
HUBER Business AI Podcast· Staffel 1· Folge 32
#32 Marcel Salathé: Soll KI Service public sein?
Sonntag, 23. August 2026 · 49 min
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Shownotes
Baut die Schweiz künstliche Intelligenz selber oder kaufen wir sie künftig einfach ein? Marcel Salathé hat die Frage durchgerechnet: Der Co-Direktor des AI Center der EPFL kommt auf rund eine Milliarde Franken pro Jahr, ein Bruchteil dessen, was in den USA in diese Technologie fliesst. Passiert nichts, sagt er, werden wir vollständig abhängig von Amerikanern und Chinesen und wer die Technologie besitzt, bestimmt Preis und Zugang. Ein Gespräch über das Schweizer Modell Apertus, über ein Departement für Technologie, das es in Bern nicht gibt, darüber warum KI privat längst funktioniert und in Unternehmen harzt – und was das für unsere Kinder in der Schule heisst.
Gast: Marcel Salathé linkedin.com/in/salathe
Host: Andy Huber linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting
Takeaways
• Eine eigene Schweizer KI kostet rund eine Milliarde pro Jahr. Für Modelle und Ökosystem, nicht für den weltweiten Betrieb – ein kleiner Prozentsatz dessen, was die grossen Anbieter investieren. Die Schweiz wäre damit durchaus kompetitiv.
• Ohne Entscheid wird die Abhängigkeit zum Fakt. «Dann werden wir vollständig abhängig sein von Chinesen und Amerikanern.» Für Unternehmen heisst das: Die Technologie, auf der die eigenen Prozesse laufen, gehört jemand anderem.
• Apertus ist Vorarbeit, Als Forschungsprojekt wertvoll, insgesamt aber «massiv unter seinem Potenzial». Für ein konkurrenzfähiges Modell braucht es Ressourcen im Faktor hundert.
• Individuell klappt KI, institutionell harzt es. Der Grund ist nicht fehlender Wille: Die Technologie arbeitet nicht deterministisch, sondern probabilistisch – und fein austarierte Unternehmensprozesse kommen damit schlecht zurecht.
• Die Schule muss den Prozess bewerten, nicht das Resultat. Wer im Fitnessstudio die Maschine für sich arbeiten lässt, hat am Schluss keine Muskeln. Genau das passiert, wenn nur das abgegebene Dokument zählt.
Kapitel
– Intro und Einordnung
– Wie Marcel Salathé KI im Alltag nutzt – und wo bewusst nicht
– Sein Setup: 80 Prozent Codex, 20 Prozent Claude
– Modell auf dem eigenen Laptop: 27 Sekunden gegen 37 Minuten
– Das AI Center der EPFL und die Rolle als Co-Direktor
– Warum er «Kompass Künstliche Intelligenz» geschrieben hat
– Wer das Buch liest – und was zurückkommt
– Vom Biologen zur KI: warum das Tempo nie neu ist
– Der Sprung in die Wirtschaft – und wo er stockt
– Warum Institutionen härter kämpfen als jeder Einzelne
– Drei Typen von Unternehmen: bereit, willig, überholt
– Die Schweiz im KI-Ranking ganz unten – und warum das richtig war
– Braucht Bern ein Departement für Technologie?
– USA und China: Milliarden für Rechenzentren
– Die Rechnung: eine Milliarde Franken pro Jahr
– Apertus: «massiv unter seinem Potenzial»
– Schule, Kinder und der Vergleich mit dem Fitnessstudio
– KI an der EPFL: wie Prüfungen heute funktionieren
– Die Fähigkeiten der Zukunft: das T-shaped Skillset
– In fünf Jahren: hat die Schweiz ihre Chance genutzt?