
Mikro trifft Makro - Das Finanzmarktgespräch
Sonderserie Start? Klar! - Folge 1: Ausblick 2025
Montag, 6. Januar 2025 · 25 min
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Shownotes
Politische Börsen werfen ihre Schatten voraus
2024 ist Geschichte und hielt vor allem am Jahresende einige Überraschungen und Großereignisse bereit. Das Ampel-Aus und die US-Wahl beherrschten die Medien. Die wirtschaftlichen Probleme in Deutschland und auch in anderen Staaten in Europa machen vielen Menschen Sorgen. Dennoch eilte der DAX Anfang Dezember zu einem neuen Hoch. Was hielt 2024 bereit und wie wird sich die Weltwirtschaft 2024 entwickeln? Darüber spricht Dirk Huesmann mit Joachim Schallmayer aus der volkswirtschaftlichen Abteilung der DekaBank.
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Hallo und herzlich willkommen zu dieser Sonderei hier im Podcast "Mikrotrift-Marco". Unter dem Motto "Start" – klar, auf ins neue Börsenjahr – stellen wir zu Beginn des Jahres auf dk.de allen Interessierten eine Podcastreihe zur Verfügung, die einen dezidierten Blick auf die einzelnen Anlageklassen, also Aktien, Renten, Immobilien, gemischte Konzepte wirft, aber auch eben so ein bisschen Überblick gibt über die volkswirtschaftlichen Entwicklung des letzten Jahres, aber eben auch den Blick immer nach vorne richtet in die Zukunft.
Und in den nächsten Tagen erhalten Sie auch hier im Podcast "Mikrotrift-Marco" diese Folgen exklusiv ausgespielt. Ich wünsche Ihnen dabei viel Spaß, die sind natürlich ein bisschen anders als die normalen Folgen von "Mikrotrift-Marco", sind auch deutlich kürzer. Und eins kann ich Ihnen aber schon versprechen, die sind nicht weniger interessant.
Viel Spaß beim hören und wir hören uns am bald wieder zur regulären Folge. Ich begrüße Sie zu unserer Podcastreihe rund um die verschiedenen Anlageklassen. Ich bin der Kussmann und werde mit Expertinnen und Experten auf die verschiedenen Entwicklungen in den Anlageklassen im Jahr 2024 blicken, aber vor allem auch über die Perspektiven in der näheren Zukunft sprechen.
2024 war ein gutes Kapitalmarkt. Aktien sind im Plus, der DAX startete am 2. Januar bei 16.769 Punkten und hat nur ca. 11 Monate später, nämlich am 3. Dezember, die Rekordmarke von 20.000 Punkten geknackt. Die Zinsen sinken zwar, sind aber immerhin noch da und das ist gut für Anleihen und Rentenfonds.
Insgesamt könnte man denken, eigentlich doch alles im Butter, oder? Naja, gerade in Deutschland stehen einige Branchen unter Druck und gegen Jahresende gab es dann noch zwei Großereignisse, die zum Teil auch heute noch ihre Schatten vorauswerfen. So startet auch das Jahr 2025 mit politischen Themen und strukturellen Herausforderungen.
Welche Perspektiven sich nun in 2025 aus volkswirtschaftlicher Sicht bieten? Darüber spreche ich heute mit Joachim Schallmeier aus der volkswirtschaftlichen Abteilung der Dekabank. Hallo und guten Morgen Joachim. Ja, schönen guten Morgen. Hallo. Also, 2024 ist zum Zeitpunkt unserer Aufnahme ja so gut wie vorbei, kann man sagen.
Was wäre denn dein bzw. euer Fazit? Immerhin gab es ja jetzt nochmal zwei Knallerthemen mit US-Wahl und Ampel aus, kurz vor Jahresende. Wie würdest du das Jahr so aus eurer Sicht zusammenfassen? Ja, 2024 war ein Jahr von großen Umbrüchen vor allen Dingen. Du hast es schon in der Anmoderation erwähnt.
