
Hercule Poirot – Deutsche Krimi-Hörspiel· Folge 19
Hercule Poirot und der Mord in der Evergreen Lodge | Deutsche Krimi-Hörspiele
Donnerstag, 15. Oktober 2026 · 1 h 54
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Shownotes
Hercule Poirot steht vor einem rätselhaften Mord in der abgelegenen Evergreen Lodge. Zwischen verschlossenen Türen, widersprüchlichen Aussagen und verborgenen Motiven beginnt ein klassisches Krimi-Hörspiel voller Spannung. Kann der berühmte belgische Detektiv den Täter entlarven, bevor ein weiteres Geheimnis ans Licht kommt? Jetzt anhören und mitermitteln! #HerculePoirot #KrimiHörspiel #KlassischerKrimi #Mordfall #Detektivgeschichte
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Chapter 1 The Invitation to the Destruction The winter morning in London was grey and damp as Hercule Poirot sat in his cozy apartment in the Whitehaven Mansions and stirred his hot chocolate with the precision of a clockmaker. Exactly twelve turns in the clockwise sense, never thirteen, never eleven.
The order was everything. Monsieur Poirot. rief Miss Lemmon von der Tür her, seine effiziente Sekretärin, deren Gesicht stets den Ausdruck milder Missbilligung gegenüber allem Unordentlichen trug. Die Post ist angekommen. Eine Sendung scheint ungewöhnlich zu sein. Poirot strich sich über seinen prächtigen Schnurrbart, der wie immer perfekt gewachst war, und nickte würdevoll. Ungewöhnlich, sagen sie. Dann bringen sie sie herein, Miss Lemmon. Erkühl Poirot, hat noch nie vor dem Ungewöhnlichen zurückgeschreckt.
Sie reichte ihm einen cremefarbenen Umschlag, versiegelt mit dunkelgrünem Wachs. Das Siegel zeigte einen Tannenbaum. Elegant, altmodisch. Die Adresse war in einer schwungvollen Handschrift geschrieben, die Bildung und Reichtum verriet. Poirot öffnete den Brief mit seinem silbernen Brieföffner und entfaltete das schwere Pergamentpapier. Evergreen Lodge, Schweizer Alpem. 15. Dezember 1935.
Mein sehr geschätzter Monsieur Poirot. Obwohl wir uns noch nie persönlich begegnet sind, ist Ihr Ruf als der brillanteste Detektiv Europas bis in unsere bescheidene Berglodge vorgedrungen. Ich schreibe Ihnen in einer Angelegenheit von größter Dringlichkeit und Diskretion. Ich bin Lord Edmund Ashworth. Und ich habe Grund zu der Annahme, dass innerhalb meiner eigenen Familie ein Verbrechen geplant wird. Nein, schlimmer noch. Ich fürchte, dass man mich ermorden will. Ich veranstalte vom 20. bis 24. Dezember ein kleines Weihnachtstreffen in meiner Lodge. Die üblichen Verdächtigen werden anwesend sein. Meine Frau Constance, mein Sohn Sebastian und seine Verlobte Diana, meine Nichte Evelyn.
mein Geschäftspartner Reginald Blackwood und meine alte Freundin, die Gräfin von Mordlake. Ich bitte Sie inständig, als mein persönlicher Gast zu kommen, Ihre Reisekosten werden selbstverständlich großzügig übernommen. Sagen Sie den anderen Gästen nichts von meinen Befürchtungen. Kommen Sie einfach als ein Freund, der die Weihnachtszeit in den Alpen genießen möchte.
Zeit ist von wesentlicher Bedeutung. Mit vorzüglicher Hochachtung. Lord Edmund Ashworth Poirot las den Brief zweimal. Seine grünen Augen verengten sich nachdenklich. Très intéressant, murmelte er. Ein Mann, der seinen eigenen Mord voraussieht. Entweder ist er paranoid, oder er kennt seine Familie sehr, sehr gut. Werden Sie hingehen, Monsieur Poirot?
Fragte Miss Lemont. Aber natürlich. declared Poirot and stood up.» A man is asking Hercule Poirot for help. It would be impolite, no, it would be just as impossible to reject. Also«, he smiled lightly,» I haven't had a real challenge in a long time. The little grey cells, they demand employment.« Three days later Poirot was sitting in a first-class train department on his way to Switzerland. Draußen verwandelte sich die Landschaft allmählich, sanfte Hügel wurden zu dramatischen Bergen, grüne Wiesen zu schneebedeckten Gipfeln. Die Evergreen Lodge lag hoch oben, abgeschieden von der Zivilisation, erreichbar nur durch eine gewundene Bergstraße. Als der Zug in dem kleinen Dorf Winterhausen hielt, wartete bereits
ein Automobil auf ihn, ein eleganter Rolls-Royce in tiefem Schwarz. Der Chauffeur... Ein wettergegerbter Mann mit vernarbtem Gesicht nickte stumm und nahm Poirot's makellos gepackten Koffer. Sie sind Monsieur Poirot? fragte er mit schwerem Schweizer Akzent. Der bin ich. Ich bin Lukas, der Chauffeur von Lord Ashworth. Die Fahrt zur Lodge dauert etwa eine Stunde. Der Weg ist nicht einfach.
Das war eine Untertreibung. Die Straße schlängelte sich gefährlich den Berg hinauf, an abgründen vorbei, die in die Tiefe stürzten. Schnee begann zu fallen, dicke Flocken, die die Windschutzscheibe bedeckten. Poirot klammerte sich an seinen Sitz. Sein Gesicht blieb jedoch ausdruckslos. Denn sein belgischer Gentleman zeigte niemals Angst. Nach einer Ewigkeit tauchte die Evergreen Lodge aus dem Schneetreiben auf. Sie war prächtig, ein großes Chalet im Schweizer Stil, mit dunklem Holz und steilen Dächern, aus deren Schornsteinen Rauch aufstieg. Warmes Licht strömte aus den Fenstern und versprach Wärme und Gemütlichkeit. Doch als Poirot aus dem Auto stieg und zur Eingangstür blickte, überlief ihn ein seltsamer Schauer. Die Evergreen Lodge sah aus wie
ein Märchenhaus. Aber Poirot wusste aus Erfahrung, dass die dunkelsten Geheimnisse oft hinter den schönsten Fassaden lauerten. Die massive Eichentür öffnete sich und ein Butler in perfekter Livret erschien. Monsieur Poirot, willkommen, ich bin Graves. Lord Ashworth erwartet Sie in der Bibliothek. Poirot trat ein und übergab seinen Mantel und Hut. Das Innere der Lodge war noch beeindruckender. Hohe Decken mit freiliegenden Balken, ein riesiger Kamin, in dem ein Feuer knisterte, und überall dunkles, poliertes Holz. An den Wänden hingen Jagdtrophäen, Hirschgeweihe, ein Wildschwein, sogar ein Bärenkopf mit glasigen Augen. Unheimlich, nicht wahr? sagte eine Stimme hinter ihm. Poirot drehte sich um. Eine junge
Frau stand dort, vielleicht Anfang 30, mit dunklen Locken und intelligenten braunen Augen. Sie trug ein elegantes Abendkleid in dunklem Grün. Verzeihen Sie, sagte sie mit einem ironischen Lächeln.» Ich bin Evelyn Ashworth, Edmund's nichte. Sie müssen der berühmte Detektiv sein, von dem mein Onkel nicht aufhören konnte zu sprechen. Lord Ashworth hat von mir gesprochen?« fragte Poirot vorsichtig.» Oh ja.« Er sagte, ein alter Freund aus Belgien würde kommen.» Ih, aber wir alle wissen, wer Sie wirklich sind, Monsieur Poirot.« Ihre Augen funkelten amüsiert. Mein Onkel war noch nie gut darin, Geheimnisse zu bewahren. Bevor Poirot antworten konnte, erschien Graves wieder.
Monsieur Poirot, Lord Ashworth, wird Sie jetzt empfangen. Poirot folgte dem Butler durch einen langen Korridor zur Bibliothek. Sein Verstand arbeitete bereits. Wenn alle bereits wussten, wer er war, dann war sein Vorteil der Anonymität verloren. Die Dinge wurden interessant. Die Bibliothekstür öffnete sich und Poirot trat ein in einen Raum voller Bücher, Leder und dem Geruch von altem Cognac.
Und dort, am Fenster stehend und in die verschneite Nacht hinausblickend, stand ein Mann, der bereits tot aussah. Kapitel 2 Ankunft im Schnee Lord Edmund Ashworth drehte sich langsam um und Poirot sah sofort, was er gemeint hatte. Der Mann war ein Gespenst seiner selbst, hohl um die Augen, mit eingefallenen Wangen und einer fahlen Hautfarbe, die an Pergament erinnerte. Er war vielleicht 60 Jahre alt, groß und ehemals stattlich, aber jetzt von einer unsichtbaren Last gebeugt. Monsieur Poirot, sagte er mit einer Stimme, die überraschend kräftig war. Sie sind gekommen.
Ich hatte befürchtet. Nun, es spielt keine Rolle. Sie sind hier. Er streckte eine knochige Hand aus und Poirot schüttelte sie. Die Hand war eiskalt. Lord Ashworth, ich bin gekommen, wie Sie es gewünscht haben. Aber ich muss gestehen, Ihre Nichte erwähnte, dass alle Gäste bereits von meiner wahren Identität wissen. Ein bitteres Lächeln huschte über Ashworth's Gesicht. Ja, das war mein Fehler.
Ich habe meiner Frau davon erzählt, in einem Moment der Schwäche. A constance can't keep a secret for itself. Within hours it knew the whole house. He sighed heavily. Maybe it's even better that way. Now they know that I've taken precautions. Or, said Poirot softly, it warned the murderer to be more careful.
Ashworth clung together as if something sharp had stabbed him. So you believe me? You don't think I'm a paranoid old man? Poirot sat down in one of the leather chairs and folded his hands over his round belly. Tell me, Lord Ashworth, why do you think that someone wants to murder you? Ashworth went to the desk and opened a drawer.
He took out three letters and put them in front of Poirot. The first was written on cheap paper, with letters that had already been cut out of newspapers and glued on. Your sins will catch you. Death awaits. The second, similarly constructed, you stole what did not belong to you. Pay the price. The third... Vor nur zwei Tagen datiert, in der Evergreen Lodge wirst du sterben. Poirot untersuchte jeden Brief sorgfältig. Wie viele Menschen wissen von diesen Briefen? Niemand.
Nur sie und ich. Und wann haben sie den ersten erhalten? Vor drei Monaten. Dann kamen die anderen im Abstand von einigen Wochen. Haben sie eine Ahnung, auf welche Sünden sich der Verfasser bezieht? Lord Ashworth wandte den Blick ab. Monsieur Poirot, kein Mann erreicht meine Position ohne gewisse Kompromisse. Ich habe Geschäfte gemacht, die nicht immer Ehrenhaft waren. Ich habe Menschen verletzt.
Seine Stimme wurde leiser. Aber Mord? Nein. Nein, niemals Mord. Ein Klopfen an der Tür unterbrach sie. Graves erschien. Entschuldigung, my lord, aber Lady Ashworth bittet darum, dass Sie und Ihr Gast sich zum Abendessen umziehen. Es wird in einer Stunde serviert. Natürlich, sagte Ashworth. Er wandte sich an Poirot.
Wir sprechen später weiter. Beim Abendessen werden Sie alle kennenlernen. Beobachten Sie sie, Monsieur Poirot. Beobachten Sie sie genau. Einer von Ihnen will mich tot sehen. Poirot's Zimmer war luxuriös. Ein großes Himmelbett, ein knisterndes Feuer und durch die Fenster der Blick auf die verschneiten Berge, die im Mondlicht glänzten.
Doch Poirot interessierte sich wenig für die Aussicht. Er saß auf dem Bettrand und dachte nach. Die Drohbriefe waren interessant, amateurhaft gemacht, aber mit einer gewissen Theatralik. Zu deine Sünden werden dich einholen. Das klang nach jemandem, der sich für einen Richter hielt, für einen Vollstrecker göttlicher Gerechtigkeit. Ein Klopfen an der Tür riss ihn aus seinen Gedanken. Herein, rief er.
