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HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk

Vuskovic, Dompé, Derby: Doku-Regisseur gibt HSV-Einblicke

Dienstag, 26. August 2025 · 1 h 11

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Shownotes

Am Freitagabend wird Tom Häussler endlich mal wieder entspannt ein Spiel des HSV im Stadion schauen. Der Regisseur der neuen HSV-Doku "Always Hamburg" hat eine Karte für das Stadtderby gegen den FC St. Pauli im Volksparkstadion. Eineinhalb Jahre lang war Häussler bei jedem Spiel des HSV beruflich im Einsatz. Er hat jede Kabinenansprache der Trainer Tim Walter, Steffen Baumgart und Merlin Polzin gefilmt und aus mehr als 100 Drehtagen eine sechsteilige Doku produziert, die mit dem Aufstieg des HSV in die Bundesliga endete. "Es war wirklich so, dass diese Spiele in diesen 18 Monaten für mich eine unglaubliche Anspannung mitgebracht haben."
Häussler und die Produktionsfirma OMR Frames hatten sich im Herbst 2023 darauf verständigt, die Doku zu drehen. Eigentlich waren sich beide Seiten sicher, dass die Saison 2023/24 die Aufstiegssaison wird. Es dauerte ein Jahr länger. Häussler blieb immer optimistisch. "In diesem letzten Jahr habe ich irgendwie von Anfang an gespürt, dass es klappt. Dieses Jahr gehen sie hoch und dann gibt es am Ende auch die Doku", sagt Häussler.
Am vergangenen Mittwoch fand im Cinemaxx am Dammtor die große Premiere vor 1000 geladenen Gästen statt, darunter auch Initiator Jonas Boldt, Tim Walter oder der wegen Dopings gesperrte Mario Vuskovic, über den Häussler derzeit eine eigene Doku dreht. Diese überraschende Nachricht verkündete Häussler nach der Premiere auf der Bühne. Was in der Doku zu erwarten ist und welche Geschichten er über Davie Selke, Jean-Luc Dompé und Merlin Polzin erzählt, hören Sie in der neuen Podcast-Folge.

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Music. Der HSV ist wieder da. Der erste Punkt ist da. Und nun steht schon das Stadtderby vor der Tür. Darüber müssen wir reden in einer neuen Folge unseres HSV-Podcasts. Mein Name ist Henrik Jakobs und an meiner Seite sitzt mein Kollege Stefan Walter frisch zurück mit der Deutschen Bahn, wie immer aus Mönchengladbach.

Gut zurückgekommen, Stefan? Pünktlich zurückgekommen. Vor allem möchte ich alle Klischees mal wieder legen an dieser Stelle. Moin Henrik. Moin Moin. Und nicht nur der HSV ist wieder da und Stefan ist wieder da. Auch die große Doku über den HSV-Aufstieg ist da. Always Hamburg heißt sie, sechs Teile lang.

Alles begann vor anderthalb Jahren mit dem Stadtderby am Millern-Tor. Da wussten es noch ganz wenige, aber unser heutiger Gast stand damals schon mit der Kamera im Schneegestöber und heute sitzt er hier im Podcaststudio bei uns. Der Regisseur der Doku, Tom Häusler, moin und herzlich willkommen. Moin ihr beiden, vielen Dank für die Einladung. Ja, sehr gerne, moin auch von meiner Seite, Tom.

Hendrik hat dich jetzt als Regisseur vorgestellt. Das reicht ja eigentlich gar nicht, um deine Funktion zu beschreiben, oder? Wir haben ganz oft Filmemacher geschrieben, du warst auch Produktionsleiter, korrigiere mich gerne, wenn es nicht stimmt, aber du warst alles eigentlich. Da muss ich dich tatsächlich gleich korrigieren, Produktionsleiter bin ich nicht.

Also ich habe bei diesem Projekt, sagen wir mal, die gesamte inhaltlich kreative Schiene verantwortet. Für produktionelle Dinge haben wir bei, vielleicht kommen wir da ja später auch noch drauf, bei unserer Produktionsfirma OMF Frames den Hauke Jakobsen, der diesen Bereich verantwortet. Plus dann natürlich diverse andere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen noch, aber ich konnte mich zum Glück auf Kreation konzentrieren.

Aber beim Schnitt warst du ja auch beteiligt. Das ist ja auch eine sehr kreative Sache. Absolut. Genau. Also alles, was inhaltlich oder optisch visuell ist, geht sozusagen über meinen Tisch. Aber ich musste jetzt zum Glück mich nicht auch noch um produktionelle Dinge kümmern. Das wäre vielleicht ein bisschen zu viel gewesen. Ja, und ich habe es gerade schon gesagt, also gedreht hast du auch selbst damals am Millern-Tor, ging es los im Stadtderby 2 zu 2.

Warst du damals schon mit der Kamera auch im Einsatz, auch schon in der Kabine, so wie es du dann die anderthalb Jahre danach auch gewesen bist? Tatsächlich nicht, weil wir diesen Dreh so ein bisschen vorgezogen haben. Eigentlich haben wir alle miteinander gedacht, wir fangen jetzt mal entspannt in der Winterpause an mit dem Trainingslager.

Wenn dann aber so ein Derby vor der Tür steht, haben wir halt gedacht, komm, das nehmen wir jetzt auch noch mit. Da ich jetzt aber zu dem Zeitpunkt zum Beispiel die ganze Mannschaft und so noch gar nicht richtig kennengelernt hatte, das haben wir dann im Wintertrainingslager nachgeholt. Ich finde halt wichtig, dass man sich irgendwie auch mal kennt und ein paar Worte miteinander gesprochen hat, bevor man so intim aufeinander hockt, haben wir diesen Dreh beim Derby ohne Kabine gemacht und sind da in der Tat komplett eingeschneit.

Wir hatten irgendwie, standen an so einem Ort, wo ganz komisch der Schneefall hinfiel, als ich dann in der Halbzeit einmal... Mir ein Getränk holen wollte, haben mich mehrere St. Pauli-Spiele angesprochen und gesagt, wie siehst du denn aus? Weil ich wirklich weiß, wie ein Schneemann war und alle anderen Zuschauer überdacht standen und gar kein Schnee abbekommen haben. Das erinnere ich noch.

Es war ein sehr ungewöhnlicher Auftakt mit einem ja auch dann sehr ungewöhnlichen Spiel. Das ist jetzt ja auch schon ein paar Tage her, also fast zwei Jahre dann jetzt schon. Wir sind jetzt fast im September damals, ich glaube Anfang Dezember war das. Ich erinnere mich auch noch gut an den Schnee dann in der zweiten Halbzeit.

Also eine sehr, sehr lange Zeit, die ihr den HSV begleitet habt. Mal so Hand aufs Herz hattest du zwischendurch mal auch Zweifel, ob diese Doku jemals dann auch erscheinen wird? Nee. Also da muss ich dann vielleicht ja sagen, dass wir ursprünglich natürlich vorhatten, das Ganze nur ein halbes Jahr zu begleiten.

Also wäre der HSV am Ende der Saison 23, 24 schon aufgestiegen, dann wäre die Doku dann auch erschienen. Es ist jetzt auch nicht so, dass wir gesagt haben, sie erscheint nur bei Aufstieg. Also es wäre auch möglich gewesen, sie dann im vergangenen Jahr schon zu releasen, wenn wir das Gefühl gehabt hätten, das ist jetzt eine runde Geschichte.

Das führte sich aber einfach nicht so an, sodass wir dann alle miteinander entschieden haben, okay, wir gehen jetzt hier in die Verlängerung. Und in diesem letzten Jahr habe ich irgendwie, das klingt jetzt komisch, aber von Anfang an irgendwie gespürt, das wird dieses Jahr, das klappt jetzt. Dieses Jahr gehen sie hoch und dann gibt es am Ende auch die Doku.

Philipp Westermeyer hat ja auch auf der Bühne bei der Premiere erzählt. Er musste dann schon nochmal mit Stefan Kunz auch ein längeres Gespräch führen. Der war jetzt nicht ganz so begeistert, ob das wirklich dann weitergehen soll. Jonas Bolt hat das ja im Prinzip mit euch dann zusammen initiiert. Er musste dann gehen in der Phase, wo ihr ihn auch begleitet habt.

Also dieses Gespräch mit Stefan Kunz war dann schon nochmal wichtig, oder? Also ich glaube, dass ganz, ganz unabhängig von uns oder von dem, was wir da gemacht haben, Stefan jetzt vielleicht nicht der größte Doku-Fan war und deswegen natürlich uns erstmal kennenlernen musste. Ich kann allerdings nur sagen, dass er mir von Tag 1 an gegenüber sehr offen aufgetreten ist.

Wir haben ja auch den Tag seiner Intronisierung intensivst begleitet. Also dieses Gespräch zwischen Philipp und ihm war erst später. Also ich hatte eigentlich nie das Gefühl, das kippt jetzt hier nochmal. Bei keinem dieser Personalwechsel, die aber natürlich alle eine Zäsur sind. Also der von Jonas zu Stefan war mit sicherlich der größte Einschnitt, weil wir eben diese Doku mit Jonas damals entschieden haben zu machen.

Aber es gab halt auch zwei Cheftrainerwechsel, die natürlich auch so Momente mit sich bringen, wo man denkt, okay, hat jetzt der Nächste da auch noch Lust drauf. Aber zum Glück haben alle immer gedacht, ja komm, lass doch einfach weitermachen, ist doch gut, macht doch Spaß, ihr wisst schon, was ihr tut.

Auf der anderen Seite ist es dadurch ja auch eine sehr authentische HSV-Doku geworden, denn eine HSV-Doku ohne Trainerwechsel wäre auch irgendwie nicht so die richtige Doku gewesen. Von daher habt ihr alles mitgenommen, alles erlebt, den Aufstieg mit Bildern, die man nie vergessen wird, wenn man dabei war.

Also sehr viele emotionale Momente auch einfach eingefangen. Am vergangenen Mittwoch war die Premiere im Cinemax am Dammtor. Du wurdest dann auch von Katrin Müller-Hohenstein auf der Bühne kurzzeitig interviewt und hast dann auch noch mal preisgegeben, dass so gerade der Moment, als Mario Huskowitsch sich dann im Hotelzimmer fertig gemacht hat, auf dem Weg zum Heimspiel gegen Ulm, dem alles entscheidenden, dass das für dich so der emotionalste Moment war.

War das für dich der emotionalste Moment aufgrund der Reaktion der Zuschauer im Saal, die natürlich sehr gerührt darauf reagiert haben? Oder ist es für dich auch rückblickend noch mit ein paar Tagen Abstand immer noch das Highlight für dich dieser Doku? Oder was war für dich so der Moment, der dir so am meisten auch so das Herz berührt hat?

Also beides, ehrlich gesagt. Ich mochte diese Szene im Schnitt immer schon sehr und es war mir wichtig, dass wir es schaffen, dass Mario auch Teil dieser Doku ist. Dieser Fall Wuschkowitsch ist sehr komplex, ihr habt da ja auch schon oft drüber berichtet und mediale Berichterstattung darüber ist auch gar nicht so einfach, weil es da eben auch bestimmte Hintergründe gibt.

