On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5
Auf einen Kaffee mit Leander Machen - Vorstellung des Teams hinter dem Podcast
Donnerstag, 4. September 2025 · 1 h 10
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Shownotes
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Leander Machan ist nun seit einigen Jahren ein fester Bestandteil dieses Podcasts. Man sieht ihn nicht, aber ohne Ihn würde das hier nicht funktionieren, denn er ist mein Cutter.
Wir haben schon einmal über seine Tätigkeit gesprochen, dieses Mal ging es über seinen Zugang zu Musik und was er sonst noch so macht. Denn er kam vom Blasorchester und schreibt mittlerweile seine eigene Musik und das, für sein sehr junges Alter, ziemlich erfolgreich und gut.
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Willkommen bei einer neuen Folge von Auf einen Kaffee mit dem Kleinformat hier im Blasmusik Podcast. Ihr werdet euch wundern, heute ist ja Donnerstag, normalerweise kommt das ja erst am Montag raus. Wir befinden uns aber immer noch in der Sommerpause und das ist heute die letzte Sonderfolge, bevor es nächste Woche mit der neuen Staffel weitergeht.
Und dafür habe ich mir einen ganz besonderen Gast rausgesucht, nämlich meinen Caterleander machern. Ich möchte euch auch in nächster Zeit so ein bisschen die Menschen hinter dem Podcast noch näher vorstellen. Da sind nicht viele, aber trotzdem die, die mit mir arbeiten, möchte ich auch euch ein bisschen zugänglicher machen.
Und den Anfang macht mein Caterleander. Der war zwar schon mal in einer Kurzfolge da, aber wir wollten nochmal mehr über Musik aussprechen. Denn er ist sehr, sehr jung noch und macht aber nebenbei seine eigene Musik, die ich wirklich hörenswert finde. Ihr werdet auch einige Sachen dieses Mal hören. Und sein Zugang zur Musik.
Er kommt nämlich eigentlich aus dem Blasorchester, macht mittlerweile Singer-Songwriter-Musik und ist für sein Alter sehr, sehr reflektiert. Und wir sprechen ganz viel über die Branche, über Algorithmus, über Schaffungsprozesse, über Songwriting, natürlich auch ein bisschen über den Podcast, aber dieses Mal geht es rein um Musik und würde mich freuen, wenn ihr, obwohl es mal nicht um Blasmusik geht, auch diese Folge hört, weil die ist wirklich sehr, sehr hörenswert.
Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß mit Leander Machern. Mein heutiger Gast hat zwar einen Blasmusiktechnischen Hintergrund, ist aber darin gar nicht mehr tätig. Dennoch hat er einen großen Anteil an diesem Podcast, denn er arbeitet jetzt schon seit vier Jahren für mich. Heute treffen wir uns endlich mal persönlich bei mir zu Hause und können mal in Ruhe über ihn und seine Musik sprechen.
Ich freue mich, dass er hier ist und sage herzlich willkommen, Leander Macher.
Hallo Andi, schön, dass ich hier sind darf. Wie war die Zugfahrt? Och ja, du, die Zugfahrt hatte wieder genügend Zeit, um mich mir ein bisschen Gedanken zu machen über das, was jetzt hier so kommt, über das, was ich vielleicht erzählen könnte. Mit anderen Worten, es war wie eine Zugfahrt zu erwarten ist.
Ein bisschen länger als geplant und ein bisschen weniger erfreulich, aber trotzdem. Ich bin ein großer Bahn-Fan und man weiß ja auch, was auf einen Zug kommt. Also alles in Ordnung.
Du bist jetzt aus Köln hergefahren.
Also ich wohne in der Nähe von Düsseldorf und dann variiert der Abfahrtsstandort meistens je nach Planung.
Total spannend, dass wir nach vier Jahren das jetzt erst geschafft haben, dass du mal persönlich da bist. Wir kennen uns tatsächlich nur per Zoom, Handy und WhatsApp.
Das stimmt. Ich war auch überrascht, aber es war mir dann doch ein Anliegen, dass wir das mal hinbekommen. Und dann erst recht, dass ich gerne dieser Einladung folgt bin.
Okay, dann du kennst ja die Standardfrage am Anfang. Welches Musikstück hast du dir als letztes bewusst angehört?
Tatsächlich, das letzte Stück, was ich mir bewusst und auch sehr bewusst angehört habe, war Wimpernschlag von Max Giesinger. Das hat den Hintergrund, dass er im Augenblick eine Support-Act, ein Support-Act-Contest ausgeschrieben hat und man seinen neuen Song covern konnte, den er zusammen mit Johannes Örting gemacht hat.
Generell die neuen Songs sind von dem, was man so hört, wie ich finde, sehr gelungen. Und insofern war es mir auch ein Vergnügen, mir den Song anzuhören und ihn ein bisschen zu meinem eigenen zu machen und einen kleinen Hand. Da gab es schon was auf Instagram.
