Leben zwischen Arbeit und Rente· Folge 126
Partnersuche 50+: zu alt für Tinder, zu jung zum Aufgeben 1/2
Samstag, 10. Oktober 2026 · 29 min
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Shownotes
Beziehungen als Later Dater - mit Dr. Guido Gebauer 1/2
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Also es gibt natürlich nicht nur die eine Person, sondern es gibt sicherlich viele Menschen auf der Welt jetzt mit denen wahrscheinlich jeder von uns doch eine tragfähige Beziehung führen könnte. Nur müssen wir halt den Kontakt miteinander gelangen? Wir müssen auch erkennen und das fällt beim Choice Overload schwer!
Wir müssen erkennen dass das jetzt die Person ist mit der wir einen Kontakt ausloaten möchten. müssen wir die Chance ergreifen. Unser Thema heute zu alt für Tinder zum Aufgeben, die dritte Halbzeit der Liebe professionell gesehen. Mein heutiger Gast kennt sich aus damit. Dr. Gido Gehbauer in Cambridge promoviert in Psychologie seit zwanzig Jahren Datingunternehmer.
Darf ich sagen erkennt die Mechanismen moderner Partnersuche psychologisch und ökonomisch. Hallo Herr Gehbauher herzlich willkommen! Guten Tag. Ich freue mich dass ich dabei sein darf. Ich lese Ihnen jetzt mal eine Anzeige vor, die ich so fast wortwörtlich in einer überregionalen Tageszeitung gefunden habe.
Humorvoller großer Mann gesucht nicht raucher. bitte keine Wanderfotos mit Nordic-Walkingstöcken! Ich wünsche mir Gespräche auf Augenhöhe getrennte Wohnungen und jemand der emotional halbwegs aufgeräumt ist. Hat diese suchende Chancen auf dem Partnermarkt? Grundsätzlich würde ich sagen, ja insofern dass diese Kontaktanzeigen die ja stark abgenommen haben tatsächlich noch eine erstaunlich hohe Resonanz erzählen.
Ich höre das immer wieder und höre auch da so Beziehungen entstehen. Die Betreffende formuliert einen klares Beziehungsmodell, nämlich getrennte Wohnungen. Und das ist tatsächlich auch etwas was so im mittleren bis höheren Alter populär wird und insofern auch als tragfähig zu bewerten ist. natürlich gibt es auch einige Sachen die die Betreffende benennen, die eigentlich für eine Liebesbeziehung gar nicht so zentral sind zum Beispiel das Großer Mann.
Aber es handelt sich hier tatsächlich um sehr sterile Typen, Suchgetehern die bei uns allen zum Teil sehr fest eingebettet sind und sich auch in solchen Anzeigen und auch bei Dating-Plattformen immer wieder zeilen.". Das Rheingold-Institut in Köln sagt inzwischen jeder Zehnte in der Altersgruppe über fünfzig der Singer ist auf Partnersuche oder bei DATING Agenturen.
Sie betreiben ja auch eine. Wollen Sie mal kurz schildern, wie sie zum Datingunternehmer wurden? Das war nicht Ihre erste Berufung, glaube ich schon einmal vorwegnehmen.". Also die Idee entstand tatsächlich relativ früh nämlich im Psychologiestudium bei einer Vorlesung Sozialpsychologie wo im Grunde dargestellt wurde dass wenn wir andere Menschen als ähnlich wahrnehmen wir auch Sympathie für sie entwickeln.
und so entstanden die Grundidee das Internet was es ja schon gab nutzen zu können um Menschen zu finden, die eine gute Startvoraussetzung für eine Beziehung miteinander haben. Dann ist diese Idee aber ganz lange liegen geblieben. ich habe erst promoviert später habe in der Forensischen Psychiatrie gearbeitet bin gerichtsguthachter geworden.
