Hercule Poirot – Deutsche Krimi-Hörspiel· Folge 20

Hercule Poirot: Mord auf Schloss Stonehaven | Deutsche Krimi-Hörspiele

Samstag, 17. Oktober 2026 · 1 h 32

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Shownotes

Hercule Poirot ermittelt in einem rätselhaften Mordfall auf Schloss Stonehaven. Zwischen verschlossenen Türen, widersprüchlichen Aussagen und verborgenen Familiengeheimnissen sucht der Meisterdetektiv nach dem Täter. Dieses spannende Krimi-Hörbuch bietet klassische Ermittlungsarbeit, überraschende Wendungen und eine düstere Atmosphäre. Jetzt anhören und den Fall selbst lösen! #HerculePoirot #KrimiHörbuch #Kriminalhörspiel #Detektivgeschichte

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Der Zug hielt um 21.47 Uhr.

Nicht am Bahnhof. Einfach so.

Mitten in der schottischen Nacht, auf einer Strecke, die nach keiner menschlichen Logik an diesem Ort enden sollte. Hercule Poirot saß aufrecht in seinem Abteil erster Klasse, die Fingerspitzen aneinandergelegt und lauschte dem Regen, der gegen das Fenster schlug, wie jemand, dem man die Tür nicht öffnen wollte. Der Schaffner erschien mit dem Ausdruck eines Mannes, der sehr schlechte Nachrichten sehr schnell loswerden möchte.

Erdrutsch? Zapp, mein Herr.

Die Strecke ist blockiert. Mindestens bis morgen früh, sagen die Leute von der Linie. Bis morgen früh. Poirot betrachtete ihn. Und wo genau befinden wir uns? Drei Meilen von Stonehaven, mein Herr. Der Küste nach. Es war nicht der Erdrutsch, der Poirot störte. Auch nicht der Regen, der nun mit einer gewissen schottischen Entschlossenheit gegen das Fenster hämmerte. Was ihn störte, war die Tatsache, eh dass er morgen früh um neun Uhr in Edinburgh einen Vortrag halten sollte, die Psychologie des Verbrechens, was der Mörder verrät, bevor er tötet, und dass Professor Haverstock der Organisator, ein Mann war, der auf Pünktlichkeit bestand wie andere Männer auf ihre Gesundheit. Poirot sighed, took his suitcase,

put on his hat, carefully, two fingers wide over the right eyebrow, and stepped out into the night. The way to the castle took twenty minutes, which felt like an hour. Poirot's polished shoes survived the shudder with dignity, his trousers, on the other hand, less. The rain had stopped, no, Das stimmte nicht. Der Regen hatte sich verwandelt. Er fiel jetzt seitwärts. Schloss Stonehaven erschien zuerst als Silhouette, dann als Licht.

Drei Fenster, gelb und warm im dritten Stock. Dann als Geräusch. Das Heulen des Windes durch alte Steine, das Knarren einer Wetterfahne, irgendwo hoch oben, die auf niemanden wartete. Es war, wie Poirot später zu Hastings sagen würde, Kein Schloss, das einlud. Es war ein Schloss, das duldete. Der Butler, ein großer, knochiger Mann namens Fraser, dessen Gesicht die Neutralität professioneller Gleichgültigkeit perfekt beherrschte, öffnete die Tür, noch bevor Poirot klopfen konnte.

Monsieur Poirot. Keine Frage. Eine Feststellung. Sie kennen mich? Lord Dunmore, receives the London newspapers, my lord. Please follow me. The entrance area smelled of damp stone, old wood and, very weakly, something chemical that Poirot could not immediately name and that he noted in his mind as peculiarity number one. He followed Fraser through a long corridor, Die Wände hingen voller Portraits, Dunmores durch die Jahrhunderte, alle mit demselben schmalen Mund, derselben hochmütigen Haltung der Schultern, als hätten sie alle denselben Maler gehabt und derselbe Maler hätte sie alle verachtet. Am Ende des Korridors eine Tür. Dahinter Stimmen. Dame Lord Dunmore empfängt seine Gäste noch, sagte Fraser und öffnete die Tür. Der

Salon war groß und wurde von einem Kaminfeuer beherrscht, das mit einer Energie brannte, als versuchte es, die schottische Herbstnacht persönlich zu besiegen. Sieben Menschen saßen oder standen verteilt im Raum, und Poirot, der in solchen Momenten unwillkürlich zu zählen und zu klassifizieren begann, registrierte sie alle in den ersten 30 Sekunden.

Lord Alistair Dunmore stand am Kamin.

Achtundsechzig? Il schätzte Poirot.

Oder älter, aber einer jener Männer, die das Alter als persönliche Beleidigung betrachteten. Groß, schmal, mit dem Rücken eines Militärs und den Augen eines Mannes, der jeden Raum, den er betrat, sofort als Territorium einstufte. Er trug einen Hausrock aus dunkelrotem Samt, der teurer war als die meisten Anzüge, die Poirot je besessen hatte.

Monsieur Poirot?

Er sprach den Namen korrekt aus, was den Belgier angenehm überraschte.

Fraser hat mir telefoniert, ein Erdrutsch. Wie unangenehm. Für die Strecke zweifellos, my lord.

Für mich, ich gestehe, ich bin Ihnen dankbar.

Für Ihre Gastfreundschaft. Gastfreundschaft?

Lord Dunmore wiederholte das Wort, als teste er seinen Geschmack.

Natürlich.

Fraser, das Zimmer im Westflügel. Er wandte sich wieder dem Feuer zu. Die Unterhaltung, so schien es, war beendet. Poirot schaute sich um. Die junge Frau auf dem Sofa war Lady Cecily, die zweite Ehefrau. Das wusste er aus den Gesellschaftsspalten der Zeitungen, erst die er gelegentlich durchblätterte, wenn nichts Interessanteres verfügbar war. Siebenunddreißig, vielleicht. Schön auf eine Art die Arbeit verriet, nicht die Arbeit der Schönheit selbst, sondern die Arbeit, diese Schönheit zu kontrollieren, sie wie eine Waffe zu halten, ohne dass man sah, dass man sie hielt. Sie trank Sherry und blickte ins Feuer und wirkte dabei vollständig abwesend.

Neben der Tür lehnte ein Mann Anfang 40, der den Anschein erweckte, ihn schon seit längerer Zeit irgendwo angelehnt zu haben, Reginald Dunmore. Der Sohn aus erster Ehe, erkannte Poirot, nicht weil er ihn kannte, sondern weil er die Ähnlichkeit mit dem Vater sah. Derselbe schmale Mund, dieselben Schultern, aber an ihm wirkte alles leicht verrutscht, als hätte man das Original kopiert und dabei nicht ganz aufgepasst. Er hielt ein Whiskyglas, und das Glas war nicht mehr voll. Am Schreibtisch in der Ecke saß eine Frau in den Fünfzigern mit kurzgeschnittenen grauen Haaren, und einer Brille, durch die sie Poirot mit klinischer Genauigkeit musterte.

Dr.

Fiona Ashcroft, die Leibärztin. Ihre Hände, er bemerkte es sofort, lagen flach auf dem Schreibtisch, eine neben der anderen, mit einer Sorgfalt, die danach aussah, als würden sie normalerweise anders liegen wollen. Weiter hinten, fast im Schatten, Pfarrer Callum McRae, ein runder, Ein rotwangiger Mann in den 60ern mit dem freundlichen Gesicht eines Mannes, der viele Beichten gehört und einige davon nicht vergessen hatte. Er las in einem Buch und blickte dabei gelegentlich auf, mit dem Ausdruck von jemandem, der liest und dabei eigentlich zuhört. An einem kleinen Tisch nahe dem Fenster arbeitete eine Frau, die Poirot schätzte Anfang 30, an etwas, das wie eine Akte aussah. Dunkles Haar, Konzentrierter

Ausdruck Die Finger mit Tinte Yusra al-Rashid Die Archäologin Sie schaute kurz auf, als er eintrat, dann sofort wieder auf ihre Arbeit. Die Bewegung einer Frau, die Menschen einschätzt und dann entscheidet, ob sie interessant sind. Und zuletzt, in der Ecke neben der Tür, stand ein Mann, den Poirot am ehesten als elegant und unangenehm beschrieben hätte. Ende Fünfzig mit dem Aussehen eines Mannes, der viel Zeit damit verbracht hatte, sein Aussehen sorgfältig herzustellen. Das Jackett, die Krawatte, die Art, wie er stand. Jean-Pierre Moreau. Dann ertrank Cognac und lächelte Poirot an, als hätten sie eine gemeinsame Verabredung.

Monsieur Poirot? Welch ein Zufall!

Sein Akzent war makellos pariserisch. Man sieht sich überall. In der Tat, said Poirot politely and asked himself immediately where exactly he had seen himself last, for he did not remember Morrow ever meeting. It was the first time that the smile of the art dealer fell on him. It would not be the last. Fraser led him to his room, big, cold, with a bed on which one could die comfortably and lonely, and a window that went out onto the sea. Poirot stood a moment at the window and looked at the waves he heard more than he saw, a rhythmic thundering in the darkness, equal and lasting. Then he noticed the girl.

She was in the corridor when he opened the door to ask for a bed warmer. Eighteen maybe, twenty, with a round face that was very still and eyes that saw everything. Im sie trug das weiße Schürzenkleid einer Hausangestellten. In der Hand hielt sie Handtücher. Ah, sie müssen Elsie sein, sagte Poirot freundlich. Fraser hatte ihn erwähnt. Das stumme Mädchen, hatte er gesagt, mit der Beiläufigkeit von jemandem, der etwas als Tatsache behandelt, das eigentlich eine Geschichte hat. Elsie nickte.

Hatten sie einen Schock erlitten? Man sagt mir. Sie nickte erneut. Legte die Handtücher vor seiner Tür ab. Und bevor sie sich abwandte und zog sie aus ihrer Schürzentasche einen kleinen fetzen Papier, Poirot sah, dass es kein Papier war, sondern ein Stück Stoff und hielt ihn kurz hoch.

Darauf war etwas gezeichnet. In Bleistift, schnell und flüchtig, aber deutlich. Ein Auge.

Poirot betrachtete es, betrachtete Elsie. Sie schüttelte den Kopf. Eine kurze, dringende Bewegung steckte den Stoff zurück in die Schürze und verschwand den Korridor entlang, lautlos wie ein Schatten in einem alten Haus. Am Poirot stand in seiner Tür und lauschte dem Wind und dem Meer und dem Knarren alter Holzdielen irgendwo tief im Schloss. Interessant, dachte er, nur das, aber seine kleinen grauen Zellen, die er manchmal wie widerspenstige Assistenten behandelte, die eigene Meinungen hatten, begannen bereits zu arbeiten. Das Frühstück in Schloss Stonehaven wurde um acht Uhr serviert, und niemand sprach darüber, was Lord Dunmore, am Abend zuvor angekündigt hatte.