Die Tür öffnete sich und ein junger Mann trat ein, groß, blond, mit dem arroganten Gesichtsausdruck des verwöhnten Aristokraten. Er trug einen perfekt sitzenden Smoking. Monsieur Poirot, ich bin Sebastian Ashworth, der Sohn des Hauses. Ich wollte Sie nur begrüßen und Sie warnen. Warnen? fragte Poirot mit hochgezogener Augenbraue. Sebastian schloss die Tür hinter sich und trat näher. Mein Vater ist nicht... Stabil. Er sieht überall Verschwörungen. Diese Briefe, von denen er ihnen zweifellos erzählt hat, wahrscheinlich hat er sie selbst geschrieben. Er will Aufmerksamkeit, schießt Rama. Und warum sollte er das tun? Weil er alt wird und vergessen. Weil sein Vermögen schwindet und er die Kontrolle verliert. Sebastian's Augen wurden hart. Hören Sie, ich
respektiere Ihre Reputation. aber Sie verschwenden Ihre Zeit hier. Es gibt keine Verschwörung, keinen Mörder, nur einen kranken alten Mann und seine Fantasien. Ich danke Ihnen für Ihre Besorgnis, sagte Poirot höflich, aber ich werde meine eigenen Schlüsse ziehen, wenn Sie erlauben. Sebastian starrte ihn einen Moment lang an, dann zuckte er mit den Schultern. Wie Sie wollen, aber sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt. Er verließ den Raum und schlug die Tür hinter sich zu. Poirot strich sich nachdenklich über den Schnurrbart. Interessant. Sehr interessant. Der Speisesaal der Evergreen Lodge war prächtig. Ein langer Tisch aus poliertem Mahagoni, gedeckt mit feinstem Porzellan und Kristall. Kerzen warfen flackernde Schatten
an die getäfelten Wände. Draußen heulte der Wind und warf Schnee gegen die Fenster. Poirot war der Letzte, der eintraf. Die anderen Gäste saßen bereits und alle Augen wandten sich ihm zu, als er eintrat. Ah, Monsieur Poirot, rief Lord Ashworth von seinem Platz am Kopfende des Tisches. Kommen Sie, setzen Sie sich hier zu meiner Rechten. Poirot nahm Platz und ließ seinen Blick über die Versammelten schweifen. Zu Ashworth's Linken saß eine Frau, Mitte 50, Lady Constance Ashworth. Poirot suspected.
She wore a dress made of heavy blue silk and a diamond necklace that twinkled in the candlelight. Her face was beautiful, maybe it was still beautiful, but it had become hard, her eyes distrustful. Next to her sat Sebastian, whom Poirot had already met. On his side a breathtaking young woman with platinum blonde hair and eyes like sapphires.
Undoubtedly Diana. seine Verlobte. Sie trug ein silbernes Kleid, das wenig der Fantasie überließ. Evelyn Ashworth saß weiter unten am Tisch, neben einem korpulenten Mann in den Fünfzigern mit rotem Gesicht und fettigen Haaren. Das musste Reginald Blackwood sein, der Geschäftspartner. Und am anderen Ende des Tisches, in königlicher Isolation, saß eine ältere Dame mit schneeweißem Haar, aufgerichtet wie eine Königin, Die Gräfin von Maud Lake, ohne Zweifel. Gestatten Sie mir, die Vorstellungen zu machen, sagte Lord Ashworth mit einer Geste, obwohl ich glaube, die meisten von Ihnen wissen bereits, wer unser geschätzter Gast ist. Der berühmte Detektiv, sagte Lady Constance mit einer Stimme, if die Honig und Gift zugleich war.
Wie aufregend. Sollen wir einen Mord erwarten, Monsieur Poirot? Ich hoffe nicht, Madame. answered Poirot politely. Ach, kommen Sie, lachte Diana mit einer hellen, künstlichen Stimme. Wo Hercule Poirot auftaucht, folgen Leichen. Das weiß doch jeder. Diana, zischte Sebastian, aber sie kicherte nur. Reginald Blackwood räusperte sich. Nun, ich für meinen Teil fühle mich sicherer mit einem Detektiv im Haus.
Diese Berge sind gefährlich. Man hört Geschichten von Banditen, Unfällen. Unfälle, wiederholte die Gräfin von Mordlake mit ihrer tiefen, kultivierten Stimme. Ja, Unfälle passieren so leicht in den Bergen. Besonders wenn Schnee liegt und die Wege tückisch sind. Ein Schweigen folgte ihren Worten, schwer und bedrohlich. Dann klatschte Lord Ashworth in die Hände.
Genug von düsteren Gedanken. The Graves servieren sie den ersten Gang. Heute Abend feiern wir. Weihnachten steht vor der Tür und wir sind alle zusammen. Was könnte schöner sein? Das Essen begann. Eine Suppe aus Waldpilzen, gefolgt von gebratenem Hirsch mit Preiselbeeren. Der Wein floss reichlich. Die Gespräche wurden lauter, gelöster. Poirot aß wenig und beobachtete viel. Er bemerkte, wie Sebastian und seine Mutter sich bedeutungsvolle Blicke zuwarfen. Er sah, wie Evelyn ihren Onkel mit einem Ausdruck ansah, der zwischen Zuneigung und Verzweiflung schwankte. Er beobachtete, wie Reginald Blackwood Glas um Glas Wein leerte, sein Gesicht immer röter wurde. Er registrierte, wie Diana sich langweilte, mit ihrem Essen spielte und gähnte. Und
er bemerkte, wie die Gräfin von Mortlake kaum sprach, aber alles sah, ihre scharfen Augen wie die eines Raubvogels. Als der Hauptgang serviert war, erhob sich Lord Ashworth mit einem Weinglas in der Hand. Meine lieben Freunde, meine Familie, begann er. Seine Stimme zitterte leicht. Ich möchte einen toast aussprechen, auf die Wahrheit. Möge sie immer ans Licht kommen, egal wie tief sie vergraben ist. Es war ein seltsamer toast. Die Gäste hoben ihre Gläser zögernd. Auf die Wahrheit, murmelten sie.
Lord Ashworth drank a long sip. Then his face suddenly became stiff. His eyes widened. The glass fell out of his hand and broke on the floor. Edmund, cried Lady Constance. Lord Ashworth gripped his throat. His mouth opened, but no sound came out. His body cramped, twitched. Then he fell forward. His face hit the plate. und er bewegte sich nicht mehr.
Diana schrie, und Sebastian sprang auf. Chaos brach aus. Nur Hercule Poirot blieb sitzen, seine grünen Augen auf den reglosen Körper gerichtet. Mon Dieu, murmelte er leise, es hat begonnen. Kapitel 3 Der vergiftete Toast Für einen Moment war alles erstarrt, wie ein Gemälde des Grauens. Lord Ashworth lag zusammengesackt über seinem Teller, sein Gesicht in den Preiselbeeren, sein Körper schlaff und leblos. Dann explodierte der Raum in Bewegung und Geschrei. Edmund! Edmund!
kreischte Lady Constance. und versuchte zu ihrem Mann zu gelangen, aber Sebastian hielt sie zurück. Mutter, nein, berühr ihn nicht. Diana stand mit einer Hand vor dem Mund, ihr Gesicht so weiß wie ihr Haar. Reginald Blackwood war aufgesprungen, sein Stuhl krachte zu Boden. Aveline stood like a lame, her eyes wide open in fear. Only the Countess of Mortlake remained seated, her fingers around the wine glass, her face an impenetrable mask. Poirot got up quickly and went to Lord Ashworth. He put two fingers on the man's throat, looking for a pulse. Nothing. The skin was already cool.
Is he... began Sebastian. His voice broke. Oui, sagte Poirot leise. Er ist tot. Ein kollektives Keuchen ging durch den Raum. Das kann nicht sein, rief Reginald Blackwood. Er war doch gerade noch, er hat doch gerade erst... Gift, unterbrach Poirot. Die Symptome sind eindeutig. Die plötzliche Lähmung, die Konvulsionen, höchstwahrscheinlich Syankali oder etwas ähnliches. Gift, wiederholte Lady Constance ungläubig. Dann wurden ihre Augen schmal und sie starrte auf den Tisch.» Aber das bedeutet...«» Einer von uns.« Die Blicke der Gäste trafen sich, voller Misstrauen, Angst, Schuld.» Niemand verlässt diesen Raum«, sagte Poirot mit einer Autorität, die keinen Widerspruch duldete.» Graves.« Der butler, der am Rand des Raumes stand, sein Gesicht kreidebleich,
trat vor.» Ja, Monsieur.«» Schließen Sie alle Türen.« Niemand darf das Haus verlassen, und bringen Sie mir sofort alles, was Lord Ashworth heute gegessen und getrunken hat. Aber, Monsieur, begann Graves, sofort! Der Butler eilte davon. Poirot wandte sich an die Versammelten. Bitte, setzen Sie sich alle wieder hin. Ja, ich weiß, es ist schrecklich, aber wir müssen klar denken. Langsam, widerwillig, nahmen sie ihre Plätze wieder ein. Niemand wagte es, Lord Ashworth's leblosen Körper anzusehen. Wer hat ihm das Weinglas gegeben? fragte Poirot. Schweigen.
Ich habe es gesehen, sagte plötzlich Evelyn mit zitternder Stimme. Graves hat ihm das Glas gebracht, wie allen anderen auch. Aber der Wein kam aus derselben Flasche, fragte Poirot. Ja, bestätigte Sebastian. Graves had given us all from the same bottle. I saw it. Poirot took the broken glass that lay on the floor and smelled it. A slight smell of almonds. Yes, Zyankali.
The poison was in the glass itself, he murmured. Not in the wine. Someone must have put it in beforehand. That's absurd, Reginald Blackwood exploded. Who would do something like that? Edmund was my partner, my friend. Your partner, yes, said the Countess of Mordlake coldly. But was he also your friend, Reginald?
I heard that there were tensions between them. Financial irregularities. Blackwood became even rougher. That's a lie. Who told you such nonsense? Edmund himself, answered the Countess. Three weeks ago, Er sagte mir, er habe Beweise dafür, dass sie Firmengelder veruntreut haben. Eine halbe Million Pfund. Das ist nicht wahr, schrie Blackwood. Genug, donnerte Poirot. Wir werden Zeit genug haben für Anschuldigungen. Jetzt müssen wir die Fakten feststellen. Graves kehrte zurück mit einem Tablett. Darauf standen eine Wasserflasche, eine Tasse Tee und die Weinflasche, aus der beim Abendessen serviert worden war.
Das ist alles, was Lord Ashworth heute getrunken hat, Monsieur. Das Wasser in seinem Zimmer, den Tee am Nachmittag. Und natürlich der Wein beim Dinner. Poirot untersuchte jedes Gefäß sorgfältig. Er roch an der Wasserflasche. Nichts. Ein Amt Tee. Nur Bergamotte und schwarzer Tee. Am Wein. Nur der normale Duft eines guten Bordeaux. Das Gift wurde direkt ins Glas gegeben, schloss er. unmittelbar bevor Lord Ashworth daraus trank. Die Frage ist, wann und von wem? Wir haben alle am Tisch gesessen, sagte Diana nervös. Wie hätte jemand unbemerkt Gift in sein Glas tun können? Sehr gute Frage, Mademoiselle, sagte Poirot. Denken Sie nach. Bevor Lord Ashworth seinen Toast ausbrach, gab es einen Moment der Unaufmerksamkeit? Sebastian runzelte die Stirn. Nun, Graves
hatte gerade die Platten gebracht. Alle waren beschäftigt, sich zu bedienen. Genau, sagte Evelyn, und die Kerze vor Vater, ich meine, vor Lord Ashworth, war ausgegangen. Er hat sich vorgebeugt, um sie wieder anzuzünden. Wie lange war er abgelenkt? fragte Poirot. Vielleicht zehn. Und zwanzig Sekunden? Lange genug, murmelte Poirot. Jemand, der neben ihm saß oder nahe genug, hätte das Gift hineinfallen lassen können.
Alle Augen wandten sich zu den beiden Personen, die direkt neben Lord Ashworth gesessen hatten. Lady Constance auf seiner linken Seite und Poirot selbst auf seiner rechten. Lady Constance sprang auf. Sie können doch nicht ernsthaft denken, dass ich, dass ich meinen eigenen Mann... Ich denke gar nichts, Madame, sagte Poirot ruhig.
Ich sammle Fakten, und die Fakten sind, Sie saßen direkt neben ihm. Das ist ungeheuerlich. Ich liebte Edmund. Wir waren 32 Jahre verheiratet. 32 unglückliche Jahre, sagte die Gräfin leise. Verzeihen Sie, Constance, aber die ganze Welt wusste, dass ihre Ehe eine Farce war. Lady Constance wirbelte zu ihr herum.
Wie wagen Sie? Es ist wahr, Mutter, sagte Sebastian müde. Ihr habt euch nicht geliebt. Ihr konntet einander kaum ansehen. Liebe, Lady Constance lachte bitter. Was wisst ihr von Liebe? Edmund liebte nur eine Sache, sein Geld. Und jetzt... Sie brach ab. Tränen liefen über ihre Wangen. Jetzt ist er tot und ihr beschuldigt mich. Poirot beobachtete sie aufmerksam. Echte Tränen oder eine gut gespielte Vorstellung? Madame, beruhigen Sie sich. Niemand beschuldigt sie, noch nicht. Er wandte sich an Graves. Die Weingläser, wo wurden sie aufbewahrt, bevor sie auf den Tisch kamen? In der Speisekammer, Monsieur. Ich habe sie selbst poliert und auf das Tablett gestellt. Und zwischen dem Polieren und dem Servieren
hätte jemand Zugang zu ihnen gehabt. Graves zögerte. Nun, die Speisekammer ist nicht verschlossen. Jeder im Haus hätte hineingehen können. Parfait. murmelte Poirot.» Das bedeutet, das Gift könnte bereits im Glas gewesen sein, bevor es überhaupt auf den Tisch kam.«» Aber welches Glas war für Lord Ashworth bestimmt?« fragte Evelyn.» Waren sie nicht alle gleich?« Poirot stutzte.» Das war eine exzellente Frage.
