißigjährigen Profis spielt. Und zusätzlich fällt der Abschießkampf weg. Also das ist schon, glaube ich, ein Kriterium, warum ein bisschen mutiger, offensiver... gespielt wurde als vielleicht in Deutschland.
Dominik: Erinnert ein bisschen an dieses USA-Modell, worüber ich auch schon mal im Podcast mit Trainern gesprochen hab. Die gesagt haben, das verändert die Spielweise komplett, weil das die Basis ist, dass du auch mutiger sein kannst. Ja, das wird sich jetzt wahrscheinlich bei dir so ändern. Eredivisie, Erste Liga ist dann schon mal was anderes. Keine Zweitvertretung mehr, also jeder Gegner wird voll dieses Ergebnis am Wochenende kämpfen. ADO ist und die RRDVS sind jetzt deine Gegenwart. Wir wollen aber zunächst mal noch mal kurz in deine Vergangenheit als Trainer blicken. Denn mit der Trainerfrage, man letzter Gast Julia Simic hinterlassen hat, die dreht sich nämlich darum, wenn du mal in den Rückspiegel schaust, würdest du in deiner Trainerlaufbahn etwas anders machen? Und wenn ja, was?
Robin Peter: Da ich ja jetzt dort bin, wo ich bin und damit sehr zufrieden bin, würde ich sagen nein. Das ist natürlich rückblickend immer leichter gesagt als in den jeweiligen Momenten, weil natürlich ... Wenn ich mich in das damalige Ich versetz, wie es in manch einer Situation ging, würde der frühere Robin da bestimmt sagen, ja, wäre gut, wenn es anders wäre. Aber es ist natürlich so, dass alle möglichen Berge und Täler und Erfolge und Misserfolge und Zufriedenheit und Unzufriedenheit immer eine Entwicklung bewirken. ich glaube, dass alle Sachen, so wie sie gekommen sind, mir gut getan haben im Sinne meiner eigenen Entwicklung. Insofern bin ich... bin froh darüber, so wie es gelaufen ist. war nicht alles perfekt, aber es hätte bei weitem schlimmer sein können. Von daher passt das.
Dominik: Wenn du sagst, es war nicht alles perfekt, was war denn nicht perfekt?
Robin Peter: Also alleine mal der Aspekt des Erfolges, dann glaube ich, würde ich mal unterstellen, dass jeder Sportler, jeder Spieler, jeder Trainer gewinnen will, so viel wie es geht. Und da gibt es ja schon mal Misserfolge in vielerlei Einzelspielen oder verfehlte Ziele. Saison, weil es hätte perfekt laufen können. Also Meisterschaften in der Jugend, die es vielleicht gab und welche, es nicht gab. Und genauso bei anderen Stationen kleine Situationen und gewisse Dinge immer dazu führen, dass ein Spiel vielleicht nicht gewonnen, sondern unentschieden oder verloren gegangen wird. Das wäre mal so das Elementare. Aber sonst glaube ich, dass meine grundlegenden Entscheidungen... für mich, wie ich selber meine eigene Entwicklung sehe und da auch viel Perspektive und Geduld, glaube ich, im Gepäck hatte, dass das schon mal grundlegend gut war, dass ich sicher in dem einen oder anderen Moment vielleicht hätte früher einen Schritt machen können oder wollen, ob es dann in der Jugend, in der nächstwöchentlichen Jugendmannschaft ist oder von der Jugend in Profibereich. Die Möglichkeiten gab es auch bisschen eher schon für mich. Das hat dann nicht sollen sein und das hat auch Gründe und ist auch gut so, klar, hätte es vielleicht auch anders oder noch besser laufen können. in Summe glaube ich, dass das Trainer- und das Spielergeschäft auf dem Level, wo wir uns bewegen, sehr umkämpft ist und sehr viele Leute dorthin wollen. Wenn man das Privileg hat, dort sein zu können und da bisschen was dafür getan hat, sich das sicher auch erarbeitet hat, dann... glaube, ist erstmal gut, dass man damit zufrieden ist und dann wieder schaut, was kann man daraus idealerweise am besten machen.
Dominik: Es stimmt. Und du bist in der 1. niederländischen Liga angekommen, bist Erstligatrainer. daher hast du jetzt nicht so viel falsch gemacht, würde ich mal aus der Ferne behaupten, hier aus meinem Kreisliga-Bundzimmer. hast ja schon angesprochen, du warst jahrelang bei RB Leipzig, kennst die Jahre, wo es nicht nur Hochglanz war, sondern auch im Container quasi, gelebt habt als Trainer, als die Profis noch in der Regionalliga gespielt haben, also aus dem Verein, der Pique gesehen. Wir werden später auch
Robin Peter: Ja.
Dominik: noch mal detaillierter darüber sprechen, aber Da ist ja auch ein Teil, das dich geprägt hat. Wird da wahrscheinlich auch immer wieder Vor allem auch vielleicht in dem Trainersteckbrief, den ich für dich vorbereitet habe. Mit ein paar kurzen Fragen, wo unsere Gäste dich schon mal besser kennenlernen können in vielen verschiedenen Bereichen. Und zwar, sag mal, wenn du morgen Trainingsfeier hast, was du vielleicht hast, vielleicht aber auch nicht, womit verbringst du den Tag?
Robin Peter: morgen in dem konkreten Fall, glaube ich, der halbe Tag schon am Strand stattfinden bei den Temperaturen hier.
Dominik: Das ist ein Luxus, Zum Abschalten.
Robin Peter: Ja, ja, ja.
Dominik: Da bin ich auf jeden Fall neidisch. Vielleicht denkst du trotzdem drüber nach. Auch am Strand. Was ist denn deine Lieblingstrainingsübung?
Robin Peter: 11 gegen 11.
Dominik: Welcher Satz fällt von dir im Training besonders häufig?
Robin Peter: Weisja Sattz Ich coache nicht so oft in ganzen Sätzen. Also was man häufig hört, ist wahrscheinlich Press. Ich denke am häufigsten Press.
Dominik: Deine Lieblingsgrundordnung?
Robin Peter: 3 1 4 2
Dominik: 3, 1, 4, 2, 2 8. In Ballbesitz. Okay, kommen wir später nochmal in der anderen Phase drauf. Zurück.
Robin Peter: Innenbei Besitz. Innenbei Besitz. Ja. Ja. Ja.
Dominik: Vorher interessiert mich aber, wenn wir jetzt schon dabei sind, was ist denn dein liebstes taktisches Detail?
Robin Peter: Hmmmm Ich glaube, Einzelspielerpositionierung im Spielaufbau in Bezug zum Gegenspieler.
Dominik: Welche Statistik schaust du dir nach dem Spiel denn als erstes an?
Robin Peter: Wahrscheinlich, weil es ziemlich weit oben steht in unserer Liste XG und XG against. Und dann der Rest.
Dominik: Warum?
Robin Peter: Na ja, erstens weil es am weitesten oben steht, glaube ich, nach dem Ergebnis. Also in der Übersicht, die ich bekomme,
Dominik: Das ist einfachsten.
Robin Peter: kommt nach dem Ergebnis immer XG. Und XG bildet ja dann schon nochmal eine bisschen bessere Chancenqualität ab, als jetzt nur Schüsse. und Schüsse dagegen, weil du kannst ja zwei Riesenchancen zulassen und hast selber halt noch 15 Schüsse aus 35 Metern, die kaum MixG produzieren, dann hast du halt MixG deutlich verloren, weil du nicht so viele klare Chancen produziert hast, wie vielleicht der Gegner. Aber hauptsächlich gucke ich es mir an, weil es weiter oben steht.
Dominik: Ehrliche Aussage. Welche Spielphase coachst du denn persönlich am intensivsten?
Robin Peter: Intensivsten glaube ich ist umschalten, Ballverlust und oder Pressing.
Dominik: Also schon die Phasen dann gegen den Ball mehr.
Robin Peter: Genau, Intensität im Sinne von Lautstärke und Begleitung, weil da oft so, ich den Eindruck habe, dass so Impulsunterstützung und einfach, ja, verbales Begleiten der aufwendigen Arbeit im Sinne von helfen und mit dabei sein hilfreicher ist, als jetzt im Ballbesitz, wenn jetzt keine Entscheidungen... vorgeben. Ballbesitz coach ich auch dann eher ballfern meistens, wenn es Läufe geht, Freilaufen, Positionsanpassungen. Aber ich wird jetzt nie im Spieler, nicht nie, aber ich glaube, coach ich selten Spieler im Ballbesitz.
Dominik: Spieler mit Ball ist schon eher tabu.
Robin Peter: Ja, ja.
Dominik: Wenn dann Spieler ohne Ball in der Spielphase
Robin Peter: Ja.
Dominik: mit Ball. Interessant glaubst du, dass, wenn wir jetzt noch mal auf das andere sprechen, dass du gerne einfach im Pressing die Lautstärke mitgibst und so einen Impuls auch dann gibst von außen, dass sich das jetzt in der ersten Liga verändern wird, weil die Stadien größer sind, die Lautstärke eine andere sein wird. Ich hab keine Ahnung, wie viele durchschnittlich in den niederländischen Zweitliga-Stadien unterwegs sind und wie viele in den Erstliga-Stadien, aber ... Das ist schon nochmal ein großer Unterschied, wenn einfach 10.000 mehr da sind.
Robin Peter: ich weiß nicht, wir hatten jetzt bei uns immer so 15 und auswärts das ein oder andere Mal. Ich Vitesse, Cambiola, da waren auch vielleicht noch paar mehr. Da war ich immer noch hörbar, bilde ich mir ein. Wie es dann in den ganz großen Stadien ist, müssen wir ausfinden, aber ich glaube, ich werde es trotzdem machen.
Dominik: Wofür bekommen deine Spieler denn am häufigsten Lob?
Robin Peter: Naja, ich ich kritisiere und lobe erstmal grundsätzlich nicht ganz so viel insgesamt. Aber wenn dann natürlich immer für grundlegende Verhaltensweisen, die uns entsprechen. Also beispielsweise wenn einer jetzt einen Ball für eine Detikette spielt, was wir an dem Moment halt haben wollten, der kommt halt auch nicht an, weil die Ausführung schlecht ist, dann würde ich das Verhalten trotzdem erstmal loben und nicht kritisieren, dass der Ball nicht ankommt, sondern... Ich glaube, ist wichtig, dass klar ist, was ich sehen will, wenn ein Ball mal nicht kommt oder ein Pressing mal ein Pressschlag da ist und er trotzdem den Ball nicht gewinnt. Dann sind das immer Feinheiten, die ich trotzdem gerne anerkenne.
Dominik: Das ist interessant, weil ich hab gerade direkt so ein Reel verorgan, was ich seit Tagen immer reingespielt bekomme von Schalke 04 Amirom Muslic, der Ron Schallenberg im Training gelobt hat für einen Fehlpass. Dafür wohl gesagt, Ron, das sind genau die Bälle, die wir auch brauchen, ohne Risiko, aber mit einer großen Chance im Gegenpressing wieder zu obern, auch wenn er nicht ankam, kein Problem, aber diese Bälle vom Grundverhalten sind richtig. Das ist ja auch genau, geht in die Richtung, die du auch gerade angesprochen hast.
Robin Peter: Absolut. Genau.
Dominik: Weiß nicht, ob du das Reel auch gesehen hast.
Robin Peter: Nee, ich nicht gesehen.
Dominik: Kommt vielleicht noch an deine Timeline.
Robin Peter: Das kann sein, ja. Jetzt wo du es angesprochen hast, auf jeden Fall.
Dominik: Was kostet... er hört natürlich mit hier. Was kostet dich als Trainer denn am meisten Energie?
Robin Peter: alle Dinge den eigentlichen Trainerberuf herum.
Dominik: Wie viele sind das denn?
Robin Peter: Also organisatorische Dinge, Zusatztermine. Es gibt ja auch in jedem Verein. wie ich das sagen, Cremien oder Strukturen, wo man als Trainer involviert ist, ... wo man für gewisse Dinge ... vielleicht sich erklären muss ... oder wo man für gewisse Dinge auch ... ein bisschen kämpfen muss ... und sich einsetzen muss und will. Also all die Dinge, ... ... die drum rum sind, ... die kosten natürlich auch ... Kraft und Energie ... und da brauchst du beharrlichkeits- und Kontinuität ... ... und die Kunst auch nicht ... ... alles anpacken und ändern zu wollen, aber ich Ich finde trotzdem, wenn ich den Eindruck habe, Dinge, unsere Leistung beeinflussen, das was mit dem Gym zu tun hat oder mit der Ernährung ... ... oder irgendwelchen infrastrukturellen Themen, ... ... dann bin ich da gerne daher und versuche Dinge zu verbessern. Und dann gibt es natürlich noch viele andere Sachen.
