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Future Weekly· Folge 552

#552 - Hannes Krieger über über Lightbikes, geliehenes Vertrauen & Longevity

Sonntag, 1. November 2026 · 1 h 01

MP3

Shownotes

In diesem Deep Dive spricht Markus mit Hannes Krieger, CEO und Founding Member von Novus. Das Braunschweiger Unternehmen baut Lightbikes: elektrische Zweiräder, die die Leichtigkeit eines E-Bikes mit der Performance eines Motorrads verbinden. Seit April werden die ersten Fahrzeuge der Founders Edition ausgeliefert.
Hannes erzählt, wie aus einer Bachelorarbeit von 2010 und neun Jahren Prototypenbau im Wohnzimmer ein Startup wurde, warum Hardware-Fundraising nach Beginn des Ukrainekriegs kaum möglich war und wie elf Angel Advisors, darunter Unicorn-Founder und ehemalige Automotive-Executives, den Weg zu den ersten Investoren geöffnet haben. Außerdem geht es um seinen Weg von Krones über Ottakringer in die Wiener Startup-Szene, das Aus seines ersten Startups in der Pandemie und warum er Zufälle im Networking systematisch erzwingt.
Im Speedrun verrät Hannes, warum Longevity sein größter Lifehack ist, und in den Moonshots & Predictions wagt er eine Prognose, die weit über Mobilität hinausgeht.
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Markus Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly. Heute mit mir Markus und weil DeepDive Tag is, natürlich wieder mit einem großartigen Gast, und das ist diese Woche der Hannes Krieger. Halle. Hallo Hannes. Servus. Servus Markus. Wir freuen uns sehr, dass du bei uns bist.

Markus Ein Blick auf LinkedIn Farretas, du bist CEO and Founding Member at Novus. Thatpreneur. A head in Future Mobility and Networking. Das klingt jetzt mal ganz interessant. Erzähl uns mal, was macht Novus.

Novus ist ein Hersteller urban an Premium-Mobilität. Also wir sagen bewusst urban und Premium. Warum urban? Wir wollen alle Fahrzeugkategorien innerhalb der Stadt zukünftig transformieren und auch dominieren. Wir beginnen mit einem Lightbike. Also Lightbike bedeutet, wir nehmen die Vorteile von E-Bikes, Rollern und Motorrad, Leichtigkeit, Agilität, Einfachheit, kombiniert mit der Performance von Motorrädern und das Ganze in einem sehr ikonischen Design.

Design ist so unser Grund-DNA und mit Design wollen wir die Menschen inspirieren, zu etwas Neuem umzusteigen. Weil wenn du dir mal den urbanen Markt anschaust, Städte sind zu voll, sie sind zu dreckig, sie sind zu laut und 95% aller bestehenden Zweiräder sind nicht elektrifiziert. Also das heißt, da ist nur extrem großes Transformationspotenzial, sowohl im Zweiradmarkt als auch im urbanen Markt.

Und ja, vielleicht scheinen wir da aus einer Tesla 2.0-Geschichte.

Markus Und jetzt kurz noch, ihr kommt aus Bayern, wenn ich das richtig gelesen habe, oder?

Nicht ganz korrekt. Also ich komme aus Bayern. Man kennt mich wahrscheinlich eher aus Wien, weil ich viele Jahre in Wien gewohnt habe, von 2017 bis 2022, 2023. Und Novus kommt das Braunschweig.

Markus Das Braunschweig, okay.

Nähe zu Wolfsburg, wo kommt das her? Der René war ehemaliger Volkswagendesigner und der René hat das damals in seiner Bachelorarbeit designt. Und das war 2010. Also wenn man sich einmal das Design anschaut, wir haben auch noch Skizzen aus 2010, die schauen fast identisch aus zu unserem Serienprodukt, nur ein bisschen schmäler, weil das damals noch mehr am E-Bike statt am Motorrad dran war.

Und der Markus, der hat es gemeinsam mit dem René sieben, acht, neun Jahre in deren Wohnzimmer gebaut. Und dann war das natürlich sehr logisch, dass sie auch dort, wo sie zu Hause sind, das Unternehmen gründen. Und Braunschweig ist ein super Standort für sowas. Du hast ja die komplette Infrastruktur von Volkswagen um dich herum und die kannst du auch für dich nutzen.

Markus Okay, das heißt, ihr macht elektrische Motorräder, wenn ich das jetzt einmal quasi runterbreche. Mach mal einen Sprung zurück. Denk an den kleinen Hannes, der vielleicht in die Volksschule gegangen ist, an die Grundschule. Glaubst du damals schon eine Leidenschaft für Mobilität, für Motorräder, für Autos?

Markus Oder ist das jetzt später gekommen?

Ja, ziemlich große. Also ich schaue gerade darüber. Da steht ein Yamaha PW50 in meinem Office. Ich weiß gar nicht, ob ich das rüber drehen kann.

Markus Funktioniert schon. Also für alle Zuseher auf YouTube, da zahlte sich jetzt aus, reinzuschauen.

Richtig, also da stand gerade Yamaha PW50, die habe ich bekommen, als ich vier Jahre alt war von meinem Opa. Und mein Opa war Oldtimer-Sammler und Motorradsammler, also er war Dentaltechniker, hat aber in seiner Freizeit Autos und Motorräder gesammelt. Eigentlich historisch, so über die Jahre hinweg.

Irgendwann hatte er mal 300 Modellautos im Keller stehen. Wir hatten Speedway-Maschinen, Motocross-Maschinen, Ducati, Motoguzzi und so bin ich eigentlich kultiviert worden. Also das heißt, mit dem Zweirad im Blut und Motorsport im Blut bin ich aufgewachsen. Und so hat es damals eigentlich angefangen, als kleiner Kind schon Zweiräder zu lieben.

Und ich kann mich nur erinnern, mit meiner Yamaha, also mit vier Jahren habe ich angefangen und dann mit sieben, acht, neun, irgendwann bekommt man da eine größere. Aber ich bin jeden Tag, wenn ich bei meiner Oma war, immer am Zaun gestanden und habe auf das Auto von meiner Opa gewartet und bin immer am Motorrad gesessen und dann bin ich ihm entgegengefahren, wenn er von der Arbeit heimgekommen ist.

Markus Cool. Okay, also die Wurzeln waren schon früh vorhanden. Hast du dann auch dich spezialisiert in deiner Bildungslaufbahn in diese Richtung? Also hast du irgendwas in Richtung Mobilität studiert?

Tatsächlich hatte ich eine Zusage von BMW, damals duale Ausbildung. Ich glaube, das war da was Wandes, damals Elektroniker oder Mechatroniker, glaube ich. Ich hatte dann aber BMW gekündigt, weil ich ja Zusage von Kronis bekommen habe. Also Autos und Motore, da waren immer meine große Leidenschaft. Ich habe immer mit Autokarten gespielt, mit Modellautos gespielt, aber damals hatte Coronis mir Ausbildung oder Bewerbung angenommen für Ausbildungsprojekt, Profil 21 hat das geheißen.

Und Cronus macht alles rund um die Flasche. Also du kommst mit einer grünen Wiese und viel Geld und Kronis stellt die schlüsselfertige Fabrik hin. Und ich hatte damals Elektronik und Betriebstechnik gelernt, eine Weiterbildung zum Servicetechniker gemacht, war dann im weltweiten Außendienst für KRONIS und das Spannende war Technikerstudium nebenbei von CORINES bezahlt und freigegeben bekommen.

Also das heißt, nach viereinhalb Jahren bin ich rausgegangen mit Elektroniker, Servicetechniker und Techniker in Mechatronik. Bachelor Professional war das damals so vom Bildungslevel her. Und das war für mich einfach das bessere Gesamtpaket.

Markus Okay, also das heißt, obwohl deine Leidenschaft da schon bei BMW gewesen wäre, aber einfach der Deal, den du bekommen hast vom Cronus so gut, dass du den eigentlich nicht ausschlagen konntest.

Richtig. Weil mein Onkel hat dann gesagt, aus der Leidenschaft kannst du ja, kannst du dann auch privat ausleben. Also arbeite was gescheit und dann kauft er die Motorräder.

Markus Okay, spannend. Das heißt, du bist dann, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, in die Getränkeindustrie gekommen oder in die Getränkeproduktion gekommen. Hast du dort dann auch Leidenschaft entwickelt oder war das immer nur ein Job?

Riesenleidenschaft. Also interessanterweise habe ich heute noch, also ich habe heute noch sehr viel Kontakt zu alten Kollegen und einer hatte mir damals, das war 2021, hatte Stefan zu mir gesagt, Hannes, ich glaube, du könntest heute nahtlos wieder einsteigen, weil ich immer noch so viel von den Maschinen verstehe, aber mich hat das immer interessiert, weil am Ende ist alles Technologie und ob ich jetzt mit Robotern, KUKOR-Robotern oder mit Produktionslinien ein Auto produziere oder ob ich am Ende eine Maschine produziere, die Flaschen herstellt und befüllt.

