Hey München· Folge 124

#36 Hat das Clubsterben ein Ende? / Erzieherin misshandelt Kita-Kinder

Donnerstag, 22. Oktober 2026 · 22 min

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Shownotes

Mit dem „Printhouse“ am OEZ hat eben erst ein neuer Club aufgemacht. Ein zweiter soll bald folgen: Die Macher des DNA planen mit dem „Sonder“ ein Großprojekt im Werksviertel. Ist München damit auf dem Weg, Berlin Konkurrenz zu machen? Um diese – zugegebenermaßen etwas zugespitzte – Frage geht es im Gespräch zwischen den SZ-Redakteuren Tim Brack und Linus Freymark.

Einem Kind hat sie mehrmals in den Bauch geboxt, einem anderen den Ellbogen ausgerenkt: Vor Gericht musste sich eine 58-jährige Erzieherin wegen Gewalt gegen ihr anvertraute Kinder verantworten. Der Fall ist erschütternd, weil er auch die Frage aufwirft, warum die Frau so lange in der Einrichtung weiterarbeiten durfte. Im Podcast erfahrt ihr, wie der Prozess ausgegangen ist und welche Lücken im System es womöglich gegeben hat.

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Alles Wurscht, Nikolaiplatz 3, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 bis 20 Uhr, Samstag 12 bis 20 Uhr, unbedingt probieren: die (vegane) Currywurst (ab 5,30 Euro)

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Moderation: Tim Brack, Linus Freymark
Redaktion: Anna-Maria Salmen, Antonia Franz, Jaqueline Lang,Tim Brack, Heiner Effern
Redaktionsschluss: Dienstag, 20. Oktober 2026, um 15 Uhr

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

In München ist oft vom Club sterben die Rede. Dabei gibt es jetzt zwei neue Läden in der Stadt. Wir schauen uns die Szene an und die Lage der Clubs in München. Und dann widmen wir uns noch einen sehr verstörenden Thema. Es geht um eine Erzieherin, die Kita-Kindermiss handelt hat. Die stand vor Gericht und wurde verurteilt.

Da fragt man sich natürlich Warum konnte sie so lange so schlecht zu Kindern sein? Und damit hallo und herzlich willkommen zu Hey München, dem Podcast für unsere Stadt. Hier gibt es alles Wichtige aus München! Ich bin Linus und freue mich sehr dass ich die aktuelle Folge mit Tim machen darf. Hi auch von meiner Seite.

Ja Linus wie geht's dir denn so? Hast dich gut erholt von unserem ersten Live-Event den PubQuest im Beisel? Ja, voll. Aber ich muss sagen, ich bin schon noch ein bisschen geflasht! Das war einfach ein super Abend. der Laden war bis auf den letzten Platz voll. Es tut uns leid für alle die leider keinen Platz mehr bekommen haben aber wir versprechen euch hoch und heilig Wir machen das auf jeden Fall nochmal geben das dann natürlich hier bei Hellmünchen bekannt Falls ihr uns live erleben wollt und nicht mehr bis zum nächsten Pubquiz warten wollt, am XXIII.

Oktober sind wir wieder auf der Bühne bei der Nacht der Autorinnen und Autoren der Süddeutschen Zeitung. Alle die ein Ticket ergattert haben können uns ab siebzehn Uhr auf der bühne im Kulturzentrum Luise erleben. Genau! Und da gibt es eine Live-Folge also könnt ihr mal sehen wie wir live arbeiten. Ja Linus das ist ja echt eigentlich schon bahnbrechend was jetzt passiert ist.

in München hat neuer Club aufgemacht. normalerweise hört man immer nur Da gemacht was zu Clubsterben, großes Stichwort. Welcher Club hat er aufgemacht und was ist da noch in der Pipeline? Das Print House hatten wir letzte Woche hier auch schon als Good News. Ist am OEZ in Mosach in einer ehemaligen Zeitungsdruckerei.

jetzt am vergangenen Wochenende war das große Opening. Ich war leider selber nicht da, aber was ich so auf Instagram und Co. gesehen habe muss sagen das sah schon echt stark aus ist eben in so einem alten Druckereigebäude. Industrial Charme sah schon sehr cool aus um da auf Techno feiern zu gehen. Und das ist ja nicht der einzige Club der jetzt aufgemacht hat sondern es gibt hier auch noch einen zweiten der demnächst aufmachen soll nämlich dass Sonder im Werksviertel.