Die Idee war latent jedoch immer vorhanden Und ich bin da auch nicht ganz allein mit der Idee gewesen. Ich hatte das halt mit Kommilitonen besprochen und eines Tages haben wir dann doch gesagt, wir möchten diese Idee vielleicht doch einmal reaktivieren oder zur Wirklichkeit werden lassen. So haben wir im Jahr zwei tausendundsechs unsere Dating-Plattformen gleichganggegründet gehabt.
In dem Jahr zweitausend sechs waren sie ziemlich früh am Markt. die großen Unternehmen Die Blüte der online Plattform ist später entstanden. Das ist richtig, da waren wir sehr früh am Markt. Die meisten natürlich dies damals schon gehabt gibt es jetzt auch nicht mehr. und vor allem diese Dating-Apps die heute den Markt des Online-Datings massiv weltweit dominieren wie Tinder etc., die gab es auch noch nicht diesen später hinzugekommen.
Ja also Dating Apps das ist nochmal eine Sonderwelt, ein ökonomisches Thema. aber erst mal will ich sie als Psychologe ansprechen. Also Matchmaking ist ja sozusagen Ihr Business, also herauszufinden wer am besten mit wem zusammenpasst. Gibt es denn da einen zentralen psychologischen Mechanismus oder den wichtigsten, den Sie da im Auge haben?
Ja, das ist natürlich jetzt in der psychologisch Forschung auch sehr umstritten durchaus und dann gibt es auch widersprüchliche Befunde und bestimmte Vorstellungen von früher so einfach mal Ähnlichkeit verbindet Und das hilft jetzt. Beziehungen im Allgemeinen, sind so in dieser Form nicht mehr gültig.
Trotzdem glaube ich kann ich schon sagen mit gutem Gewissen dass eine gewisse Grundkompatibilität in dem Sinne dass wir vielleicht nicht identisch und vielleicht auch noch nicht mal ganz stark ähnlich sind, aber in einigen zentralen Merkmalen die uns als Individuum wirklich sehr wichtig sind. Auch für eine Beziehung die Chance haben miteinander einen gemeinsamen Weg aufzubauen diese Grundkompatibilität ist jetzt.
Ja Sie sagen Grundkompatibilität. der Volksmund hat ja zwei Sprüche gleich und gleich gesellt sich gerne und Gegensätze ziehen sich an. welcher ist im Psychologischen eher? Bezüglich der Reinfragstellung, ob wir als Paar miteinander zusammenkommen, können wir schon sagen das ist der erste Spruch. Gleich und gleich gesellt sich gern tatsächlich derjenige ist, der im Grunde schon die halbe Miete ist.
Und das sehen wir zum Beispiel daran wenn wir mal analysieren wie ähnlich sind sich eigentlich Menschen also Paare, die nun bereits miteinander leben? Wie ähnlich sind sie sich am Anfang? Wie endlich sind Sie sich im Verlauf der Beziehung? oder können wir schon sehen dass über viele Faktoren wie sozialer Status Bildungsgrad Persönlichkeit etc.
pare über zufällig. eine hohe Ähnlichkeit miteinander aufweisen, als wenn wir einfach Menschen zufällig herausgreifen würden. Also hier können wir sagen zählt schon das Gleich und Gleichgesält sich gern aber – und jetzt kommt die Komplikation nur weil sich gleich und gleich gerne gesellt vielleicht auch einfach vergleichen und gleichsich kennenlernen können, weil sie nämlich gemeinsame bestimmten Räumen verkehren bedeutet es ja noch nicht dass diese Ähnlichheit wirklich die entscheidende Voraussetzung dafür ist, dass wir im Verlauf einer Beziehung miteinander glücklich werden.
Das ist eine Weitergehenung kompliziertere Frage und hier sind auch die Forschungsbefunde wesentlich uneindeutlicher. Aber was wir schon sagen können, wenn wir uns überhaupt diesen Prinzipien so verschreiben wollen dann sehen wir schon dass wenn Effekte auch eher schwach sind sie beziehen sich auf die konkreten Bereiche um die es geht trotzdem Ähnlichkeit noch eher verbindet als allgemein Gegensetzlichkeit.