Am Ende kommt alles auf die Technologie zurück. Also meine Grundmotivation oder Grundleidenschaft war immer Zweirad und Vierrad. Das hat sich aber dann Stück für Stück weiterentwickelt zur Technologie selbst. Und da war es mir dann eigentlich egal. Auch heute noch, ob das KI ist, ob das Blockchain ist, ob das Energy und Robotics ist.

Jede Form von Technologie begeistert mich. Und damals konnte ich eine Riesenleidenschaft aufbauen, auch weil der Job einfach unglaublich spannend war. Du hast wahnsinnig viel gesehen, du hast in unglaublich vielen Abteilungen arbeiten können. Ich bin damals, als ich rausgegangen bin, 2017, hatte ich ein Netzwerk von 300 Leuten, denen ich Dankennachricht schreiben konnte.

Und in Summe habe ich jetzt mit allen Reisen, privat und beruflich, 30 bis 35 Länder besucht. Und das ist aber über die Hälfte davon mit Kronis.

Markus Und dein Job war dann damals tatsächlich, dass du Anlagen installiert hast oder geserviciert hast?

Genau, also das war damals Kontroll- und Inspektionstechnik. Also wenn du dir Flasche nimmst, wie voll ist sie, ist sie verschlossen, ist sie etikettiert. Und das Spannende war, du hast unglaublich viel Verantwortung bekommen, weil die hatten ja keine Zeit, dass die einen erfahrenen Servicetechniker mit dir mitschicken, sondern du bist immer alleine irgendwo hingereist, wenn die Maschine schon fertig war und du bist dann hingekommen und warst eigentlich so das Bottleneck, weil jetzt muss nochmal alles kontrolliert und inspiziert werden.

Und du hast von Beginn an mit 20 Jahren 100% Verantwortung bekommen. Die mussten dich auch damals hinschicken. Es waren zu wenig Service Techniker da, es waren zu viele Kunden, zu viele Aufträge, das ist ja was Positives. Aber was bedeutet das? Du schickst einen Mitarbeiter hin, der eigentlich von der Maschine nichts weiß und noch gar keine Ahnung hat und der muss sich dann in den Moment hineinarbeiten.

Und das war für mich eine große Challenge, aber auch ein extremer Wachstumsbeschleuniger. Und dann, ich habe mir aber dann 20, wann war das 2016 vor genau zehn Jahren, zwei Wirbel gebrochen. Das war leider auf einer Heimreise vom Außendienst, war ich dann snowboarden. Und beim Snowboarden habe ich mir dann zwei Wirbel gebrochen.

Bin dann noch heimgefahren und von Innsbruck. Und ich rufe am nächsten Tag meinen Chef an und sage, du Andi, ich habe mich leicht verletzt. Wahrscheinlich Rippe gebrochen, Wirbel geprellt, war leider dann genau umgekehrt, bin dann drei Tage später operiert worden, bin dann wiederum fünf Tage später aus dem Krankenhaus herausgekommen und direkt in die Abschlussprüfung vom Techniker.

Und ich muss auch ein Riesendankeschön aussprechen, weil normalerweise hätte mich Kronis damals nicht übernehmen müssen. Weil sieben Tage später wäre mein Vertrag ausgelaufen. Aber die haben gesagt, der Verrückte ist mit zwei gebrochenen Wirbeln acht Stunden noch in die Arbeit gegangen, um seine Baustelle abzuschließen und dann fünf Tage später in die Abschlussprüfung vom Techniker.

So ein Mindset und so ein Menschen wollen wir gerne halten. Das war dann für mich auch ein Glück und so bin ich dann von Servicetechniker und Außendienst in Forschung und Entwicklung gerutscht. Da war ich dann im Innendienst und dann später wieder zum Teil im Außendienst, aber für Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Und das hat dann auch meine Leidenschaft für Innovation so ein bisschen geweckt, weil dann ist das erste Mal aufmerksam auf das Thema Innovation. Du darfst dann auch eigene Innovationsprojekte koordinieren, du darfst Innovationsvorschläge machen. Also mein größtes Highlight damals war, dass mein Chef mich angerufen hat, ich glaube zwei Jahre, nachdem ich raus war und mir mitgeteilt hat, dass mein Innovationsvorschlag immer noch bearbeitet wird.

Markus I can imagine. Cool, okay. Also so kam die Leidenschaft für Innovation. Jetzt weiß ich, dass du irgendwann in Wien gelandet bist. Wie kam es dazu?

Ich hatte mir damals die zwei Wirbel gebrochen und war dann noch circa eineinhalb Jahre bei Kronis. Es war aber natürlich eine schwierige Zeit, weil du körperlich wahnsinnig beeinträchtigt bist. Also ich konnte mich nicht mehr bücken. Ich hatte vier Schrauben und zwei Stangen im Rücken. Ich wurde nochmal operiert dann im Nachgang.

Und ich wollte, ich habe mir überlegt, ich kann den Außendiensten immer weiter so betreiben, weil ich körperlich einfach nicht mehr in der Lage dazu war. Und ich habe mich dann intern beworben für so ein Weiterbildungsprojekt. Also ich habe damals ein eigenes Ausbildungsprojekt konzipiert, bin dann zur Ausbildungsleitung und zum Betriebsrat und wollte das dann bis hin zum Vorstand freigeben lassen.

Und ich hatte dann auch Freigaben, nur der Service, der Vorstand für den Service, der hat damals gesagt, wir haben zu wenig Servicemitarbeiter, wir geben ihn intern nicht frei, weil wir ihn brauchen. Und er macht dann auch gute Arbeit. Und dann war für mich die Entscheidung, okay, du bekommst diese neue Ausbildungsstelle mit berufsbegleitenden Studieren nicht.

Wo geht jetzt der Weg weiter hin? Und mein Weg war damals, dass ich nicht mehr in den Außendienst konnte aus körperlichen Gründen, habe aber intern keine Freigabe für andere Stelle bekommen. Also habe ich gesagt, okay, dann muss ich kündigen. Und ich habe interessanterweise, ich weiß nicht, wie ich darauf gekommen bin, nach meinem Techniker wollte ich ja MBA-Studie machen.

Und normalerweise ist ja MBA-Studium für Executives. Also wenn du 30, 35 oder 50 Jahre bist, dass du so den letzten Karriereschritt nochmal gehst zum Vorstand, zum Aufsichtsrat, zum Geschäftsführer. Ich habe mich dann international erkundigt, wo kann man MBA-Studie machen. Das war in Irland möglich und das war in Österreich möglich.

Also ohne vorherigen Bachelorstudium, weil mein Techniker ist zwar äquivalent mit einem Bachelor, aber er war nicht akzeptiert wie ein Bachelor. Und dann habe ich mich an der WO Wien beworben und die Wo Wien, die hatte damals gesagt, nee, Anis bist zu jung, 23 oder 22 war ich damals, glaube ich, noch viel zu jung.

Unsere NBA-Studenten und Absolventen, die sind 35, 55. Das wollte ich aber damals nicht akzeptieren. Ich bin dann nach Wien gefahren, bin dann an die Rezeption und habe gesagt, ja, da bin ich. Hört euch meine Geschichte an. Und tatsächlich wurde ich dann zum Assessment zugelassen. Das Assessment war dann auch positiv und dann wurde aber leider von oberster Stelle die Bewerbung abgelehnt, weil ich eben zu jung war.

Das konnten sie anderen Studenten gegenüber nicht rechtfertigen. Gleichzeitig hatte ich mich aber an der FH Wien, der WKW, beworben und dort habe ich dann die Zusage zum MBA-Studium bekommen mit 2023. Und das war dann für mich so der Schritt, okay, jetzt geht es ins Ausland, aber halt dauerhaft. Und Wien war da, damals eigentlich beruflich die einzige Möglichkeit.

Ich habe mich dann, ich habe dann das Studium angenommen, habe mir Wohnungen besorgt, erstmal einen Riesenanschluss von meinem Vater bekommen, weil mein Papa ist eher so Mr. Sicherheit und ich bin eher Mr. Risiko. Und er hat dann gesagt, Hannes, wie kannst du dir Wohnung suchen, ohne einen Job zu machen?

Und ich habe gesagt, Papa, mach keine Sorgen, mit meiner Ausbildung bekommst du immer einen Job. Und tatsächlich habe ich mich damals bei Otterkringer beworben und wurde dann bei der Otterkringer Getränke AG technischer Einkäufer.

Markus Technische Einkäufer heißt, du hast dann so Maschinen gekauft, die du davor entwickelt und serviciert hast.