von den Machern des DNA Ich hab's ja gerade gesagt sind ihr ungewöhnliche Nachrichten neue Clubs in München. Würdest du sagen, ist das jetzt irgendwie eine Trendwende? Kommen noch mehr Globes. Machen wir jetzt bald Berlin-Konkurrenz wahrscheinlich ähnlich oder? Also in Konkurrenzen mit Berlin wird München glaube ich nie treten können.

dafür sind die Rahmenbedingungen hier einfach nicht dieselben und die Hauptstadt ist uns da glaube ich schon auch in einigen Schritten voraus. aber es ist jetzt halt schon einfach mal seit langem wieder so dass zwei Läden quasi auf einmal aufmachen. Ja, so Clubs wo man sich sagt okay die gibt es jetzt bislang eher weniger hier in der Stadt.

also auch dieses Sonder das jetzt dann im Werksviertel aufmachen soll hat Platz für bis zu tausend fünfhundert Gäste. Das ist schon in einer Größenordnung mit den Bergheimen in Berlin oder dem Bootshaus in Köln. ich finde immer solche Vergleiche nur größer heißt ja nicht dass es auch direkt so gut ist aber es spricht schon dafür in welcher Liga das spielen soll.

Also zumindest mal eine Option mehr. Die Stadt ist ja jetzt nicht gerade gesegnet mit vielen verschiedenen Clubs und man hat nicht so viel Auswahlmöglichkeit, wenn man jetzt feiern gehen will. Genau zum einen das und zum anderen beide Locations sind noch mal ein bisschen was anderes. also es sind nicht nur reine Clubs sondern da sollen eben auch Konzerte Ausstellungen Gastronomie Betriebe irgendwie Platz finden und das ist dann so rund um Paket eigentlich was einen da erwartet.

wird dieses Grundumpaket dann jetzt gemacht, weil ein Club alleine nicht bestehen könnte. Also woran oder womit kämpfen denn die Clubs in München so? Warum gibt es zu wenige? oder warum hört man immer wieder das Welche zumachen? Naja also das große Münchner Problem ist wie glaube ich in allen anderen Lebensbereichen auch einfach die Preise für Mieten und es gibt hier halt einfach extrem wenige geeignete Locations, die obendrein bezahlbar sind.

Also wenn wir uns jetzt auch mal die Entwicklung in der letzten Zeit anschauen zum Beispiel erinnerst du dich noch ans Harry Klein das musste ja vor ein paar Jahren zu machen ist einem Hotel gewichen oder auch beim Blitz das musste jetzt eben den Umbau arbeiten weichen. Es ist einfach so dass Clubs halt vielleicht jetzt auch nicht so besonders gerne gesehenen Mieter sind und dann eben in großer Konkurrenz stehen zu Investoren, die halt in den gleichen Flächen, Hotels oder Wohnungen entwickeln wollen.

Und ich glaube da haben halt viele Vermieter einfach so bisschen den Gedanken, naja bevor wir jetzt hier einen Club reinlassen das könnte Stress mit Nachbarn Anwohnern etc. geben machen wir halt vielleicht lieber was anderes da rein. und das ist glaube ich schon so ein Problem, dass die Clubs hier besonders haben.

Und es ist halt so... Ich meine gerade in der Innenstadt sind halt die Räume einfach knapp! Deswegen ist es jetzt vielleicht auch so, also das Print House ist ja am OEC in Mosach draußen. Das könnte vielleicht schon so einen Indikator dafür sein, trennt, vielleicht ein kleines bisschen dahin geht. Okay wir müssen jetzt nicht mehr unbedingt in der Innenstadt sein sondern wir wollen dass die Leute bewusst zu uns rausfahren um hier einen schönen Abend zu haben und da ist es natürlich gut so viel anbieten zu können wie nur irgendwie geht.".

Ja ich weiß noch was Garzari Kleine erwähnt als das zugemacht hat. Freunde von mir die waren da die sind da sozusagen drin aufgewachsen also für die war das erste Anlaufstationen und das ja wirklich irgendwas zusammengebrochen als das dann geschlossen hat. Ja, ich glaube es geht vielen so und deswegen ist glaube ich auch die Trauer immer so groß wenn ein Club zumacht weil viele Leute haben da ja Teile ihrer Jugend verbracht.