Das können wir schon sagen und das ist stärker bei Faktoren wie politischen Einstellungen, auch röliösen Praktiken etc., als bei der ganz allgemeinen Persönlichkeit wie Extravasion, Nordicismus, Verträglichkeit solche allgemeine Persönlichkeitsmerkmale die sind weniger wichtig in ihrer Ähnlichheit. bezüglich der Förderung von partnerschaftlichen Beziehungen.
Jetzt sollte man ja meinen Partner-Sucher ist viel leichter geworden, weil es so viele mehr Möglichkeiten gibt. Der Online-Suche? Ist das so? Leider nicht! Leider ist es nicht. also wir sehen dass auch das zeitgleich mit dem Aufstieg der großen Dating-Plattform und auch der Dating App die Single raten tatsächlich und zwar auch derjenigen die gerne eine Beziehung möchten sinken, sondern steigen.
Also leichter geworden sein kann es insofern gar nicht? Ja woran mag es liegen? also kommen wir mal auf die psychologischen Mechanismen hinter Partnersuche, die jetzt erstmal unabhängig vom Alter gelten. da haben wir schon einmal festgestellt Es gibt manchmal so einen Effekt wenn man zu viel Auswahl hat.
das kann eigentlich dann sogar eine Last sein. Genau, und da sprechen wir vom Choice Overload. Das ist sehr gut untersucht im Rahmen der Konsumentenforschung. aber das lässt sich auch gut auf das Online-Dating übertragen und dazu gibt es auch Studien. Es gibt zum Beispiel eine Studie die hat erfasst am Anfang was sich die Teilnehmer eigentlich wirklich von einem Partner einer Partnerin wünschen Und dann wurden diesen Personen Profile vorgegeben entweder wenige Profile oder mehr Profile und sie sollten jetzt sagen, wen von diesen Personen möchte ich gerne kennenlernen und hat sich gezeigt.
Je mehr Profile den betreffenden Personen vorgegeben wurden desto stärker weichen die Ausgewählten für das Kennenlernen ausgewählen Profile von dem ab was sie betreffen sich eigentlich von Partnern oder Partnerinnen wünschen. Das heißt, dieser Choiceoverload führt auch beim Online-Dating zu schlechteren Entscheidungen und das kann sich natürlich ungünstig aussehen.
Naja wenn Sie sagen Auch beim Online Dating ist ja eine Besonderheit also Tinder, Wish & Weck sozusagen, das zahlt eigentlich auf sowas ein? Genau, der Mechanismus ist tatsächlich möglichst sehr viel Auswahl zur Verfügung zu stellen. Damit wird auch geworben und das erscheint ja auch erst mal attraktiv.
Das ist jetzt das Dilemma oder das Paradox Wir sind froh wenn wir viel Auswahlen haben Und wir glauben dann dass wir dann besonders viele Chancen haben Auch zum Erfolg zukommen. Das es sozusagen unser Glaube aber die Wirklichkeit des Menschen oder unseres Verhaltens, unserer Fähigkeiten auch auszuwählen besteht darin dass unsere Entscheidung mit wachsenden Alternativen schlechter werden.
und insofern sind diese ganzen vielen Profile so was wie eine kurzzeitige Belohnung die uns alle bei der Stange hält. natürlich aber sie führen nicht dazu das dadurch per se durch diesen vielen alternativen unsere Chancen zu einer Partnerfin steigen würden. Sie scheinen sogar eher zu singen. Also es ist schon ein bisschen kurios.
Es klingt ja so nach dem Super-Supermarkt, wo ich hundertsorten Butter zur Auswahl habe und vor lauter Auswahlen mich nicht entscheiden kann, dass das auch für so außerordentlich menschliche Themen gilt, ist bemerkenswert. Unbedingt! Das ist be merkenswert. uns geht leider so noch ein Stück weit weiter.
