
Kaffeemacher Podcast· Folge 91
Die Kaffeebauern werden alt. Und jetzt?
Freitag, 23. Oktober 2026 · 34 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Der Kaffee-Nachwuchs fehlt. Was tun? Malte Fähnders von der HRN Stiftung bringt Lösungen
Zu Gast: Malte Fähnders, Programmleiter Jugend & Kaffee bei der Hanns R. Neumann Stiftung. Er kam über die Entwicklungszusammenarbeit zum Kaffee, leitete Jugendprojekte in Afghanistan, Ecuador und Sierra Leone und arbeitet heute vor allem mit den Teams in Uganda und Indonesien.
In dieser Folge
Warum der Generationswechsel stockt:
• Aufzählungs-TextJunge haben kein Land, ohne Land bekommen sie keinen Kredit, und die Eltern fürchten, dass die Farm verkauft wird.
• Migration aus Zentralamerika, wenn es vor Ort keine Perspektive gibt.
• Youth Farmer Field Schools: Jugendliche lernen besser unter Gleichaltrigen als in den Gruppen ihrer Eltern.
• Demoplots als Bühne. In Uganda werden Eltern eingeladen, um zu sehen, was ihre Kinder auf dem Feld erreicht haben.
• Roger, der im Blaumann zum Treffen kommt, über eine Spargruppe zu Kleinkrediten kommt, Land kauft und nach dem Gendertraining für seine Frau Tee kocht.
• Sumatra im Vergleich zu Uganda: Smartphones, mehr Land und der Druck auf die Wälder.
• Eine Gruppe in Tansania, die sich eine eigene Aufbereitungsanlage gebaut hat.
• Was Genossenschaften langfristig stabil macht, vor allem mehrere Käufer statt eines einzigen.
• Weshalb die Jugendförderung Sache des ganzen Sektors ist und sich nicht an Stiftungen delegieren lässt.
Links
Hanns R. Neumann Stiftung: hrnstiftung.org
HRNS «Muddy Boots»: The power of youth in coffee growing communities: hrnstiftung.org/muddy-boots/the-power-of-youth…
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (Partnerin im Uganda-Projekt): dsw.org
ICO Coffee Development Report 2022–23 (Einkommen und Lebensgrundlagen): icocoffee.org/documents/cy2024-25/coffee-devel…
Kaffeemacher: kaffeemacher.ch
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Wie soll der Kaffeesektor sich denn weiterentwickeln und überleben, wenn halt eben die Jugend nicht motiviert wird? Halt sie da eine Perspektive zu sehen. Und halt eben den Kaffeesektor auch mit weiterzuentwickelt. Sie müssen halt erkennen dass ihre Zukunft auch in Kaffee sein kann. Wenn sie aber halt eben nicht viele Möglichkeiten sehen und wenn sie auch kein Land zur Verfügung haben, keinen Marktzugang bekommen oder eben nicht selbst organisiert sind.
Wo soll die Motivation herkommen? Dann kommt es manchmal z.B. in Zentralamerika sehr stark dazu, dass Jugendliche auch migrieren einfach weil es sonst keine Chance gibt. Die Elterngeneration hat auch nicht viel Vertrauen in die Fähigkeiten der jungen Leute. Deshalb werden sie auch das Land nicht so schnell an ihre Kinder übergeben.
Der Generationswechsel ist da, gestaltet sich eben einfach schwierig.". Mein Gast in dieser Podcastfolge ist Malte Fenders von der Neumann-Stiftung aus Hamburg. Malte ist Programmverantwortlicher für Jugend und Kaffee. Wir steuern auf eine fundamentale Zäsur zu – ja eigentlich sind wir schon mittendrin!
Wenn der globale Kaffeekonsum weiterhin wächst, wächst auch das Alter derer die Kaffee produzieren. Man kann das vielleicht ein bisschen mit dem vergleichen, was auch gerade hier passiert? Die Baby Boomer Generation geht in Rente und wenige Junge kommen nach. In der Kaffeeproduktion kommen auch zu wenige junge Menschen nach.
Die Nachwachsende Generation verlässt die Kaffeefelder so schnell und so zahlreich wie nie zuvor. Es geht nicht nur um eine i-jugendliche Abneigung gegen die Landwirtschaft sondern es ist eher eine rationale Konsequenz Wenn ich zu wenig verdiene, dann brauche ich eine andere Arbeit. Und diese liegt vielleicht nicht da wo ich wohne und deshalb migrieren heute immer noch viele Jugendliche in Zentralamerika in die USA – und versuchen ihr Glück dar!