Ich glaube, gestern habe ich mal gesehen, dass du Max Giesinger-Song hast.
Ich habe den ehrlicherweise dann auch gestern zum ersten Mal gehört. Das heißt, genau. Ich war so ein bisschen, da musste ich dann aufmerksam hinhören, damit das funktioniert. Wie kam Musik in dein Leben? Könnte sein, dass das mit die schwerste Frage sein wird, weil Musik für mich immer da war. Es gab nicht den einen Punkt oder den einen Menschen oder den einen Auftritt, der das Feuer in mir ausgelöst hat, sondern ich war schon als Kind musikalisch sehr aktiv, hab damals Viva Colonia in irgendein Schrottmikro gesungen, gefühlt, bevor ich sprechen konnte.
Und hab die Lego-Trommeln damals zerdeppert ohne Ende, bis ich dann irgendwann ein richtiges Schlagzeug bekam. Also für mich war Musik schon immer da. Und auch als meine Mutter damals mich noch im Bauch hatte, ist sie auf diverse Konzerte gegangen. Vielleicht hat das hat das abgefärbt. Aber deine Eltern haben mit Musikmachen jetzt nicht so viel.
Nee, nicht direkt. Also mein Vater hat zwar mal Gitarre gelernt und hat auch das eine oder andere an Texten geschrieben, aber nee, da ist nicht mehr so viel aktiv.
Okay. Du bist ja dann, nämlich gelesen, als Schlagzeuger quasi durchgestattet. Warum Schlagzeug?
Das kann ich auch gar nicht so genau beschreiben. Für mich war das eine Intuition. Ich wusste schon mit drei Jahren, dass ich irgendwie Schlagzeug lernen möchte. Den Hintergrund, der ist mir gar nicht so bewusst, aber es hatte mir einen ungeheuren Spaß gemacht und ich durfte dann erst zur Grundschule mit anfangen.
Ich glaube, weil meine Eltern da auch nicht so ganz so sicher waren, ob der Jun das durchhält. Und das fand ich immer super faszinierend und dass man sich die verschiedenen, du hast ja ganz viele verschiedene Instrumente in einem und ganz viele verschiedene Gewerke und das fand ich immer sehr, sehr, sehr spannend.
Das hatte immer für mich einen Reiz und das hat es bis heute, leider komme ich kaum noch dazu. Aber ich habe es lange Jahre gemacht, ja.
Wann kam dann das Klavier und die Gitarre?
Das Klavier kam durch ein Stipendiumsprogramm der Haner Musikschule, da wo ich auch herkomme. Es gibt eine Stiftung, die da die Musikschule immer mit bestimmten Stipendien unterstützt und das ermöglicht einen Theorieunterricht oder verlängerte Unterrichtsstunden für sein Hauptinstrument oder eben ein Zweitinstrument zu lernen.
Und ich wusste, wenn ich Musik studieren will, dann muss ich ein Zweitinstrument lernen. Und meine Wahl ist dann bei einer fast 50, 50 Entscheidung aufs Klavier gefallen. 2017 habe ich angefangen, Klavier zu lernen im September. Und so nach und nach. Da warst du wie alt? Boah, 2017 war ich 13. Ja, genau.
13 Jahre war ich dann. Dann haben wir jetzt auch geklärt, wie alt du jetzt bist. 21, genau. Für alle, die genauso gut sind wie ich in Mathe.
Du hast ja auch in einem symphonischen Blasorchester per Casion und Schlagzeug gemacht. Deswegen habe ich ja gesagt, Blasmusik, technischer Hintergrund. Gab es da schon den Wunsch, Musik zu studieren?
Der Wunsch war schon lange vorher, weil mir eigentlich immer klar war, dass wenn man mit Musik Geld verdienen kann, dass ich das auch tun möchte. Und deshalb habe ich diesen Weg auch eingeschlagen. Das Blasmusikorchester war dann so eine Begleiterscheinung meiner musikalischen Laufbahn. Eigentlich wollte ich am Anfang gar nicht so richtig da rein, weil ich wusste, symphonisch damit konnte ich nicht viel anfangen.
Und damals gab es dann schon den Wunsch, das auch zu studieren und ich wusste halt noch nicht so genau, in welche Richtung es geht. Und je länger ich dann in diesem symphonischen Blasorchester war, desto besser hat es mir gefallen. Und es gab sogar zur Zwischenzeit mal die Überlegung, auch so in die Richtung Arrangement zu gehen, also Samuel Adler und sowas zu lesen und sich da rein zu vertiefen.
Und dann kam das Klavier, aber wann war klar, okay, ich will Richtung Popmusik.