Wenn die Gläser nicht markiert waren, wie konnte der Mörder sicherstellen, dass das vergiftete Glas bei Lord Ashworth landete?« Graves, haben die Gläser irgendeine Markierung? Nein, Monsieur, sie sind alle identisch. Dann musste der Mörder es beim Servieren selbst tun, schloss Poirot. Das bedeutet... Sie, Graves, hatten Sie einen Grund, Lord Ashworth töten zu wollen? Der Butler wurde leichenblass. Ich? Nein, Monsieur, niemals.
Lord Ashworth war... er war stets gut zu mir. Stets? fragte Poirot scharf. Oder gab es einen Moment, in dem er nicht gut zu Ihnen war? Graves Augen huschten nervös umher. Ich. Es gab eine Meinungsverschiedenheit. Vor einigen Wochen, über meine Schwester. Erzählen Sie weiter. Meine Schwester arbeitete in London, in einem von Lord Ashworth's Geschäften. Er entließ sie ohne Grund, ohne Referenzen.
Sie hat jetzt nichts, keine Stellung, keine Hoffnung. Graves' voice trembled with suppressed anger. I begged him to put her back in, but he laughed at me. He said she was incompetent. A heavy silence sank over the room. And that's why they poisoned him? asked Sebastian, unbelieving. No, said Graves. No, I didn't. I swear it. I was angry. Yes, but I'm not a murderer. Poirot muttered to Butler Lange. Wir werden sehen. Vorerst bleiben sie. Wo sie sind. Und sie alle, er wandte sich an die Gäste, bleiben in dieser Lodge, bis dieser Mord aufgeklärt ist. Wie lange wird das dauern?
fragte Diana mit schriller Stimme.» So lange, wie es nötig ist, Mademoiselle. Aber wir können doch nicht hier eingesperrt bleiben, mit einem Mörder unter uns.«» Doch, genau das werden Sie,« sagte Poirot fest.» Draußen tobt ein Schneesturm, die Straße ist unpassierbar, und selbst wenn sie es nicht wäre...« Niemand verlässt diese Lodge, bis ich die Wahrheit kenne. Er blickte auf Lord Ashworth's leblosen Körper.
Dieser Mann bat mich, hierher zu kommen, weil er wusste, dass jemand ihn töten wollte. Er hatte recht, und Hercule Poirot wird dafür sorgen, dass sein Mörder für diese Tat bezahlt. Die Gräfin von Mortlake stand auf, ihre Haltung würdevoll trotz des Grauens. Monsieur Poirot, was sollen wir jetzt tun? Jetzt!
said Poirot.» Now we rest, or at least try. Tomorrow morning I will begin with the formal interrogation. Until then«, he let his gaze hover over each of them,» you should all think very well about your alibis. Because one of them is a liar and a murderer.« As the guests slowly got up and left the dining room, their faces pale and scared, Poirot remained alone. Er stand da, die Hände hinter dem Rücken verschränkt und betrachtete die Szenerie.
Der festlich gedeckte Tisch, die brennenden Kerzen, der tote Lord am Kopfende. Wer hat dich getötet, Mon Ami? flüsterte er. Und warum? Was für ein Geheimnis warst du kurz davor zu enthüllen? Draußen heulte der Wind wie ein gefangenes Tier und der Schnee fiel dichter. Sie schirmte die Evergreen Lodge vollständig von der Außenwelt ab. Sie waren gefangen, alle zusammen.
Mit dem Tod. Kapitel 4 Die kleinen grauen Zellen erwachen Die Nacht in der Evergreen Lodge war unruhig. Poirot lag wach in seinem Bett, lauschte dem Heulen des Windes und dem gelegentlichen Knarren des alten Holzes. Schlaf wollte nicht kommen. Seine kleinen grauen Zellen arbeiteten unaufhörlich. Ein Mann hatte seinen eigenen Tod vorausgesagt und Poirot gebeten zu kommen. Und trotz Poirot's Anwesenheit war der Mord geschehen. Kühn, öffentlich, vor den Augen aller. Der Mörder war entweder sehr dumm oder sehr clever.
Poirot neigte zur zweiten Annahme. Um sechs Uhr morgens stand er auf, vollführte seine morgendlichen Rituale mit akribischer Präzision Die Schnurrbartpflege dauerte allein 15 Minuten und kleidete sich makellos. Und wenn die Welt im Chaos versank, musste wenigstens Hercule Poirot seine Standards bewahren. Er fand Graves in der Küche, bleich und zittrig, wie er Kaffee zubereitete. Guten Morgen, Graves. Sie haben schlecht geschlafen, nicht wahr? Der Butler zuckte zusammen. Monsieur Poirot, ich... Nein, ich konnte kaum schließen die Augen. Immer wieder sah ich Lord Ashworth, wie er fiel. Natürlich. Ein solcher Schock. Poirot setzte sich an den Küchentisch. Sagen Sie mir, Graves, wie lange waren Sie in Lord Ashworth's Diensten? Fünfzehn Jahre, Monsieur.
Eine lange Zeit. Sie müssen ihn gut gekannt haben. Graves goss Kaffee in eine Tasse und reichte sie Poirot. So gut wie ein Diener seinen Herrn kennen kann. Lord Ashworth war... Kompliziert, großzügig an einem Tag, grausam am nächsten. Grausam? Ein interessantes Wort. Graves setzte sich, seine Hände umklammerten seine eigene Tasse. Er hatte eine Art, Menschen zu benutzen. Er fand ihre Schwächen heraus und nutzte sie aus. Meine Schwester zum Beispiel. Er entließ sie nicht wegen Inkompetenz. Er entließ sie, weil sie sich weigerte, ihm gewisse Gefälligkeiten zu erweisen. Poirot's eyes narrowed.
They think, yes, Lord Ashworth had a preference for young women. His marriage was dead and he was looking for comfort elsewhere. Graves' voice was bitter. My sister wasn't the first and she wouldn't have been the last. And they didn't do anything? What could I have done? He was Lord Ashworth. I'm just a butler. My word against his? Graves laughed bitterly.
Aber das spielt jetzt keine Rolle mehr. Er ist tot. Oui, er ist tot. Durch Gift in seinem Weinglas. Poirot trank einen Schluck Kaffee. Graves, ich muss Sie direkt fragen. Haben Sie Lord Ashworth getötet? Graves sah ihm direkt in die Augen. Nein, Monsieur Poirot. Das habe ich nicht. So sehr ich es mir auch manchmal gewünscht haben mag. Ich bin kein Mörder.
Poirot studied his face for a long moment. Then he nodded. I believe you. First of all. At eight o'clock Poirot gathered all the guests in the library. Lord Ashworth's corpse was brought into his room, covered with a white cloak. The police couldn't come because of the snowstorm. The streets were completely blocked. They were all on their own. Die Gäste saßen auf verschiedenen Stühlen und Sofas, ihre Gesichter müde und angespannt. Niemand hatte wirklich geschlafen. Meine Damen und Herren, begann Poirot, ist während er vor dem Kamin auf- und abging.
Wir befinden uns in einer sehr ernsten Lage. Ein Mord ist geschehen und der Mörder ist in diesem Raum. Wie können Sie so sicher sein? fragte Diana nervös. Vielleicht war es jemand von außen. Ein Einbrecher, oder? Nein, Mademoiselle, das war kein Einbrecher. Dies war ein Mord, der sorgfältig geplant wurde, und nur jemand, der Lord Ashworth gut kannte, hätte ein Motiv gehabt. Motiv? wiederholte Lady Constance. Was für Motive könnten wir haben? Ah, das ist genau die Frage, nicht wahr?
Poirot blieb stehen und wandte sich ihr zu. Beginnen wir mit Ihnen, Lady Ashworth. Was erben sie durch den Tod ihres Mannes? Lady Constance wurde rot. Ich, das geht sie nichts an. Au contraire, es geht mich sehr viel an. Also? Sie senkte den Blick. Edmund hatte ein Testament. Er sich erbe das Haus in London und eine Jahresrente von 10.000 Pfund. Großzügig.
Und sie, Sebastian? Der junge Mann verschränkte die Arme. Ich erbe das Geschäft. Die Fabriken, die Investitionen. Alles. Alles, wiederholte Poirot. Das ist ein sehr guter Grund, ihren Vater tot sehen zu wollen. Mein Vater war alt und krank, protestierte Sebastian. In ein oder zwei Jahren wäre er sowieso gestorben. Warum sollte ich riskieren, wegen Mordes gehängt zu werden? Vielleicht, weil sie es nicht mehr aushalten konnten, unter seinem Schatten zu leben?
Oder vielleicht, weil das Geschäft in Schwierigkeiten steckt und sie sofort Zugang zu den Mitteln brauchten. Sebastian sprang auf. Das ist eine Lüge. Ist es das? Poirot zog ein Papier aus seiner Tasche, eines der Dokumente, die er in Lord Ashworth's Schreibtisch gefunden hatte, sehr als er in der Nacht die Bibliothek durchsucht hatte. Dies ist ein Brief von ihrer Bank.
Sie haben Schulden in Höhe von 80.000 Pfund. Spielschulden. Ein kollektives Keuchen ging durch den Raum. Diana starrte ihren Verlobten ungläubig an. Sebastian, ist das wahr? Er sank zurück in seinen Stuhl, sein Gesicht aschfahl. Ich, es ist nur vorübergehend. Ich hätte das Geld bald zurückzahlen können. Mit welchem Geld?
fragte Poirot sanft. Sie haben keine eigenen Mittel. Alles gehörte ihrem Vater. und er weigerte sich, ihre Schulden zu bezahlen, nicht wahr? Sebastian schwieg, sein Kiefer verhärtet. Poirot wandte sich an Evelyn. Mademoiselle Ashworth, Sie sind Lord Ashworth's Nichte. Was erben Sie? Evelyn, die bis dahin still gewesen war, hob den Kopf. 15.000 Pfund, und einige Schmuckstücke meiner Mutter. Und das reicht Ihnen? Nein, sagte sie leise. Es reicht nicht, aber es ist besser als nichts. Sie hatten finanzielle Schwierigkeiten?
Mein Vater, Lord Ashworth's Bruder, verlor unser gesamtes Familienvermögen durch schlechte Investitionen. Als er starb, blieb mir nichts. Edmund hat mich aufgenommen, mir ein Dach über dem Kopf gegeben. Aber er ließ mich nie vergessen, dass ich eine, eine Almosenempfängerin war. Er demütigte sie? Täglich. ihre Stimme zitterte. Er machte Witze darüber bei Dinner-Partys, wie ich von seiner Großzügigkeit lebte, wie ich nichts ohne ihn wäre. Ein grausamer Mann, murmelte Poirot.
Und Sie, Monsieur Blackwood, welche Beziehung hatten Sie zu Lord Ashworth? Red Blackwood wischte sich den Schweiß von der Stirn.» Wir waren Geschäftspartner seit zwanzig Jahren. Wir haben zusammen ein Vermögen gemacht.« Und doch beschuldigte die Gräfin sie gestern Abend der Veruntreuung.» Stimmt das?« Blackwood warf der Gräfin einen giftigen Blick zu.
Edmund hatte... Verdächtigungen. Unbegründete Verdächtigungen. Ja, es gab gewisse Transaktionen, die er nicht verstand, aber es war alles legal. Transaktionen im Wert von einer halben Million Pfund? Das Geschäft ist kompliziert. Es gab Investitionen, Verlagerungen von Kapital. Es sah nur verdächtig aus auf dem Papier. Verdächtig genug, dass Lord Ashworth drohte, sie vor Gericht zu bringen? Blackwood wurde blass. Wer hat ihnen das gesagt? Niemand musste es mir sagen. Ich habe den Brief gefunden, den ihr Anwalt Lord Ashworth geschickt hat.
Ein Bittbrief. Die Angelegenheit außergerichtlich zu regeln. Blackwood brach zusammen. In Ordnung, ja. Edmund drohte mich zu ruinieren. Aber das gab mir keinen Grund, ihn zu töten. Wenn er tot ist, wird die Untersuchung weitergehen. Ich wäre besser dran, wenn er am Leben wäre. Poirot nickte nachdenklich. Das war tatsächlich logisch.
Er wandte sich an Diana. Und Sie, Mademoiselle, welches Interesse hatten Sie an Lord Ashworth's Tod? Diana blinzelte unschuldig. Ich? Gar keins. Ich kannte ihn kaum. Wirklich? Aber Sie sollten seinen Sohn heiraten. Das hätte sie zur Schwiegertochter gemacht. Nun, ja, aber... Aber Lord Ashworth billigte diese Verlobung nicht, oder? Sebastian unterbrach.