Ich höre fast wöchentlich von Produzenten aus aller Welt das Farmarbeiter fehlen. Dabei müssen wir unterscheiden zwischen denen, die eine Farm besitzen. Die ICO, die Internationale Kaffeeorganisation sagt dass das Alter der Kaffeeproduzenten also DERA die Land besitzen zwischen fünfzig und sechzig Jahren liegt.
Und für diejenigen die auf der Farm arbeiten gehen Also entweder das ständige Personal oder dann Saisoniers während der Ernte. ja da gibt es kaum Erhebungen aber aus eigenen Erfahrungen sind das in der Regel junge Männer so zwischen fünfzehn-undfünfundzwanzig Jahre und auch von denen gibt es immer weniger.
Also, auf der einen Seite wird mehr Kaffee getrunken und auf der anderen Seite gibt's immer weniger Kaffeeproduzenten. So fragt das bei Gast Malte ganz richtig wer überhaupt den Kaffe der Zukunft anbauen um pflücken soll? Und genau daran arbeitet er nämlich mit der Neumann Foundation. Maltes Fokus ist in Uganda und Sumatra und da nehmt ihr uns jetzt hinmit!
Da ist eine sehr intensive Woche. Wir lernen uns kennen, sonst haben wir viel online zu tun miteinander und ich habe ja vorwiegend mit den Teams in Uganda und Indonesien zu tun Und das ist für mich dann halt auch mal eine Chance mit denen aus Brasilien zusammenzukommen oder mit denen Aus zentral amerika und Das ist eigentlich immer sehr erfrischend so.
man lernt voneinander Und ich kann halt eben dann auch motivieren, zum Beispiel in dem Bereich Jugend den Austausch unter den Länderteams noch zu verbessern. Da haben wir natürlich auch über den Bereich Jugend gesprochen und haben verglichen was passiert in Uganda? Was passiert in Indonesien? Was passiert in Zentralamerika?
Wo gibt es auch Überschneidungen? Die Lebenswelten von jungen Menschen sind ja... zum Teil auch sehr, sehr ähnlich. Alle sind in einer Übergangsphase alle versuchen Entscheidungen fürs Leben zu fällen aber es gibt natürlich auch ganz spezielle Lebensumstände. wenn ich jetzt halt eben dann zum Beispiel Indonesien und Uganda vergleichen.
Uganda hat keine großartige Kaffeekultur Indonesien aber schon. das heißt Jugendliche die kann man auch an den Kaffee ranbringen, halt indem man Barista-Trainings angibt oder halt andere Jobs entlang der Wertschöpfungskette halt schmackhaft macht. Malte du hast ja nicht wirklich mit Kaffee begonnen sondern zuerst mit Jugendlichen gearbeitet und bist dann erst später zum Kaffe gekommen und zur Arbeit die Du heute machst?
Ja genau ich habe mich wirklich mit kaffe begonnen. so zuerst war da eigentlich der Wunsch in der Entwicklungszusammenarbeit mitzuarbeiten. das war so ausgelöst auf einer Reise in Asien vor doch einigen Jahren schon und danach habe ich halt in Projekten mitgearbeitet, auch erstmal in den Ländern. Ich hab also Jugendprojekte zum Teil auch selbst geleitet im Afghanistan-Equador Sierra Leone z.B., bin dann erst über die Stiftung zum Kaffee gekommen.
so aber nach wie vor bin ich natürlich motiviert von dem Bereich dann die Lebenswelten von Menschen und gerade von jungen Menschen halt eben im ländlichen Raum, halt kennenzulernen. Und die Entwicklung zu unterstützen und halt zu schaffen das halt eben da Perspektiven auch entstehen. ja Kaffee franst einfach aus, würde hier so ein ältere Kollege von mir sagen.
In Kern geht es um Kaffe, aber Kaffe ist ja nie isoliert. Kaffees politisch, Kaffes sozial, Koffeiskultur und alles. Kaffe is total vernetzt und berührt einfach verschiedene Lebenswelten. Du bist in der Stiftung? Und was macht denn die Stiftungenkt sagt? Aber was macht sie auch nicht? Ja, sie arbeiten mit Kaffeproduzenten und ihren Familien So und unterstützen halt eben sie dabei ihre Lebensgrundlagen zu verbessern.
