
HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk
Union-Experte über Baumgart-Fußball: "Totale Anarchie"
Donnerstag, 25. September 2025 · 43 min
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Shownotes
Es ist ein brisantes Wiedersehen für Steffen Baumgart. Der Trainer von Union Berlin, der vor zehn Monaten beim HSV entlassen wurde, trifft am Sonntag (19.30 Uhr) erstmals wieder auf seinen Ex-Club, bei dem er an der Aufgabe Aufstieg gescheitert war.
„Die Hütte wird brennen“, sagt Union-Experte Michael Färber von der „Berliner Morgenpost“ über die Begegnung zwischen Baumgart und dem HSV. Vermutlich ist es für den Trainer gar nicht schlecht, dass er gegen die Hamburger aufgrund der Rotsperre nicht an der Seitenlinie stehen wird. Sonst wäre er angesichts der Emotionalität erneut akut gefährdet, einen Platzverweis zu bekommen.
Baumgarts Vertreter wird voraussichtlich Co-Trainer Danilo de Souza sein. „Die Anzeichen verdichten sich im Training“, sagt Färber, der seit 25 Jahren über Union berichtet. Der Journalist hat den Weg der Köpenicker von der Regionalliga bis zur Champions League gegen Real Madrid begleitet. „Es waren außergewöhnliche Jahre“, sagt Färber über die Europapokalzeit von Union zwischen 2021 und 2024.
Aktuell heißt die Realität aber wieder Abstiegskampf, trotz der beiden Siege in den ersten vier Spielen. „Es wird noch ein knackiges Jahr für Union. Die sechs Punkte sind Gold wert. Es gibt noch viele Baustellen“, sagt Färber.
Vor allem der Fußball habe sich unter Baumgart im Vergleich zum jahrelangen Erfolgstrainer Urs Fischer deutlich verändert. „Wenn du über Jahre den taktisch geprägten Fußball von Urs Fischer erlebt hast, ist das jetzt totale Anarchie“, sagt Färber über den Baumgart-Ball. „Elf Mann greifen an, elf Mann vereidigen. Natürlich ist das eine sehr hohe Intensität, es ist ein unfassbares Tempo drin. Aber ich habe noch keine klassische Spielidee gesehen.“
Gefährlich sei Union vor allem über die drei Stürmer Andrej Ilic, Ilyas Ansah und Oliver Burke, der in Frankfurt dreifach traf. Hinten sei Union aber anfällig. Die Favoritenrolle gehört dennoch den Berlinern. „Auch wenn das Steffen Baumgart nicht gerne hören wird“, sagt Färber. Was der Union-Experte im Detail über die Stärken und Schwächen von Baumgarts Mannschaft sagt, hören sie in der aktuellen Podcast-Folge.
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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Holt der HSV nach dem ersten Heimsieg jetzt auch den ersten Auswärtssieg? Darüber sprechen wir in der 257. Folge von HSV, wir müssen reden. Am Sonntag geht es zu Union Berlin und zu Steffen Baumgart. Der ist zwar gesperrt, aber natürlich trotzdem auf der Tribüne dabei.
Ein Vorteil für den HSV? Das frage ich gleich zu meinem Kollegen Kai Schiller. Moin Kai. Moin Hendrik. Und im zweiten Teil des Podcasts sprechen wir dann noch mit einem echten Union-Experten, der uns die Stärken und Schwächen der Berliner erläutert. Aber ja, zunächst mal zu dir, Kai. Du warst am vergangenen Wochenende in Paris.
Hast du denn vom Spiel gegen Heidenheim irgendwas gesehen überhaupt? Ja, also ein bisschen. Sehr zu meiner Freude, zur Freude meiner Madame. Habe ich das Spiel erstmal im Live-Ticker in Montmartre neben der Sacré-Cœur verfolgt. Da hat sie sich besonders gefreut. Und zur Belohnung durfte ich dann abends im Hotel auch noch die Sportschau gucken.
Das HSV-Spiel, habe ich ja versprochen, kommt bestimmt ganz am Anfang. Es kam als vorletztes Spiel vor den Bayern und zumindest konnte ich die Tore sehen und hat natürlich Spaß gemacht, das Spiel zu gucken. Hast du natürlich vergessen, letzte Woche Alex Schlüter darauf hinzuweisen, dass er dann auch entsprechend den HSV dann etwas nach vorne legt.
Das stimmt, die Connects hätte ich mal nutzen sollen, aber er war ja diese Woche auch nicht im Einsatz. Dann hat er das Spiel auf der Couch verfolgt. Insofern, ja, dann durfte ich ein paar andere Spiele noch gucken, ist schon okay. Planung ist alles, kann man dazu nur sagen. Ja, der HSV hat eine ganz gute Planung gehabt am Ende der Transferperiode.
Er hat nämlich noch zwei echte, ja, richtige Volltreffer verpflichtet. Volltreffer V, Doppel-V, Vieira und Vujkovic. Ja, zwei Leihspieler aus der Premier League, die natürlich mit sehr hohen Erwartungen auch gekommen sind. Die Fans natürlich waren sehr euphorisch. Und ja, jetzt haben sie aber auch in ihrem ersten Heimspiel beide wirklich überzeugt.
Vujkovic mit dem Tor, dem ganz wichtigen Tor zum 1-0. Vieira mit seiner Leistung insgesamt. Wer von beiden hat dich persönlich jetzt mehr überrascht? Im Gegensatz zu dir habe ich ja nicht das ganze Spiel gesehen, aber alles gelesen, was ihr so geschrieben habt und auch die Zusammenschnitte geguckt. Und da ist aufgefallen, dass alle unglaublich Juviera gelobt haben als der Spieler, der dem Spiel komplett seinen Stempel aufgedrückt hat, der den Unterschied gemacht hat.
Das klang in der Bewertung ein bisschen, habe ich mich erinnert, an... Ganz lange Zeiten an Van der Vaats Start hier in Hamburg. So ein richtiger Unterschiedsspieler. Und wenn du mich fragst, wer mich mehr überrascht hat, dann hat mich das überrascht, dass du nach so kurzer Zeit. So dominant in so einem Spiel schon sein kannst, wie es dann Vieira ist, der mit Sicherheit ein ganz feiner Fußballer ist. Aber normalerweise braucht man ja ein bisschen Zeit.
Was Voskowitsch betrifft, toll, dass er das Tor gemacht hat. Hat ja sogar noch eine andere Großchance gehabt. Und trotzdem bleibe ich dabei, das ist ein 18-Jähriger, der ganz, ganz hohe Anlagen hat, ein großes Talent, dem man aber Zeit geben muss. Und aus euren Bewertungen heraus habe ich gelesen, dass auch in dem Spiel hier und da er kleine Fehler begangen hat, was finde ich ganz normal ist.
Und das würde mich jetzt nicht überraschen. Die Juve-Helden vom 4 zu 4 2000, darüber haben wir auch vor zwei Wochen mit Hans-Jörg Butt hier gesprochen, waren ja im Stadion und Sergej Barbaris hat dann auch in der Halbzeit bei Sky ein Interview gegeben und hat auch über Vujkovic gesprochen und hat gesagt, er findet das schon sehr, sehr mutig, dass man einen 18-Jährigen da hinten in so einer wichtigen zentralen Position dann aufstellt.