Ja genau, also ich habe eigentlich meine eigenen Maschinen gekauft, damals tatsächlich auch von Kronis, habe dann auch die Verträge verantwortet für alle technischen Anlagen bei Kronis und bei Otterkringer und bei Füßlauer. Und da war ich circa zehn Monate. Man muss aber dazu sagen, das war für mich ein ganz anderes Umfeld.

Also ich war davor in einem großen Corporate, MDAX platziert, 10.000 Mitarbeitern und dann wechselst du in eine KMU. Und da ist das Mindset ein ganz anderes. Vorher warst du mit jedem per Du, da bist du auf einmal wieder mit jedem per sie. Und du zerstörst teilweise Beziehungen, wenn du jemanden per Duo ansprichst, wenn du das davor nicht angeboten bekommen hast.

Das sind so Grundregeln, die man über die Jahre lernt, die ja einem aber eigentlich keiner erklärt. Und das Spannende war damals, ich habe damals an Sigi Mans kennengelernt, den Eigentümer von Otter Gringer. Und sein erster Kommentar war, weil ich hatte einen Anzug an und Sneakers. Und der erste Kommentar war, sie tragen Sneakers.

Und dann musstest du dich auch damals noch rechtfertigen, wenn du deinen Arbeitsplatz verlässt. Das war einfach ein bisschen starres, für mich ein bisschen einengendes Umfeld. Und ich habe damals dann schon zumindest neben meinem Job schon ein bisschen ausgebrochen.

Markus Ja, man könnte auch meinen, das ist der Kulturschock Österreich, den es halt dann teilweise auch noch gibt. Okay, aber wie bist du dann ausgebrochen aus dem beruflichen Kontext?

Also ich hatte ja damals den Vollzeitjob bei Ottagringer. Ich habe Berufsbegleitend immer Freitag, Samstag, manchmal Sonntag noch das MBA-Studium gemacht. Und ich bin dann 20, ich glaube das war 2017, als das wie Accelerator eröffnet hat. Da war ich dann bei der Eröffnung und habe das erste Mal so Startup-Luft gewidmet und dachte mir, wow, das ist ja inspirierend.

Wahnsinnig coole, inspirierende Menschen, Menschen mit einem ganz anderen Mindset und dann auch noch so ein ganz cooles Umfeld. Und ich vergleiche heute immer diese Startup-Szene Wien, das vergleiche ich immer wie mit Kaffee. Also Wien ist ja so ein Cafe-Stadt. Und ich habe zu meiner Oma immer gesagt, Oma in Wien kriege ich ein Espresso Frappé und da kann ich mir dann noch entscheiden, ob die Bohne von irgendeiner Katze noch verdaut wurde.

Wenn ich nach Regensburg komme, da bekomme ich dann, wenn ich nach einem Espresso Doppio frage, dann fragen die Menschen schon nach, ist er doppelter, oder? Und wenn ich zu meiner Oma gehe, da bekomme ich dann einen kleinen Kaffee als Espresso. Also so war gefühlt dieses Mindset, als ich von Weltenburg, vom Dorf nach Regensburg bin, von Regensburg nach Wien.

Und genauso ist auch diese, hat sich dieses Mindset angefühlt, in das du plötzlich eintauchst in diese Startup-Szene. Ich habe damals den Seiler-Hans kennengelernt, der hatte damals diese Innovationsleiterrunde Innox. Ich glaube, das sind mittlerweile 4000 Member, Hunderte an Großunternehmen, die ihre Innovationsleiter dorthin schicken.

Und der Hans, bei dem habe ich mich damals bei Hive beworben. Ich kannte ihn daraus schon und der Hans hat mich dann eingeladen mal zu so einem Workshop für Innovation. Und das habe ich dann alles berufsbegleitend gemacht oder nach meiner Arbeit. Bin dann damals in einem Fußballstadion in Österreich und war dann bei so einem Innovationsworkshop dabei und das war für mich eine komplett andere Welt.

Ich fand das total inspirierend, da gab es keine Limits, da hast du plötzlich Produkte entworfen, da hast du interdisziplinar, hast du verschiedene Fähigkeiten vereint. Da bin ich mit jemandem von der ÖBB, mit jemandem von der Bank und der Versicherung und gleichzeitig mit jemandem von der Telekom zusammengesessen und habe in einem Innovationsworkshop Produkte entwickelt.

Wir hatten damals so eine smarte Flasche, war damals unser Konzept. Und das hat mich total inspiriert. Und so bin ich dann in das Mindset Innovation tiefer und tiefer reingerutscht und wollte das dann bei Otterkringer platzieren und habe damals mit dem Seilerhans, der dann auch zu einem Mentor für mich geworden ist, das Thema Innovation versucht, so ein bisschen bei Otterkringer und fürs Lauer mal zu platzieren.

Markus Und das war dann schon auch, also dieser Schritt in die Startup-Szene, in die Innovationsbubble, war dann wahrscheinlich auch so der Anlass, dass du dich dann selbstständig gemacht hast, oder?

Vorher gab es noch eine andere Situation und zwar, ich habe dann über auch wieder über Inox vor Game Changers kennengelernt. Das war ja damals eine große Digitalkonferenz, oder ist es glaube ich immer noch, von BROSI71 Plus 4 und der Philipp Konsemüller, der das damals mit der Nina Kaiser, glaube ich, war, das gegründet hat und auch organisiert hat, die haben sich einfach mal so Feedback von uns Corporates eingeholt.

Wir von Ottergringer und von anderen Unternehmen aus der Innovationsabteilung würden wir da mitmachen, würden wir das unterstützen. Und ich fand das total inspirierend und dachte mir, jetzt schreibst einfach mal ein Konzept und pitch das im Philipp, wie du dir eine Startup- und Technologiekonferenz vorstellst, obwohl du noch nie auf einer Startup-Konferenz warst.

Und ich hatte damals ein 15-seitiges Konzept entwickelt, deswegen ist auch eines meiner Learnings, wenn du mich später fragst, auch einfach just do it. Es hat mich keiner danach gefragt. Ich bin einfach auf den Philipp zugegangen und habe gesagt, hey Philipp, ihr habt um unser Feedback gebeten. Hier wäre mein Feedback, 15 Seiten, schaut ihr das mal an, so stelle ich mir eure Konferenz vor, obwohl ich noch nie auf einer Startup-Konferenz war.

Und da hat der Philipp dann zu mir gesagt, Hannes, das ist so genial, mach. Und ja, und das war mein allererster Auftrag. Da ist dann berufsbegleitend, Otterkringer, MBA-Studium, mehr oder weniger eine Scouting, eine Scouting-Tätigkeit für Pro71 plus 4 entstanden. Und so wurde ich dann Venture Scout.

Und das habe ich aber dann erst in den späteren Jahren intensiviert. Damals, ich bin dann halt immer mehr auf solche Star-A-Veranstaltungen gegangen und habe dann einen Florian Reuer kennengelernt. Der hatte damals Voitation gegründet. Und der Flo, der hat, ich fand das total inspirierend, das war, ich glaube, beim Geburtstag vom Brutkasten, hat der Floh sein Handy rausgeholt und die ganze Zeit Notizen von mir gemacht.

Und ich dachte mir, was schreibt denn er da die ganze Zeit mit? Und dann hat er gesagt, ja, ich mache mir von jedem Menschen, mache ich immer Notizen und später will ich dann eine Datenbank über die Startup-Szene erstellen. Und ich fand das so inspirierend, weil ich habe ja wochenlang Startups gescoutet und habe immer gesehen, dass es keine Datenbanken gibt.

Also all das, was es jetzt gibt, mit Crunch Base, Pitchbook, Deal Room, das gab es damals in dieser Intensität noch nicht. Und vor allem nicht in Österreich. Und der Flo hat sich dann immer öfter mit mir getroffen und hat gesagt, Hannes, du bist so unglücklich bei Otto-Kringe, jetzt komm, geh raus und lass uns was gründen.

Und er hat mich damals tatsächlich aus der Startup-Szene rausgeholt und wir haben dann zusammen Link-Ups gegründet.

Markus Wie ging es euch damit?

Zu Beginn gut. Also lustigerweise warst du unser erster Pitch. Also wir waren damals bei dir im Impact Hub und haben dir als allererstes, glaube ich, Link-Aps vorgestellt, weil unser Grundgedanke war, nimm bestehende Ökosysteme und digitalisiere die. Und dann bauen Graphen, mit diesem Graphen du dann diese Personen besser erkennst.

Also zum Beispiel, jetzt hast du Listen und du machst Filter. Aber ich weiß ja zum Beispiel gar nicht, was für Unterbereiche gibt es in den einzelnen Bubbles. Also wenn du zum Beispiel Blockchain nimmst, gibt es ja Blockchain in Energy, Blockchain in Finance, Blockchain in Logistics. Es gibt unterschiedliche Anwendungsfälle.