Du meinst jetzt als eigenes Projekt auf, das zu machen. Das hat sich ein bisschen generisch entwickelt. Also ich dachte am Anfang, ich würde tatsächlich die Schlagzeuger werden wollen. Klavier war dann mehr so ein Beiwerk, aber auf einmal kristallisierte sich dann raus, dass ich das super spannend finde.
Und dann habe ich das immer mehr gemacht und auf einmal hatte ich da totalen Spaß dran. Ich habe mich so ein bisschen dagegen gewehrt fast in meinem Kopf, weil ich mir dachte, nee, du willst doch Schlagzeug machen. Ja, und irgendwann habe ich mich dann dem hingegeben, es gab eine Band, in der ich dann Cover gespielt habe in Hahn bei uns, mit Musikern, die ich schon vorher kannte.
Und da habe ich dann sowohl Klavier als auch Schlagzeug gespielt. Ein bisschen gesungen, weil kein anderer das damals machen konnte. Habe ich gesagt, ja gut, dann mache ich das halt. So hat das auch mit dem Singen angefangen. Und ein Jahr später habe ich mich dann mit dem Gitarristen aus meiner Band getroffen.
Und dann haben wir gesagt, komm, lass mal gucken, was passiert, ein bisschen Musik machen. Und dann ist der erste Song entstanden, tatsächlich. Und so bin ich dann ins Songwriting gekommen. Okay. Und das machte dann sozusagen die Tür auf für Pop als Beruf oder als Studium.
Weil der Schritt ja vom klassischen Schlagzeug in einem symphonischen Blasorchester bis zum Songwriting ist ja schon großer.
Ja, auf jeden Fall. Wobei das, was mich daran fasziniert hat, war immer dasselbe. Und zwar ergreifende Harmonien. Also dass mich die Musik berührt. Das kann ja jede Musik schaffen, egal ob das Jazz ist, ob das im symphonischen Blasorchester ist oder eben halt wirklich Popmusik, die mit einfachsten Mitteln auskommt.
Und im Blasorchester war das eben genau das, also die Harmonien, diese Gewalt, also diese wirklich gewaltige Kraft, die so ein Blasorchester entwickeln kann, wenn es Stücke spielt. Das hat mich ebenso beeindruckt wie tolle Harmonien und toller Gesang in der Popmusik. Und warum ist es dann doch die Popmusik geworden und nicht der Schlagzeuger?
Ja, wahrscheinlich im Endeffekt, weil es mir dann doch zu viel daran liegt, mich selbst auszudrücken. Also meinen eigenen Stempel der Welt auch zu geben. Also der Welt ist jetzt groß gesagt, aber der sagen wir mal meiner kleinen Welt, also meinem kleinen Kosmos. Weil ich das Gefühl habe und immer das Gefühl hatte als kleines Kind, dass die Musik, die im Radio läuft, nicht die ist, die ich gerne hören würde.
Und ich wollte immer eine Symbiose schaffen aus der Musik, die ich gerne höre. Das kann auch symphonische Blasmusik sein. Und dem, was nicht im Radio zu hören ist. Also und das so ein bisschen zusammen zu vereinen mit eben dem, was im Radio zu hören ist, mit dem Mainstream.
Was sind deine Lieblingsbands?
Oder Künstler, das müssen ja nicht nur Bands sein. Ich glaube, ich kann es auf drei runterbrechen. Ich hatte am Anfang, wobei meine erste Lieblingsband war, was Link im Park. Ich kannte aber noch nicht so viel. Es muss 2010 gewesen sein oder sowas.
Die waren ja, oder sind ja jetzt gerade auf Deutschland? Ja, genau, genau, genau.
Hätte ich wahrscheinlich wahrnehmen sollen. Aber das hatte sich dann auch ein bisschen erkaltet, das Interesse. Ist dann von Imagine Dragons abgelöst worden. Okay. Auch das Interesse hat sich aufgrund der stilistischen Entwicklung nach dem zweiten Album ein bisschen abgemildert. Und dann schon seit mittlerweile zehn Jahren glühender Toto-Fan mit den Superhymnen natürlich Afrika, aber auch alles daneben.
Und dann in den letzten Jahren fiel John Mayer, also im Sänger-Songwriter-Bereich. Dadurch ganz, ganz viele unterschiedliche Schwerpunkte in den Stilistiken auch meiner Lieblingsbands.
Okay. Ja, John Mayer fällt mir immer wieder ein, weil er es damals erwähnt hat im Podcast. Peter Leib hat eine John Mayer-Platte als Lieblingsplatte damals vorgeschlagen. Die Trio-Platte, ich weiß noch nicht mehr. Die Trio-Platte, okay, krass. So eine Live-Trio-Platte.
Naja, von 2006, glaube ich, ungefähr.