Weltpolitik und Weltwirtschaft wirklich strukturelle Veränderungen. Das Ausmaß an internationalen Gegensätzen und Konflikten ist hoch. Wir haben eine veränderte Struktur des Weltwandels. Es ist aber nicht nur die Geopolitik oder die fragmentiertere Weltwirtschaft, sondern wir haben ja auch weitere Begleiterscheinungen.
Wir haben den technologischen Wandel mit dem Plattform Technologieunternehmen, künstliche Intelligenz, all diesen Themen. Wir haben demografische Herausforderungen. Wir haben bei uns die Loslösung von fossilen Energien, den Wandel auf eine nachhaltigere Wirtschaft. Ja, all diese Themen plus natürlich die große Spaltung in vielen Teilen der Gesellschaft, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und auch in Deutschland, was das politische und gesellschaftliche Miteinander anbelangt.
Also wirklich große Umbrüche in vielen Dimensionen und die Finanzmärkte hat das Ganze nicht gekümmert. Wir haben hervorragendes Anlagejahr gehabt an den Aktienmärkten und damit ist 2024 vor allen Dingen eins, nämlich ein Jahr von großen Kontrasten. Nun schauen wir Richtung 2025 und da liegen ja eigentlich noch ein paar Themen aus den eben genannten Ereignissen vor uns.
Also wenn wir mal anfangen, am 20. Uhr erfolgt die Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident, da kann er dann eigentlich erst so richtig loslegen. Auch wenn man das Gefühl hat mitunter, naja, der tritt ja jetzt schon auf der Weltbühne auf, als wäre er schon der Präsident. Beiden tritt Gefühl schon so ein bisschen einen Schritt zurück bei großen Ereignissen.
Ja und im Februar dann Bundestagswahl und da werden wir aller Voraussicht nach, also davon geht man zumindest heute aus in absoluten Regierungswechsel in Deutschland sehen. Lass uns mal auf die USA schauen. Da liegen ja schon ein paar Themen auf dem Tisch, insbesondere das Thema Zölle. Das belastet irgendwie weltweit alle und jeder macht sich darüber Gedanken, was heißt denn das jetzt?
Was kommt da auf uns zu? Ja also Trump ist natürlich das Thema nicht nur im 2024, sondern wird natürlich auch das Thema für 2025 werden. Zunächst mal muss man sagen, zum Glück ist das alles ja erstmal reibungslos vonstatten gegangen. Wir hatten ja auch ganz andere Szenare, im Kopf knappe Wahlausgänge und all die Themen.
Jetzt haben wir einen sehr reibungslosen Übergang. Wir haben in das reibungslose Amtsanführung haben auch die Nominierung der bisher herrigen Kabinettsmitglieder. Ist nicht so, dass man damit nicht zurecht kommen würde. Also auch da sieht man, dass viele Dinge dann doch etwas pragmatischer angegangen werden.
Das erwarten wir am Ende des Tages auch bei dem Thema der Zölle. Da ist ja jetzt im Vorfeld viel Spekulation natürlich auch angetrieben durch die radikalen Aussagen von Donald Trump selber. Aber auch da werden wir sehen, dass wir am Ende des Tages sicherlich nicht diese maximal Zoll-Antrohung dann auch umgesetzt sehen.
Also wir rechnen jetzt erstmal damit, dass wir eine generelle Anhebung der Zollsätze gegenüber China sehen von 10 Prozentpunkten. Das ist auch etwas, was wir in unseren Prognosen jetzt schon enthalten haben. Das macht aber keinen wirklich sehr großen Unterschied für das Wachstum in den USA. Kritischer wäre wirklich die Androhung von starken Zoll-Anhebungen von 25 Prozentpunkten.
Da steht ja im Raum gegenüber Mexiko und Kanada und zwar schon ab dem ersten Tag seiner Amtszeit ab dem 21. Januar. Und das hätte dann natürlich schon eine spürbare Wirkung, denn Mexiko-Kanada sind die wichtigsten Handelspartner für die USA. Das hätte nicht nur eine sehr bremsende Auswirkung auf die US-Wirtschaft, ungefähr knapp ein Prozentpunkt an Belastung, sondern auch Auswirkungen auf die Inflation.