Aber er sagt auch, er hofft, dass der HSV ihm dann auch die nötige Zeit gibt. Also es ist auf jeden Fall schon sehr, sehr mutig, oder? Aber es ist ja auch irgendwie cool vom HSV, das so zu machen. Ja, mutig. Das ist das, was Barberes gesagt hat und das finde ich auch. Merlin Polzin hat sich dafür entschieden, dass sein, wenn man das so möchte, Abwehrchef Wuskovic ist in der Saison.
Er ist 18, wie gesagt, hat noch nicht mal einen Führerschein und soll jetzt hinten die Defensive organisieren. Das ist insofern auch mutig, weil sie hätten ja einen gehabt mit El Fadli, der da eine richtige Ausstrahlung hatte, das auch richtig gut gemacht hat in der vergangenen Saison. Jetzt haben beide zusammen gespielt.
Wuskowitsch ist im Zentrum und ist dann, ich weiß nicht, ob man das heutzutage noch so sagen kann, aber der Abwehrchef. Ich finde das richtig, ich finde es mutig. Man darf aber nicht zu viel von dem Jungen erwarten. Merlin Polzin wurde jetzt auch am Anfang der Woche nochmal darauf angesprochen von Sven Töllner von Sky.
Der hat dann auch das Wort Abwehrchef benutzt. Ist ja irgendwie auch klar, wenn du hinten dann in der zentralen Position spielst, dann bist du automatisch der Abwehrchef. Aber er mag dieses Wort dann natürlich auch nicht so. Aber trotzdem, er spielt eigentlich wie ein Chef. Also wie er dann von hinten dann auch sich traut, mit dem Ball anzudribbeln, auch mal am Gegenspieler vorbeizugehen.
Da macht er auch noch Fehler. Das ist mir gestern auch noch im Training aufgefallen. Da habe ich auch nochmal etwas genauer auf ihn geachtet. Also er spielt sehr, sehr mutig und auch sehr selbstbewusst. Aber es werden auf jeden Fall noch auch Fehler passieren und ich bin mir auch sicher, es wird mit Sicherheit noch das ein oder andere Spiel geben, wo so ein Fehler dann auch mal zum Gegentor führt und dann gibt es natürlich auch entsprechend gleich andere Kritiken.
Aber was man auf jeden Fall sieht, er bringt eine extreme Wucht mit, sowohl bei eigenen Standards als auch bei gegnerischen Standards, hat er schon viel weggeköpft und abgeblockt mit seiner Größe und auch mit seinem Willen, in diese Zweikämpfe reinzugehen. Und dann auch natürlich symbolisch dieses 1 zu 0, wie der Ball da vor seine Füße fällt und er dann wirklich das Ding komplett mit dem gesamten Willen da reinwuchtet.
Also die sieben Tore, die er letztes Jahr in Belgien gemacht hat, da konnte man jetzt schon sehen. Da werden wahrscheinlich auch dieses Jahr noch das eine oder andere dazukommen, oder? Was meinst du? Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist ja in Belgien, vor allen Dingen hat er da seine Tore als Freistoßschütze erzielt. Bin mal gespannt, ob er sich mit 18 traut, sich den Ball da hinzulegen und Dom P.
Zu sagen, geh mal weg, ich schieße jetzt den nächsten. Ja, Dom P.'s Freistoß vor dem 1-0 war ja tatsächlich verunglückt und dann hat Wuschkewitschen reingemacht, aber vielleicht hätte er ihn direkt auch schon verwandelt. Ja, also ob jetzt am Ende des Tages Dom P. oder Wuschkewitschen einen Freistoß reinschießt, die HSV-Fanzen dürfen sich über beides freuen.
Aber da bin ich wirklich gespannt, ob er sich das traut. Muss du erst mal mit 18 machen. Fabio Vieira, haben wir gerade schon gesagt, hat viele Fans begeistert, vor allem dann in der zweiten Halbzeit, als sich dann auch die Räume aufgetan haben und er das Spiel dann wirklich nach vorne getragen hat. Genau das hat der HSV ja auch gesucht, obwohl sie ja eigentlich am Anfang einen etwas anderen Plan mit ihm gehabt haben, eher so ein bisschen über die rechte Seite zu kommen, dass er nach innen zieht mit seinem starken Fuß und von da so ein bisschen das Spiel macht.
Dafür hat man jetzt eigentlich auch Sami Lokonga geholt auf dieser zentralen Position. Aber auch bei Vieira, ja, der wird jetzt wahrscheinlich da auch erstmal in der Zentrale bleiben. Dafür hat er jetzt auch zu gut gespielt. Du hast dich ja schon auch ein bisschen mit ihm beschäftigt. Du kennst dich ein bisschen in Portugal aus.
Ja, Arsenal hat mal 35 Millionen für ihn bezahlt an Porto. Also wenn du dich so auch in seiner Berateragentur nochmal umhörst, hast du ja auch gemacht. Oder vielleicht mit portugiesischen Journalisten sprichst. Ist das schon so ein Name auch in Portugal? Oder ist das auch dann nur einer von vielen? Weil da gibt es ja gerade ganz andere Spieler wie Vitinha etc.
Ne, ne, das ist schon ein Name in Portugal. Und der, man muss aber auch sagen, ich will jetzt nicht sagen ein Gescheiterter. Also da hat man vor ein paar Jahren, als Arsenal ihn geholt hat, natürlich ganz große Erwartungen gehabt, die er dann in England so nicht erfüllen konnte. Also du hast es schon gesagt, 35 Millionen, das ist mal eine Hausnummer, das zahlt man nicht einfach so für ein Talent. Der hat in Porto überragend gespielt, wirklich überragend und für alle war klar, das ist der neue Nationalspieler.
So und jetzt ist das in England nicht so aufgegangen, wie er sich das erwartet hat und er macht jetzt, muss auch sagen, den Schritt zurück zum HSV. Das ist ja kein bewusster Schritt, den er in seiner Karriereplanung so für sich entschlossen hat. Okay, ich möchte jetzt nochmal in der Bundesliga Neustart versuchen und dann schauen wir mal weiter.
Sondern das war nicht Zufall, sondern es war am letzten Transferwochenende, er gaben sich einfach nicht andere Möglichkeiten. Sicherlich hätte er andere Optionen lieber gewählt. Nun ist er in Hamburg, alle Hamburger freuen sich. Ich kann mir vorstellen, das wäre auch, sich zumindest freut in einer schönen Stadt zu leben.
Und er versucht das Beste daraus zu machen. Und das kann am Ende des Tages eine Win-Win-Win-Situation werden. Der HSV freut sich über ein starkes Jahr mit Vieira. Vieira hofft, besser seine alte Form zu finden. Und Arsenal wird sich freuen, wenn sein Verkaufswert dann wieder nach oben geht. Der HSV hätte ja immerhin die Möglichkeit, ihn für 20 Millionen am Ende des Tages im nächsten Sommer zu holen, wenn sie irgendwo auf Gold stoßen.
Wir wünschen viel Glück dabei, würde ich sagen. Ja, Gold liegt hier oder da ja durchaus rum bei gewissen Aktionären in Hamburg. Aber ja, schauen wir mal, wenn er auf jeden Fall so weitermacht wie gegen Heidenheim, dann kann das auf jeden Fall ein Thema werden. Es wäre dann auch der Rekordeinkauf, wenn der HSV sich dann tatsächlich entscheiden sollte, die Kaufoption zu ziehen.
Aber bis dahin ist noch viel Zeit, es müssen noch viele Siege geholt werden. Aber auf jeden Fall wäre er ein absoluter Glücksfall, das kann man jetzt schon sagen, so wie er dann auch durchführt. Und tatsächlich mehr oder weniger zufällig, dass am Ende ja irgendwie dann doch beim HSV gelandet ist, auch wenn Klaus Koster das natürlich nicht so sagen würde und auch nicht so gesagt hat.
