HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk

Butt, Butt, Butt: 25 Jahre HSV-Juve-Wahnsinn

Dienstag, 9. September 2025 · 35 min

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Shownotes

In dieser Woche jährt sich das Jahrhundertspiel zwischen dem HSV und Juventus Turin zum 25. Mal. 4:4 ging das Champions-League-Duell am 13. September 2000 im neuen Volksparkstadion aus. Was für eine Achterbahn der Gefühle. Erst 1:3, dann 4:3 und dann doch nur 4:4. Am Ende wird keiner der Zuschauer, der im Stadion dabei war, dieses Spiel jemals wieder vergessen.

Hans-Jörg Butt war damals mittendrin statt nur dabei. Der HSV-Torhüter stand zwischen den Pfosten auf der einen Seite und machte einen Strafstoß zum zwischenzeitlichen 3:3 auf der anderen Seite rein. Ein Vierteljahrhundert später erinnert sich Butt noch einmal ausführlich im Abendblatt-Podcast „HSV – wir müssen reden“ an das Sensationsspiel.

Der frühere Nationaltorhüter spricht aber auch über die heutigen HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes und Daniel Peretz, er schätzt Manuel Neuers Chancen auf ein WM-Comeback ein und natürlich ist er auch beim Duell seiner beiden Ex-Clubs am kommenden Sonnabend im Stadion.
Butt hat den Fußball mittlerweile den Rücken gekehrt. Der Ex-Profi arbeitet im Familienunternehmen – und auf den heutigen Fußball hat er einen kritischen Blick. „Das kann so nicht weitergehen“, sagt er beispielsweise über den ausufernden Transfermarkt. Die ganze Folge (auch mit Einschätzungen der beiden Abendblatt-HSV-Reporter Henrik Jacobs und Kai Schiller) gibt es ab sofort kostenlos zum Reinhören.

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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. 25 Jahre ist es her, dass im Volksparkstadion die Sitzkissen auf den Platz flogen. Wer erinnert sich nicht an das legendäre Viel-zu-viel gegen Juventus-Turing? Darüber wollen wir sprechen heute in der 255. Folge von HSV, wir müssen reden.

Und zwar zum einen mit einem, der damals im Volksparkstadion als Zuschauer dabei war. Und das ist mein Kollege Kai Schiller. Moin Kai. Moin Hendrik. Und dann sprechen wir gleich auch noch mit einer HSV-Legende, die damals eines der Tore geschossen hat und später dann auch noch für die Bayern München gespielt hat. Ich sage nur Butt, Butt, Butt.

Aber erstmal zu dir, Kai. Du hast eben vor der Sendung schon mal kurz eindrucksvoll als Kommentator nachgesprochen aus diesem berühmten YouTube-Zusammenschnitt aus der Radioreportage damals von Energy, war das erstaunlicherweise, die Szene mit Butt, der Elfmeter. Willst du sie nochmal nachsprechen? Ich glaube, ich habe keine Radioreportage in meinem Leben so häufig gehört wie diesen Zusammenschnitt.

Ich weiß gar nicht, ob es Energy noch gibt, ehrlicherweise, aber doch, da kann ich mich... Ich glaube, die waren sogar noch Medienpartner vor kurzem. Ja, okay. Im YouTube-Zeitalter hört man nicht mehr so viel Radio, ich weiß es nicht genau. Aber auf jeden Fall, um auf deine Frage zurückzukommen, ich kann mich sehr gut daran erinnern.

But, but, but schreien sie jetzt hier alle. Es ist die 71. Minute. Ferrara foult Midi Madavikia und bei diesem kritischen Spielstand von 2 zu 3 kommt Hansjörg. Mein Gott, ist das eine Spannung. Vielleicht noch ein bisschen emotionaler, aber ja, hören wir doch mal rein, ob das genau so gewesen ist. Music.

Da muss ich direkt einwenden, da einen Satz hast entweder du rausgeschnitten oder YouTube rausgeschnitten, weil mein Gott, was ist das für eine Spannung, war zu eine Million Prozent in dieser Reportage drin. Tatsächlich habe ich sie ein bisschen zusammengeschnitten, weil Energy hat ja dann noch dieses Lied drüber gelegt, das ja auch durchaus schön dazu passt, aber da waren die Pausen dann etwas zu lang, um das jetzt hier nochmal komplett vorzuspielen. Aber ja, 71.

Minute, ich glaube, die hast du auch zitiert, nicht schlecht. Ja, das ist lange her, 25 Jahre, aber als wenn es gestern gewiesen wäre. Genau, und jetzt ist ja passend zum Spiel dann am Wochenende des HSV in München ein großes Spiel. Und ja, wir sprechen jetzt mit einem Spieler, der für Bayern für den HSV gespielt hat.

Und er hat, wie erwähnt, damals bei dem legendären 4 zu 4 das Elfmeter-Tor geschossen. Butt, butt, butt. Und wir sagen Moin, Herr Butt. Ja, Moin. Moin, Moin nach Hamburg aus München. Ja, vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen. Wo erwischen wir Sie eigentlich gerade? Genau, ich bin in München, ja tatsächlich im Büro gerade.

Ich bin ja seit einigen Jahren für unser Familienunternehmen tätig. Der Hauptsitz ist ja in der Nähe von Oldenburg in Großen-Kneten im Norden. Ich bin aber nach meiner Bayern-München-Zeit hier in München geblieben und bin für den Bereich Süddeutschland zuständig, genau. Für das Familienunternehmen, vielleicht können Sie einmal noch mal genauer sagen, was genau machen Sie?