Und wenn dann der Laden zu macht, dann ist das ja schon so ein bisschen okay. jetzt endet auch für mich irgendwie ein Lebensabschnitt. also bei mir war das auch noch so. Ich weiß noch als dass Krux zugemacht hat. Amarienplatz und legendärer Hip-Hop Club wo ich wirklich viele Arnde verbracht habe war eigentlich echt immer geil nette Leute geile Musik.

Als der zugemacht hat, war ich schon auch echt traurig und es hat sich einfach so angefühlt als würde jetzt ein Lebensabschnitt zur Ende gehen. Das zeigt auch wie wichtig Clubs sind für eine Kultur in der Stadt dass man nicht nur sage mal Hochkultur hat sondern auch ja für auch jüngere Leute oder Leute die anders feiern gehen wollen.

das ist sowas einfach gibt. Total! Und ich meine man hat ja gesehen was passiert wenn Clubs wegbrechen während Corona. Also es ist ja jetzt nicht so, dass die Leute dann alle zu Hause bleiben. Sondern da hat man ja schon gemerkt, okay? Die Leute wollen rausgehen, wollen was erleben, wollen feiern und dann ist ja dieser Rahmen weggebrochen den die Clubs bieten Und die Folge war ja teilweise das pure Chaos.

also ich war damals auf der Türkenstraße zum Beispiel unterwegs oder in der Nähe der LMU Und es war ja wirklich Wahnsinn, was da abgegangen ist. Weil halt niemand so die Strukturen geschaffen hat in denen die Leute zwar feiern und Spaß haben können aber wo eben doch einfach noch ein gewisser Sicherheitsrahmen gegeben ist.

und dann sind alle total durchgedreht und das war mega voll! So wurde wild gefeiert Das kann man so sagen, teilweise auch wilder als wild. Unser Kollege Philipp Krone hat jetzt mit dem Betreiber der Paradiso-Tanzbahnen Interview geführt und er hat ein recht düsteres Bild gezeichnet und zwar hat er gesagt die ganze Clubszene wie wir sie heute kennen existiert in zwanzig Jahren nicht mehr Ein verheerendes Bild.

glaubst du das hat auch irgendwie was mit einer Generation fahrend zu tun? gehen die jüngeren Menschen vielleicht nicht mehr so feiern nicht in Clubsfeiern? wandelt sich da gerade etwas oder liegt es wie Du eben gesagt hast einfach nur daran? Ja, Mieten sind teuer weniger Clubs. Deswegen müssen die sich auch was anderes suchen.

Also zum Paradiso muss man zuerst mal dazu sagen Auch das muss demnächst zumachen Zwar erst in zwei Jahren aber auch da läuft der Mietvertrag aus und wird nicht verlängert. Und wo Jürgen Maier ja schon auf jeden Fall einen Punkt hat ist dass junge Leute ein bisschen anders leben als vielleicht noch vor ein paar Jahrzehnten.

Also es ist ja schon der Trend dahingehend, das man immer bewusster lebt, vielleicht eher irgendwie morgens um sechs ins Fitnessstudio geht, als gerade aus dem Club nach Hause kommt. Das ist ja so einen Trend oder gesellschaftlicher Wandel, der mit Sicherheit auch durch Social Media befeuert wurde. aber das könnte ich mir schon vorstellen... traditionellen Clubs zu schaffen macht, wenn die Leute halt nicht mehr bis um vier fünf sechs Uhr morgens feiern und trinken sondern halt früher nach Hause gehen damit sie den nächsten Tag eben fit sind.

Das sehe ich schon. gleichzeitig glaube ich aber schon dass trotz aller Selbstoptimierung auch noch genügend Hildonisten hier in München rumlaufen, die einfach gerne Spaß haben, gerne auch mal über die Strenge schlagen und für diese Leute braucht es ja Orte an denen man das ausleben kann. Es ist natürlich schon so ein bisschen die Gefahr, dass es vielleicht dann nicht mehr für alle Clubs reicht, sage ich jetzt mal.

Und wenn dieser Trend so weitergeht, das dann schon dazu führen kann, dass vielleicht noch ein paar Läden zumachen müssen. Aber jetzt im Großen und Ganzen werden wir schon auch in zwanzig Jahren noch Clubs haben. Die werden vielleicht anders aussehen und auch Clubs müssen auf gesellschaftliche Veränderungen natürlich reagieren.