Das ist nicht wahr. Ist es nicht? Poirot drew another letter. This is a letter from Lord Ashworth to his lawyer, dated to last week. In it he instructs him to change his will. If Sebastian marries this woman, he will be inherited. Diana sprang up, her face red with anger. That's a lie. Sebastian, tell him it's a lie. But Sebastian sat there, his head in his hands. Es ist wahr, flüsterte er. Mein Vater hasste dich, Diana. Er sagte, du seist eine Goldgräberin, eine Schauspielerin, die nur hinter dem Familienvermögen her war. Diana starrte ihn an, dann lachte sie. Ein hohes, hysterisches Lachen. Und du hast mir nie etwas gesagt. Du hast mich glauben lassen, dass wir heiraten würden, dass ich Lady Ashworth werden würde. Ich wollte einen Weg finden. Ich dachte,
ich könnte ihn überzeugen. Dummkopf, zischte sie. Du schwacher, erbärmlicher Dummkopf. Poirot wartete, bis die Wogen sich etwas geglättet hatten. Denn dann wandte er sich der Gräfin von Mordlake zu. Und nun zu ihnen, Madame la Comtesse. Sie waren Lord Ashworth's älteste Freundin, nicht wahr? Die Gräfin nickte langsam. Wir kannten uns seit vierzig Jahren, seit unserer Jugend. Nur Freunde... ein schwaches Lächeln. Sie sind scharfsinnig, Monsieur Poirot. Nein, wir waren nicht nur Freunde. Einst waren wir mehr, viel mehr, Lady Constance keuchte. Das ist unmöglich. Edmund und Sie? Oh ja, meine Liebe. Lange bevor er sie traf. Wir waren verliebt, wollten heiraten, aber die Gräfin seufzte. Meine Familie zwang mich,
den Graf von Mortlake zu heiraten, einen alten, reichen Mann. Edmund war damals noch niemand, ohne Titel, ohne Geld. Es war eine praktische Entscheidung. Aber sie liebten ihn noch immer. Ein Teil von mir, ja. Immer. Und erben sie etwas durch seinen Tod? Die Gräfin zögerte. Ja, Edmund hinterließ mir sein Landgut in Schottland. Glenmore Hall. Es war der Ort, wo wir uns zum ersten Mal geküsst haben, vor all den Jahren. Poirot schwieg einen Moment. ließ diese Informationen sinken.
Verstehen Sie jetzt? sagte er schließlich. Jeder in diesem Raum hatte ein Motiv. Geld, Rache, Freiheit, Liebe. Lord Ashworth war ein Mann, der viele Menschen verletzte. Und einer von ihnen hatte genug. Aber wer? fragte Evelyn mit dünner Stimme. Wer hat es getan? Poirot lächelte. Ein kleines, geheimnisvolles Lächeln. Das, meine Liebe, ist genau das, was Hercule Poirot herausfinden wird.
Aber zuerst muss ich die Bibliothek noch einmal durchsuchen. Lord Ashworth hat mir gesagt, er hätte Beweise. Dokumente. Ein und ich werde sie finden. Er entließ die Gäste und blieb allein in der Bibliothek zurück. Die kleinen grauen Zellen arbeiteten fieberhaft. So viele Verdächtige. So viele Motive. Aber nur einer konnte es getan haben. Wehr. Poirot began systematically to search every closet, every drawer. Lord Ashworth had said he was afraid. He had said he had proof. Where would a paranoid man hide his most valuable secrets? After two hours Poirot found it, behind a row of books, in a small safe that was left in the wall. The code was simple. das Geburtsdatum von Lord Ashworth selbst. Drinnen lagen mehrere Dokumente. Poirot
breitete sie auf dem Schreibtisch aus und begann zu lesen. Nun, das erste war ein Privatdetektivbericht über Sebastian, detaillierte Aufzeichnungen seiner Spielschulden, seiner Besuche in illegalen Spielhüllen, seiner Verzweiflung. Das zweite war ein forensischer Buchhaltungsbericht, der bewies, Dass Reginald Blackwood tatsächlich Gelder veruntreut hatte, aber nicht eine halbe Million. Fast zwei Millionen Pfund.
Das dritte war ein medizinischer Bericht. Poirot las ihn zweimal, seine Augen wurden groß. Lord Edmund Ashworth hatte Krebs. Bauchspeicheldrüsenkrebs, fortgeschritten. Die Ärzte gaben ihm noch drei Monate zu leben, vielleicht vier. Er war bereits ein toter Mann. Poirot lehnte sich zurück. Das änderte alles. Warum jemanden ermorden, der ohnehin bald sterben würde?
Es sei denn, es sei denn, Zeit war wesentlich. Es sei denn, der Mörder konnte nicht drei Monate warten. Aber warum? M. Poirot faltete die Dokumente sorgfältig zusammen, als er ein Geräusch hörte, ein Knarren außerhalb der Tür. Er bewegte sich schnell für einen Mann seiner Statur und riss die Tür auf. Niemand.
Aber auf dem Boden lag etwas. Ein Zettel, hastig geschrieben. Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen, kommen Sie um Mitternacht in die Kapelle. Allein. Sagen Sie niemandem etwas. Poirot faltete den Zettel zusammen und steckte ihn in die Tasche. Eine Falle. Höchstwahrscheinlich. Aber Hercule Poirot war noch nie vor einer Herausforderung zurückgewichen.
Kapitel 5 Geheimnisse in der Bibliothek Der Nachmittag verstrich in angespannter Stille. Die Gäste zogen sich in ihre Zimmer zurück, vermieden einander, gefangen in ihren eigenen Ängsten und Verdächtigungen. Der Schneesturm hatte nachgelassen, aber die Schneeverwehungen waren so hoch, dass an ein Verlassen der Lodge nicht zu denken war. Poirot verbrachte die Zeit damit, methodisch durch Lord Ashworth's persönliche Papiere zu gehen. Es gab so viel, Geschäftsbriefe, Persönliche Korrespondenz, Bankauszüge.
Ein Leben, reduziert auf Papier. Um fünf Uhr nachmittags klopfte es an der Bibliothekstür. Herein, rief Poirot. Evelyn Ashworth trat ein, ihre Augen gerötet vom Weinen. Sie trug ein schlichtes, schwarzes Kleid, bereits in Trauer. Monsieur Poirot, darf ich mit Ihnen sprechen? Unter vier Augen? Natürlich, Mademoiselle. Bitte setzen Sie sich. Sie nahm Platz, ihre Hände nervös in ihrem Schoß gefaltet. Ich, ich habe heute Morgen nicht die ganze Wahrheit gesagt. Poirot hob eine Augenbraue. Nicht. Das ist sehr unklug bei einer Morduntersuchung.
Ich weiß, aber ich hatte Angst. Angst, an das Sie denken würden. Sie brach ab, suchte nach Worten. Erzählen Sie mir alles. said Poirot softly. The truth is always better than lies, even if it is painful. Aveline took a deep breath. You are right. Uncle Edmund has humiliated me, day after day. But it was worse than I admitted. He...
He made me advance. Uncomfortable advances. Poirot's face remained indescribable. Tell me more. Tränen. Er sagte, wenn ich nett zu ihm wäre, würde er mein Erbe erhöhen. Wenn nicht, würde er mich auf die Straße werfen. Tränen liefen über ihre Wangen. Ich stieß ihn weg. Ich drohte Tante Constance, alles zu erzählen.
Er lachte nur und sagte, niemand würde mir glauben. Und? Hat jemand ihnen geglaubt? Ich habe es Graves erzählt. Er war wütend, wollte Onkel Edmund zur Rede stellen. aber ich bat ihn, es nicht zu tun. Ich wollte keinen Skandal. Sie sah Poirot direkt in die Augen. Verstehen Sie jetzt, ich hatte allen Grund, ihn zu hassen. Aber ich habe ihn nicht getötet, Monsieur Poirot. Das schwöre ich. Poirot studierte ihr Gesicht, die Aufrichtigkeit darin, den Schmerz. Ich glaube Ihnen, Mademoiselle, aber sagen Sie mir, haben Sie bemerkt... ob jemand anderes in der Nähe von Lord Ashworth's Weinglas war, bevor er daraus trank? Evelyn runzelte die Stirn, dachte nach. Ich, ich bin nicht sicher. Es war so ein Durcheinander, mit all
dem Servieren und... Denken Sie nach, drängte Poirot. Schließen Sie die Augen. Gehen Sie den Moment noch einmal durch. Sie schloss die Augen, ließ ihre Stirn in Konzentration gefaltet. Graves brought the records. The candle in front of Uncle Edmund went out. He bent over to light it. Aunt Constance spoke to Sebastian about something. Diana checked her make-up in a small mirror. Reginald Blackwood already drank his wine. He was at the second glass, I think. The countess sat very still and watched everything. And she herself. I... Ich hatte gerade meine Serviette fallen lassen. Ich bückte mich, um sie aufzuheben. Sie öffnete die Augen. Das ist alles, woran ich mich erinnere. Das ist sehr hilfreich, Mademoiselle. Merci. Nach
Evelyn's Weggang kehrte Poirot zu den Dokumenten zurück. Aber seine Gedanken wanderten immer wieder zu dem mysteriösen Zettel. Um Mitternacht in die Kapelle. Wer hatte ihn geschrieben? Und warum die Heimlichkeit? Es ist um sechs Uhr, erschien Graves mit einer Nachricht. Lady Constance wünschte, mit Monsieur Poirot zu sprechen. Poirot fand sie in ihrem Zimmer, einem opulent eingerichteten Raum mit schweren Samtvorhängen und vergoldeten Möbeln. Sie saß an ihrem Schminktisch, starrte in den Spiegel, aber Poirot bezweifelte, dass sie ihr eigenes Spiegelbild sah. Monsieur Poirot, sagte sie ohne sich umzudrehen, Danke, dass Sie gekommen sind. Sie wollten mit mir sprechen, Madame? Ja.
Sie drehte sich um und Poirot sah, dass sie ohne Make-up viel älter aussah. Ich möchte, dass Sie etwas wissen. Etwas, das ich heute Morgen nicht sagen konnte. Nicht vor all den anderen. Ich höre. Edmund und ich. Unsere Ehe war eine Hölle. Aber nicht von Anfang an. Einst liebte ich ihn wirklich. Ihre Stimme war leise, fast ein Flüstern. Wir heirateten jung, mit voller Hoffnung. Aber mit den Jahren veränderte er sich. Das Geld, die Macht, es korrumpierte ihn. Er wurde grausam, untreu. Er hatte Affären mit Dutzenden von Frauen.
Das wussten sie. Natürlich wusste ich es. Alle wussten es. Aber ich war seine Ehefrau. Ich konnte nicht einfach gehen. Die Schande, der Skandal. Sie lachte bitter. Also blieb ich. Eine lebende Lüge. Und hassten Sie ihn dafür? Hass? Sie überlegte. Nein, nicht Hass. Verachtung vielleicht. Resignation. Aber nicht Hass. Dafür war ich zu müde. Madame, eine direkte Frage. Haben Sie Ihren Mann vergiftet? Sie sah ihm direkt in die Augen. Nein, Monsieur Poirot. So sehr ich mir manchmal gewünscht haben mag, frei von ihm zu sein. Ich habe es nicht getan.
Ich bin viele Dinge, aber keine Mörderin. Wieder glaubte Poirot ihr. Oder wollte er ihr glauben. Denn das Abendessen war eine bedrückende Angelegenheit. Der Tisch war gedeckt, aber Lord Ashworth's Platz blieb leer. Eine stumme Anklage. Die Gespräche waren gezwungen, die Blicke misstrauisch. Poirot aß wenig und beobachtete. Sebastian trank zu viel und redete zu laut, offensichtlich nervös. Diana spielte mit ihrem Essen, ihre Augen flatterten zwischen Sebastian und der Tür, als plane sie eine Flucht. Reginald Blackwood schwitzte trotz der Kühle im Raum. Die Gräfin von Mordlake blieb ruhig, unerschütterlich, eine Sphinx. Und Evelyn saß da, den Blick gesenkt, in sich gekehrt. Um halb elf entschuldigte sich Poirot und zog
sich in sein Zimmer zurück. Aber er ging nicht zu Bett. Stattdessen wartete er, gekleidet und wachsam, bis die Uhr Mitternacht schlug. Dann, leise wie ein Schatten, verließ er sein Zimmer. In the Evergreen Lodge war dunkel und still. Nur das Knarren des Holzes und das ferne Heulen des Windes durchbrachen die Stille.
Poirot moved through the corridors, a small flashlight in his hand. The chapel lay on the east wing of the lodge, a small room with wooden benches and a simple altar. Lord Ashworth was not particularly religious, but his ancestors had built the chapel and he had kept it. Poirot opened the heavy wooden door and entered. Die Kapelle war dunkel, nur das schwache Mondlicht fiel durch die Buntglasfenster. Schatten tanzten an den Wänden. Hallo? rief Poirot leise. Ich bin hier, wie versprochen. Stille. Dann, aus der Dunkelheit, eine Stimme. Monsieur Poirot.
Sie sind mutig gekommen. Poirot richtete seine Taschenlampe auf die Quelle der Stimme. Dort, in der hintersten Bank, saß Reginald Blackwood. Sein Gesicht war geisterhaft blass, seine Augen wild. Sie haben mir den Zettel geschickt, sagte Poirot. Keine Frage. Ja. Blackwood stand auf, schwankte leicht. War er betrunken? Ich musste mit ihnen sprechen, ohne dass die anderen es wissen. Warum die Heimlichkeit?