Da bist du wahrscheinlich besser informiert als ich, aber ich weiß, dass ich da dann das letzte Mal wieder bewusst John Mayer gehört habe.
Ist ja auch teilweise mit Bläsern unterwegs und das ist eine Sache, die ich auch noch hinbekommen möchte. Also Bläser bei mir einzuarbeiten, weil ich es immer faszinierend finde, wenn dann jetzt bei John Mayer, bei den großen Künstlern, klar, immer wieder Bläser reinkommen oder ganz klassisch Bruce Springsteen.
Ich glaube, das sind alle, die was auf den Pop halten, auch immer ergriffen von, wenn da so ein schillerndes Saxophon klischee-mäßig raussticht. Und irgendwann würde ich das auch gerne noch haben.
Wir hatten ja vorhin schon ein bisschen gesprochen, dass du gesagt hast, Blasmusik im Alltag gibt es da, wo du herkommst, ja eigentlich gar nicht. Das heißt, du hast außer diesem symphonischen Blasorchester wenig Berührung gehabt. Jetzt habe ich mir dann tatsächlich vorhin die Frage gestellt, was hat dich vor vier Jahren dann veranlasst, zu sagen, okay, ich will Cutter in einem Blasmusik-Podcast auch noch werden?
Ehrlicherweise ist das, glaube ich, meine Neugier und mein Wille, Dinge zu tun, die ich noch nicht zu 100% kenne oder kann. Weil zu dem Zeitpunkt wusste ich zwar, ich kenne mich grob mit der Audiobearbeitung aus. Aber Blasmusik war ja eine Welt, die mir grob bekannt war, durch das symphonische Blasorchester, aber ich hatte ja überhaupt keine Vorstellung, was für eine Kultur das Ganze mit sich bringt.
Und das fand ich mit das Überraschendste. Das heißt, ich wusste mich gar nicht, woran ich mich dann setze. Und was mich dann dazu bewogen hat, war eben genau der Faktor. Ich wusste nicht, was passiert und ich wusste nicht, was dahinter steht. Und ich dachte, das klingt interessant. Und es war eh ein bisschen Zeit übrig.
Corona-Zeit, da war einiges zu holen und auch zu machen. Also war das für mich ein Projekt, was eine neue Welt aufgemacht hat. Und vier Jahre später würde ich sagen, das hat sich gelohnt.
Das freut mich und ich hoffe, du bist noch ein paar Jächen dabei, das mir natürlich auch Arbeit abnimmt und das überhaupt ermöglicht, so viel aufzunehmen im Moment, wie es ist. Ich habe ja, das hast du selber festgestellt, die Blasmusik ist ja, wenn man das Wort so ein bisschen zerlegt, nicht auf klassische oder traditionelle Blasmusik beschränkt, sondern es ist ja eigentlich eher Bläsermusik.
Wir haben ja auch Leute aus dem Pop-Business dabei, die für dich wahrscheinlich noch ein bisschen spannender sind, als wenn ich jetzt mit dem Tanzmusik-Spieler aus Südbayern spreche. Aber gibt es irgendwas, wo du sagst, okay, das war ein Gespräch, da konnte ich auch was für mich konkret mitnehmen? Weil es irgendwas, wo dir gerade einfällt, was hängen geblieben ist?
Ja, aber das muss nicht nur Pops sein. Also das können auch Atemübungen sein. Ich erinnere mich an eine Folge mit dem Leonard Königs-Eder oder auch die Folge davor, wo ich tatsächlich Atemübungen für mich mitgenommen habe. Für die Entspannung und im Pop-Bereich. Die Folge mit Thorsten Skringer hat mir wahnsinnig Spaß gemacht, weil er auch sehr sympathisch darüber gesprochen hat und so ein bisschen dieses positive Image, was ich eigentlich von meinem Traumberuf erhalten möchte, auch wiedergegeben hat.
Du sprichst es schon so an, da will ich später noch ein bisschen drauf, weil du sagst, das Image des Traumberufs, das schieben wir mal noch so ein bisschen. Gerne. Du hast ja auch gerade gesagt, du hast damals diesen Cutter-Job angenommen. Ich habe ja ein bisschen naiv gesucht, muss ich ja ganz ehrlich sagen.
Ich habe ja gar nicht mit gerechnet, dass sich da überhaupt jemandem meldet und bin super dankbar, dass du das gemacht hast. Weil du gesagt hast, du willst Dinge lernen oder da mal einen Einblick haben, was du noch nicht kannst. Wenn ich so ein bisschen deinen Lebenslauf mir anschaue, habe ich so das Gefühl, das ist generell so ein Ding.
Also du machst deine Projekte ja ziemlich selbstmanagementmäßig, dann was wir irgendwo mal Social Media, Content Manager, da mal so ein bisschen reingucken. War das schon immer so, dass du gesagt hast, okay, ich will, auch wenn es in diese Schienen geht, wirklich auch Einblick von allem haben?