Dominik Theis: Sich viele Sachen neben dem Platz zu kümmern, kennt ihr Coaches da draußen wirklich sehr gut. Und ihr merkt, das hört auch im Profifußball nicht auf. Auch wenn es vielleicht andere Themen sind. Aber damit du mehr coachst und weniger organisierst, gibt es Easy2Coach, dem heutigen Werbepartner der Folge. Easy2Coach ist deine 3 in 1-Lösung für Teammanagement, Trainingsplanung und Taktikbord. Gerade der Teammanager bietet dir verschiedenste Möglichkeiten. Einen Terminkalender kannst du komplett pflegen mit allen Sachen, Teamevent, Spieltraining. Einzelne Spielerprofile. Wenn du Bewertungsbögen von den Spielern hast, was ich sehr gut finde und auch immer zweimal im Jahr gemacht habe, kannst du sie zentral darin lagern. Man hat immer Zugriff, du kannst Verletzungen abwesenden, alles da eingeben, aber auch praktische Sachen wie Mitfahrgelegenheiten, Materialdienst und und und. Du merkst, mit Easy to Coach gilt mehr Coaching, weniger organisieren für dein Team. Gehe einfach, wenn es dich interessiert, auf easy2coach.net slash podcast. Und dann kriegst du mit dem Code FCTC 25 % aufs erste Jahr Premium. Probier's doch einfach mal aus und jetzt viel Spaß weiterhin mit der Folge.
Dominik: Du gehst da ja auch schon oder schlägst auch in die Kerbe, dass diese Fülle an Aufgaben, die einem Fußballtrainer im Profibereich gestellt werden, ja immens sind. Und je höher oder je besser die Mannschaft ist, desto mehr ist es. Nehmen wir mal einfach nur den großen Unterschied zwischen einem Bundesligatrainer und einem Premier League Trainer, der ja gleichzeitig auch der Manager ist, plus einen viel größeren Staff allein schon auf dem Platz hat.
Robin Peter: Ja.
Dominik: Das ist jetzt keine Frage, die da eigentlich mit reinspielt, was den Trainersteckbrief angeht. Aber wenn wir schon dabei sind, mich mal interessieren, seid ihr Profitrainer überhaupt dafür ausgebildet, dann für diese Anforderungen, mittlerweile der Profi-Fußball mitbringt? Weil man wird ja immer weniger zu diesem Trainings-Trainer und zu dem, was einen eigentlich früher stark gemacht hat.
Robin Peter: Ich glaube, dass die Tätigkeit an sich ein großer Bestandteil des Trainings ist. dann ist außerhalb der Lizenzstrukturen der jeweiligen Länder und Verbände jeder aus meiner Sicht auch selber verantwortlich, bestmöglich vorzubereiten. Ich habe recht früh, ich hatte ein sehr gutes Umfeld aus meiner Sicht zum Lernen und mich entwickeln. bei Leipzig damals und habe mich schon geschaut, was sind Sachen, die ich auf jeden Fall im Verein habe und was sind Dinge, wo ich mich selber darum kümmern muss. Und dann habe ich diese ganzen Themen nochmal, die ich besser verstehen wollte, wie welche Formen fürs Lernen einfach günstig sind, wie Lernen funktioniert, auch der ganze Aspekt der Psychologie, der ganze Aspekt der Kommunikation, der Führung. Da habe ich jetzt sehr viel investiert in private Aus- und Weiterbildung. zu dem, was ich schon hatte, ... weil natürlich gerade das ganze technische Thema ... Videoanalyse ... ... ... Trainingsmethodik ... und alles, was man sich vorstellen kann ... ... ... high-level Nachwuchsakademie hatte ich ja ... ... und habe mir dann rausgesucht, ... brauchst du drum rum ... ... mich einfach ... bestmöglich vorzubereiten ... für was auch immer, weil ich wusste ja nicht, ... ob ich mal Profitrainer werde oder nicht. So ein bisschen Gamble. Und wie andere das Handhaben, weiß ich nicht. weiß schon, dass im Fußballlehrer hatten wir ja auch in meiner Laufbahn das erste Mal richtig viel Zeit, sich mit den Dingen zu beschäftigen. Davor waren die Lizenzen ja, glaube Lizenz waren irgendwie gefühlt, weiß nicht mehr ganz genau, zwei, drei Wochen hinten und A, Lizenz, das selbe, irgendwie drei Wochen, dann waren wir da glaube ich fertig. Das ist ja auch klar, das sind drei Wochen, keiner in so einer großen Gruppe. Also... Outstanding viel ausgebildet und verbessert wird in dem, er den ganzen Tag so tut. Und dann war der Fußballlehrer schon auch trotzdem eine tolle Gelegenheit, weil du einfach viel mehr Zeit hattest, dich auch mit Themen nochmal zu befassen, auseinanderzusetzen, niederzuschreiben, zu unterfragen, Inspiration zu sammeln. Aber grundsätzlich glaube ich, dass es schwer ist über einen Verband wirklich eine ganzheitliche Ausbildung für die Anforderungen. des Profitrainer wirklich anzubieten.
Dominik: Würdest du die These unterschreiben oder ablehnen, dass mittlerweile in den meisten Vereinen im Profifußball nicht der Manager, nicht der Sportvorstand eigentlich einen Club führt, sondern mittlerweile der Trainer, weil er so eine Gewichtung bekommen hat, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch was diese Aufgaben und die Verantwortung angeht?
Robin Peter: Das weiß ich nicht, ich glaube, ist sehr unterschiedlich von Verein zu Verein. Auch nochmal in den verschiedenen Ländern, das ja mit England auch das Beispiel gebracht, ist ja auch nochmal grundlegend andere Überlegungen bei den allermeisten Vereinen, das so zu handhaben. Und ich glaube auch jetzt in Deutschland oder hier ist es sehr unterschiedlich, kommt auf die Vereinsstruktur an. Es ist ja schon so, dass viele Vereine immer mehr dem Multiclub-Ownership angehören. Auch neue Strukturen, andere Strukturen, wo es ganz unterschiedlich ist, wie sehr dort Investoren auch Fantasien, Ideen, zur Mitwirkung haben, Wünsche und auch wie die Struktur aussehen soll, das Organigramm aussehen soll. Also ich glaube, sehr vielfältig. Und das ist auch so bisschen die Herausforderung, glaube ich. Wie baut man ein Scouting auf? Spricht der Trainer viel mit? Macht man nur ein Datenscouting? Spielt der Trainer gar keine Rolle? Hat der Verein eine Spielphilosophie? Ist der Trainer eine Spielphilosophie? Das sind schon mal grundlegende Fragen, vorher so bisschen in die Richtung zielen. Verantwortung und Mitwirkung auch ein Trainer überhaupt bekommen kann. Wenn jetzt im Scouting sowieso kein Thema ist, weil der Verein beispielsweise massiv datenbasiertes Scouting hat und eine eigene Spielphilosophie, dann ist ja auch klar, worum es geht. Das auch, glaube ich, hat er früher und wieder, weil der Trainer auch dann raus ist und dann andersrum. Wenn dem nicht so ist und der Trainer auch bisschen Spielphilosophie bringt, dann ist vielleicht auch... Nützlich ist der Trainer auch bisschen mehr involviert in Rekrutierung. So sehe ich das. Ich glaube, das ist sehr unterschiedlich einfach zu betrachten.
Dominik: Wie ist das bei euch jetzt so, wenn du auch Thema Scouting ansprichst? Seid ihr da genauso datenbasiert unterwegs und habt da auch schon klare Spielerprofile von der, warte das klar ist? Oder bist du schon jemand, der selbst auch viel dann sich Videos noch anschaut von Spielern, zu schauen, passt das zu mir, passt das zu uns? Und am Ende wird mich da auch mal interessieren, wie wichtig ist dann auch in der Entscheidung, ob ihr den oder ob du den Spieler willst, das persönliche Gespräch mit dem Spieler?
Robin Peter: Wichtig und aktuell ist so, ich mir jetzt also jeden Spieler, der der Verpflichtungskandidat ist für uns, den schaue ich mir an und ich spreche auch und bisher habe ich auch mit jedem gesprochen. es irgendwann mal anders ist, weiß ich ja bisher, es so. Ich glaube auch, dass wir es gerade aktuell so machen und weitermachen, weil es ja immer auch So ist es der Trainer und der Spieler tagtäglich miteinander arbeiten. Das macht Sinn, die beiden, die miteinander zu tun haben, sich kennenlernen und auch einen Eindruck voneinander gewinnen. Mit wem habe ich es da zu tun? Passt das? Wie gut passt das? Und auch in der Verpflichtung glaube ich, auch wichtig, dass für mich als Trainer, und das ist jetzt so, meine Meinung gefragt ist, ich mir auch Spieler anschaue. und dort meine Meinung dazu abgeben und mich einbringen, immer im Sinne der Sache. dann am Ende des Tages ist ja auch klar, dass Entscheidungen, wenn mehrere Leute involviert sind, muss man immer auch in der Lage sein, Konsens zu treffen. Und das ist hier so und das war anderswo auch so. Deswegen gehört es auch zu den notwendigen Fähigkeiten eines Trainers, glaube ich, sich da auf auf einvernehmliche Lösungen einlassen zu können.
Dominik: Alright, dann biegen wir von der Sidequest, während die Möwen hoffentlich nicht dein Trommelfeld zerstören im Hintergrund. Mal ab, wieder auf den Trainersteig Breivorf, unsere Hauptstraße.
Robin Peter: Ja.
Dominik: Und da habe ich die nächste Frage hier stehen. Welcher Trainer inspiriert dich aktuell am meisten im Weltfußball?
Robin Peter: Uhhh aktuell am meisten. Ich kurz überlegen.
Dominik: Gar nicht so einfach.
Robin Peter: Gar nicht so einfach. Also es war jetzt bis ... Wenn nichts mehr passt, macht er jetzt gerade nichts. Wir sehen trotzdem noch Pep, Gorat und Jola. Auch wenn es mal nicht so gut lief. und immer mal wechselnd. ja, wird jetzt momentan ad hoc für Stand heute. Will jetzt keinen nennen können, aber zuletzt schon Guardiola.
Dominik: Mhm. Und gab's andere Tränen auch, weil du's jetzt auch angesprochen hast, wo du öfter einfach bewusst mal Spiele geguckt hast, weil du sagst, entspannt.
Robin Peter: also klar, die Mannschaften, deren Spielweise mir auch sehr entsprechen. Also Kompany, Enrique, damals in Leipzig, da ich ja sehr viel, sehr nahe, auch über Nagelsmann miterleben dürfen, fand ich auch super. Ja, da gibt es einige, die bekanntesten. Hansi fliegt bei Bayern, war auch klasse. Barcelona habe ich jetzt nicht ganz so viel gesehen, muss ich ehrlich sagen im Vergleich zu damals.
Dominik: Dann machen wir mal den Switch von der Trainerperspektive zur Spielerperspektive. Was ist denn aus deiner Sicht die unterschätzte Eigenschaft eines Profifußballers?
Robin Peter: Ich festgestellt, dass sie schon einen großen Spieltrieb für so kleine Spiele haben Dinge, ich mir so oder die ich auch früher als ich U14-Trainer war, hat man oft gehört, was man mit Profis nicht mehr machen kann. Das habe ich mir selber widerlegt. Man kann wunderbar ganz viele Wettbewerbe und Spiele machen, wo 36-Jährige, 33-Jährige, wie ein U14-Spieler auch. Spaß am Spiel haben und versuchen, das zu gewinnen. Das ist mir aufgefallen, muss ich sagen.
Dominik: Was sind das für Trainingsformen, Übungsformen, von denen du sprichst, von du auch früher dir sagen lassen hast, das kannst du wahrscheinlich mit Profis nicht so machen. was geht es da? Geht ja wahrscheinlich nicht 11 gegen 11.
Robin Peter: Ich gehe nicht 11 gegen 11, es geht vielleicht Passstaffeln, kleine Spiele, so verschiedene Rondos, die vielleicht auch bisschen Spaß in Charakter manchmal haben, gerade im Erwärmungsbereich. So Sachen, genau.
Dominik: Hin zur Selbstreflektion. An welchem Thema arbeitest du bei dir selbst gerade am meisten?
Robin Peter: Also ich arbeite eigentlich konstant an mir, mit allen Dingen, die mich belasten, muss ich sagen. Das heißt, ich habe eigentlich immer einen Ansprechpartner, wo ich regelmäßig, ein-, zweimal die Woche, manchmal 14-tägig einfach Kontakt bin und Dinge, mich nerven, belasten, fordern oder wie auch immer. Auch Dinge besprechen, wenn es gut läuft, aber eigentlich immer schaue, dass ich die Sachen wie frei bekomme, dass ich Wenn ich einen Widerstand habe oder wenn ich merke, es ist einfach anstrengend zu schauen, was ich dort wieder gelassen, entspannt, frei orientiert zu sein. Also würde ich sagen, dass ich dann daran arbeite, dass kontinuierlich dem stelle, dass ich mich mit meinen Problemen befasse. Genau, das glaube ich Was so meine Arbeit ist, da dran zu bleiben. eigentlich tagtäglich, ohne dass ich jetzt tagtäglich irgendwie ein Coaching nutze, aber dass ich schon da aufmerksam bin und nichts wegschiebe oder irgendjemand was auslasse, was nicht zu ihm gehört.
Dominik: Geht es da viel dann auch Selbstführung? Weil Ralf Kettemann zum Beispiel hat im Podcast viel auch darüber gesprochen, dass er gesagt hat, okay, ich habe richtig Bock auf diesen Profifußball, aber ich möchte ihn gesund erleben. Und daher hat er gesagt, ich muss lernen, mich auch selbst zu führen, auch abseits des Trainings, abseits des Platzes. Was zum Beispiel Abschalten angeht, was aber auch das Verarbeiten von Problemen, wie du gesagt hast, auch Sachen, die einen als Trainer einfach dann nerven im Alltag. Geht es da viel darum bei dir?
