NZZ Akzent· Folge 1659

Ebola-Epidemie: Dr. Kalanzi kämpft an der Grenze Ugandas

Montag, 31. August 2026 · 16 min

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Shownotes

Im Kongo wütet eine rasant wachsende Ebola-Epidemie mit tausenden Infizierten und zahlreichen Todesopfern. Um ein Übergreifen des tödlichen Virus auf das benachbarte Uganda zu verhindern, führt Dr. Apollo Kalanzi vom ugandischen Gesundheitsministerium strenge Kontrollen in grenznahen Krankenhäusern durch. Afrika-Korrespondent Samuel Misteli hat den Arzt vor Ort begleitet und berichtet von den enormen Herausforderungen im Grenzgebiet.

Host: Simon Schaffer
Redaktion: Sarah Ziegler

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Dieser Podcast wird präsentiert von der SBB. Wir chauffieren sie täglich direkt nach Bologna, Meiland und Venedig – dorthin wo die Abende länger sind. Dr. Apollo Calanze ist unzufrieden. Er zeigt auf zwei Mülleime im Spital einen roten und schwarzen. Die gebrauchten Spritzen, die im schwarzen Eimer liegen, hätten eigentlich in den roten gehört.

Und außerdem hat der schwarze Eimer keine Mülltüte und einen Deckel haben beide nicht. Das alles erhöht das Infektionsrisiko.". Dieses Spital in dem wir uns da befinden, Samuel liegt in Uganda an der Grenze zum Kongo. Und du warst damit dabei mit dem strengen Dr. Kalansi? Warum wart ihr gerade dort? Ich war da weil dieses Spital quasi die erste Verteidigungslinie ist gegen Ebola im Kongo gleich auf der anderen Seite der Grenzen.

Da wütet die schnellstewachsende Ebola-Epidemie, die sie je gab und es gibt Bisher. in dieser Epidemie, die im Mai bekannt geworden ist gegen sechstausend Infizierte sind mehr als zweitausendfünfhundet Menschen schon gestorben. Aber auf der anderen Seite in Uganda gibt es zurzeit keine Infizierten und Dr.

Kalanzi, der ist vom Gesundheitsministerium Ugandas, er ist in die Regionen an die Grenze geschickt worden damit das so bleibt. Und es ist nicht nur der Mülleimer, den ihm das Sorgen macht im Spital. Im Kongo escaliert die Ebola-Epidemie. Dr. Apollo Galanzi soll im Nachbarland Uganda verhindern, dass das Virus die Grenze überquert.

Afrika-Korrespondenz Samuel Misteli war mit ihm unterwegs vor Ort – ich bin Simon Schaffer! Wie war das in dem Spital mit ihm? Es war ein bisschen unangenehm zum Teil, weil wir daneben ihm standen werden, der ständig die Leute zusammengefaltet hat. Also es ist ein kleines Spital. das hat ein knappes Dutzend vielleicht angestellte Trägerinnen und Doktor Kalansi mit dem wir da besucht haben, der hat diesen Rundgang gemacht.

Er ist durch die Gänge gegangen, wo er diese Abfalleime entdeckt hat. Der hat sogar die Toiletten inspiziert und sie für nicht gut befunden. Und unter dem Strich seinen Fazit war immer ... Die Leute sind lasch geworden, nachlässig geworden, nicht mehr wachsam genug und nicht bereit, wenn Ebola über die Grenze kommt.".

Wir waren auf der Geburtenabteilung, da hatte ein Behälter entdeckt. Der Blutfisch mehr war, was logischerweise auch infektiös sein kann... Im Labor, wo auch Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten wurden. Wir waren in einer Art Kühlraum und die Temperaturanzeige des Kühlschankes nicht funktioniert hat, wo Impfungen drin waren.

Wir haben eine neue Verbrennungsanlage gesehen für infektiosen Abfall aber die eigentlich fertig war noch nicht im Betrieb. Er macht immer so ein bisschen Schule mit ihnen. Oder er sagt, okay und das ist jetzt so? Wie ist das? Und dann müssen sie antworten die Amkele Ja ganz genau also. mich hat sehr stark an Schullehrinne Dann einen sehr strengen Lehr der sehr schwer zufriedenzustellen ist und die Leute saßen auch da am Ende wie geschuldene Schulkinder.

Er hat auch immer wieder getroht, dass sie eigentlich mit ihm noch Glück hätten. Dass wenn da ein Minister käme und sehe wie lasch sie damit sein, dass er die verhaften lassen würde.". Was denkst du? War alles so lasch? Wie hast Du das wahrgenommen?". Nein, das sind sicher einige Dinge die nicht ganz sauber waren.