Aber dass es das gar nicht mehr gibt, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Aber wer weiß? Blicken die Glaskugel ist immer schwierig! Du bist auf jeden Fall optimistisch. Vielleicht können wir uns ja einfach einen der neuen Clubs angeschauen und dann fällen wir ein Urteil, ob es damit bergauf oder bergab geht.

Das können wir machen! Dann gehen wir mal zusammen ins Print House und berichten hier von unseren Erfahrungen. Wie ist das denn bei euch? Wie geht ihr den Feiern? Findet ihr Clubs noch angesagt? Geht dir gerne in Clubs? Schreibt uns gerne auf Instagram. Da findet ihr uns unter sz-münchen oder bei Spotify einfach unter die Folge kommentieren.

Damit kommen wir zu unserem zweiten Thema und da geht es um einen Fall, der glaube ich die Urangst aller Eltern berührt. Man bringt sein Kind in die Kita und später kommt raus – dort ist eine Erzieherin, die dein Kind mishandelt hat! So ist das tatsächlich in einer Münchner Kita geschehen? Ja, das ist wirklich ein beklemmender Fall muss ich sagen.

also auch als ich darüber gelesen habe dachte mir so wow der geht so richtig an den Nieren. Und zwar geht es um eine Erzieherin, die ist fifty- acht Jahre alt. Die musste sich jetzt auch vor Gericht verantworten für ihre Taten und sie war eben in einer Münchner Kita im Außenbezirk. War die angestellt und die war vor allem für ne Kleinkindergruppe zuständig.

also Alter ein bis drei Jahre. wenn man sich das vorstellt sind ja wirklich teilweise noch gefühlt. Babys so... ...die brauchen viel Hilfe und sind den Aufsichtsperson eigentlich ausgeliefert. Können doch nicht so richtig sprechen. teilweise tragen sie noch Windeln, also die sind wirklich noch hilfsbedürftig auch.

Und diese Frau hat die Kinder aber aus heftigstem es handelt, psychisch und auch physisch. Die hat unter anderem ein Kind so heftig am Handgelenk gepackt und in den Gruppenraum geschleudert dass der Ellenbogen ausgerenkt war. dann hat die einen kind mit dem Stuhl so ruckartig an den Tisch geschoben das es Kind sich die Lippe blutig geschlagen hat Ein Kind hat sie dreimal in den Bauch geschlagen.

Das muss man sich vorstellen, so ein bis drei Jahre alte Kinder zu schlagen und dann noch mit der Faust in dem Bauch. Das klingt absolut fürchterlich! Ja also es ist wirklich brutal und Sie hat auch kinderrassistisch beleidigt die eine dunklere Hautfarbe haben. Sie hat Kinder länger nicht gewickelt, sie hat den Essen und Trinken entzogen wenn die sich nicht benommen haben.

Eine Ermittlerin hat vor Gericht gesagt eigentlich alles quer durchs Strafgesetzbuch. Absolut erschütternd, was diese Frau mit den Kindern gemacht hat. Das kann man ja sagen das hat ein Gericht festgestellt dass es erwiesen. sie hat ja auch gestanden. genau jetzt stellt sich da natürlich auch immer die frage warum macht jemand sowas?

Die antwort konnte dieses verfahren leider nicht geben. Also das schwebt so überall. warum macht diese frau das? aber ich glaube das ist sowas. Niemand kann es nachvollziehen was da in ihr vorgegangen ist. und Ja leider muss man dieses. warum? Mit dem muss man jetzt leben. Das ist sowas Betrückendes, was das Ganze noch mal schlimmer macht.

Nicht dass es erleichtern würde, wenn man wüsste warum aber... Es bleibt die Große unbekannt? Richtig! Was ich ja hoffentlich entgegen ermitteln ließ, ist die Frage wie lange ging denn das ganze und wie kamen das letztendlich raus? Ja das ging über ein Jahr und zum ersten Mal bekannt geworden ist, ist das vergangenen Sommer im Juni und da hat dann die Kita-Leiterin nach dem Kolleginnen von der Erzieherin bei ihr vorstellig geworden sind Hat es dann gemeldet und an den Kita-Träger weitergetragen.

