
On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5
Auf einen Kaffee mit Erwin und Edwin - Des is jo des
Montag, 25. November 2024 · 36 min
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Shownotes
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Der Name der Band "Erwin und Edwin" ist mir schon öfters zu Gesicht bekommen. Was sich dahinter verbirgt, wusste ich gar nicht so recht. Jetzt hatten sie mich angeschrieben, ob wir nicht auch mal über ihr neues Album sprechen können. Und was soll ich sagen: Das Künstlerkollektiv überrascht mich nicht nur musikalisch. Dieses Mal gibt es auch Musik zu hören, einen kleinen Abriss über Kreativität und ganz viel Authentizität.
Viel Spaß!
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Willkommen bei Auf einen Kaffee mit dem Kurzformat hier beim Blasmusik Podcast, bei dem ich mit meinem Gast über ein Thema, einen Kaffee lang, rede. Ich hoffe, ihr habt euren Kaffee schon geholt, denn ich treff mich dieses Mal gleich mit zwei Menschen, nämlich mit Simon Kramberger und Valentin Reiter von der Band Erwin und Edwin.
Erwin und Edwin sind ein Künstlerkollektiv aus Österreich, die ja, wie kann man die Musik beschreiben, eine Elektro-Brass-Pop-Band sind. Ihr werdet merken, die zwei können das selber gar nicht so richtig greifen, was die Band macht. Auf jeden Fall ist mir die Band öfters schon beim Wurzel der Blasmusik zum Beispiel über den Weg gelaufen und jetzt haben sie ein neues Album rausgebracht und dann wollten wir darüber reden.
Ich wünsche euch jetzt ganz, ganz viel Spaß mit dieser Folge. Einstiegsfrage, an das Format heißt ja Auf einen Kaffee mit. Wie trinkt ihr euren Kaffee?
Schwarz. Ebenfalls. Sehr schwarz.
Sehr gut. Okay. Sehr einfache Antwort. Ihr seid ja heute da, um euer neues Album so ein bisschen zu vorzustellen, zu besprechen. Das ist Judys. Ich bin ja nicht kein Dialektsprecher, ich hoffe, ich hab's ja.
Ich hab's noch nie gehört, dass das wer sagt, der nicht Mundart spricht.
Das stimmt, aber wir sind es ja quasi von früher her gewohnt.
Alex. Das stimmt, wir haben ja mal einen Deutschen in der Band gehabt, einen Berliner. Okay. Und der hat, der hätte es wahrscheinlich genauso ausgesprochen wie du. Wir sagen, das ist ja das. Aber das ist, also natürlich ist es für eben nicht Mundart oder beziehungsweise oberösterreichische, bayerische, mundart sprechende Leute gar nicht so easy zum Aussprechen.
Ja, also ich verstehe alles. Ich verstehe alles, aber sprechen kann ich es nicht. Das ist immer das Schwierige. Und das habe ich nur meinen Eltern zu verdanken, weil die wollten nicht, dass ich mundartsprechend aufwächst. Skandal. Ja, finde ich tatsächlich, weil ich heute kann ich es nicht. Und wenn, dann klingt es immer sehr, sehr gekünzelt bei mir.
Deswegen.
Ja, bei uns ist umgekehrt so mit dem Hochdeutschen. Also das ist also ein bisschen unsere Bürde, die wir ewig mittragen, dass wir das nie so richtig fein hinbringen, wie zum Beispiel Wiener oder Deutsche oder so. Aber ich finde, das hat auch Charme. Also. Ey, Gott sei Dank. Es ist ja super, dass wir tendenziell die Erfahrung machen in Deutschland, dass so der Dialekt eher positiv konnotiert ist.
Also da haben wir einfach ein Glück, glaube ich. Wir gehen nichts dafür, es ist einfach so.
Das stimmt. Das stimmt. Okay. Könnt ihr euch ganz kurz vorstellen, für die Hörer, die mit der Band Erwin und Edwin nichts anfangen können?
Ja, wir sind eine sehr vielfältige Kombination aus Techno, Blasmusik und mittlerweile im Dialekt angekommen wieder.
Ja. Und es ist natürlich auch mehr als Techno- und Blasmusik. Es ist teilweise sehr traditionell, teilweise sind Balkan-Einflüsse drinnen, teilweise sind funkige Einflüsse drinnen, poppige Einflüsse. Es ist wirklich eine riesengroße Mischung aus allem möglichen. Und im Laufe unserer Karriere hat sich das auch schon immer wieder verändert, wie das so klingt.
Und es gibt es jetzt wie lang? Es gibt uns zwölf Jahre.
