
Hercule Poirot – Deutsche Krimi-Hörspiel· Folge 15
Poirot ermittelt: Die Spur in den Cotswolds | Deutsche Krimi-Hörspiele
Mittwoch, 7. Oktober 2026 · 1 h 24
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Poirot ermittelt in den Cotswolds, als ein scheinbar harmloses Geheimnis eine gefährliche Verschwörung enthüllt. Zwischen verschlossenen Türen, widersprüchlichen Aussagen und raffinierten Ablenkungsmanövern beginnt ein spannender Fall voller Rätsel. Dieses Krimi-Hörspiel verbindet klassische Detektivarbeit mit überraschenden Wendungen und psychologischer Spannung. Jetzt anhören und Poirots scharfsinniger Spur folgen! #Poirot #KrimiHörspiel #Detektivgeschichte #Mordfall #Hörspiel
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Kapitel 1 Die Einladung nach Ashworth Manor Der Herbst des Jahres 1935 hatte die Cotswolds in ein Gemälde aus Gold und Bernstein verwandelt. Die sanften Hügel, überzogen mit einem Teppich aus welkem Laub, erstreckten sich bis zum Horizont, während die charakteristischen Steinhäuser in der Nachmittagssonne leuchteten wie honigfarbene Edelsteine. Hercule Poirot sat in the first class compartment of the train from London to Morton in Marsh and looked with slight displeasure at his snorkel tips in the mirror of the window.
The journey was quiet, too quiet for his taste. He loved the grey cells, the challenge, the puzzle. And for three weeks his life had nothing but boredom. Mon Ami! Captain Hastings had said to him the day before.» You need a break, and the land air will do you good.« Poirot had only sniffed.» The land air!« As if his small grey cells needed fresh air. They needed food, the delicious riddle of a good crime. The invitation from Sir Reginald Ashworth had been received ten days ago. A heavy, cream-colored envelope with wax seal. Mein lieber Monsieur Poirot, ich würde mich höchst geehrt fühlen, wenn Sie dieses Wochenende mein Gast in Ashworth Manor sein würden. Ich veranstalte eine kleine Gesellschaft anlässlich meiner jüngsten archäologischen Entdeckung, römische Artefakte von außergewöhnlichem Wert,
die auf meinem Anwesen ausgegaben wurden. Mehrere Experten und Antiquitäten- sammler werden anwesend sein. Ihre Gesellschaft würde die Veranstaltung bereichern. Ihr ergebener, Sir Reginald Ashworth Poirot only knew Sir Reginald by chance. An encounter at a dinner in London two years ago. A distinguished gentleman in his late sixties, with a remarkable talent and a passion for Roman history. Why should he invite a Belgian detective to an archaeological presentation? Curieux, murmurte Poirot und zwirbelte nachdenklich seinen Schnurrbart. Der Zug hielt mit einem Zischen am kleinen Bahnhof von Morton in Marsch.
Poirot stieg aus, seinen Koffer in der Hand, sein Gehstock perfekt ausbalanciert. Ein junger Chauffeur in Livret trat vor. Monsieur Poirot, Sir Reginald schickt mich. Der Wagen wartet. Die Fahrt durch die gewundenen Landstraßen dauerte zwanzig Minuten. Am Ashworth Manor erhob sich schließlich vor ihnen ein prächtiges elisabethanisches Herrenhaus aus honigfarbenem Kotzwoldstein, umgeben von gepflegten Gärten und uralten Eichen. Als Poirot aus dem Wagen stieg, öffnete sich die massive Eichentür, und Sir Reginald selbst erschien auf der Schwelle. Monsieur Poirot! Welch eine Freude!
Sir Reginald war groß und schlank, mit silbergrauem Haar und aristokratischen Zügen. Doch Poirot bemerkte sofort die Anspannung um seine Augen, die nervöse Art, wie seine Finger zuckten. Sir Reginald, die Freude ist ganz meinerseits, erwiderte Poirot höflich. Kommen Sie herein, kommen Sie! Die anderen Gäste sind bereits eingetroffen, lassen Sie Thornton ihr Gepäck nach oben bringen. Das Innere des Hauses war ebenso beeindruckend wie die Fassade. Hohe Decken mit Stuckarbeiten, ein Gemälde alter Meister an den Wänden, persische Teppiche auf polierten Eichenböden. Sir Reginald führte Poirot in die Bibliothek, wo sich bereits fünf Personen versammelt hatten. Darf ich vorstellen, begann Sir Reginald, dies ist Dr. Edmund Hartley, Archäologe am British Museum.
Ein Mann Mitte 40 mit Brille und zerstreutem Blick erhob sich. Eine Ehre, Monsieur Poirot. Ihre Reputation eilt Ihnen voraus. Mr. Sebastian Crane, Antiquitätenhändler aus London. Ein eleganter Mann um die 50 mit scharfen, wachsamen Augen und einem dünnen Lächeln. Charmant. Miss Vivian Ashworth, meine Nichte. Eine attraktive Frau. Anfang 30 mit kastanienbraunem Haar und intelligenten grünen Augen. Sie trug ein einfaches, aber elegantes grünes Kleid. Monsieur Poirot, ich habe so viel über sie gelesen. Lady Margaret Pemberton, eine alte Familienfreundin. Eine distinguierte Dame in ihren 60ern mit Perlenkette und kühlem Blick.
Sie nickte knapp. Und schließlich Mr. Thomas Whitmore. Mein Anwalt und treuer Freund. Ein korpulenter Mann mit rotem Gesicht und freundlichem Lächeln reichte Poirot die Hand. Willkommen! Willkommen! Poirot setzte sich und akzeptierte ein Glas Sherry. Die Konversation drehte sich zunächst um belanglose Themen, das Wetter, London, die politische Lage.
Doch Poirot beobachtete. Er beobachtete, wie Sebastian Crane Miss Vivienne, mit kaum verholener Gier anstarrte. Er bemerkte die Feindseligkeit in Lady Margaret's Blick, wenn sie Sir Reginald ansah. Er sah die Nervosität in Dr. Hartley's Händen, die ständig seine Brille putzten. Sir Reginald, sagte Poirot schließlich. Sie erwähnten in ihrer Einladung eine bedeutende Entdeckung. Sir Reginald's Gesicht erhellte sich zum ersten Mal. Ah, ja, morgen werde ich sie allen präsentieren. aber heute Abend ein ruhiges Dinner unter Freunden. Die Enthüllung erfolgt morgen nach dem Frühstück in der alten Kapelle, wo die Artefakte aufbewahrt werden.
Wie aufregend, murmelte Sebastian Crane, doch seine Augen glitzerten mit etwas, das nicht nur Aufregung war. Das Dinner wurde um acht Uhr im großen Speisesaal serviert. Die Tafel war gedeckt mit feinstem Porzellan und Silber. Die Konversation war gesittet, wenn auch mit undeutlichen Spannungen durchzogen. Poirot saß zwischen Miss Vivienne und Dr. Hartley.
Ihr Onkel scheint sehr stolz auf seine Entdeckung zu sein, bemerkte Poirot zu Vivienne. Ihr Gesicht verdüsterte sich einen Moment. Onkel Reginald war schon immer besessen von der Vergangenheit. Manchmal denke ich, er lebt mehr in der römischen Zeit als in unserer. Sie leben hier bei ihm? Seit dem Tod meiner Eltern vor fünf Jahren. Er war großzügig. Etwas in ihrer Stimme deutete an, dass diese Großzügigkeit einen Preis hatte.
Nach dem Dinner zogen sich die Herren für Cognac und Zigarren in die Bibliothek zurück, während die Damen im Salon Kaffee tranken. Sir Reginald, sagte Poirot leise, als sie allein am Kamin standen. Warum haben Sie mich wirklich hierher eingeladen? Der ältere Mann zuckte zusammen. Einen Moment lang kämpfte er sichtlich mit sich, dann senkte er die Stimme zu einem Flüstern.
Weil ich Angst habe, Monsieur Poirot. Angst? Wovor? Vor einem Monat erhielt ich den ersten Brief. Anonym. Er besagte, dass jemand weiß, was ich vor 30 Jahren getan habe, dass ich dafür bezahlen werde. Poirot's Augen verengten sich. Und was haben sie vor 30 Jahren getan? Sir Reginald's Gesicht war aschfahl.
Etwas Schreckliches. Etwas das. Aber ich kann nicht. Ich kann einfach nicht. Haben sie noch weitere Briefe erhalten? Drei insgesamt. Der letzte vor einer Woche. Er sagte, die Vergangenheit holt uns alle ein. Bereite dich vor. Und sie vermuten, dass der Absender einer ihrer Gäste ist. Sir Reginald nickte elend.
Ich musste Experten für die Präsentation einladen, aber jeder von Ihnen, jeder könnte ein Motiv haben, mich zu hassen. Erzählen Sie mir von Ihnen. Sebastian Crane. Ich habe ihn vor Jahren betrogen bei einem Antiquitätengeschäft. Dr. Hartley. Sein Vater verlor alles wegen meiner Machenschaften und beging Selbstmord. Lady Margaret. Ich habe ihr Herz gebrochen, als ich eine andere heiratete. Thomas Whitmore weiß von gewissen... Finanziellen Unregelmäßigkeiten. Und Vivienne? Seine Stimme brach.