Aber am Ende war es ja schon irgendwie auch ein Zufall, dass der HSV dann doch noch die Chance hatte, ihn zu verpflichten. Die Tür war auf und du musst durch die Tür dann natürlich auch durchmarschieren. Wobei ich tatsächlich gespannt bin, du hast das selber gesagt, ob er jetzt perspektivisch erstmal weiterhin auf der Position spielt, auf der er jetzt gegen Heidenheim so gut gespielt hat, nämlich im zentralen Mittelfeld.
Und nicht wie eigentlich geplant und gedacht, so eher über halb, rechts, rechter Flügel. Und das würde dann, wenn es so bleibt, dann würde das bedeuten, dass Sambi Lokonga, auch das hast du schon gesagt, erst mal auf der Bank bleiben würde. Remberg ist da ja eher so der defensive Part. Ja, also spannend.
Merlin Polzin hat auf jeden Fall ein paar Optionen und genau das will er ja haben. Ja, Rembeck hast du gerade schon angesprochen, also er ist dieser zweikampfstarke Sechser, Achter, hat man ja vorher gesehen mit Capaldo, der ein ähnlicher Typ ist, das hat nicht so richtig funktioniert im Spielaufbau, da hat der SV Probleme gehabt, Lösungen nach vorne zu entwickeln, von daher jetzt so Rembeck, Vieira, das ist schon eigentlich ein passendes Pärchen, ne?
Ja, das ist ein passendes Pärchen. Und trotzdem, also nicht nur Sambi Lukonga ist dann derjenige, der vielleicht zugucken muss, sondern eben, was ist schon gesagt, Capaldo auch, der ist immerhin ein Vizekapitän und hat sich das möglicherweise auch anders vorgestellt. Das sind natürlich auch immer schöne Themen für uns als Journalisten, dann von Spiel zu Spiel auch unsere Geschichten zu machen. Aber die Saison ist sehr lang, das haben wir letztes Jahr auch gesehen.
Und natürlich werden alle Spieler irgendwann dann auch noch wichtig werden. Es wird Sperren geben, es wird Verletzungen geben. Das sieht man jetzt auch bei Yusuf Paulsen. Aktuell muss man sagen, der Transfer ist noch nicht aufgegangen. Es war ein Risiko, ihn zu verpflichten mit dieser Verletzungsvorgeschichte.
Aktuell zeigt sich, dass das auch noch nicht so wirklich aufgeht. Er hat jetzt schon die zweite Muskelverletzung, auch wenn der HSV das so gar nicht kommuniziert. Er spricht dann von muskulären Problemen. Aber wenn jemand zwei Wochen schon mal raus ist, dann hat er offenbar auch mindestens mal eine Zerrung gehabt.
Die Frage ist so jetzt, schafft der HSV das irgendwie dauerhaft, dann Paulsen noch hinzukriegen, sodass er dann auch wirklich zur Verstärkung wird? Glaubst du persönlich daran, dass er dann irgendwie auch noch der Stürmer wird für den HSV, den man sich dann ja auch erhofft hat? Ja, klassischer Einerseits-Andererseits-Antwort.
Also einerseits hat er ja nicht nur jetzt zwei Wochen gefehlt, sondern auch in der Vorbereitung. Er muss ja sehr viel pausieren, immer dosiert trainieren und grundsätzlich halte ich das für schwierig, Spieler zu holen, die natürlich einen Mehrwert haben, weil die eigentlich auf einem ganz anderen Niveau sind als möglicherweise der Rest der Mannschaft und das hat Pausen in seinen vergangenen 100 Jahren in der Bundesliga in Leipzig unter Beweis gestellt, dass er ein überragender Stürmer und Spieler war und ist, der aber andererseits eben seine Verletzungsthematik hat.
Ich weiß nicht, ob man das wirklich eins zu eins vergleichen kann, aber Werder Bremen hat gerade auch auf den letzten Drücker Boniface geholt, aus Leverkusen auch, ein wirklich sehr, sehr starker Stürmer mit einer unglaublichen Wucht, der aber auch eine Verletzungsthematik hat. Deswegen ist er durch den Medizincheck in Mailand gefallen.
Und da ist halt die Frage, wenn sie es irgendwie hinkriegen, Bremen und der HSV, diese Spieler auf den Platz zu bekommen, sind das Spieler, die den Unterschied machen können. Es kann aber Probleme geben, wenn sie sie nicht auf dem Platz bekommen und ich finde es noch, jetzt sind wir beim andererseits Part, noch ein bisschen zu früh, um zu sagen, das ist jetzt ein Fehler vom HSV gewesen.
Die Saison ist noch ganz jung, gerade mal vier Spiele gespielt. Aber es ist schon eine Thematik, die den HSV wahrscheinlich durch die ganze Saison begleiten wird. Nicht nur Boniface ist durch den Medizinscheck gefallen, sondern auch Rensford Königsdörfer vor wenigen Wochen in Nizza. Jetzt ist er wieder hier oder immer noch hier und natürlich wird auch das Thema weiterhin spannend sein, ob er dann auch nochmal seinen Vertrag verlängert.
Aktuell ist es so, dass er noch nicht so richtig gut funktioniert, Königsdörfer jetzt in der Bundesliga. Er tut sich noch schwer, da alleine gegen die dichten Abwehrreihen sich da durchzusetzen. Es gibt dann ja aber auch noch Robert Glatzl, der ist bis jetzt noch gar nicht wirklich zur Geltung gekommen.
Jetzt hat er mal seinen ersten Kurzeinsatz gehabt, hat dann auch den Lattenschuss gehabt. Der muss dann eigentlich reingehen, dann ist Robert Glatzl natürlich auch gleich wieder da. Verstehst du eigentlich, warum der HSV ihn so kritisch sieht? Weil man hat schon das Gefühl, wenn auch Merlin Polzin in PKs auf Glatzl angesprochen wird, er betont schon irgendwie dann jetzt immer, was Glatzl nicht so gut macht.
Obwohl man ja eigentlich weiß, was der für Stärken mitbringt, was er über die Jahre auch geleistet hat. Und ja, das ist irgendwie schon ein bisschen komisch. Ja, das ist komisch. Tatsächlich ist es ja so, dass auch Robert Latzel noch nicht in der Bundesliga dauerhaft nachweisen konnte, dass er da das Niveau hat, als Stürmer voranzugehen.
Er hat mal ein halbes Jahr in Mainz gespielt. Und ansonsten hat er halt in der zweiten Liga wirklich unglaublich performt. Davon gab es in der Vergangenheit ja aber auch schon mehrere Stürmer. Ich erinnere mich an Simon Terodde, der ja auch mal beim HSV war. Trotzdem halte ich eigentlich für Glatzl für den besseren Fußballer, dem ich auch zutrauen würde, in der Bundesliga das Niveau mitzugehen.
Ich fand, und das hat Stefan, unser Kollege, ähnlich auch geschrieben und sich da stark gemacht, ich hätte jetzt gedacht, Heidenheim wäre ein Spiel, da hätte ich eigentlich Robert Glatzl ganz gerne vorne gesehen, obwohl ich schon verstehe, wie die Idee mit Königsdörfer ist. Und ich finde auch aus HSV-Sicht das gar nicht so verkehrt, dass der beim HSV geblieben ist und eben durch den Medizinschreck durchgefallen ist.
