
Kinder sind auch Menschen· Staffel 1· Folge 26
Nachgehört: Eltern sind auch Menschen
Sonntag, 24. Mai 2026 · 8 min
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Shownotes
Meine kritische innere Stimme hab ich schon ganz gut in den Griff gekriegt. Aber Kritik von außen kommt weiterhin. Dass Andere das doch auch schaffen. Usw. Was kann ich tun?
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Und Zack, schon ist Sonntag und wir sind wieder mittendrin in der Nachgehört Folge. Heute geht es um eure Themen Nachfrage rund um das Thema Sanftmut euch selber gegenüber, die inneren kritischen Stimme in den Arm nehmen und Selbstfreundlichkeit und Fehlerfreundlichkeit und Akzeptanz entgegensetzen und so, das war ganz schön zu lesen, wie euch das bewegt hat, wo ihr da selber auch auf dieser Reise gerade seid, an welchem Punkt und so.
Es hat mich sehr bewegt eure Geschichten zu hören. Vielen Dank, dass ihr das mitteilt. Ich weiß das ja zu schätzen, weil das ja auch sehr persönlich ist und sehr vulnerabel und so und es fühlt sich nach einer großen Ehre an. Vielen Dank. Die Sache, die ich heute rausgreifen möchte für die Nachgehört Folge ist, dass mir doch tatsächlich einige Mütter schrieben, dass sie sich das wirklich schon ganz gut erarbeitet haben, ne die eigenen Grenzen zu wahren mit sich selbst fehlerfreundlich zu sein, mit sich selbst in ein empathisches Mitgefühl zu gehen, so wie sie es auch den Kindern gegenüber machen. Aber dann gibt es da einen Menschen in ihrem Leben im Außen, der ihnen dann diese Härte von außen entgegenbringt. Also diese Mütter haben sehr
gelernt, nicht so was zu sagen, wie reißt sie zusammen oder andere kriegen es doch auch hin, und dann gibt es da aber den eigenen Mann oder die Schwiegereltern oder die eigenen Eltern oder die Nachbarin, neben der man wohnt. Die dann eben doch sowas sagen wie. Also früher hatte ich gar keine Unterstützung und ich hatte im Gegensatz zu dir hatte ich ja 7 Kinder und so ne ich hab das auch geschafft und andere schaffen das doch auch oder aber es ist ja schon auch komisch ne was du alles nicht hinkriegst und so oder ne auch sowas wie na ja du lässt dich ja schon auch n bisschen gehen und also meine Schwiegertochter, die hat ja schon wieder mit Sport angefangen nach einem Monat und so. Also das schaffen wir es so im
Inneren langsam freundlich für uns zu werden und dann kommen diese Sätze von außen. Puh, ja, also das ist das ist doll, ja, da möchte ich noch mal kurz als Basis, bevor wir da n bisschen genauer reingehen, noch mal wiederholen, ne, dass diese Vergleiche ganz per se schon Schwachsinn sind, das hab ich ja schon am Mittwoch gesagt, weil wir, weil wir ja unterschiedlichste Dinge vergleichen, also wir vergleichen. Unterschiedliche Nervensysteme, unterschiedlichste Biografien, unterschiedliche Belastungen, unterschiedliche Unterstützungssysteme.
Ja, ich sage nur finanzielle Situationen, Privilegien und so weiter ne, also eine Mutter, die es vielleicht schafft keine Ahnung dreimal die Woche zum Sport zu gehen, morgens, die schafft das vielleicht, weil morgens jemand anderes bei den Kindern ist und sie das nicht abdecken muss und so weiter oder die Mutter, die also wirklich das allerschönste geputzte Haus hat, die hat das vielleicht gar nicht selber geputzt und so weiter ne. Dann vergleichen wir auch einfach diese unterschiedlichsten Familiensituationen mit den unterschiedlichsten Kindern, unterschiedliche psychische Ressourcen und Biografien, ja all das, wie sollen wir das denn objektiv vergleichbar machen?
Das ist nicht machbar, das ist doch richtig absurd, wenn man das mal so aufzählt, ja, und ich weiß, dass Menschen oft das Funktionieren anderer sehen und wahrnehmen. Aber halt oft nicht den Preis, den sie dafür zahlen zum Beispiel, oder die Privilegien, die dahinter stehen. Und dann ist es tatsächlich auch sehr interessant, das habe ich schon häufig beobachtet, wenn eine Mutter anfängt, ihre Grenzen zu spüren, wahrzunehmen und zu wahren, ja, wenn eine Mutter anfängt, Bedürfnisse auszusprechen, Ansprüche runterzuschrauben, weniger perfektionistisch zu sein.