Nicht ganz optimal funktioniert haben. aber ich hatte jetzt nicht den Eindruck dass die Leute das Personal das hat auf mich motiviert gewirkt den ich gesprochen habe, haben auf mich auch kompetent gewirkt. Ich glaube es ging auch ein bisschen darum da eine Art Drohkulisse aufzubauen also halt quasi die eben die Disziplin hoch zu halten so einzuschüchtern dass sie quasi auf ihren Zehenspitzen stehen und ständig bereit sind für Ebola.

ja und ein Problem ist hat auch das die schlicht nicht viel Geld haben in dem Spital. Also die Leute können halt nur bedingt was dafür, dass dann eine Schutzhandschuhe fehlen oder dass da keine Schutzbrille gibt oder es gab zu dem Zeitpunkt keinen fließend Wasser und das ist nicht der Fehler des Personals sondern dass das ein Spitales in einem Land wo das Gesundheitssystem schlecht finanziert ist.".

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zumindest bei uns in den Nachrichten sag ich mal was geschieht aber gerade? Also die Epidemie ist eigentlich außer Kontrolle, die wächst immer weiter. Die Fallzahlen gehen stark nach oben. Ich habe natürlich gelesen dass alle dreißig Minuten stirbt. gerade da im Osten des Kongos, so im Epicentrum stirbt jemand an Ebola.

das man nicht so viel hört liegt unter anderem daran, dass die Gegend sehr schwer zugänglich ist. Die ist abgelegen. Die kongolisische Regierung hat auch nicht ein großes Interesse daran geradet, dass da viele Journalisten hinreisen. Ich habe selber auch vor zwei Monaten eine Akkreditierung beantragt um dahin zu gehen aber habe sie bisher nicht erhalten.

also es täuscht weil die Epidemie ist das Schlimmes. Es heißt es könnte die größte Ebola-Epidemie geben, die es je gegeben hat wenn es so weitergeht. Und eben dass alles ein paar Kilometer entfernt von der Grenze, vom Spital von Uganda? Ja das ist an sich enorm nahe. Das Spital wo wir waren mit dem Doktor, das war etwas mehr als ein Kilometer von der Grenze entfernt.

Die Fälle die am nächsten sind, da sind ein paar Dutzend Kilometer entfernt und das kommt dann auch immer näher zu organischen Grenzen. Die UNO hat gewarnt, die Epidemie sei außer Kontrolle. Man könne nicht mithalten wie man könne Schutzmaterial liefern aber das Werte schnelle verbraucht als man wieder nachliefern könne.

Ebola ist schlicht auch eine extrem tödliche Krankheit ja ein extrem tötliches Virus Das ist... man entwickelt sehr hohes Fiebel Durchfall Blutungen Hautausschläge und für diese Variante die hier ausgebrochen ist Ein seltener Variante, nicht eine der zwei sonst gängigen Varianten. Sondern eine die erst wenige Male ausgebrochen ist das ist die Bundibuto-Variante und deswegen es gibt auch keinen Impfstoff dagegen weil man diese Variante schlicht schlechter kennt.

da auch Wir sind mit Dr. Kallansi auch an die Grenze gefahren, wo er und wir uns ein Bild machen wollten wie das da aussieht. Die Grenze ist eigentlich nicht viel mehr als eine Schnur, die da gespannt war. Normalerweise ist es einen stark freckettierten Grenzübergang. Da gehen mehrere Tausend Leute kreuzend an im normalen Tag.

Aber momentan ist es toten still weil Uganda die Grenzen geschlossen hat. Wir sind dann auch mit dem Doktor über die Grenze gegangen. Er hat einen kleinen Grenzfluss, da geht eine Brücke drüber und Dr. Kalansi wollte zu den Kongolesen rüber gehen. Wir spazierten mit ihm rüber und haben die Kongolese getroffen.

Und er war davor eher negativ eingestellt weil ... Seine Einstellung ist ein bisschen wie in Uganda, die wissen, wie man den Ebola umgeht. Und die Kongolesen da drüben sind undiszipliniert. Die glauben im schlimmsten Fall nicht mal daran, dass Ebola existiert. Deswegen haben sie das auch überhaupt nicht unter Kontrolle.