Und da geht es natürlich dann um Einkommen, Jugendförderung wie gesagt, Stärkung von Organisationen auch und natürlich sehr wichtig jetzt auch Klimaresilienz. was wir nicht machen ist wir kaufen den Kaffee nicht! Wir handeln nicht mit Kaffees und wir verteilen jetzt auch keine dauerhaften Subvention.
Also unser Ziel ist es, da ihr halt einfach die Menschen zu unterstützen und langfristige Perspektiven halt gemeinsam mit ihnen aufzubauen. Wie seid ihr finanziert? Ist das pro Projekt oder habt ihr fixe Geldgeber also auch die Mutterfirma, die Neumann-Kaffeegruppe? Wir haben da ganz unterschiedliche Geldgebern!
Also wir arbeiten viel mit Partnern aus der freien Wirtschaft zusammen im Kaffee Sektor – auch natürlich mit der Neumern-Kaffee Gruppe Und arbeiten aber auch halt eben mit institutionellen Geldgebern. In Uganda läuft jetzt gerade ein Projekt aus, das haben wir mit der deutschen Stiftung Weltbevölkerungen gemeinsam durchgeführt und haben da halt Gelder des BMZ bekommen.
fertiggestellt, indem wir mit der deutschen Stiftung Weltbevölkerung zusammen gearbeitet haben und da halt institutionelle Gelder der deutschen Regierung also vom BMZ zur Verfügung gehabt. Malte lass uns mal einen Panoramaflug machen. ich bin diese Folge so angegangen dass ich gesagt habe ja die Kaffeewelt ist heillos überallzert was ist da dran?
Und nimm uns mal in deine Arbeit. Ja also Wir bekommen das natürlich von den Farmern mit, dass sie Schwierigkeiten haben auch Arbeitskräfte zu finden. So und dass die auch sehr sehr früh dann mit der Suche beginnen müssen und letztendlich dann höhere Löhne zahlen müssen. Und ja gleichzeitig kriegen wir dann auch mit, daß die Produzenten älter werden.
Das halt die jungen Menschen halt auch nicht so in gleicher Weise nachrücken. Sie müssen halt erkennen, dass ihre Zukunft auch im Kaffee sein kann. Und wenn sie aber nicht viele Möglichkeiten sehen und wenn sie kein Land zur Verfügung haben oder keinen Marktzugang bekommen oder eben nicht selbst organisiert sind, wo soll die Motivation herkommen?
kommt es manchmal wie jetzt z.B. in Zentralamerika auch sehr stark dazu, dass Jugendliche auch migrieren einfach weil es sonst keine Chance gibt und da muss es halt eben Alternativen geben. Also die Jugend muss letztendlich die Zukunft im Sektor Kaffee entdecken. Lass uns mal land use bleiben. Du kommst auf das Land zu sprechen Und Arbeitskräfte damit meintest du ja nicht die die Land besitzen sondern die die da arbeiten können.
Wo mangelt es in der Kaffeewelt? Spezifisch jetzt in Uganda, in deiner Arbeit. Sind das die Saison je oder die, die besitzen würden? Naja für den Jugendlichen, die ja auf dem Farm auch mitarbeiten ist halt die Zukunft schwierig zu sehen, weil Land ein wichtiger Teil des Problems ist. Das sind nicht das ganze Problem aber ein ganz, ganz wichtiger Teil.
Weil viele junge Menschen gerade in Uganda keinen sicheren Zugang zu Land haben. Und dann halt daraus ergibt es sich ja auch, dass sie keine Kredite bekommen und nicht investieren können aber trotzdem bleiben müssen. Die Elterngeneration hat auch nicht viel Vertrauen in die Fähigkeiten der jungen Leute und deshalb werden Sie das Land nicht so schnell an Ihre Kinder übergeben.
Der Generationswechsel ist da gestaltet sich eben einfach schwierig Und das versuchen wir halt zu unterstützen. Da gibt es halt unterschiedliche Formate, damit die Eltern auch einfach erkennen können... ...die Kinder haben schon was drauf und die muss man aufprobieren lassen. Das muss man aber zeigen.
so! Wir arbeiten ja in unseren Trainings mit Demo-Plots. Jugendliche sind zum Teil dann aber eben schon Halter und Betreiber der Demo Plots, das ist schon eine verantwortliche Aufgabe. Das ist schon ganz großartig. Das zeigt schon etwas. Und so ein Demo-Plot kann aber auch eine Bühne sein! Wir haben in Uganda zum Beispiel diesen Projekt was vom BMZ gefördert ist.
da haben wir den cool parent dialogue. Da wird halt einfach mal den Eltern gezeigt wie wir einen eingeladen zum Demoplott und dann wird gezeigt was eigentlich schon alles erreicht wurde. Und man kann ja zu Hause viel erzählen, aber wenn die Eltern das sehen dann ist es noch mal ganz anders. Dann sind auch die Eltern motiviert auf selbst etwas dazu zu lernen und können halt eben dann auch die Jugendlichen als Experten anerkennen.