Das war, fand Poirot, an sich schon bemerkenswert. Und er hatte es spät erfahren. Fraser hatte es ihm auf dem Weg zum Speisesaal erwähnt, mit der gedämpften Sachlichkeit eines Mannes, der gelernt hat, Bomben wie Wetterberichte zu übermitteln. Lord Dunmore hatte nach Poirot's Rückzug ins Bett die versammelten Gäste darüber informiert, dass sein Anwalt morgen früh eintreffend und ein neues Testament verlesen würde. Ein Testament, das, so hatte der Lord es formuliert, laut Fraser, einige Überraschungen bereithalte. Niemand hatte gefragt, mit welcher Art diese Überraschungen seien. Niemand hatte es nötig gehabt. Poirot betrachtete die Menschen am Frühstückstisch und dachte, hier sitzen Leute, die bereits rechnen. Reginald Dunmore trank Kaffee und blickte in

seine Tasse. als könnte sie ihm etwas sagen, was er hören wollte. Lady Cecily aß Toast mit der Präzision einer Frau, die nicht frühstückt, weil sie Hunger hat.

Dr.

Ashcroft las einen Brief, den sie dreimal falzte und in ihre Jackentasche schob. Im Pfarrer McRae aß mit gutem Appetit und sprach über das Wetter mit einer Aufrichtigkeit, die fast überwältigend wirkte. Yusra al-Rashid fehlte. Jean-Pierre Moreau fehlte ebenfalls. Monsieur Poirot. Lord Dunmore entered the dining room, already dressed, already fully dressed, as if he had used the night not to sleep, but to get ready. I hope you have rested well.

Well done, my lord. Your house has a certain mood that invites you to think. It is an old house. He sat down at the end of the table. Fraser offered tea. Alte Häuser haben keine Stimmungen, sie haben Geschichte. Der Unterschied, sagte Poirot freundlich, ist vielleicht kleiner, als man denkt. Lord Dunmore betrachtete ihn einen Moment lang. Dann, zum ersten Mal, etwas wie ein Lächeln. Schmal und nicht warm, aber vorhanden.

Sie sind ein kluger Mann, Monsieur Poirot. Das ist in diesem Haus keine Selbstverständlichkeit. Reginald put down his cup.

Too tight.

Yusra al-Rashid appeared out of the cellar at half past nine, with ink on his fingers and the face of a woman who had forgotten the night. She sat down, accepted tea, leant toast and opened an act. The chateau, she said without preamble to anyone in particular, is undoubtedly fourteenth century. Egyptian origin, probably Cairo. But the subject is influenced by Osmanian, which makes the dating interesting. Fascinating, said Father McRae, and sounded as if he meant it. The content has disappeared, she said, and folded the file.

Silence.

A certain kind of silence, not empty, but full. Poirot knew this silence. He had heard it many times. Es war die Stille von Menschen, die etwas wissen und schweigen, weil die Alternative zu schweigen ist, etwas zuzugeben. Verschwunden, nachwiederholte Lord Dunmore. Sein Ton hatte eine Textur bekommen, etwas Kaltes darunter, das dort vorher nicht gewesen war. Wann? Letzte Nacht. Der Brief war gestern Abend noch darin. Heute früh war die Schatulle leer. Sie liegt jetzt auf ihrem Schreibtisch in der Bibliothek.

Ich habe sie dort abgestellt, bevor ich weiter unten.

Fraser. Lord Dunmore stand auf. My lord. Meine Bibliothek. Sofort.

Poirot folgte, weil niemand ihn aufhielt und weil er der Meinung war, dass in solchen Momenten Zurückhaltung überschätzt wird. Die Bibliothek lag im Ostflügel. hinter einer schweren Eichentür mit einem Messingschloss, das blank poliert war. Fraser, vermutete Poirot, polierte es täglich, eine dieser kleinen Rituale, mit denen große Häuser am Laufen gehalten wurden. Der Raum selbst war lang und schmal, vollgestellt mit Bücherregalen vom Boden bis zur Decke und roch nach dem Leder alter Bücher und wieder dieses chemische Etwas, das Poirot jetzt klarer erkannte.

Nicht chemisch, medizinisch.

Der schwache, leicht bittere Unterton von Augentropfen, pharmazeutisch hergestellt. Er notierte es, sagte nichts. Auf dem Schreibtisch stand die Schatulle, offen, leer, wie Jusra gesagt hatte. Aus dunkelgebeiztem Holz mit Metallbeschlägen, die trotz des Alters noch Muster erkennen ließen, geometrisch, fein gearbeitet.

Das Werk eines Handwerkers, der Zeit gehabt hatte und sie genutzt hatte. Daneben das Schachbrett. Poirot blieb beim Schachbrett stehen. Naslord Dunmore inspizierte die leere Schatulle.

Gestohlen, sagte er.

Und es war nicht die Empörung eines Mannes, dem etwas gestohlen worden ist. Es war die Kälte eines Mannes, dessen Plan gestört wurde. Wer wusste von dem Brief? Alle, die gestern Abend anwesend waren. said Yusra. I have explained it. You remember. I remember very well. Poirot looked at the chessboard.

The figures were in a position, which he read twice and then a third time, because he wanted to be sure that he was not mistaken.

He was not mistaken.

It was not a position from a real game, not from any game that had begun in a normal way, und sich auf normale Weise entwickelt hatte. Die Figuren standen so, als hätte jemand sie nach einem anderen Prinzip aufgestellt. Nicht nach den Regeln des Schachs, sondern nach den Regeln von etwas anderem. Beide Könige standen auf demselben Feld.

Unmöglich.

In beide Königinnen ebenfalls, diagonal versetzt, einander zugewandt.

Schachmatt.

Aber nicht von außen, von innen. als wäre das Spiel gegen sich selbst gespielt worden. Lord Dunmore, sagte Poirot, spielen Sie Schach? Der alte Mann schaute auf.

Natürlich. Haben Sie gestern Abend gespielt? Nein.

Hat sonst jemand? Niemand betritt meine Bibliothek ohne Erlaubnis. Poirot nickte langsam, sagte nichts mehr. Aber als die anderen den Raum verließen, Lord Dunmore zur Telefonzelle, Die Fraser in seine Pflichten, Jusra wieder in den Keller, blieb Poirot noch einen Moment stehen und betrachtete die Schachfiguren. Und die Schachfiguren, natürlich, antworteten nicht.

Aber die kleinen, grauen Zellen registrierten, hier war etwas, das nicht zufällig war. Nichts an dieser Stellung war zufällig. Die Frage war nur, wessen Botschaft war es?

Und an wem?

Um elf Uhr war Lord Alistair Dunmore tot. Fraser fand ihn. Er brachte den Morgenkaffee, eine Gewohnheit des Lords, der um elf immer Kaffee trank, türkisch, zwei Löffel, kein Zucker, und klopfte, und als keine Antwort kam, klopfte er erneut, und als erneut keine Antwort kam, öffnete er mit dem Schlüssel, den nur er und der Lord besaßen. Lord Dunmore saß in seinem Ledersessel. Aufrecht, fast würdevoll. In der rechten Hand ein Cognac-Glas, das er in einer Stellung hielt, die keine lebende Hand halten konnte, und doch hielt er es, weil die Totenstarre bereits eingesetzt hatte, stundenlang bereits. Und das Feuer im Kamin war erloschen.

Das Fenster schloss. war von innen verriegelt.

Die Tür war abgesperrt gewesen.

Fraser schrie nicht.

Er stellte das Kaffeetablett sehr sorgfältig auf einem kleinen Tisch ab, trat zurück in den Korridor und sprach dann mit einer Stimme, die nur leicht zitterte, drei Worte.

Dr. Ashcroft, sofort bitte. Die nächste Stunde gehörte der Dr. Ashcroft.

Sie untersuchte den Körper mit der Präzision einer Frau, die gelernt hat, Gefühle während der Arbeit an die Garderobe abzugeben. Poirot beobachtete sie. Die anderen standen im Türrahmen. Reginald mit dem Gesicht eines Mannes, der nicht weiß, ob er trauern oder kalkulieren soll. Lady Cecily vollständig unbewegt. Pfarrer McRae mit gefalteten Händen, Yusra with the concentrated expression of a scientist who observes a problem. Poirot saw her hands, again kept flat, this time on her thighs. I cannot determine the exact substance without a laboratory, but the finding is clear.

The symptoms... Sie stockte kurz.

Entsprechen einer Vergiftung, die über längere Zeit verabreicht wurde. Über längere Zeit, wiederholte Poirot. Sie schaute ihn an. Wochen, möglicherweise. Nicht heute Nacht. Und dennoch ist er heute Nacht gestorben. Die letzte Dosis, sagte sie. Und ihre Stimme bekam eine Textur. Es die Poirot interessierte. Nicht Trauer, nicht Schuld, aber etwas zwischen beiden. Etwas, das er noch nicht benennen wollte. Sie muss erheblich gewesen sein. Reginald Dunmore stieß sich von der Türfüllung ab. Wir müssen die Polizei rufen. Die Telefonleitungen sind unterbrochen, sagte Fraser, seit dem Sturm letzte Nacht. Dann schicken wir jemanden.

Die Straße ist blockiert, wie die Bahnlinie. Fraser sprach mit der gleichmütigen Systematik eines Mannes, Oh, who has already checked all possibilities. We are cut off until tomorrow morning, Mr.

Dunmore. Silence.

Reginald looked at Poirot. Then Lady Cecily. Then Poirot again. Now, he said, and his smile was a mask that doesn't sit completely. At least we have a detective in the house. Poirot started with Moreau. Not because he held him guilty, not for nothing. sondern weil Moreau derjenige war, den er am wenigsten kannte, und weil er darin Erfahrung hatte, ein, das die Unbekannten am meisten wissen. Er fand ihn im kleinen Rauchersalon, einen Cognac in der Hand, seinen zweiten, schätzte Poirot nach der Tiefe der Farbe, und mit dem Ausdruck eines Mannes, dem die Neuigkeiten bereits bekannt waren, und der Zeit gehabt hatte, eine Reaktion darauf zu wählen. Eine traurige Angelegenheit.

said Moreau as Poirot sat down. Very. Poirot folded his hands. You've known Lord Dunmore for a long time, Monsieur Moreau.