Robin Peter: Naja, also ich weiß ja nicht, was er genau dann meint unter Abschalten oder Selbstführung, aber logisch ist für mich wichtig, dass ich mir treu bleibe und dass ich in der bestmöglichen Verfassung bin, weil ich ja einer Position bin, wo... Leute meistens mich suchen mit Anliegen, mit Kritik, mit Fragestellungen. Und je besser meine Verfassung ist, mein Raum ist, desto höher ist natürlich die Qualität, die ich dort bieten kann. Das ist eigentlich das, wofür ich Sorge tragen muss. Belasten, regelmäßig, zeitnah immer wieder aufräumen, auch wenn das dann auch manchmal der nervige Aspekt ist, wie sich wieder mit etwas zu beschäftigen. Dort dran zu bleiben, einfach die Qualität und die Gelassenheit und alle Dinge, die mir so entsprechen, beizubehalten.
Dominik: dann sind wir schon fast am Ende hier und ich würde mich dann noch dafür interessieren, was ist denn deine größte Stärke?
Robin Peter: Ich glaube, dass ich sehr ruhig und gelassen in unterschiedlichsten Situationen bleiben kann und gut beobachten Viel Aushalt in dem Sinn, was für mich dann oft nicht so ist, als ob ich viel aushalten müsste. glaube, ist schon, was zumindest andere sagen würden, was eine Stärke ist für mich selber. Ich erlebe es ja nicht wie ein anderer. In Relationen kriege ich es nur rückgemeldet.
Dominik: Ist das da naturell oder hat sich das verändert im Laufe der Trainerjahre?
Robin Peter: Ich glaube, sowohl als auch eine solide Veranlagung dazu besteht. Nicht so schnell sich aus der Ruhe bringen zu lassen, aber gleichzeitig auch sehr viel Training, Reflexion und Maßnahmen dazu beigetragen haben, dass es besser wird und oder zumindest nicht schlechter.
Dominik: Bist du dadurch auch nicht so anfällig, dafür immer ständig irgendwie neue Ideen oder neue Sachen zu verändern, weil du irgendwie neue Strömungen irgendwo aufgeschnappt hast, neue Inspirationen und dadurch sehr klar bei dir bleibst. Auch im Misserfolgsfall ist das sowas in die Richtung.
Robin Peter: ja, ist auch schon länger so, dass ich eigentlich wenig Impuls habe, mir irgendwas zu verändern. Jetzt nicht, weil es immer erfolgreich war, ich halt immer versuche, meiner Logik zu folgen und die Sachen nüchtern zu sehen. ja, natürlich gab es von außen letztes Jahr nicht so viel. Kritik oder Anregungen zur Änderung, weil wir natürlich massiv viele Spiele gewonnen haben und auch in einer guten Art und Weise.
Dominik: Neun und neunzig sprechen für sich.
Robin Peter: es gab zwischenzeitlich mal eine Phase im Winter, da hatten wir immer noch 15 oder 18 Punkte Vorsprung und es hat sich kurz so angefühlt für mich, als ob wir Abstiegskampf sind, weil wir in vier Spielen nur einen Punkt geholt hatten. dann war ich aber schon auch froh mit meinem Umgang. Meine Reinglienzweise, dass ich mich von wo auch immer der Wind her geweht hat, mich nicht irritieren lassen habe, ohne dass ich das ignoriert habe, sondern schon auch gewillt bin. Das mache ich ja immer, schauen, woran lag es und was bedarf es an Veränderungen. Aber da für mich gelassen geblieben bin und das war auch eine Rückschau sehr spürbar bei der Mannschaft. haben schon ein paar Spieler rückgemeldet danach, dass sie das schon sehr geschätzt haben. gar nichts gewackelt hat, sondern wir einfach ganz normal weitergemacht haben und uns darauf fokussiert haben, die einfachen Dinge, die wir gut können, gut oder besser zu tun. Und das ist, glaube ich, gute Rangehensweise. mal,
Dominik: Was ist denn deine größte Baustelle? Wenn wir den Spieß mal umdrehen.
Robin Peter: Ich beobachte ja gern und viel, bin recht aufmerksam, kriege viel mit und dann fallen mir oft auch viele Dinge auf, die verändern könnte. Drumherum, ich bin auch sehr breit interessiert in verschiedene Themen, auch durch meine Ausbildungen etc. Dann neige ich schon dazu, auch meine Meinung zu allen möglichen Bereichen, Ernährung, Infrastruktur, was auch immer. mitzuteilen und versuche, anzugehen, zu verbessern. Und da bin ich manchmal vielleicht bisschen zu sehr hinterher.
Dominik: Also möchtest du überall das, was du hier auch weißt, dann auch mit einfließen lassen und einen Einfluss auf verschiedenste Bereiche nehmen, die zu professionalisieren.
Robin Peter: nicht überall, aber wenn ich jetzt was sehe, was aus meiner Sicht Sinn macht, dann hätte ich es schon gern, wenn es eine Problemstellung ist, gern gelöst. Wenn es eine Optimierung ist, schon gerne die Möglichkeit, dass wir das in Erwägung ziehen, weil ich denke immer, dass Alles, was wir verbessern können, was dem Spieler und dem Staffmitglied hilft, bessere Leistung zu bringen, ist es wert, angeschaut zu werden. Da bin ich jetzt nicht super penetrant, da habe ich mich auch schon sehr verändert. weiß nicht, ob ich super penetrant war. Irgendwann müssten wir paar Kollegen fragen aus der Vergangenheit. Da habe ich schon Fantasie, dass der eine oder andere die Idee haben könnte, dass ich dann bei Sachen sehr hinterher bin und auch bisschen nerve, wann es denn wird und wie es denn wird und warum es noch nicht ist. Aber da bin ich, glaube ich, sehr viel gelassener geworden. Aber mir fallen trotzdem Dinge auf und da habe ich mich gut drin geübt, auch Sachen auch sein zu lassen, so wie sie sind. Und dann wird es manchmal auch anders gehen. Das habe ich jetzt auch erfahren, zum Glück.
Dominik: Alright, dann habe ich auf meinem schlauen Zettel nur noch eine letzte Frage stehen. Dann geht's hier mit dem Step weiter über deine Spielidee zu reden. Vorher möchte ich aber gerne noch wissen, was ist denn dein größter Wunsch?
Robin Peter: Mein größter Wunsch ist, glaube ich, einfach, dass ich mein Dasein gesund und vital weiter gestalten und erleben kann. Das ist eine super Grundvoraussetzung und den Rest muss ich dann schauen, wie ich das Beste daraus mache.
Dominik: Ist doch eine gesunde Einstellung auf jeden Fall. Und bislang hast du es ja auch gesund, den Erfolg erlebt. Als du vor einem Jahr zu Ardo Den Hach gekommen bist, welchen Zustand hast du da vorgefunden?
Robin Peter: Mannschaft.
Dominik: Ja, oder auch Club, weil es eine bedingt das andere am Umfeld auch.
Robin Peter: Es war ein bisschen turbulent, weil gerade kein Trainer da kein Sportdirektor da. Der Trainer war dann da, ich kam, aber kein Sportdirektor. Ich habe es nicht allzu viel mitbekommen, weil es dann maßgeblich vor mir war, aber schon ein bisschen Unruhe bei den Fans und auch so im Verein. Was passiert, wie geht es weiter? Ich hatte eine solide Anzahl an Spielern. Wir hatten glaube ich schon 15, 16 Profis. Also echt vernünftig und dazu noch paar Jungs aus der U21. Das heißt, wir hatten eine gute Trainingsgruppe, echt ambitioniert. Die hatten richtig Bock. Die haben vorher 2,5, 3 Wochen mit dem jetzigen Co-Trainer im Levy trainiert gehabt. Das war gut und dann war es schon ein bisschen... Aufbruchstimmung, die wir dann schon frühzeitig hatten, weil vorher die Messlatte nicht so hoch lag mit dem Abgang des Trainers, lange Trainersuche, dann Sportdirektor auch nicht mehr da. Und dann war schon so bisschen, im Umfeld, soll denn das werden? Das hat sich aber schnell gedreht, dann war der Ölgi cool.
Dominik: Es sind ja jetzt nicht die besten Startvoraussetzungen gewesen, danach so eine dominante Saison hinzulegen. Vor allem auch unter dem Aspekt würde es mich interessieren, ich auch mal eine Folge mit Vincent Heilmann, der hat quasi den anderen Step ja jetzt gemacht und ist mit Heracles Almelo abgestiegen, hat er ja auch erst ganz am Ende übernommen. hat ja diese Individualität der Spieler steht in den Niederlanden überall, vor allem im Jugendbereich und Fluch und Segen zugleich. Gerade in diesem Teamkontext sagte er es dann schwierig, weil oft die Individualinteressen dann doch irgendwie über dem Teamkontext stehen. Hast du das auch so wahrgenommen jetzt in deinem Bereich im Profifußball?
Robin Peter: Nicht so sehr, also schon mitunter, aber nicht so sehr, muss ich sagen, wie du es jetzt beschreibst, wie er es geschildert hat. Ich habe ja einmal in Emmen gearbeitet, in Niederlanden. Da gab es schon ... eine geringe Anzahl von Spielern, wo ich gesagt hätte, okay, da ist deutlich mehr Aufmerksamkeit notwendig, als ich jetzt gewohnt bin oder als ich es erwartet hätte. Jetzt sehe ich gar nicht, muss ich sagen. auch geschuldet dem, wie meine Trainingsmethode ist und wie wir spielen wollen. gibt es in gewissen Bereichen nicht so viel Freiraum. die Wahl schon, du machst das halt mit oder... funktioniert halt nicht. Danach habe ich natürlich immer Zeit zu sprechen und beziehe auch gerne Spieler ein. Aber ich glaube, das war schon auch bisschen positiv im Sommer, dass die Mannschaft aus einer schwierigen Situation kam und auch einfach, ich, gewisse Freude hatte auch über die Art des Spiels, die mir vorschwebt. Ich glaube, da war einfach eine hohe Entsprechung da und ich wurde da sehr gut. aufgenommen und das, was ich vorhatte, wurde sehr, sehr stark von der Mannschaft unterstützt und mitgetragen. Deswegen hatte ich da gar nicht den Eindruck, dass da große Befindlichkeiten erst einmal im Raum lagen, was Einzelspieler angeht.
Dominik: Heißt, musstest du dich, nachdem du jetzt nur den deutschen Fußball kanntest, vor einer Niederland gegangen bist, gar nicht wirklich an diese niederländische Fußball, in Klammern, Kultur gewöhnen und anpassen? das alles so, dass du gesagt hast, du ja direkt gematcht? Oder waren da doch Themen, wo du gemerkt hast, okay, es ist schon ein anderes Land, andere Kultur, da kann ich nicht eins zu eins dieselben Dinge machen wie in Deutschland.
Robin Peter: Nö, also ich habe eigentlich von U16, U17, U19 bei Leipzig zu MN oder zu jetzt fast nichts geändert, würde ich sagen, meiner Trainingsarbeit und meinem Umgang. habe schon immer häufig, gerade zu Beginn, viel mit den Spielern gesprochen, wollte natürlich viel erst mal kennenlernen, verstehen, einbeziehen. Das habe ich auch immer so gemacht, dass ich mich auch mit Spielern hingesetzt habe und mir Zeit genommen habe. Klar ist die jetzt ein bisschen weniger, ehrlich gesagt, weil man natürlich jetzt sehr viel Zeit miteinander schon hatte, sehr viel erlebt hat. auch gerade nicht so viel Bedarf da. jetzt Pflichtspiele sind, meistens anders, dann verändert sich der Bedarf aufgrund der Spielzeit schon alleine. Aber ich persönlich habe eigentlich nichts Maßgebliches verändert oder angepasst.
Dominik: spannend, weil du denkst ja oft im Jugendfußball gerade, wenn wir darüber reden, du hast ja in U14 auch trainiert. Da ist es dann oben was ganz anderes gefordert. Aber am Ende bleibt es dann doch bei denselben Basics. Wir haben jetzt viel über das, was passiert ist, gesprochen, nämlich letzte Saison mit dieser Fabelsaison. Du warst ja auch, was Social Media angeht, ich in aller Munde, was vor allem so die Pressing-DNA deiner Mannschaft an ging, mit dieser Grafik, das ihr gemessen an Daten, an verschiedensten Faktoren, also glaube, Höhe des Pressings, Balleroberungszeit, Zahl der Defensivaktionen im Verhältnis zu zugelassenen Pässen, da einen besseren Wert und den besten Wert von allen Top-Ligen in Europa hatte, also auch besser als Bayern, PSG und Man City. Und was ja am Ende auch eine hohe Dominanz bedeutet. Was hat aber diese Dominanz am Ende ausgemacht, wenn wir über das Wie reden anstatt dem Was?