Das ging nämlich auch mit einem knappen Prozentpunkt-Inflationsschub einher. Also das hätte massive Auswirkungen. Deswegen muss mal schauen, ob das dann wirklich in der Breite so umgesetzt wird oder ob am Ende des Tages natürlich dann auch die wirtschaftlichen Interessen dann auch dominieren werden. Und eben diese Maximalforderungen jetzt erstmal in Form von einem Deal, um sozusagen die Gesprächsparten an den Tisch zu zwingen und sich da eine gute Ausgangsposition zu begeben, dass es also eine Drohung ist, dass es eine Verhandlungstaktik ist und am Ende des Tages nicht beabsichtig ist, wirklich flächendeckend diese hohen Zollsätze dann auch umzusetzen.
Grundsätzlich, das noch zum Abschluss, darf man bei all diesen Themen nicht vergessen, dass die USA insgesamt in der hervorragenden wirtschaftlichen Ausgangslages sind. Für das Jahr 2025, die Wirtschaft ist erneut stärker gebachsen als gedacht. Also wir haben da wirklich eine gute Ausgangslage. Ökonomisch, man ist militärisch in einer guten Ausgangslage, man ist auch was die Rohstoffunabhängigkeit anbelangt in einer guten Ausgangslage.
Und am Ende des Tages auch, was die Positionierung der Unternehmen anbelangt. Also alle wichtigen technologisch dominanten Unternehmen sind in den USA beheimatet und das bringt natürlich einfach die USA in eine hervorragende Ausgangslage. In Deutschland werden wir wahrscheinlich ja auch von den Zöllen betroffen sein, zumindest in Teilen dürfte vor allem die Automobilindustrie betroffen sein von dem Thema Zölle.
Denn da stehen ja auch einige Werke wohl in Mexiko von Autos, die dann direkt in die USA gehen. Also ich meine BMW hat da beispielsweise ein Werk, ich weiß nicht ob man das sieht, das dort produziert. Aber da passiert einiges und ja die deutschen Autobauer sind ja eh schon so ein bisschen gebeutelt, was die aktuelle Situation angeht.
Und wir haben sowieso irgendwie ein Standortproblem in Deutschland. Wird so ein Thema nicht das ganze Thema Automobilindustrie und Standort Deutschland nochmal weiter verschärfen oder trifft die das gar nicht so sehr? Auf jeden Fall. Also die deutsche Volkswirtschaft steht vor immensen Herausforderungen und mit der Wahl von Donald Trump sind die noch größer geworden.
Automobilindustrie, was angesprochen, das ist natürlich nach wie vor extrem wichtig für die deutsche Volkswirtschaft insgesamt. Die hohe Abhängigkeit von der Automobilindustrie wird damit auch zu einer Gefahr für die deutsche Volkswirtschaft. Aber auch die hohe Abhängigkeit von den ganzen Zulieferbranchen, damit verbunden sind.
Und diese externen Faktoren sage ich jetzt mal, die eben durch Donald Trump dann nochmal verschärft werden, da kommen auch alle internen Entwicklungen dazu. Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist insgesamt ein Sanierungsfall. Das muss man ganz klar so sagen. Das heißt, wir haben kaum mehr die Fähigkeit wirklich wachstum zu generieren mit der Aufstellung unserer Volkswirtschaft.
Wir wachsen jetzt schon das zweite Jahr in Folge nicht mehr. Im Gegenteil dieses Jahr werden wir sogar leicht schrumpfen. Das heißt, wir haben große Rückstände international gesehen, was die grundsätzliche Aufstellung anbelangt, Infrastruktur, Technologie, Innovationen der Unternehmen und eben dieser einseitigen industriellen Ausrichtung, die jetzt dann zusätzlich durch die externen Entwicklungen nochmal zusätzlich unter Druck kommt.
Und das wird Spuren hinterlassen. Wir sind, was die Prognosen anbelangt, eben sehr zurückhaltend sicherlich sogar der Gefahr unterlegen, dass wir nochmal ganz leicht nach unten revidieren müssen und das, wo wir eben jetzt schon kein Wachstum haben. Also wie gesagt, minus 0,2 jetzt im abgelaufenen Jahr, nur plus 0,2 in 2025.