Ja sehr gut! Wir... Es sind ja Menschen und es sind Jugendliche. Also den Eltern gehört das Land. Es gibt Landtitel und das Land ist eben auch da limitiert. Das Land kann natürlich auch die Altersvorsorge für die Eltern sein. Wird das Land dann für das Erde, wird es zersplittet nach Anzahl Kinder oder wird es an das älteste Kind weitergegeben?
Wie wird Kaffeeland vererbt. Das ist ganz unterschiedlich! Erst mal haben die Eltern häufig auch die Befürchtung dass das Land verkauft wird. Dass die Jugendlichen halt einfach gerne migrieren, dass sie in die Stadt wollen und sich da etwas aufbauen wollen und dann das Land Verkaufen Das ist natürlich dann halt auch keine Form von gutem Vertrauen.
Und das Land ist häufig einfach zu klein, um es aufzuteilen und an alle halt eben ein kleines Stück zu geben. Das heißt also die Zahl der Nachkommen, die wirklich dem Land bekommt, das ist schon limitiert. Also das heißt ja so die Produzentengeneration wird immer älter... Und der Generationswechsel, der wird immer weiter hinausgeschoben und das demotiviert natürlich auch die Jugendlichen.
Sie arbeiten weiter halt eben dann auf dem Land aber die Übergabe an sie zögert sich immer weiter heraus weil halt eben auch die Eltern diese Befürchtung haben dass das land gar nicht in Familienbesitz bleibt. Die Jugendlichen halt auch nicht Landwirt oder Bauer halt eben dann bleiben wollen, sondern sie wollen auch Unternehmer werden.
Ist es jetzt ein Muster was du in Uganda siehst? Oder auch in Sumatra? Oder ist das etwas was ihr generell beobachten könnt in eure Arbeit? Unterschiede von der Situation der Jugendlichen sind da. aber es gibt natürlich auch ganz universelle Problematiken so und dass es halt eben In Zentralamerika genauso wie auf Sumatra dass halt eben die Jugendlichen auch andere Anreize brauchen, um halt nicht vor der einzigen Perspektive als Kaffeefarmer zu arbeiten flüchten und zu migrieren.
Und vielleicht dann im Ausland ihr Glück zu suchen, sondern es muss geschaffen werden, dass sie eine Perspektiv in dem Kaffeesektor finden. Die Ursache für Migration sind Schwierigkeiten Geld zu verdienen. Das gibt auch zu wenig Bildungsangebote, es gibt nur eine schwache Infrastruktur. Gesundheitsversorgung ist schlecht und die ganzen Perspektiven sind nicht gegeben.
Es ist einfach zu unsichern! Wenn man eben mangelnde wirtschaftliche Perspektive hat dann ist es halt nicht attraktiv das weiterzumachen was die Eltern machen. Und das ist in Grunde genommen das halt was überall gleiches. Und wenn man aber halt eben dann schafft, dass sie Zugang haben und Möglichkeiten haben, Unternehmer zu werden.
So dass Sie auch entlang der Wertschöpfungskette im Bereich Verarbeitung, Vermarktungen arbeiten können, wenn Sie in Organisationen auch in Führungsrollen sein können. Wenn Sie dann in Kooperativen in einem Amt für Jugendliche in einer Position arbeiten können. Dann können Sie sich viel besser um Ihre Piers kümmern Und das haben wir halt eben dann auch festgestellt.
Also Jugendliche sind eigentlich am offensten, wenn es darum geht halt eben etwas zu lernen, etwas anzunehmen und weiterzukommen, wenn sie halt eben mit Gleichaltrigen zusammenarbeiten. Wenn man also Jugendliche in die gleichen Farmergruppen halt eben setzt, in denen auch ihre Eltern sitzen, dann ist die Motivation nicht so groß wie, wenn's halt einfach Juice-Farmer viel zu googlen geht?