Robin Peter: Naja, wir trainieren sehr konsequent in einer bestimmten Art, dass wir eigentlich fast die ganze Woche gegen Angriffspressing aufbauen und fast die ganze Woche gegen flachen Aufbau Angriffspressing spielen. Und oft ist das auch ein Unterzahl. Das heißt, häufig ist das Pressing am Wochenende für uns leichter als unter der Woche. Und im Umschalten ist es genauso. Das heißt, ich mache es eigentlich Wir die Umstände, in denen wir trainieren, in der Regel schwerer als das, was wir am Wochenende vorfinden, sofern das möglich ist.
Dominik: Wie machst du das?
Robin Peter: Über Spieleranzahl, über Feldgröße, über Regeln. Heute haben wir Beispiel 11 gegen 11 gespielt. Dann haben wir zunächst 11 gegen 11 plus 1 gespielt. Dann kannst du mit 15 Pessen immer auch einen Punkt machen. und dann musst du in Unterzahl bei 30 Grad schon ... richtig Gas geben, dass du das verhinderst. Oder es gibt kein Aus, heißt der Ball ist aus ... ... und es kommt irgendwo neu rein. Oder es gibt kein Faul, ... auch so ein gravierendes Was auch immer grenzwertig ist, ... auch damals gesagt, kannst du bei Profis nicht machen, ... bedingt, also wenn man das gut kommuniziert und erklärt, warum wir das machen, ... macht das schon Sinn, weil unsere ... unsere Widerstandsfähigkeit gegen scheinbar unfaire Dinge, Schiedsrichter oder Faul oder Abseits. Natürlich wird auch ein bisschen trainiert, jedes Mal, wenn du einfach den Impuls trainierst, nicht darauf einzugehen, sondern einfach weiterzumachen. Genau, und dann hast du natürlich immer so erschwerte Situationen. Das heißt sehr häufig, gerade mit den Passregeln oder über Zeiten auch, du einfach... Ich spiele auch lieber viele, viele kürzere Blöcke in der maximalen Intensität als dann einen sehr lang. Da kann man sich auch drüber streiten, gut oder schlecht. Wir haben es jetzt so erlebt, dass unsere Laufwerte auch fantastisch waren, obwohl wir eigentlich immer... Also laut Lehrbuch spielen wir zu kurz und trainieren nicht so, es sein sollte, könnte man sagen. Ich habe mich darauf verlassen, meine Intuition und das, was wir dann auf dem Platz sehen.
Dominik: da mal kurz reinzugehen, weil das war jetzt auch beim Internationalen Trainer Kongress ein Thema. Wenn wir jetzt Spielform nehmen, sagen wir, eine Rondospielform, dann trainieren viele einfach, sagen wir mal, dreimal drei Minuten. Und dann haben aber auch viele gesagt, eigentlich ist das nicht wirklich realitätsnah. Sondern warum trainieren wir nicht sechs Mal eine Minute? Weil diese High Intensity Phasen in einem Spiel, die gehen ja nicht drei Minuten normalerweise, sondern rund die 60 Sekunden machst du das auch so. Dann wirst du ganz kurze Sequenzen, nur eine Minute, maximal 90 Sekunden und dann wieder ein Break.
Robin Peter: Ja, kommt auf die Größe des Rondos an. gestern haben wir gespielt 3 gegen 3 plus 1, 60 Sekunden beispielsweise. Wenn wir jetzt 11 gegen 11 spielen wie heute, dann sind die intensiven Durchgänge maximal fünf Minuten, maximal fünf und halb Minuten, maximal eher vier, fünf, fünf und halb. Und ein freies 11 gegen 11 mit normalen Regeln, dann spielen wir vielleicht mal ein 8 oder 9 Minuten Block, aber das allernängste der Gefühle.
Dominik: Und dann Break, Coaching noch mal in der Gruppe und dann wieder weiter, oder?
Robin Peter: Ja, wenn Coaching möglich ist überhaupt, weil meistens die Zeit, die vielleicht 90 Sekunden Pause, die werden zum Atmen und Trinken gebraucht und dann geht weiter. Da ist jetzt nicht so massiv viel Coaching möglich, da gibt es schon mal ein paar Hinweise, einzeln oder kollektiv, aber in der Regel bestimmen die Regeln das Spiel. Wir nutzen dann meistens den nächsten Tag, dann über Video die Dinge nachzubesprechen, die wichtig waren. Gerade in so Einheiten geht es häufig Intensität. Dann habe ich auch den Vorteil, die Mannschaft fast dieselbe wie letztes Jahr. Die grundsätzlichen Verhaltensweisen sind jetzt auch nicht massiv oft zu coachen. Da gibt es jetzt nicht so viel. Wir spielen so, wie wir spielen. Da sind wir sehr stringent drin. Und dann gibt es eher Einzelcoachings-Themen in der Regel. Oder wie gehen wir jetzt damit wenn der Schiedsrichter gar nicht mehr pfeift?
Dominik: Trainingsspiel, wenn du dann bisschen manipulierst als Training-Schiedsrichter.
Robin Peter: Ja, absolut, weil das ist ja die Realität, also ohne dass jemand abwochend absichtlich manipuliert, aber es findet ja statt, dass ein Faul, was ein Faul ist, halt nicht gepfiffen wird. Und dann kannst du immer überlegen, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit jetzt dagegen zu protestieren, wie sind die Erfahrungswerte, dass das nochmal zurückgenommen wird, das ist einfach verschwendete Energie. und hindert eigentlich, bringt dich eigentlich meistens dann in den Nachteil. Wir hatten das jetzt am Wochenende, ich hatte das mit einem Spieler heute. Der wird gefault, das ist ein Faul und es wird nicht gepfiffen und es geht weiter und beschwert sich zwei Sekunden. Also wirklich massiv kurz, ganz kurz beschwert, so Arme hoch und geht dann weiter ins Pressing, kommt dann im Pressing beim Innenverteidiger zu spät, der Innenverteidiger dribbelt ein, weil der Schritt zu spät ist, macht dann taktisches Faul, kriegt dann Geld. Also kriegt eigentlich Geld, weil er sich beschwert hat. Die Konsequenz, das nützt dir dann nichts, sondern die Lösung ist dann einfach weiterzumachen, weil dann hast du die Chance, den Zweikampf noch zu verteidigen. Und das versuchen wir sehr stark zu implementieren, dass unsere Aufmerksamkeit in der Gruppe kollektiv auf die nächste Aktion gerichtet ist, die wir beeinflussen können.
Dominik: Bevor wir den Case schließen, mal die Rückfrage. Heißt so, wie man es sonst so oft auch sieht, 11 gegen 11, Abschlussspiel, 15 Minuten, 20 Minuten, macht ihr nie am Stück. Oder auch mal nie. Immer maximal 8, 9 Minuten, dann Break.
Robin Peter: Nie. Nie. Wir spielen so Blöcke meistens mit 5 Minuten mit Passregeln, dann spielen wir vielleicht 5 Minuten so. Marcelo Pielza hat das ja mal, den wird er übrigens auch gut.
Dominik: Ist notiert.
Robin Peter: Genau, hat dann auf Mörderball gespielt, ein neuer Ball immer reinkam irgendwo, der Ball einfach nicht mehr aus war. Dann spielen wir das fünf Minuten, dann spielen wir den Durchgang mal frei, dann spielen wir vielleicht einen Durchgang nochmal mit anderen Regeln und dann dasselbe nochmal, dann haben wir vielleicht sechs, sieben, acht Blöcke, kommt es dann auf 40 Minuten, aber halt maximal in acht, fünf bis acht Minuten Einzelblöcke und so intensiv es geht.
Dominik: Jetzt muss ich da mal nachfragen. Hat es die Spieler am Anfang genervt? Weil das ist ja schon das richtig Schöne. 20 Minuten kicken wir jetzt einfach 11 gegen 11. Wie oft können wir 11
Robin Peter: nee nee nee.
Dominik: gegen 11? Oder auch mit den ganzen Provokationsregeln und dann immer diesen Stops. Hat es sie genervt?
Robin Peter: Nee, also hat mir keiner gesagt zumindest. Nein, habe ich
Dominik: Hast du es auch keinem angesehen, oder?
Robin Peter: nicht. Was genervt hat, glaube ich, diese Thematik, dass wir oft, oder dass wir immer mal ein oder zwei Blöcke hatten, wo wir wirklich fast keinen faul gepfiffen haben. Also wo wir gesagt haben, ist jetzt so, musst du einfach durch. Also du kannst dich jetzt beschweren, entscheide dich, beschweren und verlieren oder weitermachen und guck, dass du noch lösen kannst. So, das ist das Training. Da hat es vielleicht in der letzten Saison zweimal eine Situation gegeben, wo wir wirklich auch gucken mussten, gut, nicht dass sie sich jetzt umhauen gegenseitig. Muss man scharfer, aber wirklich
Dominik: Weg flexen von der Seite.
Robin Peter: nur zwei Mal, sonst würden sie da echt, weil wir das auch gut vorbereitet haben, warum wir das machen und wie wir das machen. Und die sich darauf eingelassen haben und auf dieses lange Spielen und so, nee, eigentlich nicht, weil... Erstens, die Spielweise war ja so intensiv, dass sie froh waren, dass nach acht oder neun Schluss war. Und zweitens hatten sie auch wirklich Lust, intensiv zu pressen und auch gemerkt, dass diese Trainingsweise in Pressing und in Ballbesitzphase sehr viel Nutzen bringt für unsere Spieler. ja schnell echt tolle Leistungen in den ersten Testspielen, auch letztes Jahr nach ein, zwei, drei Wochen. Das hat natürlich sehr geholfen, dass die Mannschaft dort mitgezogen ist. Bis heute funktioniert es gut. Das Einzige, was wir uns auf Kompromisse geeinigt haben, war zum Beispiel bei der Passregel. die bei Pass 13 sind, dann haben natürlich oft smarte Jungs dann einfach dann faul gemacht, weil dann können die bis 15 keinen Pass, also nicht fortsetzen. Das haben wir einfach dann geändert, dass irgendwann das nicht mehr hinten bei 0 losgeht, sondern dass das bei hinten gleich bei 13 losgeht. Da wird das Faul nicht mehr so attraktiv, weil du hast dann einen doppelten Nachteil sozusagen. Also auch da versuchen wir dann wieder über Regeln, das so zu verändern, dass es wieder Also Sinn macht, das richtige Verhalten sozusagen aus unserer Sicht an den Tag zu legen.
Dominik: Spannende Impulse, jetzt sind wir schon tief drin im Trainingsalter. Gehen wir nochmal einen Schritt zurück, mehr in Richtung Taktik, Spielidee. Du hast ja Pressing schon angesprochen, wir vorhin nochmal viel drüber gesprochen. werden nicht nur über das sprechen, weil das nicht das Einzige ist, was euch ausmacht, was dich als Trainer ausmacht. Aber es ist ja schon ein großer Teil des. Seid ihr dann eine Mannschaft, die Mann gegen Mann presst? Oder schon nicht so klar?
Robin Peter: Also wenn der Ball nicht im Spiel ist, besonders beim Abstoß, sind wir sehr manu- orientiert. der Regel. Also das kommt schon ein bisschen auf den Gegner an. Wenn wir jetzt sehen, dass der Gegner nicht so viel Interesse hat, permanent kurz aufzubauen und wir einen gewissen Ruf haben und die uns auch vorbereiten, dann gibt es auch Gegner, wo es schon reicht, wenn wir quasi minus eins vorn hoch stehen und dann recht früh der lange Ball kommt. Aber es gibt auch einige Mannschaften, die konsequent spielen und da sind wir einfach recht früh schnell in einer Mannorientierung. Sobald er beim Spiel ist, verändert sich das aber schon dann in einer Ballorientierung.
Dominik: Seid ihr, wenn's Mann gegen Mann geht, eher so Team PSG, also auch wenn dann der Spieler an mir vorbeitribbelt, ich bleib bei meinem anderen Spieler oder eher Team Bayern, die das bisschen gemäßigter angeht und sagt, wenn einer vorbeikommt, dann löse mich auch mal von meinem Mann.
Robin Peter: Da müssen wir erst mal herausfinden, ob der Luis Enrique das genau so wollte, das so passierte, der PSG, oder ob die Spieler das einfach mangels Kommunikation so ausgeführt haben. kommt darauf an auf die Situation, wenn jetzt hoher Balldruck ist und es muss in Ball gespielt werden. vom Gegner sozusagen, dann macht es halt Sinn, wenn man wirklich auch dann dran bleibt und mitgeht, weil einfach passt dann meistens folgen. Wenn du dann übergibst, übernimmst, kann es halt sein, dass du einfach den Vorteil, den du dann hast, verlierst. Wenn in Situation jetzt ein Freistuss in eigenen Hälfte ist, kein Balldruck und der Winger geht flach und der Außenverteidiger geht hoch, dann macht es auch Sinn, dass sie einfach übergeben und übernehmen. Also das ist so bisschen abhängig von der Situation am Ball und so besprechen wir es auch. So besprechen wir es auch vor, dann für Gegner individuell, wenn man gewisse Muster sieht. Was machen wir mit dem, wenn der Achter vom Gegner bis in seine eigene Box geht, gehen wir mit einem IV oder nicht. Da legt man schon klar fest, wie wir es haben wollen. Im Zweifel ist immer dann lieber mitgehen. Wenn du nicht weißt, ob, dann bleibst du lieber mitgehen, weil so eine Mischform ist schlecht. Wenn einer übergibt und der andere bleibt, wird es nicht gut.