Also wir liegen einfach ohne Wachstum an der Nullinie und das, wo gleichzeitig die Welt an uns vorbei wächst und das ist das eigentlich dramatische dabei. Ja, jetzt haben wir Deutschland auf der einen Seite mit seinem Standortproblem. Aber es geht ja noch weiter, denn die zwei größten Volkswirtschaften in Europa haben eigentlich so ein kleines Problem.
Also Deutschland hat das Standortproblem, das wirtschaftliche Problem. Aber Frankreich hat noch mal ein ganz anderes Problem. Da haben wir jetzt schon wieder eine Regierungskrise aufgrund der Haushaltskrise, aufgrund der Verschuldungskrise in Frankreich. Also man hat sehr viel Kredit aufgenommen. Ja, da kann man sich natürlich überlegen, steht Europa und damit vielleicht auch Euroland, vielleicht da an so einem Scheideweg aktuell, wenn die zwei größten und wichtigsten Partner dieses Zusammenschlusses am Straucheln sind.
Oder schaffen wir das irgendwie aufgrund der globalen Aufstellung, die die Unternehmen auch haben, da irgendwie aus eigener Kraft wieder rauszukommen als europäische Gemeinschaft? Ja, also wir stehen vor immensen Herausforderungen als Volkswirtschaften insgesamt. Die Unternehmen am Ende des Tages, das hat man ja sehr oft, das haben wir ja auch in den letzten Jahren eindrucksvoll gesehen, dass die Unternehmen wesentlich flexibler und schneller agieren.
Aber die Volkswirtschaften in ihren Strukturen können das natürlich weniger schnell. Und dementsprechend haben wir mit der Schwäche in Deutschland, wir produzieren kein Wachstum mehr, natürlich schon mal ein Kernland, was sich schwer tut. Und in Frankreich dürfen wir nicht vergessen, dass das Wachstum, was in Frankreich höher ist, aber natürlich auch durch große fiskalische Impulse begünstigt wurde.
Das gilt ja im Übrigen auch für Italien und Spanien. Also wir haben ja deutlich höheres Wachstum in den Ländern, aber wir haben auch deutlich höhere Fiskalimpulse gehabt in diesen Ländern. Und die werden natürlich auch noch ein Stück weit zurückgehen. Wir haben etwas mehr Wachstum in der Eurozone, etwas über ein Prozentwachstum im nächsten Jahr, unsere Erwartung nach.
Aber es ist keine Wachstumsdynamik, sondern diese fiskalischen Impulse werden zurückgehen. Wir haben politische Themen, die uns begleiten werden und wir haben natürlich angespannte Lagen in fast allen Ländern des Euro-Raums, ja eigentlich mit Ausnahme von Deutschland. Und da ist dann eben die Hoffnung, dass sich da im nächsten Jahr auch etwas tut, dass man also hier an die Schuldenbremse dann auch rangeht, in gemäßigter Form, nämlich in einer Art und Weise, dass man sagt, ja, wir weichen das auf zu Gunsten von notwendigen Investitionen.
Und das wäre natürlich dann sogar ein positiver Aspekt auch. Wobei das tatsächlich eine große Herausforderung wird, muss man mal sagen. Also irgendwie zu sagen, na ja, was sind denn jetzt notwendige Ausgaben im Staatshaushalt, das zu definieren, das wird ja auch wahrscheinlich eher so ein Kompromisspfad werden, den man da gehen muss, weil am Ende sagt man natürlich, natürlich ist das jetzt wichtig, dass wir das jetzt machen und natürlich ist es jetzt wichtig, dass wir dies realisieren und das machen und birgt natürlich auch da die Gefahr, dass, wenn man mal im Bild bleibt, sich die Schleusen öffnen und vermehrt Verschuldung aufgenommen wird.
Das ist überliegend die große Gefahr. Wir haben gerade jetzt vor allem immer nach Frankreich schauen, wir haben Staatsdefizite von 6 bis 7 Prozent und mit jetzt dem Haushalt, der ja nicht verabschiedet werden kann, sondern erst mal weitergeführt wird ins nächste Jahr hinein. Und natürlich brauchen wir da auch Sparanstrengungen.