Ja sehr gut! Motivation, Perspektiven, Einstelligkeit. Wie schafft ihr es denn überhaupt, glaubwürdige Perspektive bieten zu können? Es geht ja nicht allein um Training. Training ist eine gute Wissensvermittlung und gerade wenn es halt von Gleichaltrigen vermittelt wird dann ist das auf jeden Fall etwas was auch hängen bleibt und wo halt eben dann auch geschaut werden kann.
untereinander ist das Gelernte überhaupt in Anwendung Und dann geht es halt darüber hinaus auch, Möglichkeiten zu schaffen. So Marktzugänge zu schaffen, Netzwerke zu schaffen und auch Entscheidungsmöglichkeiten zu offerieren. so also Jugendliche sind ja häufig halt eben einfach in so einer Folge Situation und wenn sie aber halt in Farmergruppen als Trainer fungieren Dann ist das für das Selbstbewusstsein ganz wichtig.
Und auch in der ganzen Gemeinde werden sie ja ganz anders angesehen, wenn Sie halt als Experten für bestimmte Anbaumethoden und vielleicht doch klimaorientierte Anbau-Methoden wirken. Und angesehen werden und gefragt werden. Genauso haben wir den Genderansatz bei uns in den Projekten. Da gibt es dann Gender Change Agents junge Ehepaare kennengelernt, da war er der Facilitator des Trainings und des Demo-Plots.
Und sie war Gender Change Agent und beide waren halt so die Erfolgsidone, die es da eben dann in einer Gemeinde gab. Das hat auf alle abgefärbt! Das ist ja auch das was auf den Demo Plots passiert. man sieht etwas und adaptiert ist. Und genauso, wenn man halt erfolgreiche junge Menschen sieht dann ist man auch davon motiviert und möchte dem halt auch nach einfach.
Ja Demo Plots oder Field Farms oder Trial Farms das sind berühmte und gute belegte erfahrene Konzepte die weltweit zum Einsatz kommen also Orte wo man trainieren kann wo man dann aber auch zeigen kann wie etwas funktioniert. Seeing is believing, also man muss das was man sieht erst das kann man überhaupt glauben.
Wie funktioniert denn das? Also wie setzt man so einen Demo-Plot auf? Erstmal brauchen wir jemanden der ein Demo Plot zur Verfügung stellt und wenn das halt eben jemand ist der auch die Jugend fördern möchte, der ein kleines Stück Land hat was zur Verfügung gestellt werden kann dann ist es ja schon mal großartig dann kann es halt jemanden geben, der diesen Demo Plot betreibt.
Dann ist das häufig halt eben auch ein Facilitator, der vielleicht mit einem Demoplott und mehreren jungen Youth Farmer Field Schools zusammenarbeitet und die dann halt eben am Demo-Plot unterrichten kann. Wir haben in einem Projekt in Uganda da haben wir eine Hundert Achtzig Gruppen und Sechzig Facilitators.
Und da haben Ein Demo Plot reicht gar nicht aus für ein Facilitator, um drei Gruppen auch da trainieren zu können. Da brauchen wir noch mehr! Das ist also wirklich der Ort. Wir sind sehr mobil, wir sind irreflexibel aber wir brauchen halt eben einen Ort, an dem trainiert werden kann und Mobilität kann ja schwierig sein.
Deshalb müssen wir dann auch reagieren und vielleicht andere Demoplots schaffen. Und auf dem DemoPlot kommen alle möglichen Grundpraktiken, das Kaffeeanbaus zeigen. Man kann neue Innovationen zeigen und die jungen Menschen können sehen wie es funktioniert. Das ist über die Theorie hinaus. Es ist nicht für jeden einfach aus der Theorie in die Praxis überzusetzen.
So ist dann Learning by Seeing! Das ist definitiv sehr erfolgreich. Und wenn dann halt eben der Facilitator auch noch gleich alt ist und die Lebenssituation genau kennt, genau die Sprache sprich, die halt verstanden wird, dann ist das Paket eigentlich perfekt. Unsere Services halt eben Training und was darüber hinausgeht?
Das is für die Teilnehmenden natürlich gratis! Wenn es aber darum geht halt eben Material zu bekommen, wenn halt eben dann Kashi-Setzlinge erworben werden so... Das kann halt eben in einem Anschub halt auch mal gratis funktionieren, aber irgendwann muss da ja ein Business daraus werden. So dass halt dem Jugendliche vor Ort eine Nursery betreiben und das dann die anderen Farme von denen kaufen können.