Weil ich Angst habe. Blackwood's Stimme zitterte. Angst, dass der Mörder es als nächstes auf mich abgesehen hat. Warum sollte er das? Weil ich etwas weiß. Etwas, das Edmund mir vor seinem Tod erzählt hat. Ein Geheimnis. Blackwood trat näher. Sein Atem roch nach Whiskey. Edmund hat mir gesagt, dass eines seiner Kinder nicht wirklich sein Kind ist. Poirot stutzte.
Was meinen Sie damit? Sebastian. Edmund fand vor einem Monat heraus, dass Sebastian nicht sein biologischer Sohn ist. Constance had an affair, 30 years ago. Sebastian is the result. Mon Dieu, murmured Poirot. And Sebastian knows that? No, no one knows it except Edmund, Constance and me. Edmund planned to expose it at Christmas dinner.
He wanted to deprive Sebastian, publicly expose him. Blackwood laughed in despair. Instead, he was killed himself. And you think?» Constance hat ihn getötet, um das Geheimnis zu bewahren.«» Wer sonst? Sie hatte das meiste zu verlieren.« Poirot dachte nach.» Das war tatsächlich ein starkes Motiv. Aber wenn das wahr ist, warum erzählen Sie es mir jetzt? Warum schützen Sie nicht Lady Ashworth?« Blackwood senkte den Kopf.» Weil ich keine Geheimnisse mehr bewahren will. Edmunds Geheimnisse haben mich fast zerstört. Ich will die Wahrheit. Ein Geräusch. Ein Knarren ließ beide Männer herumfahren.
Die Tür der Kapelle stand offen. Jemand war dort gewesen, hatte gelauscht. Poirot rannte zur Tür, blickte hinaus in den Korridor. Nichts als Schatten. Wer war das? keuchte Blackwood. Ich weiß es nicht, sagte Poirot. Aber sein Verstand arbeitete fieberhaft. Jemand hatte sie belauscht. Jemand wusste jetzt, dass ihr Geheimnis enthüllt werden würde. Monsieur Blackwood, said he sharply, go straight to your room, lock the door, open it to no one.
But do it. Now. Blackwood stumbled from it, visibly scared. Poirot stood in the chapel, the little grey cells worked on high tours. A new secret, a new motive. The truth began to reveal itself, layer after layer. Aber er hatte das Gefühl, dass noch etwas fehlte. Ein entscheidendes Puzzleteil. Und dann, als er die Kapelle verlassen wollte, gesah er es.
Auf dem Altar lag ein Buch. Ein Gebetbuch, alt und abgenutzt. And then, as he wanted to leave the chapel, he saw it. There was a book on the altar. A prayer book, old and worn out. Poirot picked it up and opened it. On the inside was an inscription in faded ink. For my beloved Edmund. May God forgive you the sins that I cannot forgive. Miss M. Poirot started.
Miss Mortlake. The Countess of Mortlake. Mit zitternden Händen blätterte Poirot durch das Buch. Zwischen den Seiten, versteckt wie gepresste Blumen, fand er Briefe, alte Briefe, vergilbt vor Alter. Er las einen, dann noch einen. Und mit jedem Brief weitet in sich seine Augen. Sacré bleu, flüsterte er, jetzt verstehe ich, jetzt verstehe ich alles. Aber bevor er weiterdenken konnte, zerriss ein Schrei die Nacht. Ein Schrei voller Entsetzen hallte durch die Lodge.
Poirot rannte, so schnell seine Beine ihn trugen. Der Schrei kam aus dem Westflügel. Aus Reginald Blackwood's Zimmer. Kapitel 6 Der zweite Tod Poirot erreichte Blackwood's Zimmer. Sein Herz hämmerte in seiner Brust. Die Tür stand offen, Licht strömte heraus. Im Korridor versammelten sich bereits die anderen Gäste, in morning coats and nightclothes, their faces pale with fear. What has happened?
Sebastian called. Back, said Poirot, and stormed into the room. What he saw let him, who had seen so many horrors, in. Reginald Blackwood lay on the ground, his body twisted in an unnatural angle. His eyes stared at the ceiling, lifeless and glassy. Aus einer Wunde an seinem Hinterkopf sickerte Blut, bildete eine dunkle Lache auf dem Teppich. Neben ihm lag ein schwerer Bronzeleuchter, die Basis blutbefleckt. Mein Gott, flüsterte Evelyn hinter Poirot. Ist er? Ja, dann sagte Poirot knapp. Er ist tot. Lady Constance begann zu weinen. Diana schrie auf.
Sebastian stand nur da, starr wie eine Statue. Die Gräfin von Mordlake trat vor und betrachtete die Szene mit kühlem Blick. Erschlagen, wie primitiv. Poirot kniete neben der Leiche nieder, untersuchte sie sorgfältig. Der Schlag war verheerend gewesen, ein einzelner, kraftvoller Hieb auf den Hinterkopf. Blackwood hatte das Bewusstsein sofort verloren und war wenige Sekunden später gestorben. Wer hat geschrien? fragte Poirot. Ich.
sagte eine zitternde Stimme. Alle wandten sich um. Graves stand in der Tür, weiß wie die Wand, seine Hände zitterten. Ich. Ich kam, um Monsieur Blackwood seinen Nachttee zu bringen. Die Tür war offen, und ich sah... Er konnte nicht weitersprechen. Poirot stand auf und ging zur Tür. Die Tür war offen?
Nicht verschlossen? Nein, Monsieur, weit offen. Das war merkwürdig. Poirot hatte Blackwood ausdrücklich gesagt, er solle seine Tür verriegeln. Wann haben sie ihm das letzte Mal lebend gesehen? Vor etwa einer halben Stunde. Er kam aus der Kapelle zurück, ging direkt in sein Zimmer. Ich fragte, ob er noch etwas benötige, aber er schüttelte nur den Kopf. Poirot trat in den Korridor.
Wo waren sie alle in den letzten 30 Minuten? In meinem Zimmer, sagte Sebastian sofort. Ich habe gelesen. Ich auch. fügte Diana hinzu. Wir waren getrennt. Sebastian wollte allein sein. Ich war in meinem Zimmer, sagte Lady Constance. Ich konnte nicht schlafen. Ich habe an Edmund gedacht. Ich war in der Bibliothek, sagte die Gräfin. Ich suchte nach etwas zu lesen.
Und Sie, Mademoiselle Ashworth? Evelyn zögerte. Ich? Ich war draußen, auf der Terrasse. Ich brauchte frische Luft. Bei diesem Wetter, fragte Poirot scharf. Ja, ich weiß, es klingt seltsam, aber ich konnte in meinem Zimmer nicht atmen. Alles fühlte sich so erdrückend an. Poirot nickte langsam. Hat jemand von ihnen etwas gehört? Einen Kampf, einen Schrei, irgendetwas Ungewöhnliches? Alle schüttelten die Köpfe. Das ist unmöglich, sagte Sebastian. Blackwood's Zimmer liegt direkt neben meinem. Wenn dort ein Kampf stattgefunden hätte, hätte ich etwas hören müssen. Es sei denn, sagte Poirot leise, es gab keinen Kampf. Alle starrten ihn an. Was meinen Sie?
fragte die Gräfin. Poirot trat zurück in das Zimmer und deutete auf Blackwood's Position. Sehen Sie, wie er liegt? Auf dem Rücken, die Augen zur Decke gerichtet. Aber die Wunde ist am Hinterkopf. Und? Nee, fragte Sebastian ungeduldig. Und das bedeutet, er wurde von hinten geschlagen. Er sah seinen Angreifer nicht kommen.
Er hatte keine Zeit zu reagieren, zu schreien, sich zu wehren. Poirot ging zum Fenster, prüfte es. Verschlossen von innen. Der Mörder war jemand, dem Monsieur Blackwood vertraute. Jemand, der in sein Zimmer kommen konnte, ohne Verdacht zu erregen. Das könnten wir alle sein. murmured Evelyn. Precisément, said Poirot. Just like the first murder. He turned to Graves. Bring me a blanket.
We can't move the corpse until the police come, but we can at least cover it. While Graves hurried to get the blanket, Poirot examined the room methodically. Blackwood's suitcase was open in the corner, clothes were in the closet. There was a book on the bedside table. eine Biografie von Napoleon, halb gelesen. Und dann sah Poirot es. Auf dem Schreibtisch, halb verborgen unter einigen Papieren, ein Brief. Er nahm ihn und las. Reginald, du musst mir helfen. Sebastian darf niemals die Wahrheit erfahren. Es würde ihn zerstören, die Familie zerstören. Ich flehe dich an, was auch immer Edmund dir gesagt hat, nimm es mit ins Grab. Bitte, Ceci Constance.
Poirot folded the letter together and put it in his pocket, just as Graves turned back with the blanket. Graves, said Poirot quietly, after the corpse was covered. Did Monsieur Blackwood talk to anyone today? Before our meeting in the chapel? Graves thought. Yes, Monsieur, I saw him in conversation with Lady Ashworth, in the winter garden, before dinner. And they seemed friendly. Nein. Monsieur, es sah eher wie eine Auseinandersetzung aus.
Lady Ashworth war sehr aufgewühlt. Poirot nickte. Das passte zusammen. Er entließ die Gäste zurück in ihre Zimmer, mit der strengen Anweisung, ihre Türen zu verriegeln. Dann blieb er allein im Korridor stehen. Die kleinen grauen Zellen arbeiteten fieberhaft. Zwei Morde. Zwei verschiedene Methoden. Gift und stumpfe Gewalt. Aber waren es zwei verschiedene Mörder? Nein, entschied Poirot. Das ergab keinen Sinn.
Zwei Mörder in einer kleinen Lodge. Zu viel Zufall. Aber warum die unterschiedlichen Methoden? Gift war raffiniert, geplant, distanziert. Der Bronze Leuchter war primitiv, spontan, persönlich. Es sei denn, Blackwood's Mord war nicht geplant gewesen. Es sei denn, Es war ein Akt der Verzweiflung. Poirot erinnerte sich an das Geräusch in der Kapelle. Jemand hatte gelauscht, hatte Blackwood's Enthüllung über Sebastian's Abstammung gehört, und dann, in Panik, hatte dieser jemand Blackwood getötet, bevor er mehr verraten konnte. Aber wer? Die offensichtliche Antwort war Lady Constance. Sie hatte das meiste zu verlieren, wenn die Wahrheit über Sebastian ans Licht kam. Aber Poirot war nie mit den offensichtlichen Antworten zufrieden. Er ging zurück
in die Bibliothek und holte die Briefe hervor, die er in dem Gebetbuch gefunden hatte. Er setzte sich ans Feuer und begann zu lesen, sorgfältig, jedes Wort wägend. Die Briefe waren Liebesbriefe, geschrieben vor 40 Jahren, zwischen Edmund Ashworth und der Gräfin von Mortlake, damals noch einfach Margaret Pemberton. Aber es waren nicht nur Liebesbriefe, es waren Bekenntnisse. Mein liebster Edmund, schrieb Margaret in einem Brief. Ich trage dein Kind. Was sollen wir tun? Meine Familie wird mich verstoßen, wenn sie es erfahren. Poirot las weiter. Sein Herz schlug schneller. Edmund, du hast mich im Stich gelassen. Du hast mir versprochen, wir würden zusammen sein. Aber stattdessen hast du zugelassen, dass
sie mich zwingen, diesen alten Mann zu heiraten. Ich hasse dich. Ich hasse dich und liebe dich zugleich. Und dann der letzte Brief in der Sammlung. Das Kind ist geboren. Eine Tochter. Ich habe sie weggegeben, wie du es verlangt hast. Der Graf glaubt, sie sei eine Todgeburt. Niemand wird jemals die Wahrheit erfahren. Aber ich werde dich nie vergeben. Niemals. Monsieur Poirot ließ die Briefe sinken. Sein Verstand raste. Eine Tochter.
Margaret und Edmund hatten eine Tochter und sie hatten sie weggegeben. Aber wer war sie? Wo war sie jetzt? Er dachte an die Menschen in der Lodge. Lady Constance? Zu alt, Diana, zu jung. Blieb nur Evelyn, Evelyn Ashworth, die angebliche Nichte. Aber wenn sie in Wahrheit Lord Ashworth's Tochter war, Poirot sprang auf. Plötzlich ergab alles einen Sinn. Edmund Ashworth had not taken Evelyn on out of generosity. He had taken her on because he knew who she really was. But did Evelyn know? And if so, how did one feel to have been lied to for a lifetime? To be rejected by one's own father, only to then be taken on as a niece, depending on his merciful generosity? The hatred that would accumulate over the years. Poirot had to
speak to Evelyn. Immediately. He left the library and rushed to her room. He knocked. No answer. Mademoiselle Ashworth? Are you there? Silence. Now Poirot tried the door. Unclosed. He opened it slowly. The room was empty. The bed untouched. The window was open. Cold night air was blowing in. It carried snowflakes with it. Auf dem Schreibtisch lag ein Zettel.
Poirot nahm ihn, seine Hände zitterten leicht. Ich kann nicht mehr lügen, ich kann nicht mehr so tun, als wäre alles in Ordnung. Die Wahrheit muss ans Licht. Wenn Sie dies lesen, Monsieur Poirot, suchen Sie mich in der Kapelle. Dort werden Sie alle Antworten finden, die Sie suchen. Et Poirot zerknüllte den Zettel in seiner Faust. Nicht schon wieder die Kapelle. Er rannte durch die Korridore. Sein Atem ging schwer.