Business.

Five, six years. He had an eye for art, the old man. Not always the right taste, but the eye, that was there.

And the chateau? Does she interest you professionally? Of course.

A piece of this quality, 14th century. Mit einer dokumentierten Provenienz von Edinburgh bis Cairo.

Das ist außergewöhnlich. Nur die Schatulle. Was sonst?

Der Brief, sagte Poirot sanft. Der verschwundene Brief. Moreau trank. Langsam, aber Poirot registrierte es. Er trank, bevor er antwortete. Und das war keine Pause zum Nachdenken. Das war eine Pause zum Entscheiden. Ein Brief aus dem 14. Jahrhundert wäre natürlich wertvoll.

Historisch.

Ich würde lügen, wenn ich sagte, ich hätte kein Interesse. Aber Sie wissen nicht, wo er ist.

Ich? Nein. Er lächelte wieder. Bedauerlicherweise. Es war ein gutes Lächeln. Professionell. Geübt.

Poirot lächelte zurück und dachte, dieser Mann lügt. Nicht über alles. aber über das Wesentliche. A Reginald Dunmore empfing ihn weniger freundlich. Er stand am Fenster seines Zimmers, ein unordentlicher Raum, in dem das Gepäck nicht ausgepackt war, als hätte der Besitzer nie vorgehabt zu bleiben, oder immer damit gerechnet, schnell gehen zu müssen, und drehte sich beim Eintreten nicht um. Ich habe nichts zu sagen. Das ist ihr gutes Recht, sagte Poirot.

Ich frage auch gar nichts. Ich sage nur... Ihr Vater ist tot und jemand in diesem Schloss hat ihn getötet. Und ob Sie reden oder schweigen, das ändert das nicht.

Pause.

Was wollen Sie wissen? Wann haben Sie Ihren Vater zuletzt gesehen? Gestern Abend, im Salon. Er hat uns das Testament angekündigt. Dann bin ich schlafen gegangen. Allein.

Reginald drehte sich um.

Sein Gesicht war das eines Mannes, der zu viel trinkt und es weiß und aufgehört hat, sich dafür zu schämen.

Ja, allein.

Ich habe keine besonders angenehme Nacht gehabt, falls Sie das interessiert.

Warum nicht? Er zögerte.

Schulden, dem sagte er schließlich, leise, als spreche er das Wort zum ersten Mal laut aus. Ich habe Schulden. Mein Vater wusste davon. Das Testament. Er brach ab. Schaute wieder aus dem Fenster. Ich wusste nicht, wie es ausgeht. Jetzt werden sie es nie erfahren. Nein, kurze Pause. Nein, das stimmt. Poirot stand auf. An der Tür blieb er stehen. Herr Dunmore, das Schachspiel in der Bibliothek, hat ihr Vater oft Schach gespielt.

Reginald schaute ihn an. Bis und zum ersten Mal, das erste Mal seit Beginn des Gesprächs, war etwas in seinen Augen, das kein Kalkül war. Immer, jeden Abend. Er spielte gegen sich selbst, wenn kein Gegner da war. Er räusperte sich. Er sagte, ein Mensch, der gut gegen sich selbst Schach spielen kann, versteht sich selbst. Und ein Mensch, der sich selbst versteht, ist schwer zu täuschen, sagte Poirot leise. Reginald schaute ihn an, sagte nichts.

Dr.

Ashcroft found Poirot im Korridor, als hätte sie auf ihn gewartet. Ah, Monsieur Poirot. Sie sprach leise, obwohl niemand in der Nähe war. Ich muss Ihnen etwas sagen.

Bitte. Die Augen tropfen.

Sie zog eine kleine Flasche aus ihrer Jackentasche, dunkelbraunes Glas, pharmazeutisches Etikett, handgeschrieben. Ich habe sie Lord Dunmore verschrieben, seit drei Monaten. Er litt an Glaucom. Poirot looked at the bottle.

Waited. I examined the drops last night. I have... I wanted to exclude that... She held in. The hands.

Again, flat on the thighs. Someone manipulated the drops. The concentration is wrong. Way too high and... Short pause, in which Poirot heard how she decided how much she said. It is a different substance mixed in. Eine, die kumulativ wirkt. Kumulativ, sagte Poirot.

Über Wochen. Langsam. Und dann.

Sie schluckte. Dann eine letzte Dosis, die ausreicht um... Wer hatte Zugang zu diesen Tropfen? Ich habe sie Lord Dunmore persönlich gegeben. Jeden zweiten Tag. Aber er bewahrte sie selbst auf, in der Bibliothek, im Schreibtisch. Und die Bibliothek war nicht immer abgesperrt.

Nein.

Poirot took the bottle very carefully with the tissue. You have acted very bravely, Dr. Ashcroft, by telling me this. She looked at him, directly, without hesitation, and he saw for the first time how tired she was. Not the tiredness of the night, the tiredness of someone who had lived with something for a long time and had now put it down. I am a doctor, and she said, not...

Sie suchte das Wort, nicht das andere. Sie ging den Korridor entlang. Poirot blieb stehen und betrachtete die kleine Flasche und dachte, hier liegt der erste Schlüssel. Wer kannte die Gewohnheiten des Lords? Wer wusste von der Bibliothek? Wer hatte Zeit, Wochenzeit und Motiv, ein Testament und Gelegenheit? Und dann, leiser, wer in diesem Schloss versteht sich gut genug mit Pharmazeutik, um eine solche Manipulation durchzuführen. Die Antwort lag auf der Hand.

An aber Poirot misstraute Antworten, die auf der Hand lagen.

Er hatte sie zu oft falsch gefunden.

Es war Pfarrer McRae, der ihm am Nachmittag die Geschichte von Elsie erzählte. Sie saßen am Feuer im kleinen Lesezimmer, Poirot, weil er wollte, McRae, weil er offensichtlich schon eine Weile dort gesessen hatte und nicht die Absicht hatte, aufzustehen. Er hatte ein Glas Whisky, das er nicht trank, sondern hielt.

Elsie hat vor drei Jahren gesprochen, sagte der Pfarrer, ohne das Poirot gefragt hatte. Sein als hätte das Gespräch bereits stattgefunden, und er reagierte nun auf eine Frage, die noch kam. Ein fröhliches Mädchen. Aus dem Dorf.

Sie hatte als Küchenmädchen hier angefangen. Was ist geschehen? McRae trank jetzt doch. Sie hat etwas gesehen. Hier im Schloss.

Ich weiß nicht was. Sie hat es nie erzählt. Danach konnte sie ja nicht mehr. Aber es muss. Er schüttelte den Kopf. Es war ein Schock, der ihre Stimme genommen hat.

Dr.

Ashcroft hat das bestätigt. Hysterische Aphasie. Ja, sagt die Medizin. Und Lord Dunmore wusste, was sie gesehen hatte? McRae schaute ihn an, lange, prüfend, mit den Augen eines Mannes, der gelernt hat, zwischen dem zu unterscheiden, was eine Frage ist, und dem, was eine Feststellung ist. Das, sagte er schließlich, ist eine sehr gute Frage, Monsieur Poirot.

Ja, sagte Poirot. Nicht wahr. Das Auge, dachte er. Später.

Allein in seinem Zimmer. Elsie hat ein Auge gezeichnet. Nicht als Symbol für Beobachtung. Oder nicht nur. Nee, als Hinweis auf etwas Konkretes. Etwas, das sie gesehen hat. Etwas, das an einem Ort ist. Er trat ans Fenster. Das Meer war jetzt grau und schwer und ruhig. Der Sturm hatte sich gelegt, wie es Stürme manchmal tun, unvermittelt und vollständig, als hätten sie ihren Punkt gemacht. Im Garten darunter, der Rosengarten, sah Poirot, ein langer Streifen kahler Rosenbeete entlang der Ostmauer.

War nichts. Kein Mensch. Kein Licht. Morgen würde der Anwalt kommen. Im Morgen würde die Straße wieder befahrbar sein. Morgen würde die Polizei aus Eberdin eintreffen. und Inspektor MacLean, oder wie er hieß, würde Fragen stellen und Notizen machen und vermutlich den erstbesten verhaften, der nervös wirkte. Poirot hatte die Nacht.

Nur die Nacht. Wer hat den Brief gestohlen? Wer hat die Tropfen manipuliert? Was hat Elsie gesehen, und warum hat es ihr die Stimme genommen? Und dann, denn die kleinen grauen Zellen hatten inzwischen einen Rhythmus gefunden, Schachmatt von innen. Was meinte der Lord damit? Er wusste es noch nicht, aber er begann, die Form des Rätsels zu sehen. Nicht die Lösung, noch nicht. Aber die Form. Wie man in einem dunklen Zimmer die Möbel nicht sieht, aber beginnt zu ahnen, wo sie stehen. Morgen früh, dachte er, würde er schlafen.

Jetzt nicht.

Jean-Pierre Moreau wurde um sechs Uhr morgens gefunden. Elsie found him. She had no voice. To scream. So she did the next best. She ran into the kitchen, grabbed Mrs. Campbell's arm. The cook, a massive woman from Aberdeenshire, who was shocked by nothing, except for bad ingredients and surprises before breakfast, and pulled her with a force that had nothing to do with her size through the side entrance to the rose garden. Moreau lay between the bare beds, Er lag auf dem Rücken, die Arme leicht ausgebreitet, mit dem Gesicht eines Mannes, und der mitten in einem Gedanken gestorben ist.

Sein Jackett war nass vom Tau des frühen Morgens. Seine Haare waren nass. Seine Krawatte, noch akkurat geknotet, der Mann hatte Prinzipien bis zuletzt, war nass. Seine Stiefel waren trocken. Poirot kniete nieder und berührte die Sohlen. Vollständig trocken. Nicht feucht, nicht leicht nass. Trocken, mit dem Staub von Innenräumen noch daran.

Mrs.

Campbell stand hinter ihm und schwieg mit der Lautstärke einer Frau, die sehr viel zu sagen hat. Wann haben Sie ihn gefunden? fragte Poirot, obwohl er wusste, dass Elsie die Antwort geben müsste und nicht konnte. Er schaute zu Elsie. Sie hob die Hand. Fünf Finger. Fünf Minuten. Dann zeigte sie nach oben, in die Richtung des Himmels, der gerade erst hell wurde.

Vor fünf Minuten, gerade nach Sonnenaufgang, übersetzte Poirot. Elsie nickte. Und Monsieur Moreau, war er letzte Nacht beim Abendessen?

Mrs.