Ja, irgendwie schon, weil ich verstehen möchte, was daran beteiligt ist. Also welche Gewerke, weil ich kann nur in diesem Job Fuß fassen. Ich will noch gar nicht von erfolgreich sein sprechen, aber Fuß fassen, wenn ich verstehe, wer daran alles beteiligt ist und welche Aufgabengebiete da reinfallen. Zumindest so einen kleinen Einblick zu bekommen in die verschiedensten Welten, finde ich relevant, weil du dann ein ganz anderes Verständnis davon hast.
Dadurch, dass ich ein paar mehr Instrumente spiele, kann ich auch ganz anders Songs schreiben. Und das gleiche gilt natürlich auch für die Aufgabengebiete. Das heißt, je mehr ich zumindest ein kleines bisschen Eindruck habe von Management, von Booking, desto mehr werde ich später auch dann von den Problemen dieser Gewerke verstehen und von den Interessen kennen.
Ich glaube, das hilft im Endeffekt. Und das hat mich nicht aus dieser Motivation, aber sicherlich ist das ein positiver Nebeneffekt, aber das hat mich auch einfach immer interessiert. Warst schon immer auch in Schulzeiten so ein zielstrebiger Typ?
Oder es liegt es daran, dass du jetzt weißt, okay, das ist mein Traumberuf, da will ich hin.
Ja, also ich würde schon sagen, ich war ein zielstrebiger Typ, weil ich meine Ziele ja auch kenne, ja. Das macht es deutlich einfacher. Ich musste sie mir nicht stecken, sondern sie waren quasi natürlich da. Und ich wusste immer, wenn ich Musiker sein will, man kriegt ja schon früh das Image mit, Musik ist ein prekärer Beruf.
Ein sehr unsicherer Beruf. Das heißt, ich wusste, ich muss in der Schule performen. Das habe ich dann auch schon damals gemacht, also um deine Frage mit Ja zu beantworten. Aber das war in meinem Hinterkopf alles nicht um gute Noten zu schreiben, sondern eher um die Absicherung zu haben für den Musikerjob.
Das hatte ich absurderweise, muss man ja fast schon sagen, das heute rückblicken, das ist ja eine absurde Einstellung. Aber das war für mich in der Grundschule schon klar. Also Musik war immer meine Motivation zur Leistung auch in anderen Bereichen. Aber wenn du sagst, Grundschule das ja super früh, woher kommt das?
Das ist eine sehr gute Frage. Ich befürchte von meinem Vater, der ja auch immer sehr zielstrebig und sehr aufgabenfokussiert ist und eigentlich fast keine Zeit mehr für was anderes lässt, außer seinen selbstständigen Beruf. Was ist der von Beruf? Journalist. Das ist Fluch und Segen zugleich, aber ich habe, glaube ich, dadurch eine ungeheure Zielstrebigkeit und eine ziemliche Identifikation mit dem Beruf kennengelernt.
Weil es ist ja kein Aubeit gehen, auch für ihn nicht. Und auch wenn es ihn total anstrengt, ist es was, was ihn ausfüllt. Und irgendwie war das wahrscheinlich schon immer mein unterbewusstes Vorbild. Und diese Art von Selbstorganisation, von Selbstmanagement vielleicht auch ein bisschen für mich zu implementieren.
Oder das war halt der logische, intuitive Weg. Das kann ich nicht mehr beurteilen.
Wie wurde das in der Schule von deinen Klassenkameraden wahrgenommen?
Ich glaube, da musst du die selbst fragen, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich das am besten beurteilen kann und sollte. Ich war nicht der beliebteste. In der Grundschule ging das noch, aber gerade in der weiterführenden Schule hatte ich schon meine Schwierigkeiten, Anschluss zu finden, aber auch Anschluss finden zu wollen.
Weil die zu unorganisiert und zu, fehlt mir jetzt das Wort, aber.
Ach, zu unorganisiert gar nicht, aber das ist, ich glaube, du willst auf den ähnlichen Faktor hinaus. Es war nicht meine Welt. Also die meisten Interessensgruppen stimmten da nicht überein. Und ich glaube, das ist ein ganz, ganz entscheidender Faktor gewesen, mal unabhängig davon, dass ich wahrscheinlich auch aufgrund meines Aussehens damals als etwas dicklicher, kleiner Junge, nicht ganz optimal behandelt wurde, um es vorsichtig auszudrücken.
Aber ich glaube, das war fast dann schon eher der Punkt. Aber das andere kam dann noch dazu. Kam da der Motor, den will ich es zeigen, noch dazu, oder war dir das egal? Ehrlich gesagt war mir das fast ein bisschen egal. Das habe ich eher, wenn irgendwelche Düre-Kritiken kommen von irgendwelchen Wettbewerben, die ich früher mal gemacht habe, da habe ich eher so dieses, den zeige ich es oder wenn ich von Bekanntenkreisdruck kriege, ja.