Malte wir gleich von Roger erzählen. ich habe ihn darum gebeten so eine Anekdote von einem Menschen zu erzählen noch die Biografie zu schildern was eben so in seiner Arbeit passieren kann. Dazu ein bisschen Hintergrund-Infos. Weltweit gibt es nach Enveritas, zwölf Komma fünf Millionen kleinbäuerliche Kaffeefarmen und nach deren Schätzung lebten zwei tausend achtzehn vierundvierzig Prozent dieser Produzenten in Armut.
also wer so einen Betrieb überhaupt übernehmen will der muss ja mal mit einer Rechnung beginnen nur geht die einfach nicht auf. deswegen spricht Malte immer von alternativen. Zeit ist halt wirklich ein Problem, also nicht nur im Alter. Denn neue Kaffeepflanzen brauchen ja überhaupt mal drei bis vier Jahre bis zur ersten richtigen fetten Ernte und diese Zeit muss ja auch irgendwo finanziert werden.
Und einen Kredit gibt es aber meist nur mit Land als Sicherheit. und genau dieses Land gehört den Eltern denn für sie ist die Farm wahrscheinlich die einzige Altersvorsorge. In Kenya ist laut der Kenya Coffee Platform die Hälfte der Kaffeebauern sechzig oder älter und viele betrachten ihre Porzellen ausdrücklich als Rente.
Also am Interesse der Jungen liegt es aber nicht überall, denn in Nonduras auch da arbeitet die Neumeinfadation das sagen sechsundachsich Prozent der befragten Jugendlichen des Kaffees für sie ein Geschäft und eine Zukunft sein kann. Und deswegen hört man zu was Malte von Roger erzählt. Ja, da hab ich mal Roger kennengelernt und Roger war ein hochmotivierter Mensch Und in einer lustigen Situation.
da saßen halt alle zusammen und hatten sich wirklich auch fein herausgeputzt und Roger kam dann in einem Blaumann an und Alle guckten ihn an und sagten halt warum hast du dich denn nicht so schön angezogen? Und Roger sagte halt eben so Ich bin Bauer und deshalb ziehe ich mich an wie ein Bauer. So, also er hatte wirklich mit seiner Identität eigentlich sehr gut halt eben sich über ... Stimmte sehr gut mit seiner identität überein.
Und hat es sich damit nicht abgefunden sondern war motiviert als Kaffeebauer voran zu kommen. So und dann hat er eben erzählt so, dass was er in den Trainings gelernt hat. Was halt ihm dann auch den Demo Plots halt gezeigt wurde das war definitiv schon mal eine sehr gute Grundlage. aber zur Finanzierung seiner weiteren Entwicklung war dann halt eben eine Spargruppe also Village Saving and Lawn Associations nennen wir die extrem wichtig, wo er halt eben einzahlen konnte aber auch halt klein verdient bekommen.
Und dann mit seinen neuen Fähigkeiten und mit dieser finanziellen Ausstattung konnte er seine Produktivität steigern, konnte investieren... ...und konnte dann auch Land kaufen! Das hat ihn natürlich noch mehr motiviert weil er immer weiterkam. Wir haben ihn auch unterstützt zu planen. Also da geht es auch dann um Familienplanung.
Das hat zum Beispiel die deutsche Stiftung Weltbevölkerung halt gefördert, dass eben eine Familienplanungen stattfinden kann. Wir haben den Gender-Bereich auch gefördert. Seine Frau hat dann erzählt Sie findet das jetzt ganz großartig Dass sie manchmal nach Hause kommt und er hat schon Tee für sie vorbereitet Und sie sagt vor diesen Gender-Trainingen hat sie das gar nicht gemacht.
Es ist auch die soziale Komponente und halt eben die Gendergerechtigkeit in den Familien auch eine wichtige Komponente, das dann die männlichen Kaffeebauern erkennen. Ich kann sogar unser Einkommen steigern einfach indem alle entscheidungsfähig sind in der Familie.". Und das war bei denen ganz großartig!
Das zeigt sich so an Kleinigkeiten. Er hat Tee für mich gemacht – das findet sie ganz groß-artig. Denn wir sehen ja auch Roger nicht alleine Der ist ja nicht einfach nur einer, der alleine zum Training kommt. Sondern wir sehen das halt eben dann systemisch und halt auch ganz zeitlich und holistisch. Deshalb ist unser Einsatz halt eben wenn ihr auch nicht nur im Bereich Business- und Einkommensentwicklung sondern halt eben Gender, Jugendförderung, Organisationsentwicklungen Und natürlich halt in klimaorientierte Landwirtschaft.