Das ist eine andere Thematik als jetzt zum Beispiel bei Boniface und der Paulsen. Königsdörfer in den vergangenen Jahren beim HSV nie ausgefallen ist und der hat eine andere Dynamik, als zum Beispiel Glatzl und auch als Pausen und deswegen wird er dem HSV gut tun und trotzdem in so einer dicht gestaffelten Abwehr, wie es jetzt gegen Heinenheim der Fall war, hätte ich eigentlich auch ganz gerne Robert Glatzl mal wieder gesehen, um zu gucken und der hat ja auch direkt als da reingekommen ist eine Riesenchance gehabt, ärgerlich, er hat den nicht reingemacht, aber, ein bisschen mehr Chancen könnte ich auch Robert Glatzl, würde ich den einräumen.
Es ist natürlich auch so, dass gerade die Fans, die sich ja auch Robert Glatzel wünschen, da ist er immer noch sehr beliebt. Sie kennen ihn natürlich vor allem aus den Spielen vor seiner Verletzung. Jetzt hatte er vor einem Jahr diese sehr, sehr schwere Muskelverletzung, ist ein halbes Jahr ausgefallen.
Und es war eigentlich klar, nach so einer schweren Sehnenverletzung, dass er wahrscheinlich nicht wieder der Alte wird, wie er vorher war. Deswegen muss man vielleicht dann auch dem Trainerteam da etwas vertrauen, weil sie ihn dann auch sehen, jeden Tag im Training. Vielleicht ist er einfach noch nicht wieder der Robert Glatzel, der er mal war. Die Frage ist, ob er das nochmal wird. Was glaubst du?
Ich kann leider nicht in seinen Muskel reingucken. Wobei ich finde, das war jetzt keine Verletzung. Der ist jetzt nicht ein Jahr ausgefallen. Und der hatte auch nicht eine schwere Knieverletzung, wo es immer danach schwierig wird, wieder zurückzukommen. Ein Kreuzbandriss mit anderen Bändern, die da noch beteiligt sind.
Der hatte eine schwere Muskelverletzung. Sehenverletzung war das sogar. Es gibt schon Experten, die sagen, dass man danach nicht wieder der Alte ist, ich glaube. Okay, mein Medizinstudium beschränkte sich tatsächlich auf ein paar Vorlesungen, wo ich in Augenheilkunde zugeguckt habe, aber ja, ich weiß es nicht, ich wünsche es ihm, aber tatsächlich, da würde ich auch sagen, das Vertrauen muss da erstmal bei den Trainern sein, die da natürlich mit der medizinischen Abteilung im Austausch sind und es bleibt nur zu hoffen, dass er der Alte wird.
Es ist ja ungefähr ein Jahr her, dass Robert Glatzel unter Steffen Baumgart beim HSV eine richtig starke Phase hatte. Auch da kam er ja nach einer Verletzungsphase, hat die gesamte Vorbereitung verpasst, hat dann aber richtig gut funktioniert in drei, vier Spielen. Gerade dann das letzte Spiel vor seiner Verletzung in Düsseldorf, da hat er über Raden gespielt. Das war ein ganz, ganz starkes Tor gemacht am Ende, erinnere ich mich noch.
Da dachte man eigentlich, okay, jetzt ist der HSV auch mit Steffen Baumgart auf dem richtigen Weg. Dann hat sich Glatzel verletzt und wenige Wochen später ist Baumgart dann entlassen worden, obwohl Davy Selke dann ja auch durchaus funktioniert hat. Aber ja, es war mit Sicherheit dann auch ein Grund, warum es dann unter Steffen Baumgart nicht mehr so gut lief.
Jetzt gibt es das Wiedersehen am Wochenende in Berlin mit Robert Glatzl, mit Steffen Baumgart, auch wenn er nur auf der Tribüne ist. Und unser Experte für Union Berlin wird dann dabei sein. Und zwar ist das von der Berliner Morgenpost Michael Färber. Und der ist uns jetzt zugeschaltet. Moin nach Berlin.
Ja, moin, moin. Das ist natürlich wieder gelabert, ich weiß. Aber danke, dass ich dabei sein darf und vor allem auch für den Union-Experten. Naja, kann man schon an dieser Stelle auf jeden Fall so sagen, denn du bist jetzt ja seit 99, hast du gerade im Vorgespräch schon gesagt, regelmäßiger Union-Berichterstatter und sogar seit 1991 unregelmäßig.
Das heißt, wann waren so deine ersten Berührungspunkte mit Union? 91, November. Ein Stadion, 23 Zuschauer, kein Scherz. Nieselregen, es war schweinekalt. Union gewinnt irgendwie 2 zu 1 beim BSV Spindlersfeld. Den Verein gibt es schon gar nicht mehr, den Platz gibt es schon gar nicht mehr. Und es war so die erste Begegnung.
Ich hatte mir überlegt, Auge auf bei der Berufswahl. Ich bin Gott sei Dank dabei geblieben. Ja, sehr schön. Du hast auf jeden Fall dann ja einige Aufstiege mitgemacht und vor zwei Jahren saßt du dann plötzlich im Bernabeu in der Champions League mit Union Berlin, als ihr gegen Real Madrid gespielt habt.
Also ja, wie konnte das passieren? Ich hatte eine SMS geschrieben, weil ich gesagt habe, wenn mir das gelingt, wenn ich im Bernabeu sitze, habe ich als Reporter alles erreicht. Das ist für mich das Stadion, das Nonplusultra und von wegen hiermit, liebe Kollegen, kommt meine Kündigung, ich habe alles erreicht.
Ich hätte sie fast abgenommen. Kein Spaß. Wie konnte das passieren? Ich glaube, das waren drei unfassbar bekloppte, verrückte, völlig surreale Jahre unter Ausführer mit Conference League, Europa League und Champions League. Das lässt sich nicht erklären, das lässt sich nicht wiederholen. Das hat sich einfach entwickelt.
Und was daraus geworden ist, hat man ja dann gesehen, als sie Champions League gespielt haben. Dieser letzte Schritt, um dann eine Mannschaft zu werden, die, sagen wir mal, auch in der Bundesliga immer konsequent um Europa-Cup-Plätze spielt. Und das aufzubauen, ist absolut High-Class-Planung und das hat Union noch nicht stemmen können.
Ja, das war natürlich klar, dass dann irgendwann dann auch mit der Doppelbelastung das nicht so weitergehen kann. Ich finde es immer dann wieder krass, wie schnell dann auch so ein Trainer dann irgendwann gehen muss, nach wenigen Monaten im Prinzip, also hat über Jahre alles richtig gemacht und dann läuft es drei Monate nicht mehr so gut und dann ist man schon wieder der Schuldige.
War wahrscheinlich bei Urs Fischer oder war der dann einfach leer, ausgebrannt? Ich sage mal so, man hat dann in den letzten Wochen, vor allen Dingen, ich habe dann diese Niederlage in Leverkusen, die ja sein letztes Spiel gewesen ist, noch so ein bisschen im Hinterkopf. Er sitzt auf der Pressekonferenz und man hat ihm angesehen, wie schwer ihm das dann auch hier und da körperlich zu schaffen macht. Er war einfach erschöpft und am Ende seiner Kräfte.
Und ich glaube, es war im Sinne von allen Beteiligten die richtige Entscheidung, zu sagen, dann lass uns einen Schlussstrich ziehen. Es wurde ja immer wieder kommuniziert, man hat die Tür geöffnet, hat sich in die Augen geschaut und jeder wusste sofort, that's it. Wenn man so auseinandergehen kann, finde ich, dann kann so eine Ära auch enden.