2012 quasi. Ja. Genau. Weil ich habe nämlich recherchiert, 2013 kam die erste Single. Dann dachte ich, okay, die waren ein bisschen früher angefangen haben als 2013. Okay. Ich merke, ihr tut euch aber auch nicht so leicht, euch zu beschreiben, gell? Also ich, als ich nochmal versucht habe, für mich nochmal zu greifen oder was ihr so schreibt, wer ihr seid, habe ich auch schon gemerkt, okay, es ist gar nicht so leicht, jemandem zu erklären, was machen die eigentlich.
Also es ist schon so eine Band, die muss man gehört haben. Also eigentlich ist das leichteste zu sagen, hier hört euch mal das und das an, dass man das so irgendwie greifen kann.
Und überhaupt muss man sagen, ist eigentlich das Beste, wenn man uns mal live sieht, weil wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir das immer wieder probiert, die Energie, die live basiert, auf Alben umzusetzen oder auf Studiorecordings umzusetzen. Aber irgendwie funktioniert es nicht so ganz, weil einfach diese Energie fehlt, die wir halt auf der Bühne haben und im Studio ist das sehr schwer zu rekonstruieren irgendwie.
Also deswegen haben wir auch ein bisschen aufgehört zu versuchen, es muss am Album so klingen wie live, weil das werden wir sowieso nie schaffen, weil einfach diese letzte Energie und die Verbindung zum Publikum fehlt. Ich glaube, wir haben jetzt auch bei diesem Album ein bisschen ignoriert, wie wird das live sein.
Wir haben einfach gesagt, wir wollen, dass das als Studio Version cool klingt und dass man sich das anhören kann und dass wir zufrieden sind mit der Instrumentierung.
Live machen wir einfach eine andere Version. Genau.
Aber da seid ihr ja nicht die erste Band, die so tickt. Also Labras Banda zum Beispiel, die haben ja das gleiche Problem, die sagen ja auch je, dass man die Studioalben, das ist immer so schwierig, weil wir eigentlich live eine andere Energie haben. Und da funktioniert es ja auch, dass man sagt, okay, Studioalbum und live klingt einfach anders.
Ja. Ich glaube, Labras Banda und wir sind in der Hinsicht sehr ähnlich, dass ich finde, dass das Live immer Spur geiler ist als am Album. Und das, ja, da haben wir große Ähnlichkeit. Wir kennen uns auch sehr gut. Also wir sind auch immer wieder mit denen unterwegs und genau, das verbindet uns irgendwie.
Was hat euch veranlasst, 2012 zu sagen, wir wollen irgendwie so eine Elektro-Brass-Geschichte machen?
Ja, das haben wir eigentlich in Wirklichkeit zu verdanken, unserem ehemaligen Trompeter, dem Christoph, der, also ich habe mit dem gemeinsam so Elektro gemacht, aber ohne Blasmusik nur. Und irgendwann ist der auf die Idee gekommen, dass er einfach ein Trompeter spielt, auf so einen richtig harten Elektro-Track.
Also wo die Verbindung gar nicht so logisch war, aber auf einmal hat das so Sinn gemacht für uns. Und genau, das hat das Ganze gestartet. Also die erste Nummer war, glaube ich, Cobra. Das war dann so die Schlangen-IP. Das waren so die ersten ersten Songs, die wir gemacht haben. Und das war wirklich irgendwie so ein bisschen seine Vision, einfach die Trompete da einzufügen.
Dann ist der Michi an der Gitarre dazugekommen und der hat das Ganze dann nur abgerundet, würde ich sagen.
Wer ist der Haupteinflussgeber bei euch, wenn ihr sagt, okay, wir haben auch Balkan-Einflüsse, wir sind jetzt wieder da? Also, ihr habt ja eine ziemliche Entwicklung durchgemacht. Ist das so ein Bandkollektiv oder gibt es da so einen Kopf bei euch?
Mittlerweile ist es sicher kollektiv. Also früher, wie der Christoph nur dabei war, war es eher einseitig, die Entstehung der Songs. Aber jetzt probieren wir schon alle uns irgendwie einzubringen im Entstehungsprozess.
Es hat sich über die Jahre so ein bisschen geändert, weil am Anfang war der Christoph sehr stark, so der kreative Kopf hinter den Songs. Dann ist der Alex dazu gekommen, eben dieser gebürtige Berliner, der hat sehr stark seinen Einfluss vor allem im Gesang halt dann gehabt für zwei Jahre eigentlich. Und dann ist Corona gekommen, dann war er irgendwie so, dann ist er plötzlich TikTok-Star geworden.