Genau, wir sind Hersteller für Verladesysteme. Einfach erklärt. Letztendlich überall, wo was produziert wird, muss auch was verladen werden. Man hat feste Gebäudehöhen, unterschiedliche LKW-Höhen. Und um diese Höhenunterschiede zu überbrücken, stellen wir Systeme her, damit die Kunden eben verladen können.

Auf jeden Fall was ganz anderes, als Sie Ihr Leben lang auf dem Fußballplatz gemacht haben. Und auch ja noch danach eine kurze Zeit bei den Bayern. Nach Ihrem Karriereende haben Sie ja noch mal im Nachwuchs gearbeitet, haben dann aber gemerkt, dass es irgendwie nicht mehr so richtig ihr ist. Haben Sie mit dem Fußball so komplett abgeschlossen eigentlich?

Nee, also so würde ich es jetzt nicht sagen. Mich haben einfach auch andere Dinge außerhalb des Fußballs gereizt. Ich bin jetzt mit unserem Familienunternehmen, mein Vater hat das Unternehmen vor über 50 Jahren gegründet. Ich bin mit dem Betrieb groß geworden. Und nach meiner aktiven Zeit bei Bayern, ich habe in meinem letzten aktiven Jahr schon im Nachwuchs beim FC Bayern mitgearbeitet, habe dann das Nachwuchsleistungszentrum kurzzeitig geleitet.

Aber wenn man so lange aktiv im Profifußball unterwegs ist, muss man sich ja erst mal neu orientieren. Das war so ein erster Schritt in den Fußball rein. Ich habe dann einfach für mich gemerkt, Mensch, ich möchte einfach nochmal was anderes sehen. Ich bin dann eben zu uns in die Firma und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, hat sich alles toll entwickelt.

Insofern bin ich da zufrieden. Aber mit dem Fußball habe ich nicht abgeschlossen. Ich bin jetzt beispielsweise auch am Wochenende im Stadion. Das langersehnte Bundesliga-Duell wieder Bayern München gegen den HSV, das ist für mich Bundesliga. Und da freue ich mich, im Stadion auch dabei zu sein. Insofern bin ich immer noch nach wie vor begeistert vom Fußball.

Über das Spiel werden wir auf jeden Fall auch noch gleich kurz sprechen. Sie haben schon gesagt, Sie waren lange im Fußball und haben natürlich auch große Fußabdrücke hinterlassen. Im wahrsten Sinne des Wortes vor einer Woche, da waren Sie nämlich hier in Hamburg beim Walk of Fame und haben den eigenen Fußabdruck neben dem großen Uwe-Sehler-Fuß bekommen.

Wie fühlt sich das an, wenn man hier in Hamburg in Ihrer alten Wahlheimat so verewigt wird? Es ist eine riesengroße Ehre. Als ich mit dem Fußball anfing, war ich HSV-Fan. Der HSV hatte seine große Zeit. Ich komme ja aus Oldenburg. Als Norddeutscher war man dann eben auch HSV-Fan. Und während der aktiven Karriere nimmt man vielleicht solche Dinge noch gar nicht so wahr.

Oder diese Bedeutung, die man selber hat, dann ist man konzentriert auf den Fußball. Aber wenn man jetzt mit einigen Jahren Abstand dann ja auch so eine Ehre bekommt, dann ist das schon eine Riesensache. Sie haben ja auf jeden Fall auch einen festen Platz in der HSV-Geschichte, vor allem mit Ihrem Elfmeter damals gegen Juve.

Das ist jetzt 25 Jahre her, also diese Woche das große Jubiläum. Es gab schon ein paar natürlich, 10 Jahre, dann 15, 20 Jahre. Sie werden mit Sicherheit noch sehr häufig auch darauf angesprochen. Aber Sie haben ja nicht nur diesen Elfmeter geschossen, sondern halten auch den Bundesliga-Rekord mit 26 Elfmeter-Toren.

Würden Sie trotzdem sagen, dieser Elfmeter damals mit der gesamten Stimmung war so der emotionalste Treffer für Sie? Während der HSV-Zeit auf jeden Fall. Das Spiel war ganz besonders schon bei der Auslosung. Wir haben im Jahr vorher eine super Saison gespielt mit einer tollen Mannschaft, nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich.

Insofern freue ich mich auch, wenn wir uns demnächst dann in Hamburg wiedersehen. Dann kam die Auslosung Juve. Da hat man natürlich dann auch wieder Erinnerungen gehabt in das Europapokalfinale 1983, wo man gegen Juventus 1-0 gewonnen hat. Dann das erste Champions-League-Spiel des HSV im neuen Stadion.

Da hat man schon gewaltig darauf hingefiebert und dann war das ein unglaubliches Spiel. Juve war ja der haushohe Favorit mit ja eigentlich durchweg Weltklasse-Spielern. Wir lagen dann ja auch relativ früh dann 3-1 zurück, konnten das Spiel dann komplett drehen. Der Elfmeter war dann das 3-3. Man hatte immer noch die Bilder im Kopf, wie die Sitzkissen dann auf den Platz geflogen sind.

Das war Euphorie pur. Ich kriege heute noch Gänsehaut, wenn man die Radioreportage von damals hört. Das war schon ein ganz, ganz wichtiges Spiel, auch im Hinblick von der Gesamtentwicklung des Vereins mit dem neuen Stadion. Es gab hohe Kosten natürlich und diese Champions-League-Saison war natürlich auch für den HSV unheimlich wichtig.

Jetzt haben Sie schon vieles zusammengefasst, unter anderem auch erwähnt, diesen berühmten Radio-Zusammenschnitt. Wir haben ihn hier auch gerade schon mal einmal gehört mit diesem Elfmeter-Tor dann. Also da sind ja auch beim Kommentator alle Emotionen mit ihm durchgegangen. Wie oft hören Sie sich das an, heutzutage nochmal, diesen YouTube-Zusammchen?