Und wir haben aber in diesen anderthalb Jahren immer gespürt, dass Mario, auch wenn das physisch nicht so richtig sein kann, aber ein Teil dieser HSV-Familie ist, dass ihn alle sehr vermissen, dass er alle sehr vermisst. Und ich fand es deswegen schön, dass wir ihn auf diese Art und Weise da integrieren konnten und vor allem, dass er diesen Feiertag, diesen Festtag des Aufstiegs eben auch gemeinsam mit seiner HSV-Familie verbringen konnte.

Deswegen mochte ich diese Szene im Schnitt schon sehr und war aber von den Reaktionen da im Kino wirklich total gerührt. Das war ein sehr, sehr schöner Moment, wie ich es empfunden habe. Also generell war das schön bei dieser Kino-Veranstaltung so Feedback live zu bekommen, Gelächter. Also es hat sich schön angefühlt, aber der Moment mit Mario war sicherlich einer der...

Der mich sehr gerührt hat, muss ich sagen. Vor allem, weil er ja auch im Publikum saß und ich so ein bisschen in dem Moment gedacht habe, dass das einfach für ihn ein sehr schöner Moment sein muss. Es war ja nicht nur Mario Wuskowitsch da, über den sprechen wir auch gleich noch etwas intensiver. Auch Ludovic Reis zum Beispiel haben sich auch viele Fans gefreut, dass er dann zur Premiere extra dann aus Brügge wiederkam. Tim Wald da, Jonas Bolt waren da.

Wie war das für dich dieser ganze Abend? Also tausend Zuschauer bei der Premiere nach anderthalb Jahren Arbeit, die du da reingesteckt hast, dann so ein Event zu erleben mit auch diesen ganzen Figuren und Gesichtern, die du begleitet hast? War ein ganz toller Abend. Also die schiere Anzahl an Gästen war natürlich überwältigend, was dann leider auch dazu geführt hat, dass ich irgendwie nicht allen so richtig gerecht werden konnte.

Also ich hätte da gern mit viel mehr Leuten gesprochen, Hallo gesagt, mich bedankt, dass sie da sind. Ich bin da mehr so ein bisschen dann leider durchgehetzt, finde es aber natürlich ein wahnsinnig tolles Zeichen, dass Leute wie Tim Walter gekommen sind, Ludo Reis extra aus Belgien angereist ist. Ich weiß, dass Davy Selke auch sehr gerne gekommen wäre, wenn er nicht am nächsten Tag ein Spiel in der Conference League gehabt hätte.

Das fand sein neuer Verein dann wahrscheinlich nicht so toll. Das kann man nachvollziehen. Und es war toll, das in diesem Rahmen nochmal gucken zu können. Und ich habe das auch sehr genossen, obwohl ich eigentlich das ja alles vorher schon so oft gesehen habe, dass man dann irgendwann in diesem Stadium ist, wo man denkt, ja, jetzt ist auch gut, ich weiß ja, wie es ausgeht.

Aber der Abend war, fand ich, sehr rund. Ich weiß nicht, wie ihr es empfunden habt. Tim Walter war ja auch in den ersten zwei Folgen eine prägende Figur. Die wurde jetzt gar nicht im Kino gezeigt. Musstest du ihm das vorher noch erklären, dass er zwei extra aus München kommt, aber dann in dem Kinoabend gar nicht die ganz große Rolle mehr hat?

Habe ich ehrlich gesagt versäumt, ihm das vorher zu erklären. Ich weiß nicht, ob ihm das jemand anders erklärt hat. Man muss auch sagen, dass Tim Walter vom HSV eingeladen wurde, nicht jetzt von mir. Was nicht bedeutet, dass ich ihn nicht eingeladen hätte, bitte nicht falsch verstehen, aber das ist über den HSV entstanden und ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass er da ist und habe ihm aber in der Tat vorher dann nicht nochmal erklärt, was ihn da jetzt gleich im Kino erwartet.

Hoffe, er hat es in der Zwischenzeit gesehen, weiß aber nicht, wie ihm Folge 1 und 2 dann im Fernsehen gefallen haben. Ja, das Gleiche gilt ja auch für Jonas Bolt, der war auch nicht zu sehen. Bei der Premiere ist aber natürlich zu sehen in der Doku, nämlich in den ersten zwei Folgen. Du hast gerade so ein bisschen berichtet, wie dann so die Zeit nach der Kinoaufführung ablief, dass du sehr durchgehetzt bist, auch an der Bar.

Zumindest ich habe dich da nicht weiter aufgehalten. Ich wollte ja eigentlich auch nochmal mit dir quatschen, das ging aber nicht, weil du dafür gesorgt hast, dass ich noch ein bisschen arbeiten musste, nachdem du auf der Bühne verkündet hast, dass es auch eine Doku über Mario Wuskowitsch im Jahr 2026 geben wird, was für uns natürlich auch eine Nachricht war.

Über die wir dann erst mal berichten mussten. Hattest du das von vornherein geplant, dass du diesen Moment auch vielleicht nutzen willst, um dann auch ihm ein schönes Signal zu senden, weil er nun mal auch mit dem Kinosaal saß? Oder ist das aus den Emotionen heraus entstanden, dass du dir gedacht hast, jetzt ist der Moment gekommen, in dem ich das mal droppe?

Vielleicht beides so ein bisschen. Also darüber, dass wir an diesem Projekt arbeiten, haben wir hinter den Kulissen schon mit den einen oder anderen möglichen Interessenten auch schon gesprochen. Das ist jetzt kein komplettes Geheimnis mehr. Der Öffentlichkeit haben wir das noch nicht kundgetan. Und ja, wir haben irgendwie gedacht, dass vielleicht das Timing ganz gut sein könnte.

Und da es dann eben auch irgendwie dieses Momentum gab, als auch Merlin Mario nochmal explizit angesprochen hat, habe ich gedacht, das passt doch jetzt ganz gut. Dass dir das dann deinen Feierabendbier ruiniert hat, tut mir sehr leid. Aber nur das Bier, nicht den Abend, möchte ich betonen. Also Nachrichten über Wuskowitsch sind für mich ja gar nicht mehr Arbeit inzwischen.

Sehr gut, sehr gut. Ja, du bist da ja auch sehr tief drin in der Materie. Ja, also es war jetzt nicht strategisch schon langerhand geplant, aber jetzt auch nicht so, dass mich da meine Gefühle so übermannt hätten, dass ich da jetzt einen absoluten Insider rausgehauen hätte. Was uns dann in dieser Wuskowitsch-Doku erwartet, darüber werden wir auf jeden Fall im Laufe des Podcasts noch sprechen. Wir wollen mit dir noch mal auf die Zeitreise gehen.

Diese anderthalb Jahre, wie es alles auch anfing. Du hast auch verraten auf der Bühne, dass du eigentlich schon seit zehn Jahren am HSV gebaggert hast und mit dem HSV eine Doku machen wolltest. Das muss dann ja so 2015 gewesen sein. Dietmar Beiersdorfer damals, hab ich noch mal geguckt. Vorstandsvorsitzender gab es damals schon irgendwie Kontakt und Gespräche.

Oder ging das dann erst auch mit Jonas Bolt irgendwann so richtig los? Weil dem hast du dann ja auch am Ende quasi zu verdanken, dass sie es dann wirklich gemacht haben. Also ich habe das so pauschal gerundet, zehn Jahre. Ich könnte das wahrscheinlich rekonstruieren, aber das muss wirklich ungefähr diese Episode gewesen sein, die du gerade angesprochen hast.

Denn ich habe damals mit Bernd Hoffmann beim Frühstück gesessen und mich über eine mögliche Doku unterhalten. Und so in den kommenden Jahren immer wieder mal mit den wandelnden Personen oder wechselnden Personen. Wir haben da in der Tat einen sehr langen Anlauf gehabt. Jetzt muss man ehrlicherweise ja auch sagen, die Idee, eine Doku über den HSV zu machen, ist jetzt nicht nur, dass nur wir die hatten.

Also das liegt ja irgendwie auf der Hand und da gab es, glaube ich, auch immer wieder andere Interessenten, habe ich zumindest so mitbekommen. Aber wir sind da einfach dran geblieben und haben uns dann total gefreut, als es dann am Ende eben so gekommen ist, dass wir dann eine Zugesage erhalten haben.

Und das habe ich im Kino ja glaube ich auch schon gesagt, am Ende natürlich ein großes Glück, dass wir dann genau diesen Zeitraum begleiten konnten und nicht schon irgendwann vorher, da wäre es vielleicht nicht so schön geworden wie jetzt. Weißt du, was am Ende den Ausschlag gegeben hat? Weil so diese Saison, wo es dann ja auch nicht geklappt hat in dem ersten Jahr, wo ihr dabei wart, hat der HSV sehr gut angefangen.

Ich glaube, war Tabellenführer nach fünf Spieltagen, hat man da gedacht, okay, jetzt ist auch das Aufstiegsjahr gekommen, jetzt machen wir es. War das vielleicht so der Auslöser dann? Kann ich ehrlich gesagt nur spekulieren, weil so detailliert haben wir da nicht drüber gesprochen, müsste man jetzt die Verantwortlichen fragen.

Ich glaube, das ist auch so ein bisschen, dann steht da Tropfen, höht den Stein, man beschäftigt sich immer mehr damit, macht sich Gedanken drüber. Wir haben natürlich in diesen Gesprächen dann auch immer uns darüber unterhalten, wie stellen wir uns, wie stelle ich mir so eine Doku vor, was müssen wir da machen? Also wie offen muss der HSV da sein?

Funktioniert sowas auch ohne Kabine oder nur mit Kabine? Also wir haben da einfach sehr detailliert schon über viele Sachen gesprochen und ich immer sehr klar und offen sozusagen meine Wunschvorstellung formuliert, weil nur so glaube ich, dass ich es so machen kann und dass es so aus meiner Sicht gut wird.

Und irgendwann war man dann soweit und hat gesagt, ja gut, wenn ihr glaubt, das muss man so angehen, dann lasst uns das doch zusammen machen. Es ist, glaube ich, wirklich ein Prozess gewesen. Vielleicht hat es auch nicht geschadet, dass dann eben das ein oder andere Projekt es gab, wo die Verantwortlichen sich auch mal angucken konnten, was so unsere Arbeitsweise ist und dann vielleicht dachten, ja, das hat uns schon ganz gut gefallen.

War das für dich die erste Vereinsdoku eigentlich? Weil du hast dann ja diese bekannte Schiedsrichter-Doku gedreht oder produziert, für die ihr auch einen Preis bekommen habt. Mit dem Verein hattest du vorher schon mal Erfahrung gehabt? Ich muss da kurz das korrigieren. Es war zwar wahnsinnig sehr, sehr nett von Daniel Heuer-Fernandes, wie er mir da auf der Bühne einen...

Preis für jetzt schon mal voraus für die HSV-Doku verdienen hat, weil er meint, ich hätte schon für die Schiedsrichter-Doku einbekommen. Die Schiedsrichter-Doku ist, glaube ich, unprämiert. Also ich habe schon ein, zwei andere Preise gewonnen, aber für die Schiedsrichter-Doku nicht. Ich möchte mich da jetzt nicht mit irgendwelchen fremden Federn schmücken. Ist das noch möglich?

Noch einen zu bekommen dafür, meinst du? Oder ist der Zug da abgefahren? Ich glaube, der Zug ist abgefahren. Da gibt es ja jetzt auch schon eine zweite Staffel. Vielleicht gewinnt die ja Preise, aber da reden wir vielleicht auch noch später drüber. Keine Ahnung. Mit der habe ich ja nicht viel zu tun.