Und dann hat er gesagt, ja, voll. Er hat ja Millionen Follower auf TikTok. Und dann, er wollte eh schon immer Solo-Künstler sein, aber das war dann so für ihn so der Punkt, wo er gesagt hat, hey, jetzt muss ich das durchziehen, weil jetzt ist gerade so quasi der Hype da und wir haben gesagt, passt, wir spülen eh gerade weniger.
Also es ist sehr guter Zeitpunkt eigentlich jetzt für Veränderung. Genau, und dann hat es ja eh erst langsam angefangen nach Corona wieder. Wir haben 21, glaube ich, zwei Shows gespielt, 22 haben wir dann vielleicht 10 oder so gespielt, ich weiß gar nicht mehr genau. Und dann haben wir angefangen, so gemeinsam Musik zu machen, ohne eben den Alex.
Und der Christoph, der hat auch 2018 aufgehört. Das heißt, es war dann für uns schon ein bisschen Umstellung. Wer bringt jetzt die Ideen mit? Wie entstehen die Songs?
Ich glaube, EEA haben wir als erste Nummer gemacht, wirklich Alors als Band, beziehungsweise der Alex war noch im Entstehungsfeld.
Ja, genau. Also IEA war so in der Übergangsphase, wo der Alex eigentlich noch ein bisschen in der Band war, aber das war schon so eine Instrumental-Idee, wo viel von uns gekommen ist eigentlich, beziehungsweise von dir und vom Schul. Der Schul ist unser Trompeter, also Georg, heißt ja eigentlich Schul ist der Spitzname.
Und genau, also auf diesem Album ist jetzt sehr viel im Kollektiv entstanden, beziehungsweise über Ideen, die vielleicht einer mitbracht hat, aber die meisten Songs sind sehr stark gemeinsam entstanden eigentlich.
Wie schwer ist das für eine Band, wenn so der Kreativkopf, der ganz lang alles prägt, plötzlich wegbricht?
Also es war, es war schon vor allem damals 2018, wie der Christoph aufgehört hat, krasse Umstellung. Da war vor allem der Wali nur sehr jung zum Beispiel und erst seit kurzem dabei. Also der Wali war nicht von Anfang an dabei. Und dann hat der Michi, unser Gitarrist, angefangen, so ein paar Nummern zu schreiben.
Der hat dann die hoch zum Beispiel gemacht und Tag ein, Tag aus, ein bisschen Michi. Der hat so ein bisschen die Rolle übernommen, kurzzeitig, würde ich sagen. Und dann haben wir zwei A verstärkt ein bisschen Songs geschrieben.
Ja, ich bin nach Wien zugenommen. Dann war das ein bisschen einfacher.
Genau, wir kommen ja alle vom Land. Also wir die meisten von uns leben nach wie vor eigentlich im ländlichen Bereich, außer wir zwei. Also wir sind jetzt in Wien und der Rest ist in Oberösterreich und in der Steiermark. Und deswegen ist es auch natürlich jetzt für uns nicht so easy, zum Beispiel zu sagen, wir machen regelmäßige Songwriting-Sessions gemeinsam, weil das bedeutet, dass mindestens zwei Leute drei Stunden irgendwo hinfahren müssen.
Oder eigentlich mindestens drei. Also genau, es ist jetzt vom logistischen her würde ich sagen, muss man sich jetzt sehr gut überlegen, wie man arbeitet gemeinsam.
Glaubt ihr, dass die Bern oder die Kreativität dadurch, wie soll ich sagen, also es ist ja, wenn der Kopf wegbricht, ist es ja auch eine Entscheidung, mache ich weiter oder mache ich nicht weiter. Das ist ja das eine. Und dann das andere, irgendwie rücklegen zu sagen, okay, vielleicht war es sogar gar nicht so schlecht, dass das passiert ist.
Weil dadurch eine neue Kraft auch entstehen kann.
Auf jeden Fall, also ich würde sagen, dass wir extrem, also wir sind, wir wären glaube ich nicht zu Songwritern waren so stark, oder? Stimmt. Wenn der Christoph nicht aufgehört hätte, wahrscheinlich.
Ja, es wäre wahrscheinlich nur ein Zeitel irgendwie in die alte Richtung weitergegangen. Ja. Aber es hat auch ein Sound, der sich dann irgendwann verbraucht hat.
Man muss auch sagen, dass der Christoph zum Schluss irgendwie auch so ein bisschen die Lust und die Ideen verloren hat. Also er hat am Anfang so sehr viele coole Ideen gehabt und irgendwann hat sie das wiederholt. Und ich glaube, er hat auch nicht gewusst, wo in welche Richtung es noch hingehen könnte oder so.