Also jetzt nicht wöchentlich, aber ich vermute mal, wenn wir uns demnächst in Hamburg treffen, dass das auch nochmal wieder eingespielt wird. Und auch als ich in Hamburg war und diesen Handabdruck für den Walk of Fame gemacht habe, Da sind wir auch durchs HSV-Museum gegangen und da läuft ja auch das Spiel und da habe ich es auch nochmal gesehen und auch da kam dann nochmal Gänsehaut auf.

Guter Hinweis übrigens, dass Sie gesagt haben, Handabdruck. Ich habe natürlich fälschlicherweise Fußabdruck gesagt. Tatsächlich wurden die HSV-Tohüter ja alle mit dem Handabdruck verewigt, wobei bei Ihnen hätte man tatsächlich ja beides machen können, weil sie einfach... Haben einige bei der Verleihung auch gesagt, genau, ja.

Sie haben jetzt schon zweimal gesagt, dass Sie ja demnächst in Hamburg sind. Ich höre heraus, es gibt ein 25-Jahres-Revival-Treffen. Ja, ich hoffe. Ich habe jetzt nicht zu viel verraten, aber der HSV plant fast. Ich glaube, da ist auch hier und da schon ein bisschen was durchgesickert. Aber das Jubiläum ist ja auch in dieser Woche. Ich glaube, gegen Heidenheim kommen Sie dann ja auch zum Spiel, die Woche drauf. Ja, richtig.

Genau, da werden wir uns dann mit der alten Truppe treffen. Und da freue ich mich riesig drauf. Jetzt hat eben Hendrik schon gefragt, wie oft Sie noch den Zusammenschnitt hören von Energy, der wirklich bei YouTube durch die Decke gegangen ist. Haben Sie sich das ganze Spiel eigentlich nochmal angeguckt irgendwann später?

Ja, ich meine, dass wir damals die Kassette begonnen haben, die Videokassette. Aber tatsächlich habe ich keinen Videorekorder mehr. Insofern habe ich es die letzten Jahre nicht mehr gesehen. Aber ich glaube, einige Jahre danach habe ich es mir dann schon nochmal angeguckt. Ich weiß nicht, ob ich da 90 Minuten geguckt habe.

Aber so bestimmte Szenen habe ich schon im Laufe der Zeit immer mal wieder gesehen. Ja, vielleicht haben Sie sich dann das 4 zu 4 nicht mehr angeschaut, weil das war ja dann auch irgendwie so der Schlusspunkt dieses besonderen Spiels. Eigentlich eine unfassbare Stimmung und dann am Ende aber doch noch dieser Stimmungskiller mit dem Elfmeter.

Also auch Sie mussten dann noch einen Elfmeter schlucken. Wie war denn so eigentlich damals die Stimmung in der Kabine? Also zum einen hat man dieses legendäre Spiel da hingelegt und trotzdem ja wahrscheinlich auch irgendwie eine Enttäuschung noch. mitgenommen in die Kabine? Ja, also tatsächlich im ersten Moment in der Kabine war eher die Enttäuschung da, weil wir das Spiel nach dem 3-1 oder 1-3 dann gedreht hatten zum 4-3 und kriegen dann kurz vor Schluss, ja, ich sag mal, sehr unglücklichen Elfmeter gegen uns, und in dem Moment, ja, ist man Sportler und ist man erstmal enttäuscht, weil man jetzt so nah dran war an der, Riesenüberraschung, Dann hat es nicht ganz gereicht.

Aber eigentlich so ab dem nächsten Tag, weil man ja nur positive Reaktionen bekommen hat, hat man dann schon das Ganze positiver gesehen, sage ich mal, weil es ein doch ordentlicher Start zumindest in die Champions-League-Saison war. Wir waren eine total unerfahrene Mannschaft. Wir sind völlig unerwartet eben da in die Champions-League eingezogen.

Und insofern war das schon gegen eine absolute Weltklasse-Mannschaft ein gutes Ergebnis. Für viele war es eines der größten Spiele der vergangenen 30 Jahre, würde ich fast sagen. Was ja kaum aber einer weiß, ist, sie haben halt nicht nur in dem Spiel gegen Juve den Elfmeter verwandelt, sie haben das gleiche einfach nochmal gemacht.

2009, damals dann mit den Bayern, diesmal nicht gegen Van der Sar, sondern dann gegen Buffon. Auch nicht so schlecht, gegen die beiden Torhüter den Elfmeter reinzumachen. Ja, und jetzt haben sie noch einen weggelassen. Mit Leverkusen habe ich gegen Juve auch noch einen getroffen. Ohal! Also es ist tatsächlich ein kurioser Zufall.

Ich habe alle drei Elfmeter, die ich in der Champions League geschossen habe, alle gegen Juve geschossen. All meinen Champions League-Vereinen. Und wer stand gegen Leverkusen im Tor? Auch Buffon. Beim HSV waren Sie auch damals der Elfmeterschütze Nummer eins bei den Bayern. Ich habe mir nochmal die Aufstellung angeguckt.

Also damals Schweinsteiger, Thomas Müller, Philipp Lahm. Da gab es ja wirklich viele potenzielle Elfmeterschützen. Waren Sie damals eigentlich auch festgelegt oder haben Sie sich dann einfach gut gefühlt und sich den Ball genommen? Ne, also der Trainer damals, Louis Vantral, hatte das vorher schon mal angesprochen.

Aber im Spiel war es glaube ich insbesondere Basti Schweinsteiger, der mich nach vorne gerufen hat. Das Spiel war natürlich extrem wichtig. Es war das letzte Gruppenspiel. Wir mussten das Spiel gewinnen, um überhaupt in die nächste Runde einziehen zu können. Lagen dann in der ersten Halbzeit relativ früh dann 1-0 zurück.