Ja sehr schönes Beispiel Das Kamitos Uganda. Sumatra ist ein anderes Steckenpferd. Was ist anders in Sumatra? In Sumatra sind junge Leute ganz anders ausgestattet als in Uganda, eigentlich hat fast jeder ein Smartphone und eigentlich benutzt jeder auch das Smartphone um neu dazu zu lernen. wenn also halt eben die Jungerwachsenden sich entschieden haben Kaffeebauern zu bleiben und gesagt haben das ist auch ein Job mit Zukunft.
Und ich habe auch andere Möglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette zu arbeiten, dann sind die Leute in Sumatra eigentlich besser ausgestattet um zu lernen. so und da sind halt eben die Jungerwachsenen und Jugendlichen in Sumatra im Vorteil weil halt eben das Netz besser ist, weil halt auch mehr Leute halt einen Smartphone haben besser im Umgang sind.
Und auf Symmatra ist definitiv mehr Land vorhanden, sodass halt Kleinbauern häufig auch ein größeres Stück Land zur Verfügung haben. Was wir aber auch feststellen ist dass Kaffeebauern in Naturschutzgebiete drängen und das ist natürlich ein Problem. die haben ja auch Klima als ein sehr wichtiges Thema für uns.
und halt darüber hinaus halt eben auch versuchen wir im Bereich Natur, Biodiversität. Und halt eben Waldschutz auch halt eben aktiver zu werden weil wir feststellen halt Kaffeebauern auf Sumatra drängen in die Wälder hinein und da können wir dann sie unterstützen dass Sie auf Ihren Parzellen das beste was möglich ist herausbekommen also qualitativ hochwertigen Kaffees in einer größeren Menge, als sie bisher halt hatten.
Gut jetzt spulen wir mal ein bisschen nach vorne. Jugendliche haben sich jetzt mit euch fortgebildet. Sie haben sich so einen Zukunftsbild von sich selbst kreiert. und jetzt der Kaffee ist da und jetzt sollten sie auf den Markt kommen Denn ohne Markt oder Käufer schafft würde das Konzept ja nicht funktionieren.
Wie arbeitet ihr denn daran Marktzugang zu ermöglichen? Liegt das auch bei euch? Also Marktzugang kann ja ganz unterschiedlich aussehen. Das können halt eben über kooperativen Farmerorganisationen, aber auch halt eben private kleinen Unternehmen. Kann das halt funktionieren? Das kann über lokale Märkte funktionieren.
Man kann auch versuchen neue Geschäftsmodelle miteinander zu entwickeln. Wir sind natürlich auch mit organisiert in einem Kaffee-Netzwerk, dass es halt eben da in den Ländern gibt. Das heißt also wir kennen halt dann auch die anderen Player. Wir können halt eben dann Verbindungen herstellen So auch über Gremien halt, indem wir halt eben mitarbeiten.
Wir arbeiten ja halt eben auch mit den Universitäten zusammen Wir arbeiten halt eben damit mit den Käufern Und können da halt eben dann Verbindungen schaffen, gerade wenn sich Kooperativen weiterentwickelt haben und wirklich auch besser verkaufen können. Dann sind sie mobiler, dann haben Sie vielleicht die Transportmittel und können selbst den Kaffee an die internationalen Bayer liefern.
Und wie steht es damit der Langfristigkeit? Kann das sein dass so etwas ins Leere läuft? Schafft es halt nicht immer, dass die Kooperativen länger bestehen. Da würde ich eher die Schwierigkeit sehen als das Netzwerken. Eine Kooperative braucht häufig Leute, die dann alle mitziehen können um lange bestehen zu können.
und wenn ein guter Marktanschluss besteht und vielleicht auch nicht nur eine Abhängigkeit von einem Käufer, sondern halt auch eine kooperative Wahlmöglichkeiten hat. Und das ist ja eben der Zugang auch halt – nicht nur zu einem Käuer, sondern eben mehrere Möglichkeiten zu haben? Dann ist es für die Nachhaltigkeit dieser Kooperative extrem wichtig!