Und ich glaube, dadurch, dass sie das dann eben geändert hat und andere Personen dann mitgeschrieben haben, sind sicher so neue Einflüsse entstanden, die sonst nicht passiert wären. Also ich würde schon sagen, dass das in gewisser Weise ein Benefit war dafür, dass die Band weiterhin gibt.
Und wir sind alle ziemlich darge wachsen, würde ich sagen. Ja, das stimmt.
Gab es auch mal einen Moment, wo ihr gesagt habt, okay, dann soll das Projekt einfach nicht sein? Oder habt ihr immer gesagt, okay, das ist so geil, wir ziehen das einfach weiter?
Also ich glaube, es war ein bisschen unterschiedlich, ich weiß nicht, ob es für jeden gleich war. Aber für mich war immer klar, die Band ist live vor allem so einer Gewalt und macht so viel Spaß, dass man das nicht einfach aufgibt. Also das ist für mich nicht in Fahrgekommen, nicht so wirklich. Außerdem habe ich mich halt entschlossen, dass ich hauptberuflich Musiker sein will.
Und dann ist es natürlich auch sehr schwer zu sagen, passt, wir lassen es jetzt.
Also ich glaube für ein paar andere. Also es gibt ja mehrere Bandmitglieder, die Vollzeit arbeiten gehen. Und ich glaube, in Corona war das schon eher ein Gedanke, den vielleicht der Georg oder ja, war auch Corona-Tief gehabt in Wahrheit. Also es war einfach eine Zeit, wo Kunst absolut nicht irgendwie stattfinden können, außer im Internet.
Und da sind wir halt nicht so stark wie auf der Bühne.
Es war wirklich für uns so, dass wir eigentlich, also während dieser Zeit waren wir extrem unproduktiv, weil wenn man nicht die Perspektive hat, auf die Bühne zu gehen, dann ist es für uns extrem schwer, kreativ zu sein. Also für das funktioniert unsere Musik zu stark live und das war irgendwie eine Zeit, wo wir echt wenig Ideen gehabt haben und dann erst sowieso die Perspektive war, okay, es gibt wieder Konzerte.
Wie die ersten Festivals gekommen sind, haben wir gemerkt, okay, passt, wir müssen jetzt irgendwie wieder ein Album machen, weil es macht immer nur genauso viel Spaß wie vorher.
Wo holt ihr eure Ideen her? Jetzt?
Das ist eine extrem gute Frage. Ich glaube, aus dem Leben, wenn man das so plump formulieren kann. Also wir haben keinen großartigen Plan meistens, bevor eine Nummer entsteht.
Also es gibt manchmal so, ich habe immer wieder so Ideen, wenn man sagen, so ein Album hernimmt, ich habe zum Beispiel Wari Heady deswegen gemacht, weil ich gesagt habe, ich würde gern ein Lied schreiben, das nur im Konjunktiv. Ist das ein Konjunktiv? Das ist zu früh am Montag, dass ich das jetzt wüsste.
Aber diese Möglichkeitsform, die ja in Österreich sehr konjunktiv, die in Österreich ja sehr stark verwendet wird, vor allem in der Mundheit, dieses Wahradi, ich war er jetzt da, man sagt nicht, ich bin jetzt da, sondern ich war das jetzt da. Ein klassischer Hader. Obwohl das ja eigentlich, obwohl das ja eigentlich irgendwie rein objektiv wenig Sinn macht, weil ich bin ja da, aber das ist so dieses Relativieren ständigen.
Ja, und sie eigentlich ein bisschen zurückziehen und irgendwie Worten.
Ein bisschen passive Haltung. Und das hat mir irgendwie, da habe ich mir gedacht, das ist so österreichisch, das muss man, das muss man in einem Lied mal festhalten, dass ein Typ sich überlegt, würde jetzt daten, und dann geht es so weit, dass er irgendwann eine Frau findet, die heiratet und sie wieder scheiden lässt und im Endeffekt denkt, dass sie eigentlich ist gescheitert, macht gar nichts, weil es kann eh nur schief gehen.
Es ist ein bisschen was österreichisches, wo man da braucht es ein Lied drüber. Aber es ist sehr unterschiedlich.
Also du zum Beispiel bei mir und Hinik Da war einfach mal die Textidee irgendwann da, mitten in der Nacht, und da ist die Nummer drumherum entstanden.
Ist natürlich sehr aus dem Leben gegriffen. Ja. Also da haben mich auch Leute gefragt, ob ich die Nummer nicht, die Idee für die Nummer nicht gehabt. Aber meine sämtliche Freunde von mir haben gesagt, ah, ist das erliert über deine Studienzeit. Weil ich auch immer sehr, wenn ich mal sagen, passiv studiert habe und mich sehr stark auf die Musik fokussiert habe und wenig Zeit ins Studieren investiert habe.