Dominik: Man kennt es irgendwie ein bisschen aus dem Hallenfußball, weil wenn man mal in die früheren Zeiten zurückblickt, auf dem Platz 11 gegen 11 war ja früher alles sehr raumorientiert. Und dann auf einmal im Hallenfußball hat man dann eher mal beim 4 gegen 4 Mann gegen Mann gespielt, aber war es überhaupt nicht gewohnt. dann die ersten Spiele, wo ich mich dann immer dran auch zurückerinnere, war dann Vogelwild, weil dann unterschiedliche Situationen aufkamen und immer die Frage, gehe ich jetzt mit oder gehe ich zum nächsten Spiel oder decke ich die innere Linie zum Tor. Mittlerweile ist er schon mehr trainiert. Du hast jetzt so einen Leitsatz schonmal angesprochen, okay im Zweifel eher mitgehen. Was sind sonst so deine Leitsätze oder Prinzipien, wenn du sagst, ihr habt da schon eine Klarheit für die Situation, woran die Spieler sich orientieren können, was sie im dem und dem Fall machen.
Robin Peter: Im Pressing erstmal relativ simpel. Jetzt bei Abstößen, wir attackieren in der Regel immer einen ersten Ball. Da brauchen wir jetzt nicht viel über Auslöser sprechen, sondern es geht los, wenn der Ball sich bewegt. Oder am besten idealerweise ein bisschen eher, ohne dass Schiedsrichter es merkt. Wir attackieren den Triple Fuß in der Regel. Das heißt, kommt darauf an, links rechts wo es Tor war, dann wollen wir immer, dass er eigentlich auf die jeweils nicht dominante Seite spielt.
Dominik: Also schwacher Fuß, oder?
Robin Peter: in der Regel genau als den starken Fuß attackieren. rechts Fuß wird von uns, wenn der Offentorber draufschaut, dann von links attackiert, weil der dann den Ball mit links, mit seinem schwachen Fuß auf die Seite über den Stürmer oder vor oder hinter dem Stürmer weg wahrscheinlich nicht ganz so gern spielt wie mit seinem starken. So das sind Basisprinzipien, die einfach immer durchlaufen und dann ist... logischerweise so, dass wir immer die Wandspieler schließen. Also wenn Gegner, die Sechser, Achter bei Balldruck entgegenkommen, dann sind wir eigentlich immer schon halb auf Höhe. Das heißt, wir sind eigentlich gar nicht so ruhig dahinter, sondern immer schon auf den Sprung nach vorn, die Bälle vorwärts zu verteidigen, weil das sind halt teure Ballgewinne. Wenn du den holst, dann hast du eine sehr gute Ausgangssituation, da brauchst du ein bisschen Risiko. Und tut auch am meisten weh, wenn die jetzt vier Mal über den dritten raus spielen, dann läuft es auch dann nicht mehr so gern an. Das heißt, die wollen wir schon schließen und dann wollen wir eher einen langen Ball provozieren oder einen Ball auf den Außenverteidiger. Also wir wollen nicht provozieren, sondern unser Verhalten führt dann meist dazu, dass dann das eher gemacht wird. Je nachdem, wie gut wir das eben machen. Genau, und die IV ist genauso, dass die die eigentlich durchdecken. Im Zweifel
Dominik: Also willst du auch, dass ein Innenverteidiger, wenn der jetzt komplett vom Stürmer mitgezogen wird, so Harry Kane, macht er sehr, sehr gerne so einen Sechserraum oder sogar als Linksverteidiger sich fallen zu lassen, willst du auch, dass der Innenverteidiger bei dir mitgeht, wenn so was passiert?
Robin Peter: Ja, wenn du bisschen Balldruck hast zumindest. Wenn jetzt gar kein Druck am Ball ist und der Gegner, IV, hat 30 Meter Luft und kann einen vernünftigen Ball spielen, dann macht es nicht so viel Sinn, wenn du einfach hinten rausläufst. Aber da wir ja in der Regel unmittelbar attackieren, haben wir häufig recht frühzeitig Balldruck und wenn das gewährleistet ist, was bei uns häufig der Fall ist, Dann machen wir das auch so, dass wir dann mitgehen. Als ich ja vorhin schon gesagt habe, wenn Druck am Ball ist, dann mitgehen, weil wenn du Druck auf dem Spieler hast, dann wird ja irgendwas passieren. Also dass der Innenverteidiger als permanent 1 gegen 1 geht, eher unrealistisch. Das heißt, der wird dann den Pass spielen und der wird eher dann nach vorne oder dahingerichtet sein. Wenn du einen Pass spielen musst, gibt es ja was, was du attackieren kannst und deswegen ist dann immer besser. Für uns, wenn wir dann durchstecken und dort dran sind und schlimmstenfalls den Ball nicht gewinnen, aber zumindest den Druck am Ball halten, weil das heißt wieder für die anderen, wir können auch tendenziell vorwärts verteidigen, weil wir Balldruck haben und den Gegner irgendwie in eine Situation bringen, er was entscheiden muss, ob eins gegen eins oder Pass.
Dominik: Jetzt stelle ich mir die Frage, wie trainierst du das, mit welchen Übungen? Ist das viel 11 gegen 11 oder ist das viel auch so 4 gegen 4 doppelter 16er, wo du auch all diese Entscheidungen drin hast, gehe ich mit, wann übergebe ich den Gegenspieler? Also
Robin Peter: Hm.
Dominik: was sind so deine Lieblingsübungen, das zu trainieren?
Robin Peter: Wir spielen häufig auch 7 gegen 7 oder 8 gegen 8 von der Grundlinie bis zur Mittellinie 16er Breite. Dann hast du meistens eine tiefe Absetzlinie, also der gegnerische 16er ist die Absetzlinie. Dann eigentlich ein gutes Feld, was so eine Dimension abbildet, die du im realen Spiel auch hast für so eine Gruppe von Spielern. Dann häufig auch mit plus eins beispielsweise. Weil dann hast du den Nachteil, wenn du dann nicht vorwärts verteidigst, hast du ja 0,0 Chance. Weil du hast ja dann minus zwei mit Torwart und dem Neutralen. Das heißt, du musst ganz extrem vorwärts verteidigen und auf dem Sprung sein. Und übertreibst es eigentlich. Und nimmst dann oft in Kauf, dass du in letzten Linie minus eins stehst. wo du mit dem kleinen Feld immer das verteidigen kannst über den Torwart, der auch vorwärts verteidigen kann. Und langer Ball ist direkt im Gegnerstrafraum. Aber dann hast du das Verhalten eigentlich permanent, automatisch. Und das dann auch bei kleineren Spielformen. Wir trainieren dann, wenn wir zum Beispiel Kleintraining spielen, fünf gegen fünf, häufig auch ohne Abseits. Das heißt, du hast dann eine schon starke Mannorientierung und auch, dass die Tore oder keine Tore schießen können, führt dann dazu, dass die nicht schießen können. Die können zwar antribbeln, aber können echt dafür dann nicht viel machen. Wo du gleichzeitig Verantwortung im Mannverteidigen trainierst für den Zeitraum und auch aber Spielaufbau gegen Mannorientierung permanent trainierst. Du trainierst ja beides. Und im Großen haben wir ja trotzdem auch, also wir haben jetzt auch mal trainiert, wie wir nicht Mann-Deggung hochspielen. Wir haben ja auch nicht jetzt nur Mann-Deggung hochgespielt, sondern das ist ja auch wie es losgeht bei uns. Wir gehen ja dann schon in eine Badeorientierung und das ist letztlich die Systematik, wie wir da rangehen. Das sind Bausteine und die bringen wir dann im Elf gegen Elf taktisch ein bisschen zusammen letztendlich.
Dominik: Wird sich das diese Saison dann durch die Qualität des Gegners auch verändern? Dass ihr öfter auch im tiefen Block unterwegs sein wird oder wie blickst du darauf? Weil Stand jetzt sind wir ja mitten in der Sommervorbereitung und wenn die Folge etwas später rauskommen wird, als wir jetzt gerade aufnehmen.
Robin Peter: Das ist die Frage, die viele Menschen umtreibt.
Dominik: Die 1 Mio. Euro Frage.
Robin Peter: Genau, also ich bin erstmal der Meinung, dass das, was wir gemacht haben, sehr gut funktioniert. Und Punkt eins, Punkt zwei, wir haben das auch gegen Mannschaften gespielt, die deutlich über unserer Einspielerqualität sind. Auch wenn es Testspiele waren, waren es Testspiele unter scharfen Bedingungen. Also letztes Jahr gegen Norwich, gegen Olympiakos Pireus. Ovi Greta, Groningen, Päck Zvolle, dieses Jahr Mechelin, die waren Fünfte in Belgien und Lommel auch Aufsteiger aus Belgien und jetzt noch ein Tripoli, Astéra Tripoli aus Griechenland, die eigentlich ja alle vom Markt werden über uns sind, alle nominell sozusagen besser. Da war es überall so, dass es niemand gesagt hätte, wir können es nicht spielen, sondern es war eine Regel erfolgreich und es hat gepasst. muss man schauen, ich glaube gegen die Top-Teams muss man einfach gucken, wie man das umgesetzt bekommt. Und da ist eigentlich aus meiner Sicht eher noch wichtig zu schauen, wie wir noch besser im Ballbesitz und Spielkontrolle sein können, weil je länger du pressen musst, desto schwieriger wird es. Wir müssen ja die Pressing und die Gegenpressing-Phase... kurz und gering halten. Das heißt, irgendwas zu verändern im Sinne von wir spielen dann mehr lange Bälle oder so ist eher ungünstig aus meiner Sicht, weil du dann Gefahr läufst, dass du aus deinen eigenen Stärken ausgehst und dass du eigentlich Spiel eher dahin verlagerst, dass du mehr pressen und gegenpressen musst gegen eine bessere Qualität. Das heißt, ich würde sagen nein, aber wenn die Folge irgendwann ausgestrahlt wird, spätestens dann wissen wir dann schon mehr und können dazu nochmal sprechen.
Dominik: Jetzt reden wir ja viel über Inhalte, aber es gehören ja Grundtugende dazu, das auch so mutig zu verteidigen. Mutig, da steckt ja schon die drei Buchstaben drin. Musstest du dafür erstmal die Kultur dafür schaffen und musstest du viel in deinem Coaching auf dem Platz, aber auch in Einzigesprächen immer wieder die Spieler ... ermutigen zu diesen Entscheidungen oder war das eigentlich ein Selbstläufer? wenn wir jetzt darüber reden, ja super viele Mannschaften wollen ständig aktiv sein, hochpressen, frühe Baller, aber bei den wenigsten gelingt das dann so konstant und auf diesem Niveau, weil dann auch in Phasen, wo der Stress größer wird, wo das Spielmomentum kippt, die sich einfach nicht mehr daran halten, auch den Mut verlieren, dann weiterhin so
Robin Peter: Hm?
Dominik: mutig vorne drauf zu wollen, nehmen wir England-Halbfinale Argentinien. Klar kannst du das auch im tiefen Block verteidigen, einer Aktivität, dass du diese Flanken besser verhinderst. Aber da ist ja auch komplett der Mut verloren gegangen mitten im Spiel.
Robin Peter: Hm, nee, hab ich nicht. Also beim Presse muss ich sagen, gar nicht den Eindruck, dass ich da irgendwas zu... gesondert unterstützen musste in der Mentalität. glaube, war die Bereitschaft groß, das so zu machen. Eher dann im Spiel mit Ball, weil wir ja schon mit dem Torwart und flachen Sechser und flachen Innenverteidigern sehr mutig auch oder für ausgestehend auch sehr riskant aufbauen. Und da habe ich aber auch immer gesagt, dass das Also es wird passieren, dass wir da mal an beiden Fuß spielen und wir werden da auch ein Gegentor bekommen mitunter. Das ist aber in Ordnung, weil wir das in Kauf nehmen für die Häufigkeit der Ereignisse, die positiv ausgehen, wo wir Chancen daraus kreieren. Das war ein, zwei, vielleicht zweieinhalb Mal die Saison, würde ich sagen, dass wir da Tor bekommen haben aus eigenem Aufbaufehler. Da hatte ich null den Eindruck, dass das Thema ist, weil wir das ja vorher schon klargestellt haben. Ich übernehme da voll die Verantwortung. Ich will, dass die das machen und wenn es schief geht, dann geht es schief und dann machen wir es wieder. Weil das ist ja die einzige Möglichkeit.
Dominik: Den Satz hört man aber eher von einem Jugendtrainer als von einem Profi-Trainer oft. Also dass du diese Tore durch diese Fehler dann in Kauf nimmst im Sinne der
Robin Peter: Ja, das mag ich.
Dominik: Entwicklung.