Und ihre Nichte? Sie weiß nicht, dass ich verantwortlich bin für den Tod ihrer Eltern. Ein Autounfall. Arrangi! Ein durchdringender Schrei zerriss die Nacht. Beide Männer stürzten zur Tür. Der Schrei kam von oben. Sie rannten die Treppe hinauf, die anderen Gäste ihnen dicht auf den Fersen. Vivienne stand vor einer offenen Tür. die Hand vor dem Mund gepresst, die Augen weit vor Entsetzen. Poirot schob sich an ihr vorbei und betrat das Zimmer. Sir Reginald Ashworth lag auf seinem Bett, die Augen glasig und starr. Neben ihm auf dem Nachttisch stand ein halbvolles Glas Wasser und eine leere Flasche mit der Aufschrift Schlaftabletten. Doktor. In Hartley eilte vor und fühlte nach einem Puls. Nach einem Moment schüttelte Kapitel 2 Der
erste Schlag Stille senkte sich über das Zimmer wie ein schweres Leichentuch. Poirot stand regungslos am Fußende des Bettes, seine grünen Augen auf den leblosen Körper Sir Reginald's gerichtet. Die anderen Gäste drängten sich im Türrahmen, ihre Gesichter eine Maske aus Schock und, bei einigen, schlecht verhehlter Emotionen. Mein Gott, flüsterte Thomas Whitmore, sein rundliches Gesicht schweißgebadet. Reginald, das kann nicht sein. Vivienne schluchzte leise, ihre Schultern bebten. Lady Margaret legte ihr eine Hand auf die Schulter, doch ihre eigenen Augen waren trocken und seltsam ausdruckslos. Niemand berührt etwas, sagte Poirot scharf. Seine Stimme, normalerweise sanft und höflich, hatte einen
Klang von Autorität, dem man nicht widersprechen konnte. Dr. Hartley, Sie sind sicher, dass er tot ist? Der Archäologe nickte, seine Hände zitterten leicht. Ja, kein Puls, keine Atmung. Ich würde sagen, er ist seit mindestens 20 Minuten tot. Das war genau die Zeit, als wir uns in der Bibliothek befanden.
murmelte Sebastian Crane. Seine Augen wanderten nervös durch den Raum, als würde er nach etwas suchen. Poirot trat näher ans Bett heran, seine Bewegungen präzise und bedacht. Er beugte sich über die Pillenflasche, ohne sie zu berühren, und inhalierte vorsichtig.» Bitter almonds«, murmelte er auf Französisch. Dann lauter.» Lady Margaret«, Würden Sie so freundlich sein und Miss Vivienne nach unten begleiten?
Sie braucht etwas Brandy und Ruhe. Natürlich. Lady Margaret's Stimme war kühl und kontrolliert. Sie führte die weinende junge Frau hinaus. Mr. Is Whitmore, gibt es ein Telefon im Haus? Ja, im Arbeitszimmer unten. Dann rufen Sie bitte sofort die Polizei und einen Arzt. Sagen Sie ihnen, es gibt einen Todesfall unter verdächtigen Umständen. Verdächtig? Dr. Hartley riss die Augen auf. Aber es sieht doch aus wie Selbstmord. Die Pillen, das Glas Wasser. Das, mon ami, ist genau das, was jemand uns glauben machen möchte.
Poirot drehte sich zu ihm um. Aber Hercule Poirot lässt sich nicht so leicht täuschen. Sie meinen, Mord? Sebastian Crane's Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Das meine ich ganz genau. und der Mörder befindet sich in diesem Haus. Eine Stunde später saß Poirot in der Bibliothek, ein Notizbuch vor sich, auf dem polierten Mahagonitisch. Die Polizei war eingetroffen, ein Inspektor Lestrade aus Morton in March, ein kompetent wirkender Mann, Anfang 40, mit scharfen Augen und einem nüchternen Auftreten. Monsieur Poirot, sagte der Inspektor und reichte ihm die Hand, ich kenne Ihre Arbeit. Scotland Yard speaks highly of you. You are too friendly, Inspector. Have you been able to examine the body? Yes.
The doctor confirms cyanide poisoning. It was in the water. The pill bottle was empty. But that was just staging. Sir Reginald probably drank a sip and died within minutes. As I suspected. And the timing? Nach der Leichenstarre zu urteilen, starb er zwischen halb neun und neun Uhr. Das war genau während des Dinners und der Zeit danach. Poirot nickte langsam.
Was bedeutet, dass jeder im Haus ein Verdächtiger ist? Inspektor, mit Ihrer Erlaubnis würde ich gerne die Gäste einzeln befragen. Seien Sie mein Gast. Ich habe bereits angeordnet, dass niemand das Haus verlassen darf. Der erste, den Poirot befragte, war Thomas Whitmore. Der Anwalt saß nervös auf der Kante des Ledersessels.
Seine Hände falteten und entfalteten sich ständig. Mr. Whitmore, Sie waren Sir Reginald's Anwalt und Freund. Wie lange kannten Sie ihn? 25 Jahre, Monsieur Poirot, seit ich meine Kanzlei eröffnete. Und Sie kannten seine Geheimnisse? Whitmore zuckte zusammen. Ich? Was meinen Sie? Kommen Sie, kommen Sie. Ein Anwalt kennt immer die Geheimnisse seines Mandanten. Sir Reginald hat mir anvertraut, dass Sie von gewissen finanziellen Unregelmäßigkeiten wussten. Der Anwalt wurde blass. Er hat Ihnen davon erzählt? Vor seinem Tod, ja. Was genau waren diese Unregelmäßigkeiten? Whitmore seufzte tief. Vor zwanzig Jahren hat Reginald beträchtliche Summen unterschlagen. Von einem gemeinsamen Geschäftsfonds. Mehrere Investoren wurden ruiniert.
Ich half ihm, die Spuren zu verwischen. Als Anwalt war das unverzeihlich. Aber er war mein Freund. Und bezahlte sie vermutlich großzügig für ihr Schweigen. Das ist, ja, ja, das tat er. Wusste jemand anderes davon. Ich glaube nicht, obwohl, er zögerte, obwohl. Vor einem Monat fragte mich Sebastian Crane merkwürdige Fragen über Reginald's Finanzen aus jener Zeit, als würde er nach etwas suchen. Poirot machte sich eine Notiz. Danke, Mr. Whitmore.
Sagen Sie, Miss Ashworth, dass ich Sie als nächstes sprechen möchte. Vivienne betrat die Bibliothek mit geröteten Augen, aber gefasster als zuvor. Sie setzte sich würdevoll und die Hände im Schoß gefeilt. Miss Ashworth, mein aufrichtiges Beileid. Danke, flüsterte sie. Ich kann es immer noch nicht glauben. Onkel Reginald war... Er war alles, was ich hatte. Erzählen Sie mir von Ihrer Beziehung zu ihm.
Er nahm mich auf, als meine Eltern starben. Ein Autounfall auf einer regnerischen Nacht in Cornwall. Ich war 25. Er bot mir ein Zuhause, Sicherheit. Waren Sie glücklich hier? Ihre Augen flackerten. Glücklich? Ich, ja, weitgehend. Onkel Reginald konnte fordernd sein. Er erwartete, dass ich hier bleibe, dass ich ihm Gesellschaft leiste.
Er missbilligte jeden Mann, der Interesse an mir zeigte. Wie zum Beispiel Mr. Crane? Sie errötete. Sebastian, wir sind nur Bekannte. Aber er hat Interesse bekundet. Vor sechs Monaten machte er mir einen Heiratsantrag. Onkel Reginald war außer sich. Er warf Sebastian aus dem Haus, verbot mir, ihn wiederzusehen. Er sagte, Sebastian sei nur an meinem Erbe interessiert. Und ist er das?
Vivienne sah weg. Ich weiß es nicht. Vielleicht. Ihr Onkel hinterließ Ihnen ein beträchtliches Vermögen? Das Testament wurde vor drei Jahren aufgesetzt. Ich erbe alles. Das Anwesen, die Sammlungen, sein Vermögen, mehrere Millionen Pfund. Poirot's eyebrows were hardly noticeable. That is indeed concerning. Miss Ashworth, where were you between half nine and nine o'clock this evening? In the salon with Lady Margaret.
We drank coffee and talked about trivial things. Lady Margaret can confirm that. Of course. But when Lady Margaret was asked a little later, her statement was less clear. Vivienne was with me for some time, she said coldly. Aber sie verließ den Raum zweimal. Und einmal, um zur Toilette zu gehen, sagte sie. Das zweite Mal, um etwas aus ihrem Zimmer zu holen. Insgesamt war sie vielleicht 15 Minuten weg.
15 Minuten, wiederholte Poirot nachdenklich. Genug Zeit, um nach oben zu gehen und das Gift in Sir Reginald's Wasser zu mischen. Lady Margaret's Augen verengten sich. Vivienne würde so etwas niemals tun. Sie verteidigen Sie sehr entschieden, Lady Margaret. Waren Sie ihr nahestehend? Nicht besonders, aber ich kannte Reginald sehr gut. Gut genug, um zu wissen, dass es viele Menschen gibt, die ihm Böses wünschten. Inklusive sie selbst. Ein kaltes Lächeln spielte um ihre Lippen. Sie sind direkt, Monsieur Poirot. Ja, ich hatte Grund, Reginald zu hassen. Vor vierzig Jahren waren wir verlobt. Dann lernte er Charlotte Beaumont kennen. Jung, schön, reich. Er brach unsere Verlobung. Ich wurde zum Gespött der Gesellschaft. Und dennoch
blieben sie in seiner Nähe? Ich wollte, dass er sieht, was er verloren hat. Außerdem starb Charlotte bei der Geburt ihres Kindes, nur zwei Jahre nach der Hochzeit. Reginald blieb allein, wie es ihm gebührte. Ein Kind? Sir Reginald hatte ein Kind? Lady Margaret nickte. Einen Sohn. Er starb mit drei Jahren an Scharlach. Reginald war danach gebrochen. Vielleicht hätte ich Mitleid haben sollen, aber ich konnte nur Genugtuung empfinden. Poirot studierte sie intensiv. Wo waren sie zwischen halb neun und neun?
In meinem Zimmer. Ich hatte Kopfschmerzen und zog mich früh zurück. Kann das jemand bestätigen? Nein. Als nächstes kam Dr. Edmund Hartley. Der Archäologe war noch nervöser als zuvor. Seine Brille beschlug ständig. Dr. Hartley, Sie arbeiten am British Museum? Ja, in der Abteilung für römische Antiquitäten. Und Ihr Vater? Hartley erstarrte. Was hat mein Vater damit zu tun? Sir Reginald erwähnte, dass ihr Vater Schwierigkeiten hatte. Schwierigkeiten? Hartley's Stimme bebte vor unterdrückter Wut. Sir Reginald ruinierte ihn. Mein Vater war Antiquitätenhändler. Reginald verkaufte ihm eine römische Statue, angeblich authentisch, für eine Unsumme. Sie war eine Fälschung. Als die Wahrheit herauskam, war mein Vater ruiniert.