Sich weniger selber abzuwerten und so weiter dann kann das sein, dass das andere Menschen irritiert, sagen wir irritiert so warum? Weil zum einen es Einfluss hat, natürlich auf das ganze System, ja, also die Familie ist ja ein System, das ist so ein bisschen wie ein mobile ne, und wenn die Mutter jahrelang die Person war, die alles getragen hat und immer funktioniert hat und sich selber hinten angestellt hat und das jetzt verändert. Dann wackelt das ganze Mobile und zwar richtig bedrohlich. Ja, und dann kann es sein, dass manche Menschen damit Widerstand reagieren, einfach aus einem Automatismus heraus, ja einfach weil dieses bestehende Gleichgewicht wackelt und das Angst macht und irritiert und so
ne, das ist psychologisch finde ich total nachvollziehbar und auch ein Aspekt finde ich ist die Projektion. Könnte ich mal ganz vorsichtig sagen. Also manchmal reagieren Menschen ja hart auf die Selbstfreundlichkeit von anderen, weil sie selber nie gelernt haben, freundlich mit sich selber umzugehen, ne?
Also weil wenn ich eher so eine Person bin, ne, die mit diesen Sätzen groß geworden ist, wie reißt sich zusammen Augen auf und durch Augen zu und durch Augen auf und durch ist auch schön, andere schaffen das auch, jammern nicht so rum und so weiter ne dann kann eine Person die. Gegen diese Sätze für sich selbst arbeitet und die ablegt und selbst Mitgefühl hat, die kann fast schon provozierend auf mich dann wirken. Ne, weil das wieso ein Regelbruch ist, weil sich da jemand so frei schwimmt und das vielleicht auch weh tut. Ja und deswegen also ich finde ich habe auch mit der Einhörerin geschrieben, ne die solche Sätze von ihrem Mann hört, das finde ich echt, das finde ich sehr schwierig, sagen wir es mal so. Und ich würde hab ich ihr auch
geschrieben, da unbedingt auch wirklich mal n Gespräch führen, vielleicht auch ne Mediation wählen oder so ne. Also weil das find ich schon ganz schön hart, selbst wenn ich jetzt ja sozusagen auch n bisschen auf die Punkte geguckt hab. Woher kommt das vielleicht bei anderen Menschen? Aber ganz ehrlich, wir müssen doch bitte einen an das supporten.
Ja, also in unserer Elternschaft und so, wir sitzen doch im selben Bötchen, es wär ganz cool, wenn da nicht eine Person im Boot sitzt und anfängt so zu wackeln bis es umkippt ne oder mit dem Ruder auf keine Ahnung. Auf dem Boot rumwackelt und so. Und jetzt noch mal an euch. Ja für euch selber, Euer Selbstmitgefühl muss nicht von anderen verstanden werden um legitim zu sein, das ist gar nicht notwendig, also wirklich nicht und es geht auch gar nicht darum, dass alle anderen toxisch sind oder so was ja, sondern ihr könnt auch, zum Beispiel wenn ihr dann ins Gespräch geht, ne könntet ihr auch so was sagen.
Wie wenn ihr euch da erklären wollt, ich finde ihr müsst euch gar nicht erklären, aber manchmal möchte man es ja ne, man möchte da vielleicht manchmal auch ins Gespräch gehen und ne Brücke bauen und so, dann könntet ihr sowas sagen wie du ich ich versuch gar nicht weniger Verantwortung zu übernehmen oder ich versuch gar nicht das weniger ernst zu nehmen oder ne weniger gute Mutter zu sein oder so ich versuch einfach nur nicht permanent gegen mich selbst zu arbeiten und das finde ich einen ganz schön weichmachenden Satz oder auch so was wie. Ich glaube wirklich nicht, dass herte mich langfristig zu einer stabileren, besseren Mutter macht, so Bäm. Ne, aber noch mal zu euch, ne äußere Stimmen müssen nicht zu einer inneren Wahrheit werden,
so äußere Stimmen sind einfach erst mal äußere Stimmen mit ihren eigenen Geschichten, mit ihren eigenen Rucksäcken und so weiter nicht jede Bewertung von anderen Menschen ist objektiv richtig, wirklich nicht, schon gar nicht, schon gar nicht. Auch diese Vergleiche und so ne. Was ich auch total schön finde, ist ein Satz einer guten Freundin von mir.
Die sagt immer, nicht jede fremde Stimme verdient einen Platz in deinem inneren Dialog ist das nicht schön so? Ich glaube, das können wir uns mitnehmen. Danke an meine Freunde an der Stelle und viel Kraft dafür, lasst uns, lasst uns das verändern, lasst uns nicht diese Stimmen von außen sein, das wäre doch gut, oder?
Wir sitzen doch alle gemeinsam in diesem Bötchen, lasst uns damit mal gut rüber schippern und das nicht so zum Wackeln bringen. Ich freue mich auf nächste Woche, da wird das Thema Heimweh sein, Heimweh auf Klassenfahrten, Heimweh, aber auch im gemeinsamen Urlaub zum Beispiel ne, wenn man sein Zuhause sehr vermisst und auch Heimweh, zum Beispiel bei der ersten Übernachtung bei den Großeltern oder bei der ersten Übernachtung bei Freundinnen.
Darum wird es gehen. Ich freue mich auf Mittwoch, bis dann.