Aber jetzt habe ich deine Ausgangsfrage vergessen. Ob du mit einem Verein schon mal Erfahrung hattest im Zusammenhang mit Dokus? Also nicht in diesem Ausmaß. Nein, also wir haben früher, für die unterschiedlichsten Formate, die wir gemacht haben bei der Produktionsfirma, bei der ich früher tätig war.

Haben wir zum Beispiel eine Sendung gehabt, die hieß Sportshow Thema. Keine Ahnung, ob ihr euch an die erinnert. Die hat Jesse Wellmann moderiert, so eine Mischung aus Talkshow und Beiträgen. Und da waren wir auch immer wieder mal im Vereinsfußball unterwegs, aber eine Langzeitbegleitung eines Vereins war das jetzt mein erstes Projekt.

Hat dir persönlich auch Spaß gemacht, dann auch den HSV zu begleiten, du hast ja auf der Bühne dann auch etwas durchblicken lassen, dass der HSV dir nicht völlig egal ist, du wolltest da nicht so richtig preisgeben, inwiefern man dich dann auch möglicherweise als Fan oder Sympathisant bezeichnen darf.

In Erinnerung geblieben ist ja auch die Szene mit Daniel Heuer-Fernandes gleich am Anfang der Doku zu sehen, wie er das Eigentor schießt auf St. Pauli. Die Szene ist letztlich viral gegangen. Ihr wart ja immer mit euren Kameras auch beim Spiel mit dabei. Hattet da auch die Drehgenehmigung. Hast du das selbst eingefangen oder habt ihr euch dann auch an den DFL-Bildern bedient, die möglicherweise auch eingekauft?

Ja, wie lief das speziell bei dieser Szene mit dem Eigentor von Daniel Heuer-Fernandes ab? Also mal so, mal so. Wir haben auch auf DFL-Bilder zurückgegriffen. Wir haben versucht, wo immer es geht, unsere eigenen Kameras zu nutzen oder die Bilder unserer eigenen Kameras, weil die, ich will jetzt nicht so in Details gehen und euch langweilen, aber diese Bilder haben einen anderen Look.

Allein schon durch die Position, wo wir stehen, sind das ungewohnte Perspektiven. Diese Bilder sehen erstmal anders aus als die klassische Fernsehübertragung. Deswegen haben wir schon versucht, darauf zu setzen, wo es denn geht. Und damit kommt man aber nicht komplett hin. Also zum Glück gibt es das DFL-Material.

Die machen ja auch einen super Job und darauf konnten wir immer wieder zurückgreifen. Bei dem besagten Eigentor bin ich mir jetzt gerade ein bisschen unsicher, aber ich glaube, da ist auf jeden Fall einiges an DFL-Material dabei. Da würde ich ganz gerne nochmal einhaken. Du wirst jetzt wahrscheinlich keine Summe nennen, aber wir kennen das ja, dass so eine Sequenz von der DFL durchaus auch ihren Preis hat.

Hat die DFL aber in dem Fall möglicherweise das Projekt sogar unterstützt, weil es am Ende ja auch Werbung für die Bundesliga ist und euch das Material zur Verfügung gestellt? Oder musstet ihr da schon auch vorab ein bisschen in die Tasche greifen, als das ZDF ja noch gar nicht mit dem Boot saß? Ja, da weiß ich nicht. Da leide ich gerade unter Amnesty.

Haben wir doch Olaf Scholz eingeladen? Zum Glück habe ich dir ja vorhin erklärt, dass ich mich um inhaltlich kreative Dinge gekümmert habe und nicht um productionelle, finanzielle die genauen Hintergründe da. Man merkt, du hast viel Zeit mit Philipp Langer verbracht, der weiß wie man solche Fragen umschifft.

Philipp Langer Masterclass. So sieht's aus. Diese Szene mit Daniel Hoy-Fernandes, das war ja schon gerade so zum Auftakt eurer Doku dann ein besonderer Moment. Also ich glaube, so ein Eigentor hat er noch nie geschossen. Glaube ich sowieso, überhaupt noch nie jemand wahrscheinlich. Du hast ihn dann ja auch sehr eng begleitet.

Welche Erinnerungen hast du auch an diese Szene, als du dann im Stadion warst und das beobachtet hast? Du warst dann ja auch nach dem Spiel irgendwie wahrscheinlich noch, wobei du hast gesagt, in der Kabine war es ja nicht. Deswegen hast du dann wahrscheinlich die Ansprache nicht mitbekommen. Aber ja, was verbindest du so mit dieser Szene auch?

Ich habe gedacht, das kann doch nicht wahr sein. Ich habe gedacht, ich hätte mich verguckt. Also weil man steht dann ja doch, diesen Nachteil haben wir ja gegenüber euch. Ihr sitzt ja in der Regel, glaube ich, auf der Pressetribüne, habt da auch Monitore, seht somit die Wiederholungen und so. Und wir standen da halt Luftlinie, weiß ich nicht, ein paar Meter von entfernt, haben diese Szene gedreht und dann eigentlich gedacht, hä?

Haben uns dann angeguckt und gesagt, also hat der sich den gerade selber reingehauen oder was war das? Und konnten es dann gar nicht verifizieren. Und es wirkte sehr skurril auf uns. Und gleichzeitig war es irgendwie bemerkenswert, wie der HSV dann aber irgendwie. Daraus, weiß ich auch nicht, irgendeine Art von Kraft gezogen hat oder so eine Jetzt-Erst-Recht-Mentalität und das Spiel dann ja noch gedreht hat.

Also es hätte nach so einem Tor ja auch irgendwie ganz anders laufen können. Also auswärts im Derby, so ein Tor, super bitter. Ich hatte eigentlich in meinem Spielbericht dann schon das Aus von Tim Walter herbeigeschrieben, weil es war sowieso eine kritische Phase. Dann diese erste Halbzeit, 0-2 zurück, dieses Eigentor. Man dachte, okay, jetzt ist der HSV wirklich am Boden und dann hat der HSV das noch gedreht, 2-2.

Also ich habe das als unglaublich skurril empfunden. Und ja, natürlich gibt es dann, ist es für uns als Filmemacher grundsätzlich gut, wenn besondere Dinge passieren, wenn wir irgendwo dabei sind. Klar, das ist das Salz in der Suppe und das macht, glaube ich, diese Serie auch besonders, dass eben in diesen anderthalb Jahren so viele besondere Dinge passiert sind.

Aber natürlich wünscht man jetzt niemandem so ein Eigentor. Und dass das jetzt Ferro sich immer noch nicht so gerne anguckt, kann ich mir nicht vorstellen. Du hast ihn ja dann auch direkt nach dem Spiel interviewt zu Hause. Einer der wenigen HSV-Spieler, sofern es in der Doku zu sehen ist, die du zu Hause besucht hast.

In der Doku sind Sebastian Schonlaus, der Wieselkes und Ferros Einrichtungen zu sehen. Hast du zu Daniel Heuer-Fernandes dann auch ein besonderes Verhältnis aufgebaut? Gerade weil er eben dann auch häufig zu sehen ist, du ihn zu Hause besucht hast und er dann am Ende sogar noch auf der Bühne neben dir steht und dir den kleinen Preis übergibt.

Das würde ich so nicht sagen. Ich habe eigentlich zu allen ein gutes Verhältnis gehabt. Und ich bin jetzt mit niemandem davon jetzt Buddy oder so. Also ich habe mich mit niemandem davon, jetzt treffe ich mich privat seitdem. Ferro war in der Tat halt so mit der Erste, an den wir dann sehr nah rangekommen sind.

Das ist jetzt nicht in der Doku zu sehen, weil das jetzt in der Gesamtdramaturgie nicht mehr so spannend war, aber dieser Dreh war damals auch, weil er zu dem Zeitpunkt seinen Vertrag verlängert hat. Also an dem Tag ist er in den Volkspark gefahren nach unserer Homestory sozusagen und hat da seinen neuen Vertrag unterschrieben.

Das haben wir halt alles begleitet und also er war sozusagen von Tag 1 an sehr tief in diesem Doku-Projekt mit drin, Aber ich habe ja wirklich eigentlich zu allen ein gutes Verhältnis gehabt und alle haben auch total Lust gehabt, da mitzumachen. Also da hat sich jetzt niemand verweigert und irgendwie gesagt, nö, ich will nicht, Doku finde ich doof.

Sondern was auch immer wir machen wollten, sind wir mit sehr offenen Armen empfangen worden. Also wir haben jetzt nicht bei 20 Spielern, weil du das gerade so sagtest, wir haben jetzt nicht bei 20 Spielern eine Homestory angefragt und nur die drei wollten mitmachen oder so, sondern wir haben es halt da gemacht, wo wir es in dem Moment für dramaturgisch sinnvoll erachtet haben.

Jetzt bin ich mir gar nicht mehr sicher, wann das gewesen ist eigentlich, diese Vertragsverlängerung. Das war dann ja auf jeden Fall dann zeitnah auch. Genau, es war auch noch vor der Winterpause. Also das war wenige Tage nach diesem Derby. Also irgendwie Anfang Dezember oder so, glaube ich. Wie lief das denn insgesamt dann mit dem HSV? Also hattest du im Prinzip so eine Art Narrenfreiheit?

Konntest du mit den Spielern direkt kommunizieren und sagen, du pass auf, kann ich heute mal vorbeikommen? Oder musstest du immer mit Philipp Langer zusammen dann alles absprechen? Hat er dir im Prinzip für alles dann die Erlaubnis erteilt und da die Kontakte hergestellt? Kannst du da einen Einblick geben?

Mal so, mal so. Also grundsätzlich ist es schon so, und das finde ich auch total normal und nachvollziehbar, dass ich immer gesagt habe, was unsere Pläne sind. Also was ich drehen will, warum ich das drehen will, warum ich das für sinnvoll erachte. Es gibt ja auch immer wieder Momente, Szenen, wo die Personen, die da so tief drin stecken, sich gar nicht vorstellen können, dass es überhaupt spannend ist und sich fragen, warum. Und dann muss man das auch mal erklären.

Oder vielleicht auch mal den einen oder anderen kleinen Zögerer überwinden, wo die denken, muss das denn sein? Und dann erklärt man aber, ich habe das Gefühl, das ist wertvoll für die Doku. Und habe das in der Tat nahezu alles über Philipp Langer abgewickelt. Also der hatte ordentlichen Mehraufwand in diesen anderthalb Jahren zu seinem, glaube ich, ohnehin sehr stressigen Job.

Jetzt erklärt sich, warum er so selten in dieser Zeit ans Telefon gegangen ist. Also jetzt bin ich nicht nur an Stefans fehlendem Bier schuld, sondern auch noch daran. Langsam stehe ich tief in eurer Schuld. Ja, aber also Philipp war da wirklich sehr, sehr hilfreich und aber irgendwann im Laufe der Zeit war es aus logistischen Gründen sicherlich auch mal für alle Beteiligten sinnvoll, dass man…, Und dann auch mal mitspielern, was auf dem kleinen Dienstweg, kurzer Dienstweg, wie sagt man? Kurzer Dienstweg, kurzer kleiner.