Und unsere Vision damals war immer, dass du über einen Graph diese Menschen besser identifizierst. Und diesen Graph haben wir dann auf Konferenzen gebracht in Form von ganz großen Touchscreens. Dann sind die Menschen auf den Touchscreen hin und haben diesen Graph gesehen und haben sich dann durchgeklickt und diese eine Person gefunden, die sie suchen wollten oder nach der sie vielleicht gar nicht gesucht haben.

Und wir haben dann AWS First, unseren ersten Inkubator bekommen. Das war Inkubationsprogramm vom Austrian Wirtschaftsservice. Wir haben dann auch mit Weccelerate und The Factory Berlin verhandelt für den ersten Auftrag. Ich hatte dann auch so eine kleine Roadshow gemacht durch Europa und haben mir die verschiedenen Startup-Ökosysteme angeschaut, also Factory Berlin, Station F, We Accelerate, damals gab es ja auch noch die Factory in Linz.

Und interessanterweise hatten alle kein richtiges Ökosystem. Also alle hatten die richtigen Menschen und die richtigen Player, aber kein Ökosystem war digitalisiert. Und diese Digitalisierung, die hatten wir dann damals versucht zu implementieren. Und dann kam leider Corona.

Markus Dann kam Corona, das bedeutet, da, weil grundsätzlich könnte man auch sagen, okay, wenn jetzt alle Leute zu Hause bleiben müssten, dann wollen sie ja trotzdem vernetzt sein und ja weiß nicht, dann gab es dieses wirheitsgeheißen, Clubhouse, das Audionet, also es könnte ja auch ein Hebel sein, um zu sagen, wir bauen diesen Graph, so dass es nutzbar war.

Markus Aber wie, es hat sich jetzt eher so eingehört, als wäre das für euch ein ziemlicher Killer gewesen.

Das war dann auch der Dollstoß. Also wir hatten damals, unsere Zielgruppe waren Konferenzen ab 500 bis 1000 Teilnehmer und auf das war der komplette Case ausgelegt. Das Problem war, wir hatten damals auch die Zeit, die Ressourcen, die Finanzen, die Energie nicht, um so schnell zu pivotieren, weil wir waren immer noch zwei Menschen.

Wir hatten ein kleines Team, wir hatten dann noch Part-Time-Marketer und Sales-Personen mit dabei, aber wir waren zu klein, um so schnell darauf reagieren zu können. Und wir hatten noch nicht dieses Investornetzwerk, dieses Verständnis, jetzt schnell zu raisen und Opportunity zum neuen Business zu machen.

Weil wenn du, wenn Corona kommt und innerhalb von 14 Tagen alles einstampft, was offline ist, das hat uns ja alle komplett überrumpelt. Du wusstest nicht, was passiert jetzt. Du wusstest nicht, wo geht die Welt hin. Da so schnell zu reagieren als First-Time-Founder war für mich extrem schwierig. Also jetzt als Zero-Founder wäre das kein Problem, weil dann erkennst du sowas, du hast sowas auch schon mehrmals hinter dir, du erkennst Opportunitäten und du springst ganz schnell auf.

Oder du merkst, wenn du pivotieren musst, wie kannst du schnell pivotieren. Weil du hast ja den kompletten Entwicklungs- und Gründungsprozess ja schon mal hinter dir, auch den Skalierungsprozess zum Teil. Das war aber damals nicht der Fall, zumindest bei mir nicht. Und damals hatten wir das dann leider einstellen müssen.

Wir haben es noch eine Zeit lang versucht, aber das hatte dann leider keine Zukunft. Zum Glück hatte ich ja trotzdem parallel immer meine Scouting-Agentur. Und die hat mich dann auch während Corona über Wasser gehalten.

Markus Ja. Okay, und dann kam irgendwann dieser Sprung in Richtung Mobilität zurück, zurück zur Kindheitsleidenschaft. Wie ist das passiert? War das über eine Scouting-Aktivität, die du gehabt hast? Oder gab es da einen anderen Weg?

Tatsächlich war das sehr organisch und zufällig. Also mittlerweile ist eines meiner mantren und größten Learnings, systematize the coincidence and networking and force the coincidence. Das gilt aber nur, wenn du ein klares Ziel hast. Wenn du kein klares Ziel hast, dann don't force the coincidence, sondern lass diesen Zufall stärker zu.

Also halt dich da auf, wo du dich wohlfühlst oder auch nicht wohlfühlst, um zu lernen, und halte dich da auf, wo die Opportunitäten begegnen. Ich vergleiche das immer mit einem Gang des Lebens. Wenn du in Bewegung bist und wenn du den Gang entlang gehst, öffnen sich die ganze Zeit Türen. Wenn du auf der Couch sitzt und stehst und wartest, bis etwas auf dich zukommt, bleibt jede Tür verschlossen.

Und damals war das für mich so. Ich war erst Startup-Advisor und Mentor für verschiedene Programme und habe auch über diese Scoutings, über diese Analysen von tausenden von Startups und auch über die Mentorings am Ende extrem viel Verständnis für Geschäftsmodelle aufgebaut. Extrem viel Verständnis auch über Verticals.

Also das heißt, jede Art von Gründerpersönlichkeit, jede Art von Vertical, jede Art von Geschäftsmodell habe ich irgendwann mal gesehen. Und die Erfahrung konnte ich dann auf Konferenzen als Moderator wiedergeben, weil du am Ende als Moderator die Aufgabe, die richtigen Fragen zu stellen. Also das kennst du ja ihr am besten, du und der Daniel.

Und ich hatte damals über eine Konferenz, beziehungsweise ein Festival, das war Mobility Festival, Mile hat das geheißen, das Schönste, schnellste und spannendste, das uns bewegt, hatte ich mit dem Robin damals die Stage konzipiert. Und in der Konzeption waren mir diese Zukunftsthemen wahnsinnig wichtig.

Also Flugtaxis, neue Formen von Architekturen, die durch Elektromobilität entstanden sind. Also wenn du dir die Elektromobilität anschaust, was war der größte Impact? Dass du komplett neue Architekturen bauen konntest. Weil früher war das nicht möglich, dass du einen Motor ins Hinterrad steckst oder direkt an den Reifen platzierst.

Das geht jetzt mittlerweile direkt an den Repab-Motor. Und ich hatte damals einen Talk konzipiert, der hieß, wie die Elektromobilität die Architekturen von morgen verändern. Und da war ein Flugtaxi dabei, da war ein Elektroauto dabei, da war ein fliegender Surfboard, also so ein Foilboard dabei und es war der René als Speaker.

Und der René ist damals mit seinem Zweirad, mit seinem Lightbike auf die Bühne gefahren und da haben wir schon total geflasht. Weil das schaut ja aus wie 2040, aber irgendwie gefühlt halt in 2030 oder in 2022 baut das damals noch. Und da war der erste Touchpoint mit dem René als meinem Speaker. Und ein paar Monate später hat er mich dann angerufen und sagt, Hannes, geh mal essen.

Und so oft passiert das auch nicht, dass sich jemand fragt, hey, gib mal essen, ich brauche was von dir oder ich brauche dir Feedback. Und so ist es dann gekommen, dass der René mich um Feedback gebeten hat, weil er hatte bis dahin alles selbst finanziert. Also alles selbst finanziert aus eigener Tasche.

Ein kleines Team Produkt, das noch nicht zertifiziert war, keine Kunden und fast keine Brand. Und er hat gesagt, Hannes, du hast eine Riesenleidenschaft für Mobilität. Du hast Verständnis über die Startup-Szene. René hat mich immer Lexikon der Startup-Szene genannt, weil ich jeden Founder deren Investments, deren VCs und den Lieblingskaffee kannte.

Und so ist dann aus einer Unterstützung mit Listen, einer Auftragsarbeit entstanden, aus einer Auftragsarbeit, gemeinsame Missionen und aus der Mission dann eine Beteiligung an Novos und die Rolle jetzt als Founding Member.

Markus Und schon auch das Unternehmen in dazwischen, da sag ich mal, dieses Projekt, wo sehr viel kreative Schaffenskraft reingeflossen ist über viele Jahre, dann mehr und mehr zu einem durchaus erfolgreichen Unternehmen. Erzähl einmal die für dich auch jetzt ein bisschen diese Rollercoaster, die da sicher auch basiert ist, von eben einem sehr coolen Projekt, das natürlich den Vorteil hat, dass man es angreifen kann, dass wenn da jemand damit auf die Bühne fährt, dann hat das einen gewissen Wow-Effekt hin zu, okay, wie baut man darum auch einen Startup-Case auf, wie baut man darum ein Geschäftsmodell auf, wie finanziert man das Ganze auch, damit das nicht immer nur ein Wow-Effekt bleibt, sondern auch

Markus irgendwann mal von vielen Menschen gefahren wird.