Er erhängte sich in unserem Keller. Ich war 16. Und dennoch akzeptierten Sie seine Einladung hierher? Ich musste. Die Artefakte, die er gefunden haben will, wenn sie echt sind, gehören sie ins Museum, nicht in seine private Sammlung. Ich wollte sie authentifizieren. Haben Sie das getan? Ich hatte noch nicht die Gelegenheit. Und die Präsentation sollte morgen stattfinden. Wo waren Sie während des kritischen Zeitraums? In der Bibliothek mit Mr. Crane.
Wir diskutierten über römische Münzen. Sebastian Crane bestätigte dies, als er befragt wurde. Der elegante Antiquitätenhändler war die Ruhe selbst. Dr. Hartley und ich unterhielten uns tatsächlich, sagte er glatt, obwohl er für etwa zehn Minuten verschwand, um ein Buch aus dem oberen Regal zu holen. Zehn Minuten ist eine lange Zeit für ein Buch. Crane zuckte die Schultern. Ich bemerkte es kaum. Mr. Crane, warum interessieren Sie sich so sehr für Miss Ashworth? Der Mann lächelte kalt. Direkt zur Sache, wie ich sehe. Vivienne ist eine attraktive, reiche Frau. Ja, ich machte ihr einen Antrag. Aus geschäftlichen und persönlichen Gründen. Geschäftlich?
Ashworth Manor beherbergt eine der besten privaten Antiquitäten-Sammlungen Englands. Als Vivienne's Ehemann hätte ich Zugang dazu, eine Win-Win-Situation. Sehr romantisch. Ich bin Realist, Monsieur Poirot. Liebe ist für Narren. Und Sir Reginald's Tod kommt Ihnen sehr gelegen. Das tut er, gab Crane unverblümt zu, aber ich habe ihn nicht getötet.
Ich war die ganze Zeit in der Bibliothek, außer für fünf Minuten, als ich auf die Toilette ging. Poirot lehnte sich zurück in seinem Sessel. Jeder hatte ein Motiv, jeder hatte Gelegenheit, und jeder log über etwas.» Inspektor Lestrade«, sagte er, als der Polizist zurückkam,» wir müssen Sir Reginald's Arbeitszimmer und die Kapelle durchsuchen. Denn dort finden wir die Wahrheit. Kapitel 3 Die Geheimnisse der Vergangenheit Die Nacht war fortgeschritten, als Poirot und Inspektor Lestrade Sir Reginald's Arbeitszimmer betraten. Der Raum war eine Schatzkammer der Geschichte, die Wände gesäumt mit Bücherregalen voller Folianten über römische Geschichte, Vitrinen mit antiken Münzen und Fragmenten, ein massiver Eichenschreibtisch in der Mitte.» Was genau suchen wir,
Monsieur Poirot?«, fragte Lestrade, während er seine Taschenlampe über die Regale schweifen ließ.» Die Wahrheit, mon ami. Sir Reginald sprach von anonymen Briefen. Er hatte Angst.« Ein Mann, der Angst hat, bewahrt Beweise auf, für den Fall, dass er sie braucht. Poirot begann systematisch, die Schreibtischschubladen zu durchsuchen. Die erste enthielt nur Korrespondenz. Briefe von Auktionshäusern, Anfragen von Museen, die höfliche Absagen an verschiedene Gesellschaftseinladungen. Die zweite Schublade war verschlossen.» Inspektor, würden Sie?« Lestrade holte einen Dietrich hervor. und öffnete die Schublade geschickt. Darin lag eine lederne Mappe, gebunden mit einer Schnur.
Poirot öffnete sie vorsichtig. Drei Briefe fielen heraus, auf billigem Papier geschrieben, die Handschrift krakelig und absichtlich verzerrt. Der erste lautete, Sie denken, die Vergangenheit ist begraben, aber ich weiß die Wahrheit über 1905, über das, was Sie getan haben. Bereiten Sie sich vor. Der zweite, Jedes Verbrechen hinterlässt Spuren. Ich habe die Beweise gefunden. Wie viel ist ihr Schweigen wert?
Und der dritte, datiert auf die Woche zuvor, das Spiel ist zu Ende. Bei ihrer kleinen Gesellschaft werden alle die Wahrheit erfahren. Bis Gerechtigkeit wird geschehen. 1905, murmelte Poirot. Das ist 30 Jahre her. Was geschah damals? Lestrade continued to look through the drawer and drew a yellowed newspaper excerpt.
The inscription read, Tragedy in Cornwall. Businessman killed in a car accident. The article was from September 1905. Mr. Harold Pemberton, a wealthy businessman from London, died yesterday in a tragic car accident near Tintagel. Die Kutsche stürzte eine Klippe hinunter. Mr. Pemberton hinterlässt eine Witwe, Lady Margaret Pemberton, geborene Ashworth, und ein beträchtliches Vermögen. Die Polizei untersucht die Umstände, die zum Unfall führten. Lady Margaret Ashworth Pemberton, flüsterte Poirot, die Schwester von Sir Reginald. Seine Schwester? Lestrade sah überrascht auf. Aber sie stellte sich als alte Familienfreundin vor. Précisément, warum würde eine Schwester diese Beziehung verheimlichen? Poirot's Augen glänzten. Lesen Sie weiter, Inspektor.
Ein zweiter Ausschnitt datiert zwei Wochen später. Pemberton-Unfall. Polizei schließt Ermittlungen ab. Der Tod von Mr. Harold Pemberton wurde offiziell als Unfall eingestuft. Zeugen berichteten, dass die Pferde scheuten. Keine Anzeichen von Fremdverschulden wurden gefunden. Und doch, sagte Poirot leise, bewahrt Sir Reginald diese Ausschnitte 30 Jahre lang auf. Warum?
Aus Sentimentalität? Oder aus Schuld? Er durchsuchte die Mappe weiter und fand ein handgeschriebenes Dokument, vergilbt und mit zittriger Schrift. Mein Gott, vergib mir! Ich habe die Kutschenleine durchtrennt. Ich wusste, dass die Pferde auf dieser Strecke scheu werden. The Herald must have died. He had poisoned Margaret's mitgift, threatened to ruin our family name. I did it for the family, for Margaret. But she will never forgive me if she learns the truth. It was signed R.A. September 1905. Mon Dieu, whispered Poirot. Sir Reginald murdered his brother-in-law. Lestrade whistled quietly through his teeth. And someone knew about it. jemand, der ihn erpresste, oder jemand, der Rache wollte. Poirot faltete die
Papiere sorgfältig zusammen.» Inspektor, wir müssen mehr über die Anwesenden herausfinden. Ihre Verbindungen zu Sir Reginald, ihre Vergangenheit. Ich werde Nachforschungen anstellen, aber um diese Uhrzeit. Dann beginnen wir morgen früh. Jetzt sollten wir die Kapelle untersuchen, als wo die römischen Artefakte aufbewahrt werden.« Die alte Kapelle stand etwa 100 Meter vom Haupthaus entfernt, ein steinernes Gebäude aus dem 14. Jahrhundert. Der Schlüssel hing in Sir Reginald's Arbeitszimmer an einem Haken. Die schwere Holztür knarrte, als sie sich öffnete. Im Inneren war es kalt und roch nach feuchtem Stein. Lestrade knipste seine Taschenlampe an. Der Lichtstrahl fiel auf eine Reihe von Glaskästen,
die in der Mitte der Kapelle aufgestellt waren. Darin lagen Artefakte, Münzen, Fiebeln, Keramikscherben, ein bronzener Helm. Aber es war nicht die Ausstellung, die Poirot's Aufmerksamkeit erregte. Es war das, was auf dem steinernen Altar lag. Ein weiterer Brief. Poirot trat näher, zog ein Taschentuch hervor und hob den Brief vorsichtig auf. Er war an niemanden adressiert, sodaber die Handschrift war dieselbe wie bei den anonymen Drohbriefen. Für denjenigen, der dies findet, Sir Reginald Ashworth war ein Mörder und Betrüger. Er tötete Harold Pemberton 1905.
Er ruinierte Dr. Hartley's Vater mit gefälschten Antiquitäten. Er unterschlug Gelder und zerstörte unzählige Leben. Sein Tod ist keine Tragödie. Es ist Gerechtigkeit. Aber ich bin nicht der Mörder. Ich wollte nur, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Sucht den wahren Schuldigen unter denen, die am meisten zu gewinnen haben.
Eine Beichte, murmelte Lestrade. Aber von wem? Poirot studierte den Brief intensiv. Von jemandem, der Sir Reginald hasste. aber behauptet, ihn nicht getötet zu haben. Interessant. Sehr interessant.« Er wandte sich den Artefakten zu. Mit geübtem Auge untersuchte er die Münzen, hob eine mit einer Pinzette auf, betrachtete sie im Licht.» Was sehen Sie?«, fragte Lestrade. Ich sehe eine römische Münze aus der Zeit des Kaisers Claudius, etwa 50 nach Christus.
Sehr wertvoll, wenn authentisch. Und ist sie das? Poirot lächelte leicht. Das, mon ami, ist die Frage. Dr. Hartley sollte sie morgen authentifizieren. Aber Dr. Hartley hat ein Motiv für Mord. Was, wenn die Artefakte Fälschungen sind, genau wie die Statue, die seinen Vater ruinierte? Was, wenn er es bereits wusste? Sie meinen, er tötete Sir Reginald aus Rache, bevor die Fälschungen aufgedeckt werden konnten? Es ist eine Möglichkeit. Poirot setzte die Münze zurück.