Das zeigen dann nämlich wiederum andere Studien, nicht nur werden unsere Entscheidungen schlechter sondern wir entwickeln je mehr Profile uns gezeigt werden und wir dann Entscheidungen treffen, nämlich entweder wir sind interessiert oder wir sind nicht interessiert. Wir lehnen ab. mit diesem Prozess der immer wieder auftretenden Abnehnung entwickeln wir eine Ablehnungshaltung ein Rejection Mindset was wir aber oft gar nicht merken.
Und jetzt fangen wir an alle Profile kritischer zu sehen und das macht es natürlich umso schwerer Jetzt die Person doch zu erkennen und mir mit ihren Kontakt zu treten wie womöglich tatsächlich zu uns passen wird. Ja, die Person würden Sie denn sagen es gibt nur diese Einzige dieses Korn im Sandhaufen das gefunden werden muss oder was.
Soll da eigentlich matchen? Wie viele Chancen hat der und die einzelne wenn er sich auf eine so geartete Suche begibt? Also es gibt natürlich nicht nur, tatsächlich nicht nur die eine Person sondern es gibt sicherlich viele Menschen auf der Welt jetzt mit denen wahrscheinlich jeder von uns doch eine tragfähige Beziehung führen könnte.
Nur müssen wir halt den Kontakt miteinander gelangen? Wir müssen auch erkennen und das fällt beim Choice Overload schwer! Wir müssen erkennen dass das jetzt die Person ist mit der wir ein Kontakt ausloaten möchten müssen wir die Chance ergreifen. Also es gibt sicherlich viele Menschen, mit denen wir grundsätzlich zusammenkommen können.
trotzdem ist die Partnerfindung an sich ein seltenes Verhalten. Das heißt, die meisten Menschen in unserem Umfeld. Die meisten Menschen, denen wir begegnen, wären für eine dauerhaft tragfähige Lebensbeziehung ein gemeinsames Lebensweg mit uns nicht geeignet. Es ist also ein seltenes Ereignis was irgendwann eintritt.
es gibt sicherlich mehrere Menschen die geeignets werden aber diese Menschen zu finden und den Moment zu erkennen und zu nutzen das ist hier Herausforderung. Partner finden, Partner matchen. Den richtigen Partner finden ist ein seltenes Ereignis. Ein einmalige Eregnis für viele. Woran erkennt denn der und die Suchende das es geklappt hat?
Wenn eine Datenkorrelation da ist, klingt so extrem unromantisch. Gibt's noch andere Indikaturen? Also letztendlich erkennen wir es natürlich tatsächlich nur im Verlauf. Ohnehin ist die Partnerwahl wirklich nur ein kleiner Teil dessen, was dann verantwortlich dafür ist ob wir in einer Beziehung dauerhaft glücklich werden oder nicht.
Es hängt ganz viel davon ab wie wir in der Beziehungen miteinander umgehen Ob wir für uns auch immer wieder neue Ziele und Herausforderungen finden offen miteinander und auch angstfrei kommunizieren können, ob wir uns für die Beziehung einsetzen oder ob wir einfach nur der Gewohnheit unseren Lauf lassen.
Insofern ist die ganz sichere Erkenntnis, die gibt es gar nicht von Anfang an und kann sich immer wieder neu im Beziehungsverlauf zeigen. aber wenn ich merke dass zu einer anderen Person, und zwar wechselseitig eine Sympathie entsteht die sich immer mehr vertieft und zu einem echten Vertrautheit führt.
Und wenn wir auch jedenfalls eine mindestens gewisse positive Anziehung vielleicht auch körperliche Anziehungen etc. miteinander erleben und sich zeigt in unseren Grundeinstellungen oder in unser Lebensphilosophien dass eine Möglichkeit eines gemeinsamen Weges, wo unsere wechselseitigen Bedürfnisse zum Tragen kommen besteht.