Der Druck für Bayern München, der war schon enorm. Und hat sich dann im Spiel so ergeben. Das ist jetzt kein Spieler, der jetzt klar als Elfmeterschütze Nummer 1 geholfen hat. Und so hat sich das in einem Spiel eigentlich ergeben. Ich kann mir genau vorstellen, wie Basti Schweinsteiger auf dem Feld gerufen hat. Butt, butt, butt und dann sind sie nach vorne gelaufen.

Sie hatten auf jeden Fall sehr, sehr große Momente im Fußball. Sie waren 2010 mit den Bayern im Champions League-Finale, 2002 mit Leverkusen und natürlich auch Nationalspieler. Wie blicken Sie denn heute so auf den Fußball? Ja, ich sage mal, ich versuche mich auf das Sportliche zu konzentrieren. Freue mich auf schöne Spiele.

Gewisse Entwicklungen sind natürlich schon erschreckend. Also es war immer so im Fußball, dass es sehr speziell war. Aber jetzt sind da schon ein paar Dinge, Transfersummen, die sind dann schon schwer zu fassen. Ob das dann immer so eine schöne Entwicklung ist, aber ich glaube auch, irgendwann wird sich das auch wieder korrigieren.

Weil so glaube Ich glaube, ich kann das nicht auf Dauer weitergehen, da wird es immer schwierig. Man fragt sich natürlich auch, was so ein Spieler wie Manuel Neuer vielleicht zu anderen Zeiten mal irgendwo gekostet hätte, wenn die Summen damals schon so krass gewesen wären. Manuel Neuer, der spielt jetzt immer noch, der war damals ja Ihr Nachfolger als Nummer 1 bei den Bayern.

Wie verfolgen Sie ihn und können Sie sich vorstellen, dass er vielleicht nächstes Jahr sogar nochmal so, vielleicht auch zum Abschluss seiner Karriere nochmal eine WM spielt und in die Nationalmannschaft zurückkehrt? Die Grundlage ist einfach, dass er fit bleibt. Er hat natürlich jetzt in den letzten Jahren auch schwere Verletzungen gehabt.

Er ist jetzt super in die Saison gestartet und er hat nach wie vor eine unglaubliche Ausstrahlung. Insofern ist da alles möglich, aber ich will mich da nicht an irgendwelchen Spekulationen beteiligen. Dazu bin ich zu weit aus dem Fußball raus. Aber wenn er natürlich fit bleibt, gesund bleibt die Saison, dann kann das sicherlich nochmal ein Thema werden, weil er einfach auf eine Mannschaft auch eine unglaubliche Ausstrahlung hat und jeden einzelnen Spieler, der vor ihm ist, dann auch irgendwo stärker macht.

Sie sind zwar aus dem Fußball raus, wohnen ja aber noch in München und haben natürlich einen genaueren Blick auf die Torhüter. Jetzt ist im Sommer mit Daniel Perez ein Bayern-Torhüter, zumindest auf Leihbasis, zum HSV gewechselt. Hat Sie das überrascht, dieser Wechsel? Ja, was heißt überrascht? Und Daniel Perez hat jetzt bei Bayern wenig Möglichkeiten bekommen und ist jetzt auch nicht mehr die Nummer zwei zuletzt gewesen beim FC Bayern.

Insofern war es von seiner Seite nachvollziehbar, dass er neue Herausforderungen eingeht. Aber ich kann ihn nicht wirklich beurteilen, weil ich habe ihn jetzt zu selten in Spielen gesehen. Also um einen Torwart zu bewerten, müsste man schon regelmäßig dann auch die Spiele sehen. Er hat ja auch einfach nicht so regelmäßig bei den Bayern gespielt.

Ich glaube, eine Phase mal. Gucken Sie Bayern-Spiele noch überhaupt regelmäßig? Ja, ich bin schon hin und wieder im Stadion auch, genau. Also ich verfolge nicht jedes Spiel, oft dann auch nur die Zusammenfassung. Insofern kann ich jetzt da nicht perfekte Expertenanalysen da abgeben. Aber klar verfolgt man die Spiele. Ja, und den HSV verfolgen Sie genauso oder vielleicht sogar ein bisschen intensiver noch?

Nee, vergleichbar. Gucke mir auch jetzt nicht jedes Spiel an. Aber schaue mir schon immer sofort auf die Ergebnisse an, weil man natürlich immer noch irgendwie mit dem Herzen bei den Ex-Vereinen ist. Und insbesondere beim HSV, das war meine erste Bundesliga-Station. Und der HSV wird immer ein besonderer Verein für mich bleiben.

Und letztendlich bin ich auch Fußballfan. Es hat mich riesig gefreut, dass jetzt der HSV wieder aufgestiegen ist, weil für mich jetzt dieses Spiel, deswegen fühle ich dem auch entgegen, Bayern München, HSV. Das ist für mich Bundesliga. Da kommen Erinnerungen hoch und das waren immer die großen Spiele in der Bundesliga.

Deswegen freue ich mich drauf. Sie sagen ja, Sie sind kein Experte, aber fast zum Schluss müssen Sie dann nochmal Ihre Fußball-Fan-Meinung hier kundtun. Beim HSV ist jetzt Daniel Heuer-Fernandes im Tor. Der gilt so ein bisschen auch als der bessere Fußballer als Torhüter. Der könnte wahrscheinlich auch Elfmeter schießen, oder?

Aber rein technisch glaube ich schon. Im Spiel jetzt nach vorne zu gehen, das muss man auch wollen. Das ist irgendwo auch ein bisschen eine innere Einstellung. Weiß ich nicht, hat er schon mal einen Elfmeter geschossen? Auf jeden Fall viele gehalten, das weiß ich. Auch gerade in der einen Pokalsaison und auch dann im Aufstiegsspiel gegen Ulm.