Auf der anderen Seite haben wir aber auch den Raum eben gerade auch in Deutschland eben höhere Investitionen durchzuführen. Und ich glaube, da besteht schon ein großer Konsens, dass man nicht leichtfertig diese Schuldenbremse aufweicht, aber durchaus etwas mehr Flexibilität da handhaben möchte. Solange man sieht, dass zusätzliche Verschuldung tatsächlich auch in Investitionen fließen, die dann auch uns zukünftig in eine bessere Position bringen, auch hier wieder wettbewerbsfähiger international zu sein.
Ich glaube, das ist das Entscheidende und da ist der Konsens schon da. Und solange eine gewisse Aufweichung vor dem Hintergrund dieser Verwendung stattfindet, dann ist es durchaus was, was positiv für die Volkswirtschaft ist und auch positiv von den Kapitalmärkten aufgenommen würde. Ja, dann lass uns euch erstmal nach vorne schauen, wenn wir so ein bisschen in Richtung 2025 schauen.
Du hast jetzt sehr viele Herausforderungen genannt. Wenn wir im Kontext Geldanlage reden, reden wir immer sehr global. Also das ist ja immer das global breit diversifizierte Portfolio, was wir auch vor Augen haben, wenn wir über Geldanlage und Investmentsfonds reden. Schauen wir mal darauf, wie seht ihr denn die Welt 2025?
Also was sind die AGO-politischen Hotspots vielleicht, die man im Blick haben muss? Oder was sind auch die Themen, die politisch vielleicht Zündstoff bergen könnten? Ja, zunächst einmal die wesentlichen Trends aus dem letzten Jahr. Die sind weiter intakt und da muss man klar auf die Störfaktoren hinweisen.
Also Rivalitäten auf der internationalen Bühne. Die werden weiter sich fortsetzen. Damit haben wir auch mit einem Störfeuer der Geopolitik zu rechnen für Unternehmen und Märkte und auch weiter mit einer Regropierung der Weltwirtschaft. Also diese Blockbildung, die wir insgesamt haben, wird sich verfestigen und damit natürlich auch die Verteilungskämpfe und die wohlhabende Volkswirtschaften haben natürlich auch zusätzlich mit dem demografischen Wandel zu kämpfen.
Also all diese Lasten bleiben uns erhalten. Aber und das ist ein ganz wichtiges und großes, aber wir haben auch wichtige Themen, was den produktivitätsteigernden technischen Fortschritt anbelangt, die Digitalisierungsthemen. Wir haben global, das darf man ja nicht vergessen, ein stetiges Wachstum gehabt, die letzten zwei Jahre und erwarten es auch für die nächsten zwei Jahre.
Wir haben ein global stetiges Wachstum bei insgesamt ja doch einer kontrollierten Inflation wieder. Und ich glaube, das ist wichtig, wenn man sich all diese Risikotämen, die wir ja auch eingangs besprochen haben vor Augen führt, dass wir zugrunde liegend eben diese stabile Weltwirtschaft haben, dass wir eine vernünftige Inflation haben, dass wir damit nicht nur ein hohes reales, sondern vor allen Dingen ein hohes nominales Wachstum haben.
Und das bildet nun mal die Grundlage für dann auch ein solides Gewinnwachstum der Unternehmen. Und dementsprechend ja weiter große Risikofaktoren, verunsichernende Faktoren, Geopolitik und all diese strukturellen Themen, aber eben auch auf der anderen Seite diese stabile Weltwirtschaft und die Erfahrung vor allen Dingen aus den letzten Jahren, muss man ja schon sagen, seit Ende 2019 im Grunde genommen Corona-Krise, Krieg in Europa, Rohstoffpreisexplosion und all die Themen und die Erfahrung, dass die Unternehmen insgesamt durch diese Krisenmomente dann doch relativ gut hindurchkommen, anpassungsfähig sind.