Kurzer, kleiner. Kurzer, doch kurzer. Aber generell haben wir ja, also allein schon, um auch nicht den Eindruck entstehen zu lassen, eben weil uns der HSV so viel Vertrauen entgegengebracht hat und wir im Grunde genommen uns wünschen konnten, was wir denn machen. Fand ich es aber auch wichtig, ihnen jetzt nicht den Eindruck zu vermitteln, wir machen hier irgendwas im geheimen Kämmerchen hinter ihrem Rücken, sondern ich habe halt klar kommuniziert, was ich drehen möchte, wann ich das drehen möchte.

Das ist aber auch ein gutes Beispiel dafür, dass du, glaube ich, unglaublich viel Material hattest. Wahrscheinlich wusstest du am Ende selbst gar nicht, was mache ich mit diesem ganzen Tag, weil du sagtest, eine Homestory mit Daniel Hoyer-Fernandes. Das war wahrscheinlich dann den ganzen Tag, den du mit ihm begleitet hast.

Am Ende sieht man so eine Szene bei ihm zu Hause mit seiner Frau dann auch zusammen. Das war jetzt ja nicht sonderlich viel von diesem Drehtag dann. Ja, also an diesem Tag haben wir viele Stunden gedreht und am Ende sind davon jetzt, weiß ich nicht, eine Minute in der Doku. Wir haben in Summe weit über 1000 Stunden Rohmaterial und daraus sind drei Stunden geworden.

Das ist natürlich verrückt. Also hat mir jetzt die Tage mal irgendwie jemand, also nicht, dass ich das nicht selber hätte ausrechnen können, aber mir hat es mal jemand so schwarz auf weiß vor Augen gehalten und das ist dann verrückt, wenn man halt überlegt, dass wir, wenn wir jetzt mal von 1000 Stunden Material ausgehen, also 99,7% unseres Materials nicht in der Serie haben.

Da ist viel Arbeit reingeflossen, aber am Ende destilliert man dann halt das raus, was man für am geeignetsten findet. Also die Dramaturgie muss halt irgendwie Sinn machen und da sind sicherlich auch viele andere tolle Momente dabei gewesen, die es jetzt nicht in die Doku geschafft haben. Wir hatten diesen Eindruck ja auch schon beim Gucken, dadurch, dass wir dich ja auch bei fast jedem HSV-Spiel auch auswärts immer wieder gesehen haben und dann sieht man eben, auf wie wenige Spiele das dann am Ende runtergebrochen werden muss, weil es natürlich dann auch dramaturgisch keinen mehr so wirklich interessiert, was eigentlich im ersten Halbjahr für Spiele gewonnen oder verloren wurden, das habt ihr dann ja auch so bewertet und deswegen legt ihr den Fokus bei den

Spielen ja vor allem auch auf den spannenden Endspurt. Ich sage mal so, Beginn mit dem Heimspiel gegen Braunschweig, da wird es dann nochmal richtig detailliert, weil wir den Namen Philipp Langer gerade häufiger erwähnt haben. Vielleicht noch einmal für die wenigen Hörer, die ihn nicht kennen sollten, kurz zur Erklärung, er ist Pressesprecher des HSV.

Man kennt ihn auch von YouTube, wenn er immer wieder die Pressekonferenzen amoderiert. Aber die meisten kennen ihn ja auch. Das habe ich auch im Herzogenaurach erfahren, als er mehrere Autogramme geben durfte beim Fernamt. Ist das so? Ja, ist tatsächlich so. Okay, du nicht, Stefan, oder? Also Autogramme muss ich, doch eins muss ich tatsächlich auch geben, war ich sehr überrascht. Wow.

Sven Höher hatte auch noch mal kurz bei dem einen Fan ein bisschen versucht, mein Autogramm. Wahrscheinlich haben sie dich für Tim Walder gehalten. Auf jeden Fall hat er versucht, mein Autogramm auf seinen Rücken auch noch mit reinzureden, aber das ist ihm nicht gelungen. Aber ansonsten bin ich ganz gut weggekommen im Gegensatz zu Philipp.

Wir haben jetzt gerade ein bisschen drüber gesprochen, wie du das Ganze angegangen bist und wie offen der HSV dich auch empfangen hat. Was mich jetzt aber mal interessieren würde, ist, wenn du dann auf einmal eine Kamera oder ein ganzes Team, Ihr wart ja mal mindestens zu zweit in der Kabine oder meistens zu zweit, sonst klärst gerne Aufgleich.

Ab welchem Moment oder wie lange hat es gebraucht, bis ihr dann nicht mehr als Fremdkörper wahrgenommen wurdet? Also ich kann mir schon vorstellen, dass es als Spieler, auch wenn dir das vielleicht keiner sagt, ins Gesicht, aber dass es natürlich schon eine Art Hemmschwelle ist, wenn man auf einmal eine Kamera sieht und eben eine Person, die sonst nicht in der Kabine auftaucht.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man davon Sekunde eins all seinen Emotionen freien Lauf lässt. Also erstmal kurz zur Teamgröße. Es ist so, dass wir in der Tat, da so Kabinenaufnahmen natürlich sehr, also a, sensibel sind und b, aber ja auch räumlich total begrenzt. Also gerade in der zweiten Liga ist man zum Teil auswärts in Kabinen.

Preußen Münster hat Merlin ja nochmal erwähnt. Und das ist eine große Kabine. Also ist jetzt vielleicht spartanisch eingerichtet, aber räumlich geht es. Da haben wir ganz andere Stadien erlebt. Da macht es natürlich keinen Sinn, da jetzt mit einer riesen Produktionscrew einzureiten und im Weg zu stehen.

Weil das finde ich eigentlich das Wichtigste, dass wir einfach nicht im Weg stehen und nicht stören. Deswegen haben wir uns entschieden, immer zu zweit in der Kabine zu sein. Da ich aber großer Verfechter davon bin, dass man Situationen immer mit zwei Kameras drehen muss, damit man vernünftig schneiden kann, mindestens zwei Kameras, habe ich selber gedreht, zusammen mit unserem führenden Kameramann, die OP, wie man offiziell sagt, Tom Schünemann.

Der hat den Großteil der Bilder gedreht und ich habe aber sozusagen mitgedreht und wir waren dann immer zu zweit in der Kabine bei allen Spielen. Bei Dreharbeiten außerhalb der Kabine haben wir dann mit größeren Teams gearbeitet. Zum zweiten Teil der Frage, so genau kann ich dir das natürlich nicht beantworten, weil jetzt die Spieler mir da ja keine Wasserstandsmeldung geben und sagen, also ich seh dich noch, ich seh dich noch, ich seh dich noch und irgendwann so, jetzt bist du nicht mehr da, aber ich würde dir dazu stimmen, dass auch das natürlich ein Prozess ist und dass auch uns da sicherlich diese anderthalb Jahre geholfen haben, also dadurch, dass wir einfach so lange dabei waren, hatten wir dann irgendwann einen sehr langen Zeitraum noch, wo wir gefühlt zum Inventar gehörten.

Also wenn du so ein Projekt einfach für vier Wochen machst, glaube ich, funktioniert das so nicht. Aber wir haben eben deswegen eigentlich auch der eingangs erwähnte richtige Start in Soto Grande. Wir haben eben das Trainingslager genutzt, um da einfach alle Leute schon mal richtig kennenzulernen, auch mal zu quatschen, abseits der Dreharbeiten mal zusammen was zu essen und so.

Und das hilft halt alles total. Und trotzdem ist das wahrscheinlich auch individuell. Wahrscheinlich gibt es Spieler, denen ist das völlig egal, die nehmen das gar nicht wahr. Andere Spieler sind da vielleicht ein bisschen angespannter und noch Dritte finden es vielleicht wahnsinnig spannend und denken, hey, hier, da bin ich.

Das kann man so pauschal nicht sagen, aber mit Sicherheit ist dieses Vertrauensverhältnis gewachsen, klar. Dann war es ja auch so, du hast in Soto Grande angefangen mit Tim Walter. Trotzdem gab es ja zu dem Zeitpunkt schon sehr, sehr viele Diskussionen. Ja, auch Jonas Bolt hatte sich schon mal kritisch geäußert. Viele haben eigentlich nur darauf gewartet, bis Tim Walter entlassen wird.

Dann hat es ja auch nur, ich glaube, vier Spiele gedauert nach der Winterpause. Wie war das für dich, diesen Prozess so zu begleiten eigentlich mit dem Trainer, wo du denkst, das ist jetzt der Trainer, mit dem ich den Aufstieg filme. Und trotzdem auch zu spüren, eigentlich gibt es schon große Zweifel.

Jonas Bolt hast du ja auch dazu interviewt, der ja auch schon dann kritisch betrachtet wurde im eigenen Verein, der dann ja auch irgendwann gehen musste. Also schon eine spezielle Zeit für dich, oder? Also generell sind diese Personalwechsel für mich irgendwie hart gewesen. Ich meine, ihr begleitet dieses Business tagtäglich, deswegen wisst ihr, dass diese Personalwechsel zum Profifußball irgendwie dazugehören.

In unserem persönlichen Arbeitsumfeld ist das ja aber nicht so und das war, ich war da jedes Mal wirklich richtig getroffen von, das war ganz komisch, wenn Leute, mit denen ich da jetzt monatelang zusammengearbeitet habe, von ein auf den anderen weg waren, also dieses. Profifußballgeschäft ist halt auch wirklich knallhart und gnadenlos auf eine Art, das ist mir jedes Mal schwer gefallen, in der Tat war Tim halt mein erster Trainer, wenn man so will, bei dieser Doku, hat uns auch total mit offenen Armen empfangen, also die ersten Gespräche, bevor diese Doku überhaupt noch losging und wir uns dann halt geeinigt haben, sie zu machen, habe ich lange mit Tim Walter, zusammengesessen und darüber gesprochen, wie das wohl so wird.

Und sie haben uns halt immer alle das Gefühl gegeben, sie freuen sich, dass wir da sind, wir sind willkommen. Also Tim hat sich richtig gefreut, als wir in Soto ankamen. Und deswegen tat mir das persönlich sehr leid, als der ein paar Monate später, oder in dem Fall waren das ja sogar nur wenige Wochen später gehen musste.

Ich maße mir dann auch nicht an, das ist auch gar nicht mein Job, jetzt beurteilen zu können, ob so eine Trennung in dem Moment angebracht ist oder nicht. Ich dokumentiere ja nur da, was da passiert und ordne das nicht wirklich ein. Ja, das war besonders, als Tim gehen musste. Das war aber auch besonders, als Steffen gehen musste, der auch unglaublich nett und offen uns gegenüber war.

Und so war es auch bei Jonas. Also das waren für mich einschneidende Erlebnisse. Wo ich wahrscheinlich noch nicht lange genug in dieser Profifußball-Bubble bin, um zu denken, so ist das halt. Sondern jedes Mal habe ich gedacht, oh Mann, weil man ja auch weiß, dass da ein menschliches Schicksal hintersteht.

Schon spannend, dass ihr letztlich dann auch irgendwo ja auf die richtigen Trainertypen getroffen seid, was die Doku betrifft. Denn es wäre ja der Worst Case gewesen, wenn der neue Coach dann gesagt hätte, die Kabine bleibt für uns so die Sperrzone. und ihr könnt ja gerne draußen warten. Aber da habt ihr ja auch ein Stück weit Glück gehabt, dass da alle auch wirklich diesen Weg mitgegangen sind und dadurch ja auch diese Insights auch in der Doku rüberkommen.