Weil in meinem Berufswunsch Musiker, da kriegst du ja ständig um die Ohren, willst du nicht das studieren? Willst du nicht lieber was Sicheres machen? Und was ist denn mit? Und so. Da habe ich eher die Entscheidung, also die Einstellung, den zeige ich es noch oder den Ansporn. Wer weiß, ob ich es schaffe, ja.
Aber nee, ich hab nicht diese Missgunst. Nee, nee, ich verstehe, ich hab das immer schon einigermaßen nachvollziehen können.
Okay. Das würde ich schon sagen. Aber gibt es einen Plan B? Wenn du sagst, also du bist ja noch nicht am Ende. Du bist, ich finde, du machst deinen Weg super und du hast schon einige Sachen erreicht. Aber gibt es irgendwo, wo du sagst, okay, bis dahin muss ich das und das erreicht haben. Ansonsten mache ich Plan B.
Oder gibt es ihn gar nicht? Das Ding ist, es gibt auf jeden Fall einen Plan B, den ich ausschließen kann. Für mich, wahrscheinlich ist es Blödsinn. Aber ich kann mir nicht vorstellen, in der Musik für jemanden anderen zu arbeiten. Also als Management oder als Booker. Das würde mich in einer Art und Weise, glaube ich, Stand jetzt zerreißen.
Ich glaube, das ist was, was ich mir nicht vorstellen kann. Also sozusagen in den Metern zu bleiben. Also entweder ich werde dann, keine Ahnung, Zugführer oder Managementbereich irgendwo ganz woanders. Aber dann eher nicht im musischen Bereich, denke ich. Weil meine Interessen sind schon vielfältig, aber ich glaube, ich würde es gar nicht schaffen, selbst wenn ich den Plan B hätte, den Plan A aufzugeben.
Egal wann, egal wie und egal mit welcher vorher gescheiterten Zielsetzung, weil wenn du die Leute hörst, die es tatsächlich geschafft haben, die schaffen es nur durch immer wieder aufstehen und weitermachen.
Du warst ja jetzt, wenn ich Instagram richtig verfolgt habe, vor ein paar Tagen bei Gregor Meile. Der ist ja auch so ein Paradebeispiel, der ja sehr, sehr lang getourt ist mit wenig Zuschauern, laut eigenen Aussagen, und dann kam, ich weiß gar nicht, 2011 oder so der Durchbruch und jetzt und war aber auch lang als Tontechniker für andere ja unterwegs.
Echt? Ah, okay. Das sollte jetzt gar nicht mehr so auf dem Schirm. Ja, aber das sind dann auch so Vorbilder und so Geschichten, die einem zeigen, dass es funktionieren kann. Und daran muss ich mich entlanghangeln, weil weißt du, ich habe immer gesagt, das schaffen halt wenige. Und ich möchte einer von sein.
Aber die Frage des Schaffens ist ja, Schaffen kann ja einerseits heißen, okay, ich kann gut davon lieben. Oder Schaffen kann heißen, ich will die Barclay-Arena in Hamburg irgendwie vollkriegen.
Ja, das ist natürlich relativ und manche Wachstumsprozesse müssen sich von selber ergeben. Ich möchte unbedingt vermeiden, dass ich ungesund wachse. Also dieser aufsteigende Stern oder die Sternschnuppe, die dann irgendwann verglüht, das sehe ich mich nicht. Das ist aber auch nicht mein Anspruch. Also du wirst zum Beispiel keinen Song von mir finden, der gleich klingt wie der davor.
Das stimmt.
Das Schaffen ist natürlich relativ, da gebe ich dir recht. Ich glaube, ich habe an mich und an mein Leben schon noch andere Vorstellungen, außer ich will die Barclay-Arena in Hamburg füllen. Ich möchte schon auch Welt sehen, weil ich lebe nur einmal. Und wenn ich das mit meiner Musik machen kann, dann ist das genau das, was ich tun möchte.
Und dann ist es wahrscheinlich sogar ein Nebenprodukt von dem Job, bestenfalls. Das ist wahrscheinlich eine romantische Vorstellung, die sich in zwei, drei Jahren von mir überholt haben wird. Dann reden wir in zwei, drei Jahren auch mal. Ja, ja, eben. Oder es wird halt ein anderer Weg. Aber es wird schon passen.
Und bis dahin schauen wir mal, ja.