Aber es gibt noch andere Möglichkeiten. Viele andere. Sie verließen die Kapelle und kehrten zum Herrenhaus zurück. Es war fast zwei Uhr morgens. Die meisten Gäste hatten sich zurückgezogen, und aber Licht brannte noch in der Bibliothek. Als Poirot eintrat, fand er Vivienne dort, eingewickelt in einen Morgenmantel, ein Buch auf ihrem Schoß, aber ihre Augen starrten ins Leere. Miss Ashworth, Sie sollten versuchen zu schlafen. Sie sah auf, ihre Augen rot umrandet. Ich kann nicht. Jedes Mal, wenn ich die Augen schließe, sehe ich ihn. So leblos. Poirot setzte sich ihr gegenüber.» Darf ich Ihnen eine Frage stellen, eine sehr persönliche Frage?« Sie nickte stumm. Wussten sie, dass Lady Margaret ihre Tante ist, die Schwester ihres Onkels? Vivienne's Augen weiteten sich. Was? Nein,
das ist unmöglich. Sie ist, es ist wahr, und ihr Ehemann, Harold Pemberton, starb 1905 unter mysteriösen Umständen. Ein Kutschenunfall, den ihr Onkel möglicherweise arrangiert hat. Vivienne stand auf. Das Buch fiel zu Boden. Das kann nicht sein. Und Onkel Reginald war... Er konnte schwierig sein, kontrollierend, aber ein Mörder? Die Beweise sind eindeutig, Mademoiselle. Aber hier ist das Interessante. Sie sagten, ihre Eltern starben bei einem Autounfall. Wann genau war das? 1930.
Im August. Und wo? In Cornwall, in der Nähe von Tintagel. Poirot's Augen verengten sich. Tintagel, the same place where Harold Pemberton died. That's a remarkable coincidence, don't you think? Vivienne sank back into her chair, her face pale. What do you mean? Your uncle told me something, shortly before he died.
He said, she didn't know that he was responsible for the death of her parents. A car accident, arranged. No, whispered Vivienne. Nein, nein, nein. Warum würde er sie töten wollen? Tränen strömten nun über ihr Gesicht. Ich. Und vor einigen Monaten fand ich alte Briefe. Von meiner Mutter an Onkel Reginald.
Sie drohte, zur Polizei zu gehen. Sie hatte etwas herausgefunden über Harold's Tod. Sie sagte, sie hätte Beweise. Und kurz darauf starben ihre Eltern. Ich dachte, es war nur ein tragischer Unfall. Die Bremsen versagten auf einer steilen Straße. Aber wenn, wenn ihr Onkel sie getötet hat, um sein Geheimnis zu schützen, dann haben sie ein sehr starkes Motiv, ihn zu töten.
Vivienne sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Sie denken, ich habe ihn getötet. Ich schwöre bei Gott, das habe ich nicht. Ich wusste nichts davon bis jetzt. Poirot beobachtete sie intensiv. Entweder war sie eine außergewöhnliche Schauspielerin, Oder sie sagte die Wahrheit. Dann sagen Sie mir dies, Mademoiselle. Wer hatte Zugang zu Sir Reginald's Zimmer vor dem Dinner? Jeder. Vermutlich.
Die Türen waren nie verschlossen. Und wer wusste, dass er Schlaftabletten nahm? Das wussten alle. Er sprach oft darüber, wie schlecht er schlief. Und das Zyankali. Wo würde jemand Gift bekommen? Vivienne zögerte. Im Gartenschuppen. Für Rattengift. Jeder, der auf dem Anwesen lebte oder sich gut auskannte, würde das wissen. Plötzlich hörten sie Schritte. Thomas Whitmore erschien in der Tür, noch vollständig angekleidet. Monsieur Poirot, Miss Ashworth, ich konnte auch nicht schlafen.
Darf ich mich zu Ihnen gesellen? Ohne eine Antwort abzuwarten, betrat er die Bibliothek und schenkte sich einen großzügigen Cognac ein. Mr. Whitmore. said Poirot.» You were Sir Reginald's lawyer. Can you tell us who else but Miss Ashworth was considered in his will?« Whitmore drank a long sip.» Eh, there are smaller powers. 5,000 pounds for Lady Margaret, 10,000 for me, 20,000 for various well-off purposes. But the lion's share, the presence, the collections, about 3 million pounds, goes to Vivienne.« Drei Millionen, wiederholte Poirot.
Eine königliche Summe. Genug Grund für Mord, sagte eine kalte Stimme von der Tür. Sebastian Crane stand dort, ebenfalls noch angekleidet, seine Augen auf Vivienne fixiert. Was machen Sie hier? fragte Vivienne scharf. Das gleiche wie ihr alle. Ich kann nicht schlafen, wenn ein Mörder im Haus ist. Er trat ein und lehnte sich gegen das Bücherregal. Sagen Sie, Monsieur Poirot, Haben Sie schon einen Verdächtigen? Ich habe mehrere, erwiderte Poirot kühl.
Einschließlich Sie, Mr. Crane. Crane lächelte. Natürlich. Der abgewiesene Verehrer. In ein klassisches Motiv. Aber hier ist das Problem. Ich brauchte Sir Reginald lebend. Tod nützt er mir nichts. Es sei denn, seine Nichte erbt und ist so dankbar für ihre Unterstützung in dieser schweren Zeit. dass sie ihre erneuten Avancen akzeptiert. Das Lächeln verschwand aus Crane's Gesicht. Das ist eine ungeheuerliche Unterstellung. Ist es das? Oder ist es einfach die Wahrheit? Die Spannung im Raum war greifbar. Poirot erhob sich.
Meine Damen und Herren, es ist spät. Wir alle brauchen Ruhe. Morgen wird alles klarer werden. Ich schlage vor, wir ziehen uns zurück. Aber als Poirot in sein eigenes Zimmer zurückkehrte, schlief er nicht. Er saß am Fenster, starrte in die Dunkelheit und ließ seine kleinen grauen Zellen arbeiten. Jemand in diesem Haus war ein Mörder. Aber wer? Und warum jetzt?
Die Antwort fühlte er, sie lag irgendwo in der Vergangenheit, in den Geheimnissen, die Sir Reginald so verzweifelt zu verbergen versuchte. Chapter 4 Poirot's Little Grey Cells The morning broke grey and rainy over Ashworth Manor. Poirot awoke early, as usual, and spent an hour with his morning toilet. His snorkel tips had to be perfect, his suit bristled flawlessly. Order in the outside led to order in the mind. When he went down to breakfast at eight o'clock, fand der Inspektor Lestrade bereits in der Bibliothek vor, umgeben von Telegrafen und Notizen. Ah, Monsieur Poirot, ich habe die ganze Nacht Nachforschungen angestellt. Was ich herausgefunden habe, ist höchst aufschlussreich. Erzählen Sie mir alles, mon ami. Lestrade sortierte seine Papiere. Beginnen
wir mit Dr. Edmund Hartley. Sein Vater, die Richard Hartley, war tatsächlich ein angesehener Antiquitätenhändler bis 1920. In jenem Jahr kaufte er von Sir Reginald eine angeblich authentische römische Statue für 12.000 Pfund. Ein Vermögen. Drei Monate später wurde sie als moderne Fälschung entlarvt. Richard Hartley war ruiniert und er hängte sich. Edmund war damals 16 Jahre alt. Und die Statue?
Wusste Sir Reginald, dass sie eine Fälschung war? Das kann ich nicht beweisen, aber mehrere Quellen deuten darauf hin, dass Sir Reginald ein geschickter Fälscher war. Er hatte ein Talent für antike Kunst und die technischen Mittel, überzeugende Repliken herzustellen. Poirot nickte langsam. Was würde das über diese neuen römischen Artefakte aussagen? Genau meine Gedanken. Dr. Hartley wurde eingeladen, sie zu authentifizieren. Was, wenn er bereits wusste oder vermutete, dass sie Fälschungen sind, eine letzte Demütigung von Sir Reginald? Oder eine Gelegenheit für Rache? Weiter, Inspektor. Sebastian Crane, seine Geschichte ist kompliziert. Vor zehn Jahren war er Partner in einem Antiquitätengeschäft mit einem Mann namens Gerald Thornbridge. Sie kauften gemeinsam
eine Sammlung römischer Münzen von Sir Reginald für 50.000 Pfund. Die Münzen erwiesen sich später als teilweise gefälscht. Der Skandal zerstörte das Geschäft. Thornbridge beging Selbstmord. Crane überlebte, aber sein Ruf war beschädigt. Noch ein Selbstmord, murmelte Poirot. Sir Reginald scheint eine Spur von Toten hinter sich zu lassen. Es gibt mehr. Thomas Whitmore, der Anwalt. Ich habe tiefer gegraben.
Er half Sir Reginald nicht nur, finanzielle Unregelmäßigkeiten zu vertuschen. Er war direkt daran beteiligt. 1915 unterschlugen sie gemeinsam Gelder aus einem Kriegshilfsfonds, etwa 100.000 Pfund. Whitmore erhielt 20%. Ein Kompliz also, kein bloßer Mitwisser. Interessant. Und Lady Margaret Pemberton, geboren als Margaret Ashworth, Sir Reginald's jüngere Schwester. 1904 heiratete sie Harold Pemberton. einen charmanten, aber mittellosen Glücksspieler. Innerhalb eines Jahres hatte er ihre Mitgift von 20.000 Pfund verspielt. Im September 1905 starb er bei dem Kutschenunfall. Margaret erbte sein restliches Vermögen, nicht viel, aber genug, um bequem zu leben.
Und sie wusste nie, dass ihr Bruder ihren Ehemann ermordete? Das scheint so, aber hier ist das Merkwürdige. Vor drei Monaten besuchte Lady Margaret das Archiv in Truro, Cornwall. Sie forderte alle Polizeiakten zum Tod ihres Ehemanns an. Poirot's Augen leuchteten auf. Drei Monate. Ungefähr zur selben Zeit begannen die anonymen Briefe. Genau. Und Miss Vivian Ashworth? Lestrade zögerte. Ihre Geschichte ist die tragischste. Ihre Eltern, Robert und Eleanor Ashworth, waren Sir Reginald's entfernter Cousins. und dessen Frau. Im August 1930 starben beide, als ihr Auto auf einer Klippe in Cornwall verunglückte. Die Bremsen hatten versagt. Vivienne war damals 25 und mittellos. Sir Reginald nahm sie auf. Aus Güte oder
aus Schuld? Ich habe etwas gefunden, das sie interessieren dürfte. Lestrade reichte ihm ein vergilbtes Telegramm. Dies wurde drei Tage vor dem Unfall von Eleanor Ashworth an Sir Reginald geschickt. Poirot las. Ich weiß, was du Harold angetan hast. Ich habe Beweise gefunden. Wenn du nicht innerhalb einer Woche 10.000 Pfund zahlst, gehe ich zur Polizei. Eleanor. Erpressung, sagte Poirot leise.