Wirklich diese Kabinenmomente, von denen natürlich die Doku lebt und die auch alle Fans sehen wollen und möglicherweise auch neutrale Sportinteressierte. Ja, Henrik hat gerade schon den Initiator, der dafür gesorgt hat, dass diese Bilder vom HSV überhaupt erst entstehen, angesprochen mit Jonas Bolt. Da wollen wir ihn jetzt doch vielleicht an der Stelle auch gerne mal hören, was er zu sagen hat. Hallo Tom.

Zunächst noch einmal herzlichen Glückwunsch zu der sehr gelungenen Aufgabe und vielen Dank an dein Team und dich für die wunderbare Zusammenarbeit. Ihr habt es wirklich sehr schnell geschafft, dass die Menschen euch vertrauen und vor allen Dingen, dass man nicht bemerkt, dass da drei Menschen mit Kamera und Ton irgendwo im Raum stehen.

Jetzt aber zu meiner Frage. Ich habe gehört, ihr habt über 100 Stunden Filmmaterial. Jetzt, wo dir keiner mehr reinquatschen kann oder den Auftrag wegnehmen könnte, gibt es die eine Szene, die du sehr gerne mit reingenommen hast, die du noch einmal schildern möchtest. Oder vielleicht auch etwas, wo du dich geärgert hast, dass die Kamera an der Stelle nicht gelaufen ist.

Viel Spaß im Podcast und bis bald. Ja, vielen Dank. Das freut mich total, diese Nachricht von Jonas zu hören. Das ist ganz lieb. Hat auch ja wirklich sehr, sehr Spaß gemacht, dieses erste halbe Jahr mit ihm daran zu arbeiten und er hat großen Anteil daran, dass es diese Doku überhaupt gab. Also 1000 Stunden Material, das ist eine Menge, die einen total erschlägt und natürlich sind da immer wieder Szenen, wo man denkt, oh das ist aber schade, dass das jetzt nicht reinkommt.

Und lustigerweise, und diese Antwort ist halt leider unbefriedigend jetzt, ich habe gerade nicht die eine Szene, die mir einfällt. Und zum Glück dadurch, dass wir 100 Drehtage hatten, was eine enorme Menge ist für ein solches Projekt. Also ich habe noch nie ein Projekt einer solchen Größenordnung gemacht und das nicht, weil ich bisher nur kleine Projekte gemacht habe, sondern weil es so große Projekte einfach nicht gibt normalerweise im Doku-Bereich.

Aber dadurch, dass wir 100 Tage dabei waren, waren wir tatsächlich an sehr vielen wichtigen Momenten dabei. Also ich habe sehr selten jetzt zu Hause auf der Couch gesessen und die Faust in der Tasche geballt und gedacht, oh verdammt, warum waren wir da denn jetzt nicht? Da haben wir, glaube ich, auch einfach Glück gehabt. Wir haben wirklich auch bei diesem Projekt ganz viel Glück gehabt. Also das habe ich ja auch im Kino auf der Bühne gesagt.

Wenn man da jetzt Lob bekommt für diese Doku, dann freut einen das. Aber wir haben vor allem natürlich auch einfach einen historischen Ablauf des HSV erlebt, bei dem wir halt dabei sein durften. Also wir haben jetzt ja nichts dazu beigetragen, dass die aufgestiegen sind und die Frauen auch noch. Es war einfach irre, was da passiert ist und wir durften das glücklicherweise begleiten und haben auch im Laufe dieser Dreharbeiten wahnsinnig tolle Momente erlebt, die oft auch eine glückliche Fügung sind, die man im Vorfeld dann ja auch nicht so geplant hat.

Sondern wir haben vielleicht gedacht, wir gehen jetzt zum HSV an Tag X und drehen das und das. Und dann ist dieser Inhalt am Ende aber gar nicht so spannend gewesen. Dafür ist aber parallel irgendwas anderes passiert, was dann vielleicht in der Doku irgendwie als besonders schön entsteht. Also keine Ahnung, jetzt diese kleine nette Frotzeleider mit Merlin und Bakkeriata zum Beispiel. Das sind ja keine Sachen, die man vorher plant.

Also heute drehen wir mal, wie die sich beim Training necken. Sondern solche Szenen entstehen dann halt einfach. Ich habe da jetzt leider, kann ich die Antwort von Jonas nicht mit einer netten Anekdote beantworten. Vielleicht fällt mir im Laufe unseres Gesprächs noch mal was ein, dann melde ich mich nachher.

Vielleicht gibt es ja anders gefragt auch eine Szene, die du sehr gerne auch gezeigt hättest, wo der HSV dann aber gesagt hat, Tom, können wir die vielleicht lieber rauslassen? Das wäre jetzt nicht so gut, wenn die im Kino läuft. Weil du hast ja auch gesagt, es gab eigentlich keine Tabus und ihr wart ja wirklich bei allen wichtigen Besprechungen, Ansprachen dabei.

Deswegen kann ich das vollen Herzes verneinen. Nein, also es gab keine Szene, es gab sowieso keine Szene, die der HSV raushaben wollte, ehrlich gesagt. Also somit auch keine, an der mein Herz jetzt hing. Nein, also der HSV hat uns machen lassen. Spannend, weil das habe ich mich tatsächlich auch gefragt, weil du warst ja auch bei einigen Sitzungen dabei, die normalerweise, das darf gar nicht in die Öffentlichkeit dringen, dass es diese Sitzung überhaupt gibt.

Also zum Beispiel Aufsichtsratssitzungen mit Henrik Kölnke und Lena Schrumm, die Stefan Kunst genau zuhören, wie er denn jetzt den Sport aufstellen will und auch wie er die Zukunft plant. Du warst dabei, als Klaus Koster und Jonas Bolt im Beisein von Philipp Langer besprechen, wie sie jetzt kommunikativ den möglichen Trainerwechsel nach der Entlassung von Tim Walter angehen.

Du warst generell bei Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen dabei, auch bei internen Gesprächen zwischen Erik Huwer und Stefan Kunz, und natürlich auch bei der Vertragsverlängerung von Merlin Polzin, als er dann auch endgültig zum Cheftrainer bis Saisonende der Aufstiegssaison befördert wurde. Wie lief das dann ab? Bist du da vorher informiert worden? So nach dem Motto, Tom, komm mal vorbei ins Büro von Stefan. Kann sein, dass da gleich was Gutes passiert?

Oder wusstest du vor allen anderen, dass Merlin den neuen Vertrag kriegt? Nee. Das ist immer unterschiedlich gelaufen. Manche Sachen konnte man zum Glück dann auch mal von längerer Hand planen. Also zum Beispiel war mir immer wichtig, habe immer kommuniziert, ich würde es toll finden, wir sind auch mal bei so Aufsichtsratssitzungen dabei, weil der Aufsichtsrat, wer weiß es besser als ihr, ist natürlich auch so ein riesen Mysterium hier beim HSV seit vielen, vielen Jahren, wo viel hineingeheimnisst wird.

Und das habe ich von Anfang an hinterlegt, dass ich das super finde, da mal dabei zu sein und diese Charaktere auch mal ein bisschen kennenzulernen. Und das hat dann halt in so einem Kontext mal geklappt. Manchmal war das aber auch sehr spontan. Also dann haben wir halt überlegt, okay, morgen wird XY neu vorgestellt.

Das ist doch an sich auch schon mal ein Dreh, da gehen wir hin und dann merkt man aber, ja gut, aber jetzt ziehen die sich nochmal in irgendein Büro zurück, gehen wir doch mal mit. Und gucken, ob sie uns die Tür vor der Nase zumachen oder nicht. Und das haben sie halt nie. Und bei Merlin? Bei Merlin, naja, da hatte sich im Grunde genommen eigentlich schon am Abend vorher angedeutet, dass es am nächsten Tag eine Entscheidung gibt.

Und wir haben dann gesagt, okay, dann sind wir doch auch am nächsten Morgen im Volkspark und gucken mal, in welche Richtung hier das Pendel ausschlägt. Ja, also die Jungs haben meines Wissens in diesem Gespräch erfahren, dass sie den Job kriegen und da waren wir mit dabei das ist komplett irre aber das war eure Idee an dem Tag da hinzufahren ihr habt nicht den Tipp bekommen von wegen heute geht was nein, also das.

Nein, in dem Fall nicht und finde ich auch, ehrlich gesagt würde ich fast unangebracht finden, wenn ich jetzt vor Merlin wüsste, ob er seinen Job bekommt oder nicht, Nee, das war nicht so, aber wir wussten halt, dass es an dem Tag Gespräche geben wird und dass wir da dabei sein können. Und natürlich sind das so Drehs, wo du dann danach dich mit deinem Team abends high fivest und sagst, das ist ja komplett irre, was wir ja heute wieder gedreht haben, wo durften wir ja eigentlich gerade dabei sein. Also wir hatten auch immer wieder Situationen, wo wir das kaum glauben konnten.

Wir, die wir ja schon auch relativ lange in dieser Branche aktiv sind und deswegen auch schon andere Projekte mit sehr gutem Vertrauensvorschuss der handelnden Personen gemacht haben, wie jetzt zum Beispiel Unparteiisch, was ihr eingangs erwähnt habt. Aber dass wir hier ganz besondere Momente erleben durften, das war uns immer wieder bewusst. Und das haben wir auch sehr wertgeschätzt.

Und dann ist es aber vielleicht auch irgendwann, dann kommst du irgendwann in so einen Lauf, weil dann irgendwie die Leute denken, ja gut, wenn er jetzt halt hier schon dreimal dabei war, wenn der Aufsichtsrat da ist, warum sollten wir denn beim vierten Mal sagen nein? Und das ist dann einfach, dann läuft es und das ist ein Glücksfall.

Wahrscheinlich war keiner in den vergangenen anderthalb Jahren so nah dran am gesamten HSV wie du. Viele sind natürlich jetzt so diese Kabinenmomente in Erinnerung geblieben, auch wenn es dann mal ein bisschen kritischer oder lauter wurde. Zum Beispiel dann in der Halbzeit gegen Braunschweig hört man ja dieses Wortgefecht mit Davy Selke, Jean-Luc Dompey, der da kritisiert wurde und dann kontert.

Das Spiel auf Schalke ist ja dann auch gleich die Einstiegsszene, wo Merlin da seine Mannschaft zusammenfaltet. In solchen Momenten, wie ist das dann für dich gewesen? Hast du gedacht so, oh wow, okay, krass, das wird jetzt eine richtig gute Szene oder ist es einem vielleicht sogar ein bisschen unangenehm, dann dazwischenzustehen, dann draufzuhalten in diesen schwierigen Momenten noch?

Ja, also unangenehm vielleicht nicht, aber natürlich überträgt sich so eine Spannung, die dann da in der Luft ist, auch irgendwie auf alle im Raum. Und natürlich merkt man dann auch, ja, das läuft hier gerade nicht gut. Und also wenn ihr die Szene jetzt nochmal sehen würdet, nach dem, was ich euch jetzt gerade erzähle, Dann merkt man halt auch zum Beispiel diese Szene dieser Kabinenstreit auf Schalke, wo Merlin eine sehr klare Ansage macht.