Robin Peter: Absolut, das weiß ich auch, dass es so ist. Ich habe das ja auch oft gehört, dass es so dann nicht mehr geht irgendwann. Aber bis dato hat es echt gut funktioniert und die Bereitschaft der Spieler, der Wille der Spieler so zu spielen, sich dem zu stellen, die Bereitschaft von mir da auch gelassen zu bleiben, das an Kauf zu nehmen, wenn es schief geht, ist auch immer noch da. Und ich glaube, das macht auch eine Identität aus, dass man Dinge sozusagen wetterunabhängig umsetzen kann. Sicher kann man Anpassungen treffen. soll ja auch jetzt irrsinnige Dinge tun, die zum Misserfolg verdammt sind. Aber wenn man zu was steht und etwas gut ist, dann macht es auch Sinn, sich auf diesem bereits guten Level auch weiter zu verbessern. Das kann ich ja nicht, indem ich Fehler vermeide. Das wird nicht funktionieren. Das ist ja wie bei einem Computerspiel. Als Kind schließe ich dann und dann im nächsten höheren Level höre ich auf zu spielen, weil es schwieriger wird. Das wird ja nicht besser. Das ist bei allen Aufgaben im Leben so. Du musst ja trotzdem gucken, wie kannst du das auch jetzt machen. Dein Kontakt muss besser werden, dein Freilauf im Ball, deine Entscheidung muss besser werden, was auch immer. Irgendetwas muss besser werden, offensichtlich. wenn du dich verbessern willst. heißt nicht, Verbesserung heißt nicht, dass ich einfach die Strategie ändere aus meiner Sicht, sondern dass ich mich in Fähigkeiten, einfach in Fähigkeiten und Fertigkeiten, die schon mal erfolgsversprechend waren, einfach auch verbessern kann und manche Dinge dann eben auf einem Level mache, die schwieriger zu verteidigen sind. So, ein Orbensieger ist gutes Beispiel. Wir wussten ja mal, was passiert. Scheinbar hat das alleine nicht gereicht, es zu verhindern. So sehe ich das. Ich hatte das hier mit der holländischen Fußballtraining-Zeitschrift. Die hatten auch mit mir gesprochen, ziemlich am Anfang der Saison, nach den ersten sieben, acht Spielen. Da hatte ich recht detailliert gesagt, wie unser Spielaufbau stattfindet. Ich habe auch die Frage bekommen, worum ich das jetzt preisgebe. Ich habe gesagt, nur weil jetzt jemand weiß, was wir tun, heißt das ja noch lange nicht. A. muss er eine Lösung dagegen finden. B. muss er die Lösung noch so trainieren, dass alle es verstehen. Und C. muss noch eine Umsetzung kommen. Selbst wenn das passiert, können wir ja auch noch was verändern. Ich finde, das macht ja auch einen Reiz aus. Die Spanier fangen jetzt auch nicht an lange Bälle zu spielen, wenn jemand Mann deckt. Die spielen halt weiter, können es halt gut.
Dominik: bleiben bei rarer Identität.
Robin Peter: Aber die können es halt auch gut, weil die es halt oft machen. Und das ist glaube ich erstmal wichtig, dass man was einfach auch oft macht und nicht so schnell dort aufgibt.
Dominik: Ist das ein Punkt, du jetzt auch ... wenn du vor einem Engagement jetzt vor ... Den Haag, vor Emmen, vor Serg Le Brügge, wo du ja auch Co-Trainer warst, ... ist das eine USP, die du dann auch ansprichst, dass du sagst, okay, ... ich bin der Entwickler. Ich versuche die Spieler dadurch auch jeden Tag in den Entscheidungen besser zu machen.
Robin Peter: Mh.
Dominik: Weil das geht ja schon sehr in diese Kerbereien, dass du sagst, okay, diese ... Entwicklungsphilosophie, die ich ja als Jugendtrainer habe Die soll nicht auch für einen Profifußball, sondern einen Profifußball will ich auch den einzelnen Spieler besser machen und zu seiner besten Version, klingt jetzt hochtrabend, aber ist ja so, wenn wir zum Beispiel
Robin Peter: Hm.
Dominik: über einen Arjen Robben reden, dazu trillen, dass er seine Aktion, die er schon gut kann, unfassbar gut machen kann, dass der Gegner, ganz egal was er macht, es einfach nicht verteidigen oder nicht wegspielen kann. Also ist das schon so eine DNA von dir, die du auch immer wieder dann in den Gesprächen mit Verantwortlichen auch angesprochen hast, das bekommt ihr von mir.
Robin Peter: Es geht ja erstmal nicht anders. Es muss ja eine Verbesserung geben. Aus meiner Sicht muss es den Anspruch und die Idee zur Weiterentwicklung geben. Was auf jeden Fall klar ist, dass meine Mannschaften, die ich trainiert habe, eine hohe Pressing-Aggressivität haben. Das heißt, niedrige PPDA-Werte aufweist. Das heißt ja nicht, dass das nur mutig ist. das riskant ist. heißt, der Fakt ist ja, dass der Ball einfach schnell gewonnen wird. Sicher ist der Mut notwendig, aber das Thema hatte ich auch mit den Kollegen, gesagt haben, kein plus eins und zu riskant. Das mag sein, aber wenn riskant bedeutet, ich halt 70 Prozent weniger Schüsse aufs Tor bekomme als der Gegner, dann spiele ich lieber riskant. Dann ist ja für mich die Frage, was ist denn das Riskantere? Eigentlich haben sie es dann umgedreht, weil normalerweise wäre die andere Version dann riskanter. Wenn man sagt, wir hatten zu dem Zeitpunkt im Schnitt irgendwie fünf Schüsse, sechs Schüsse zugelassen und unser Gegner im Schnitt weit übers Doppelte, dann scheint die, also die unriskante Version ja tatsächlich die riskantere zu sein. Das ist eine Frage der Betrachtung. Und auf der anderen Seite stehe ich dazu, dass ich glaube, Also erstmal eine Spielidee, dass wir aus Ballbesitz erstmal Chancen erspielen wollen und auch Ballbesitz benötigen, unter Druck im Ballbesitz zu bleiben, Intensität für Pressing und Gegenpressing zu haben und Spielkontrolle zu haben. Das ist, was ich als vielversprechend sehe, erfolgreich zu sein, aber auch als vielversprechend sehe, Spieler zu entwickeln. Weil Innenverteidiger, die... Viel Spielaufbau trainieren, während meistens besser im Spielaufbau. Und Innenverteidiger, die gut im Spielaufbau sind und auch noch gewohnt sind, hoch zu verteidigen, gibt es glaube ich immer einen Markt, wenn man sich über Spielentwicklung spricht. Und genauso bei Torhütern. Ich glaube, die Torhüter-Unterscheidung auf hohem Niveau ist ja oft auch, kann der mitspielen oder nicht. Das bringt meine Spielweise ein bisschen mit, ich, dass das natürlich so gemacht wird. Und klar kann man darüber sprechen, ob Riskant ist oder nicht. Letztlich werde ich dann am Ergebnis gemessen. Man kann dann den Spielen ganz viele Chancen haben und es läuft super und es sieht gut aus und man verliert 2-0 und es passiert ein paar Mal nacheinander. Dann ist klar, dass dann Leute das nicht mögen werden, weil sie das Ergebnis haben wollen. Mein Schicksal, wie damit umgegangen wird, das muss ich akzeptieren. Aber ich glaube, dass auf Strecke, der Fußball ist, den ich selber erfolgsversprechend finde, den ich auch attraktiv finde und den ich auch sinnvoll finde im Sinne der Spielerentwicklung und auch für Spieler, langfristig in der Spielweise zu spielen mit einer Begeisterung, auch mit Freude, mit Spaß am Training und an dem, was man macht.
Dominik: Wie verteilst du denn diese Gewichtung Training mit Ball, Training gegen den Ball? Ist es so, dass ihr es quasi in jedem Training trainiert, weil ihr Coaching Stuff euch aufgeteilt habt, dass in jedem Training der Spielaufbau schon trainiert wird, aber gleichzeitig auch das Angriffspressing? Oder bist du so, dass du da schon an einem Tag für alle einen klaren Schwerpunkt drauf legst und am anderen Tag ist nahe?
Robin Peter: Kommt darauf an, letztes Jahr in der Vorbereitung war ganz strikt, wochenweise, die dreieinhalb Wochen die wir hatten, waren anderthalb mit Ballen. 1,5 gegen Ball und 1,5 bisschen umschalten. Da ging es Implementierung von Prinzipien und grundlegenden Verhaltensweisen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Das heißt, wir trainieren eigentlich sehr ganzheitlich, muss man sagen. Das heißt, so die intensivste Einheit, da gibt es eigentlich keinen den Coaching-Fokus. Da geht es Intensität, da geht es spielnahe Belastung oder eigentlich über schon... überdurchschnittlich hohe Belastung auch in Bezug zu einem Spiel, was die Intensität angeht, in der Spielweise, die wir eben haben. Und dann wird sicher ein Pressing mal begleitend gecoacht. Aber da gehen wir jetzt nicht super taktisch in Einzelauswertung auf den Platz, sondern da geht es darum, Wettkampf am Limit, Vollgas, in dem wie wir es eben machen. Und unter der Woche ist es eigentlich ähnlich, ... ... wir akzentuieren dann im Coaching oder in Trainingsformen ... meistens bedarfsorientiert, wenn wir in der Saison sind. Das heißt, haben so die ersten zwei Trainingstage ... sind eher so reine ... Trainings-Ausbildungseinheiten, da ist jetzt viel Gegner unspezifisch. Da geht es darum, unsere Prinzipien mit Ball, unsere Prinzipien gegen Ball oder aber wenn wir jetzt feststellen, erster Impuls im Gegenpressing, haben wir den Eindruck, ist irgendwie bisschen nachgelassen, die Sachen nochmal zu implementieren, überregeln und begleiten ist Coaching. Und vorher, vor jedem Training auch, haben wir eine Trainingsbesprechung, wo wir klarstellen, was ist Thema, was machen wir genau, wie ist die Organisation. Und am Ende der Woche sind wir eher gegnerbezogen. Und dann kann es halt sein, wenn wir ... Gegner haben letztes Jahr einen viel tiefer Block gegen uns. Dann sind wir im Training damit beschäftigt, wie wir sowohl hohen Ballbesitz im letzten Drittel zu Chancen bekommen, aber auch in der Restverteidigung Gegenpressing und Konter vermeiden. Also dann wirklich mit taktischen Themen mit Blick aufs Wochenende, ohne dass wir genau immer auf den Gegner eingehen, aber der Thematik zumindest arbeiten. Was uns erwarten wird, das Spieler sollte schon erkennen am Wochenende. Die Situation hatte ich die Woche schon mal. Das wäre gut.
Dominik: Dann kann man sagen, als Trainer habe ich nicht alles falsch gemacht die Woche.
Robin Peter: Genau, genau, genau.
Dominik: Gibt es denn Positionsgruppen in der Trainingswoche, die du selbst am häufigsten coachst oder vielleicht am liebsten coachst? Ich jetzt aus meiner Erfahrung, weil ich selbst Innenverteidiger war.
Robin Peter: Mhm.
Dominik: Habe ich einfach den Spieler auf der Innenverteidigung oder das Stellungsspiel, wenn man das mal bisschen nüchtern betrachtet, viel häufiger gecoacht. als jetzt das Neuner-Verhalten. Das hat dann eher mein
Robin Peter: Ne.
Dominik: Co-Trainer gemacht, weil er selbst auch Stürmer war und Situation besser erkannte, wie es bei dir.
Robin Peter: unterschiedlich, ... erstmal was wir auch noch machen ist so ... ... Einzeltraining, Kleingruppentraining, wo wir ... ... aufteilen nach entweder ... ... Defizit oder Bereich, der zu verbessern ist ... aus unserer Sicht ... ... oder nach Position. Dann bist du ja dran ... an der Thematik, da geht es aber eher ... ... individualtaktische, technische Dinge ... ... und im Coaching glaube ich ist ... Ich vermute fast, dass die Innenverteidiger am meisten coachen. Die Innenverteidiger und sechs. Weil das auch die Spieler sind, im Spielaufbau am meisten eingebunden sind. Mit dem Torwart zusammen. Die meisten Ballaktionen haben. Und sonst glaube ich außerhalb des Trainings, also in vor und nach Besprechung, Video ist eigentlich relativ ausgeglichen. Bilde ich mir ein.
Dominik: Dann lass uns auch die letzte Zeit hier in dem Podcast nochmal die letzten Minuten nochmal nutzen, über den Spielaufbau von euch auch zu reden und Spiel mit Ball. Welche Kernelemente sieht man da immer wieder? Bist du jemand, der gerne die Außenverteidiger bzw. Außenverteidiger gibt es ja in deinem System dann nicht, wenn du sagst Lieblingsformation ist 3-1-4-2 im Spiel, Spiel mit Ball. Aber dass du da sehr flexibel bist, dass mal ein Achter quasi seitlich abkippt oder bist du sehr starr in deiner in deiner Grundordnung, deiner Positionierung. Nehmen wir uns da gerne mal mit, was im Spielaufbau so deine Kernelemente sind.