Wenn wir jetzt den Grundschüler Leander nehmen, die sagen, okay, Traumberuf, Musiker. Und wann gab es jetzt in den letzten Jahren mal auch so Momente, wo du gesagt hast, okay, das ist wirklich der Weg. Also, wo gab es mal Rückmeldungen, wo du sagst, okay, geil, irgendwie kann ich Leute berühren. Ich will das wirklich machen.
Und ich kann
Sehr spannend. Das ist eine wirklich fantastische Frage. Eine, von der ich mir wahrscheinlich wünschen würde, dass sie häufiger vorkommt, weil ich habe häufiger Momente in den letzten Jahren, wo es andersrum war, wo es vielleicht Momente gab, wo ich mir dachte, will ich das machen, will ich diesen Preis aufwenden für das Ziel?
Und dann kommen nämlich genau die Momente, die du beschrieben hast. Und das sind eigentlich fast immer Momente auf der Bühne. Fast jeder Live-Auftritt, der unter einigermaßen gescheiten Bedingungen ist, mit zumindest ein bisschen Publikum, der gibt mir so viel, dass ich jede Motivation habe, weiterzumachen.
Und wenn ich merke, dass ich Menschen mit meiner Musik berühre oder dass wildfremden Menschen meine Songs, für meine Songs, ihre Handys rausholen und das filmen, weil sie von dem Song überzeugt sind. Also du kriegst es ja mit, wenn es ein kurz gezucke gibt und sie dann kurz überlegen, mache ich es wahrscheinlich, dann weiß ich es nicht.
Und dann kommt darauf vorher und dann merkst du, ah ja, okay. Man kriegt ja dann doch viel mit als Musiker. Und für die Momente mache ich es. Also nicht für die Bestätigung, aber für diesen gemeinsamen Moment des Musikerlebens und des Musikfühlens. Darum geht es mir. Und das sind Momente und Bestätigungen, die ich da habe.
Nicht so sehr diese Erfolge oder einmal im Radio gespielt zu werden. Das ist großartig, das ist ein tolles Gefühl, aber das ist nicht der Moment, wo ich sage, dafür mache ich es. Und dann gab es noch einen anderen kleinen Moment, als ich in Köln Straßenmusik gemacht habe, vor einem Auftritt mal damals noch mit meiner Band zusammen, gab es einen kleinen Jungen, der uns zugehört hat, bei unserem Programm teilweise, bei so ein paar bekannten Covern.
Weiß nicht, der wird vier, fünf Jahre alt gewesen sein und der hatte, war mal zusammen mit seinem Bruder und blieb dann stehen und bekam von einer Frau in Köln so einen Luftballon angeboten. Und er schüttelte nergisch den Kopf und wollte seinen Blick nicht von uns richten. Und ich fand das so süß, weil am Ende des Songs ging er zu uns und hatte so sein ganzes kleines Portemonnaie mit so Kupfermünzen vor uns ausgelehrt.
Und das war eine Form von Wertschätzung in so einem jungen Alter, wo du weißt, die kannst du nicht faken und die machst du nicht für Klicks. Und das hat mich berührt und ich weiß, ich weiß nicht, ob ich einen Moment finde, der das toppen wird, so schnell. Auf so eine kleine Art und Weise.
Ja, Kinder sind auch, finde ich immer, das schwerste Publikum, weil die halt so gnadenlos ehrlich sind. Wenn es denen nicht gefällt, sagen sie dir das, weil die ja nicht diesen Anstand, was Erwachsene zumindest noch haben, lächeln und ein bisschen Applaus, sondern entweder sie berührt und sie finden es gut.
Freut mich, dass du diese Erfahrung gemacht hast. Ich kann sagen, die Kinder sind für mich immer das beste Publikum gewesen, weil die haben bei uns immer Spaß. Weil du sagst es häufig, Kinder sind also auch im Podcast manchmal, dass Kinder so ein Spiegel sind. Und ich versuche und wir versuchen da oben immer Vollgas zu geben.
Und das geben die da unten dann auch. Und bei Erwachsenen ist das manchmal deutlich, deutlich schwieriger, überhaupt diese Aufmerksamkeit erstmal zu bekommen, die du von den Kindern bekommst.
Wir haben ja jetzt schon ein paar Mal so diesen Begriff Traumberuf gehabt. Wie ist das? Du bist ja jetzt, du arbeitest ja jetzt auch mit namhaften Produzenten schon zusammen. So der Einblick ins Business an sich, ist der jetzt eher erschreckend oder warst du realistisch drauf vorbereitet?
Ich war sehr realistisch drauf vorbereitet, weil ich ganz, ganz, ganz, ganz viele Horrorstories kenne. Schon mit klein auf bin ich da mit groß geworden und wurde da auch nicht mit verschont. Also als Geschichten, ne? Nicht als Erlebender, aber von Leuten, die in irgendwelchen Knebelverträgen sind. Von, weiß ich nicht, es war ja mein Alter damals, da war ich noch einstellig, als Justin Bieber zum Beispiel so erfolgreich wurde und man so die Medien um ihn rum mitbekommen hatte.