Und da sind wir uns sehr ähnlich. Was hast du studiert? Ich habe Sport und Englisch studiert, auf Lärmt. Kann man Sport passiv studiert? Nein, also das ist ja das Ding, dass sobald irgendwas vor Ort passiert, ist eh cool, aber dieses Daheimsitzen und Lernen, also das habe ich nie auf drei gekriegt. Und bei dir ist ja, also du machst Musik und ich glaube, dass so diese praktischen Sachen, die macht man natürlich, weil es eh.
Ja, alles, was irgendwie mit Sachen lernen zum Teil hat, die man augenscheinlich nie wieder braucht. Oder die man einfach nach der Prüfung vergisst. Wir sind, glaube ich, einfach zu visionär, dass man sowas irgendwie gerne in den Kopf reinprüft.
Ja, man hat das Gefühl, warum mache ich das jetzt? Warum lerne ich jetzt das und das, was sicher irrelevant ist für meinen weiteren Lebensweg?
Und ich glaube, jeder kennt es irgendwie gerade und dann hängt noch halt um ein Hand daheim und macht nicht so viel.
Kann ich gut verstehen. Was sind eure persönlichen Lieblingssongs auf dem jetzigen Album?
Ja, mir und Tinig ist schon ein super Song. Also der war zum Einsingen extrem lustig. Wir haben ja früher nicht so viel Akkordstruktur gehabt. Also das ist jetzt ein bisschen fachspezifisch gesprochen, aber wir sind nicht sehr viel herumgewandert mit Akkorden. Machen wir immer noch nicht eigentlich. Machen wir immer noch nicht, aber ich glaube, das ist auch ein Ausbruch gewesen.
Ja, ja. Und die Semperpolka.
Also es ist schon so, dass wir auf dem Album Sachen ausprobiert haben, die wir nie gemacht haben früher. Und wir haben, glaube ich, sehr stark Gefallen da gefunden, dass man Erwin und Edwin nur mal auch machen kann ohne das klassische Der Beat fährt und es ist eigentlich immer nur ein Akkord, sondern man kann auch mal einen Song schreiben, der poppiger ist und der irgendwie spannende Akkordwechsel hat.
Und es funktioniert trotzdem, weil ja immer nur unsere Stimmen da sind und unsere Impfungen. Digital ist da. Genau. Also dieser Erwin ⁇ Edwin Signature Sound lässt sich auf verschiedene Genres umwälzen, glaube ich. Deswegen haben wir sehr viel ausprobiert und es war auf jeden Fall im Entstehungsprozess extrem lustig.
Wir sind zum Beispiel bei der Semperpolka draufgekommen, dass die für uns sehr schwierig live umzusetzen ist, weil wir bräuchten.
Extrem viele Instrumentalspuren.
Nein, es sind so viele Bläser, wir bräuchten irgendwie zehn Bläser auf der Bühne, eigentlich für die Semperpolka, damit das irgendwie cool klingt und authentisch. Weil so ein Polka oder ein Marsch ist es ja eigentlich. Eigentlich ist es ein Marsch. Das funktioniert halt nicht gut, wenn man die Hälfte der Bläser vom Bundle kommen lässt.
Das geht vielleicht bei manchen Nummern von uns, weil der Beat so wichtig ist und dann kommt vielleicht eine zweite Trompetenstimme irgendwie vom Band, weil das nur so ein bisschen den. Farbe gibt oder so, aber wenn man das bei einer Bolka oder beim Marsch macht, das kauft da ja keiner ab.
Das verlieren Authentizität einfach auf der Bühne.
Also, klar, man hat ja so ein Album geschrieben, jetzt ist man natürlich noch voll in diesem Album drin, aber manchmal geht der Kopf ja dann schon weiter, dann ist schon das eine abgehackt und man denkt schon so ein bisschen drüber nach, was kommt da. Habt ihr schon Ideen, beziehungsweise gibt es irgendwas, wo ihr sagt, boah, das würde ich gerne mal ausprobieren, aber ich weiß nicht, ob es funktioniert, also gerade so genretechnisch.
Wir haben auf jeden Fall ein paar Songs in der Warteliste. Einer geht eher wieder in die Eute-Richtung, würde ich sagen. Simon ist ja ein sehr guter Elektroproduzent und macht immer sehr, sehr coole Grundgerüste und auf dem kann man super aufbauen. Und da glaube ich, wird auf jeden Fall auch wieder was kommen in die Richtung.