Robin Peter: Wir haben zum einen die Situation, dass wir vom Torwart weg dann schon noch mit einer Viererkette aufbauen, weil dann die Situation ja so ist, dass wir den Torwart als dritten Spieler im Zentrum als Feldspieler nutzen. Also das ist auf jeden Fall sichtbar, dass der Torwart als Feldspieler eingebunden wird. Und dann wirst du auf jeden Fall sehen, dass wir flache Lösungen suchen durchs Zentrum. Meistens zwei flache Sechser und wenn wir höher... im Ballbesitz sind, dann ist es sehr häufig, wie schon gesagt, in der Dreierkette. Das kann sein, dass der Sechser im Zentrum ist oder im Halbraum, dass die Außenverteidiger die Wingbacks sind. Es kann aber auch sein, dass die Außenverteidiger auf der Acht spielen und die Wingers die Wingbacks sind. Also beide Wechsel sind möglich. Das ist so bisschen das, was uns auch sehr stark gemacht hat, dass wir zumindest so mitbekommen, dass viele Gegner Probleme damit hatten, welche Spieler gehen auf welche Position. Die Positionen sind besetzt, aber Spieler aus anderen Positionen besetzen die Position. Das hat uns oft geholfen, einfachen Anpassungen noch eine andere Dynamik in die Struktur zu bekommen.
Dominik: Es gab so Zuordnungsprobleme dann eher beim Gegner und dadurch
Robin Peter: Genau.
Dominik: konnte die EMA ein, zwei Meter eher antribbeln, auch Dynamik auslösen oder einen freien Fuß anspielen.
Robin Peter: Ja, genau. Und dann, ist die Positionierung der Spieler? Wie ist die Positionierung der Innenverteidiger in Relation zu den Störmern? Wo ist die 6? Genau, das macht mir sehr viel Spaß. Wer dribbelt wann, wohin, in welcher Situation? Das ist echt toll. Das macht den Jungs auch mittlerweile Spaß, die echt gut daran gewonnen sind, wieder Druck vom Ball zu bekommen. Ball lang im Zentrum zu halten, ohne eigentlich maßgeblich einen Raumgewinn zu erzielen. Einfach nur, den Gegner zu locken oder zu regenerieren und aus der Erfolgssituation dann die Dynamik zu entwickeln. ist etwas, was sehr viel Spaß macht. Zuschauer und wir zumindest, ich weiß wie es anderen geht, aber wir haben Freude dran, wenn da was gelingt.
Dominik: Ich starte mir mal eine Umfrage. Ja, ist ja ein großes Thema, aber dass ich jetzt auch in der vorherigen Folge gesprochen habe mit Julia Simic, wo wir vertieft haben, wie kann ich im Spielaufbau Dynamik entwickeln, anstatt einfach nur von links nach rechts zu spielen. Gibt es ja super viele unterschiedliche Ideen. Beim Internationalen Trainerkongress hat Thomas Bräuch darüber gesprochen, wie der FC Barcelona gerade in den Youth League Spielen gegen den BVB gespielt hat, mit diesem Schenig von außen nach außen verlagern, bis ein Raum frei wird, außen durchzuspielen oder auch dann am Ende durchs Zentrum oder der Außenverteidiger dribbelt nach innen und dadurch löse ich eine Dynamik aus, indem er schon einen austribbelt und ich dann 2 gegen 1 Situationen herstellen kann. Da gibt es ja viele verschiedene Möglichkeiten, Ansätze. Wie ist es dann bei dir, wenn es dann darum geht, irgendwie in die nächste Ebene reinzukommen? Ist da jemand der sagt, okay ich will viel, dass wir einen Spieler immer überspielen, Dynamik rein zu bekommen oder immer schön gegen die Verschiebebewegung, wenn wir überspielen nach vorne?
Robin Peter: Nein, so überspielen kommt immer darauf an. Wenn der Gegner kompakt ist, mag ich es gar nicht, wenn wir Linien überspielen. Ein langer Pass in den kompakten Block ist meistens ein Vorteil für den kompakten Block und nicht so sehr für die Mannschaft, die den Pass spielt, der Regel. Das finde ich zumindest. Das heißt, wir suchen eigentlich lang nach einem Plus-1. Wir spielen ja häufig mit Dreien, so wenn der Gegner mit Zwo kommt, geht es recht schnell, dass du eigentlich einen Innenverteidiger zum Eintribben kriegst und dann gibt es so Standardlösungen, wie es weitergeht, dass du halt immer ballnah den äußeren Mittelfeldspieler mit dem Halbverteidiger bindest zum Beispiel, dann kann der ja nicht an Zweier und gleichzeitig sein, das heißt dein Wingback und oder dein Achter ist halt frei. Dann brauchst du nur das Plus-1 weiter zu Das spielst du dann außen und innen meistens über den Wingback. Der Ball nachachter hat einen tiefen Lauf. Wenn der tiefen Lauf hat, es sein, dass der IV mitgeht oder der AV es was selten ist. Dann hast einen Innendripling. Dann müssen die schließen. Dann kannst du eine 600er-Ball-Linie holen. Dann hat der wieder einen freien Fuß. kannst du wieder diagonal verlagern. Wenn du einmal in dem Plus-1 bist, dann kannst du das eigentlich gut weitergeben, sage ich mal von Position zu Position. Und dann haben wir sehr oft so gemacht, dass wir uns eigentlich in Flanken, in massiv viele Flankensituationen spielen. Also ich sage mal, eher mit vielen kurzen Pässe Richtung gegnerische Box und von da aus dann entweder Grundlinie, Halbraum oder Halbraum, Rückraum, Flanke, Zweiterposten, Spielen und Gehen, Zentrum, Abschluss. Ja, das sind eigentlich so meistens unsere Tore gewesen aus Ballbesitz. Viele flanken Tore, wir dann häufig hoch die zweiten Bälle bekommen, dann bist du wieder da und das ist dann schwer für den Gegner. Und auch viele Ecken, tatsächlich. haben ja sehr viele Standardtore geschossen. weiß nicht genau, glaube 90 Tore kann es sein. habe es nicht genau im Kopf, du hast es ja aufgeschrieben. 89 Tore, ja. 25 glaube
Dominik: Also 89 Tore habt ihr insgesamt erzählt letzte Saison. Wie viele davon? Ich glaube, in...
Robin Peter: ich. Ich glaube,
Dominik: Halleluja!
Robin Peter: 25 Standardtore, ja.
Dominik: Woher kommt das? Weil das ist auch so top 5 liegenweit auch der beste Wert gewesen. Ich pro 19
Robin Peter: Ja.
Dominik: Minuten irgendwie 0,68 Standardtore.
Robin Peter: Weil wir sehr oft einfach viel Ballbesitz, viel hohen Ballbesitz und dadurch haben wir einfach viele Aktionen zum gegnerischen Tor. Wir haben jetzt sehr viele Einwürfe an der gegnerischen Box und sehr viele Ecken gehabt. Und diese große Anzahl von Ecken und Einwürfen führt halt, wenn man dann noch eine relativ gute Strategie hat, wie man das macht, dann führt das ja permanent auch zu Chancen. Also viele Tore aus Einwürfen geschossen, die weit in die Box kamen. Wir haben viele Tore aus Ecken geschossen, auch Eckballvarianten, also nicht hohe. Wir haben viele Rückraumschüsse, 16 Meter, 11 Meter. Genau, das haben wir vorbereitet, weil wir wussten, so wie wir spielen, kriegen wenig Standards, also wenig Ecken gegen uns, aber wir kriegen halt sehr viele eigene Ecken. Und dann war das so. Genau.
Dominik: kommt es dann auch bei den Flanken daher, die vielen Tore, dass hier einfach auch die Box massiv flutet, wenn ihr schon zwei Stürmer habt, ein Wingback von der anderen Seite, reinkommen kann, zwei Achter, die schon hoch positioniert sind, also wie viele Spieler oder wie
Robin Peter: Genau,
Dominik: stellst du dir da die ideale Boxbesetzung bei Flanken und Herreingaben vor?
Robin Peter: Ja, also war auch so, dass unser Rechtsverteidiger glaube ich acht Tore gemacht hat aus dem Spiel. Das schon viel. Weil der meistens Außenverteidiger, der meistens wing-big ist, immer ballfern eigentlich zweiten Pfosten als Job hat. Dann hast noch zwei Stürmer und dann hast du eigentlich noch... Die Jungs, zumindest noch einer von den acht kommt, also vier, fünf Spieler, hast du eigentlich immer in der Box. Und das ist schon ein Grund dafür, die Quantität der Spiele auf jeden Fall. Und idealerweise hast du immer in ersten Pfosten besetzt, hast du immer in Rückraum besetzt und auch in zweiten Pfosten. In zweiten Pfosten am besten so bisschen über den zweiten Pfosten, weil es immer leichter ist reinzulaufen als rauszulaufen. Ich mag es nicht so gern, wenn die Spieler zu eng sind am zweiten Pfosten, weil die Flanke zu weit ist. Du kriegst dann nicht mehr nach innen als es ist, sondern lieber von außen nach innen. Im besten Fall hast du noch einen, der wirklich am zweiten Pfosten ist. Und die ideale Sache ist eigentlich frühe Flanke hinter die Kette. das war dann in der letzten Phase der Saison für uns nicht mehr allzu oft möglich, weil viele Gegner einfach wirklich auch schon tief verteidigt haben. Und dann kriegst du die Situation einfach nicht so oft. Du musst dann... andere Lösungen finden. Und dann war es halt oft zweiter Pfosten, Halbraum und dann Daumen drücken.
Dominik: Fingers crossed. Wenn wir mal die Klammer all das, worüber wir gesprochen haben, jetzt auch setzen. Wie viel von deinem Coaching-Style, von deinem Play-Style, den du jetzt hast, kommt aus dem Fundament, das du dir geschaffen hast in deinen Jugendtrainerjahren in Leipzig?
Robin Peter: Also was ich in der U17 und der U19 gemacht habe in Leipzig ist eigentlich fast, ich würde sagen, bestimmt so 90 % das, was ich jetzt auch mache. Von den Inhalten, genau.
Dominik: und die 10 %
Robin Peter: Die zehn Prozent sind die Dinge, die ich wahrscheinlich nicht weiß, die ich anders mache, die mir gerade nicht bewusst sind. Was auch mit persönlicher Entwicklung und Wahrnehmung zusammenhängt. Ich dass ich da einfach auch älter geworden bin, gereift, ein bisschen was erlebt in der Zeit. Aber rein vom, wie gehe ich mit Spieler Einzelgespräch, Kennenlernen, Führung, Mannschaft, wie ist meine Idee, wie die Mannschaft gekürt werden soll. Wir haben auch keinen Strafenkatalog, ich weigere mich auch. relativ häufig irgendwie in Dinge reinzugehen, die die Gruppe lösen muss und das funktioniert echt gut und das ist so ein bisschen. Das ist die Frage,
Dominik: Wie lösen die das dann, wenn ich fragen darf? Weil das ist ja schon... Weißt du nicht?
Robin Peter: manchmal weiß ich es nicht, manchmal erfahre ich es dann, manchmal gibt es auch nicht so eine gute Lösung. Ich bin dabei als Unterstützer, aber... ... es zählen immer Leute mit Verantwortung und so. Wie kriege ich jemanden verantworten, ... dem ich keine Verantwortung gebe? Also ich kann ja nicht sagen, ... die sollen alle Verantwortung übernehmen, ... aber ich entscheide, wie wir es machen. Ja, das ist schlecht, sondern ... ... wenn es mit Material nicht läuft, ... ... dann ist halt die Frage, wie wollt ihr es lösen? Wenn sie es nicht wissen, dann ... müssen sie es rausfinden. Dann kann ich bei Angeboten machen ... ... oder es ist halt so, wie es ist, ... ... dann bleibt es halt so, dann brauch ich auch ... keiner beschweren. Aber ich bin nicht so jemand, da selber so massiv reingeht.
Dominik: Wenn jetzt einer zu spät zum Treffpunkt am Spieltag kommt, fliegt er aus dem Kader dennoch oder ist dann auch die Mannschaft regelt das?
Robin Peter: Naja, hatten das eigentlich noch nicht. Es kann sein, dass es wirklich richtig zu spät ohne dass es ein Unfall war. hatten wir jetzt noch nicht. Aber wir haben es schon auch. Das habe ich jetzt schon gehört, dass eine gewisse Spielergruppe daran stört. Dass es wohl auch bei ein, zwei so ist, dass ein paar Termine, die es gibt, nicht wahrnehmen oder zu spät wahrnehmen. Und dann ist die erste Idee auch, dass die Gruppe das auch erstmal thematisiert intern, bevor ich dort irgendwas mache. Und das funktioniert eigentlich ganz gut, muss man sagen.
Dominik: Wer macht das dann? Also klar, reden wir über Führungsspieler, aber sind das einfach Führungsspieler,
Robin Peter: Ja, film's speak now.
Dominik: die einfach durch ihr Alter, durch ihre Profi-Spieler-Erfahrung schon das alles mitbringen oder ist es was, wo du das auch aktiv einfordern musstest, dass gewisse Spieler in diese Rollen sich erst im Laufe der Zeit entwickeln?