Campbell antwortete jetzt. Nein, mein Herr, keiner der Gäste war beim Abendessen. Je nachdem, nachdem, was am Mittag passiert ist, hat jeder auf seinem Zimmer gegessen. Ich habe die Tabletts hinaufschicken lassen. Und Moreau hat sein Tablett genommen? Jesse hat es vor seine Tür gestellt.

Um halb acht. War das Tablett danach leer zurückgegeben worden? Pause. Mrs.

Campbell runzelte die Stirn. Die konzentrierte Stirnrunzelung einer Frau, die ihre Küche kennt wie ein Kathograf sein Land. Nein, sagte sie dann. Nein, eigentlich nicht. Ja, ich habe es heute früh noch vor seiner Tür gesehen.

Unberührt.

Poirot stand auf, betrachtete die Stiefel noch einmal. Draußen ein Sturm, der die ganze Nacht angedauert hatte, nicht so heftig wie in der vorigen Nacht, aber stetig, mit Regen und Wind und dem schweren schottischen Herbstdunkel, das Leute, die nicht von hier waren, als feindlich empfanden. Der Rosengarten war eine offene Fläche entlang der Ostmauer, ohne Überdachung, ohne Schutz. Der Boden war matschig. Die Beete waren durchweicht. Der Moreau war durch keinen dieser Beete gegangen. Er war trocken angekommen, in einem nassen Garten, bei einem Sturm, nach einer Nacht, und dann gestorben. Wie, dachte Poirot, kommt man in einen Garten, ohne nass zu werden?

Und dann lächelte er. Zum ersten Mal seit zwei Tagen, sagte er später. Obwohl es eigentlich drei Tage waren, aber die kleinen grauen Zellen hatten inzwischen so viel zu tun, dass sie aufgehört hatten, die Zeit zu zählen.

Dr. Ashcroft kam zehn Minuten später.

Mit dem Gesicht einer Frau, die die Nacht nicht geschlafen und es schon geahnt hatte. Sie kniete nieder, untersuchte, stand auf. Dasselbe Gift, sagte sie. Ihre Stimme war flach. Die Flachheit von jemandem, der Emotionen wegarbeitet, weil die Alternative zu teuer ist. Dieselbe Methode, soweit ich es hier feststellen kann. Die Konzentration, sie hielt inne, schaute Poirot an, war wahrscheinlich in einer einzelnen Dosis verabreicht. Nicht kumulativ, ein eine hohe Einzelgabe. Also nicht derselbe Mechanismus wie beim Lord.

Nein, dieselbe Substanz, anderer Weg. Wann?

Irgendwann in der Nacht, zwischen Mitternacht und vier, schätze ich. Poirot nickte, dankte ihr, wartete, bis sie gegangen war. Dann blieb er im Garten stehen, allein, und betrachtete die Ostmauer. Sie war aus demselben grauen Stein wie das Schloss, schwer, alt, mit Moos in den Fugen und dem Verwitterungsmuster von Jahrhunderten. Unten, fast auf Bodenhöhe, eine Stelle... Reginald stood at the window.

Lady Cecily sat, hands in her lap, her face like alabaster. Well, Father McRae prayed quietly, or acted as if he prayed. The difference was not always recognizable from the outside. Yusra al-Rashid was not there. Two murders, said Reginald to no one certain. In two days. Three, corrected Poirot friendly. Everyone looked at him. Her father was poisoned for weeks. Das war der erste Mord. Er starb gestern. Das war der zweite Moment. Aber derselbe Mord. Monsieur Moreau heute früh. Das ist der zweite Mord. Er setzte sich. Er entschlug die Beine übereinander. Faltete die Hände. Es gibt also zwei Verbrechen. Möglicherweise, ich betone, möglicherweise, zwei verschiedene Täter.

Stille.

Eine andere Art von Stille als die von gesternen. nicht die Stille von Menschen, die rechnen, sondern die Stille von Menschen, die sich ansehen und überlegen, wer neben ihnen sitzt. Zwei Täter, sagte Lady Cecily. Ihre Stimme war ruhig. Zu ruhig. die Ruhe von jemandem, der sehr viel Übung darin hat, ruhig zu klingen. Das ist eine nahm ungewöhnliche These. Ja, sagte Poirot, das ist sie. Deshalb hat niemand daran gedacht. Er fand Yusra im Keller. Sie hatte seit dem Vortag kaum geschlafen, Das sah man ihr an, aber sie arbeitete mit der Ausdauer einer Frau, die gelernt hat, den Körper vom Kopf zu trennen, wenn der Kopf etwas tun musste. Die leere Schatulle stand auf ihrem Arbeitstisch, umgeben von Fotografien, Notizen, Zeichnungen.

Sie schaute auf, als er eintrat. Monsieur Poirot. Mademoiselle Al-Rashid. Ah, ich störe.

Ja, sie legte den Stift hin. aber das macht nichts. Setzen Sie sich. Es gab keinen zweiten Stuhl. Sie holte eine Kiste. Poirot setzte sich mit der Würde eines Mannes, der auf Kisten sitzt, als wären es Throne. Der Brief, sagte er. Erzählen Sie mir alles darüber. Yusra betrachtete ihn einen Moment, abwägend mit dem Blick einer Wissenschaftlerin, die entscheidet, wie viel sie einem Laien erklärt. Dann, offensichtlich zu dem Schluss gekommen, hängt das Poirot Kein gewöhnlicher Laie war... Die Schatulle gehörte einem Gelehrten namens Ibrahim al-Khatib, Cairo, frühes 14.

Jahrhundert.

Alchemist, Arzt, Diplomat. Er hat einige Zeit in Schottland verbracht. Wir wissen nicht, warum genau. Die Quellen sind fragmentarisch. Irgendwann, Mitte des 14. Jahrhunderts, ist die Schatulle in den Besitz der Familie Dunmore übergegangen. Unter welchen Umständen? Das ist die Frage, nicht wahr? Sie tippte auf die Schatulle. In der Schatulle war ein Brief. Arabisch, aber mit einem schottischen Siegel. Der Brief beschrieb einen Handel. Die Dunmores der damaligen Zeit hatten Informationen über eine geplante Rebellion gegen die schottische Krone an die Engländer verkauft.

Verrat.

Im Austausch dafür. Land, Titel, Geld. die Grundlage des heutigen Dunmore-Vermögens. Poirot ließ das einen Moment wirken.

Und heute?

Wäre das relevant? Erbrecht in Schottland ist kompliziert. Ein dokumentierter Betrug dieser Art. An der Krone begangen, es gibt Präzedenzfälle, auch aus dem 20. Jahrhundert, wo solche historischen Ansprüche... Sie machte eine Handbewegung. Ich bin keine Juristin. Aber Lord Dunmore hat einen sehr guten Anwalt konsultiert, bevor er mich hierher gebeten hat.

Das sagte er mir selbst. Er wollte wissen, ob das Dokument echt ist. Und ist es das? Wahr.

Sie schaute auf die leere Schatulle. Ja, es war echt. Und jetzt ist es verschwunden. Poirot schwieg. Wer wusste, als was in dem Brief stand? Ich habe es Lord Dunmore erklärt. Unter vier Augen, dachte ich. Aber das Zimmer war... Sie zögerte. Das Zimmer? Sein Arbeitszimmer neben dem Keller. Die Wände sind sehr dünn. Ich habe das erst hinterher bemerkt. Die Wände, notierte Poirot. Wieder die Wände. Oder genauer, was durch sie hindurch geht. Moreau, sagte er. Hat er sie nach dem Brief gefragt?

Ja, mehrfach.

Er sagte, er kenne Sammler in Paris, die sehr viel zahlen würden für.

Sie brach ab. Bon, für ein Dokument, das die Danmors ruinieren kann.

Ja, Poirot stand auf. Die Kiste knarrte erleichtert. Mademoiselle Al-Rashid, eine letzte Frage, der Tunnel.

Stille. Yusra Al-Rashid schaute ihn an. Ihre Augen, dunkel, scharf.

Die Augen einer Frau, die ihr Leben damit verbracht hat, versteckte Dinge zu finden, sagten ihm, was er wissen wollte, bevor sie den Mund aufmachte. Sie wissen davon. Ich ahne es, sagte Poirot. Ich würde gerne wissen, was wer sonst davon weiß. Ich habe ihn bei meiner Arbeit hier unten entdeckt. Vor vier Tagen.

Ich habe Lord Dunmore davon erzählt. Sie pausierte. Er wusste bereits davon. Er lachte.

Er sagte, der Tunnel sei seit Generationen bekannt.

In der Familie.

In der Familie, wiederholte Poirot. Er verabschiedete sich und stieg die Kellertreppe hinauf. Und im Treppenhaus blieb er kurz stehen und dachte an trockene Stiefel und nasse Gärten und einen Tunnel, der seit Generationen der Familie bekannt war.

In welcher Familie? Einer Familie. Nicht allen.

Elsie wartete im Korridor des ersten Stocks. Poirot had almost said she had waited for him. But that wasn't quite right. She didn't wait. She stood. With her back on the wall, as still as only someone can be who has learned to become invisible, and saw everything. When he came up the stairs, she made a movement, hardly visible, a slight lifting of the hand. He stood still. Elsie grabbed her shirt.

entzog dasselbe Stück Stoff heraus wie in der ersten Nacht. Das gezeichnete Auge. Aber diesmal zeigte sie nicht nur das Auge. Sie deutete damit nach unten, nach unten und zur Seite, in die Richtung der Ostmauer. Dann zeigte sie auf das Auge selbst. Dann wieder nach unten. Der Tunneleingang, sagte Poirot leise.

Das Auge ist ein Zeichen, am Eingang. Elsie nickte. Einmal klar, unmissverständlich. Sie haben ihn gesehen, vor drei Jahren.

Pause.

Sie haben gesehen, halte wie jemand den Tunnel benutzt hat. Und zum ersten Mal in diesem Gespräch, in diesem ganzen stummen Gespräch, sah er in Elsie's Augen etwas, das kein Zeigen und kein Nicken war.

Es war Erleichterung.

Die kleine, vorsichtige Erleichterung eines Menschen, der drei Jahre lang etwas gewusst hat und es endlich, endlich jemandem zeigen kann, der versteht. Sie deutete noch einmal auf die Ostmauer, auf das Auge, auf den Boden und dann auf sich selbst. Sie wissen, wo der Eingang ist.

Nicken. Werden Sie es mir zeigen? Kurze Pause. Dann nicken.