Und der hat es dann eskaliert zu der städtischen Stelle, die auch die Kitas beaufsichtigt... ...und dann hat das alles seinen Lauf genommen. Davor gab's schon mehrere Anläufe aber das ist halt nie soweit eskalierend dass dann jemand eingeschritten ist. Und das ist glaube ich auch ein Problem dieses Falses, dass es über sehr lange Zeit ging ohne dass wirklich was passiert ist, da es an verschiedenen Stellen sind dann Informationen an die falschen Leute herangetragen wurden oder nicht weitergeleitet worden oder irgendwo versandet.

Es hat lange gedauert Aber es ist ja jetzt doch vor kurzem zum Prozess gekommen, bevor wir auf das Urteil zu sprechen kommen. Würde mich interessieren wie hat sich die angeklagte Erzieherin vor Gericht verhalten? Also hat sie ihr Leid getan und hat sie Reue gezeigt? Wie hat sie sich da im Gerichtszeit präsentiert?".

Dazu hören wir jetzt unsere Kollegin Katrin Alnhoff. Die hat den Fall schon von Anfang an mitverfolgt und betreut und war auch am Gericht und hat darüber berichtet was da passiert ist. Also es waren ja zwei Verhandlungstage und am ersten Verhandelungstag saß sie da mit sehr unbewegter Mine, hatte die Hände so vor sich auf dem Tisch gefaltet.

Und er hat eigentlich kaum aufgeschaut. Egal was da verlesen wurde... Manchmal hätte man so gesehen das ich ihr Brustkorb bewegt, dass sie sehr tief ein- und außeratmet. Aber das war irgendwie das Maximum der Gefühlsäußerungen an den ersten Prozesstag. Am zweiten Prozestag war sie dann ganz anders. Vor allem als denn die Eltern ausgesagt haben als Zeugen und erzählt haben, wie es ihren Kindern geht.

Und diese Erzieherin hat das Vertrauen missbraucht, was sie ihr entgegen gebracht haben. Da hat man schon gesehen, dass die Angeklagte sehr berührt. Sie hatte dann auch angefangen zu weinen. Sie hat sich bei den Eltern entschuldigt aufgestanden und hat die Eltern angeschaut und sich direkt bei ihnen entschuligt und sie um Verzeihung gebeten und gesagt, dass sie sich selbst nicht verzeihen kann.

Das war so ein sehr ... Ehrlicher Moment, denke ich. Das habe ich hier auf jeden Fall abgenommen diese Entschuldigung und das hat sie sehr betroffen gemacht. dann glaube ich nochmal so zu hören was ihr diesen Kindern angetan hat und den Eltern. Ja Katrin hatte angeklagten Erzieherin die Reue abgenommen aber welche Strafe hat die Frau denn jetzt bekommen?

Die wurde jetzt zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Das ist gerade noch auf Bewährung aussetzt? Gerade noch auf Bewerbung und da hat es halt auch eine Rolle gespielt dass sie ihm Reue gezeigt hat sich entschuldigt hat auch aufrichtig geklungen hat. Zudem hat sie noch ein preijähriges Berufsverbot bekommen.

und was man auch sagen muss, das Urteil gegen Sie jetzt wegen Kindesmisshandlung steht auch in Ihrem Führungszeugnis für zwölf Jahre, d.h., sie ist eigentlich raus aus diesem Job weil jeder Kita-Träger jede Einrichtung die da sieht, da hat ihr keine Chance mehr in diesen Beruf zu arbeiten. Ja das wäre ja auch tatsächlich fahrlässig wenn man sich die Vorwürfe anschaut dass die Frau dann wieder arbeiten könnte.

Es ist ja auch tatsächlich schon extrem befremdlich, dass sie so lange damit durchgekommen ist. und da ist man ja immer bei der großen Frage wie konnte das solange passieren? Und da stellt sich ja schon auch schnell irgendwie die Frage nach einem System versagen weil er muss es ja Leute gegeben haben, die entweder nicht richtig hingeschaut oder aktiv weggeschaut haben.".

Genau! Es gibt ja diese Kolleginnen, die haben viel beobachtet aber die haben vor Gericht dann alle möglichen Begründungen gefunden warum da ihm nichts passiert ist. Ich glaube, die Kolleginnen, die natürlich zur Leitung auch gegangen sind und da ist dann nichts passiert, da wirst du ja natürlich auch nicht gerade ermutigt.