Und drei Tage später war sie tot. Offiziell ein Unfall. Aber der Mechaniker, der das Wrack untersuchte, notierte in seinem Bericht, Bremsleitung erscheint absichtlich durchtrennt, kann aber nicht definitiv bewiesen werden. Poirot stand auf und begann im Zimmer auf und ab zu gehen, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Also haben wir fünf Verdächtige. Dr. Hartley, dessen Vater durch Sir Reginald's Betrug in den Selbstmord getrieben wurde. Sebastian Crane, dessen Partner dasselbe Schicksal erlitt. Thomas Whitmore, an accomplice who possibly feared to be exiled. Lady Margaret, who possibly had discovered the truth about her husband's death. And Vivienne, whose parents were probably murdered by her uncle. Everyone had a motive, everyone
had a chance. But only one did it. Poirot stood still. Inspector, I must speak to each of you again. Aber diesmal anders. Diesmal lasse ich sie miteinander reden. Eine Konfrontation? Précisément. Die Wahrheit offenbart sich oft, wenn Menschen unter Druck gesetzt werden. Versammeln sie alle um 10 Uhr in der Bibliothek. Eine Stunde später saßen alle fünf Verdächtigen in der Bibliothek. Die Atmosphäre war gespannt, fast elektrisch. Vivienne saß bleich und steif auf einem Sessel. Lady Margaret thronte auf einem anderen. Ihr Gesicht eine Maske aus Gleichgültigkeit. Dr. Hartley wischte nervös seine Brille.
Sebastian Crane lehnte lässig am Kamin, aber seine Augen waren wachsam. Thomas Whitmore saß schwer atmend auf dem Sofa. Herrn Poirot stand vor ihnen, Inspektor Lestrade an seiner Seite. Meine Damen und Herren, begann Poirot, danke, dass Sie gekommen sind. Ich habe Sie hierher gebracht. um über Sir Reginald's Tod zu sprechen.
Aber zuerst müssen wir über sein Leben sprechen und über die Leben, die er zerstörte. Er wandte sich an Dr. Hartley. Doktor, Ihr Vater wurde durch Sir Reginald's Betrug ruiniert. Eine gefälschte Statue. Erzählen Sie den anderen davon. Hartley wurde rot. Ich? Das ist Privatsache. Es ist jetzt eine Mordangelegenheit. Bitte. Mit zitternder Stimme erzählte Hartley die Geschichte. Als er fertig war, herrschte betretenes Schweigen. Mr. Crane, fuhr Poirot fort, auch Sie haben einen ähnlichen Verlust erlitten, nicht wahr? Crane zögerte, dann nickte er.
Gerald Thornbridge war mein bester Freund. Ein Sir Reginald verkaufte uns gefälschte Münzen. Gerald konnte mit der Schande nicht leben. Vivienne sah entsetzt von einem zum anderen. Onkel Reginald tat das. Allen von euch. Er tat noch mehr, mademoiselle. Poirot wandte sich an Lady Margaret. Lady Margaret, erzählen Sie uns von Ihrem Ehemann Harold. Die ältere Dame wurde blass. Was soll das?
Sie sind nicht Lady Pemberton, die Familienfreundin. Sie sind Margaret Ashworth, Sir Reginald's Schwester, und ihr Ehemann starb 1905 unter mysteriösen Umständen. Lady Margaret stood abruptly up.» How dare you? Sit down, please.« Poirot's voice was gentle, but unsubstantial.» The truth must come to light. You visited the archive in Cornwall three months ago.
You looked for evidence. What did you find?« She sank back into her chair, suddenly aged for years.» I found...«» On your report?«» Of a stableman who was in service that night.« Er sagte, er habe einen Mann gesehen, der sich an der Kutsche zu schaffen machte. Die Beschreibung passte auf Reginald. Aber der Bericht verschwand aus den offiziellen Akten.
Jemand hatte ihn unterdrückt. Ihr Bruder ermordete ihren Ehemann, sagte Poirot leise. Tränen liefen über ihr Gesicht. Ich wusste es. Tief in meinem Herzen wusste ich es immer. Aber ich konnte es nicht glauben. Nicht Reginald. Nicht mein Bruder. Und so sandten sie die anonymen Briefe. Sie wollten ihn konfrontieren, ihm Angst machen. Sie nickte stumm. Aber sie töteten ihn nicht. Nein, ich wollte, dass er leidet, wie ich gelitten habe. Aber töten? Nein.
Poirot wandte sich an Vivienne. Und sie, Mademoiselle? Sie erfuhren vor kurzem, dass ihre Eltern möglicherweise auch von Sir Reginald ermordet wurden. Vivienne schluchzte. Ich schwöre, Ich wusste es nicht bis gestern Nacht, als sie es mir sagten. Mr. Whitmore, Sie waren sein Kompliz in vielen Verbrechen. Fürchteten Sie, dass alles ans Licht kommen würde? Der Anwalt wischte sich den Schweiß von der Stirn. Ja, ich hatte Angst. Die anonymen Briefe, ich dachte, sie könnten auch mich bloßstellen. Poirot schwieg einen Moment, ließ seine Augen über jeden Einzelnen wandern. Also haben wir fünf Menschen mit starken Motiven, fünf Menschen, die Sir Reginald hassen.
Aber welcher von ihnen hat tatsächlich Zyankali in sein Wasser gemischt? Die Stille war erdrückend. Dann sprach Sebastian Crane. Sie haben uns alle hier versammelt, Monsieur Poirot. Haben Sie den Mörder identifiziert? Poirot lächelte, ein kleines, geheimnisvolles Lächeln. Nicht ganz, Mr. Crane, aber ich weiß, wo ich suchen muss. Es gibt noch ein Geheimnis in diesem Haus. Eines, das Sir Reginald mit ins Grab nehmen wollte. Und ich glaube, der Schlüssel liegt in der alten Kapelle, bei den römischen Artefakten. Er wandte sich an Inspektor Lestrade. Inspektor, ich schlage vor, wir untersuchen diese Artefakte jetzt gründlich. Dr. Hartley, Sie kommen mit. Es ist Zeit für Ihre Expertise. Als sie zur Tür gingen,
rief Vivienne, Monsieur Poirot, Wer hat meinen Onkel getötet? Poirot drehte sich um, sein Gesicht ernst. Geduld, Mademoiselle. Die kleinen grauen Zellen brauchen noch etwas Zeit. Aber ich verspreche Ihnen, vor dem Ende dieses Tages werden Sie die Wahrheit kennen. Kapitel 5 Das verborgene Tagebuch Der Regen prasselte auf das alte Steindach der Kapelle, als Poirot, Inspektor Lestrade und Dr.
Hartley eintraten. Das graue Licht des Vormittags fiel durch die schmalen Fenster und und warf lange Schatten auf die Glasvitrinen mit den römischen Artefakten. Dr. Hartley trat zögernd näher, holte eine Lupe aus seiner Jackentasche und begann, die Münzen zu untersuchen. Seine Hände zitterten leicht.» Nehmen Sie sich Zeit, Doktor«, sagte Poirot sanft.» Die Wahrheit hat dreißig Jahre gewartet. Sie kann noch ein paar Minuten warten.« Hartley nahm eine Münze nach der anderen heraus. studierte sie intensiv unter seiner Lupe, prüfte das Gewicht, die Prägung, die Patina. Nach zwanzig Minuten setzte er die letzte Münze zurück und richtete sich auf.» Nun?« fragte Lestrade. Hartley nahm seine Brille ab und rieb sich
die Augen.» Sie sind alle authentisch.«» Was?« Poirot trat näher.» Sind Sie sicher?«» Absolut.« Diese Münzen stammen aus der Zeit zwischen 50 und 70 nach Christus. Die Prägung ist korrekt, die Abnutzung entspricht dem Alter, die Metallzusammensetzung stimmt. Der Helm ebenfalls. Echte römische Arbeit, vermutlich aus der frühen Besatzungszeit Britanniens. Er lachte bitter auf. Ironisch, nicht wahr? Der Mann, der meinen Vater mit einer Fälschung ruinierte, findet echte römische Schätze in seinem eigenen Garten. Oder, sagte Poirot nachdenklich, er wollte seinen Ruf wiederherstellen. Ein letzter großer Fund, um alle Zweifel an seiner Expertise zu zerstreuen. Das ändert nichts an dem, was er meinem Vater antat. Nein, das tut es nicht. Poirot
wanderte durch die Kapelle. Seine Augen suchten jeden Winkel ab. Aber es wirft eine interessante Frage auf. Warum jetzt? Warum diese Präsentation gerade jetzt? Er blieb vor dem steinernen Altar stehen, wo sie am Vortag den anonymen Brief gefunden hatten. Etwas störte ihn daran, aber er konnte nicht genau sagen, was. Inspektor, der Brief, den wir hier fanden, erinnern Sie sich an den Wortlaut? Lestrade zog sein Notizbuch hervor. Der Schreiber behauptete, Sir Reginald sei ein Mörder und Betrüger, aber bestritt, ihn getötet zu haben. Genau. Ich bin nicht der Mörder. Ich wollte nur, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Wer würde so etwas schreiben? Jemand, der ihn hasste, aber ihn nicht töten wollte. Oder jemand, der eine Ablenkung schaffen wollte. Poirot
kniete nieder und untersuchte den Boden um den Altar. Dr. Hartley, wann genau wurden diese Artefakte ausgegraben? Sir Reginald sagte, vor sechs Wochen. Die Ausgrabung fand hinter dem Ostflügel des Hauses statt. Und die Kapelle? Wann wurde sie für die Ausstellung vorbereitet? Ich weiß es nicht genau. Poirot stand auf, Staub von seinen Hosen klopfend. Ich glaube, wir müssen Sir Reginald's persönliche Papiere gründlicher durchsuchen. Inspektor, gibt es in seinem Arbeitszimmer ein Tagebuch oder einen Kalender? Sie kehrten zum Herrenhaus zurück. Das Arbeitszimmer lag still und verlassen da, noch so, wie sie es in der Nacht zuvor verlassen hatten. Poirot begann systematisch zu suchen, öffnete Schubladen, durchforstete Aktenordner. In der untersten Schublade
des Schreibtisches, versteckt unter einer Stapel alter Rechnungen, fand er ein in Leder gebundenes Tagebuch.» Voilà«, murmelte er und schlug es auf. Die Einträge begannen im Januar, 1935. Sir Reginald's handwriting was accurate and almost pedantic. Most entries were banal, notes about the weather, social obligations, correspondence. But then, dated on the 15th. June. The excavation has begun. If my calculations are correct, the remains of the Roman camp should be about three meters below the surface. Dies könnte mein größter Triumph werden. Juli. Erfolg. Die ersten Münzen wurden heute gefunden.