Also einer der Aufstiegshelden. Geschossen hat er, glaube ich, noch keinen, aber man würde es ihm auf jeden Fall zutrauen. Haben Sie ihn denn sonst so ein bisschen beobachtet? Oder wussten Sie, dass er auch das Potenzial hat, dann jetzt in der Bundesliga auch zu spielen? Ja, ich habe einige Spiele gesehen. Also er spielt sehr, sehr gut mit.

Da hat auch der HSV sich so ein bisschen von anderen Vereinen in der zweiten Liga entschieden, dass man doch versucht auch über einen Spielaufbau zu kommen von hinten raus. Das ist sicherlich eine große Stärke von ihm. Aber auch da, ich habe jetzt nicht jedes Spiel gesehen, als dass ich jetzt genau alles im Detail bewerten kann.

Er wird auf jeden Fall dann am Sonnenabend im HSV-Tor stehen in München. Mal schauen, ob das ein großes Vergnügen wird für ihn. Ich glaube, für viele andere Torhüter war das vor dem Abstieg nicht der allergrößte Spaß, dann in München zu spielen. Da gab es viele hohe Niederlagen. Ich glaube, da müsste man mal René Adler oder Jaroslav Drobny fragen, wie sich das angefühlt hat.

Sie sind ja auch da, haben Sie gesagt. Ich glaube, Sie treffen sogar Frank Pagelsdorf dann, ne? Ja, genau. Also wir hatten uns ja bei der Ehrung getroffen in Hamburg. Und da hat er gesagt, komm, wir wollten vorm Spiel nochmal telefonieren. Dann müssen Sie nochmal kurz erklären, Sie haben ja zwei Daumen.

Drücken Sie einen für Hamburg, einen für München und vor allen Dingen, was erwartet den HSV aus Ihrer Sicht da am Wochenende in München? Ich würde mich natürlich riesig freuen für den HSV, wenn man zumindest einen Punkt holt. Jetzt der Saisonstart in Gladbach, einen Unentschieden zu holen, war sicherlich gut.

Klar, das Derby zu verlieren ist aus Hamburger Sicht natürlich eine Katastrophe. Rein sportlich gesehen, so was ich jetzt gesehen und mitbekommen habe, St. Pauli spielt halt auch eine sehr gute Saison oder ist dort auch sehr gut aufgetreten. Nicht umsonst hat man im ersten Spiel auch gegen Dortmund ja Rückstand aufgeholt und hat dort auch schon gut gespielt.

Insofern darf man sich natürlich nicht verrückt machen. Aber jetzt nach drei Spielen, nach zwei Spielen jetzt das dritte Spiel in München, was sicherlich sehr schwer wird, da wäre natürlich ein Punkt schon mal ein Riesenerfolg, um nicht in so einen Negativlauf zu kommen. Also generell wird wichtig sein, dass man hinten stabil steht, dass es eben nicht so eine hohe Niederlage gibt, weil das einfach für die Stimmung dann auch schlecht wäre.

Sie haben gesagt, vielleicht ist ein Punkt drin, das wäre natürlich wahrscheinlich sogar das Maximale, was man aktuell so bei den Bayern erreichen kann. Aber man weiß ja nie, falls es nicht klappt, dann ist die Woche drauf, das Spiel gegen Heidenheim, wo sie dann ja auch zu Gast sind, schon fast so ein Schlüsselspiel, oder?

Das wird sicherlich ganz, ganz wichtig sein, weil man wahrscheinlich so auf einem Level mit Heidenheim sein wird. Wichtig wird ja für den HSV sein, dass man jetzt in der ersten Saison sich irgendwo stabilisiert, dass man einen gewissen Abstand bekommt zu den Abstiegsplätzen. Und in dem Bereich wird Heidenheim auch spielen. Insofern spielt man da gegen einen direkten Konkurrenten.

Insofern wäre das natürlich schon ganz, ganz wichtig. Aber klar, nächstes Spiel ist erstmal wichtig in München. Genau. Wir schauen von Spiel zu Spiel und jetzt steht das Spiel in München an. Herr Butt, vielen Dank, dass Sie Zeit hatten und dass wir mal wieder von Ihnen gehört haben. Und dann sehen wir uns ja die Woche drauf schon in Hamburg wieder.

Vielen Dank. Danke auch. Grüße nach Hamburg. So Kai, dann lass uns noch ein wenig über das Spiel am Sonnenabend sprechen. Fieberst du dem Spiel denn genauso hin wie Hansjörg Butt? Also natürlich freut man sich auf das Spiel. Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich bin auf dem Geburtstag meiner Schwester eingeladen und werde das Spiel wohl nur so nebenbei verfolgen können.

Auf jeden Fall bin ich nicht im Stadion, muss aber auch gestehen, ich war oft genug bei HSV Bayern spielen in München im Stadion und habe jetzt nicht nur gute Erinnerungen an diese Spiele. Also ich habe sehr, sehr viele Tore gesehen, aber die meisten waren dann doch eher nicht für den HSV. Bist ja auch viele Jahre HSV-Reporter gewesen. Hast du überhaupt mal einen Punkt oder sogar einen Sieg geholt?

Also 2007 gab es ja den letzten Sieg des HSV in München damals mit Hübs-Devens. Warst du dabei? Ja, clevererweise bin ich 2008 HSV-Reporter geworden. Also einen Sieg habe ich nie erlebt und ehrlicherweise glaube ich auch nicht einen unentschieden. Ich habe vielleicht mal irgendwann zwischendurch ein Tor erlebt, aber das war das Höchste der Gefühle.