Der Eingang war in der Ostwand des Kellers, hinter einem schweren Holzregal, das aussah, als wäre es seit dem siebzehnten Jahrhundert nicht bewegt worden, und das, wie Poirot feststellte, trotzdem leicht auf steinernen Schienen lief, fast geräuschlos, wenn man wusste, wo man drückte, und über dem Eingang, in den Stein gemeißelt, fast verwittert bis zur Unsichtbarkeit, ein Auge, dasselbe Auge, Das Zeichen des alten Alchemisten. Nein, vielleicht... Oder ein älteres Zeichen, das er übernommen hatte. Ein Zeichen für... Hier ist der Weg, den nicht alle kennen. Der Tunnel war eng und niedrig und roch nach dem Jahrtausend, das er überstanden hatte. Poirot bückte sich, leuchtete mit seiner Taschenlampe hinein. Der Boden war trocken. Stein,

sorgfältig gelegt. Nicht benutzt seit... Nein, nicht seit Jahren. Auf dem Boden, deutlich im Staub. Frische Spuren. Zwei Paar. Beide in der Richtung des Gartens gehend. Nur eines kam zurück. Espoirot kniete nieder und betrachtete die Spuren.

Das erste Paar. Groß, schwer.

Der Abdruck von teuren Herrenstiefeln mit glatten Ledersohlen.

Moreau. Das zweite Paar. Kleiner.

Leichter, mit dem charakteristischen Muster einer bestimmten Art von Freizeitschuhen, die... Poirot schloss die Augen kurz und rief das Bild in Erinnerung, die Reginald Dunmore beim Frühstück getragen hatte. Er stand auf, klopfte den Staub von den Knien. Elsie stand hinter ihm und beobachtete ihn mit den Augen einer Frau, eine die drei Jahre gewartet hatte und jetzt genug gesehen hatte. Danke, sagte Poirot und meinte es. Er verbrachte den Rest des Vormittags damit, sehr langsam durch das Schloss zu gehen und sehr wenig zu sagen. Er betrachtete Lady Cecily's Hände, wenn sie glaubte, nicht beobachtet zu werden, die Art, wie sie ihre Finger faltete, wieder auseinander faltete, wie jemand, der eine

Gewohnheit abgelegt hat und die Hände noch nicht wissen, was sie stattdessen tun sollen. Er betrachtete Reginald's Schuhe, erst dieselben Schuhe wie am Morgen. Er hatte sie nicht gewechselt. Er betrachtete den kleinen Tisch neben der Tür im Salon, auf dem Moreau's Cognac-Glas noch stand. Niemand hatte es abgeräumt, weil niemand wollte, was das bedeutete, dass man anfing, Dinge wegzuräumen, und dann anfing, Dinge zu ordnen, und dann war man wieder in der Normalität, und die Normalität bedeutete zwei Tote, ein Mörder oder mehrere, und Poirot der noch keine Antwort hatte.

Noch keine vollständige. Aber er hatte die Form. Was die vollständige Form jetzt, nicht nur die Silhouette, sondern das ganze Bild und was er sah, war unerwartet. Nicht in einem Detail, nicht in einer Überraschung, unerwartet in seiner Struktur, in der Architektur des Verbrechens. Es gibt keinen einzigen Mörder, dachte er.

Es gibt zwei. Die voneinander nichts wussten, das war es. Das war das Unmögliche, das möglich geworden war. Zwei Menschen, die unabhängig voneinander getötet hatten, aus völlig verschiedenen Motiven, dies mit verschiedenen Methoden, in verschiedene Richtungen planend, und deren Taten sich überlagert hatten wie zwei Wellen, die zu einer einzigen, verwirrenden Woge werden. Kein Detektiv sucht nach zwei unabhängigen Tätern.

Kein Mensch denkt so. Man sucht die Linie, die alles verbindet. Und wenn es keine gibt, denkt man, man sieht sie nur nicht. Aber manchmal, dachte Poirot, gibt es keine Linie. Manchmal ist das Chaos nicht verkleidet. Manchmal ist es einfach Chaos. Und in diesem Chaos Ordnung finden.

Das war die Arbeit.

Am Nachmittag betrat er zum zweiten Mal die Bibliothek. Er stand vor dem Schachbrett.

Lange.

Die Figuren standen noch so, wie er sie gefunden hatte. Niemand hatte sie bewegt, weil niemand außer ihm hingeschaut hatte. Beide Könige auf demselben Feld. Beide Königinnen, einander zugewandt. Die übrigen Figuren in Konstellationen, die kein Spiel ergaben, das je gespielt worden war.

Er wusste, dass man ihn vergiftete.

Das war die Erkenntnis, die sich jetzt setzte, schwer und klar wie ein Stein. Lord Dunmore, der zynische, scharfsinnige, von niemandem unterschätzte Lord Dunmore, hatte bemerkt, dass sein Körper sich veränderte. Hatte die Symptome gekannt. hatte seine eigene Ärztin zu Rate gezogen, ohne ihr zu sagen, warum. Hatte vielleicht sogar gewusst, wer es tat, und hatte nichts unternommen.

Warum?

Poirot schaute auf die Könige, weil er das Spiel zu Ende spielen wollte. Das Testament, das neue Testament, mit seinen Überraschungen. Er hatte gewusst, dass jemand ihn töten wollte, und hatte das als Werkzeug benutzt. hatte den Täter in Sicherheit gewiegt, hatte gewartet bis zum Moment der Verlesung, hatte... Nein, nein, das stimmte noch nicht ganz. Er schaute die Stellung noch einmal an. Beide Könige auf demselben Feld. Schachmatt von innen. Nicht, der König ist am Ende, sondern das Spiel ist von innen her unmöglich gemacht worden. Das Spiel existiert nicht mehr als Spiel. Es ist zu einer Aussage geworden. Lord Dunmore had placed the figures in this position because he wanted to say, I have been defeated, but not from the outside,

from the inside, from someone who lives in this house and belongs to this family. And he coded it so that only someone who really looked and had the right knowledge to understand it could read it. A last silent protest, a last chess game. Poirot laid a hand on the board. Very briefly. My lord, he said quietly, to no one, I have understood. Poirot withdrew at three in the afternoon to his room and asked not to be disturbed. Fraser conveyed this with the neutrality of a man for the unusual requests that are normality. The other guests took it into account and went after their own occupations. Reginald drank.

Lady Cecily wrote letters she did not send. Father McRae prayed or did not. Yusra arranged her notes.

Dr.

Ashcroft sat in her room and started on the wall. Poirot sat at the desk of his room, took a sheet of paper and began to write. Not notes, no list of suspects, no table of motifs. Das waren Werkzeuge für Detektive, die die Fakten noch nicht hatten. Poirot hatte die Fakten. Was er brauchte, war die Ordnung. Die richtige Ordnung.

Nicht die offensichtliche, nicht die bequeme, sondern die wahre. Er schrieb oben auf das Blatt, zwei Morde, zwei Täter. Darunter zog er eine Linie. Links, Lord Dunmore. Rechts, Jean-Pierre Moreau, Lord Dunmore. Vergiftet über Wochen, die Substanz in den Augentropfen, kumulativ, langsam, geduldig. Das war kein Verbrechen der Leidenschaft, das war Planung. Das war jemand, der Zeit hatte und Nerven und die Fähigkeit, jeden Tag mit dem Opfer zu sprechen, zu frühstücken, zu existieren und dabei zu wissen.

Des Wehr hatte Zugang zu den Augentropfen. Dr.

Ashcroft hatte sie verschrieben, aber Dr. Ashcroft hatte sie ihm gebracht. Das Rezept war in der Apotheke des Dorfes hergestellt worden. Die Flasche, die Ashcroft ihm gezeigt hatte, trug das Etikett MacPherson & Son Stonehaven Dorf. Jemand hatte die Tropfen manipuliert. Entweder bevor sie ins Schloss kamen, unwahrscheinlich. MacPherson & Son war eine kleine Dorfapotheke, nicht das Setting eines Verbrechertrommels. Oder nachdem.

Entsch nachdem sie im Schloss waren. Im Schreibtisch der Bibliothek. Wer hatte Zugang zur Bibliothek? Lord Dunmore behauptete, nur er und Fraser. Aber Türen haben Schlüssel und Schlüssel haben Kopien und Kopien hinterlassen keine sichtbaren Spuren. Motiv, das Testament. Die Überraschungen des Testaments. Wer hatte am meisten zu verlieren, wenn das Testament verlesen wurde? Poirot schrieb einen Namen. Dann strich er ihn nicht durch. Er umkreiste ihn. Jean-Pierre Moreau. Hier war die Sache anders. Hier war kein Geduldsspiel, keine Wochen der Vorbereitung. Hier war Gelegenheit und Entscheidung. Eine einzelne hohe Dosis.

In einer einzigen Nacht. Wie der Cognac. Moreau trank Cognac. Er trank ihn überall. Im Salon, im Raucherzimmer, vermutlich auf seinem Zimmer. Jemand, der Zugang zu seinem Zimmer hatte oder zu seinem Glas, hätte die Gelegenheit gehabt. Aber warum im Garten? Warum war Moreau überhaupt im Garten? Die Antwort, er war nicht in den Garten gegangen. Er war durch den Tunnel in den Garten gebracht worden. Oder er war durch den Tunnel gegangen, weil jemand ihm gesagt hatte.

Er solle.

Weil der Brief dort war. Weil der Eingang, das Auge, ihm bekannt war. oder weil jemand ihn dort erwartet hatte. Motiv, die Spielschulden. Moreau hatte Reginald in der Hand. Moreau hatte den Brief, oder wusste, wo er war, oder wollte ihn haben. Moreau war ein Hebel, der gegen die falsche Person gedrückt worden war. Poirot schrieb einen zweiten Namen, und darunter Spielschuld, Brief, Tunnel.

Jetzt die Verbindung, oder das Fehlen davon. Das war der Kern. Das war das, was Poirot seit dem Morgen beschäftigt hatte, dieses Reibende, Unfertige, das sich nicht fügen wollte, weil er immer eine Verbindung gesucht hatte. Zwei Tote, ein Schloss, eine Nacht auseinander. Natürlich hatte er eine Verbindung gesucht. Jeder Mensch sucht Verbindungen, das Gehirn ist eine Verbindungsmaschine, es findet Muster, auch wo keine sind. Sein Detektiv musste gegen diesen Instinkt ankämpfen.

musste fragen, ist die Verbindung real oder habe ich sie gezeichnet? Poirot legte den Stift hin, schloss die Augen. Lady Cecily wollte ihren Mann tot. Reginald wollte Moreau tot. Lady Cecily und Reginald haben nie über ihre Absichten gesprochen. Warum hätten sie? Sie misstrauen einander. Sie haben verschiedene Interessen. Sie kämpfen um dasselbe Erbe auf verschiedenen Seiten. Jeder hat gehandelt, allein, unabhängig.