Die Evergreen Lodge schien sich um ihn herum zu verdunkeln. Die Schatten wurden länger. Bedrohlicher. Als er die Kapellentür erreichte, war sie angelehnt. Licht flackerte von innen. Kerzen. Er trat ein. Im Evelyn stand am Altar. Ihr Gesicht von Tränen überströmt. In ihrer Hand hielt sie eine Pistole. und die Pistole war auf ihre eigene Schläfe gerichtet. Mademoiselle, rief Poirot. Non, tun Sie das nicht. Sie wirbelte zu ihm herum. Die Pistole zitterte in ihrer Hand. Bleiben Sie zurück, Monsieur Poirot.
Kommen Sie nicht näher. Bitte, sagte Poirot sanft und hob beide Hände. Lassen Sie uns reden. Was auch immer geschehen ist, es gibt immer einen anderen Weg. Einen anderen Weg? lachte sie hysterisch. Welchen Weg? Mein ganzes Leben war eine Lüge. Mein Vater, der Mann, den ich Onkel nannte, hat mich verstoßen wie Müll. Ich weiß, sagte Poirot leise. Ich habe die Briefe gefunden. Ich weiß, dass Sie die Tochter von Lord Ashworth und der Gräfin von Mortlake sind. Evelyn starrte ihn an. Dann senkte sie langsam die Pistole. Sie, Sie wissen es. Ui, und ich glaube, dass sie es auch wussten.
Seit wann? Sie sank auf eine Bank, die Pistole hing schlaff in ihrer Hand. Seit drei Monaten. Ich fand die Briefe in seiner Bibliothek. Ich war auf der Suche nach. Es spielt keine Rolle. Ich fand sie, und ich las sie, und meine ganze Welt brach zusammen. Und sie haben ihn konfrontiert? Ja, er lachte. Er sagte, es sei besser so, that I was born without a nobleman, without a name, and he gave me a chance to live near him. I should be grateful. Her voice broke. Grateful. For a life full of humiliation. Poirot slowly came closer. And that's why they killed him. Evelyn saw him. Tears flowed over her face. No, she whispered. And in that moment Poirot understood dass er sich geirrt hatte. Im Kapitel 7. Die Falle schnappt zu. Nein,
wiederholte Poirot vorsichtig. Aber Mademoiselle, alle Beweise deuten auf sie. Ich wollte ihn töten, unterbrach Evelyn. Ihre Stimme war nun ruhiger, fast resigniert. Gott weiß, ich wollte es. Jede Nacht träumte ich davon. Aber ich habe es nicht getan. Dann warum die Pistole? Warum diese Verzweiflung? Evelyn let the gun fall on the bench, because I know who did it. And it's worse than anything I could imagine. Poirot sat down next to her. Tell me everything. She took a deep breath.
After I had found the letters, I didn't just confront Edmund. I also confronted her, my mother, the countess. And? She confirmed it. She told me the whole story. Wie sie und Edmund sich liebten, wie sie schwanger wurde, wie ihre Familie sie zwang, den Graf zu heiraten, und wie Edmund, wie er sie überredete, mich wegzugeben. Evelyn's Stimme zitterte. Sie gab mich einer entfernten Cousine der Familie Ashworth. Diese Cousine und ihr Mann zogen mich als ihre eigene Tochter auf, bis sie starben, als ich 15 war. Und dann? Dann nahm Edmund mich auf, nicht als seine Tochter, sondern als seine Nichte. Er sagte, es sei seine Pflicht. Aber er wollte nicht, dass die Wahrheit jemals ans Licht käme. Es würde einen Skandal geben, die Gräfin würde ruiniert sein. Also
log er. Jahr für Jahr. Poirot nickte langsam. Und ihre Mutter, die Gräfin, wie fühlte sie sich dabei? Schuldig. Zerrissen. Sie sagte, sie habe mich jeden Tag vermisst, aber sie hatte Angst, um ihr die Wahrheit zu sagen. Evelyn sah Poirot direkt an. Aber dann, vor drei Monaten, einänderte sich etwas. Edmund wurde krank, der Krebs. Er wusste, er würde bald sterben. Und er beschloss, die Wahrheit zu enthüllen. Nicht zu enthüllen, zu zerstören. Evelyn's Augen füllten sich wieder mit Tränen. Er schrieb ein neues Testament.
Darin offenbarte er alles. Meine wahre Abstammung, die Affäre, die Lügen. Er plante es beim Weihnachtsessen vorzulesen, vor allen. Er wollte seine letzte Tat als Herr überleben und Ruf sein. Er wollte die Gräfin demütigen, mich demütigen, uns alle demütigen. Poirot spürte, wie sich die Puzzleteile zusammensetzten. Und die Gräfin erfuhr davon. Ja, ich erzählte es ihr. Vor zwei Wochen. Sie war am Boden zerstört. Sie flehte mich an, etwas zu unternehmen, ihn aufzuhalten.
Aber was konnte ich tun? Was konnte sie tun? Murmelte Poirot. Dann, zu lauter, wo ist die Gräfin jetzt? Ich weiß es nicht. Ich habe sie seit Blackwood's Mord nicht gesehen. Poirot sprang auf. Kommen Sie mit mir! Schnell! Sie eilten aus der Kapelle durch die dunklen Korridore. Poirot knocked on the door of the countess. No answer. He tried the door handle. Closed.
Madame la Comtesse, he called. Open the door. Silence. Poirot stepped back and threw himself against the door with all his strength. Once, twice. The third time the wood splintered and the door opened. The room was empty. But on the desk was a bottle. Eine kleine braune Flasche mit einem Totenkopfetikett. Gift. Und daneben ein Brief in der eleganten Handschrift der Gräfin. Ich kann nicht länger mit der Schuld leben.
Edmund ist tot durch meine Hand. Reginald ist tot durch meine Hand. Ich habe sie beide getötet. In und nun ist es Zeit, den Preis zu zahlen. Evelyn, meine Tochter, vergib mir. Ich war eine Feige mein ganzes Leben lang. Vielleicht kann ich im Tod wenigstens Mut zeigen. Margaret Mortlake. Non, schrie Poirot. Er rannte zum Fenster. Es stand offen, kalter Wind wehte herein. Er blickte hinaus, in die verschneite Nacht.
Und dort, am Rand der Klippe, die hinter der Lodge aufragte, sah er eine Gestalt. Die Gräfin, in einem weißen Nachthemd, stand am Abgrund. Bleiben Sie hier! said Poirot to Evelyn and ran out of the room. He fell down the stairs through the back door, out into the snow. The cold cut like a knife into his lungs, but he ran on. Madame, he shouted. Arrêtez! Stop! hinaus in den Schnee.
Die Kälte schnitt wie Messer in seine Lungen, aber er rannte weiter. Madame, schrie er. Arrete, stoppen Sie. Die Gräfin drehte sich um. Selbst aus der Entfernung konnte Poirot sehen, dass sie weinte. Monsieur Poirot, rief sie, hieß ihre Stimme vom Wind verweht. Bleiben Sie zurück. Es ist vorbei. Nein.
Poirot kämpfte sich durch den tiefen Schnee, näher, Es ist nicht vorbei. Geben Sie mir eine Chance, die Wahrheit zu verstehen. Die Wahrheit? Sie lachte bitter. Die Wahrheit ist, dass ich eine Mörderin bin. Zweimal über. Poirot war jetzt nur noch wenige Meter entfernt. Er konnte die Verzweiflung in ihren Augen sehen.
Erzählen Sie mir, wie es geschah. Edmund, wie haben Sie es getan? Die Gräfin zitterte, ob vor Kälte oder Emotion. konnte Poirot nicht sagen. Es war einfach. Ich ging früh in die Speisekammer, bevor das Abendessen. Ich wusste, welches Glas Edmund bekommen würde. Es hatte einen winzigen Chip am Rand. Nur er benutzte dieses Glas, aus Aberglauben. Ich gab das Zyankali hinein. Dann wartete ich. Und Blackwood. Er wusste zu viel.
Edmund hatte ihm von Sebastian's Abstammung erzählt, und Blackwood war schwach. Er hätte es jedem erzählt, der zuhörte. Ich folgte ihm nach unserem, ihrer Unterhaltung in der Kapelle. Ich ging in sein Zimmer, unter dem Vorwand mit ihm zu sprechen. Er wandte mir den Rücken zu, und ich, ich nahm den Leuchter und, sie brach ab, schluchzte. Und nun wollen sie sich selbst richten? Fragte Poirot leise. Was bleibt mir anderes übrig?
Ich bin eine Mörderin. Ich habe den Mann getötet, den ich einst liebte. Ich verdiene den Tod. Non, sagte Poirot fest. Sie verdienen einen Prozess. Sie verdienen die Chance, ihre Geschichte zu erzählen. Und Evelyn, ihre Tochter, verdient eine Mutter. Ich bin keine Mutter, flüsterte die Gräfin. Ich habe sie im Stich gelassen, genau wie Edmund es tat. Aber sie können es jetzt wieder gut machen. Ja, nicht durch den Tod, sondern durch das Leben, durch die Wahrheit. Die Gräfin schwankte, einen Schritt näher am Abgrund. Und dann hörten sie eine Stimme. Mutter, bitte.
Evelyn stand dort im Schnee, ihr Gesicht von Tränen überströmt. Bitte tu es nicht. Ich habe gerade erst herausgefunden, wer du bist. Lass mich dich nicht schon wieder verlieren. Die Gräfin starrte ihre Tochter an. Lange Sekunden vergingen, der Wind heulte um sie herum. Dann, langsam, trat die Gräfin vom Rand zurück. Sie fiel auf die Knie im Schnee und weinte.
Evelyn rannte zu ihr, umarmte sie. Und Poirot, Hercule Poirot, der große Detektiv, wandte diskret den Blick ab. Eine Stunde später saßen sie alle in der Bibliothek. Die Gräfin, in Decken gehüllt, saß in einem Sessel. Evelyn sat next to her, held her hand. The other guests, Sebastian, Diana, Lady Constance, stood at the edge, their faces shocked. I don't understand, said Sebastian. All this because of a secret? Not just one secret, said Poirot. A whole life full of secrets. Lügen, die sich über Jahrzehnte aufbauten, bis niemand mehr wusste, wo die Wahrheit aufhörte und die Lüge begann. Er wandte sich an Lady Constance. Sie wussten es, nicht wahr? Über Evelyn.
Lady Constance nickte langsam. Ich vermutete es. Edmund war eigenartig mit ihr. Zu aufmerksam manchmal. Zu grausam zu anderen Zeiten. Als wäre er zwischen Liebe und Hass zerrissen. Und Sebastian? Poirot looked at the young man.» The story that you are not his biological son. Was that true?« Lady Constance became red.» Yes. I had an affair. Many years ago.
With a... a servant. Edmund found it out a month ago. He was angry. Not out of love, but out of distressed pride. Sebastian sank into a chair. All these years... Ich dachte, er hasste mich, weil ich nicht gut genug war. Aber in Wahrheit hasste er mich, weil ich nicht seins war. Niemand von uns war wirklich seins, sagte Evelyn leise. Er besaß uns, aber er liebte uns nie. Poirot räusperte sich.
Madame la Comtesse, ich muss Sie fragen, bereuen Sie, was Sie getan haben? Die Gräfin hob ihren Kopf, ihre Augen waren klar. Reginald. Ja, das bereue ich zutiefst. Er war ein unschuldiger Mann, der nur das Pech hatte, zur falschen Zeit zu viel zu wissen. Seine Blut lastet schwer auf meiner Seele. Und Lord Ashworth? Sie zögerte. Edmund. Nein, ich bereue nicht, ihn getötet zu haben. Er war ein grausamer, manipulativer Mann. Denn er zerstörte Leben zum Vergnügen. Die Welt ist besser ohne ihn. Sie sah Poirot direkt an. Nennen Sie mich eine Mörderin, wenn Sie wollen, aber nennen Sie ihn kein Opfer. Ein schweres Schweigen senkte sich über den Raum.
Dann sagte Poirot leise, das ist nicht meine Entscheidung zu treffen. Die Gerechtigkeit hat ihre eigenen Wege. Er wandte sich an Graves, der an der Tür stand. Der Schnee hat aufgehört. Bei Tagesanbruch werden Sie in das Dorf gehen und die Polizei holen können. Graves nickte. Die Gräfin stand auf, würdevoll trotz allem.
Dann werde ich bis dahin in meinem Zimmer warten. Evelyn, würdest du, würdest du bei mir bleiben? Evelyn nickte, Tränen in den Augen. Ja, Mutter, ich bleibe bei dir. Als die beiden den Raum verließen, wandte sich Diana an Sebastian. Was wird jetzt aus uns? Sebastian sah sie an. Yves and Poirot sah etwas in seinen Augen. Eine neue Reife, eine neue Stärke. Es gibt kein uns, Diana. Das gab es nie wirklich. Du wolltest einen Titel und Geld. Ich...