Meine Hände zitterten, als ich sie aus der Erde holte. Nach all den Jahren der Zweifel, der Anschuldigungen, endlich ein Beweis meiner echten Expertise. Juli. Der anonyme Brief kam heute. Jemand weiß von Harold. Unmöglich. Ich war so vorsichtig. Wer könnte es sein? Ich muss herausfinden, wer mich bedroht. Julie.
Noch ein Brief. Die Drohungen werden expliziter. Der Schreiber plant, alles während meiner Präsentation zu enthüllen. Meint, ich muss handeln. Ich habe Poirot eingeladen. Der belgische Detektiv. Wenn jemand herausfinden kann, wer mich erpresst, dann er. August. Margaret war heute hier. Sie stellte Fragen über Harold. Merkwürdige, spezifische Fragen. Könnte sie es sein? Meine eigene Schwester. Der Gedanke ist unerträglich. August.
Vivienne wird immer distanzierter. September. Die Präsentation ist für den 14. September geplant. Ich habe alle eingeladen. Die Experten, die Sammler und jene, die Grund haben, mich zu hassen. Vielleicht ist das Wahnsinn, aber ich muss wissen, wer mein Feind ist. Und dann, dann werde ich handeln. September. Ich habe eine furchtbare Entscheidung getroffen. Als wenn der Erpresser sich während der Gesellschaft offenbart, werde ich sterben, bevor ich die Schande ertragen muss.
Das Zyankalie ist bereits vorbereitet. Ich werde es selbst nehmen, nach meinen eigenen Bedingungen. Nicht als Mörder entlarvt, sondern in Würde. Poirot las den letzten Eintrag zweimal. Dann noch einmal. Mon Dieu, flüsterte er, es war Selbstmord. Lestrade starrte ihn an. Was? Aber sie sagten... Ich sagte, es war inszeniert, um wie Selbstmord auszusehen. Aber was, wenn die Inszenierung von Sir Reginald selbst stammte? Was, wenn er tatsächlich vorhatte, sich das Leben zu nehmen? Aber warum sollte er sie dann hierher einladen?
Um den Erpresser zu identifizieren. Er wollte wissen, wer ihn bedrohte, bevor er starb. Poirot schloss das Tagebuch. Aber hier ist das Problem, Inspektor. Sir Reginald plante... Na, das Gift nach der Präsentation zu nehmen. Nach dem Wochenende. Nicht am ersten Abend. Sie meinen... Ich meine, jemand kam seinem Plan zuvor. Jemand, der wollte, dass es wie der Selbstmord aussieht, den Sir Reginald plante. Aber wer? Ein Klopfen an der Tür unterbrach sie. Thornton, der Butler, trat ein. Entschuldigung, Monsieur Poirot. Dies wurde soeben geliefert.
erreichte Poirot einen Umschlag. Der Umschlag war an Hercule Poirot adressiert, mit derselben krakeligen Handschrift wie die anonymen Briefe. Poirot öffnete ihn. Darin lag ein einzelnes Blatt Papier. Monsieur Poirot. Wenn Sie dies lesen, bin ich vermutlich bereits tot. Nicht durch meine eigene Hand, wie ich geplant hatte, sondern durch die Hand eines anderen. Ich wusste, dass einer von Ihnen mich töten würde.
Ich konnte es in ihren Augen sehen, der Hass, die Rache, die Gier. Ich verdiene es. Für Harold, für Richard Hartley, für Gerald Thornbridge, für Robert und Eleanor Ashworth. Für all die Leben, die ich zerstört habe. Aber ich will nicht, dass ein Unschuldiger beschuldigt wird. Deshalb schreibe ich dies. Der wahre Schuldige wird sich durch eine Sache verraten, die Kenntnis eines Geheimnisses, das nur der Mörder wissen kann. In meinem Zimmer, unter der losen Diele neben dem Kamin, liegt ein zweites Tagebuch.
Darin steht die ganze Wahrheit über meine Verbrechen und ein Detail über das Gift, das ich vorbereitet habe. Nur der Mörder wird wissen, wo dieses Tagebuch ist. Nutzen Sie diese Information weise. Reginald Ashworth, P.S. Dieser Brief wird zwei Stunden nach meinem Tod zugestellt. Durch eine Vorkehrung. die ich mit meinem Anwalt getroffen habe. Ohne, dass er wusste. Warum? Poirot sah Lestrade an. Schnell, zu Sir Reginald's Zimmer. Sie rannten die Treppe hinauf. Das Zimmer war noch versiegelt, das Polizeisiegel intakt.
Lestrade brach es auf. Poirot ging direkt zum Kamin. Er kniete nieder und tastete den Boden ab. Eine der Dielen war tatsächlich locker. Er hob sie hoch. Darunter lag ein schwarzes, ledergebundenes Buch mit zitternden händen öffnete Poirot es. Die erste Seite trug die Überschrift» Meine Sünden, ein vollständiges Geständnis, R.A. 1935«.
Er blätterte durch die Seiten. Dort stand alles. Der Mord an Harold Pemberton, die Erpressung und der arrangierte Mord an Robert und Eleanor Ashworth, die Betrügereien mit gefälschten Antiquitäten, die unterschlagenen Gelder und auf der letzten Seite ein Eintrag vom 13. September. Das Zyankali ist in der blauen Glasflasche in meinem Laboratorium im Keller. Eine kleine Menge, in Wasser aufgelöst, farblos, geruchlos, tödlich.
Ich werde es in mein Wasserglas geben, nachdem alle schlafen gegangen sind. Ein schneller Tod, würdevoll. Das Laboratorium ist verschlossen, nur ich habe den Schlüssel, den ich an meiner Uhrkette trage. Poirot sprang auf. Inspektor, Sir Reginald's Leiche, hatte er eine Uhrkette? Lestrade runzelte die Stirn. Ja, eine goldene Uhrenkette. Aber warten Sie, als wir die Leiche untersuchten, war an der Kette kein Schlüssel. Genau, der Mörder brauchte Zugang zum Laboratorium, um das Gift zu holen.
Er oder sie musste Sir Reginald den Schlüssel stehlen. Aber wann und wie? Poirot begann im Zimmer auf- und abzugehen. Seine kleinen grauen Zellen arbeiteten auf Hochtouren. Sir Reginald trug die Uhrkette immer. Das bedeutet, der Schlüssel wurde ihm genommen... während er noch lebte, kurz vor seinem Tod. Aber von wem?
Er blieb abrupt stehen. Inspektor, wir müssen alle zusammenrufen, jetzt sofort, in der Bibliothek. Es ist Zeit für die Auflösung. Kapitel 6 Die Falle Eine Stunde später waren alle wieder in der Bibliothek versammelt. Die Atmosphäre war noch angespannter als zuvor. Vivienne saß mit verweinten Augen neben Lady Margaret, die starr und bleich wirkte. Dr. Hartley putzte nervös seine Brille. Sebastian Crane lehnte am Fenster, sein Gesicht undurchdringlich. Thomas Whitmore saß schwer atmend auf dem Sofa, ein Taschentuch in der Hand.
Poirot stand vor dem Kamin, Inspektor Lestrade neben ihm. Auf dem Tisch vor ihnen lag das schwarze Tagebuch. Meine Damen und Herren, begann Poirot. Er seine Stimme, ruhig aber durchdringend, Ich habe sie hierher gebracht, um die Wahrheit zu enthüllen. Die Wahrheit über Sir Reginald's Leben und seinen Tod. Er hob das Tagebuch hoch. Dies ist Sir Reginald's Geständnis. Darin steht alles. Jedes Verbrechen, jede Lüge, jede Manipulation der letzten 40 Jahre. Vivienne schnappte nach Luft. Darf ich, darf ich es lesen? Später, Mademoiselle. Zuerst müssen wir über den Mord sprechen.
Poirot put the book back. Sir Reginald actually planned to take his life, but not that evening. His plan was to do it after the presentation, after he had identified the anonymous letter writer. Then it was suicide? asked Whitmore confused. No, Mr. Whitmore, it was murder. Someone in this room came to Sir Reginald's plan. Well, someone stole the key to his laboratory.
holte das Zyankali und mischte es in sein Wasser, Stunden bevor er es selbst tun wollte. Schweigen. Dann sprach Sebastian Crane. Und wer, Monsieur Poirot, war dieser jemand? Poirot lächelte dünn. Das, Mr. Crane, werden Sie mir gleich sagen. Er begann im Raum auf- und abzugehen. Lassen Sie uns die Fakten betrachten. Das Zyankali befand sich in Sir Reginald's verschlossenem Laboratorium im Keller. Der einzige Schlüssel hing an seiner Uhrkette, die er immer trug.