Diese Anpassungsfähigkeit werden Sie bei allen Herausforderungen, die wir von den Rahmenbedingungen auch in 2025 haben, erneut unter Beweis stellen. Du hast jetzt gerade Rohstoffe erwähnt, das ist auch ein ganz spannendes Thema. Das hatten wir eigentlich noch gar nicht so auf dem Zettel bisher. Wie geht es denn weiter bei den Rohstoffen?
Also wir haben ja einmal das Öl, das ist ja immer noch sehr, sehr wichtig für die globale Wirtschaft und wir haben auf der anderen Seite, würde ich vielleicht nochmal rausgreifen, das Gold, das ja auch immer für Anlegerinnen und Anleger so ein bisschen im Fokus steht. Wie sieht es denn da aus, wie ist da eure Einschätzung, wie geht es da weiter, wie wichtig werden die Rohstoffe bleiben und was wird auch preislich vielleicht passieren, sofern man das überhaupt schon abschätzen kann heute?
Ja, die Rohstoffe sind vor allen Dingen ein Gradmesser für geopolitische Unsicherheit. Beim Öl vor allen Dingen ist es ja immer der Gradmesser, wann wird so die Schwelle überschritten, dass die Weltwirtschaft dann wirklich auch gebremst wird. Also wir hatten es ja viel jetzt auch in den Nahostkonflikt gehabt, wo man immer wieder auf das Öl geschielt hat und das Öl erstaunlich wenig Reaktion gezeigt hat, weil die Konflikte eben die globalen Handelströme und das globale Wirtschaften nicht in Gefahr gebracht haben.
Und dementsprechend hat der Ölpreis trotz aller geopolitischen Konflikte kaum reagiert und das ist positiv und ist natürlich auch etwas, was man im Jahr 2025 im Auge behalten muss. Ich habe eine gute Idee genommen, wir haben eine gut versorgte Weltwirtschaft mit Öl grundsätzlich, also wir haben eher das Thema, dass die OPEC auch weiter Produktionskürzungen durchführt, damit der Ölpreis nicht ganz so deutlich absinkt, also dass man hier so eine untere Schwelle hält, das ist also eigentlich ein ganz gutes Umfeld und es bleibt dann Gradmesser für alle globalen Konflikte.
Wenn man im Ölpreis sieht, dass der stark ansteigt, dann ist es auch immer ein Grund, nervös für die Weltkonjunktur zu werden. Beim Gold haben wir den Aspekt, dass wir eine strukturelle Nachfrage von vielen Volkswirtschaften gerade aus den Schwellenländern haben, die dürfte anhalten auch weiterhin und für ein Anlageportfolio gilt unverändert, dass Gold einfach einen stabilisierenden Einfluss hat und damit auch in einer insgesamt doch weiterhin unsicheren Zeit auch mit einem gewissen Prozentsatz, das sollte maximal 5% sein, dann auch in einem gut diversifizierten Portfolio natürlich sein Platz hat.
Ja, dann lass uns Last but not least nochmal auf das eine Megathema werfen, was uns seit ja ich würde sagen 2 bis 3 Jahren fast beschäftigt hat. Das ist auf der einen Seite die Inflation und auf der anderen Seite die Zinsen. Wir haben eine enorm hohe Inflation gesehen, also die ich so in meinem Leben bisher noch nicht erfahren durfte.
Wir haben auf der anderen Seite einen enorm schnellen Zinsanstieg gesehen, den gab es auch so bisher nicht. Auf der anderen Seite sehen wir jetzt, dass die Zinsen leicht wieder sinken. Wir sind eure Aussichten in dem Kontext Zinsen Inflation für 2025. Die Inflation hat sich insgesamt doch deutlich beruhigt, das muss man klar so sagen, diese Spitzen, die wir hatten mit Inflationsraten in einzelnen Monaten von über 10%, das ist alles wieder in normaleres Fahrwasser gekommen und dort wird sich die Inflation auch im Jahr 2025 bewegen in einem normaleren Fahrwasser.