Das ist dann auch ein Moment, wo wir dann nochmal vielleicht einen Meter weiter zurückgehen. Also da würde ich mich jetzt nicht in die Mitte des Kreises stellen, während Merlin da sehr deutliche Worte findet. Also letztlich standet ihr schon, ihr saßt jetzt nicht in der Ecke und habt da die Kamera? Nein, also wir haben da unsere bestimmten Positionen, die wir auch immer wieder verändern.

Also weil ich persönlich finde es sehr wichtig, dass so eine Kamera in der Kabine bemannt ist, also somit auch agieren kann, sich bewegen kann. Keine Coco. Genau, also das gibt es in vielen anderen Produktionen und das ist, also ich persönlich mag das nicht so, aber das muss ja jeder sagen. Machen wie er es für richtig hält, mein Stil ist es nicht. Und aber, wie ich vorhin auch schon sagte, unsere Maxime ist halt nicht stören, nicht im Weg stehen, nicht irgendwie eingreifen und dadurch Abläufe verhindern.

Und dieser Moment auf Schalke, da hat es schon richtig gekracht und da geht man dann schon nochmal einen Sicherheitsmeter zurück. Aber ich glaube, dass die Szene auch von einem Meter hinten, einem Meter weiter hinten extrem stark ist und viel Kraft hat. Aber ja, also natürlich sind solche Momente, weil die ja jetzt auch nicht wöchentlich waren.

Also es gab da jetzt ja nicht jede Woche irgendeinen Kabinenkonflikt, sondern ausgewählte. Das sind besondere Momente und natürlich macht das auch was mit einem, wenn sich da Leute gerade nicht gut verstehen. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass sie das irgendwie auf Augenhöhe miteinander machen. Also es hat auch viel darüber gesagt, wie gut eigentlich das Miteinander dieser Truppe war in diesem Zeitraum.

Die hatten eine Art Konfliktkultur entwickelt, ist jetzt ein großes Wort, aber sie konnten sich eben so ehrlich die Meinung sagen, ohne dann eingeschnappt zu sein und miteinander zu brechen. Das war, glaube ich, ein sehr entscheidendes Bausteinchen. Gerade so bei der Szene mit Davy in der Halbzeit des Braunschweig-Spiels, wie er da mit Jean-Luc Dompey ein bisschen aneinandergerät, da kommen wirklich ungehaltene Emotionen rüber.

Und ich weiß auch noch genau beim Gucken, wie ich sofort daran denken musste, krass, wie kann das sein, dass er vor einer Kamera jetzt da wirklich genauso eben sich verhält, wie er sich auch verhalten würde, wenn die Kamera fehlen würde. Also das alleine ist ja eigentlich das Beste, was dann auch einem Kamerateam passieren kann in der Kabine.

Also das wird auch bei der Szene vor allem sehr deutlich, finde ich, dass ihr eben wirklich dann auch alle Insights mitbekommen habt, sofern ihr dann eben dabei wart. Davy hast du auch zu Hause besucht. Er lackiert seiner Tochter die Finger. Das kam im Kinosaal auch sehr gut an. Da gab es ein positives Raunen. Einen kollektiven Seufzer.

Kollektiven Seufzer kann man ihn auch nennen. Ich hatte so den Eindruck, oder wir hatten so den Eindruck, dass Davy dann auch zu Hause ein bisschen mehr von sich vielleicht preisgegeben hat, als es dann vielleicht auch bei Sebastian Schonler und Daniel Heuer-Fernandes der Fall war. Würdest du das teilen? Hat sich das einfach dramaturgisch für die Doku angeboten, mehr oder auch mehr Räumlichkeiten von Davies zu Hause zu zeigen?

Oder ja, welche Insights kannst du uns da so im Anschluss verraten, so im Vergleich? Es ist schwer, diese Sachen zu vergleichen, weil sie, ihr seht ja immer nur Ausschnitte oder der Zuschauer, die Zuschauerinnen sehen nur Ausschnitte. Also zum Beispiel bei Basso zu Hause haben wir auch viel mehr gedreht.

Es hat dann aber am Ende irgendwie sich halt so ergeben oder Ferro haben wir ja schon eingangs drüber gesprochen, war auch ein längerer Drehtag. Also auch bei denen war es jetzt nicht so, dass sie gesagt haben, aber du darfst mich hier nichts Privates fragen und diesen Raum nicht sehen oder so. Also das war einfach, es hat sich so ergeben, dass diese Szenen jetzt so, wie wir sie gebaut haben, am meisten Sinn gemacht haben in der Doku.

Aber ja, Davy war generell auch sehr offen uns gegenüber und hat uns auch Einblicke gegeben darüber, wie wohl er sich in Hamburg fühlt. Also das war klar zu merken, dass das wirklich eine sehr besondere Station für ihn jetzt war, vielleicht die besonderste tatsächlich. Und wollte das, glaube ich, auch, ich hatte das Gefühl, dass ihm das auch wichtig ist, das zu kommunizieren und das alle spüren zu lassen, dass das was ganz Besonderes hier für ihn ist beim HSV und das nehme ich natürlich dankend an.

Es kommen ja sehr viele Spieler auch in der Doku zu Wort, ein Spieler, der auch ein großer Protagonist ist, ist Jean-Luc Dompey, wir haben ihn auch gerade schon angesprochen, viele Szenen auch über ihn, gerade so dieses Nürnberg-Spiel, da habt ihr ja auch dann diese Too-Small-Geste eingefangen. Ich weiß nicht, ob ihr das selbst wart oder ob das dann... Ja, die ist von uns.

Ja, weil die kannte man vorher noch nicht. Unser Kollege Irias hat das gedreht, ganz toll. Auf jeden Fall ein Glücksmoment. Die hatte man vorher so noch nicht gesehen. Er selbst kommt allerdings gar nicht zu Wort. Wir kennen das. Wir haben auch natürlich immer versucht, nach den Spielen mit ihm zu sprechen.

Er geht meistens wortlos vorbei. Habt ihr es versucht oder war klar, das wird nichts? Du hast recht und das ist vielleicht auch eine Sache, die mich im Nachhinein ein bisschen betrübt oder ärgert, ist vielleicht ein zu großes Wort, das hat sich einfach irgendwie nicht ergeben. Also bei denen, also wir haben das mehrfach auf dem Zettel gehabt und dann ist es aus banalen logistischen Gründen hat es dann an dem Tag halt irgendwie nicht geklappt, weil er musste dann jetzt doch, keine Ahnung, irgendwie zur Pflege und sich massieren lassen oder dies oder war hier schon weg.

Also weder ist es so, dass ich mich bewusst entschieden habe, Jean-Luc nicht zu Wort kommen zu lassen, noch so, dass er gesagt hätte, nee, also für die Doku mache ich nichts. Es hat einfach irgendwie nicht geklappt. Und in der Tat, wenn ich jetzt das fertige Produkt sehe, finde ich das auch schade, weil er hat eine sehr wichtige Rolle da in der Mannschaft, sportlich natürlich sowieso, auch eine Wahnsinnssaison gespielt.

Und es wäre schön, man hätte von ihm jetzt auch noch mal ein, zwei Worte dazu gehört. Aber es gibt jetzt keinen großen übergeordneten Grund dafür. Es hat einfach irgendwie nicht hingehauen. Okay, also wir bleiben natürlich auch weiter dran. dann auch das nächste Großinterview mit Jean-Luc Dompet einzufangen. Er ist auf jeden Fall auch ein wahnsinnig netter Kerl.

Und auch irgendwie ein lustiger Typ, also super integriert auch in der Mannschaft. Das merkt man schon auch immer wieder im Verhalten. Zu Wort kommt dafür auch regelmäßig Merlin Polzin. Gerade bei den Fans hat er nochmal an Ranking gewonnen oder ist nochmal ein paar Plätze geklettert seit der Doku, weil viele ihm vorher unterstellt hatten, ah, der ist zu lieb.

Und dann auch manchmal die roten Bäckchen, die da zu sehen sind. Ich weiß nicht, ob das reicht in vorderster Front. und dann auch noch für die Bundesliga-Pu. Und jetzt nach der Doku sagen eigentlich alle, was für ein Typ. Wie kann der eine Mannschaft zusammenhalten? Wie viel Einfluss nimmt der auf so eine Truppe? Und wie viel Energie kann der auch vermitteln?

Also gerade seine Kabinenansprachen natürlich kamen da extrem gut rüber in Fankreisen. Welche Ansprache hat dich denn am meisten berührt von ihm? Oh, das kann ich so auch schwer sagen. Also generell hat Merlin mich auch beeindruckt. Also er hat das einfach, also nicht, dass ich jetzt beurteilen könnte, vielleicht oder ja schon 20 Trainer erlebt hätte in einem solchen Szenario, aber ich hatte das Gefühl, dass er zu jedem Zeitpunkt den richtigen Ton trifft, den Ton, den die Mannschaft braucht.

Das mag mal ein lauter gewesen sein, also vielleicht sind in der Doku jetzt auch überproportional viele Szenen drin, wo er sehr emotional war, weil das natürlich auch Szenen sind, die irgendwie gut sind für sowas und das Salz in der Suppe sind, aber Merlin hat auch sehr viele ruhige Momente. Und ich hatte das Gefühl, dass er immer den richtigen Ton trifft.

Im Übrigen aber auch nicht nur er, sondern auch eben das Trio mit Luik und Richie, dass die alle zusammen wirklich einen wahnsinnig guten Job da gemacht haben und die Jungs ihnen vom ersten Moment an eigentlich vertraut haben. Aber habe ich jetzt eine besondere Szene? Also ich mochte auch wirklich sehr, sehr den Moment der Ansprache von Richie vor dem Darmstadt-Spiel.

Das war jetzt ja gar nicht Merlin selber. Ich weiß gar nicht, warum sie sich da so aufgeteilt haben, dass Richie in dem Moment das Wort ergriffen hat, aber das war ein starker Moment. Das hat man auch in dieser Kabine gespürt, dass das jetzt, okay, die gehen jetzt raus und hauen die weg. Das hat man einfach gemerkt und das hat dann auch, ja, ist ja auch so gekommen mit dem 4 zu 0 Sieg. Das war stark. Aber das war, Also generell ist es jetzt nicht so, dass ich da eine Lieblingsansprache hätte, sondern immer wieder einfach gedacht habe, okay, alles klar.

Er macht das wahnsinnig gut und das wird funktionieren. Die werden jetzt machen, was er will. Und das hat auch ja in den meisten Fällen so funktioniert. Ja, in meiner Beobachtung war diese Woche zwischen diesem Karlsruhe-Spiel und dann dem Darmstadt-Spiel so eine ganz entscheidende für den Aufstieg, weil da wirklich alle gedacht haben, okay, jetzt brechen sie weg mit dieser Heimniederlage gegen Karlsruhe.

Dann eine ganz beeindruckende Szene ja auch in der Doku, wie Merlin in der Mixzone die Stühle aufbaut, dann da seine erste Ansprache hält, die Tabelle zerreißt, dann nochmal nach draußen geht und im Stadion den zweiten Teil seiner Rede hält. Und in dieser ganzen Woche war so eine unglaubliche Energie auch zu spüren von Merlin auf der Pressekonferenz.

Auch ein ganz starker Auftritt, sehr, sehr kämpferisch. Und dann halt dieses Darmstadt-Spiel, da hat man ja auch gemerkt mit dieser Ansprache, da war schon eine ganz, ganz besondere Energie. die so diese Ansprache da auch im Stadion und in der Mixzone, als du dann dabei warst, hast du da auch gedacht, okay, wow, der kann das packen mit diesen Momenten?