Zum einen das und zum anderen ist es ja auch eine extrem unangenehme Situation wenn du so nen Verdacht gegen ne Kollegin hast. also ist schon klar dass jetzt vielleicht auch nicht der erste Schritt ist, dass man sofort Alarm schlägt. aber jetzt im Nachhinein muss man natürlich trotzdem die Frage stellen wie?

konnte das so lange passieren. Es geht ja auch um das Kindeswohl und du sagst es gegen Kolleginnen, so ein Verdacht zu ihm ist vielleicht nicht das leichteste. manche waren noch Auszubildende die waren dann in einer niedrigeren Position und wurden von der zum Beispiel benotet hat eine auszubildene ausgesagt vor Gericht.

aber trotzdem wenn ich von der Leitung nicht gehört werde muss sich eben den direkten Weg zum Träger gehen und wenn ich vom dem nicht gehört werden muss ich zur Stadt gehen. also es gibt da schon Möglichkeiten was zu tun. Das liegt auch nicht nur in der Hand der Erzieherinnen, das kann jeder machen. Also es können auch wenn Eltern was sehen, der Hausmeister was sieht... Jeder kann eigentlich sagen hey schaut mal genau hin möglicherweise wird er das Kindeswohl gefährdet da werden möglicherweise Kinder geschlagen und dann untersucht ist eben auch die Stadt.

Und der Referatsleiter vom Bildungsreferat Florian Kraus hat auch gesagt ab dem Zeitpunkt wo wir Bescheid wussten hat das System gegriffen. also er sagt sie wurden einfach nicht informiert. Danach hat alles funktioniert und er hat auch gesagt, dass es so lange gedauert hat bis wir als Aufsicht davon erfahren haben.

Das verwundert uns auch! Man kann's ja auch verstehen die haben mehrere hundert Kitas die sie irgendwie betreuen müssen können nicht überall immer kontrollieren und du musst ja auch in dem Moment wo was passiert dann da sein. deswegen bist natürlich auch darauf angewiesen das die Erzieherinnen und Erziehern die vor Ort sind sowas dann melden Und das ist ja auch Teil der Ausbildung von Schulungen und jede Einrichtung hat auch ein Kinderschutzkonzept.

Aber das muss dann auch befolgt werden und da müssen dann halt auch Eskalationsstufen gegangen werden, die vielleicht unbequem sind. Aber das Kindeswohl steht eigentlich überall. Jetzt ist es ein Fall der sehr viele Menschen hier in München extrem schockiert hat. In erster Linie natürlich Eltern weil wie wir schon gesagt haben Nikita is eine Einrichtung Da erwartet man dass Kinder geschützt sind.

Wie blickst du denn als Papa drauf? Ich meine deine Tochter ist jetzt glaube ich fünf oder Die wird jetzt bald fünf genau. Also als ich von diesem Fall gehört habe und dann auch die Texte gelesen hab, das geht einem einfach an den Nieren. Da kommt ein Gefühl in einem Hoch von Wut über ja so dieses Betrogen sein weil man gibt seinen Kind ja in die Obhut von jemandem und hofft dass sie da eine gute Zeit haben was lernen und nicht geschlagen werden und misshandelt werden.

also ich glaube die Eltern die da betroffen sind und auch die Kinder die mussten ganz schön etwas durchmachen. Und was man auch sagen muss warum wir jetzt auch zum Beispiel nicht den Namen der Kita genannt haben Das ist eine Kita dieses Trägers, der hat noch mehrere in München. Aber es ist auch ein Extremfall.

also das passiert ja jetzt nicht überall und deswegen muss man da auch schauen dass man niemanden unter Generalverdacht stellt Und deswegen konnten wir jetzt auch den Namen nicht nennen weil es einfach das hat auch Florian Kraus vom Bildungsverrat gesagt Es ist ein extremer Fall gewesen einfach und er ist ihm auch so oft noch nicht so begegnet.

Der Fall der Münchner Erzieherin zeigt in meinen Augen ganz deutlich, wie wichtig es ist hinzusehen und wenn man einen Verdacht hat diesen dann auch mit anderen zu besprechen. Das ist keine leichte Situation aber wie der Fall jetzt der Münchener Erziehrerin zeigt kann das schlimme Folgen verhindern. Die Wiesenzeit ist jetzt um Aber die Wiesen lässt ein nie ganz los.

leider sagen manche. Aber es gibt jetzt Klarheit im Zeltvergabestreit Genau und zwar war ja Alexander Egger einer der Würte vor Gericht gezogen weil er das Paulana-Festzelt oder Schottenhammelfestzelt gerne gehabt hätte und wollte eigentlich erreichen, dass das europaweit ausgeschrieben wird. Mit seinem Vorhaben ist er jetzt aber gescheitert.