Ich weiß nicht, was ich wollte. Sebastian, geh einfach. Bitte. Diana starrte ihn einen Moment an. Dann drehte sie sich um und stolzierte hinaus, ihr Stolz verletzt. Lady Constance trat zu ihrem Sohn, ihrem Sohn, auch wenn nicht durch Blut. Es tut mir leid, sagte sie leise. Für alles. Sebastian umarmte sie und sie weinte an seiner Schulter. Poirot wandte sich diskret ab und ging zum Fenster. Draußen begann die Dämmerung zu grauen. Ein neuer Tag brach an, aber für manche in der Evergreen Lodge würde es nie wieder einen wirklich neuen Tag geben. Kapitel 8 Die ganze Wahrheit, die Morgensonne, brach durch die Wolken, und als Poirot in der Bibliothek stand und aus dem Fenster auf die verschneite Landschaft blickte.
Die Evergreen Lodge die zwei Nächte zuvor noch festlich und einladend gewirkt hatte, fühlte sich nun an wie ein Mausoleum, kalt, leer, von Tod durchtränkt. Er hörte Schritte hinter sich und drehte sich um. Evelyn stand in der Tür, ihr Gesicht erschöpft, aber ruhiger als in der vergangenen Nacht. Monsieur Poirot, sagte sie leise, darf ich mit Ihnen sprechen? Natürlich, Mademoiselle. Bitte, setzen Sie sich. Sie nahm Platz, ihre Hände gefaltet im Schoß.
Ich habe die ganze Nacht mit ihr gesprochen, mit meiner Mutter. Wir haben über alles geredet, über die Vergangenheit, über die Entscheidungen, die sie traf, über... Sie stockte. Über die Morde. Poirot setzte sich ihr gegenüber. Und? Sie hat mir alles erzählt. Jeden Detail. Dinge, die sie ihnen nicht gesagt hat. Evelyn holte tief Luft. Es war nicht so einfach, wie sie es darstellte. Poirot's Augenbrauen hoben sich. Nicht so einfach? Nein, die Gräfin, meine Mutter. Sie log nicht, aber sie erzählte auch nicht die ganze Wahrheit. Evelyn sah Poirot direkt an.
Sie tötete Edmund nicht nur, um ein Geheimnis zu bewahren. Sie tötete ihn, weil er sie erpresste. Erpresste? Ja. Vor drei Monaten, als Edmund erfuhr, dass er Krebs hatte, wurde er wahnsinnig. Nicht im medizinischen Sinne, aber moralisch. Er beschloss, alle zu bestrafen, die ihn jemals verletzt hatten. Alle, die ihn jemals belogen hatten. Evelyn stand auf und ging zum Fenster.
Er kam zur Gräfin und machte ihr ein Angebot. Wenn sie ihm eine Million Pfund zahlte, würde er das Geheimnis meiner Geburt mit ins Grab nehmen. Wenn nicht, dann würde er es der Welt enthüllen, in seinem Testament, in Zeitungen, überall. Poirot nickte langsam. Das passt zu dem Mann. den ich kennenlernte.
Grausam bis zum Ende. Die Gräfin hatte das Geld nicht. Ihr verstorbener Ehemann hinterließ ihr den Titel, aber nicht das Vermögen. Das ging an seine Familie. Sie lebte von einer bescheidenen Rente. Evelyn drehte sich zu Poirot um. Sie versuchte, das Geld aufzutreiben. Sie verkaufte Schmuck, bat um Darlehen, aber es war nicht genug.
Und Edmund? Edmund genoss ihre Verzweiflung. Und so beschloss sie, ihn zu töten. Ja, aber nicht sofort. Zuerst versuchte sie, ihn zur Vernunft zu bringen. Sie flehte ihn an, an die Liebe zu denken, die sie einst geteilt hatten. Aber er lachte sie aus. Er sagte, Liebe sei eine Illusion für Dummköpfe. Evelyn's voice trembled. In this moment, she said, something died in her. The last connection to the man she once loved was severed. Poirot sighed for a moment.
And Monsieur Blackwood, why did he have to die? That, said Evelyn, is more complicated. She turned to her chair and sat down. Blackwood was not only Edmund's business partner, Er war auch sein Vertrauter. Edmund erzählte ihm alles. Über Sebastian, über mich, über seine Pläne. Die Gräfin wusste das. Und sie fürchtete, er würde nach Edmunds Tod sprechen. Mehr als das.
Sie fürchtete, dass er Beweise hatte. Edmund hatte die Angewohnheit, alles zu dokumentieren. Briefe, Notizen, Aufzeichnungen. Blackwood hatte Zugang zu all dem als Geschäftspartner. Poirot wrinkled his forehead. But if that's true, then the murder of Blackwood wasn't spontaneous. It was planned. Yes and no, Evelyn said. The countess had taken into account to kill him, but she hesitated, until she heard them both speaking in the chapel. As Blackwood clapped over Sebastian, she realized that he was in danger, an immediate danger. And so she killed him. Ja, sie ging zu seinem Zimmer unter dem Vorwand, über Edmund zu sprechen.
Blackwood ließ sie ohne zu zögern herein. Warum sollte er eine alte Dame fürchten? Sie sprachen einige Minuten. Dann, als er sich umdrehte, um ihr etwas zu zeigen, nahm sie den Leuchter und... Evelyn konnte nicht weitersprechen. Poirot stand auf und ging zum Kamin. Die Asche vom letzten Feuer war längst kalt, und nun bereut sie es. bitter. Sie sagte, Blackwood's Gesicht verfolgt sie, der Schock in seinen Augen, das Unverständnis.
Edmund hatte sie verletzt, betrogen, ein Erpresst, seinen Tod konnte sie rechtfertigen, zumindest vor sich selbst. Aber Blackwood, er war nur ein schwacher Mann, der zu viel redete. Ein Klopfen an der Tür unterbrach sie. Graves trat ein, sein Gesicht ernst. Monsieur Poirot, Die Polizei ist angekommen. Inspektor Valentin vom Kantonsgericht. Danke, Graves.
Sagen Sie ihm, ich komme gleich. Als der Butler gegangen war, wandte sich Poirot an Evelyn. Was wird jetzt mit Ihnen geschehen, Mademoiselle? Sie lächelte schwach. Ich weiß es nicht. Meine Mutter wird vor Gericht gestellt werden. Vielleicht gehängt. Und ich, ich werde als das uneheliche Kind eines Skandals bekannt sein. Sie zuckte mit den Schultern.» Aber wissen Sie was, Monsieur Poirot? Zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich mich frei. Die Lügen sind vorbei. Die Wahrheit ist schmerzhaft, aber sie ist auch befreiend.« Poirot nickte.» Die Wahrheit ist immer befreiend, auch wenn sie Ketten hinter sich lässt.« Inspektor Valentin war ein großer, schlanker Mann mit scharfen Augen und einem Bart, der militärisch
getrimmt war. Er hörte Poirot's Bericht aufmerksam zu, machte sich präzise Notizen. Eine traurige Geschichte, sagte er, als Poirot fertig war. Aber das Gesetz ist klar. Die Gräfin muss verhaftet werden. Zwei Morde, das ist keine Kleinigkeit. Natürlich, stimmte Poirot zu, aber ich hoffe, das Gericht wird die besonderen Umstände berücksichtigen.
Valentin seufzte. Das werden sie.» Aber Gerechtigkeit und Gnade sind nicht immer dieselben, Monsieur Poirot.« Die Gräfin wurde in Handschellen abgeführt, würdevoll bis zum Schluss. Evelyn begleitete sie bis zum Polizeiwagen, ihre Hände verkrampft.» Ich werde dich besuchen«, entversprach Evelyn.» Jeden Tag, wenn sie mich lassen.«» Nein«, sagte die Gräfin fest,» lebe dein Leben, mein Kind. Lebe es für uns beide. Lebe es frei.« Sie umarmten sich ein letztes Mal, dann wurde die Gräfin weggeführt. Poirot beobachtete die Szene, sein Herz schwer.
Später am Tag versammelte Poirot die verbliebenen Gäste ein letztes Mal in der Bibliothek. Sébastien, Lady Constance und überraschenderweise auch Diana, die doch eigentlich hatte abreisen wollen. Meine Damen und Herren, begann Poirot, bevor wir alle unsere getrennten Wege gehen, gibt es noch etwas, das ich Ihnen sagen muss. Etwas, das die Gräfin mir in der letzten Nacht offenbarte. Alle sahen ihn aufmerksam an. Lord Ashworth's Testament, fuhr Poirot fort, wurde tatsächlich geändert. Aber nicht auf die Weise, ehe die er Ihnen glauben machen wollte. Er zog ein Dokument aus seiner Tasche.
Das Originaltestament, das er in Lord Ashworth's safe gefunden hatte. In der Tat wollte Lord Ashworth alle Geheimnisse enthüllen, aber er plante auch etwas anderes, etwas, das seine letzte Grausamkeit gewesen wäre. Sebastian lehnte sich vor. Was meinen Sie? Lesen Sie selbst? Poirot reichte ihm das Dokument. Sebastian las, seine Augen wurden groß. Das kann nicht sein. Was steht da?
fragte Lady Constance ungeduldig. Sebastian sah seine Mutter an Sein Gesicht bleich. Er hat alles Evelyn hinterlassen. Das gesamte Vermögen. Die Fabriken. Die Häuser. Die Investitionen. Alles. Stille. Aber warum? Flüsterte Lady Constance. Poirot antwortete, weil sie seine wahre Tochter war. Sein Blut. In seinem verdrehten Verstand war das das Einzige, was zählte. Nicht Liebe. Nicht Loyalität. Nur Blut. Und wir?
asked Sebastian. Meine Mutter und ich? Sie bekommen jeweils 10.000 Pfund pro Jahr, genug zum Leben, aber nicht genug zum Prahlen. Poirot faltete das Testament zusammen. Es war seine letzte Botschaft, dass sie beide ihm nichts bedeuteten, dass nur Evelyn, die er ein Leben lang als Nichte ausgegeben hatte, seines Erbes würdig war. Lady Constance begann zu lachen, ein hohes, hysterisches Lachen.
Nach all dem, nach all den Jahren der Demütigung, der Lügen, gibt er alles dem Mädchen, das er verstieß. Ironie, sagte Poirot leise, war immer Lord Ashworth's bevorzugte Waffe. Diana stand auf. Nun, das änderte alles, nicht wahr, Sebastian? Deine liebe Cousine ist jetzt eine der reichsten Frauen in England. Sebastian sah sie kalt an. Wenn du glaubst, And I would now try to bribe Evelyn for her money. Don't you know me? Oh, I know you very well, Diana grabbed. But you're right, Evelyn wouldn't take you anyway. She grabbed her handbag. I'm leaving.
This whole matter has become too provincial for me. She was proud of herself without saying goodbye. Lady Constance looked into her son's eyes. What are you going to do now? Sebastian thought. I don't know. Maybe, maybe it's time to find my own way. Without family names, without expectations. Only myself. That, said Poirot, is maybe the wisest thing I've heard today.
In the late afternoon, Poirot prepared for the departure. His suitcase was packed, his lanyard perfectly waxed. Ist die Evergreen Lodge würde bald leer sein, die Dienerschaft entlassen, die Türen verschlossen, bis jemand entscheiden würde, was mit dem Anwesen geschehen sollte. Evelyn kam, um sich zu verabschieden. Monsieur Poirot, sagte sie, ich kann Ihnen nicht genug danken. Ohne Sie, wer weiß, was passiert wäre. Poirot nahm ihre Hand. Mademoiselle, was werden Sie jetzt tun mit Ihrem Erbe? She smiled, a real smile, the first that Poirot saw in her. I will use it to do good. Maybe a foundation for women in need, for those who have no voice. voice, no power. She pushed his hand. And I will support my mother as
well as I can, no matter what the court decides. You are a remarkable young woman, said Poirot softly. Your father, both your fathers, should have been proud of you. Vielleicht, sagte Evelyn, aber ihr Stolz ist mir nicht mehr wichtig. Nur meiner. Als Poirot in das wartende Auto stieg, drehte er sich ein letztes Mal um und blickte auf die Evergreen Lodge. Die Sonne ging unter, färbte den Schnee gold und rosa. Eine schöne Kulisse für so viel Hässlichkeit. Aber vielleicht, dachte Poirot, während das Auto die Bergstraße hinunterfuhr, Vielleicht konnte aus dieser Hässlichkeit etwas Schönes entstehen. Evelyn war frei. Sebastian hatte eine Chance auf ein echtes Leben. Selbst Lady Constance hatte die Möglichkeit eines Neuanfangs. Und die Gräfin, die Gräfin
würde bezahlen für ihre Verbrechen. Aber sie hatte auch die Wahrheit gesprochen nach 40 Jahren der Lügen. War das nicht auch eine Art von Gerechtigkeit? And Poirot schloss die Augen und lehnte sich zurück in den Sitz. Die kleinen grauen Zellen hatten ihre Arbeit getan. Jetzt war es Zeit zu ruhen. Kapitel 9 Epilog Gerechtigkeit im Schnee Sechs Monate später, London, Juni 1936. Hercule Poirot saß in seinem geliebten Apartment in der Whitehaven Mansions und las die Morgenzeitung. Die Sommersonne strömte durch die Fenster, ein angenehmer Kontrast zu jener kalten Winternacht in den Schweizer Alpen. Seine Augen fielen auf einen Artikel auf Seite 3. Gräfin von Mortlake zu 15 Jahren. Verurteilt das Gericht in Zürich, hat gestern sein Urteil im Fall
der Gräfin Margaret von Mortlake gesprochen. Die Gräfin wurde des Mordes an Lord Edmund Ashworth und Reginald Blackwood für schuldig befunden. Er jedoch berücksichtigte das Gericht die außergewöhnlichen Umstände des Falles, einschließlich der jahrzehntelangen Erpressung und emotionalen Manipulation durch das Opfer.