Man muss ja auch dazu sagen, das Ganze war nie als Startup-Case konzipiert. Oder beziehungsweise die Grundmotivation von René und Markus war es, nie ein Startup-Case aufzubauen. René und Markus hatten, das ja von 2010 bis 2019, hatten die den Prototypen gebaut und entwickelt. Und im nächsten Schritt waren sie dann, die waren dann 2019 fertig mit dem Prototyp und haben den aber noch nie jemanden gezeigt.

Also neun Jahre hat keiner das Design gesehen, keiner den Prototypen gesehen, keine irgendwelche Formen gesehen, weil die Angst vom René und Markus war immer, oh, wenn wir das jemandem zeigen, dann klaut jemand und morgen steht dann ein Novos auf der Straße. Damals wusste man noch nicht, dass Execution-Key ist oder King ist und nicht die Idee.

In dem Zeitraum damals, da gab es sowas noch nicht. Da waren Elektrofahrräder oder Elektromotore, die das waren. Das waren damals noch Konzepte, da hat man seinen Elektromotor noch auf den Gepäckträger gestellt. Und es gab auch sowas wie Radnarmotoren für diese Klasse, in dieser Größe gab es noch nicht.

Und also vor allem 2010, als der René das begonnen hatte. Er hatte dann 2019 das erste Mal seinen Freunden gezeigt und einer seiner Freunde sagte zu ihm, René, das ist kein E-Bike, das ist kein Motorrad, das ist eigentlich ein Consumer Electronic Product. Geh auf die CES. Und dann war das, was ist natürlicher für einen Angestellten bei Volkswagen, als zu sagen, ich nehme mir Urlaub, ich buche mir ein Schiff, ich schiffe meinen Prototypen nach Amerika, ich fake einen Startup.

Es gab keine Website, kein Impressum, es gab Visitenkarten hatten sie noch gedruckt und haben dann eine Startup gefaked, sich bei der CES beworben und dort auf der CES dann den Prototypen ausgestellt, während sie beide angestellte Volkswagendesigner waren. Zwei Tage später kam dann der Anruf von Jen.

Die Jen ist eine der Mütter von Elon Musks Kindern und sie war zu dem damaligen Zeitpunkt die Executive Assistant to the CEO of Tesla. Und Elon hat es laut ihr in den Medien gesehen und wollte den Prototypen kaufen. Und René und Markus waren natürlich total überwältigt davon. Das war aber auch so eine Art Eye-Opener.

Wenn der innovativste Mensch der Neuzeit, so der Albert Einstein unserer Geschichte, wenn der deinen Prototypen kaufen will, dann muss das was Besonderes sein. Jetzt kann es sein, dass er den zerlegt und einfach nur schauen will, was das ist. Oder es kann sein, dass du den wirklich.

Markus Dann wäre die Angst vielleicht sogar durch einmal berechtigt gewesen.

Richtig. Und René hat das damals abgelehnt. Für ihn war das, das war ganz schwierig für ihn, weil er kommt dann heim wie mit so einem Phantomschmerz. Zwei Wochen danach sitzt er bei Volkswagen wieder am Schreibtisch und denkt sich, was ist hier jetzt gerade abgegangen in meinem Leben? Das war wirklich so Eye-Opener und daraufhin hat er dann bei Volkswagen gekündigt, Novus gegründet.

Und dann von 2019 bis 2022 zwei Prototypen-Schleifen entwickelt. Und du musst dir das immer so vorstellen, in Hardware musst du dich immer herantasten. Du beginnst mit der Technologie selbst. Du musst die erstmal testen. Ist es möglich, den Motor ins Hinterrad zu packen? Kannst du das Design verwirklichen, indem du eine Batterie baust, die so tief sitzt, dass du erstens einen tiefen Schwerpunkt hast, aber zweitens auch das Design ermöglichst.

Weil mit dem Design überzeugst du die Menschen, etwas zu kaufen. Also wir sagen immer, create a product people love und then make it accessible to the people. Das heißt aber, du musst erst etwas entwickeln, erst etwas bauen und du musst aber dieses Design auch so gestalten, dass es sinnvoll ist, dass es real werden kann, dass es aber auch produziert werden kann und dass es die Menschen am Ende immer noch lieben und kaufen wollen.

Und das geht also aus meiner Sicht immer nur durch Inspiration. Weil du kaufst ja nichts, ein Mensch kauft sich nichts, was er hässlich findet. Außer er hat einfach keinen Anspruch an das Produkt. Und so wurde dann 2019, 2022, über verschiedene Iterationsschleifen wurden die Prototypen entwickelt. Ich glaube wann waren es?

2021 waren Markus und René auch noch bei Höhle der Löwen. Das war dann das erste Mal, als so wirkliches Feedback gekommen ist vom Markt, als es auch ein bisschen durch die Decke gegangen ist. Und ich bin dann Ende 2022 dazu gekommen und damals hatten wir eben den fahnten Prototyp bzw. Technologiedemonstrator und dann schon die dritte Designschleife.

Und da ging dann eigentlich die Musik wirklich los. Weil das war der erste Zeitpunkt, das erste Mal, dass du fremde Menschen auf das Produkt draufsetzt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, damals 2023 eine Runde zu raisen. Ich hatte damals Angel-Investoren, Mobility-Investoren. Ich hatte eine Liste von 500, 600 Investoren und das war aber leider genau in der Zeit, kurz nach dem Krieg, also kurz nachdem Russland den Krieg begonnen hat.

Und damals war dann eine wahnsinnige große Unsicherheit da in der Investorenszene, du hast gefühlt gar kein Kapital mehr bekommen. Nicht nur für Hardware nicht, sondern also Hardware war schon immer schwierig, weil die meisten Investoren, jetzt hat sich das Blatt komplett gewendet, aber damals war das noch so, wenn du KB2 Bizarers machst, dann sind 80% der Investoren und Venture Capitalists sowieso raus.

Das heißt, du musst ganz viel über Privates racen, die ja Leidenschaft für das Produkt haben. Aber an die musst du erstmal rankommen, weil die stehen nicht in der Liste. Wir haben zum Beispiel mehrere Family Offices, die findest du auf keiner Liste der Welt als Investoren. Musst du über einen ganz natürlichen Weg finden.

Und das ist eine der größten Anstrengungen gewesen, dass du mit dem Produkt immer rausgehen musstest, weil du hast ein Hardware-Produkt. Und auf den Fotos wirkt es nicht so, wie es in echt wirkt. Und damals, muss man auch dazu sagen, war das Produkt einfach noch nicht ready. Also wir hatten damals einen Technologiedemonstrator, das waren zusammengeschweißte Rohre mit China-Akku und einem China-Motor im Hinterrad.

Und der ging 100, der konnte aber keine Kurven fahren. Und wir hatten damals den Design-Demonstrator, der schon ausgeschaut hat wie das fertige Produkt, wirklich wunderschön. Also das war eine unserer größten Fähigkeiten, immer schöne Prototypen zu bauen. Das ist aber auch eines der größten Ineffizienzen auf dem Weg gewesen, weil investiert das Geld lieber in etwas Funktionierendes statt in etwas Schönes und mach es danach schön.

Und das Spannende war, wir hatten damals die Menschen draufgesetzt, haben gesagt, mit dem spürst du, wie schnell es sein kann. 400 Newtonmeter, und mit dem Produkt spürst du, wie agil es sein kann. Und jetzt stell dir später beides kombiniert vor. Da hatten wir das erste Mal mit Alex Gieseke zum Beispiel von Simple Club Testwrites auf der Theresi-Müse gemacht.

Und Ende 2023, das war dann eigentlich die schwierigste Zeit, die wir bis dato hatten. Wir hatten dann keine Gelder einsammeln können. Wir hatten mehrere Angel-Investments zugesagt bekommen, aber die haben nicht ausgereicht. Und zu dem damaligen Zeitpunkt ging uns dann irgendwann das Geld aus, weil René hat das alles noch selber finanziert.

Er hatte das Glück, dass er ganz früh in Tesla-Aktien investiert hatte. Und die Tesla-Aktien haben ihm, glaube ich, eineinhalb, zwei Millionen Euro ermöglicht, dann in Novus zu investieren. In Summe hat er auch mit seiner Familie im Hintergrund zweieinhalb Millionen Euro in Novus investiert und eineinhalb Millionen Debt verbirgt.

Also das ist wirklich ein Founder-Investment, das seinesgleichen sucht. Es war aber damals die schwierigste Zeit, weil wir hatten fast kein Geld mehr. Wir hatten zu wenig Marktfraction, wir hatten aber auch zu wenig Investor-Pipeline. Und unsere Entscheidung war damals, das Team zu reduzieren, vollen Fokus auf Market Entry zu legen oder beziehungsweise Product Market Fit und den Investoren zu zeigen, da ist eine Nachfrage da.

Und wir hatten, glaube ich, innerhalb von sechs Wochen 60 Bestellungen generiert bei einem 30.000 Euro Produkt. Also 60 klingt jetzt wenig, aber du musst dir 60 Produkte vorstellen, die am Ende 30.000, 35.000 Euro Umsatz machen. Das sind dann keine 3.000 Euro Produkte, sondern 30.000 Euro Produkte. Weil du gehst ja bei Purpose, gehst ja du top-down in den Markt.