Das bayerische Oberste Landesgericht hat gegen ihn entschieden. Aber die ganze Sache ist noch nicht vorbei! Er will die Sache weiter eskalieren lassen. Er will ja bis vor dem Europäischen Gerichtshof ziehen. Und das geht aber nur wenn er von Karlsruhe also vom Bundesverfassungsgericht ihm den Weg freigemacht bekommt, deswegen will er jetzt sogar verfassungsbeschwerden Karlsruhe einlegen.

Vorerst aber können wir auch unseren Kollegen Heiner beruhigen der immer Angst hat dass es auf der Wiesenwald Kölsch gibt. da umkt er immer ganz schön rum. das wird jetzt erstmal noch nicht passieren. passend zur Wiesenzeltvergabe hat unsere Gastoreporterin Jackie in dieser Woche einen Gastro-Tipp der sich mit bayerischen Schweinereien befasst.

Hey München, Bock auf bayerische Schweinereien der etwas anderen Art? Dann checkt auf jeden Fall mal die Bavarian Deli Company in der Altstadt aus. Dort kriegt ihr richtig leckere – wenn auch nicht ganz günstige Sandwiches! Ich kann euch zum Beispiel den Old Town Rose mit Roast Beef für €. Auch beim Bavarian Deli ist für VegetarierInnen was dabei.

Falls ihr vegan unterwegs seid und es trotzdem deftig mögt, würde ich euch aber den kleinen Schwabinger-Imbiss alles Wurst ans Herz legen – vor allem weil die Preise dort echt fair sind! Eine vegane Currywurst kriegt ihr für sechs Euro dreißig, vegane Rossbratwürste für fünf Euro achtzig. Es gibt dort natürlich auch alles mit Fleisch.

Und der kleine Laden hat ein echt süßen Biergarten in dem ihr die letzten schönen Herbsttage genießen könnt…. Und wir machen gleich weiter mit der Good News, die es ja auf den Gastro-Tipp immer hier bei Herrn München gibt. Und dies in dieser Woche. quasi ein kleiner Reminder das Gleichberechtigung doch klappen kann.

Genau man denkt ja immer! Man wäre schon viel weiter. aber laut dem Forschungsinstitut der Arbeitsangentur stellten Frauen im Jahr zwei tausendfünfundzwanzig fast die Hälfte aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft. also fünfzig, fünfzig ungefähr. Aber nur neun zwanzig Prozent der obersten Führungskräfte sind weiblich.

Also da ist schon ziemlich ergab ist noch ganz schön Nachholbedarf. Und was auch noch krasser ist, in den letzten zwanzig Jahren sind es um vier Prozentpunkte gestiegen. also wir bewegen uns nur langsam in die richtige Richtung. In München haben ja aber ein super Beispiel das es doch besser klappen kann und zwar zeigen dass die Malteser und Magdalena Engelbrecht, die ist erst dreinzwanzig Jahre alt und leitet seit dem ersten Oktober die Sanitätsdienste der Maltese München.

sie ist die jüngste Maltesa Führungskraft in München und aktuell für hundert, siebenundsechzig Mitarbeitende verantwortlich. Was hast du so mit zweiundzwanzig gemacht? Wie viele Leute hattest du da unter dir? Studiert und null! Mit dieser positiven Nachricht sind wir dann auch in dieser Woche schon wieder am Ende der aktuellen Folge von Hey München angelangt.

Folgt uns doch gerne auf Apple Podcasts, Spotify oder wo auch immer ihr uns hört aktiviert die Glocke und empfehlt uns doch gern weiter. Produziert hat diese Folge Jonathan Brandes Redaktion Antonia Franz, Anna-Maria Salm, Jacqueline Lang, Lisa Bögel, Heiner Effern und wir. Tim Bragg und Linus Freimark.

Redaktionsschluss war Dienstag der zwanzigste Zehnte um fünfzehn Uhr. Bis nächste Woche wieder. Ciao ciao! Oder bei der Nacht der Autorinnen unter Toren. Tschüss.

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