Ich hätte ihm aber ehrlich gesagt ein anderes, besseres Ende gewünscht. Jetzt hat Union zwei schwierige Jahre hinter sich mit Abstiegskampf. Ja, dann kam Bruce Wenzon, dann kam Steffen Baumgart, der ist jetzt da. Man hat so eigentlich vor der Saison schon vermutet, dass Union Berlin wieder ein schwieriges Jahr haben könnte.
Jetzt mit sechs Punkten aus vier Spielen, würde ich mal sagen, das ist ganz in Ordnung. Deswegen ist das auch so, das definierte, ausgesprochene Ziel nach wie vor bei Union, der Klassenerhalt? Oder sind die Ziele durch die vergangenen Jahre schon irgendwie ambitionierter geworden? Ich glaube, du wirst bei Union Berlin nie ein anderes Ziel hören als den Klassenerhalt.
Selbst wenn die aus Versehen Deutscher Meister werden, werden die antreten und sagen, Klassenerhalt, alles andere zählt für uns nicht. Und ich versuche dir mal ein bisschen zu widersprechen. Das wird noch ein knackiges Jahr für Union. Also sie müssen auch dieses Jahr wieder einen langen Atem haben. Die sechs Punkte sind absolut Gold wert. dass du nicht gleich am Anfang da unten wieder drin hängst.
Aber so viel Gold, wie es sich jetzt anfühlen mag, ist das noch lange nicht so weit. Da ist noch viel zu viel Baustelle, da ist noch viel zu viel unfertig und verrückt, sagen wir es mal so, ganz charmant. Können wir gleich noch ein bisschen drüber weitersprechen. Jetzt geht es am Sonntag in der Bundesliga zum allerersten Mal gegen den HSV, also in der zweiten Liga gab es das Spiel ja schon ein paar Mal.
Als du als Union-Reporter angefangen hast, Union in der Regionalliga, Da hat der HSV noch in der Champions League gespielt, also 2000 war gerade das 25-jährige Jubiläum hier gegen Juve, dieses berühmte 4 zu 4. Welche Assoziation löst bei dir so der HSV aus als Name, als Klub? Als Klub? Wenn wir in Deutschland über Vereine sprechen, die den Fußball geprägt haben und die Bundesliga geprägt haben, dann bist du beim HSV, es geht gar nicht anders.
Ich komme noch aus so einer Zeit, ich habe Manni Kaltz noch spielen sehen, ich habe Horst Hobisch im Strafraum bei den Bayern noch einen Köpfen sehen. Und da kriege ich jetzt Gänsehaut. Uli Stein ist noch eine Mannschaft, die die höchsten europäischen Ansprüchen ja auch entsprochen hat. Also der HSV ist eine Nummer, ist ein Name, ist ein Wahnsinn.
Und ich habe mich bloß immer gewundert, wie lange braucht dieser Klub, bis er wieder zurückkehrt? Das waren jetzt wie viele? Sieben Jahre? So viel schief gehen kann ja gar nicht. Aber gut, der HSV hat es gepackt, dass doch so viel schief gegangen ist. Aber schön, dass er zurück ist. Ich glaube, die Bundesliga braucht den HSV einfach.
Ja, das sagen sehr, sehr viele, die man in der Bundesliga immer mal widerspricht. Alle freuen sich, dass der HSV wieder da ist. Und jetzt geht es zu Union Berlin. 25 Jahre später im Prinzip von der Champions League Union Regionalligist kann man jetzt aber wahrscheinlich sagen, Union ist der Favorit, oder?
Auch aufgrund der vergangenen Jahre. Oh, dann lass mal nicht Steffen Baumgart hören. Das wird er mit Sicherheit an der PK nochmal hören, oder? Die Frage. Ich werde ihn damit konfrontieren. Wir müssen ihn damit konfrontieren. Ich meine, du hast dich ja als Union jetzt in den vergangenen, Gott, wie lange ist das schon wieder her?
Fünf, sechs, jetzt im siebten Jahr sind sie ja doch irgendwo gefestigt, was Kader angeht, was Planung angeht, was Standing in der Liga angeht. Natürlich bist du der Favorit. Du musst, zumal du zu Hause spielst gegen einen Aufsteiger, der, ich glaube, bei euch ist immer noch ein bisschen Euphorie. Jetzt wieder, ja, nach dem Heidenheim-Spiel. Zwischenzeitlich war sie mal wieder komplett weg, also das geht hier schon immer schnell. Okay.
Natürlich musst du da als Favorit antreten. Das musst du auch dokumentieren im Spiel. Da darf der Name überhaupt keine Rolle spielen. Ob dann Heidenheim dann kommt oder Darmstadt oder der HSV oder die Bayern. Der Name darf überhaupt keine Rolle spielen. Gar kein Spiel. Und schon gar nicht. Nochmal. Heimspiel.
Und ich glaube, HSV und Steffen Baumgart, wenn ich nochmal nachgelesen habe, ist ja doch eine ganz spezielle Beziehung gewesen, gerade in den letzten Monaten. Da wird bestimmt, wie sagt man so schön, Hütte brennen. Ja, Steffen Baumgart hat ja auch ordentlich gebrannt, jetzt am letzten Wochenende wieder, hat die rote Karte gesehen, war ein großes Thema, natürlich großer Aufreger.
4 zu 3 Sieg, zwischenzeitlich stand es 4 zu 1 in Frankfurt, die ja wenige Tage vorher noch Galatasaray Istanbul mit 5 zu 1 aus dem Stadion geschossen haben. Was würdest du sagen, wie ist dieser Sieg so einzuordnen? War das Union Berlin, wozu es imstandefähig ist oder irgendwie ein Ausrutscher nach oben gewesen?
Wenn offensiv alles zusammenpasst, ist das Union Berlin, was wir uns wünschen hier in Berlin, beziehungsweise was auch tatsächlich möglich ist. Aber da muss alles zusammenpassen. Dieses Sturmtrio André Illich, Ilyas Ansar und Oliver Burke, die drei haben an diesem Tag perfekt funktioniert. Sie wurden perfekt in Szene gesetzt und man muss doch ganz ehrlich sein, Frankfurt hat, ihnen dann auch ein klein wenig geholfen, die Räume gegeben.
Das Spiel unter Steffen Baumgart braucht ja Raum, um irgendwo offensivfähig zu sein. Und das haben sie einfach eiskalt genutzt. Aber gut, du hast es ja gesagt, 4 zu 3. Also mit anderen Worten, da hinten, Union war ja mal bekannt für die beste Defensive der Liga. Unter Baumgart momentan rappelt es dann doch einige Male da hinten.
Deswegen, wenn die vorne nicht funktionieren, dann wird es verdammt schwer. Jetzt ist es ja so, Steffen Baumgart stand eigentlich jahrelang, gerade in Paderborn, dann auch am Anfang in Köln schon, für offensiven Pressing-Fußball. Dafür stand er immer und das wollte er immer. Beim HSV hat das dann irgendwann verändert, hat sehr, sehr defensiv spielen lassen. Man hat sich schon immer gewundert.
Wie ist denn das jetzt bei Union Berlin? Ich habe zum Beispiel mit Laszlo Benesch auch gesprochen. Der sagte, eigentlich spielt Union immer noch diesen typischen Fußball, den sie über Jahre jetzt ja auch dann geprägt haben. Also defensiv, stark und dann irgendwie umschalten. Ich hoffe, er hört nicht zu. Ich muss ihm widersprechen.