Dann besteht schon eine gute Aussicht das ich jetzt auch jemanden gefunden habe mit dem oder der ich jetzt längerfristig zusammen sein kann. Bisher haben wir nicht nach Alter differenziert. Jetzt schauen wir mal aber ganz besonders auf die Gruppe derer, die sage ich mal Mitte fünftig und älter sind. Gibbelten Geld?
Gilt das alles uneingeschränkt für alle oder gibt es da mit dem jahren Unterschiede? Grundsätzlich gelten diese Grundprinzipien, wie wir also auf Choiceoverload reagieren. Wie unsere Entscheidungen letztendlich gefällt werden und auf welcher Basis die Stadt finden schonen Altersübergreifen Das können wir schon sagen.
ab dem mittleren und vor allem im höheren Alter sind wir vielleicht selbst bei den größeren Dating-Plattform nicht mehr ganz so stark betroffen von einem Teil dieser Prozesse, weil tatsächlich die Anzahl der Profile schon abnimmt. Und ihre Statistik, ich glaube zehn Prozent nutzten das Online-Dating spricht dafür auch, weil das nämlich bei den jüngeren unter dreißig ein viel höherer Prozentsatz ist.
Das heißt da nimmt es schon ab hat nicht nur negative Effekte, es wird schon ein bisschen langweiliger für die, die gerne in vielen Profilen scrollen. Aber es hat auch positive Effekten nämlich dadurch sinkt auch diese Gefährdung durch Choice Overload und Rejection Mindset. Die Prozesse sind also ähnlich aber es gibt schon Alters Auswirkungen aufgrund dieser statistischen Verhältnisse.
Jetzt haben Sie mir gesagt als wir zum ersten Mal miteinander gesprochen haben das bei Ihnen um die Sechzig, also ab Mitte Fünfzig und um die sechzig mit der Größe darstellt. Ist das so dass sie sich spezialisierte Plattformen raussuchen weil sie dort eine höhere Chance vermuten? Wahrscheinlich ist es so.
Es ist tatsächlich so dass nämlich umgekehrt wiederum bei anderen sehr großen bekannten Plattform wie eben zum Beispiel Tinder. Die jungen Altersgruppen in enormem Ausmaß überrepräsentiert sind. Und das ist ja auch vielleicht nachvollziehbar, weil bei den jüngeren Menschen eben auch noch eine gewisse Unverbindlichkeit herrscht und auch vielleicht ein größeres Interesse an anderen Formen von Kontakten die jetzt nicht in einer tragfähige Beziehung unbedingt münden müssen.
Auch der spielische Charakter dadurch tatsächlich noch etwas höher ist. Das merkt die mittlere und ältere Generation letztendlich schon wenn sie dann bei solchen Plattformen sind. Und so versammelt sie sich dann letztendlich eher bei anderen Plattformen, wo dieser spielische Charakter doch deutlich reduziert ist und eher der Fokus auf die einzelne Personen kennenlernen.
Und dann auch wirklich möglichst in Begegnung treten und daraus was machen stärker Gerichte. Jetzt könnte ich mir vorstellen, dass sich mit dem Alter auch die Interessen ein bisschen verschieben. ist das so? Dass die Leiter-Data den schon im Ausdruck hat man ja auch schon mal gefunden. Dass sie anders drauf sind sage ich mal in ihrem Suchverhalten.