Ja, also ich hatte auch, ich habe natürlich mitbekommen, dass es schon wieder voller Abgesänge auf den HSV war zu diesem Zeitpunkt. Das war ja auch wirklich keine gute Phase mit diesen drei Spielen, in Folge nicht gewonnen. Und auch das Spiel auf Schalke fühlte sich ja im Grunde wie eine Niederlage an, weil man eigentlich die ganze Zeit in Überzahl war und dann nur unentschieden gespielt hat.

Und da war wieder richtig Druck auf dem Kessel. Das hat man im Verein natürlich auch gespürt und das hat sicherlich auch was mit den handelnden Personen gemacht und trotzdem hatte ich aber zu keinem Zeitpunkt irgendwie das Gefühl, das kippt jetzt hier noch, weil es doch alles so stabil wirkte, und diese jetzt von dir angesprochenen Szenen zeigen halt auch, wie ja, wie detailversessen Merlin auch ist.

Der hat da wirklich vorher jeden Stuhl selber hingestellt und zurechtgerückt und irgendwie die Flipchart so vorbereitet, wie er es gerne hätte. Und er hatte halt einen ganz klaren Plan, einen ganz klaren Ablauf. Er hat sich wie eine Art Chronologie überlegt, glaube ich, für diese gestaffelte zwei Ansprachen, die er da gehalten hat.

Und das funktioniert dann auch. Also er, das ist das, was ich meine mit, er weiß, wann er den richtigen, oder er trifft immer den richtigen Ton, zumindest in meinem Beisein, alles andere kann ich ja nicht beurteilen. Und da wir eben auch viele andere Ansprachen an die Mannschaft oder Mannschaftssitzungen, Besprechungen erlebt haben in anderen Räumlichkeiten, war allein schon aufgrund der Ortswahl, also das jetzt in die Mixed Zone zu verlegen und dann ins Stadion, das hat glaube ich auch irgendwie, dadurch wussten die Spieler halt auch, das ist jetzt so eine Kleinigkeit, aber wahrscheinlich ist es clever einfach, weil die Spieler merken, okay, hier ist was anderes, das ist jetzt besonders.

Da höre ich noch einmal mehr zu, keine Ahnung, hat funktioniert. Also sie waren wirklich wie wachgerüttelt danach und gegen Darmstadt, das war ein komplett ungefährder Sieg. Und dann war ja alles bereit für das große Finale. Ja, du hast gesagt gerade, oder das Spiel in Darmstadt oder die Situation davor als so mächtig Druck auf dem Kessel bezeichnet.

Vielleicht ja auch ein Stück weit auch für euch. Was wäre eigentlich aus der Doku geworden, wenn der HSV nicht aufgestiegen wäre? Ich kann mir vorstellen, in den Gesprächen mit dem ZDF war es schon von Vorteil zu sagen, wir haben hier den erstmaligen Aufstieg des HSV dokumentiert und das wird auch für immer einmalig bleiben in der Form.

Ja, also da liegst du total richtig. Wir haben schon mit dem gesamten potenziellen Abnehmermarktgespräche geführt über lange Zeiträume. Und völlig zu Recht war das Feedback in der Regel, ja, also wir haben da grundsätzlich total Interesse dran. Und lass bitte unbedingt da im intensiven Austausch bleiben.

Aber wir wollen schon wissen oder müssen wissen, was kriegen wir denn jetzt eigentlich? Kriegen wir die Aufstiegsdoku oder eine über einen Verein, der zum siebten Mal in Folge nicht aufgestiegen ist? Und das kann ich total nachvollziehen. Deswegen konnten wir das am Ende natürlich auch alles erst finalisieren, als der Saisonausgang feststand.

Was war der erste Teil der Frage? Entschuldigung. Was aus der Doku geworden wäre, wenn der HSV nicht aufgestiegen wäre. Ja, bin ich jetzt auch schon ein, zwei Mal gefragt worden. Ich weiß es gar nicht, weil wir waren total überzeugt davon, dass sie aufsteigen. Wirklich. Wir hatten so viel zu tun. Wir hatten gar nicht die Zeit, uns jetzt darüber Gedanken zu machen, was wäre im Fall XY, uns wäre dann schon was eingefallen.

Also vielleicht hätten wir versucht, daraus trotzdem eine gute Doku zu machen, die mit Sicherheit schwächer geworden wäre als diese jetzt. Vielleicht hätten wir aber auch überlegt, okay, weiß ich nicht, wo ist mein Sparstrumpf? Müssen wir wohl noch ein Jahr dranhängen? Keine Ahnung. Also wir haben dieses Szenario gar nicht groß diskutiert, weil irgendwie klar war, das klappt jetzt.

Und zum Glück ist es so gekommen. Ich kann diesen Optimismus auf jeden Fall bestätigen, weil ich war auch bei der Premiere des EM-Doku-Films, den ihr ja auch dann nebenbei noch gemacht habt, was ja eigentlich auch Wahnsinn ist, dann während dieser HSV-Doku noch einen Film über die Nationalmannschaft im eigenen Land bei einer EM zu machen.

Und ich erinnere mich dann, hier in Hamburg, da im Kino, war Philipp Westermeyer und der strahlte und sagte nur, ja, du, wir sehen uns dieses Jahr noch wieder nach dem Aufstieg des HSV zur Aufstiegsdoku und ich dachte so, okay, jetzt sehr, sehr optimistisch, nach sechs Jahren nicht aufstiegen. Aber auch typisch Philipp, finde ich super.

Also Philipp ist einfach ein wahnsinnig positiver Typ und hat großen Mut, was solche Projekte angeht und klingt ganz nach Philipp, dieser Moment. Und jetzt klingt auch diese Sprachnachricht ganz nach Philipp, die jetzt kommt. Hi Tom, muss ich mir Sorgen machen, dass du nach diesem Projekt nichts Neues mehr machen wirst.

Ich habe das Gefühl, der HSV, das war für dich so groß und alle neuen Ideen, die ich so hatte, was wir noch so an Projekten angehen könnten, erstmal ist nichts so eingeschlagen wie die HSV-Idee. Was muss ich tun? Was könnte an HSV rankommen? Welche Idee könnte das sein? Das würde mich wirklich mal interessieren, nachdem jetzt zwei Jahre in der HSV das Herzensprojekt das ganz große Thema dann so perfekt geklappt hat.

Ich habe das Gefühl, es ist gar nicht so einfach, dich wieder zu motivieren. Was muss ich tun? Es gibt nichts, was ich nicht über Geld lösen ließe. Nein, Quatsch. Spaß beiseite. Philipp hat das Wort Herzensprojekt benutzt und so ist es auch. Also ich wollte dieses Projekt unbedingt machen, viele, viele Jahre und war unglaublich froh und auch ein bisschen stolz, als es dann schlussendlich zustande gekommen ist.

Bin jetzt sehr erleichtert, dass es am Ende so rund geworden ist. Das hätte eben auch anders laufen können, haben wir ja gerade schon drüber gesprochen. Und bin einfach glücklich, wie es jetzt war. Aber es werden sich auch neue Projekte auftun und die werden auch Spaß machen. Also zum Beispiel, haben wir eben schon kurz gestriffen, wir arbeiten nebenan dieser Doku über Mario Wuschkowitsch und ich glaube, das wird auch super.

Also da ist ein Thema Was ich auch total spannend finde, was glaube ich für große Aufmerksamkeit sorgen wird, wenn wir sie hoffentlich dann im nächsten Jahr veröffentlichen und also vor dem Spiel, nach dem Spiel würde man jetzt im Fußballer-Phrasen-Dreschen sagen. So ist es hier auch. Das wird ein ganz, ganz besonderes Projekt in meiner Vita sein und in meinem Leben.

Da werde ich immer gerne dran zurückgucken und mir das auch sicherlich später nochmal wieder anschauen. Mein Sohn, der ist sechs und schon großer HSVer und hat das so am Rande mitbekommen, was Papi da gemacht hat und ist noch gar nicht ganz gesehen. Freue ich mich total darauf, das mit ihm irgendwann nochmal in Ruhe anzugucken und da in Erinnerungen zu schwelgen.

Aber Philipp muss sich keine Sorgen machen, dass ich jetzt die Arbeit einstelle und sage, jetzt kann nichts mehr kommen, weil dafür bin ich auch noch nicht alt genug. Ich muss noch ein paar Jahre was tun, Mr. Rente. Also vor der Doku ist nach der Doku. Dann in dem Fall Mario Wuskowitschs Projekt hast du jetzt gerade schon erwähnt. Da wollen wir jetzt natürlich mehr wissen.

Du wirst natürlich noch nichts zusammengeschnitten haben in größerer Form, vermute ich mal. Es sei denn, du klärst uns gleich auf. Aber wo warst du denn überall dabei? In Lausanne habe ich dich natürlich gesehen, als wir zusammen beim Internationalen Sportgerichtshof nicht reingekommen sind, sondern uns dann hinterher das Videomaterial angeschaut haben oder auch vorher und nachher mit dem Protagonisten gesprochen haben.

Du warst aber auch mit der Entourage von Vuskowitsch damals auch abends dann mal auch essen oder auch hast ein bisschen mehr Zeit mit denen verbringen können als ich vielleicht. Wo warst du noch dabei? Du hast ihn ja wahrscheinlich auch schon im Split besucht. Was kannst du uns schon mitgeben, was man dazu sehen wird?

Ja, also so große Einblicke kann ich da vielleicht noch gar nicht geben, Aber in der Tat, wir haben mit Mario jetzt, glaube ich, erstmalig Anfang 2024 gedreht. Somit eben auch schon fast anderthalb Jahre lang und immer wieder an unterschiedlichsten Orten. Wenn er mal in Hamburg war, ist er ja regelmäßig hier gewesen, um seine Freunde, die das ja inzwischen dann geworden sind, Spieler zu treffen, mit denen Privatzeit zu verbringen.

Privat darf er ja, aber eben im Volkspark darf er nichts. Nicht in der Kabine? Genau, aber natürlich können die dann abends mal zusammen Paddle spielen oder essen gehen und das hat er regelmäßig gemacht. Warst du da dabei? Weiß ich nicht. Mal sehen. Aber wir haben ihn sowohl in Hamburg begleitet, als auch, du hast völlig zu Recht gesagt, wir waren auch in Split.

Ist ja eine wunderschöne Stadt da, wo Mario jetzt ja die meiste Zeit verbringt. Wir waren eben beim Kass. Wir haben eben im HSV-Kontext Sachen gedreht. Also wir haben da schon einige schöne Sachen. Er hat eine unglaublich tolle Familie, muss man sagen. Also seine Mutter ist eine beeindruckende Frau, die wirklich wie so eine Löwenmutter für ihr Kind kämpft.

Da glaube ich auch sehr darunter leidet unter dieser gesamten Situation. Sich da total eingearbeitet hat in dieses Verfahren und irgendwie versucht zu unterstützen, wo sie nur kann. Sanja Vuskovic könnte auch Anwältin werden, sagt Marie Vuskovic im Abendblatt-Interview über seine Mama. Also sie ist da wirklich sehr, sehr in den Details drin.