Wie waren die Konglesen dann, die getroffen haben? Die Kongolesen haben auf mich sehr kompetent gewirkt. Wir haben da auch einen Arzt getroffen, so quasi das Pendant zu Dr. Kalansi auf der anderen Seite und denen ein bisschen etc., was sie so machen dass sie hat auch Informationen machen für die Bevölkerung, dass sie auch mehr Hilfe gebrauchen könnten wie mehr Schutzmateriale etc.

Und er hat auch etwas Überraschendes gesagt. ich glaube es hat auch den Dr. Kallansi, den Uganda überrascht hat er gesagt, dass es für Unklug hält, dass die Grenze geschlossen ist. Und was hat euch dann gesagt? Was ist seine Argumentation dafür? Weil die jugandische Seite und die kongolästische Seite schlicht sehr stark verflochten sind.

Es gibt Familien auf beiden Seiten der Grenze Die Leute sprechen dieselbe Sprache und vor allem betreiben, die viel handelwirtschaftlich ist das eigentliche ein Raum. Also die kongolästische Seite der Pflanz Kakao an den sie in Uganda verkaufen... ...die uggandische Seite verkaufen andere Gebrauchsgüte in den Kongo.

Das heißt diese Grenze ist sonst eigentlich keine Grenze? Und auch dieser Fluss ist dann hält die Leute auch nicht davon ab? Nein! Vielleicht zehn Meter breiter ist Schienbein tief das Wasser. Wir sind auch tatsächlich rübergegangen, also so ein paar Hundert Meter von der Brücke wo wir rüber gegangen sind.

mit Dr. Colanzi sind wir dann etwas späte, etwas in Fluss entlang gegangen haben die Schuhe ausgezogen und sind dann rüber gegangen und es ging ohne ihn und das ging eine halbe Minute bis man da drüben war. Und da gab es übrigens auch eine Art Polizeiposten, der sich nicht um uns gekümmert hat. Der war das ziemlich egal, dass wir da kurz rübergekommen sind.

und dann haben wir mit einer Gruppe Kongolesen gesprochen die gleich auf der anderen Seite waren und die haben eigentlich auch darüber gesprochen wie... Also dass sie eigentlich leidend wirtschaftlich, dass sie jetzt kein Geld mehr verdienen weil sie ihre Waren zum Beispiel nicht mehr verkaufen können im Uganda.

Was eine Frau auch gesagt hat Wir haben hier noch keine Bola gesehen. bei Covid haben wir damals gesehen da sind Leute gestorben. aber zeigt mir mal Ebola ist ja noch niemand hier gestorbt daran. ich weiß nicht ob das tatsächlich existiert. Sind das dann alle? Also der Mann, der jetzt da übersetzt, sieht er das zum Beispiel auch so.

Ist das die große Meinung? Ja mein Eindruck war nicht dass die Ebola leugnen aber einfach dass sie sagen wir müssen halt irgendwie auch überleben. ihr könnt diese Grenze nicht komplett dicht machen und das tun Sie auch also beide Seiten. Als wir da kurz rübergegangen sind in den Kongo, dann zwei Minuten später stand eine der Frauen mit denen wir gesprochen haben.

Stand auf der anden Seite... als er stand auf der organischen Seite dann plötzlich, die saß da neben einem Soldaten, einen organischen Soldatende auch da war. Wir haben ihn auf der organicen Seite auch mit einer Hühnerverkäuferin gesprochen, die uns gesagt hat ja wir können Schulgebühren für unsere Kinder nicht mehr bezahlen Wir schmuggeln halt ein bisschen und sie hat uns einen Video gezeigt wie sie Hühner an die Grenze liefern, also schmuckern.

Und hier binden sich so zwölf Hühne auf den Rücken, schleichen sich durch die Büsche an den Fluss und übergeben es dann an die kongolesischen Käufe. Zum Schluss jetzt was denkst du denn? kann Dr. Calanzi seine Mission so überhaupt gelingen, wenn all diese Schwierigkeiten ja da sind? Ich glaube es ist sehr überzeugt von seiner Mission das Disziplin.

wichtig ist dass die ganzen Screenings und Prozedur funktionieren müssen aber er weiß auch dass es sehr wahrscheinlich nicht gelingen wird das Virus ständig an der Grenze zu halten Aber dass es dann fast passieren sollte falls das Virus kommt. Darauf ankommt es halt auch auf der ungrantischen Seite zu kontrollieren.

Danke Samuel, warst du da? – Danke Simon! Das war der Akzent mit unserem Afrika-Korrespondenten Samuel Misteli, der an der Grenze zwischen Uganda und dem Kongo war. Mein Name ist Simon Schaffel. bis zum nächsten Mal.

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