Das heißt nicht mehr diese deflationären Tendenzen, die man ja auch über viele Jahre hatten, wo wir dann deutlich unter 2% Inflationsraten hatten, sondern eher ein bisschen höher, aber eben wieder in einem normaleren Fahrwasser. So und das ist erstmal die Grundvoraussetzung dafür, dass die Geldpolitik sich auch wieder normalisieren kann.
Der Startpunkt ist ja im laufenden Jahr 24 gefallen für die Normalisierung der Geldpolitik und das wird sich auch im nächsten Jahr fortsetzen, vor allen Dingen hier in der Eurozone. Also die EZB wird jetzt wirklich Schritt für Schritt die Zinsen immer wieder mit kleinen Schritten, 25 Basispunkte aber eben kontinuierlich nach unten nehmen, sodass wir da Mitte nächsten Jahres dann wirklich beim Einlagensatz wieder bei 2% sind.
Das geht jetzt relativ zügig. Das liegt vor allen Dingen daran, dass einfach der wirtschaftliche Ausblick einfach unsicherer ist und schwächer ist als in vielen anderen Volkswirtschaften. Vor allen Dingen wesentlich schwächer ist als in den USA und deswegen kann sich die FED auch etwas mehr Zeit lassen hier aus der restriktiven Geldpolitik rauszugehen.
Wir gehen davon aus, dass man da im nächsten Jahr dann auch zwischenzeitlich erstmal pausiert, um auch erstmal abzuwarten, wie denn das konkrete wirtschaftliche Programm von Donald Trump dann aussehen wird. Aber die US-Notenbank hat weniger Eile mit den Zinssenkungen. Die EZB wird da deutlich schneller voranschreiten.
Insgesamt heißt es für unsere Anlegerinnen und Anleger natürlich wer am Geldmarkt, also in kurz laufenden Renten, Papieren investiert ist. Für den sind das keine guten Nachrichten, denn da wird sukzessive im nächsten Jahr natürlich die Verzinsung nach unten gehen. Deswegen ist es umso wichtiger, sich hier auf diese niedrigeren Sparzinsen dann frühzeitig einzustellen und Anlagealternativen zu suchen.
Und die gibt es ja weiterhin vor allen Dingen zum einen in etwas riskanteren Bereichen, im Anleihbereich, Unternehmensanleihen, Hochzinsanleihen, Schwellenländeranleihen für uns die aussichtsreichsten Anlageform am Anleihemarkt. Oder eben unverändert auch am Aktienmarkt vor allen Dingen. Ich glaube, jetzt haben wir einen ganz guten Rundumschlag geschafft.
Wir haben auf alles einmal drauf geschaut, so wie es sich weltwirtschaftlich aus Deutschland, Europa, was machen Zinseninflation, was machen die Rohstoffe. Also dafür erstmal vielen Dank für die vielen Einblicke und Ausblicke, die du uns heute hier geliefert hast. Und dann Sie an den Geräten draußen, vielen Dank fürs zuhören.
Hören Sie auch gerne in die anderen Podcasts unserer Reihe rein. Die finden Sie ganz einfach auf dk.de oder Sie abonnieren unseren Podcast "Mikrotrift Makro". Da spreche ich alle zwei Wochen. Mit dem Chefvolks wird der DK Bank Dr. Ulrich Kater, das ist der Kollege von Joachim. Und da beleuchten wir eigentlich genau das, was wir eben auch hier gemacht haben.
Wir schauen so ein bisschen auf die Weltmärkte und ordnen das ganze Geschehen dort ein, erklären auch die eine oder andere Begrifflichkeit. Und diesen Podcast können Sie kostenfrei überall abonnieren, wo es Podcast gibt und auch bei Spotify hören. Das war es von uns für heute. Vielen Dank fürs zuhören.
Machen Sie es gut. Tschüss. Dieser Podcast wurde zu Werbezwecken erstellt und enthält nicht alle für den Erwerb der etwa hier dargestellten Finanzinstrumente relevanten Informationen. Insbesondere stellt er wieder ein Angebot noch einer Anlage Beratung seitens der DK Bank dar. Alle Angaben wurden sorgfältig zusammengestellt, teilweise unter Verwendung von Daten aus Drittquellen.
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