Und wir hatten damals noch eine andere Idee. Also René und ich, wir sind sehr inspiriert von Dragon Ball. Warum Dragon Ball? Also ich bin damals aufgewachsen mit Dragon Ball auf der Couch von meinem Onkel und René ebenfalls. Also wir schauen heute noch, schauen wir alle Folgen an, die es gibt oder die neu rauskommen oder irgendwelche Analysen zu irgendwelchen Mangas von Dragon Ball.

Aber worum geht's da? Das ist ein Protagonist, das ist ein Goku, der damals als Kind auf die Erde gekommen ist. Er war ein Saiya-Gin oder ist ein Saiya-Gin, das ist eine Kriegerrasse und eigentlich wurden Kinder immer auf Planeten geschickt, um diesen zu erobern. Er hatte aber damals auf den Kopf gefallen, hat es vergessen, sein Opa hat ihn dann aufgezogen, der Opa Gohan.

Und er wurde ein gutherziger Mensch, aber mit dem Kampfgeist eines Saiya-Gins. Also das heißt, eine werteorientierte Basis, ein ganzer starkes Wertesystem, ein ganzer starker Kompass, kombiniert mit diesem Mindset von Never give up. Und keine Challenge ist zu groß. Ist die Challenge zu groß, musst du wachsen und größer werden.

Und das war für uns immer ein Mantra. Und das Besondere war, es gibt verschiedene Attacken in Dragon Ball. Und eine dieser Attacken ist die Genki Dama. Und die Genki Dama hat Songoku immer nutzen müssen, wenn alle Gegner zu groß und zu stark für ihn waren. Warum? Weil er die Energie aller bündeln konnte.

Also was heißt das? Er hat die Hände hochgehalten und hat gesagt, Leit mir eure Energie und die Pflanzen, die Erde, die Menschen haben ihm seine Energie deren Energie geliehen. Und am Ende hatte er eine Attacke, die immer stärker war als sein Gegner. Also hatten wir gesagt, was ist denn der größte Gegner?

Das ist das Scheitern, das ist die Insolvenz. Also müssen wir Gengedama-mäßig die Kräfte bündeln. Wie machen wir das? Indem wir Menschen an Bord holen, die uns helfen, das richtige Signaling zu erzeugen und Vertrauen zu erzeugen, die richtigen Strategie aufzubauen und Zugänge aufzumachen. Also haben wir einen Teil unserer Anteile in die Hand genommen, Renés Anteile, und haben mit ganz kleinen Investments Elf Advisor an Bord geholt.

Und das waren damals, wir nennen die heute noch Angel Advisor, das waren Unicorn-Founder von Foto, von Fin, von Way, das war der ehemalige Audi CO, das war der VP Strategy von BMW, das war der ehemalige CTO von Continental, der Gründer von Silent Yachts und das war Sophia Fleisch zum Beispiel, Rennfahrerin.

Und mit diesem Signaling und mit diesem, ich nenne es jetzt mal, geliehenen Vertrauen, gingen wir dann auf Investoren zu. Und die Investoren haben dann plötzlich ganz positiv reagiert und gesagt, oh wow, wenn der ehemalige Audi-CO auf euch vertraut und euch zur Seite steht, bei Premium-Skalierung, dann könnten wir eventuell auch dran glauben.

Und damals hatte 468 Capital war unser erster Venture Capital Investor. Die haben dann auch jetzt die vergangene Runde angeführt. Und die hatten uns damals unseren ersten Check geschrieben. Und mit diesem Investment konnten wir dann Stück für Stück wiederum bei Angels besser Kapital einsammeln und haben dann in Summe, ich muss das nochmal nachrechnen, aber ich glaube eineinhalb bis zwei Millionen Angel-Investments bekommen, also von kleinen Angels, die dann alle gepoolt sind und dann mehrere Family Offices und mehrere größere Investoren.

Und die Angels, die haben wir aber alle ganz strategisch ausgewählt. Also genauso auch wie dieses Advisory Board haben wir auch die Angels immer strategisch angesprochen. Ich habe mir immer, ich schaue gerade auf Notion und in Notion habe ich mir damals so ein Board gezeichnet. Was ist dein Ziel? Du willst Marktführer für urbane Premium-Mobilität werden.

Das heißt Hardware, das heißt Consumer, das heißt Premium-Verständnis, aber auch Tech-Verständnis, weil du bist ja eine Tech-Brand, keine reine Lifestyle-Brand. Und genau für diese Sektoren, auch für den Luxury-Markt, weil wir beginnen top-down, wir sehen uns als Premium-Produkt, aber unser jetziges kann man eigentlich mehr mit Luxury vergleichen.

Wir sehen uns aber im Affordable Premium-Bereich langfristig. Und wir haben uns dann diese Expertisen herunter skizziert und haben diese Expertisen dann in Personas übertragen. Und diese Personas haben wir damals bei den Advisern, aber auch bei den Angels ganz proaktiv angesprochen.

Markus Jetzt hast du natürlich eine Strategie beschrieben, die, wenn man das so hört, klingt das natürlich total einleuchtend. Man holt sich da große Namen an Bord und dann denken sich alle, ja, das muss was Vernünftiges sein. Und so sind halt auch alle Investoren ja Menschen und probieren irgendwie Confidence für etwas zu finden.

Markus Und wenn da lauter bekannte Namen an Bord sind, ist das natürlich viel einfacher. Aber gleichzeitig ist natürlich das auch die große Herausforderung, besonders die ersten ein, zwei Namen mit an Bord zu holen, weil die sind sich ja auch bewusst, dass ihr Name Gewicht hat und dass wenn sie da bei einem Blödsinn-Advisor werden, dass das auch schlecht auf sie reflektiert.

Markus Also wie seid ihr die ersten ein, zwei Angel Advisor damals angegangen?

Das ist eine sehr, sehr gute Frage. Interessanterweise streiten heute noch zwei, wer der Erste war. Und ich weiß es leider nicht mehr genau. Aber wir hatten die damals eigentlich als Angel-Investoren angeschrieben und die hatten damals schon zugesagt, als Angels zu investieren. Wir haben ihnen aber dann angeboten, diesen Advisor-Share zu bekommen.

Und da war dann diese Hürde von ich muss investieren und ich kann für ganz, ganz kleines Geld einen Share an der Company bekommen, war dann super gering. Also das heißt, du hast, du hast plötzlich die Menschen auf einer anderen Ebene angesprochen und diese Frage des Risikos bestand gar nicht mehr, weil du hast ihnen das Risiko ja genommen, weil sie nichts zu verlieren haben.

Und ganz oft sind diese Advisor-Personen, die schon an einem gewissen Karrierepunkt stehen. Also das sind Menschen, die haben nichts zu verlieren. Wenn du, wenn du zehn Jahre Audi-CEO warst oder wenn du gerade bei BMW rausgegangen bist, um deine eigenen Projekte im Herve-Bereich zum Beispiel zu starten oder im Charity-Bereich, dann sind es Menschen, die haben schon alles erlebt.

Die haben dann nicht die Angst, wenn sie sich hier beteiligen, dass sie sich noch irgendwas kaputt machen, weil sie sich unkaputtbar fühlen. Also das heißt, sprich immer die richtigen Menschen für sowas an. Was heißt das? Such dir Menschen, die Zeit haben. Zeit war ein ganz großer Faktor. Wir haben ganz viele Executives überzeugen können, die eigentlich aus ihrem Tagesgeschäft schon raus waren.

Oder auch zum Beispiel Founder, die schon aus der Sea auskommen, Rolle in die Chairman-Rolle gewechselt sind. Also wenn ich zum Beispiel schaue, Michael Kasau, der war zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr CEO bei Grover, sondern er war Chairman bei Grover. Oder Michi Wachs, es ist, glaube ich, ja kurze Zeit später dann bei Foto rausgegangen.

Der Fabricio, gut, der Fabrizio zum Beispiel von Way, der hatte ja extrem hohes Mobilitätsverständnis. Der hatte auch damals Street Scooter aufgebaut und der wusste, wie man sowas skaliert. Also du brauchst entweder einen extrem hohen Bezug, entweder mit Bezug auf die Leidenschaft oder mit Bezug auf die Expertise und die Erfahrung dieses Angels.

Du brauchst jemanden, der die Zeit dazu hat, und du brauchst auch jemanden, der kulturell zu dir passt. Jetzt zum Beispiel Rupert Stadler, der hat damals, also der hat Ducati gekauft für Audi und er wollte immer, dass Ducati, also er war damals Chairman und er wollte immer, dass Ducati einen Coffee Racer macht.