Ja gewisse Unterschiede gibt es da schon. Und zwar ist es eben so, dass im mittleren und auch im höheren Alter dann bei den Later-Datern diese ja schon zurückblicken auf einen, ich will immer sagen gelebtes Leben. In dem Sinne das da schon ganz viel an Erfahrung gemacht worden ist, Strukturen aufgebaut wurden man sich ein eigen Alltag aufgebaut hat.
die meisten haben jetzt auch in Partnerinnen verloren durch Trennung oder auch durch Todes fall etc. manche können das auch als ein moment nehmen jetzt aus gewissen alten strukturen oder eingefahren struktur noch auszubrechen. aber sie haben schon einen großteil ihrer identitätsentwicklung abgeschlossen und solch eine bereits nicht ganz, aber eben schon sehr stark strukturiert.
die identität die wollen wir ja nicht einfach mal so leicht in Fragestellen oder aufgeben. Und das bedeutet, dass im mittleren und höheren Alter schon sehr genau geschaut wird welches Beziehungsmodell passt zu meiner Identität. Also die wenigsten wollen noch alles aufgeben, zum Beispiel im Rahmen eines Liebels Rausches einer ganz großen Verliebtheit vielleicht die Brücken abbrechen sollen.
Die meisten stellen sich schon vor ihren Alltag ihre Lebensprinzipien jetzt weiterzuleben und das noch zusätzlich mit einer Partnerschaft zu kombinieren. Und genau das ist wohl auch der Grund warum dann im höheren Alter nochmal dieses Modell als dauerhaftes Lebensmodell Living Apart Together also getrennt wie es Eingangs in der Kontaktanzeige hieß, tatsächlich auch an Popularität gewinnt und zwar besonders bei den Frauen.
Gute Stichwort! Frauenmänner? Wir sehen das aus mit der Interesseverteilung auf dem Plattformen. Ja, auch hier unterscheiden sich natürlich also erstmal den schlechter Verhältnis und unterscheidet sich stark zwischen Plattformen. Das heißt bei zum Beispiel Dating-Apps wo sehr viel Schnelllebigkeit auf Gamification Unterhaltung sehr viele Kontaktmöglichkeiten Natürlich immer ein unmittelbarer Nähe auch im Vordergrund stehen Und eben dadurch aber auch eher kurzfristige Kontakte Auch erotische Kontakte um so eine größere Rolle spielen.
Dort sehen wir sehr vielen Männer. Im Durchschnitt könnten wir sagen, achtzig Prozent Männer, zwanzig Prozent Frauen. Und das verschiebt sich dann auf den Plattformen wo eben eher die Mittel- und ältere Generationen sich trifft zu einem ausgeglichenen Verhältnis um. bei uns sind es mehr Frauen als Männer ist jetzt nicht dramatisch aber sind mehr Frauen aus Männern und das spiegelt ja auch gewisse Interessen zu unterschiedlichen.
Ja und die demografische Lage? ganz einfach? Genau! Die demografischen Lage haben Dating-Plattformen nicht generell so einen gewissen Widerspruch. Also die sind ja, wenn sie kommerziell betrieben sind, das sind eigentlich alle dran interessiert dass die Leute möglichst lang bleiben während der Suchende wo möglich ein Interesse hat, möglichst schnell zu matchen.
Weil genau das was Atreya bringt viele Profile präsentieren, schnell präsendieren, enorme Auswahl. Gamification ist euer auch Spaß machen etc. Diese Prinzipien dienen tatsächlich nicht einer Partnerfindung sondern das sind eher diese Unterhaltungsprinzipien die dazu führen dass wir immer im Spiel bleiben Und daraus resultiert bei manchen dann auch so was wie eine innere Lehre, wenn sie plötzlich aus diesen Plattformen rausgehen und dann bleiben die dabei.
Selbst wenn Sie eine Beziehung gefunden haben daran gehen Beziehungen kaputt. das kommt erstaunlich häufig vor. umgekehrt entsteht natürlich auch beim Dating gewisserweise über ein Glücksspiel Phasen der Lehre. Dann werden diese Apps gelöscht Und an dieser Stelle wurden wir unterbrochen. Ein tropischer Sturmauflösung folgt später, aber wir klüpfen jetzt an!