Der Mörder musste also zuerst den Schlüssel stehlen. Aber wann? fragte Dr. Hartley. Sir Reginald trug die Uhrkette den ganzen Abend. Eben. Was bedeutet, der Diebstahl geschah am Abend selbst, kurz bevor das Gift ins Wasser gemischt wurde. Poirot wandte sich an Lestrade. Inspector, wann genau starb Sir Reginald? Zwischen halb neun und neun Uhr.
Und wo war jeder von Ihnen zu dieser Zeit? Poirot's Augen wanderten von Gesicht zu Gesicht. Dr. Hartley? In der Bibliothek mit Mr. Crane. Mr. Crane? Ebenfalls in der Bibliothek. Außer als ich für fünf Minuten zur Toilette ging. Lady Margaret? In meinem Zimmer mit Kopfschmerzen. Mr. Whitmore. In the library with the gentlemen, then I pulled myself back into the smoking room for ten minutes. And Miss Ashworth? Vivienne swallowed.
In the living room, mostly with Lady Margaret. But I went away twice. Each of them had a chance, said Poirot. But only one had the means, the key. He pulled something out of his bag, Einen kleinen goldenen Schlüssel an einem abgerissenen Kettenstück. Dieser Schlüssel wurde heute Morgen gefunden. Von Inspektor Lestrade. Raten Sie wo? Niemand antwortete. Im Abfluss der Toilette im Erdgeschoss. Der Mörder versuchte ihn wegzuspülen, aber er blieb im Sieb stecken. Sebastian Crane wurde eine Spur blasser.
Die Toilette, die ich benutzte. Genau, Mr. Crane. Die Toilette, die sie während des kritischen Zeitraums aufsuchten. Crane straffte sich. Das beweist gar nichts. Jeder hätte ihn dort hinwerfen können. Das ist wahr, aber lassen Sie mich Ihnen eine Geschichte erzählen. Poirot setzte sich. Sir Reginald lud sie alle hierher ein.
Aus verschiedenen Gründen. Dr. Hartley, um die Artefakte zu authentifizieren. Mr. Whitmore als seinen Anwalt und Freund. Lady Margaret und Miss Ashworth als Familie. Aber Sie, Mr. Crane, warum Sie? Ich bin ein angesehener Antiquitätenhändler. Sie sind ein Mann, ehe dessen Partner sich wegen Sir Reginald's Betrugs das Leben nahm. Sie sind ein Mann, der Miss Ashworth umwarb, nicht aus Liebe, sondern aus Gier nach ihrer kommenden Erbschaft. Und Sie sind ein Mann mit Schulden. Crane's Augen verengten sich. Schulden.» Inspector Lestrade hat recherchiert. Ihr Geschäft steht vor dem Bankrott. Sie schulden verschiedenen Gläubigern über 20.000 Pfund. Eine Heirat mit Miss Ashworth wäre sehr praktisch gewesen. Das ist lächerlich. Ist es das?
Lassen Sie mich fortfahren. Sie kamen hierher mit einem Plan. Sie wussten von Sir Reginald's Selbstmordabsichten. Wie, werde ich gleich erklären. Sie beschlossen, ihm zuvor zu kommen. Wenn Sir Reginald starb, würde Vivienne erben, und in ihrer Trauer, ihrer Verletzlichkeit, würden sie da sein, der charmante, unterstützende Freund. Vivienne stand auf, schon ihr Gesicht weiß. Sebastian, ist das wahr? Natürlich nicht. Vivienne, Sie müssen mir glauben. Setzen Sie sich, Mr. Crane, sagte Poirot scharf. Ich bin noch nicht fertig. Aber Crane machte einen Schritt zur Tür. Ich muss mir diese Beschuldigungen nicht anhören. Inspektor!
Lestrade stellte sich vor die Tür, die Hand an seinem Gürtel. Poirot fuhr fort. Sie brauchten den Schlüssel, aber wie sollten Sie ihn von Sir Reginald's Uhrkette bekommen? Der Moment kam beim Dinner. Erinnern Sie sich, es gab ein kleines Missgeschick? Er wandte sich an Vivienne. Miss Ashworth, was passierte während des Desserts? Vivienne runzelte die Stirn. Ich... Mr. Crane stieß sein Weinglas um. Es ergoss sich über Onkel Reginald's Weste. Genau!
Und was tat Sir Reginald? Er stand auf, entschuldigte sich, ging nach oben, hieß um sich umzuziehen. Aber er ging nicht allein, nicht wahr? Mr. Crane begleitete ihn, um sich zu entschuldigen. Poirot nickte zufrieden. Und dort, in Sir Reginald's Zimmer, während der alte Mann seine Weste wechselte, Stahlen Sie den Schlüssel von seiner Uhrkette. Ein schneller Griff, ein geschickter Dieb.
Sir Reginald bemerkte nichts. Crane lachte, aber es klang hohl. Reine Spekulation. Können Sie es beweisen? Oh ja. Poirot zog ein weiteres Papier aus seiner Tasche. Dies ist ein Brief, den Sir Reginald an mich schrieb. Offenbar kurz vor seinem Tod. Er notierte, Crane verhielt sich merkwürdig beim Dinner. Er kam mir zu nahe, während ich die Weste wechselte. Warum? Das ist...
Dann gingen sie hinunter ins Laboratorium, holten das Zyankali und mischten es in Sir Reginald's Wasserglas, während er noch unten war. Sie wussten, und er würde bald nach oben gehen, sein Glas Wasser trinken und sterben. Ein perfekter Selbstmord. Aber warum würde ich den Schlüssel wegwerfen? fragte Crane verzweifelt. Das ergibt keinen Sinn. weil sie ihn nicht in ihrem Besitz haben wollten, wenn die Polizei kam. Sie dachten, er würde wegspülen. Ein kleiner Fehler, aber ein entscheidender. Crane sah sich im Raum um, sein Gesicht eine Maske aus Panik und Wut. Dann, plötzlich, zog er but a decisive one. Crane saw himself in the room, his face a mask of panic and anger. Then, suddenly, he pulled a small pistol out of his jacket bag. Back!
Everyone stay back! Vivienne screamed. Lestrade grabbed his own weapon, but Crane pointed the pistol at Poirot. You damn Belgian fool, whistled Crane. So clever, so sharp-minded. aber nicht clever genug. Mr. Crane, sagte Poirot ruhig. Es ist vorbei. Legen Sie die Waffe weg. Nein, ich habe nicht all das durchgemacht. Und um jetzt zu scheitern.
Reginald verdiente es zu sterben. Er zerstörte Gerald. Er stand zwischen Vivienne und mir. Er... Er was, Mr. Crane? Eine neue Stimme sprach von der Tür. Alle drehten sich um. Dort stand eine ältere Frau in einem schwarzen Umhang, ihr Gesicht von der Kapuze beschattet. Wer zum Teufel, begann Crane. Die Frau zog die Kapuze zurück. Es war niemand, den sie kannten. Eine Fremde mit scharfen Zügen und kalten, grauen Augen.
Mein Name ist Eleanor Thornbridge, sagte sie. Gerald Thornbridge's Witwe. Und ich bin hier, um die Wahrheit zu sagen. Poirot lächelte leicht. Ah, Mrs. Thornbridge. Wie pünktlich Sie sind. Crane starrte sie an. Die Pistole zitterte in seiner Hand. Eleanor? Was? Wie? Ich schrieb die anonymen Briefe, sagte sie kalt. Nicht an Sir Reginald. An Sie, an Sebastian. Kapitel 7 Die brillante Auflösung Die Bibliothek war totenstill. Alle Augen waren auf Eleanor Thornbridge gerichtet. die wie eine Rachegöttin in der Tür stand, ihr Gesicht hart wie Marmor. Sebastian Crane wich zurück, die Pistole immer noch in seiner zitternden Hand. Eleanor, ich verstehe nicht.
Natürlich verstehst du nicht, sagte sie verächtlich. Du hast nie verstanden, nicht damals, als Gerald starb, und nicht jetzt. Poirot erhob sich langsam, seine Bewegungen bedächtig, um Crane nicht zu provozieren. Mrs. Thornbridge, vielleicht möchten Sie uns Ihre Geschichte erzählen. Sie nickte, trat weiter in den Raum, aber ihre Augen verließen Crane nie.
Vor zehn Jahren waren mein Mann Gerald und dieser Mann hier, sie zeigte auf Crane. Geschäftspartner. Sie kauften gemeinsam eine Sammlung römischer Münzen von Sir Reginald Ashworth. 50.000 Pfund, ihr gesamtes Kapital. Ihre Stimme brach leicht. Als die Münzen sich als teilweise gefälscht erwiesen, war das Geschäft ruiniert. Aber nicht nur das Geschäft.
Gerald war ein Mann von Ehre. Die Schande war für ihn unerträglich. Er erhängte sich in unserem Arbeitszimmer. Das wussten wir bereits, sagte Lestrade sanft. Aber das wussten sie nicht. Sebastian Crane war es, der die Münzen auswählte. Er bestand darauf, sie zu kaufen. Gerald hatte Zweifel, aber Sebastian überzeugte ihn.
Und wissen Sie warum? Sie zog einen Brief aus ihrer Tasche. Weil Crane eine Vereinbarung mit Sir Reginald hatte. Crane wusste, dass einige Münzen gefälscht waren. Reginald versprach ihm 20.000 Pfund, wenn er Gerald davon überzeugte. Die gesamte Sammlung zu kaufen. Es war eine Falle. Mein Gerald war das Opfer. Vivienne keuchte.
Das ist monströs. Crane schüttelte den Kopf wild. Lügen. Alles Lügen! Hier ist der Beweis. Eleanor warf den Brief auf den Tisch. Ein Brief von Reginald and Crane, in dem die Details ihrer Abmachung stehen. Ich fand ihn in Gerald's Nachlass, versteckt zwischen anderen Papieren. Er hatte es kurz vor seinem Tod herausgefunden.