Denn dann kann diese Kooperrative weiter bestehen, kann sich aussuchen an wen sie verkauft Und ist nicht in Abhängigkeit halt von einzelnen Käufern, die halt eben vielleicht auch den Kaffee direkt von der Farm kaufen. Sondern eine Kooperative ist stark wenn sie dann selbst wirtschaftlich etwas erarbeitet und dann halt die Erträge auch an die Mitglieder weiterzugeben können.
Wir haben in Tanzania zum Beispiel eine Use Group die halt nach so einer Kombination aus Business Training, aus Organisationsentwicklung und halt eben dann Eigenkapital. Die haben sich halt selbst eine Aufbereitungsanlage aufgebaut. Und damit produzieren sie ja nicht nur den Rohkaffee sondern Sie haben sich noch eine zusätzliche Wertschöpfung aufgebaut und damit erschließen sie sich auch noch eigene neue Marktchancen.
Also Malte, das Problem ist klar identifiziert. Die Möglichkeiten. auch ihr seid daran. was wünschst du dir und wie positiv bist du denn für das was jetzt kommt? Ich habe anfangs gesagt es ist wie eine Zäsur die droht oder wir sind eigentlich schon mittendrin und hier noch viel mehr und mit einer Arbeit Was braucht es dass der Nachwuchs kommt und weiterhin Kaffee produziert?
Also ich würde gar nicht sagen, es müsste viel mehr Stiftungen geben. Sondern eigentlich müssten alle Akteure im Kaffeesektor daran interessiert sein dass halt die Jugend gefördert wird denn diese sind ja die Zukunft im Kaffee-Sektor. Wie soll der Kaffeesektor sich dann weiterentwickeln und überleben wenn halt eben die Jugend nicht motiviert wird?
Halt sie da eine Perspektive zu sehen Und halt eben den Kaffeesektor auch mit weiterzuentwickelt. Wir müssen halt eben den Jugendlichen helfen, produktiver zu wirtschaften und die Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Und dann erschließen sich ja halt ihre zusätzlichen Einkommensquelle. Manchmal heißt das nicht unbedingt wo bekomme ich das Land her so sondern warum sollte ich mich überhaupt für Landwirtschaft entscheiden?
So eine Entscheidung wird gefällt wenn alle Akteure im Kaffeesektor darauf schauen dass die Jugendlichen auch weiter gefördert werden. Es brauchen nicht mehr Stiftungen. Alle Akteure im Kaffesektor müssten ein Interesse daran haben, dass die Jugend gefördert wird. Ich nehme hier Malte beim Wort. Diese Akteur sind nämlich Händler wie die Mutterfirma der Stiftung.
Das sind Rüstereien, die das Thema berücksichtigen können in ihren Sourcingprogrammen. Jedoch sind es kaum Konsumenten, die ja nur das trinken können was Röstereien ihnen anbieten. Der Nachwuchs im Kaffe ist nicht wirklich ein neues Thema Aber wir hier spüren es vor allem dann, wenn Kaffee teurer wird.
Denn dass überhaupt noch irgendjemand auf einer Farm flücken geht – dafür müssen Produzenten die Löhne anheben und was sich im besten Fall für sie in Preis niederschlägt! Und wer nicht? Dann bleibt am Ende des Tages einfach weniger übrig. Farmarbeiter das war lange ein Thema das v.a von NGOs behandelt wurde weil deren Rechtslage höchst prekär ist.
Jetzt bekommt diese Diskussion, so glaube ich eine neue Dimension wenn es nämlich am Schluss alle Kaffee trinkert trifft. Dann, wenn Kaffe Bokua Boku etwas teurer wird! Ich frage mich manchmal wirklich wie lange wir noch Kaffe von einem Ort bekommen? Wenn ich sehe wie schwer es unsere Partner haben Erntehelfer zu finden.
Sie können auch höhere Gehälter zahlen aber viele haben einfach keine Lust mehr Kaffe zu pflücken Denn Viele Orte sind die Alternativen attraktiver geworden. Und dazu hat sich auch Mark Bolliger von der Finca Rosenheim in der letzten Folge von O-Ton geäußert, den Format bei dem ich Kaffeeproduzenten eine Frage stelle und sie dann einfach drauf losreferieren lasse!
Wenn du Kaffeemenschen in deinem Umfeld hast, die auch Freude an diese Folge haben könnten, dann teile sie doch gerne – und vielleicht lässt auch einen Like hier – es hilft unsere Arbeit im Gemeinden. Danke für deine Unterstützung und bis zum nächsten Mal. Wir hören uns!