Also so elektronisch. Es gibt ja eine Idee, die ist sehr von dem her oldschool, Erwin und Edwin, weil es sehr stark auf dem Beat und am Sünd aufbaut, also sehr elektronisch ist. Und dann gibt es eine andere Idee, die hat so ein bisschen was Mariachi-mäßiges. Drei Viertelnummer. Eine Dreiviertelnummer, das haben wir nämlich, das war eine ADI.
Hat es noch nie gegeben von uns. Und das Geile ist, wir haben einfach dann die Idee gehabt, dass wir die Viertel, also die Polyrhythmus, quasi. Dass wir einen Polyrhythmus machen. Wie war das dann eigentlich? Ja, vier über drei. Genau, also irgendwie es verschiebt sie dann. Und zuerst ist es so eben, so ein Dreivierteltakt und dann macht die Kick drunter, erfahren mal die.
Die vier. Die vier, genau.
Da schaut das ein bisschen Sophistication, die so da reinbringen.
Also auf den sagen Frei mich auch schon. Da müssen wir nur noch irgendwie die. Die Vocals sind noch.
Oder du hast da mal eine Vokel-Idee.
Ja, genau, es gibt Ideen. Und wir haben auch ein bisschen die Idee, dass man so, also wir werden versuchen, nur irgendwas zu schreiben, wo einfach, wo man so einen catchy Refrain hat, dass jeder mitsingen muss. Das fehlt uns vielleicht auch noch ein bisschen in unserem Schaffen, dass man so einen Refrain hat, den man nicht mehr aus dem Kopf bringt.
Wir haben meistens eigentlich Wann-Vocals drin waren, die im Pre-Corus gehabt. Und die Trompete war eigentlich immer das Refrain-Element. Und ich meine, die Nudelsuppen zum Beispiel kennen die Leute auf jeden Fall. Gutmitsinger, Satchy, aber so ein richtige.
Irgendein Refrain, der so richtig, der, wo wirklich jeder, also sie denkt, passt, da singe ich sofort mit und das bickt irgendwie. Das ist so ein Ziel. Schauen wir mal, ob man das schaffen kann.
Eigentlich folgen wir da unserem Lichttechniker, oder? Der hat immer gesagt, schreibt es wieder mal einen Hit. Schreibt es heute einmal einen Hand.
So einfach ist es. Einfach ist es. Man muss nur auf den Lichttechniker. Aber dann könnt ihr ja, also wenn er das schafft, dann auf TikTok style gehen und dann könnt ihr auch TikToks da werden.
Ja, genau. Das ist natürlich eine Möglichkeit. Nein, ich habe schon herausgefunden, es gibt einfach Sachen, natürlich, also es ist TikTok, finde ich, einerseits, oder Instagram mit Reels und so, es ist eine Möglichkeit, aber es ist ein bisschen immer wieder Downer, wenn man merkt, es funktionieren eigentlich nur Sachen, die man schon kennt.
Es funktioniert nichts eigenständiges, Originelles so gut wie ein Cover. Und mit dem muss man sich irgendwie anfreunden und sagen, okay, man nutzt das vielleicht manchmal für eine Reichweite, wenn man irgendein lustiges Cover hat. Aber wenn man so seine eigene originelle Idee an die Leute bringen will, dann ist das wahrscheinlich nicht der richtige Kanal, weil das geht unter in dem ganzen repetitiven Zeug, das da passiert.
Wir kommen langsam zum Ende. Eine Frage hätte ich auf jeden Fall noch vor allen Dingen für die, die euch nicht kennen, woher kommt der Name Erwin und Edwin?
Nur nie gehört, glaube ich, die Frage.
Ja. Was sagen wir da jetzt drauf? Also es gibt verschiedene Theorien.
Bei uns weiß es auch keiner.
Es ist schwer zu, es ist schwer zu rekreieren, wie eigentlich auf die Idee gekommen.
Also ich kenne nur die Geschichte, die ihr mir erzählt habt. Sie war ja, wie viel später bin ich dazu, fünf Jahre eigentlich. So 2017. Und ich habe mir dasselbe Frage gestellt. Und meine Version ist, es ist eine Kombination aus dem Namen vom Onkel vom Detgman, von Christoph. Echt? Der Erwin heißt. Und es gibt einen Film, den alle Bandmitglieder sehr genießen, einen österreichischen Film, Sicheritz, Muttertag.
Und da heißt der Protagonist Edwin. Und das ist meine Version, die ich im Kopf habe, wie das vielleicht sein können.
Also das Ding ist, wir haben uns damals gedacht, es müssen, also wir die Idee war, wir machen irgendwas Österreichisches und es muss nach was Österreichischem klingen. Und das sind zwei Namen, die irgendwie für uns so was bisschen traditionell Österreichisches haben. Ja. Ich glaube, dass. Also am Anfang haben viele Leute gesagt, so, das ist der schlechteste Name, den ich jemals gehört habe.