Poirot nahm den Brief und las ihn schnell. Sein Gesicht verfinsterte sich. Tatsächlich. Hier steht alles. Mr. Crane, Sie haben Ihren eigenen Partner verraten. Ich, es war nicht so, wie es klingt. Es war genau so, unterbrach Eleanor scharf. Und ich habe zehn Jahre gewartet, um Rache zu nehmen. Ich verfolgte dich, Sebastian. Ich erfuhr von deinen Schulden, deinem bankrotten Geschäft, deiner verzweifelten Jagd nach Miss Ashworth und ihrem Vermögen. Sie wandte sich an Poirot. Vor drei Monaten erfuhr ich, dass Sir Reginald eine Präsentation plante und dass Crane eingeladen werden würde.
Ich wusste, das war meine Chance. Sie schrieben die Briefe, sagte Poirot nachdenklich. Aber nicht an Sir Reginald. Nein, ich schrieb an Crane. Anonyme Briefe, in denen ich andeutete, dass ich seine Rolle in Gerald's Tod kannte. Dass ich es allen erzählen würde. Der Polizei, den Zeitungen, Miss Ashworth. Sie trieben ihn zur Verzweiflung. Ich trieb ihn zum Mord. Ihre Augen glitzerten mit dunkler Befriedigung. Ich wusste, er würde etwas Dummes tun, und er tat es. Crane sank auf einen Stuhl.
Die Pistole baumelte nutzlos in seiner Hand. Du, das alles war ein Plan? Du wolltest, dass ich... Ich wollte, dass du leidest. Wie Gerald litt. Wie ich litt. Eleanor wandte sich an Poirot. Aber ich schwöre, Monsieur Poirot, ich habe Sir Reginald nicht getötet. Das war ganz seine eigene Idee. Moment, sagte Lestrade verwirrt. Wenn Mrs. Thornbridge die Briefe an Crane schrieb, wer schrieb dann die Briefe an Sir Reginald? Poirot drehte sich langsam um und sah Lady Margaret an. Die ältere Dame saß wie versteinert da, ihr Gesicht ausdruckslos. Lady Margaret, sagte Poirot sanft. Möchten Sie es Ihnen sagen? Oder soll ich?
Eine lange Stille. Dann, mit einer Stimme wie Eis. Ich schrieb sie. Ich wollte, dass Reginald wusste, dass ich die Wahrheit über Harold kannte, dass seine Verbrechen ihn eingeholt hatten. Aber sie töteten ihn nicht. Nein, ich wollte, dass er lebte, mit der Angst, mit der Schuld. Der Tod wäre zu einfach gewesen. Poirot nickte. Mam, so haben wir also drei getrennte Intrigen. Mrs. Thornbridge oppressed Mr. Crane. Lady Margaret threatened Sir Reginald. And Sir Reginald himself planned his own suicide.
Everyone left at the same time, without anyone knowing about the others. He turned to Crane again. But you, Mr. Crane, misunderstood the situation completely. You thought Sir Reginald would get rid of you. You thought the anonymous letters came from him, so you killed him. Crane laughed bitterly. Brilliant, isn't it?
I killed the wrong man for the wrong reason. Put down the weapon now, said Lestrade. Crane looked at the pistol in his hand as if he were seeing her for the first time. Then, suddenly, he pointed it at his own sleep. No, said Vivienne, but Poirot was faster. In an amazing movement for a man of his age, he jumped forward. und schlug Crane die Waffe aus der Hand.
Sie fiel zu Boden, und Lestrade stürzte sich auf Crane, drückte ihn nieder und legte ihm Handschellen an. Es ist vorbei, Mr. Crane, sagte Poirot leicht außer Atem. Kein weiterer Tod, nicht heute. Während Lestrade Crane abführte, wandte sich Poirot an die verbleibenden Anwesenden. Meine Damen und Herren, dies war ein komplizierter Fall. Nicht weil das Verbrechen selbst komplex war, sondern weil so viele Menschen, so viele verschiedene Geheimnisse hatten. Jeder von ihnen hatte ein Motiv.
Jeder von ihnen hatte Gelegenheit. Aber nur einer hatte die Kühnheit und Verzweiflung, tatsächlich zu handeln. Er setzte sich, plötzlich müde wirkend. Sir Reginald Ashworth war kein guter Mann. Er war ein Mörder, ein Betrüger. Ein Manipulator. Aber das Gesetz ist klar. Mord ist Mord. Unabhängig vom Charakter des Opfers.
Und was wird mit uns geschehen? fragte Dr. Hartley leise. Das liegt nicht in meiner Hand. Aber ich glaube nicht, dass jemand außer Mr. Crane strafrechtlich verfolgt wird. Sie alle wurden von Sir Reginald geschädigt. Das ist keine Entschuldigung für Mord, aber es erklärt viel. Er wandte sich an Eleanor Thornbridge. Mrs. Thornbridge, ihr Plan war gefährlich. Sie manipulierten einen Mann zum Mord.
Ich wollte nur Gerechtigkeit für Gerald. Gerechtigkeit, ja, aber zu welchem Preis? Poirot schüttelte den Kopf. Rache vergiftet die Seele, Madame. Sie haben Mr. Crane nicht geheilt, sondern sich selbst beschädigt. Eleanor sah weg, zum ersten Mal unsicher. Vivienne stood up, her face overflowing with tears. Monsieur Poirot, is the diary the truth about my parents? Is it true? Poirot took her hand gently. I fear, yes, mademoiselle. Her uncle arranged her Eltern, ist es wahr? Poirot nahm ihre Hand sanft.
Ich fürchte, ja, Mademoiselle. Ihr Onkel arrangierte ihren Tod. Es tut mir leid. Wie kann ich damit leben, mit dem Wissen, dass ich all die Jahre unter dem Dach ihres Mörders lebte? Sie leben damit, indem sie weitermachen, indem sie ein besseres Leben führen, als er es tat. Das ist die beste Rache, ein gutes Leben. Drei Tage später stand Poirot am Bahnhof von Morton in March und wartete auf den Zug nach London.
Der Fall war abgeschlossen. Sebastian Crane war verhaftet und würde des Mordes angeklagt werden. Die anderen waren freigelassen worden, aber mit dem Wissen, dass ihre Geheimnisse nun ans Licht gekommen waren. Inspektor Lestrade kam, um sich zu verabschieden. Ein bemerkenswerter Fall, Monsieur Poirot. Ah, ich habe viel gelernt. Sie sind zu freundlich, Inspektor.
Aber sagen Sie mir, haben Sie herausgefunden, ob die römischen Artefakte tatsächlich auf dem Anwesen gefunden wurden? Lestrade lächelte. Ja. Dr. Hartley bestätigte, dass die Ausgrabungsstelle authentisch ist. Ironischerweise war Sir Reginald's letzte Entdeckung echt. Vielleicht wollte er seinen Ruf wiederherstellen, bevor er starb. Oder vielleicht said Poirot, thinking. Did he want to leave something good behind? A last gesture of remorse.
Do you believe he regretted his crimes? I believe he was a complex man, mon ami, capable of great cruelty, but also of great cowardice. The diary shows remorse, but it also shows rationalizations. He regretted what he had done, but he would probably do it again. Der Zug pfiff in der Ferne.» Ah, und Miss Ashworth?«, fragte Lestrade.» Was wird aus ihr?«» Sie erbt ein Vermögen und ein Anwesen.
Aber noch wichtiger, sie ist frei. Frei von ihrem Onkel, frei von Sebastian Crane, frei, ihr eigenes Leben zu leben. Das, Inspektor, ist das Beste, was aus dieser Tragödie entstehen kann.« Als der Zug einfuhr, reichte Lestrade Poirot die Hand.» Es war mir eine Ehre, mit Ihnen zu arbeiten.« Die Ehre war ganz meinerseits. Poirot stieg in das erstklassige Abteil und ließ sich auf dem gepolsterten Sitz nieder. Als der Zug sich in Bewegung setzte, sah er aus dem Fenster auf die vorbeiziehende Landschaft der Cotswolds, die honigfarbenen Steinhäuser, die sanften Hügel, die alten Bäume. Irgendwo da draußen war Ashworth Manor mit all seinen Geheimnissen und Tragödien. Aber Hercule Poirot würde nicht zurückkehren.
Der Fall war gelöst, die Wahrheit war ans Licht gekommen, und seine kleinen grauen Zellen waren bereit für das nächste Rätsel. Er lehnte sich zurück, faltete die Hände über seinem Bauch und lächelte leicht. Zephinie, murmelte er. Und es war, wie immer, ganz außerordentlich befriedigend. Der Zug rollte weiter in Richtung London, während die Sonne langsam hinter den Hügeln versank. und ein goldenes Licht über das Land warf. Ein Ende, das gleichzeitig ein Anfang war. Epilog Sechs Monate später las Poirot in seiner Londoner Wohnung die Zeitung, als ein Artikel seine Aufmerksamkeit erregte, Ashworth-Sammlung dem British Museum gespendet. Miss Vivian Ashworth, Erbin des Ashworth-Vermögens, hat heute bekannt gegeben, dass sie die gesamte archäologische Sammlung
ihres verstorbenen Onkels, einschließlich der wertvollen römischen Artefakte, and dem British Museum spendet. Mein Onkel liebte die Geschichte, sagte Miss Ashworth. Es ist nur richtig, dass diese Schätze der Öffentlichkeit gehören. Zusätzlich hat Miss Ashworth die Ashworth Stiftung gegründet, die Stipendien für junge Archäologen vergibt. zu Ehren von Richard Hartley und anderen, die durch Betrug im Antiquitätenhandel geschädigt wurden. Miss Ashworth selbst hat sich an der Universität Oxford eingeschrieben, um Archäologie zu studieren.
Ich möchte die Vergangenheit verstehen, sagte sie, nicht um in ihr zu leben, sondern um aus ihr zu lernen. Poirot faltete die Zeitung zusammen und lächelte. Sehr gut, Mademoiselle, murmelte er. Sehr gut, indeed. Er stand auf, ging zu seinem Spiegel und korrigierte eine mikroskopisch kleine Unregelmäßigkeit in seinem linken Schnurrbart.
Ordnung war wiederhergestellt, im Äußeren wie im Inneren, und Hercule Poirot war zufrieden.