Statt der Todesstrafe wurde die Gräfin zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. In einer überraschenden Wendung erklärte die Erbin des Ashworth-Vermögens, Fräulein Evelyn Ashworth, dass sie die besten Anwälte engagieren werde, um für eine vorzeitige Freilassung ihrer Mutter zu kämpfen. Sie hat genug gelitten, sagte Fräulein Ashworth vor dem Gericht. Es ist Zeit für Heilung, nicht für weitere Bestrafung. Poirot faltete die Zeitung zusammen und lächelte leicht. Fünfzehn Jahre. Es war nicht ideal, aber es war auch nicht das Schlimmste. Die Gräfin würde leben, und vielleicht, mit guter Führung, würde sie in sieben oder acht Jahren freikommen. Zeit genug, und um ihre Tochter noch zu kennen. Ein Klopfen an der Tür unterbrach seine Gedanken. Herein,
rief er. Miss Lemon trat ein, ein Brief in der Hand. Monsieur Poirot, dies kam gerade für Sie, aus der Schweiz. Poirot nahm den Brief und erkannte sofort die Handschrift. Evelyn. Er öffnete ihn und las, Lieber Monsieur Poirot, Ich hoffe, dieser Brief findet Sie bei guter Gesundheit und bester Laune. Ich wollte Ihnen schreiben, um Ihnen von den Entwicklungen seit jenem schrecklichen Winter zu berichten. Wie Sie vielleicht in den Zeitungen gelesen haben, wurde meine Mutter verurteilt. 15 Jahre. Es ist hart, aber es hätte schlimmer sein können. Ich besuche sie jede Woche im Gefängnis. Wir sprechen über alles. Über die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft. Zum ersten Mal in unserem Leben sind wir ehrlich zueinander. Sie bereut jeden Tag,
was sie Reginald Blackwood angetan hat. Edmund. Nun, bei Edmund ist es komplizierter. Sie sagt, sie bereut die Tat, aber nicht das Ergebnis. Ich verstehe das, auch wenn es falsch ist. Was mich betrifft, das Vermögen ist überwältigend. Ich wusste nie, wie reich Edmund wirklich war. millions of pounds, factories in three countries, real estate everywhere. It's too much for a person.
So I started to distribute it. I founded a foundation, the Margaret Ashworth Foundation for Women in Need, named after my mother, after her real name. The foundation helps unmarried mothers, abused women, young girls without opportunities. All those who could have been my mother if the circumstances had been different.
Sebastian surprised me. He came to me a month ago and asked for nothing. Instead, he offered to work for the foundation. I want to start something useful with my life, he said. I hired him as director. He's good at it. Better than I expected. Lady Constance has moved to South France. Sie schreibt mir gelegentlich kurze, höfliche Briefe. Wir werden nie Freundinnen sein, aber wenigstens sind wir nicht mehr Feindinnen. Diana heiratete übrigens einen amerikanischen Ölmagnaten. Drei Monate nach Edmunds Tod.
Sie hat bekommen, was sie immer wollte. Geld und einen Titel. Lady Diana Vanderbilt. Es passt zu ihr. Und ich? Ich lerne, wer ich wirklich bin. Nicht die Nichte, nicht die Weise, nicht das Almosenempfängerin, nur Evelyn. Das reicht. Monsieur Poirot, Sie haben mir nicht nur geholfen, die Wahrheit über den Mord zu finden. Sie haben mir geholfen, die Wahrheit über mich selbst zu finden. Und dafür werde ich Ihnen ewig dankbar sein.
Mit herzlichsten Grüßen und tiefstem Respekt, Evelyn Margaret Ashworth Poirot, las den Brief zweimal. Dann faltete er ihn sorgfältig zusammen und legte ihn in eine Schublade in seinem Schreibtisch, neben anderen Briefen von Menschen, deren Leben er berührt hatte.» Gute Nachrichten, Monsieur Poirot?«, fragte Miss Lemon.» Oui«, sagte Poirot,» sehr gute Nachrichten.
Es scheint, dass aus Tragödie manchmal doch etwas Gutes entstehen kann.« Er stand auf und ging zum Fenster. blickte auf die geschäftige Londoner Straße hinaus. Irgendwo da draußen lebte Evelyn ihr neues Leben. Irgendwo saß die Gräfin in ihrer Zelle und dachte über ihre Vergangenheit nach. Irgendwo versuchte Sebastian, ein besserer Mensch zu werden. Und hier, in diesem Moment, fühlte Hercule Poirot etwas, das er selten fühlte nach einem Fall, echten Frieden.
Der Fall der Evergreen Lodge war gelöst, die Mörder waren gefunden, die Geheimnisse waren enthüllt. Aber mehr als das. Menschen hatten eine zweite Chance bekommen. Und war das nicht am Ende wichtiger als jede Bestrafung? Später. An diesem Tag. Am Abend saß Poirot in seinem Lieblingssessel, eine Tasse heiße Schokolade in der Hand, und dachte über den Fall nach. Die Evergreen Lodge.
Ein Name der Beständigkeit versprach Ewigkeit. Aber nichts war ewig gewesen, nicht die Lügen, nicht die Geheimnisse, nicht einmal der Hass. Lord Edmund Ashworth war ein grausamer Mann gewesen. Das hatte niemand bestritten, aber verdiente er den Tod? Das war die Frage, die Poirot nicht vollständig beantworten konnte. Die Gräfin hatte aus Verzweiflung gehandelt, aus jahrzehntelanger unterdrückter Qual. War das eine Entschuldigung? Nein.
Aber war es ein mildernder Umstand? Vielleicht. Und Blackwood, der unschuldige Zeuge, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Sein Tod war die wahre Tragödie. Er hatte niemandem geschadet, hatte nur zu viel gewusst. Poirot seufzte. Die kleinen grauen Zellen, murmelte er zu sich selbst, können die Wahrheit finden. Aber sie können nicht immer sagen, was gerecht ist. Ein weiteres Klopfen an der Tür. Monsieur Poirot, rief Miss Lemon. Es ist jemand hier, der Sie sprechen möchte. Wer? Er nennt sich Lucas, der Chauffeur aus der Schweiz. Poirot runzelte die Stirn. Lucas, was wollte er hier? Lassen Sie ihn herein. Der wettergegerbte Mann trat ein, seine Mütze in den Händen drehend. Er sah nervös aus. Monsieur Poirot, begann er mit schwerem Akzent.
Verzeihen Sie die Störung. Aber ich musste kommen. Ich musste Ihnen etwas sagen. Bitte, setzen Sie sich. Was ist so dringend? Lucas setzte sich auf die Kante des Sofas. Es geht um die Nacht, als Lord Ashworth starb. Ich, ich habe etwas gesehen. Poirot's Augen verengten sich. Was haben sie gesehen? Ich war draußen, beim Auto. Ich reinigte es für die Heimreise am nächsten Tag. Und ich sah, ich sah die Gräfin.
Sie ging zur Speisekammer, eine Stunde vor dem Abendessen. Sie blieb nur eine Minute. Dann kam sie wieder heraus. Und Sie haben das niemandem erzählt? Lukas senkte den Kopf. Nein, ich. Ich hatte Angst. Die Gräfin war immer freundlich zu mir. Sie gab mir großzügige Trinkgelder. Ich wollte sie nicht in Schwierigkeiten bringen. Aber Sie haben es der Polizei gesagt, nach ihrer Verhaftung? Ja, aber Sie sagten, es sei nicht nötig.
Die Gräfin hatte bereits gestanden. Poirot nickte. Dann warum kommen Sie jetzt zu mir? Lukas zögerte. Weil ich noch etwas gesehen habe. Etwas, das ich niemandem erzählt habe. Nicht einmal der Polizei. Erzählen Sie weiter. Nach dem Mord an Monsieur Blackwood in jener Nacht. Ich konnte nicht schlafen. Ich ging nach draußen, um zu rauchen. Und ich sah jemanden. Jemanden, der aus Blackwood's Zimmer kam. Poirot lehnte sich vor. Wer?
Es war nicht die Gräfin, Monsieur. Es war... Es war Fräulein Evelyn. Die Worte hingen in der Luft wie Rauch. Poirot fühlte, wie sein Herz schneller schlug. Sind Sie sicher? Absolut sicher. Ich sah ihr Gesicht im Mondlicht. Sie trug etwas. Ein Tuch, glaube ich. Und sie weinte. Poirot stand auf und begann auf und ab zu gehen. Sein Verstand arbeitete rasend schnell. Evelyn. In Blackwood's Zimmer, wie nach dem Mord.
Aber die Gräfin hatte gestanden. Sie hatte alle Details gekannt. Es sei denn... Mon Dieu, flüsterte Poirot. Es sei denn, sie hat für ihre Tochter gelogen. Er wirbelte zu Lukas herum. Dieser Tuch, war es blutig? Ich, ich bin nicht sicher. Es war dunkel. Poirot ging zu seinem Schreibtisch und zog Evelyn's Brief wieder heraus. Er las ihn erneut, diesmal mit neuen Augen. Sie bereut jeden Tag, was sie Reginald Blackwood angetan hat. Nicht, was wir ihm angetan haben. Nicht, was geschah.
Was sie ihm angetan hat. Die Gräfin hatte die Schuld auf sich genommen. Vollständig. Um ihre Tochter zu schützen. Aber war Evelyn wirklich die Mörderin? Poirot setzte sich wieder hin. Sein Gesicht nachdenklich. Monsieur Lucas, sagte er schließlich. Was Sie mir erzählt haben, ist sehr wichtig. Aber sagen Sie mir, warum erzählen Sie es mir erst jetzt? Die Gräfin ist bereits verurteilt. Lukas senkte den Kopf. Weil ich nicht wollte, dass Fräulein Evelyn ins Gefängnis geht. Sie ist eine gute Person, Monsieur.
Sie hat so viel Gutes getan seit Lord Ashworth's Tod. Aber er sah Poirot an. Aber die Wahrheit ist die Wahrheit. Und Sie sind ein Mann der Wahrheit. Poirot sighed long. The truth. What was the truth? Maybe the Countess Blackwood had actually killed. Maybe Evelyn had only entered his room later to... What? Remove evidence? To see if he was really dead? Or maybe Evelyn had killed him in a moment of panic when she heard him talking about Sebastian.
And then... hatte ihre Mutter aus Liebe und Schuld die Verantwortung übernommen. In Poirot würde es nie mit Sicherheit wissen. Er stand auf und legte eine Hand auf Lucas' Schulter. Monsieur Lucas, ich danke Ihnen für Ihre Ehrlichkeit. Aber was Sie mir erzählt haben, ändert nichts. Die Gräfin hat gestanden.
Sie wurde verurteilt. Der Fall ist abgeschlossen. Aber Monsieur, die Wahrheit, die Wahrheit, unterbrach Poirot sanft. ist manchmal weniger wichtig als die Gerechtigkeit. Und in diesem Fall glaube ich, dass Gerechtigkeit bereits erreicht wurde. Lukas starrte ihn an, verwirrt. Poirot führte ihn zur Tür. Gehen Sie nach Hause, Monsieur. Vergessen Sie, was Sie gesehen haben. Lassen Sie die Toten ruhen. Nachdem Lukas gegangen war, stand Poirot lange am Fenster. Hatte er das Richtige getan? Die Gräfin würde 15 Jahre im Gefängnis verbringen.
Vielleicht weniger, mit guter Führung. And Evelyn würde weiterhin Gutes tun, würde Leben verändern. Wenn Evelyn tatsächlich an Blackwood's Tod beteiligt war, und Poirot war sich nicht sicher, dann hatte sie bereits eine Strafe erhalten. Sie musste mit der Schuld leben. Sie musste zusehen, wie ihre Mutter an ihrer Stelle litt. War das nicht auch eine Form von Gerechtigkeit? Hercule Poirot, murmelte er zu sich selbst. Manchmal ist die Wahrheit zu kompliziert für einfache Antworten. Er ging zu seinem Schreibtisch und nahm Evelyn's Brief ein letztes Mal zur Hand. Dann, mit einer bewussten Bewegung, legte er ihn ins Feuer. Das Papier fing Flamme, wurde zu Asche. Manche Geheimnisse, entschied Poirot, waren besser unausgesprochen.
Manche Wahrheiten waren besser vergraben. und manchmal war das Klügste, was ein Detektiv tun konnte, nichts zu tun. Er kehrte zu seinem Sessel zurück, nur nahm seine Tasse heiße Schokolade und trank. Der Fall der Evergreen Lodge war nun wirklich geschlossen. Für immer.