Ich hatte zuletzt gefragt habe ich das richtig verstanden dass Apps wie Tinder eine Art Suchtverhalten auslösen können? Die Apps werden gelöscht und dann doch gleich wieder genutzt. Das haben sie genau richtig verstand. Dating-Apps gehören tatsächlich zu denjenigen Apps die am aller häufigsten gelösht dann wieder installiert werden.
Und der Grund dafür ist einfach, dass diese kurzfristigen Belohnungen ausgestreut werden die alle haben wollen. Daran orientieren sich die Menschen und irgendwann spüren sie aber doch diese Langeweile und diese Lehre und fragen sich was soll das eigentlich? Alles wofür habe ich meine Zeit verwenden und dann gehen Sie weg!
Und in dem Moment, das ist das Gemeine wird es schlimmer. In dem Moment wird die Lehre noch viel größer weil irgendwie wird die App als alternativ los für eine Beziehungsfindung erlebt und nun ist gar nichts mehr da. jetzt installiere sie ich wieder mache weiter. Das ist das Grundprinzip. Ja dann gibt's noch etwas was Romantik stören konnte.
Es gibt eine gewisse Ähnlichkeit in der Anwendung des sogenannten Investmentmodells auch bei romantischen Beziehungen. Das ist richtig, das Investmentmodell wenn ich es vielleicht ganz kurz mal für die Zuhörenden erläutert versucht im Grunde vorher zu sagen ob wir in einer Beziehung bleiben oder ob wir uns trennen.
Und da gibt es drei Parameter und das ist auch relativ plausibel und gut gestützt, auch empirisch. Und diese Parameter beziehen sich erst mal auf die Zufriedenheit mit einer Beziehung. wenn ich sehr zufrieden bin dann bleibe ich eher. Dann aber auch auf die Verfügbarkeit von Alternativen. gibt es jetzt ganz attraktive andere Alternatifen.
Dann sinkt meine Bindungsbereitschaft. und schließlich auf das bereits umgesetzte Investment. Wenn ich sehr viel getan habe für eine Beziehungen dann bleibe ich eher in dieser Beziehung. Wenn ich noch gar nichts getan habe, dann löse ich mich eher. wenn ich jetzt jedenfalls attraktive Alternativen habe euch nicht so zufrieden bin.
und das lässt sich auch auf Kontakt anwenden dieses Modell. Und hier tun Dating-Apps tatsächlich etwas, aber sie tun im Grunde das Gegenteil dessen was uns bindet nämlich die Stellen ständig Alternativen zur Verfügung und diese sind dann häufig auch mal attraktiv weil der Fokus wird ja auf das Äußere gelegt und da sind plötzlich noch sehr gut aussehende andere Personen und so sinkt tatsächlich überhaupt meine Bereitschaft mich auf einen Kontakt einzulassen.
außerdem entstehen Kontakte relativ einfach mit wenig Aufwand, kurze Hallo Nachrichten etc. Das Investment ist also gering was noch einmal die Richtung verstärkt dass ich gerne vom einem Kontakt zum nächsten wechseln und insofern wird diese Bindungsbereitschaft dieses Inhalt uns sagen. jetzt möchte Ich mit diesen Menschen etwas aufbauen eher untergaben.
bleiben wir mal bei den Verbindungen von Psychologie und Ökonomie bei Dating-Apps, die arbeiten ja auch faktisch mit psychologischen Belohnungsmechanismen. Der Urtyp Erfinder oder Finder sozusagen ist Skinner operantes Konditionieren heißt es. dann sind wir beim Dating inzwischen mehr Versuchspersonen als Suchende eigentlich Suchende nach Liebe aber faktisch Versuchspersonen.