Ducati hatte aber damals nie einen Coffee Racer gebaut und dann hatte er Novus gesehen, und mit Nobus hatte er plötzlich diese damalige Vision vor seinen Augen wieder gesehen und hatte damals eine persönliche riesige Leidenschaft, plus gleichzeitig natürlich den strategischen Impact, die er mit seiner Erfahrung aus elf Jahren CEO bei Audi leisten kann.

Also du brauchst immer einen gewissen Bezug, das muss immer so ein Match auf einer dieser verschiedenen Ebenen sein. Und dann muss man aber auch noch dazu sagen, du brauchst eine Quantität. Weil du kannst dir nicht vorstellen, wie viele Absagen wir damals bekommen haben oder wie viele gar nicht geantwortet haben.

Das ist ja auch ein Riesenpunkt. Also das heißt, du brauchst eine ziemlich hohe Quantität an Menschen, die du ansprichst, aber natürlich immer in einem Prior-Ranking. Und da kann ich nur die Tipps geben, LinkedIn, LinkedIn, LinkedIn. Aber nicht nur LinkedIn in Form von sprech die Menschen kalt an. Also wirklich, wir haben so viele Menschen angefragt, angesprochen, Inmails geschrieben, Anfragen gestellt, nochmal eine Nachricht geschrieben.

Ich habe teilweise unter deren Postings kommentiert. Ich bin in Live-Sessions reingegangen, wenn irgendein großer Founder gerade eine Live-Session hatte und hat versucht, denen eine Frage zu stellen zu Novos, dass du in deren Sichtbarkeit kommst. Und dauerhafte Sichtbarkeit. Also wir hatten einen, haben einen Investor, der hatte uns 2023 abgesagt und hat aber dann 2024 investiert und dann 2025 nochmal investiert.

Also das heißt, durch diese Sichtbarkeit, er hat gesehen, wir haben ein Jahr lang sind wir dran geblieben, wir sind dran geblieben, wir haben die Leute immer transparent abgeholt, wo wir gerade stehen, was wir für Meilensteine erreichen. Und du wirst es wissen, die Menschen wissen plötzlich, was du tust, weil die wenigsten liken, also zum Beispiel der letzte Post hat irgendwie 350 Likes gekriegt, aber 15.000, 20.000 Views.

Das heißt, 20.000 Menschen haben gesehen, was du machst, nur ein Bruchteil davon hat interagiert, aber sie haben es gesehen. Und wenn sie dich dann nochmal im privaten Leben sehen oder im realen Leben, dann wissen sie von dir. Dann bist du wie warmer Kontakt, selbst wenn du über Jahre hinweg keinen persönlichen Kontakt zu dieser Person hattest.

Markus Finde ich ein sehr gutes Learning. Man sagt ja oft, Investoren investieren nicht in Punkte, sondern in Linien. Und je mehr auf dieser Linie entstehen und je mehr sich dieses Mosaik auch zusammenfügt in eine Story, wo man halt auch sehen kann, wie sich ein Produkt entwickelt, desto mehr bekommt man FOMO und desto mehr will man dann auch Teil dieser Reise sein.

Markus Gut, bevor wir zu unser Speedrun kommen, das habt ihr gut gefundraced. Was habt ihr dann mit dem Geld gemacht und wo steht sie aktuell? Also auf dieser langen Startup-Reise, was ist der Status-SQ?

Lass mich nur einen ganz kurzen Satz zu dem vorherigen Thema sagen. Systematized the Coincidence and Networking Enforced the Coincidence. Also versuch wirklich, ein System zu erzeugen, in dem du weißt, an wen du rankommen möchtest und indem du an die Menschen herankommst und dann erzwinge diesem Zufall, diesen Menschen zu begegnen.

Sei auf Konferenzen, schreib sie an. Der Gründer von 20 VC, der hat zum Beispiel mal in einem Podcast gesagt, der glaube ich hat dann Marc Benioff, irgendwie 54 Nachrichten geschickt, 54 E-Mails und jede anders. Mit immer am letzten Satz mit PS, what is your favorite whiskey oder irgendwie sowas? Und das ist forced a coincidence.

Wir haben dann, wie du schon gesagt hast, jetzt hat diese Runde in diesem Jahr noch, also eine neue Runde abgeschlossen in diesem Jahr. Wir nennen das auch unseren, oder ich nenne das so unseren eigenen Y-Combinator, weil wir so, wir haben jetzt in Summe über 40 Shareholder und in der letzten Runde waren es 30 Investoren.

Das ist ein Riesenökosystem, auf das du zurückgreifst. Da ist der ehemalige Co-Founder von Xiaomi dabei, einer derjenigen, der Lucid entwickelt und bei Tesla mitentwickelt hat, der CEO von ON, der ehemalige und ganz, ganz viele Founder. Und die geben dir die Möglichkeit, dass du die richtigen Fragen stellst und die richtigen Antworten mit ihnen gemeinsam findest.

Und was haben wir jetzt für Fragen zu beantworten? Wir sind jetzt seit 2025, haben wir unser Produkt gefreest, also das heißt, damit musst du erstmal das Design einfrieren, dann musst du industrialisieren. Wir haben dann letztes Jahr das Produkt industrialisiert, das heißt, du musst deine Produktionspartner, deine eigenen Produktionsfertigkeiten, musst du darauf vorbereiten, in Serie zu produzieren.

Seit Anfang des Jahres, seit April, lief wir aus. Das heißt, wir haben erste Kundenfahrzeuge in München, in der Nähe von Frankfurt, auf Mallorca. Das sind so Standorte, die wir jetzt bevorzugt und priorisiert beliefert haben. Und jetzt bauen wir gerade 100 Stück in den ersten 12, 14, 16 Monaten. Das heißt, die Founders Edition, die ist hoch individualisiert und das ist ein ganz exklusives Produkt.

Alles in Vollkarbon, jedes Bauteil individualisiert. Mit den ersten 100 wollen wir die ersten 1000 verkaufen. Weil die ersten 100 Fahrzeuge sind wie Brand ⁇ Besser oder Brandshaper, die durch die Straßen fahren. Und die Menschen sind wiederum unsere Multiplikatoren. Also das heißt, wir haben auch ganz spannende Persönlichkeiten, die unsere Produkte kaufen, die auch für uns Multiplikationseffekte bedeuten.

Also du musst du musst Trust erzeugen, du musst Reichweite schaffen, du musst das Produkt accessible machen. Also ich habe ja vorher schon gesagt, create a product people love and then make it accessible to the people. Aber was heißt accessible? Erst einmal müssen die Menschen davon erfahren. Sie müssen wissen, es gibt Nummer.

Dann müssen sie es erleben können. Erleben entweder statisch, sie gehen zu unserem Retail-Partner nach München zum Beispiel und schauen sich in der Dörgroup das Fahrzeug an. Oder sie machen dann mit der Dör-Group oder mit uns eine Testride, also dynamische Experience. Und das dritte ist dann, make it accessible in price.

Weil wenn wir das Volkerboden Stück für Stück rausnehmen, wird es automatisch günstiger. Aber das erste Produkt ist gar nicht zum günstig Bauen eigentlich konzipiert. Unser zweites Produkt, das wir jetzt entwickeln, das wird dann die Hälfte des Preises kosten. Und damit bist du im kompletten Marktmittel.

Also das heißt, du kostest ein bisschen mehr als eine elektrische Vespa, du kostest aber genauso viel wie deine Konkurrenz und du kostest genauso viel wie ein Volkerboden-Specialized E-Bike zum Beispiel. Und da ist dann diese Frage, Novos zu kaufen oder nicht, kein so eine große mehr, als sie es jetzt vielleicht darstellt.

Und um das ein bisschen zu konkretisieren, also Ende nächsten Jahres bringen wir das zweite Produkt auf den Markt. Wir expandieren dann in Europa. Wir launchen dann in Amerika. Also wir bringen jetzt bereits im November das erste Kundenfahrzeug in die USA. Wir haben dann in Summe drei Fahrzeuge dort.

Und Ende nächsten Jahres launchen wir dann groß in Amerika. Und dann haben wir zwei Kontinente bespielt. Wir bauen dann auch eine parallele Supply Chain auf, dass du auch den lokalen amerikanischen Markt lokal produzierst und den europäischen Markt europäisch produzierst. Und mit Nobus 2 muss man dann auch prüfen, das ist jetzt gerade unser dritter Schritt, weil Costdown, du kannst ja nur den Preis halbieren, wenn du auch die Produktionskosten reduzierst.

Und da prüfen wir jetzt auch gerade andere Supply Chains, deswegen haben wir zum Beispiel auch den Co-Founder von Xiaomi mit dabei, der uns zum Beispiel die chinesische Supply Chain öffnen kann. Aber immer auf höchsten Niveau. Aber jetzt, und das will ich ja bewusst so aussprechen, jetzt sind alle Komponenten aus Europa und der Zusammenbau in Deutschland.