Und dann machen sie alle nach, im Puppet Seiler und Sperr. Dann gibt es Seiler und Sperr. In Berlin gibt es Edmund. Also in Wirklichkeit, glaube ich, haben wir eigentlich alles richtig gemacht. Es ist natürlich, es kann verwirrend sein, wenn man uns nicht kennt, weil Leute glauben, wir sind irgendwie ein Cabaret-Duo oder so.
Und dann sind wir fünf Leute, die Elektro Brass machen. Also das ist jetzt vielleicht nicht am ersten Blick die schlüssigste Kombination, aber ich bin immer noch zufrieden, ehrlich gesagt, mit dem Namen.
Gab es da auch mal eine lustige Verwechslung, dass man euch gebucht hat und dann eigentlich was anderes erwartet hat? Aufgrund des Namens?
Ich glaube, es sind schon Leute zu den Konzerten gekommen, die sich was anderes erwartet haben. Da haben wir halt wieder den Vorteil, dass egal ob die Person 10 oder 90 ist, für jeden eigentlich was dabei ist. Also es können bei uns, nachdem wir auch so genreunspezifische Musik machen, schaffen wir es meistens, dass die Leute irgendwie mitkommen, mit sich bewegen, mitsingen, mit tanzen.
Falls das mal passiert, wäre, dass irgendwer kommt und sie denkt, das ist Volksmusik-Doo, dann wäre er auch nicht nach Hause gegangen wahrscheinlich beim Konzert. Ich glaube auch, es ist echt sehr breit gefächert.
Und macht Spaß am Konzert. Und wenn man irgendwie, glaube ich, unsere Energie so siegt auf der Bühne, dann fällt es den meisten Leuten schwer, dann nicht irgendwie angesteckt zu werden. Das ist unser Vorteil, aber es ist sicher schon ab und zu passiert, dass wer sich ein bisschen was anderes vorgestellt hat.
Ja, nicht unser Bier. Nein, das geht uns eigentlich nichts an.
Eure Tour fängt am Freitag an, wenn die Folge kommt, sind wir wahrscheinlich schon drüber. Wo spielt ihr überall?
Wir spielen jetzt in Passau, in Graz, dann spielen wir in Salzburg-Linz-Wien. Und dann spielen wir München, Karlsruhe-Lindau. Okay. Das sind so die Stops.
Ihr kommt nicht mal so Richtung Frankfurt, oder?
Wir sind Karlsruhe irgendwo. Nein, es ist schon deutlich süßer.
Ja, es soll ein bisschen weiter weg.
Das Problem ist, Deutschland ist so groß. Wir haben immer das Gefühl. Wir sind das nicht gewohnt, das ist nicht. Wir haben immer das Gefühl, wir machen vier Konzerte in Österreich, vier in Deutschland und dann haben wir eh alles abgedeckt. Aber es stimmt natürlich nicht, weil es ist, genau, wir sind meistens im Süden von Deutschland unterwegs.
Es ist sicher auch sprachlich ein bisschen bedingt, dass da die Mundheit eher zu Hause ist, würde ich mal sagen. Und wir kommen aber auch gern mal wieder weiter nach oben. Also falls es sich was ergibt, sind wir jederzeit dafür zu haben. Wir waren auch. In Hannover waren wir mal in Hameln. In Hameln waren wir mal in am Open Flare mal gespielt.
Das war auch, es ist auch relativ weit abgelutzi. Ja, ich weiß gar nicht mehr, wo es war, aber es sind immer so Ausreißer, wenn es mal weiter rauf geht bei uns. Genau.
Wobei die Mundart-Argumentation, ich glaube, es Frankfurt geht ganz gut. Also ich weiß zum Beispiel, gestern haben in Mannheim die Feschpänkler gespielt. Also wenn das geht, geht das mit euch auch.
Die Feschspänkler sind halt wirklich mittlerweile eine Bank. Eine Institution. Eine Institution, ja, es ist krass. Wir kennen die schon lange, die haben uns einmal eingeladen auf ihr. Zehn-Jahres-Jubiläum. War das zehn Jahre? Ja, ich glaube schon. Und da hat man das Gefühl gehabt, ja, das ist eh schon bekannt, aber jetzt ist das ja durch die Decke.
Also die letzten Jahre hat man das Gefühl, die werden immer größer. Und sind aber immer nur, und das muss man wirklich sagen, wir haben letztes Jahr mit ihnen gespielt, glaube ich. Extrem liebe Burschen. Sie sind null abgehoben, die hackeln wie die Viecher. Also die sind wirklich vom Aufbau zum Abbau und während der Show ziehen sie sich drei- bis viermal um, glaube ich, die Outfits, da machen sie noch Tourenübungen auf der Bühne.