Und diese ganze Familie ist, leidet mit, ist unglaublich sympathisch. Die Wuschkowitsch sind, glaube ich, auch richtige Familienmenschen. Ist ja auch faszinierend, die Geschichte, dass aus einer Familie so viele wahnsinnige Innenverteidiger entspringen können. Also war ja auch sein Vater und auch der Opa.

Onkel auch noch, alle mit dem gleichen Spielstil, alle eben zweikampfstark und mit guter Schusstechnik ausgelegt, genauso wie Luca. Vielleicht sehen wir den auch noch im Volkspark. Das wäre allen Beteiligten zu wünschen. Also würde ich natürlich toll finden, wenn Luca zum HSV kommt. Kann ich euch aber leider auch keine Insights zu liefern.

Ja, also wir haben schon einiges mit Mario gedreht und werden das in der Zukunft auch noch weiter tun. Und dann ist unser Wunsch, dass wir hoffentlich sein Comeback begleiten können und danach wird dann diese Doku erscheinen. Ihr habt ja jetzt einen Ausschnitt auch schon in der HSV-Doku mit drin, wo ihr dann auch ganz früh morgens ihn schon quasi mit dem Wecker-Ton begleitet.

Das heißt, du hast dann bei ihm übernachtet und warst dann gleich morgens zur gleichen Uhrzeit in seinem Zimmer? Genau so. Habe ich mich gefragt. Das würde er nicht selbst gedreht haben. Ja, also dieses Projekt ist wahnsinnig teuer und deswegen mussten wir halt Kosten sparen und deswegen haben wir mit dem gesamten Team in Marios Hotelzimmer übernachtet.

So war das. Vielleicht. Vielleicht, ja. Vielleicht auch anders. Vielleicht kannst du aber sagen, wie dann die Idee daraus entstanden ist. Ich vermute mal, du bist mit ihm dann in Kontakt gekommen durch die HSV-Doku und irgendwann habt ihr dann gemerkt, ja, okay, das passt. Er ist auch dafür offen. Wollen wir da nicht eine ganz große eigene Doku draus machen?

Genau. Also dieser Fall ist ja so komplex, wie ihr wisst, dass einfach relativ schnell klar war, das kann man irgendwie nicht innerhalb von Always Hamburg erzählen, dann wird man dieser Sache nicht gerecht. Und gleichzeitig ist es so spannend und so emotional auch dass wir dann eben also auch jetzt relativ schnell gedacht haben ja gut, aber man muss diese Geschichte ja erzählen.

Und dokumentarisch gibt es ja auch noch gar nichts zu diesem Fall, also Mario hat ja jetzt auch in diesem gesamten Zeitraum kein einziges Interview vor einer Kamera gegeben, Also wir sind die Einzigen, die hier mit ihm das machen und auch da ist, ich finde völlig klar, dass das ein potenzieller sehr guter Dokustoff ist und eben die Plattform, die wir ihm in der Serie hätten einräumen können, das hätte nicht geklappt so, weil das dann glaube ich so spannend das auch ist, einen für einen zu großen Zeitraum aus der ganzen großen anderen Erzählung rausreißt und das hat so keinen Sinn gemacht.

Und dann haben wir miteinander gesprochen, habe ich ihn gefragt, wie er das denn finden würde. Dann haben wir auch nochmal zusammen mit seiner Familie gesprochen. Ja, und auch da hat uns halt wieder dieser ganze Vertrauensvorschuss halt geholfen, dass wir einfach schon seit vielen Monaten zusammen unterwegs sind.

Und der HSV, sollte er den HSV gefragt haben, die wahrscheinlich auch gesagt haben, ja, wir sind zufrieden mit der Zusammenarbeit mit denen, mach das ruhig. und dann haben wir uns da schon sehr früh darauf verständigt und seitdem arbeiten wir daran. Ich könnte mir vorstellen, aus Sicht eines Regisseurs und Filmemachers ist es vielleicht sogar das einfachere Projekt, weil man einen ganz klaren Protagonisten hat. Man kann sehr stark auch in die Tiefe gehen.

Vielleicht würden ein, zwei Kritiker sagen, dass bei der HSV-Doku über so einen langen Zeitraum, es gibt einfach sehr, sehr viele Protagonisten, man kann ja gar nicht so sehr in die Tiefe in einzelnen Szenen gehen und trotzdem will man ja auch alles irgendwie zeigen. Das wird bei der Wuskowitsch-Doku wahrscheinlich etwas einfacher sein.

Da hast du total recht. Also ich glaube, bei der HSV-Doku wird es auch so sein. Wir haben da ja sehr intensiv eine Gruppe von, weiß ich nicht, 50 Leuten oder so begleitet. Also so ein Spielerkader sind am Ende 30, dann gibt es den Staff, dann gibt es Unterkündigsten auf der Geschäftsstelle, Frauen. Also wahrscheinlich kommen wir mit den 50 gar nicht hin.

Und natürlich können nicht alle dieser Personen irgendwie gleichberechtigt in dieser Doku auftauchen und den gleichen Raum einnehmen. Und ich befürchte, dass es da dann vielleicht auch den einen oder anderen gibt, Spieler, der denkt, warum bin ich denn da gar nicht so viel zu sehen. Oder mit nicht so viel O-Ton drin. Das tut mir dann total leid.

Das ist nie eine Entscheidung gegen diese Person oder hat irgendwelche persönlichen Hintergründe, sondern wir mussten halt eine aus unserer Sicht stimmige Gesamtdramaturgie bauen. Im Fall von Mario ist das natürlich in der Tat viel einfacher. Vor allem, weil ja auch Teile dieser Geschichte sozusagen die Vergangenheit sind, die wir nochmal aufarbeiten.

Beim HSV-Projekt waren wir halt, das ist eine der Herausforderungen, halt total fremdgesteuert. Also wir konnten ja gar nicht so viel planen, sondern wir waren einfach sehr von der Aktualität abhängig und mussten springen, wenn am nächsten Tag irgendwas passiert. Die Mario-Doku ist natürlich auch ein aufwendiges Projekt, aber eins, was man, glaube ich.

Einfach mit einer größeren Planungssicherheit angehen kann und was weniger Protagonisten hat als die HSV-Doku. Das ist mit Sicherheit so. Wir biegen so langsam ab in die Nachspielzeit unseres Podcasts hier und wollen zum Abschluss mit dir natürlich nochmal über das anstehende Stadttürbe jetzt am Freitag um 20.30 Uhr im Volksparkstadion sprechen.

Du warst auch mit dabei beim letzten Derby zu Hause im Volkspark. Als es dann auch die Rangelei vor den Ersatzbänken beider Mannschaften gab, warst du da auch mittendrin als Türsteher? Als Türsteher nicht. Das ist tatsächlich so, dass wir... Und das schon geahnt haben, dass das passieren kann und darauf so ein bisschen vorbereitet waren.

Bei dem Spiel waren wir auch mit relativ vielen Kameras im Stadion und haben dann eben geahnt, dass sowas passieren kann. Ich will jetzt nicht sagen gehofft, auch wenn das dramaturgisch natürlich spannend ist und konnten das dementsprechend auch ganz gut einfangen. Da rechne ich jetzt aber ehrlich gesagt am Freitag nicht mit, weil inzwischen ja auch ein anderer Trainer bei St.

Pauli an der Seitenlinie steht. und würde mich jetzt überraschen, wenn sich diese Szene wiederholen. Wenn Sie da wieder in die Hälfte laufen. Aber ja, Steffen Baumgart kommt ja auch in der Doku zu Wort und sagt, er hatte das im Prinzip ja schon geahnt und hat ja auch in der Kabinensprache seine Spieler damit heiß gemacht und alle im Prinzip darauf vorbereitet.

Also im Prinzip inklusive euch, konntet ihr euch da schon positionieren und auf den Moment warten? Also diesen kleinen Insider kann ich euch liefern. Mein Cutter, der Marcel Martens, mit dem ich alle meine Projekte zusammenschneide, ist leidenschaftlicher St. Pauli-Fan und es ist doch irgendwie für mich faszinierend, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen dieser Szene sein können.

Also wir haben da sehr oft sehr leidenschaftlich drüber diskutiert, dass ich immer sage, ja, aber was rennen die denn da rein? Und er hat immer gesagt, ja, aber lass dich doch da reinrennen, man muss sich ja nicht so aufregen. Und das hat zum einen oder anderen Debatte bei uns geführt. Aber ja, ist natürlich spannend für die Doku.

Ich glaube jetzt am Freitag wird das ruhiger, aber vielleicht auch nur das. Also ansonsten wird es da mit Sicherheit ordentlich brennen und ich bin total gespannt auf dieses Spiel. Willst du dabei sein im Stadion? Ja, also ich bin da auch als normaler Zuschauer, bin da, freue mich total drauf, freue mich darüber, dass sie jetzt eben diesen Punktgewinn da in Gladbach geschafft haben und somit vielleicht auch irgendwie mit einem anderen Vibe in diese Derby-Woche gehen, Sonst wäre das vielleicht schon wieder sehr unruhig gewesen.

Bist du ganz happy, dass du dann jetzt auch mal ein Spiel so ganz privat und ganz entspannt verfolgen kannst, ohne die ganze Zeit so diesen Druck zu haben? Okay, ich brauche jetzt Top-Szenen vor meiner Kamera. Ja, also happy weiß ich nicht, aber es wird sich anders anfühlen. Also es war wirklich so, dass diese Spiele in diesen 18 Monaten für mich eine unglaubliche Anspannung mitgebracht haben.

Also ich war aus so vielen unterschiedlichen Gründen, war es so relevant für mich, wie dieses Ergebnis ausgeht und ich habe diese Spiele nie genossen, sondern war immer unglaublich angespannt. Und jetzt habe ich das normale Fußballgucken wieder zurück, und jetzt werde ich sehen, ob mich das dann total langweilt und ich denke, komisch, das war doch irgendwie alles viel besser da unten am Spielfeldrand, aber dann werde ich mich daran gewöhnen müssen, dass ich jetzt einfach wieder der klassische Zuschauer bin und freue mich total auf dieses Spiel.

Also ich finde es super, dass es wieder Derbys gibt. Das hat im letzten Jahr gefehlt und bin wahnsinnig gespannt, was da am Freitag passieren wird. Es wird mit Sicherheit einiges passieren. Also das erste Spiel des HSV wieder in der Bundesliga nach sieben Jahren und dann ausgerechnet das Stadterby gegen den FC St. Pauli.

Also auch wenn dann vielleicht nicht die Pauli-Spieler in die Hälfte des HSV laufen, aber da wird mit Sicherheit einiges passieren, über das wir dann natürlich auch berichten und dann auch in der kommenden Woche mit Sicherheit nochmal sprechen. Für heute auf jeden Fall vielen Dank, Tom, dass du bei uns warst, dass du dir so viel Zeit genommen hast und nochmal so schöne Einblicke in diese anderthalb Jahre gegeben hast. Es war mit Sicherheit auch für dich eine ganz besondere Reise, diese Zeit. Und ja, vielen Dank dafür.

Absolut und vielen Dank für euer Interesse. Hat Spaß gemacht. Sehr gerne. Uns hat auch Spaß gemacht. Deswegen auch von meiner Seite aus vielen Dank. Und wir hören uns wieder nach dem Stadtderby mit unserer dann wahrscheinlich eher etwas sportlicheren Analyse. In Hamburg sagt man Tschüss und bei uns heißt das auf Wiederhören.

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