Markus Sehr cool. Das heißt, spannende Monate vor euch. Bringt uns zu unser Speedrun. Wenn du jetzt zurückblickst auf all diese Erfahrungen, die du jetzt gerade beschrieben hast, was ist dein größtes Learning?

Meine Oma hat zu mir immer gesagt, mehr als Nein sagen können sie nicht. Und das ist eigentlich auch mal diese Art Mantra im Networking. Spriche jeden Menschen an. Keiner sagt Nein. Oder beziehungsweise die wenigsten sagen nein, aber wenn sie Nein sagen, ist das Einzige, was du bekommst, der Nein. Und das glaube ich ist nicht so schlimm.

Markus Was ist dein bester Lifehack?

Longevity. Wie Longevity? Also ich habe, ich wurde vor drei Jahren Vater und meine Frau sagte immer zu mir, Schatzpiel sind auch erst drei Jahre als Eltern. Und das fand ich einen ganz schönen Satz, weil das beschreibt eigentlich, dass du auch als Vater erst in diese Rolle hineinwachsen musst. Und das war damals parallel zu der Zeit mit Novus.

Also ich hatte Novus und Novus fast zeitgleich gestartet mit dem positiven Schwangerschaftstest. Und das sind eigentlich dann zwei Babys, die ich dann mit großgezogen habe. Ich war aber extrem ausgebrannt. Also Ende 2024, nach diesem brutalen Marathon, den wir damals in den ersten Market Entry hineingeschickt haben und in das erste Fundraising, ich war platt.

Also ich kann mich noch erinnern, Monaco 2024, alle Akkus, die ich hatte, waren entladen. Und von emotionalen, über physisch, psychisch, also alle Akkus waren tiefen entladen. Und dann habe ich zu mir gesagt, ich muss was ändern. Weil ich kann auch nur die beste Form meiner selbst sein, wenn ich kraftvoll, gesund, bewusst, aufmerksam bin.

Ich habe dann angefangen, in Longevity erstmal Bluttests zu machen über Aware, damit du mal weißt, okay, was ist der Status quo deiner Biologie? Ich habe dann angefangen, meinen Schlaf zu priorisieren, also so circa acht Stunden Schlaf, das ist so meine, das ist so die Schwelle, an der ich mich orientiere.

Handy aus dem Schlafzimmer raus, alles abdunkeln, so kühl wie möglich, fast so konstant wie möglich zu schlafen, Ernährung in den Fokus zu stellen, also dass du dich gesund ernährst, Whole Foods, zum Beispiel auch Olivenöl statt Butter und dann Supplements. Also ich nehme gerade so um die 25 Supplements, ist ein bisschen viel, aber ich teste auch sehr, sehr viel.

Ich reduziere dann auch immer wieder und ich mache das immer abhängig von meinem Bluttest. Also alle drei bis sechs Monate Bluttest, immer angepasst, danach dann mein Supplements-Stack. Und auch sowas wie Kreatin zum Beispiel ist ein wahnsinniger kognitiver Booster. Und ich hole jetzt lange aus, aber ich kann es eigentlich auf einen Punkt runterbrechen.

Was macht es mit dir? Du lebst länger, du lebst länger gesund, aber du bist im Hier und Jetzt kognitiv, hast du mehr Kapazität. Und in der heutigen Zeit, so schnell wie sich KI entwickelt, das ist ja gigantisch. Also du hast jede Woche ein neues Feature bei Cloud, hast du irgendwie ein neues LLM, das wieder das Beste von den Besten und der Besten ist, hast du neue Agent-Systeme und das ändert sich gerade im Drei-Monat-Rhythmus oder sogar kürzer und du musst wahnsinnig viel konsumieren, dass du immer State of the Art bist.

Weil wenn du es nicht bist, ist es der Konkurrenz. Wir konkurrieren ja auch mit Silicon Valley. Weil der Investor, der in Nobos eine halbe Million oder drei Millionen oder fünf Millionen reinsteckt, der kann genauso auch in San Francisco in eine Startup investieren. Und deswegen ist für mich Long Chevy der größte Hack, weil er meine kognitiven Kapazitäten eigentlich gefühlt endlos erweitert hat, weil ich jetzt konsumieren kann, um immer State of the Art und at the top of my peer zu sein.

Ist deine Buchempfehlung für uns? Ja, auf der einen Seite Deal Terms VC von Samius und Arnold, weil das ist wirklich so die Standardlektüre im Venture Capital, die haben alle Standardlekturen zusammengenommen und haben eine deutsche Standardlektüre gemacht. Und Protocols von Andrew Huberman, das ist jetzt neu rausgekommen.

Und da fällt es mir jetzt gerade nochmal ein von Peter Attier, Outlife. Das sind so die letzten zwei sind zwei Longeopity-Bücher und das erste ist Venture Capital Buch.

Markus Was ist dein Lieblingsprodukt?

Novus. Aber Novus ist vielleicht ein Produkt, das ist jetzt eine Idee, das ich gleich nach der Folge bestellen kann, deswegen würde ich sagen, Aura. Also mein Aura-Ring, den habe ich jetzt seit vier Jahren und das war das beste Geschenk, das ich jemals bekommen habe. Das hat mein komplettes Leben verändert.

Das hat mir so viel Einblick und Verständnis über meine Routinen, über meine Abläufe, über meine Gesundheit und über meine Biologie gegeben. Das ist eigentlich die Basis meines Longevity.

Markus So, jetzt stell dir vor, Aura hat ihr IPO angemeldet und dann aber nicht gemacht und jetzt irgendwie stürzen sie in eine große Krise und gehen pleite und das Ding funktioniert nicht mehr. Was ist dein Lieblingsschimpfwort?

Gescheißen.

Markus Da kommt der Bayer durch. Sehr gut. Munabana, das bringt uns zu unserer letzten Rubrik. Das sind natürlich Moonshots und Prediction. Wir brauchen von dir einen großen Moonshot für die Zukunft, etwas, was du sehr wünschenswert hältst, groß geträumt ist und dadurch, dass du es aussprichst, ein bisschen realer und greifbarer wird und eine Prediction, eine Vorhersage für die nächsten Jahre.

Also ab 2039 werden wir uns sterblich sein als Spezies. Das heißt, die Technologie wird so weit sein, dass wir Menschen, wenn wir es uns leisten können und wenn wir auch die Konsequenzen tragen, nicht mehr sterben werden. Also das heißt, wir werden in der Lage sein, endlos zu leben, wenn du gewisse, wenn du gewisse Kompromisse eingehst.

Ja.

Markus Okay. War das die Prediction oder war das der Moonshot oder beides?

Tatsächlich ist es eigentlich der Moonshot, wobei es eigentlich fast einer Prediction gleich kommt, weil ich weiß, dass es so sein wird. Also ich bin jetzt ziemlich lange schon in dieser Longevity-Industrie drin und kenne da auch viele, die daran entwickeln. Durfte auch Brian Johnson schon mal kennenlernen.

Von dem her glaube ich, dass das definitiv möglich ist, von dem her würde ich sagen, Prediction. Meine zweite Prediction ist eigentlich kann auch ein Mundshot sein, aber es ist wahrscheinlich auch eine Prediction, dass sich unsere Mobilität so verändert, dass wir für jede Meile die richtige nachhaltige und sinnvolle Lösung haben.

Also das heißt, für die Last Mile wird es einen E-Scooter geben oder du wirst dich, du wirst andere Formen haben, die für die Last Mile Sinn machen. Du wirst ein Nobus haben, das die Mobilität transformiert, weil durch Inspiration entsteht Transformation. Also you can't transform by regulation, you only can transform by inspiration.

Das sage ich immer im Englischen so, weil nur durch Inspiration schaffst du es, dass Menschen auf etwas Neues umsteigen. Also ich glaube, dass sich unsere Mobilität komplett verändern wird. Es wird Flugtaxis geben im täglichen Gebrauch für Strecken, die eigentlich sonst drei Stunden statt 40 Minuten dauern.

Es wird für jede Art der Mobilität die richtige Lösung geben und unsere Mobilität wird sich maßgeblich verändern. Und jetzt mache ich einen Moonshot, weil das sind ja eigentlich zwei Predictions. Irgendwann werden wir in der Lage sein, uns zu beamen.

Markus Ja, wunderbar. Das sind doch großartige Schlussworte. Lieber Hannes, vielen Dank für das Mitnehmen auf diese spannende Reise. Vielen Dank auch euch da draußen fürs Mitdabeisein. Wir wünschen euch einen guten Start in die Woche und hören uns wieder am Donnerstag.

Danke, Markus. Auch danke Daniel, es ist euer Beider-Podcast und für mich schließt sich hier ein Kreis, weil ich in der Wiener Startup-Szene eigentlich groß geworden bin als Unternehmer. Und jetzt hier wieder sein zu dürfen, war mir eine große Ehre. Danke, Markus.

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