Ja, dann lese ich dir nochmal zur Erinnerung die Ergebnisse der letzten acht HSV-Spiele bei den Bayern vor. Also ich glaube so genau in dieser Zeit müsste das ja gewesen sein, als du dann regelmäßig da warst. Also 0 zu 6, 0 zu 8, 0 zu 5, 0 zu 8, 1 zu 3, 2 zu 9, 0 zu 5 und 0 zu 6. Ich glaube, ich war bei allen bis auf einen 0,8 und vielleicht noch irgendeinem 1,3 oder sowas dabei, aber den Rest müsste ich alle erlebt haben im Stadion.

War ein Highlight. Das waren viele Highlights. Das könnte gut passen, weil dieses eine 0 zu 8 habe ich dann gesehen. Das war mein einziges Spiel als HSV-Reporter in München bisher. Und ich erinnere mich noch, ja, ich saß da im Stadion, ich glaube, die ersten 20 Minuten stand es noch 0,0, aber dann ging es wirklich so Schlag auf Schlag und diese Tullhymne, ich habe sie irgendwann dann auch nicht mehr aus den Ohren bekommen, Jabba Dabba Du, dürfte dir auch noch das ein oder andere Mal.

Ich weiß gar nicht, wie lange es die schon gibt, ja, aber für mich ist am meisten dieses 2 zu 9 in Erinnerung, also eigentlich waren die Spiele ja nun, ob jetzt 08 oder 2,9 ist am Ende des Tages auch egal, aber dieses 2 zu 9, ich glaube, das war das erste von diesen ganz bitteren Desastern und danach wurde noch gegrillt, auch daran erinnere ich mich.

Ja, andere Zeiten, die Die brauchen wir jetzt nicht nochmal. Schauen wir mal, was am Wochenende da los ist in München. Ja, das 2 zu 9. Ich glaube, da war es ja auch so, da stand es dann 0 zu 8 oder 1 zu 9. Und dann am Ende hat er das vorher nochmal sogar zwei Tore geschossen. Zwischenzeitlich musste man ja wirklich befürchten, dass das noch zweistellig ausgeht.

Ja, ich glaube aber 2 zu 9. Ist jetzt auch ein Ergebnis auf jeden Fall, was in der HSV-Geschichte einen festen Platz gefunden hat. 2018 gab es das bislang letzte Spiel, auch das ging 0 zu 6 aus, damals mit Bernd Hollerbach. Ich glaube, es war dann sein letztes Spiel als HSV-Trainer nach insgesamt ja auch nur sechs Wochen.

Und dann am Ende der Saison ist der HSV trotzdem abgestiegen, obwohl Christian Titz dann ja wirklich nochmal auch die Stimmung komplett gedreht hat. Aber am Ende ist der HSV dann eben das erste Mal in die zweite Liga abgestiegen, unter anderem damals mit Vite Arp. Und den habe ich ja letzte Woche in Odensee getroffen.

Und klar, er fiebert natürlich auch auf das Spiel hin. Er hat damals bei den Bayern nicht gespielt, sagt er, aber trainiert zwei Jahre lang, hat dann in der zweiten Mannschaft gespielt. Also das war ja auch ein Riesenthema damals, dieser Wechsel dann vom HSV zu den Bayern. Sehr schönes Interview, by the way. Also eines der schönsten Interviews, was wir in den letzten Wochen hatten.

Kann ich nur nochmal strengstens empfehlen. Darauf wollte ich eigentlich nur hinaus. Ja, ich weiß. Aber dann hören wir doch nochmal... Fishing for Compliments, nicht mehr als auf Neuer Deutsch. Hören wir doch mal, was Fiete dann auch gesagt hat. Er hat ja letztes Jahr auch noch mit Kiel bei den Bayern gespielt, hat da nur 3 zu 4 verloren.

Sagt er dann im Gespräch, vielleicht ist das eigentlich eine gute Taktik, erstmal die Bayern 4 zu 0 führen zu lassen. Und ja, dann nehmen sie ein bisschen Gas vom... Nee, den Fuß vom Gaspedal, genau so rum. Und hören wir doch mal, was Fiete aber dann im Ernst gesagt hat, wie der HSV da in München bestehen kann.

Ich glaube, in erster Linie gehört auch so ein bisschen zur Wahrheit dazu, was der FC Bayern an dem Tag macht. Plus ein bisschen Spielglück. Aber ich glaube, wenn man es schafft, die Null für eine gewisse Zeit zu halten, dann kann man auch nach vorne den einen oder anderen Impuls setzen. Ich glaube, dass man da die Qualität für hat. Also im richtigen Augenblick mal den Pfosten im Weg stehen haben und sonst alles wegverteidigen am besten.

Ja, wegverteidigen ist, glaube ich, das Stichwort. Darauf wird es ankommen für den HSV. Und nach dem Derby gegen St. Pauli, wo der HSV sehr, sehr viele Torchancen zugelassen hat, am Ende muss man ja fast sagen, nur 0 zu 2 verloren hat, könnte es natürlich jetzt sein, dass dann Luka Wuschkewitsch das erste Mal für den HSV spielt.

Also er stand ja schon im Derby das erste Mal im Kader, aber einen Tag nach seinem Transfer, jetzt ist er gerade noch bei der U21, also er kommt dann auch erst spät in der Woche zurück, hat wenig Zeit überhaupt mal mit dem HSV zu trainieren. Trotzdem ruhen natürlich auch jetzt so Hoffnung auf ihn, auf seinen jungen 18 Jahren.

Was würdest du machen, wenn du Trainer wärst? Würdest du ihn jetzt schon in diesem Spiel dann auch das erste Mal reinschmeißen? Ich finde es eine ganz schwierige Entscheidung. Man darf nicht vergessen, der Junge hat noch nicht mal einen Führerschein. Also die Hoffnungen ruhen natürlich auf ihm, aber er ist noch ein Teenager.