Ja, natürlich versuchen sie erst mal das Tor zu schützen. Das wirst du bei Union auch nie rauskriegen. Ich sage mal, es ist ja, wenn du nicht Bayern München bist mit Balldominanz bei 180 Prozent, dann musst du erst mal zusehen, dass du hinten zumachst. Aber das, was ich erlebe, ich habe das mal so umschrieben als Anarchie.
Wenn du fünf, sechs Jahre Ostfischer-Fußball erlebt hast, von Taktik geprägt, von Abläufen geprägt, von ja auch Abständen geprägt, dass die Ketten miteinander funktionieren, dann ist das jetzt totale Anarchie. Nach dem Motto, Elfmann greifen an, Elfmann verteidigen. Natürlich ist das hohe Intensität.
Es ist ein unfassbares Tempo drin. Ich habe gerade angesprochen, Brock gehört dazu. Auch der Elias Ansar bringt ein enormes Tempo mit. Das hilft natürlich, den Ball nach vorne und dann kommst du von hinten wieder raus. Aber ich habe keine, wie soll man sagen, klassische Spielidee irgendwo gesehen. Ich bin so ein Freund von, ich mag es, wenn eine Mannschaft spielerisch den Gegner komplett aus dem Spiel nehmen kann.
Ich sage mal Bayern und Pep Guardiola, viele haben sich erbrochen darüber, weil sie es nicht mehr sehen konnten. Ich konnte gar nicht genug davon bekommen, weil es einfach Fußball zelebriert wurde. Das wirst du ja, glaube ich, selber in Hamburg, das wirst du unter Baumgart nicht sehen. Aber hey, solange es erfolgreich ist, nehmen wir alles. Das ist logisch.
Naja, wird natürlich jetzt interessant, weil der HSV hat jetzt schon auch seinen Fußball verändert in der Bundesliga. Er versucht natürlich jetzt auch, wie viele Aufsteiger dann eher zu kontern, erstmal defensiv gut zu stehen. Also eigentlich ähnlich wie Union Berlin dann auch spielen will. Da ist natürlich dann die Frage, wer übernimmt dann das Spiel?
Kann Union das überhaupt, einen Spielaufbau oder so ein Spiel dominieren? Also wird es ein 0-0, sagst du? Ja, oder wenn man Laszlo-Bennisch glaubt, vielleicht eher ein 3-3, weil es dann doch sehr wild werden kann irgendwann. Würde ich nehmen, ja. Sechs Tore macht denen doch mehr Spaß als überhaupt keins. Und genau das ist der Punkt.
Frankfurt hat Union den Platz gegeben, den sie brauchten für Schnelligkeit. Der HSV wird das nicht tun. Da bin ich mir ganz sicher, hast du es gerade gesagt. Ich glaube, das wird ein ganz schön zähes Ding. Natürlich wirst du was versuchen, natürlich wirst du gucken, ob du irgendwelche Lücken nutzen kannst, die der HSV dann bietet. Ich glaube da noch nicht dran.
Union ist keine Mannschaft, die ein Gegner, wie sage ich mal so schön, auseinanderspielen kann. Deswegen wird es eine ganz zähe Angelegenheit. Ich habe gerade gesagt, die sind hinten die Sattel fest. Wenn der HSV einmal die Lücke findet, ja, Frederik Rönneau spielt schon wieder, als ob er nie was anderes gemacht hat. Das knüpft an vom letzten Jahr, wo er in der Rückrunde der Garant für den Klassenerhalt eigentlich war.
Aber davor werden immer Lücken sein. Und wenn der ASV das nutzt, 0-1, 0-2, kann alles möglich sein. Dann möchte ich mal sehen, was passiert. Ja, was sind denn so sozusagen die Schwachstellen im Unioner-Spiel? Du sagst, hinten sind schon noch ein bisschen anfällig, obwohl man eigentlich defensiv gut stehen will.
Ja, vorne natürlich sehr schnelle Stürme, aber so Spielaufbau ist dann schon eher die Problematik. Der Spielaufbau lässt sich ganz einfach beziffern. Langes Ding auf Andrej Illic. Der zieht drei Leute auf sich, stellt seinen Körper rein, drückt sie alle weg und wartet, bis Mitspieler mit dabei sind. Bringt die in Szene.
Und dann müssen wir hoffen, dass Platz da ist und die reussieren. Das ist der Spielaufbau. Es gibt kein klassisches, direkt immer über die Flügel zu spielen oder dieses Kombinationsspiel durch die Mitte. Das findet bei Union unter Baumgart nicht statt. Und nochmal, die sind hinten anfällig. Sie haben auch zwei junge Burschen da hinten drin, Tom Rote und Leo Querfeld.
Die sind 21 und 20. Rote ja U21-Nationalspieler, Querfeld im Karre der Österreicher dabei. Aber sie machen eben auch noch Fehler. Die muss man ihnen zugestehen, aber das ist die Chance für jeden Gegner. Da ist keine Festigkeit, keine Sicherheit drin. Nochmal, anarchischer Fußball unter Steffen Baumgart, das bezieht auch die letzte Kette mit ein. Insofern, da wackelt es immer noch ganz schön.
Wisst ihr denn eigentlich schon, wer Steffen Baumgart am Sonntag vertreten wird an der Linie? Beim letzten Mal war es ja dann René Wagner, sein langjähriger Co-Trainer, der ist jetzt nicht mehr mit dabei. Wird es dann Kevin McKenna? Der ist ja noch dabei, oder? Der ist noch dabei. Ich glaube, dass es Danilo de Souza wird.
Also zumindest verdichtet sich das so. Die sind ja auch beide schon ganz gut miteinander unterwegs gewesen. Ich war heute beim Training, habe zugeschaut, er ist auch total nah bei der Mannschaft, leitet die eine oder andere Übungseinheit auch im klaren Baumgart-Duktus. Klare Ansprachen sind durchaus mal ein bisschen lauter, ein bisschen kräftiger.
Ich könnte mir vorstellen, dass Dessousa das macht. Mich würde natürlich schon auch interessieren, wie ist für euch so Steffen Baumgart im täglichen Umgang? Also eigentlich war er ja immer sehr, sehr medienfreundlich, das hat sich hier in Hamburg sehr schnell geändert, also am Anfang hieß es noch, ihr könnt mich jederzeit anrufen und nach ein paar Wochen und etwas mehr Kritik nach natürlich vielen Niederlagen oder einfach keiner guten sportlichen Performance, waren wir dann alle plötzlich geblockt für ihr täglichen Reporter.
Ja, wie ist es bei euch? Kommt ihr ganz gut noch an ihn ran? Also ich sag mal, ich glaube, der Verein Union spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle. Dadurch, dass die Nähe zu den Fans total da ist, Baumgart hat ja auch als Spiel in der Vergangenheit bei Union, das haben viele nicht vergessen. Insofern, als er hier zu Jahresbeginn angedockt hat, war es wie der verlorene Sohn kommt zurück.
Steffen, schön, dass du wieder da bist und so weiter und so fort. Das hilft ihm, sagen wir mal, er hat ja so einen norddeutschen Charme, mehr so eine Kratzigkeit, mit der muss man irgendwo zurechtkommen. Wenn einem das gelingt, dann kommt man gut mit ihm klar. Kommt man mit seiner Art nicht klar, dann verlierst du auf ganzer Linie. Nein, bisher passt das eigentlich ganz gut.