Robin Peter: Wir haben drei Führungsspieler verloren. Bei zwei, drei und jetzt habe ich schon geäußert, dass ich sehen würde, dass dort auch was passiert in der Entwicklung, ohne dass man das erzwingen kann. Aber ich habe erst mein Zutrauen ausgesprochen, dass ich das für sinnvoll und realistisch halte und den Eindruck habe, dass der eine oder andere schon das das gut annehmen würde, wenn Spielex Y dort vielleicht sich mal ein bisschen mehr einbringt oder mehr zu Wort meldet. Und dann gibt es welche, die das von sich aus machen, die auch zu mir kommen, auch aus der letzten Saison schon, wo das eigentlich Usus ist, dass wir Dinge einfach besprechen und schauen, wie gehen wir damit weil es geht ja uns alle und es sollten alle irgendwie auch involviert sein im Idealfall. Das geht auch nicht immer, das mir auch klar. Das ist schon... bestimmt Fälle gibt, ich dann sage, so machen wir es jetzt. Und es war auch schon so bei irgendwie, trinken wir jetzt Cola beim Auswärtsspiel oder Fanta oder gibt es nur Wasser? Und dann gab es dann tausend Ideen. Da ich dann gesagt, gibt es eine Kompromisslösung, die lege ich fest, Punkt. Wenn ihr irgendwann näher beieinander seid, dann sprechen wir nochmal. Gut, bisher ist es so, wie es damals festgelegt hat, keinem interessiert. Also es funktioniert auch, aber ich finde es gut, wenn Leute an dem oder da wo sie tätig sind, auch mitgestalten können und ein Wort haben und sich einbringen dürfen. Gleichzeitig gibt es aber Hierarchien und Entscheidungsinstanzen, die auch Dinge festlegen können. Das eine schließt das andere nicht aus.
Dominik: Interessanter Punkt, hat jetzt gar nicht so auf meiner Liste stehen, aber ist ja auch was, was ich jetzt noch nicht so oft gehört habe gerade. Aber in die Kerbe ja auch reinsteht, über die wir gerade in Deutschland, gerade im Nachwuchsfußball reden. Viele sagen, ja, wie viel Eigenverantwortung verlangen wir denn eigentlich noch von unseren Spielern? Und haben wir überhaupt die Kultur, die wir schaffen, dass die Spieler auch Eigenverantwortung ausüben können oder nehmen wir ihnen eigentlich alles ab? Und das ist auch ein Beispiel, was da komplett drauf
Robin Peter: Ja.
Dominik: darauf einzahlt. Du hast ja auch erlebt.
Robin Peter: Absolut, absolut.
Dominik: Jetzt kann ich dich aber nicht rausgehen lassen, ... ohne nochmal auch über eine Sache zu sprechen. Und zwar ... habe ich mich gefragt, ... ... so jeder Trainer fängt ja irgendwann mal an. Du hast ja auch Sportwissenschaften dann in ... Leipzig studiert, ... so in deinen ersten Trainerjahren ... oder wenn man den ganzen ... Jugendbereich mal nimmt. Wie hast du ... dazugelernt? Also woher kam dieses Wissen? Woher kam deine Überzeugung? Mainly war das, weil du viel ... gelesen hast, dich viel wissenschaftlich mit beschäftigt hast, viel Keine Ahnung, Podcasts gab es ja damals noch nicht, wo man so bisschen reinhören konnte und so offen war das ja noch nicht, wo man sich von Spitzen-Trainern irgendwas abgucken konnte, wie denn irgendwann als die ganzen Rondereübungen vom Pep Guardiola irgendwo zu sehen waren oder waren es viele Beobachtung, Gespräche mit anderen Trainern in diesem RB-Kosmos, so war es ja mal auch Co-Trainer von Sebastian Hoeneß. Kurz war es mehr das oder das andere?
Robin Peter: Ich habe mich einen für Dinge interessiert. Ich war viel hospitieren, ich war viel unterwegs, ... habe mir ein Sachen angeguckt, ... international, auf eigene Initiative, auf eigene Kosten. Einfach geschaut, okay, was machen die Leute so? Ich habe viel gelesen zu einer gewissen Zeit. Ich habe mich auch mit den anderen Dingen beschäftigt. Mir war wichtig, unabhängig zu sein, dass ich Videoanalyse schneide, animiere, alles selber kann. Ich habe an der Uni auch als Dozent für Fußball-Athletik dann für einen internationalen Trainerkurs für Stipendiaten dort unterrichtet und habe einfach mich in alle Themen, ich habe versucht in allen Themen ein Mindestmaß an Expertise zu entwickeln, dass mir dort sozusagen in der Thematik erstmal niemand was erzählen kann, wo ich keine Ahnung davon habe. Wenn du Chef-Trainer sein willst, ist es halt sinnvoll aus meiner Sicht. Ich alle KPI, Daten, technischen Dinge und Sachen kenne und verstehe. Genauso Ernährung. Und da habe ich eine Mischung gehabt. Ich hatte eine hervorragende Voraussetzung in Leipzig mit gerade dann der Ankunft von Ralf Rangnick und damals Helmut Groß, Thomas Albeck etc., die sehr viel Wert auf Implementierung, Spielphilosophie und auch Trainerausbildung gelegt haben. Und dann die Gruppe an sich mit Ari Beierlotze, Alex Blazin, Bassey Hoeneß, Marzi Jaisler. Roger Spielewski, Robert Klaus und viele mehr, die ja alle jetzt irgendwo nachweislich sehr erfolgreich in ihrer Tätigkeit sind. Das war natürlich spannend, weil wir saßen, das war ja so die Trainergruppe von U14 bis U23 oder U19, als die U23 nicht mehr da war. Und dann hat man natürlich auch ein gutes Umfeld, zu diskutieren und sich weiterzubilden, sich Dinge anzunehmen oder sich zu streiten. Und das hat die Kombination der hochwertigen Ausbildung, sehr professionellen Umfelds, ... was wir hatten in der Akademie ... mit den Persönlichkeiten und Trainern, die da war, ... plus Eigeninitiative, ... wirklich auch viele Sachen privat. Ich auch manchmal an freien Wochenenden ... zwei Tage einen Kommunikationskurs besucht, ... ... was bei meinem Urlaub dann oder meine Freizeit war. So, das war die Mischung. Also ich habe, glaube ich, viel investiert ... ... und mir hat es auch Spaß gemacht, ... ohne zu wissen, ob was rauskommt. Das war auch die Haltung, weil da gibt es keine Garantie dafür. dachte immer so, Interesse ist da, es fühlt sich nicht wie Arbeit an, dann werde ich da mal investieren. Das macht Sinn.
Dominik: Also eine große Wissbegehre auf der einen Seite, quasi in Vorleistung zu gehen, dass du irgendwie in allen möglichen Bereichen auch eine Expertise mitbringst. Jetzt
Robin Peter: Hm.
Dominik: hast du ja schon die ganzen Jugendtrainer mit dir zusammen auch angesprochen. Das ist ja was total Besonderes. Warum sind so viele Jugendtrainer bei RB Profitrainer geworden? Lag das daran, weil die einfach schon gescoutet wurden mit den Skills für Profifußball am Ende oder? lag es eher daran, dass viel Einfluss auf eure Trainerentwicklung genommen wurde, weil diese Fülle an Jugendtrainer, die dann irgendwo im Profifußball gelandet sind, sorry, da fällt mir kein anderer Verein ein, der das in der Quantität geschafft hat.
Robin Peter: Ja, also ich war im Scouting nicht involviert, was die Trainer angeht. Das kann ich nicht beantworten, da
Dominik: Hehehehehe
Robin Peter: bin ich der falsche Ansprechpartner. Ich kann es ja nicht, das kann man glaube ich mit richtigem falsch beantworten, die Frage. Ich glaube einfach, dass die... die Implementierung der Spielweise ... und auch das ... ich vermute das Lernen jeden Trainers auch ... ... wie diese, wie so eine ganz klare Struktur ... ... in Vermittlung und Plattstraining ... sein kann, sollte darf, wie auch immer. Unabhängig von der eigenen Spielweise, ... weil man kann das ja ... trotzdem verändern, aber die Methodik und die Arbeitsweise in Video, Vor- Nachbereitung ... ... war halt echt, glaube ich, aus meiner Sicht ... ... ich kannte ja jetzt keine anderen Akademien, aber nur vom Erzählen und vom Sprechen. schon sehr, sehr hohes Niveau. Und ich glaube, hat wahrscheinlich augenscheinlich jedem geholfen, zu lernen und zu reifen und dann ja auch irgendwie trotzdem seinen eigenen Weg dann zu gehen. Weil die Spielweise damals war sehr klar und stringent in eine Richtung und sicher ja
Dominik: Pressing, pressing, pressing.
Robin Peter: genau viel pressig, viel gegenpressig. Bei Besitz war nicht so viel, schon sehr vertikal orientiert und auch dann mit vielen Umschaltmomenten. Und das ist ja trotzdem auch ein Element, ich, man in VfB Stuttgart zieht oder auch bei Macy Jaisle oder auch Danny Röhl jetzt und viele andere. Das Pressing und Intensität haben ja trotzdem irgendwie alle dabei. Und dann glaube ich, jeder seine eigene Handschaft auch für sich noch zusätzlich gefunden zu haben, macht es dann aus. Aber warum denn genau diese Konstellation? So war oder so ist jetzt, das weiß ich nicht, aber an irgendwas hat es gelegen.
Dominik: scheint ja das richtige Rüstzeug mitbekommen zu haben, aber euch selbst auch gestaltet zu haben, wenn ich mir das jetzt anhöre.
Robin Peter: Ja.
Dominik: Spannende Insights auf jeden Fall und auch was, was mich ja auch so beschäftigt, weil in der Form damals RB ja schon Avogadisten waren. Irgendwann war dann jeder, ja, okay, diesen RB-Fußball, wollen wir auch spielen. Der ja aber auch, der dazu geführt hat, dass jetzt in den letzten Jahren... Gerade in puncto, wo diese tiefe Block-Verteidigung mit Fünferkette immer mehr zugenommen hat. RB ja gerade in puncto Salzburg brutale Probleme bekommen hat, an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen. Und
Robin Peter: Hm.
Dominik: sie sich in ihrer Idee auch gerade im Stream mit bald deutlich weiterentwickeln müssen und noch mussten, da Schritt zu halten und weiterhin so viele Erfolge auch einfahren zu können. Daher spannend, wieso die nächsten Entwicklungen sind, spannend aber auch,
Robin Peter: Ja.
Dominik: was sich bei dir passieren wird, wie der Adaptionsprozess in der ersten niederländischen Liga sein wird. Ich danke dir auf jeden Fall für all deine spannenden Aussagen und auch so Erkenntnisse, die du mitgebracht hast, weil du da dich auch schon sehr, aus meiner Sicht, auch unterschieden hast zu anderen Trainern auch. Das bleibt mir auf jeden Fall im Kopf in puncto, dass dir dieser Entwicklungsgedanke auch so wichtig ist und wie du es im Training umsetzt. Daher vielen Dank dafür, aber ich entlaste dich hier noch nicht, weil du hast noch eine Aufgabe. Ende du darfst nämlich meine Rolle jetzt einmal einnehmen. denn du hast eine Trainerfrage von Julia Simic bekommen und du darfst dir auch eine überlegen. Der kleine Nachteil ist, den du hast, ... mein nächster Gast für die nächste Folge ... steht noch nicht zu 100 % fest. Daher darfst du dir jetzt eine universelle Frage überlegen. Keine Ahnung aus Trainingsbereich, Führungsbereich, ... Taktik, was auch immer. Ich kann dir noch nicht sagen, wer der nächste Gast sein wird, aber du kannst mir die Frage nennen ... ... und dir überlegen, ... ... der nächste Gast, wer immer es sein wird, ... hören darf und beantworten darf.
Robin Peter: Wie würde deine Spielweise aussehen, wenn du nicht absteigen könntest?
Dominik: interessanter Punkt. War ich mal gespannt, ob es dann ein Profi oder ein Nachwuchstrainer wird. Aber so oder so, also dann suche ich mir mal keinen DFB-Nachwuchsliga-Trainer aus, kein U17 und 19. Weil ich glaube, das ist ein...
Robin Peter: Ja, und ein Profi-Trainer, jetzt wahrscheinlich nicht die beste Mannschaft in der Liga hat. Wenn es ihn dann nicht bedroht,
Dominik: Hehehe, Horazoo,
Robin Peter: dann... Genau.
Dominik: Gut, dann nehmen wir ausnahmsweise mal nicht Vincent Company. Hab ihn jetzt schon oft abgelehnt für den Podcast,
Robin Peter: Hehehehehe
Dominik: fand ich natürlich zu uninteressant. Diesmal klappt's dann leider doch
Robin Peter: Ja, noch verzehren.
Dominik: noch nicht, müssen wir verschieben. Gut, Robin, dann dir viel Erfolg in der Saison. Sobald die Leute hier die Folge hören, dann werdet ihr schon die ersten Spieltage hinter euch haben. Und könnt dann ja auch schon mal schauen in die Tabelle, beziehungsweise auch in die Statistiken vor allem, wie sich das bei euch verändert hat. Viel Erfolg. für die nächsten Wochen und Monate.
Robin Peter: Danke dir, hat Spaß gemacht. Bis bald.
Dominik Theis: Ja und wenn euch die Folge gefallen hat und ihr neu bei From Coach To Coach seid, dann seid doch so lieb und lasst eine Bewertung unten follow da. Und schaut mal bei Easy To Coach dabei. Alle Infos zum Werbepartner samt Link und Code findet ihr in den Show Notes und damit sage ich adieu und bis zum nächsten Mal.