Und die Koinzidenz, dass beide in derselben Nacht des Erreichens ihres Ziels in demselben Schloss waren, ist keine Koinzidenz. Es ist das Testament. Das Testament hat sie alle hierher gebracht. Das Testament ist der gemeinsame Rahmen, aber kein gemeinsamer Plan.

Er öffnete die Augen.

Ja, sagten die kleinen grauen Zellen. Ja, das ist es. Jetzt die Details. Die Details, die bewiesen, was er wusste. Gegen Lady Cecily. Die Augentropfen. Die Bibliothek. Der Zugang. Eine Frau, die mit einem Mann verheiratet ist, kennt seine Gewohnheiten.

Weiß, Dr.

Ashcroft had written the drops, unwittingly. ein Rezept auf der Grundlage von Symptomen, die Lord Dunmore beschrieben hatte. Symptome, in die mit einem Glaukom übereinstimmten und die mit einer bestimmten kumulativen Vergiftung ebenfalls übereinstimmten. Lady Cecily hatte Zugang zu medizinischem Wissen. Wie?

Poirot dachte nach.

Sie hatte vor ihrer Heirat als Assistentin in einem Londoner Krankenhaus gearbeitet. Er wusste das nicht sicher, Aber er wusste, dass sie die Tropfenflasche am Morgen nach dem Tod ihres Mannes angeschaut hatte, kurz und präzise und ohne die Neugier einer Unbeteiligten. Sie hatte auf die Flasche geschaut wie auf etwas, das sie kannte. Das allein bewies nichts, aber zusammen mit dem Rest das Testament der neue Anwalt. Lord Dunmore hatte Poirot beim Frühstück gesagt. Einige Überraschungen. Für wen war die Überraschung am größten? Für die junge zweite Frau, die in einem Alten Testament gut versorgt war. Und in einem neuen, vielleicht nicht mehr. Poirot notierte Fragen. Hat Lady Cecily den Anwalt gekannt? Wann wurde das Neue Testament angekündigt? Und er

würde Fraser fragen. Fraser wusste alles. Gegen Reginald.

Der Tunnel. Die Stiefel. Die Spuren.

Er hatte den Tunnel gekannt. Er war der einzige Sohn der Familie, aufgewachsen im Schloss. In der Familie bekannt seit Generationen, hatte Yusra gesagt. Nicht allen Gästen, nur der Familie. Moreau hatte Schulden über Reginald.

Spielschulden.

Die schlechteste Art, weil sie nicht öffentlich sind und deshalb die beste Erpressungsgrundlage bieten. Moreau war nicht nach Stonehaven gereist, um die Schatulle zu kaufen. Er war gereist, um Reginald unter Druck zu setzen, an einem Ort, wo Reginald nicht weglaufen konnte, wo die Straße blockiert war und der Zug nicht fuhr und das Telefon tot war. Perfekte Isolation. Für Moreau eine Falle, für Reginald eine Gelegenheit. Hatte Reginald den Erdrutsch geplant? Nein. Das war Glück oder Unglück, je nach Perspektive.

Poirot selbst war durch Zufall hier. Aber der Erdrutsch hatte Moreau eingesperrt.

In St. Reginald hatte das erkannt und gehandelt. Der Brief.

War Reginald im Besitz des Briefes? Hatte er ihn gestohlen? Poirot dachte nach. Warum sollte Reginald den Brief stehlen? Er hatte kein Interesse daran, das Dunmore-Erbe zu gefährden. Er war der Erbe. Also nein, der Brief war nicht sein Motiv. Der Brief war Moreau's Motiv. Moreau had stolen it as a means of pressure, another card in a game that he held for his own. And Reginald had killed Moreau, only before Moreau could play the card.

Where was the letter now? At Moreau.

In the garden, on his corpse, or in his room. Poirot stood up. Moreau's room was on the first floor, at the end of the east corridor. Ironically, thought Poirot, direkt über dem Tunneleingang. Er betrat es ohne zu klopfen, weil Moreau keine Einwände mehr erheben konnte. Das Zimmer war ordentlich, zu ordentlich für einen Mann, der die Nacht kaum auf seinem Zimmer verbracht hatte. Das Bett unberührt, das Gepäck akkurat gestapelt, die Toilettenartikel auf dem Waschtisch in der Reihe, wie Soldaten.

Poirot begann zu suchen, nicht wahllos, methodisch, mit den Händen eines Mannes, der weiß, wo Menschen Dinge verstecken, weil Menschen darin nicht so originell sind, wie sie denken.

Unter dem Bett. Nichts.

In den Jackentaschen des hängenden Sackos ein Notizbuch, Quittungen, eine Visitenkarte eines Pariser Galeristen. In der Reisetasche, unter dem doppelten Boden. Poirot lächelte.

Und ein doppelter Boden. Wie vorhersehbar. Darin Dokumente. Mehrere.

Geschäftskorrespondenz, einige davon auf Englisch, einige auf Französisch. Und ganz unten, in einem Umschlag aus schwerem Pergament, mit einem Siegel, das Poirot erkannte. Das Siegel der Dunmores, das er auf den Portraits im Korridor gesehen hatte. Ein gefaltetes Dokument, alt, die Seiten brüchig an den Rändern.

Der Brief. Er berührte ihn nicht. Er betrachtete ihn.

Dann schloss er den Umschlag wieder, legte ihn zurück, er schloss die Tasche. Es war nicht seine Aufgabe, den Brief zu nehmen. Es war seine Aufgabe, zu verstehen. Das Verstehen war jetzt vollständig. Er trat ans Fenster und schaute auf den Rosengarten unten. Auf das Flatterband, das Fraser um die Fundstelle gelegt hatte, schottisch-pragmatisch.

Als wäre es ein Garten, der repariert werden musste.

Zwei Menschen, dachte Poirot, haben in dieser Nacht unabhängig voneinander getötet. Und beide haben dabei etwas übersehen. Lady Cecily. Die Augen tropfen. Sie hatte die Flasche nicht ausgetauscht. Sie hatte die bestehende Flasche manipuliert, was bedeutete, dass die Manipulation nachweisbar war, wenn jemand.

Mit der richtigen Fachkenntnis hinschaute. Und Dr. Ashcroft hatte hingeschaut. Reginald, die Stiefel.

Er hatte Morau's Körper in den Garten gebracht, durch den Tunnel, trocken, unbemerkt, aber dabei seinen eigenen Spuren im Tunnelstaub nicht gedacht. Es und Elsie hatte den Tunnel gekannt und den Eingang gekannt und ihn vor drei Jahren benutzt gesehen. Beide hatten etwas übersehen. Beide hatten geglaubt, perfekt gehandelt zu haben. Beide hatten sich geirrt.

Um sechs Uhr abends ließ Poirot durch Fraser ausrichten, dass er alle Gäste um neun Uhr im großen Salon erwarte. Fraser übermittelte das, ohne zu fragen wofür. Reginald antwortete, er werde kommen, mit der Betonung eines Mannes, der damit meinte, natürlich werde ich kommen, und ich habe nichts zu befürchten.

Lady Cecily ließ ausrichten, ja, Dr. Ashcroft, ja, sofort. Pfarrer McRae, ja, Monsieur Poirot, er werde beten bis dahin. Yusra al-Rashid öffnete die Kellertür, schaute Fraser an und sagte, er weiß es, nicht wahr? Fraser antwortete, ich glaube, mademoiselle, Monsieur Poirot weiß meistens. Die drei Stunden bis neun Uhr verbrachte Poirot am Fenster.

Das Meer war ruhiger heute, ein langes, gleichmäßiges Atmen, schwer und grau. Es mit dem gelegentlichen weißen Aufwerfen einer Welle, die gegen die Felsen unten schlug und verschwand. Ein unendlich geduldiges Meer. Es hatte Schlösser kommen und gehen gesehen, Familien aufsteigen und fallen, Morde begangen und gesühnt und vergessen. Poirot dachte an Belgien. Er dachte das manchmal, in Momenten wie diesem, ohne Nostalgie, ohne Schmerz, nur als Referenzpunkt. As a reminder of who he was and why he did what he did.

He did it not for justice.

And the word was too big and too abstract and too often abused. He did it for order. For the conviction that human life has a value that cannot be taken away. Not out of greed. Nicht von Angst, nicht von dem kalten, geduldigen Entschluss einer Frau, die ihren Mann über Wochen vergiftet, oder dem verzweifelten Entschluss eines Mannes, der glaubt, keine andere Wahl zu haben. Es gibt immer eine andere Wahl.

Sie haben falsch gewählt, dachte Poirot. Zu beiden, aber er dachte es ohne Wut. Mit der ruhigen Traurigkeit eines Mannes, der zu viele falsche Entscheidungen gesehen hat, um noch überrascht zu sein. Um 8.50 Uhr klopfte Fraser an die Tür. Die Gäste versammeln sich, Monsieur Poirot.

Gut.

Er wandte sich vom Fenster ab, nahm sein Jackett, zog es glatt, überprüfte den Sitz seiner Krawatte in dem kleinen Spiegel über dem Waschtisch, strich die Schnurrbärte glatt.

Zweimal.

Fraser, sagte er, ohne sich umzudrehen. Haben Sie Inspektor McLean von der Polizei in Aberdeen benachrichtigt?» Sobald die Leitungen wiederhergestellt waren, Monsieur. Heute Nachmittag. Er wird morgen früh mit einer Mannschaft eintreffen.«» Sehr gut.« Er nahm seinen Stock, nicht weil er ihn brauchte, sondern weil er in solchen Momenten etwas in der Hand zu halten half, etwas Festes und Verlässliches, und folgte Fraser den Korridor entlang.» Meine Damen und Herren«, sagte Poirot, ich werde Ihnen etwas Ungewöhnliches mitteilen. Er machte eine kleine Pause.

Nicht für die Wirkung, oder nicht nur. Es gibt in dieser Angelegenheit keinen einzigen Mörder.

Stille. Es gibt zwei. Reginald stellte das Whiskyglas ab.

Das Glas klickte auf dem Holztisch, Ein kleines, klares Geräusch, das im Zimmer blieb wie ein Echo.

Lady Cecily bewegte die Hände. Nur leicht.