Und das ist natürlich auch so eine typische HSV-Sache. Bruder von Mario Wuske wird jetzt den HSV retten. So wird das wahrscheinlich nicht laufen. Du hast mich gefragt, was würde ich als Trainer machen? Ich muss ganz ehrlich sagen, ich würde ihn in München nicht spielen lassen. Und zwar aus dem Hauptgrund, dass er jetzt noch gar nicht da war beim HSV.

Direkt dann bei der Nationalmannschaft und mit einer Nationalmannschaft unterwegs war. Und das ist auch kein gutes Zeichen in die Mannschaft, wenn da so ein 18-Jähriger kommt mit zwei Trainingseinheiten insgesamt und dann direkt in die erste Elf rutscht. Ob jetzt Mario, wollte ich schon sagen, Luka Wuskowitsch oder El Fadli in der Innenverteidigung im Zentrum steht, wahrscheinlich wird das grundsätzlich nichts ändern.

Man kann auch der Auffassung sein, naja, mutmaßlich werden sie gegen die beiden verlieren, Aber das Spiel ist natürlich trotzdem wichtig, alleine um die ganzen Neuen, damit die sich auch einspielen können im Hinblick auf das sehr, sehr wichtige Spiel. Eine Woche später gegen Heidenheim und deswegen könnte man natürlich sagen, Muskevic soll da spielen, weil er soll auch gegen Heidenheim spielen und soll eine wichtige Verstärkung werden.

Das ist eine Abwägungssache. Ich würde in diesem Spiel, würde ich ihn noch nicht spielen lassen. Sehe ich ähnlich. Es kommt natürlich dann auch darauf an, ob jetzt Jordan Torunariga dann von Anfang an spielen kann. Er war jetzt etwas angeschlagen in der Länderspielpause, hat jetzt aber am heutigen Dienstag das erste Mal auch wieder trainiert.

Hat allerdings auch im Derby gegen St. Pauli ein sehr, sehr unglückliches Spiel gemacht. Ja, auch da ist dann natürlich die Frage, nimmst du ihn jetzt vielleicht erstmal raus und wartest, bis er sich dann vielleicht wieder in die Form gespielt hat, auch über Training, wie er sie ja eigentlich haben sollte. Sonst hätte der HSV ihn ja auch nicht geholt.

Ja, oder würdest du ihm dieses Spiel jetzt gegen Bayern vielleicht zutrauen? Weil auch da wird er einfach nur verteidigen müssen. Das liegt ihm ja vielleicht sogar eher. Ja, auch das ist eine schwierige Frage. Man sollte ja auch einen neuen Spieler jetzt nicht direkt zu Beginn, ich sag mal, verbrennen.

Und wenn man ihn jetzt rausnimmt, dann ist das schon eine klare Ansage. Andererseits hat er wirklich gegen St. Pauli sehr, sehr schlecht gespielt. Und Mahou ist ein Spieler, ich würde den gerne grundsätzlich mehr sehen. Den hat man ja nicht geholt für die Bank, sondern der war eigentlich eingeplant als Sofortverstärkung, hat sich dann schwer verletzt, ist jetzt richtig fit wieder und der wird sich wahrscheinlich auf der Bank auch denken, naja, also wie viele Fehler muss der denn noch machen, dass ich mal eine Chance bekomme?

Ähnlich schwierige Frage finde ich wie mit Voskovic, gerade so Mahou, auch ein ganz junger Spieler, also Voskovic und Mahou wären wir dann ein bisschen zu jung in der Innenverteidigung gegen Harry Kane und Co. Dadurch, dass jetzt Toru Nariga angeschlagen ist, wäre das vielleicht sogar eine elegante Lösung, um zu sagen, pass auf, machen wir mal eine Pause, geben wir jetzt mal dem Jungen, also Mahou eine Chance und danach schauen wir mal wieder weiter.

Beides schwierig, das wäre aber, glaube ich, meine Antwort. Ja, also wenn man sich da die Offensive der Bayern anschaut mit Michael Ulyse rechts, dann links Luis Diaz in der Mitte, Harry Kane, also da kommt einiges auf den HSV zu. Dann jetzt auch noch Gujulajvili gesperrt, da wird dann Mikko Bronzis wahrscheinlich rechts hinten spielen, es sei denn, ja, Berlin Polzin überlegt sich da nochmal was ganz Besonderes.

Vielleicht lässt er alle fünf Innenverteidiger sogar spielen, auch das wäre vielleicht mal eine Variante. Ich erinnere mich damals bei dem 0-8 mit Zinnbauer, da müsstest du dann ja auch gewesen sein. Da hat er dann die zwei Jungs aus der U23 da auf den Außenverteidiger-Position gegen Robben und Ribéry spielen lassen.

Wie ist der Götz? Eshton Götz und Ronny Markus, glaube ich, auf der anderen Seite. Das ging nicht so gut los. Wobei, zu Zinnbauers Verteidigung, der hat auch mal ein richtig Topspiel gegen die Bayern gemacht. Hier im Volkspark 1-1. Als ich auch noch ziemlich genau in der 90. Minute hatte, ich meine, Ribéry das 1-1 gemacht nach einem Wahnsinnspass.

Von Thiago. Da hätte er fast eine Sensation geschafft. Ist ihm leider nicht gelungen. Ach nee, das war nicht sein erstes, das war glaube ich sein letztes Spiel. Danach wurde er entlassen, trotz des 1-1. So war es. Ja, jetzt bringst du es ein bisschen durcheinander. Das letzte Spiel war mit Bruno Labbadia und da war dieser Pass von Thiago, das stimmt.