Aber ich sage auch in der Saison, wenn es dann mal fünf Spiele verloren wird, dann wollen wir mal gucken, ob es immer noch passt. Ich habe gerade gedacht, vielleicht passt diese Art von Steffen Baumgart dann auch eher ins etwas rauere Berlin als so in das hanseatische Hamburg. Wie jetzt? Du willst mir doch nicht sagen, dass Berlin ein Rauer ist als Hamburg.
Ich kenne nur die Berliner Busfahrer noch. Die waren auf jeden Fall, wenn ich Fahrrad gefahren bin in Berlin. Ich verstehe das. Jetzt weiß ich auch, warum ich immer Kopfhörer im Bus aufhabe. Auf jeden Fall, ja, Steffen Baumgart natürlich immer noch eine Persönlichkeit, die auch hier und da dann mal über die Stränge schlägt, so an der Seitenlinie.
Einfach ein echter Typ, der war auch in Hamburg. Das passte dann irgendwie auf jeden Fall am Ende einfach nicht so, aber das scheint bei Union Berlin jetzt ein bisschen anders zu sein. Denn wie ist das für euch Reporter so bei Union? Das ist ja ein bisschen ähnlich wie bei St. Pauli, so auch irgendwie ein Kultclub nach außen hin.
Aber so, was ich auch beobachtet hatte, immer relativ streng. So was auch dann Medienarbeit angeht. Dürft ihr überhaupt noch so beim Training dann regelmäßig zuschauen? Oder gibt es dann auch nur noch einmal pro Woche öffentliches Training? Genau, wie du sagst, es wird uns eine Einheit gegönnt. Die versuchen wir natürlich dann logischerweise wahrzunehmen.
Ja, Union hat nie so gehandelt, als ob sie sagen, wir bräuchten mal die Medien, wir brauchen euch nicht. Das ist so deren Duktus so ein bisschen. Kann man verstehen, muss man nicht verstehen, macht die Sache nicht zwingend einfacher. Aber auch da es gibt immer Mittel und Wege man muss es einfach nehmen wie es ist und dann wird es auch irgendwo funktionieren ich persönlich kann immer sagen, dass die Menschen, die dann auch abseits dieser ganzen, Medien, Pressekonferenzen Spielanalysen, Geschichten unterwegs sind die erhellen einem dann so ein bisschen den Tag, weil du merkst einfach schon dieses familiäre was immer wieder genannt wird, das findet dort statt.
Und wenn man ein paar Jahre dabei ist, dann spürt man das auch. Und ich sage mal, das sind dann so die Momente, die einem helfen. Wenn man wieder feststellt, okay, jetzt ist es mal ein bisschen schwierig, eine Geschichte zu generieren oder wie auch immer, ein Termin platzt. Und dann quatscht man einfach mit ein paar Fans und da ist man wieder oben drauf.
Es wird auf jeden Fall, das kann man sagen, ein sehr, sehr stimmungsvolles Spiel dann am Sonntagabend an der Alten Försterei. Der HSV war lange nicht da. Der HSV bringt viele Fans natürlich wie immer mit. Ja, sehr gut. Voller Gästeplot wird immer gern gesehen in der Försterei. Und was glaubst du dann, was wird es für ein Spiel? Wird es dann tatsächlich, wie du sagst, die zähe Nummer und vielleicht 0-0 oder doch eher das 3-3?
Also ich würde ein 3-3 nehmen. Als Berliner muss ich natürlich sagen, ich würde auch ein 3-1 nehmen. Das wirst du natürlich aus Hamburger Sicht umdrehen. Aber ich glaube, dass es kein großes Abtasten geben wird. Dass jeder irgendwas versuchen wird, aber auch daran scheitern wird, etwas zu finden. Und irgendwann musst du ja die Schleusen aufmachen, um dann nicht wirklich im 0 zu 0 zu enden.
Und ich glaube, dann wird es ein verrücktes Spiel. Das könnte ich mir sehr vorstellen. Da würden wir uns auf jeden Fall alle drüber freuen. Steffen Baumgart mit Sicherheit auch, der dann irgendwo auf der Tribüne da rumhüpfen wird, so wie beim letzten Mal. Wir sind sehr gespannt für heute auf jeden Fall. Vielen Dank für deine Expertise, für die Einblicke. War auf jeden Fall interessant, auch für unsere Hörer.
Zurück zu dir, Kai. Lass uns nochmal über ein aktuelles Thema sprechen, was jetzt gerade beim HSV einige beschäftigt hat. Der Fall Noah Katterbach. Es war durchaus eine Überraschung, als der HSV dann zum Start der Woche verkündet hat, dass Noah Katterbach jetzt vorerst in die U21 versetzt wird. Das ist eine Nachricht, die man beim HSV wirklich schon sehr, sehr häufig gehört hat. Gerade du in deinen Jahren als HSV-Reporter gab es immer wieder Fälle.
Ich erinnere mich so vor allem an Reikowitsch vor ein paar Jahren. Der dann ja auch ein legendäres Interview gegeben hat, wo er Thorsten Fink dann als Lügner bezeichnet hat. Marco Scholz wird sich gut erinnern. Er hat das Interview geführt, während wir mit dem HSV in Südkorea waren. Und am nächsten Morgen, kann ich mich auch noch sehr gut erinnern, in Südkorea am Trainingsplatz Jörn Wolf dann auf mich zukam und über das Interview noch mal sprechen sollte.
Dann gab es vor ein paar Jahren Johann Giroud, der dann von Markus Giesdol in die zweite Mannschaft versetzt wurde. Papadopoulos unter Dieter Hecking wurde zu 21 geschickt. Moritz Heyer, Levin Ötzenali waren jetzt so die jüngsten Fälle vor einem Jahr. Von Merlin Polzin auch schon. Was hältst du denn grundsätzlich von solchen Maßnahmen immer? Das ist ja irgendwie immer ähnlich.
Also der Trainer will irgendwie eine gewisse Stärke zeigen. Die Spieler sind unzufrieden. Natürlich gibt es da Gründe, das zu machen, aber irgendwie passiert sowas doch relativ häufig beim HSV, oder? Ja, also du hast gefragt, was ich grundsätzlich davon halte. Die Antwort ist nichts, gar nichts. Natürlich, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber ich finde das schwierig.
Und man muss auch dann genau reingucken, wie die Fälle gelagert sind. Bei Lewin Öztunali ist es ja so, den wollte man dazu bewegen, sich einen neuen Verein zu suchen. Bei Moritz Heier hat das auch. Bei Moritz Heier hat es geklappt, bei Levin Uzzinali hat es nicht geklappt. Und bei Katterbach ist es ja jetzt so, wenn ich es richtig verstehe, dass es eine quasi disziplinarische Maßnahme ist.
Das ist schon ein sehr scharfes Schwert und wenn du diese Maßnahme erstmal wenn du die benutzt, dann musst du aber auch konsequent sie bei allen benutzen. Nur bei Katterbach ist jetzt nicht Stammspieler gewesen, insofern war da, kann man sagen, ein einfaches Opfer. Wenn du das jetzt machst, dann musst du es bei allen machen und dann könnte es irgendwann schwierig werden.
Deswegen, ich weiß nicht, ob das irgendwann nochmal sozusagen zurückkommt. Wobei ich aber auch nicht weiß, inwiefern Noah Katterbach sich irgendwas hat wirklich zu Schulde kommen lassen, ob er beim Training sich hat hängen lassen. Und wenn das der Fall wäre, ja, da muss man natürlich irgendwie dagegen angehen.