Sie faltete sie anders zusammen.» Zwei«, sagte Pfarrer McRae, leise, als teste er das Wort auf seine theologischen Implikationen.» Zwei«, bestätigte Poirot.» Und das ist der Grund, weshalb diese Sache so schwer zu sehen war.« Wir suchen immer nach der Linie, der Linie, die alle Taten verbindet, alle Motive erklärt, alle Widersprüche auflöst. Wir suchen nach einem Plan. Er schüttelte den Kopf.

Es gab hier keinen Plan. Es gab zwei Pläne, vollständig voneinander unabhängig, von zwei Menschen, und die beide in diesem Schloss waren und beide gehandelt haben, ohne voneinander zu wissen. Yusra al-Rashid drehte sich vom Fenster weg. Ihr Gesicht war das einer Frau, die eine Theorie überprüft und findet, dass sie stimmt. Das Testament, sagte Poirot, hat sie alle hierher gebracht.

Das Testament war der Rahmen, der gemeinsame Hintergrund, aber kein gemeinsamer Plan. Es war, wenn Sie so wollen.

Die Bühne.

Die Schauspieler hatten verschiedene Stücke einstudiert. Er wandte sich Lady Cecily zu.

Direkt.

Ohne Umschweife, mit der ruhigen Entschlossenheit eines Mannes, der weiß, dass Umschweife in solchen Momenten keine Güte sind, sondern Feigheit. Lady Cecily, sagte er, sie haben ihren Mann getötet. Das Zimmer hielt den Atem an. Lady Cecily Dunmore schaute Poirot an, ihre Augen blau, kalt. Die Augen einer Frau, die das meiste in ihrem Leben selbst entschieden hatte, bewegten sich nicht.

und kein Zucken, kein Erschrecken, keine theatralische Empörung.

Sie schwieg.

Sie haben es getan, fuhr Poirot fort, seine Stimme gleichmäßig, sachlich, fast sanft, nicht weil er Sanftheit empfand, sondern weil Hysterie niemandem nützte, über einen Zeitraum von mehreren Wochen, durch die Augentropfen, die Dr. Ashcroft ihrem Mann verschrieben hatte. Sie haben die Tropfen manipuliert, Eine Substanz beigemischt, die kumulativ wirkt, langsam, ohne auffällige Symptome. Und dann, in der letzten Nacht, hatte eine Dosis, die endgültig war.

Das ist, Reginald begann. Bitte, sagte Poirot, ohne ihn anzuschauen. Noch nicht.

Reginald schwieg. Sie wussten, sagte Poirot zu Lady Cecily, dass das Neue Testament sie enterben würde. Lord Dunmore hatte es ihnen nicht gesagt. Er war ein Mann, der Informationen wie Karten hielt, nah an der Brust. Aber sie wussten es trotzdem.

Wie? Pause.

Dann zum ersten Mal. Eine Bewegung in Lady Cecily's Gesicht. Nicht Schuld, nicht Reue. Ui, sondern die leichte Entspannung von jemandem, der aufgehört hat, eine Maske zu halten. Der Anwalt, sagte sie. Ihre Stimme war ruhig. Schön, ruhig, die Ruhe von Stein. Ich kenne seinen Sekretär. Wir haben miteinander gesprochen. Vor drei Monaten. Ja, kurz bevor sie mit der Manipulation der Tropfen begannen. Keine Antwort.

Die Antwort war das Schweigen. Und das Motiv war das Erbe, sagte Poirot. Das Dunmore-Vermögen, denn auf das sie als zweite Ehefrau nach dem Alten Testament Anspruch hatten und nach dem Neuen nicht mehr. Lord Dunmore Wollte das Vermögen anders aufteilen. Er hatte Pläne. Er machte eine kleine Geste. Was genau in dem Neuen Testament steht, wissen wir nicht. Der Anwalt kommt morgen. Aber sie wussten genug. Lady Cecily schaute ihn an.

Werden Sie mir sagen, dass ich hätte gehen sollen? Mich scheiden lassen? Mit einem Abfindungscheck, den sein Anwalt ausgehandelt hätte. Hey, zurück nach London? Sie sprach ohne Bitterkeit. fast neugierig, als diskutiere sie eine akademische Frage. Er hätte mir nichts gegeben, er war kein Mann, der gab. Nein, sagte Poirot, das war er nicht.

Stille.

Aber er war ein Mann, der lebte, sagte Poirot. Und das ist der Unterschied, Lady Cecily, den das Gesetz zieht. Nicht Gerechtigkeit, Gesetz. Und das Gesetz wird morgen kommen, mit Inspektor MacLean. Lady Cecily looked at him. Then, very easily, she nodded. One single time. As if she had checked a bill and found the sum correct. Poirot turned to Reginald Dunmore. The son sat now differently than before. The leg no longer overshadowed, both feet on the ground, the shoulders inwards. The whiskey untouched. He looked like a man der zusammenbricht. Aber leise, ohne Drama, weil die Energie für Drama nicht mehr da war. Herr Dunmore, sagte Poirot. Ich weiß, eh, was Sie sagen werden. Dann spare ich uns beiden Zeit.

Reginald stieß einen laut aus. Nicht lachen, nicht weinen. Etwas dazwischen, das keine richtige Bezeichnung hat. Moreau, sagte er, einfach der Name.

Als wäre er schwer. Moro, bestätigte Poirot.

Er hatte Schulden über ihnen, alte Spielschulden, die er als Druckmittel hielt. Er war nicht nach Stonehaven gereist, um Kunst zu kaufen. Er war gereist, um sie in einer Situation zu fangen, aus der sie nicht entkommen konnten. Kein Telefon, keine Straße, keine Flucht. Reginald schwieg. Sie haben dem Cognac etwas beigemischt, sagte Poirot. In sein Zimmer, Wie, das werden wir feststellen, vermutlich durch die Verbindung zum Küchenpersonal oder durch einen Moment, den niemand beobachtet hat. Eine hohe Einzeldosis, dieselbe Substanz wie in den Augentropfen. Aber sie wusste nicht, dass es dieselbe war. Das war Zufall, eine schreckliche Koinzidenz, die die Sache noch verwirrender machte. Ich hatte sie seit Monaten,

sagte Reginald leise. Die Substanz, ich... Es war ursprünglich nicht... Er hielt inne. Es ist keine Entschuldigung. Nein, sagte Poirot, das ist es nicht. Und dann den Tunnel. Er rieb sich das Gesicht. Ich habe ihn durch den Tunnel in den Garten gebracht, damit es aussah, als wäre er hinausgegangen.

Als hätte er selbst... Er schüttelte den Kopf.

Ich hatte nicht bedacht, dass seine Stiefel trocken blieben. Na klar, ich war nervös. Das Wort kam schwer heraus, wie ein Stein, den man fallen lässt. Ich habe nicht gedacht. Nein, sagte Poirot. Menschen denken nicht, wenn sie töten. Das ist die Ironie. Sie planen, und dann, im Moment selbst, hört das Denken auf.

Und dann ist es zu spät. Reginald schaute auf seine Hände.

Lange. Und der Brief? Fragte Yusra al-Rashid. Sie hatte geschwiegen.

Aber jetzt sprach sie mit der direkten Sachlichkeit einer Frau, die eine wissenschaftliche Frage hat.» Wer hat ihn gestohlen?«» Moreau«, sagte Poirot.» Er hatte Zugang zur Bibliothek erhalten. Durch wen, das müssen wir noch klären, aber wahrscheinlich durch eine Kopie des Schlüssels, die er sich beschafft hatte. Er war ein Mann, der Dinge sammelte, die anderen gehörten. Den Brief hat er als zusätzliche Absicherung gestohlen, ein weiteres Druckmittel.« Für den Fall, dass die Spielschulden nicht genug wären. Er machte eine kleine Pause.

Sie finden ihn in seiner Reisetasche. Ja, unter dem doppelten Boden. Yusra schloss kurz die Augen. Öffnete sie wieder. Er ist also noch da. Er ist noch da. Was damit geschieht, ist eine Frage für Anwälte und Historiker. Nicht für mich. Pfarrer McRae hatte die ganze Zeit geschwiegen. Jetzt sprach er. leise, ohne anklagen zu klingen. Lord Dunmore wusste es nicht wahr, er wusste, was geschah. Ja, sagte Poirot, und er hat nichts getan. Er hat etwas getan. Poirot wandte sich dem Pfarrer zu. Eh, er hat das Schachbrett aufgestellt. McRae runzelte die Stirn. Die anderen auch, nur Yusra nicht, die aufmerksam wurde.

Das Schachspiel in der Bibliothek, sagte Poirot, war keine zufällige Stellung. Lord Dunmore hat es selbst aufgestellt, in seinen letzten Stunden, als er wusste, dass es zu Ende geht. Er wusste seit Wochen, dass man ihn vergiftete. Er hatte die Symptome erkannt, sie gegen sein Wissen abgeglichen. Er war ein gebildeter Mann, ein scharfer Mann. Er wusste. Kurze Pause. Aber er konnte nichts beweisen. Und er war auch, ich glaube das jetzt zu verstehen, ein Mann, der nicht um Hilfe bitten konnte.

Das war nicht seine Art. Das Zimmer war vollständig still. Also hat er eine Botschaft hinterlassen, in der einzigen Sprache, von der er glaubte, dass jemand mit echtem Verstand sie lesen könnte. Beide Könige, auf demselben Feld, unmöglich im echten Spiel. Beide Königinnen einander zugewandt. Schachmatt, aber nicht durch einen äußeren Angreifer.

Von innen.

Poirot hielt inne. Es war kein Hinweis auf den Täter, es war eine Aussage. Ich wurde von innen besiegt. Von jemandem in diesem Haus. Er hoffte, dass irgendjemand es sehen würde. Er hoffte auf sie, sagte McRae. Er hoffte auf irgendjemanden. Poirot machte eine kleine Geste. Glücklicherweise war ich da.

In der Ecke des Zimmers bewegte sich Elsie. Nur leicht.

Ein kleines Aufheben des Kopfes, ein gerade Richten der Schultern. Poirot schaute sie an und sie schaute zurück. is und in diesem Blick war etwas, das kein Nicken und kein Zeigen war. Es war Bestätigung, die stille Bestätigung von jemandem, der lange allein gewusst und endlich gehört worden ist. Elsie, sagte Poirot, zu ihr, nicht zu den anderen, hat den Schlüssel zu all dem gewusst, nicht die Namen, nicht die Fakten, aber den Ort, den Tunnel, den Eingang, das Auge, Er wandte sich an die anderen. Sie hat ihn vor drei Jahren gesehen. Jemanden, der den Tunnel benutzte in einer Nacht.