Und ja, das war dann das 1-0, glaube ich. Dann hat er 0-0 gespielt. Genau, das war glaube ich sogar sein erstes oder sein zweites Spiel und ja, alle waren ganz begeistert. Also man kann auch gegen die Bayern eine Überraschung schaffen, auch wenn es dann zweimal nur im Volkspark war, aber schauen wir mal.

Ja, es sind auf jeden Fall nicht nur Luka Wischkowitsch als Neuzugang dabei, sondern jetzt auch noch Fabio Vieira und Sambi Lukonga, die jetzt am Deadline-Day dann noch vom FC Arsenal gekommen sind. Also allein schon aufgrund des Klubs Arsenal natürlich namhafte Neuzugänge, auch wenn sie vielleicht jetzt nicht so jeder auf dem Zettel hatte oder sie sogar kannte, also ich muss gestehen.

Ich habe beide vorher noch nie so wahrgenommen. Klaviera, vielleicht dann mal bei Porto. Aber Lokonga, den kannte ich gar nicht. Und auch für die gibt es sicher bessere Spiele, um jetzt ihren Einstand zu geben, als dann in München. Gleichzeitig erhöhen sie natürlich dann auch die Chance, vielleicht auch mal ein Tor zu schießen. Das ist dem HSV ja in dieser Saison in der Bundesliga noch nicht geglückt.

Stichwort Tore jetzt vorne ist natürlich auch die Frage, Rensford Königsdörfer oder Yusuf Paulsen. Dieses Spiel jetzt in München, da wird es wahrscheinlich nicht sonderlich viele Flanken geben, die der HSV in den Strafraum schlägt. Wen würdest du aufstellen? Ich würde da tatsächlich an Königsdorfer festhalten, schneller Spieler, der, wenn sie mal die Chance auf dem Konter haben, dann da der Bessere wäre, zumal Pausen ja auch noch nicht voll im Saft ist, vielleicht, wenn es die Möglichkeit gibt, den dann vielleicht wieder ein paar Minuten länger langsam ranführen.

Der soll ganz wichtig werden für den HSV. Aber ich glaube nicht, dass er im Bayern-Spiel jetzt schon der Mann sein wird, auf den der HSV wartet. Das sehe ich allerdings anders bei den beiden Neuverpflichtungen, die du schon angesprochen hast, Lokonga und Vieira. Da, was ich ganz am Anfang gesagt habe, würde ich schon sagen, das ist schon auch trotzdem ein wichtiges Bundesligaspiel.

Und diese Mannschaft ist halt komplett neu zusammengestellt durch die letzten Transfers so spät. Die müssen sich irgendwie mal auch finden. Und die beiden sind erfahrene Kicker. Die sind nicht 18, die sind 25 beide. Also die würde ich tatsächlich jetzt auch beide aufstellen, damit man da so mal langsam sich findet in dieser komplett neuen Mannschaft.

Hältst du es denn durchaus für möglich, dass der HSV sich da irgendwie einen Punkt ermauern kann? Vielleicht, wenn die Bayern einen schlechten Tag haben, noch müde sind von ihren Länderspielreisen? Also ich habe das Eröffnungsspiel der Bundesliga gesehen, Bayern gegen Leipzig und das ist ja 06 ausgegangen.

Und da dachte ich mir noch, wie soll der HSV da unter zweistellig wieder aus München zurückkommen? Tatsächlich hat dann der HSV ja auch nicht so schlecht am ersten Spieltag gegen Gladbach defensiv gestanden. Wirklich verdient das auch am Ende des Tages 0 zu 0 geholt. Das Spiel gegen St. Pauli war dann ein starker Rückschlag.

Da fand ich ehrlicherweise die Defensive, so wie du es angesprochen hast, gar nicht so katastrophal. Natürlich war das nicht gut. Ich fand viel schlechter die Offensive, weil die sich wirklich gar nichts vorne rausgespielt haben. Und dafür haben sie jetzt ja auch die ganzen Neuverpflichtungen. Also im Anbetracht der Tatsache, dass sie gegen Gladbach defensiv schon mal gezeigt haben, dass sie gut stehen können, macht das so ein bisschen Mut.

Und trotzdem bin ich mir sicher, dass Bayern gewinnen wird. Alles andere wäre eine Wahnsinnsüberraschung. Ich erinnere mich noch 2017, da hat der HSV dann gerade unter Markus Gisdol eine ganz gute Phase gehabt und hat glaube ich damals bei RB Leipzig gewonnen. Dann kam das Spiel in München und wir haben im Abendblatt die Geschichte gemacht, Wunder gibt es immer wieder.

Haben uns an die bisherigen Siege des HSV in München erinnert, unter anderem mit Horst Rubisch, 82, 4 zu 3 Sieg. Oder dann auch 2006, damals im Schnee als HSV. De Jong, was glaube ich? Genau, De Mel und De Jong, da haben wir mit Stefan Wächter, der damals im Torstand gesprochen. Ja, und was kam? Es war ein 0-8-mal wieder am Ende.

Also ja, schauen wir mal, was dann diesmal bei rauskommt. Also Daniel Heuer-Fernandes wird auf jeden Fall über sich hinaus wachsen müssen. Aber ja, das ist er auf jeden Fall in der Vergangenheit ja auch das ein oder andere Mal schon. Schauen wir also mal, wie oft wir dann das Jabba-Dabba-Du am Sonnenabend hören in München.

Und dann melden wir uns in der kommenden Woche zurück. Dann vor dem Spiel gegen den FC Heidenheim ein Schlüsselspiel. Darüber wollen wir dann auch sprechen. Bis dahin, in Hamburg sagt man Tschüss, bei uns heißt das, auf Wiederhören. Music.

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