Nur das kann ich gar nicht beurteilen. Es waren auf jeden Fall schon sehr ungewöhnlich, deutliche Worte jetzt auch vom HSV in der Mitteilung, der dann von einem Fehlverhalten gesprochen hat und geschrieben hat, es sollte eine Denkpause sein für Katterbach. Also das macht man ja eigentlich normalerweise nicht als HSV und du hast es schon angesprochen, es gab andere Fälle, Dom P.
Mit seinem Unfall oder dann auch zu Spätkommer, die dann mal irgendwie nicht im Kader standen, aber jetzt…. Nicht irgendwie so bestraft wurden, dass sie jetzt erstmal über Wochen dann kein Teil des Kaders sind. Zumal der stand ja im Kader. Er hat nicht dann von Anfang an gespielt, sondern wurde eingewechselt.
Das haben wir ja alles in der HSV-Dogo gesehen. Und das waren wirklich spannende Einblicke an dieser Stelle, fand ich. Und da habe ich gedacht, das war sehr intelligent moderiert von Merlin Polzin, weil er der Mannschaft deutlich gemacht hat, egal wie der Name ist, egal wie wichtig ein Spieler ist, es gibt Regeln, Regeln werden eingehalten und es gibt Konsequenzen.
Bei Dompey war die Konsequenz, ich glaube gegen Münster war es, der darf nicht von Anfang an spielen, muss auf der Bank sitzen und dann wurde er aber auch wieder begnadigt, der kam halt ein paar Sekunden, ein paar Minuten zu spät, alles fein. Bei Katterbach ist jetzt wirklich das Entscheidende, was hat er gemacht?
Also inwiefern hat er sich hängen lassen? Das wird Merlin Polzin alleine wissen und hoffentlich dann genau abgewogen haben, ob das die richtige Maßnahme ist. Er muss sich dann halt auch bei anderen daran messen lassen. Es ist natürlich auch so, dass der HSV relativ viele Spieler noch hat. Er hat einen großen Kader jetzt durch die letzten Transfers und vor allem, weil einige Spieler, die der HSV noch gerne abgegeben hätte, sind alle noch da, ob das nun Gieramos ist oder Bakkeri Yatta oder Silvan Hefti.
Noah Katterbach ist eigentlich eingeplant als Alternative dann oder als erster Ersatz für Miro Muham. Der ist jetzt aktuell fit, von daher kann man sich das gerade zumindest auch leisten, Noah Katterbach in die zweite Mannschaft zu geben. Das kann natürlich dann sich auch schnell wieder verändern, dass man ihn dann direkt wieder braucht.
Aber es ist vielleicht dann jetzt auch einfach so ein Zeichen von Merlin Polzin an den Rest des Kaders. Da sind jetzt natürlich einige unzufriedene Spieler noch mit dabei, die gar keine Rolle spielen, die dann auch zu U21 immer mal müssen, da schon, so ein starkes Zeichen auch zu senden, nach dem Motto, wer jetzt hier nicht komplett mitzieht, ja, der ist dann halt erstmal raus, also so kann man es dann schon auch verstehen, oder?
Ja, wobei, das ist auch so eine Diskussion, ich bin leider kein Fußballprofi, obwohl ich das sehr gerne geworden wäre, ein bisschen was hat gefehlt, aber ich habe mir immer gedacht, wenn ich Profi wäre, der eine sagt so, der andere so. Aber wenn ich Profi wäre und da würde mir ein Stück weit was fehlen, um in den Kader zu rutschen.
Ich wäre immer einer, der von alleine zum Trainer gehen würde und sagen würde, lass mich bitte am Wochenende in der U21 spielen. A, um diese Wettkampfpraxis zu behalten und B, um halt Signale zu senden. Ich will, egal wie, ich will, ich will, ich will. Das ist aber jetzt keine HSV-Sache, sondern ich würde sagen, im gesamten Profibereich wird das eher wenig praktiziert.
Das würde ich viel, viel, viel mehr machen. In der Tat ist es dann so, dass man natürlich als Argument immer sagen kann, man nimmt den Talenten dann ein bisschen Spielzeit weg, aber als Spieler würde ich immer proaktiv versuchen, so viel Spielzeit wie möglich zu bekommen, egal wo. Das wird auch jetzt dann interessant natürlich zu sehen sein.
Also Merlin Polzin hat Emanuel Farai zum Beispiel schon gelobt. Der ist ja vor zwei Wochen dann auch mal freiwillig zu U21 gegangen, um da Spielpraxis zu sammeln. Noah Katterbach steht das frei. Der kann im Prinzip jetzt selbst entscheiden, ob er diese Chance dann auch wahrnehmen will, da Spielpraxis zu sammeln.
Also man kann es ihm eigentlich nur nahe legen, nachdem er jetzt ja auch mit dem Kreuzbandriss ein halbes Jahr raus war und im Prinzip keine Spielpraxis hat. Ja, wird spannend zu sehen sein, auch dann, was die weiteren Spieler betrifft. Und wenn man jetzt aber so guckt, auch gerade beim Training, Merlin-Polzin ist mit Sicherheit nicht zufrieden, dass er da jetzt einfach viele Spieler noch hat, mit denen er gar nicht plant, die er zwar dann hier mal fürs Elf gegen Elf braucht, aber man sieht einfach auch viele Spieler, die dann beim Abschlussspiel dann draußen sitzen.
Glaubst du, dass das im Laufe der Saison noch so ein Problem werden könnte, dass man da einfach viele Spieler mit im Kader hat, die keine Rolle spielen, die dann natürlich auch nicht das Feuer haben wie andere Spieler, weil sie schon eigentlich am Start der Trainingswoche wissen, dass sie nicht im Kader sein werden.
Dass es vielleicht sogar dann auch Katerbach nicht der Letzte gewesen sein wird, der dann in die U21 geht. Ja, es ist immer ein Problem, wenn du einen zu großen Kader hast. Andererseits könnte man auch sagen, natürlich im Laufe der Saison wird es viele Verletzungen geben und man kann dann wieder froh sein, wenn dann von hinten an der ein oder andere nachrutscht.
Grundsätzlich sollte der Kader ein bisschen kleiner sein und dann könnten eher die Talente dann versuchen, da nochmal reinzukommen, wenn es zu viele Verletzte gibt. Der ASV hat das sicherlich auch anders sich gewünscht und hat eine andere Planung. Hefti, Jatta und Co., da hatte man ja schon die Hoffnung, Ramos, dass man den einen oder anderen noch abgeben könnte. Hat man nicht geschafft.
Das Transferfenster im Winter öffnet schon wieder in zwei Monaten. Da wird dann Klaus Kosta nacharbeiten müssen. Und natürlich, das wird niemals jemand sagen, aber natürlich spekuliert vielleicht der ein oder andere Spieler dann auch noch, dass es dann irgendwann nicht mehr so gut läuft, dass vielleicht ein neuer Trainer kommt und man dann wieder eine neue Chance bekommt, so wie letztes Jahr dann auch, als Steffen Baumgart ging und dann andere Spieler wieder plötzlich eine gute Rolle gespielt haben.
Aber schauen wir mal, wie dann jetzt auch die Saison weiterläuft, ob dann jetzt tatsächlich auch der erste Auswärtssieg am Wochenende bei Union Berlin gelingt. Wir sind auf jeden Fall dabei und sprechen dann in der kommenden Woche natürlich auch über dieses Spiel und dann über das nächste Heimspiel gegen Mainz 05.
Bis dahin, in Hamburg sagt man Tschüss, bei uns heißt das auf Wiederhören. Music.