Ist in der er nicht hätte benutzt werden sollen. Was genau sie gesehen hat, werden wir vielleicht nie wissen. Aber es war genug, um ihr die Stimme zu nehmen. Und trotzdem, trotz allem, hat sie nicht aufgehört hinzuschauen. Hat nicht aufgehört zu zeigen. Hat dieses kleine Stück Stoff in der Schürze getragen und gewartet, bis jemand verstand. Er nickte ihr zu. Kurz, respektvoll.

Elsie hob die Hand, legte sie auf das Herz. Dann ließ sie sie sinken.

Dr.

Ashcroft schaute das Mädchen an. Er nun zum ersten Mal in diesen drei Tagen sah Poirot in dem Gesicht der Ärztin etwas, das nicht Kontrolle war. Nicht Schuld, nicht Kalkül, nicht die professionelle Neutralität, die sie wie eine zweite Haut trug. Einfach Schmerz. Der Schmerz einer Frau, die sieht, was passiert ist, und weiß, dass sie ein kleiner Teil davon war. Unwissentlich, unabsichtlich, aber trotzdem. Ich hätte es früher bemerken müssen, sagte sie.

Leise.

Zu sich selbst, eigentlich. Vielleicht, sagte Poirot. Nicht grausam, nur ehrlich. Aber sie haben es bemerkt, und sie haben es mir gesagt. Das ist nicht nichts, Dr. Ashcroft. Sie schaute auf ihre Hände. Die lagen jetzt nicht mehr flach. Reginald Dunmore stand auf. Er tat es langsam, mit der Schwere eines Mannes, der eine Last aufhebt, von der er weiß, dass er sie nicht mehr ablegen wird. Er schaute Poirot an, nicht feindlich, nicht flehend, einfach, direkt. Ich nehme an, sagte er. Es hat keinen Sinn, etwas zu sagen. Es hat immer einen Sinn, in die Wahrheit zu sagen, antwortete Poirot. Das ist meine Erfahrung, nicht unbedingt für das Urteil, aber für den Menschen selbst.

Reginald nickte, ein einziges Mal, dann wandte er sich ab, ging zur Tür, blieb dort stehen. Ich gehe auf mein Zimmer, sagte er zu Fraser, der in der Türöffnung stand. Ich laufe nicht weg. Fraser looked at him. Looked at Poirot. Good, said Poirot. And Reginald Dunmore walked down the corridor, his steps hard on the old wood, until the noise disappeared.

Lady Cecily sat down. She sat as she had been all the time. Straight, hands now still in the lap. The face, the face of a woman who made a decision. und bei ihr bleibt. Nicht, weil sie sie für richtig hält, weil sie ihre ist. Monsieur Poirot, sagte sie.

May lady.

War er ein guter Mann? Poirot betrachtete sie. Eine seltsame Frage. Oder vielleicht nicht. Vielleicht die einzige Frage, die am Ende übrig blieb. Nein, sagte Poirot.

Ich glaube nicht.

Er war ein kluger Mann, ein starker Mann.

Ein Mann, der vieles verstand und wenig vergab. Aber gut. Er schüttelte den Kopf. Das nicht. Lady Cecily nickte. Nein, das war er nicht. Pause. Das ändert es nicht, sagte Poirot. Nein, sagte sie. Das weiß ich. Sie stand auf.

Fraser trat einen Schritt vor. Sie schaute ihn an und er trat einen Schritt zurück. Nicht weil sie ihn einschüchterte. sondern weil sie sich bewegte wie eine Frau, die weiß, in wohin sie geht, und Fraser war ein Mann, der Würde erkannte. Sie ging zur Tür. An der Schwelle blieb sie einen Moment stehen, ohne sich umzudrehen. Der Rosengarten, sagte sie, fast beiläufig. Er hat ihn angelegt, als wir geheiratet haben.

Er sagte, er wolle etwas Lebendes haben, das seinen Namen trägt.

Kurze Pause.

Seltsam, dass ausgerechnet dort Sie vollendete den Satz nicht.

Ging.

Pfarrer McRae, Yusra al-Rashid und Dr. Ashcroft blieben. Niemand sprach eine Weile. Denn das Kaminfeuer brannte, und die Schatten bewegten sich, und das Meer war hörbar, entfernt und stetig. Dann sagte McRae, Sagen Sie mir, Monsieur Poirot, der Lord.

Am Ende. Hat er gewusst, wer es war?

Ich glaube, sagte Poirot langsam. Er hat gewusst, dass es Lady Cecily war. Er kannte sie gut genug. Er war ein Mann, der Menschen kannte, der sie wie Schachfiguren betrachtete, ja, aber der sie deshalb auch verstand. Er machte eine kleine Pause. Ich glaube, er hat entschieden, das Spiel zu seinem Ende zu führen, das Testament, die Versammlung, den Anwalt. Er wollte sie entblößen, nicht durch Anklage. sondern durch das Testament selbst, das ihr nichts ließ, und das dann zeigen würde, welches Motiv sie hatte. Er hat sie unterschätzt, sagte McRae. Ja, oder er hat sich selbst überschätzt. Das ist manchmal dasselbe.

Yusra räumte ihre Unterlagen zusammen, methodisch, konzentriert, die Hände, die Hände einer Frau, die weiterarbeitet, weil Arbeit das ist, was sie kennt. Es ist der Brief, sagte sie. Was passiert damit? Das entscheidet der Anwalt. Die Gerichte vielleicht. Die Geschichte. Poirot zuckte leicht die Schultern. Das Danmorer Erbe, wie viel es wert ist nach alledem, das werden andere feststellen. Ich bin kein Jurist. Aber sie sind der Meinung, dass es relevant ist.

Ich bin der Meinung, sagte Poirot, dass alles relevant ist. Auch 700 Jahre alte Verräter. Er lächelte sehr leicht. Vielleicht besonders die. Gegen elf Uhr verließ er den Salon. Der Korridor war dunkel und still, nur ein einzelnes Gaslicht am Ende brannte. Poirot ging langsam. Nicht weil er müde war, obwohl er das auch war, sondern weil er diese Momente mochte.

Die Momente nach der Enthüllung, wenn alles gesagt war und noch nichts passiert war. Diese merkwürdige Stille zwischen dem Ende eines Dramas und dem Beginn seiner Konsequenzen. Elsie stand am Treppenabsatz. Sie wartete wieder. Oder stand wieder. Der Unterschied war schwer zu sagen. Als Poirot näher kam, griff sie in die Schürze, zog das Stück Stoff heraus, das gezeichnete Auge, dann, langsam, zerknüllte sie es. Nicht hastig, nicht wütend, ruhig, methodisch, als erledige sie eine Aufgabe, die erledigt sein wollte. Steckte es in die Schürzentasche zurück. Poirot betrachtete sie. Sie brauchen es nicht mehr zu tragen, sagte er. Elsie schaute ihn an, schüttelte den Kopf. Es war das erste Mal, dass dieses

Schütteln keine Verneinung war.

Es war Erleichterung. Gut, sagte Poirot. Gut. Er stieg die Treppe hoch. und sie blieb unten.

Und er dachte, von allen Menschen in diesem Schloss war Elsie die einzige, die von Anfang an.

Wusste, wo die Wahrheit war. Nicht wer, nicht genau. Aber wo?

Den Ort. Den Eingang. Das Zeichen. Manchmal, dachte er, ist der Ort das Wichtigste. But where?

The place. The entrance. The sign.

Sometimes, he thought, the place is the most important. In his room he stood at the window. The sea was now actually calm. The waves came flat and even, without drama, and the light, which lay over the water, was the first weak gray of the early morning.

The storm was over.

Poirot thought of Edinburgh, of Professor Haverstock, who had expected a lecture that had not been held. Of the small grey cells he should have explained to a public of criminologists. The psychology of crime. What the murderer betrays before he kills. He thought he could have held another lecture now. What the victim betrays, what the perpetrator oversees. was das stumme Mädchen weiß, das alle vergessen haben anzuschauen. Das wäre vielleicht interessanter gewesen. Er trat vom Fenster zurück, setzte sich auf die Bettkante, einen Moment mit der leichten Erschöpfung von jemandem, der drei Tage lang mehr.

Gedacht hat als geschlafen.

Das Böse, sagte er leise, zu sich selbst, zu dem grauen Morgenlicht, zu niemandem, trägt selten eine Maske. Es sitzt meistens sehr bequem am Frühstückstisch. Er schwieg einen Moment, und dann nahm er seine Uhr vom Nachttisch.

Halb sechs.

Fraser hatte gesagt, Inspektor MacLean würde um neun eintreffen, und der Anwalt. Drei Stunden. Poirot legte sich hin, in seinen Kleidern, die Hände auf der Brust gefaltet, die Augen offen. Schachmatt von innen, dachte er noch einmal. Der Lord hatte gewusst. und er hatte trotzdem verloren. Das war das Traurige daran.

Nicht der Tod. Der Tod war das Ende, das am Ende für alle kommt. Das Traurige war das. Ein kluger, harter, einsamer Mann, der sein ganzes Leben Menschen wie Spielfiguren betrachtet hatte, und der am Ende von einer von ihnen geschlagen worden war, die er zu kennen glaubte. Das Spiel gegen sich selbst.

Verloren. Er schloss die Augen.

Um acht Uhr morgens fuhr Hercule Poirot in Fraser's schwarzem Austin Healy den Bergweg hinunter, der inzwischen wieder befahrbar war. Die Erdrutschmasse war von zwei Männern aus dem Dorf beiseite geschafft worden, die früh aufgestanden und wenig erstaunt über die Bitte waren, etwa Leute aus dem Schloss immer seltsame Bitten hatten.

Er trug seinen Hut, er trug seine Handschuhe, er hatte die Schnurrbärte sorgfältig gepflegt, so sorgfältig, wie man es eben tut, wenn man Ordnung für wichtig hält. Auf halbem Weg hielt Fraser kurz an, ein kleiner Aussichtspunkt, von dem man das Schloss sehen konnte und das Meer dahinter. Grau und schwer und vollständig ruhig, als hätte es nie etwas anderes gekannt.

Schloss Stonehaven stand in der Morgensonne und sah weniger düster aus als in der Nacht.

Nur alt.

Nur sehr, sehr alt. mit dem Gewicht seiner eigenen Geschichte in den Steinen. Poirot betrachtete es einen Moment. Dann nickte er. Zu wem oder was genau, das hätte er nicht sagen können. Weiter, sagte er zu Fraser. Und Fraser fuhr. Und das Schloss blieb hinter ihnen, kleiner und kleiner, bis es verschwand. Und Hercule Poirot fuhr nach Edinburgh.

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