Also die sind einfach. Ich finde, dass die zu Recht jetzt so für eine große Bekanntheit haben, weil.
Sie sind super motiviert, sind alles gute Musiker.
Ja, und super nett. Also. Schöne Grüße. Kann man nur den Hut ziehen.
Ja, das heißt ja nicht, dass ihr da nicht auch hinkommt. Also, die sind. Die sind ja auch ein bisschen länger dabei.
Die sind schon länger dabei, genau. Wir schauen, wie lange es bei uns dauert, dass wir die Signaturen auf der Bühne tun.
Ja, die haben halt gleich gesagt, wir schreiben einen Hit. Bei euch muss halt erst der Lichttechniker kommen, um euch das zu sagen.
Ja, bei uns ist es tatsächlich, ich glaube, wir haben uns eine lange Zeit ein bisschen gewehrt gegen zu Poppic und ich glaube, wir brauchen einfach länger. Irgendwann, mit dem Älterwerden kommt man drauf, man braucht sich gar nicht so wehren gegen einen Pop-Song vielleicht.
Okay. Abschließend noch, was hört ihr privat für Musik?
Boah. Durch die Bank. Also bei mir gibt es kein einzelnes Genre, das ich extrem.
Der Wali studiert ja klassisches Schlagwerk, muss man wissen. Obwohl er bei uns auf der Bühne Tuba, Bastrompette und Singer und Gesang war. Ich habe mich eigentlich nie Schlagzeug. Also ganz kurz. Aber von dem her, du bist ja dann irgendwie doch auch ein bisschen klassiker finde ich sagen.
Ja, auf jeden Fall. Also ich würde nicht sagen, dass ich jetzt sehr viel Klassik höre. Aber wenn mir mal was packt, letztes Mal im Auto, wie wir nach Oberösterreich gefahren sind, haben wir die Planeten von Holst angehört. Ein großartiges.
Das ist wirklich massiv.
Ich hör viel Jazz, Latin. Und aber letztens habe ich mir einen Song runtergeladen, der wieder sehr deep Techno ist.
Ah, ja.
Also es ist echt nicht. Ich habe auch so Phasen, muss ich sagen. Also ich habe immer wieder, ich bin schon auch sehr Pop-Affin. Also ich finde es cool, wenn Pop-Songs gut geschrieben sind, gut produziert sind. Bei mir ist auch die Produktion immer sehr im Vordergrund, muss ich sagen. Also da finde ich halt dann zum Beispiel sowas wie Peter Fox, Teichkind oder so, da denke ich mir immer, wow, die haben so die guten Sounds und ja, das ist, also das sind große Vorbilder, würde ich mal sagen, für uns.
Aber auch durch die Bank, jaßig. Und Blasmusik auch, also auf jeden Fall natürlich. Gute Blasmusiknummern, gute Tanzelmusi. Es ist wirklich. Post-Wirt-Musi. Mein Gott. Haben wir jetzt vor kurzem wieder entdeckt. Schön. Ja, da gibt es bei uns im Tourbus, wird quasi wirklich durch die Bank alles aufgelegt.
Je nach Laune.
Der Geburke gehört am meisten Blasmusik, glaube ich.
Ja, stimmt. Unser Trompeter. Bei dem ist lustig, der schaut immer so Blasmusik-Videos. Und man weiß immer, wo er, wo er gerade ist, weil von irgendwo, von irgendeiner Richtung kommt irgendwie so eine leise Blasmusik immer daher. Das ist dann eher, wenn er auf seinem Handy schaut. Das ist ganz praktisch.
Da weiß man immer, das ist wie so ein Hund, der so eine Bipsal hat oder sowas.
Okay, dann bedanke ich mich, dass ihr euch montagsmorgens die Zeit genommen habt, über die Band und das Album zu sprechen und über eure Musik. Und dann wünsche ich euch viel Spaß bei der Tour. Danke schön. Das war's schon wieder bei Auf Einen Kaffee mit. Ich hoffe, euch hat es gefallen. Gibt mir gerne Feedback, wie ihr dieses neue Format findet.
Und wenn ihr auch dabei sein wollt, dann schreibt mich einfach an bei Instagram oder blasmusikpodcast.gmx.de über ein Thema, das ihr besprechen wollt. Das kann ein sehr persönliches Thema sein, das kann ein Thema aus eurer Vereinsarbeit sein. Ganz egal, schreibt mich an und ich freue mich, wenn wir dann miteinander reden können.
Eine schöne Woche, macht gut, euer Andi.