Die Bezeichnung hat durchaus ihren Sinn und passt im Grunde auch in der. Gründer von Tinder. Hat es auch explizit selbst gesagt, jedenfalls nach einem Guardian-Bericht, nämlich dass er sich orientiert habe bei der Erfindung dieses Swipemechanismus an Tauben in Experimenten zum operandem Konditionel die immer weiter picken obwohl sie immer nur mal gelegentlich eine Belohnung halten.
vielleicht könnten Sie andere Dinge tun und würden die gleiche Menge am Belohnungen erhalten. Und das ist so ein bisschen das Ziel auch dieses Swiping-Mechanismus, jedenfalls nach seinen Worten. Nämlich dazu beizutragen, dass die Menschen einfach immer weiter swipen. und der Mechanismus wird benannt in der Lerntheorie als intermittierende Verstärkung.
Das bedeutet es gibt Belohnung. Ich true etwas damit ich Belohnung erhalte. Diese Belohnungserfolgung aber nicht zuverlässig, sondern immer mehr ab und zu! Und so bleibe ich im Grunde dabei in der Hoffnung vielleicht beim nächsten Mal ist es wieder soweit und dann bekomme ich eine Belohnungen und dadurch wird ja auch dieser Suchtmechanismus genährt.
Und dadurch beginne ich mich dann so zu verhalten, genau wie diese Tauben in diesen Experimenten zu konzentrieren und bleibe immer dabei. Und in gewisser Weise sind wir sogar ganz real Versuchsobjekte. jetzt kommt zum Beispiel die künstliche Intelligenz dazu. Im Grunde ist das ja auch ein Experiment.
was geschieht jetzt mit zwischenmenschlichen Beziehungen? Das werden wir sehen! Das wissen wir noch nicht ganz. aber ihr wisst sie wird bereits in diesen System genutzt und die Systeme selbst probieren es natürlich heraus. Die probieren einfach aus welche Features, welche Mechanismen dazu beitragen dass sie letztendlich das Gut monetarisieren können, dass sie gut verdienen.
Und diese Monetarisierung ist natürlich nicht an der Beziehungsfindung orientiert sondern eben daran, dass die Leute Zweipen oder andere Aktivitäten durchführen, die dann monetarisiert werden können. Also der Weg von Toteltäubchen zu Versuchstäubchern kann recht kurz sein. Das haben wir sehr plastisch dargestellt.
Es gibt ja noch so ein Widerspruch in sich. Der suchende oder die suchende Person möchte vermutlich möglichst schnell Erfolg, liegt in der Natur der Sache und die Plattformen oder der Unternehmer hatten Interesse daran dass sie möglichst lange dabei bleiben also möglichst lange suchen und das wird auch ausgespielt.
Genau hier gibt es natürlich eine Diskrepanz- oder ein Interessenskonflikt zwischen dem Monetarisierungsziel Das ist ja das Ziel der Plattform und daran orientieren Sie sich auch in Ihrer Entwicklung, in Ihre Auswertung und in den neuen Features. Und dem Beziehungsziel der Nutzenen. da ist ein Widerspruch nicht glaube ich.
es wäre wirklich auch naiv zu glauben dass ein solcher Widerspruch sich dann überhaupt nicht in der Realität widerspiegeln würde. wir müssen also nicht davon ausgehen dass da böse einzelne Personen sitzen extra eine Plattform konstruieren, damit die Leute keine Beziehung finden. Das ist glaube ich nicht der Fall!
Aber sie stellen Plattformen zur Verfügung, evaluieren und optimieren die einfach daran ob Sie dann sehen dass da auch finanziell für sie möglichst viel herumkommt. und nur wenn sie das tun, nur diese Optimierung an den Einnahmen führt bereits dazu, dass letztendlich das Interesse der Nutzen gar nicht im Vordergrund stehen kann.
Je effektiver und zeitökonomischer die Plattformen jemand wirklich eine feste Beziehung vermitteln, desto stärker schaden sie ihren Beziehungsinteresse. nicht uninteressanter im Gegenteil. Bis dahin macht's gut, danke! Tschüss.