Und du merkst, was das mit einem Menschen macht. Und diesen Zusammenhang habe ich schon früh hergestellt. Also ich wusste ziemlich genau, worauf ich mich dann da einlassen würde. Lass uns in ein paar Jahren nochmal reden, ob ich das immer noch so sehe. Aber ich bin mir schon gewahr dessen, was mich erwartet.
Ich weiß natürlich nicht, wie das auf mich wirkt, aber ich weiß genau, was dann für Schwierigkeiten kommen könnten. Und jetzt, wo ich tatsächlich Kontakte habe ins Musikbusiness von Menschen, die diesen Alltag leben, die professionellen leben und das schon seit Jahren. Auch da gibt es von Horrorstories über, ja, das ist hier ein absoluter Traumberuf, den ich mache.
Und ich habe das Gefühl, das meiste daran ist Einstellung. Und der Beruf ist natürlich in gewissen Dingen auch einfach räudig. Und du musst super viel selbst machen, es wird super viel von dir gefordert, aber es liegt dann am Ende auch gefühlt viel an einem selber, wie man diesen Beruf interpretiert.
Und darauf bin ich vorbereitet. Schauen wir mal, ob die Vorbereitung hilft. Das würde ich jetzt mal so mitnehmen.
Ich habe jetzt schon angesprochen, du machst ja ziemlich viel selbst. Klar, du hast jetzt auch Kontakte und einen Produzent und so, aber ist das so ein Ding, wo du sagst, okay, ich will das alles in meiner Hand lassen oder würdest du bei einem Major-Label-Deal sofort juhu schreien?
Also ich würde super gerne mehr Dinge abgeben. Das Dreck ist sofort. Manchmal bekomme ich vorgeworfen, dass ich die Dinge ungern aus meiner Hand geben würde. Das kann ich so nicht bestätigen, weil ich sehr gerne viele Dinge abgebe an Menschen, denen ich das auch zutraue, denen ich vertraue und wo ich auch von der Kunst, die sie schaffen, dann überzeugt bin.
Aber für mich ist es als Independent-Künstler mit der aktuell noch geringen Reichweite wirklich kaum sinnvoll, zu einem Major-Label zu gehen. Weil die Konditionen verständlicherweise, das muss ich ja auch für so ein Major-Label lohnen. Und die Risiken sind ja heutzutage überschaubar, die Labels in dieser Größenordnung eingehen.
Es ist schon ein Denkmodell, ich würde mir das schon wünschen oder zumindest meine Aufgabenteilung wünschen, weil gerade was den Bereich Social Media angeht, Booking, Management, ja, das sind alles Dinge, die aktuell größtenteils in meiner Hand liegen. Also vor allen Dingen, was Management und Booking angeht, das bin alleine ich.
Und wenn ich diesen Verwaltungsaufgaben anfragen wusst, der ja, das kommt ja dazu, nicht immer erfolgreich ist, abgeben könnte, dann wäre das wirklich viel wert. Und da würde ich auch viel drum geben. Aber ich bin realistisch genug zu wissen, dass das im Augenblick für fast noch niemanden so eine Sicherheit des Erfolgs bringt, dass das überhaupt sinnvoll für mich wäre, weil meine Konditionen wären wahrscheinlich überschaubar.
Aber hättest du nicht Angst, dass du dich dann verbiegen müsstest oder wäre dir das egal?
Naja, aber deshalb will ich ja in gewisser Weise auch eine Reichweite oder einen Hebel aufbauen, mit dem ich ein gewisses Mitspracherecht auch habe. Weil wenn ich dieses Level erreicht habe, dann schätzen mich meine Zuhörer ja für die Musik, die ich mache und nicht für die Musik, die das Label möchte, das ich mache.
Oder was auch immer. Und dann sollte ich diese Musik auch weitermachen. Ich schätze es sehr, Musik unter einer Aufgabe zu schreiben, beispielsweise schreib eine Taschenlampenballade oder mach hier und da den Song Poppiger. Das ist für mich was anderes, außer ein Diktat. Das ist für mich eine Herausforderung, das ist für mich Spaß.
Das ist wie, weiß ich nicht, für Bergsteiger den nächsten Berg zu erklimmen. Oder im Flugsimulator zu üben, wie es ist, mit nur einer Turbine zu fliegen. Das sind einfach Herausforderungen, mit denen du andere Dinge dann anstellst. Und das ist für mich eher eine Bereicherung. Und selbst wenn solche Verträge sind ja auch nie dann für ewig, oder?
Ich weiß es nicht, aber eine Zeit lang kann ich mir das auf jeden Fall vorstellen. Und wenn das bedeutet, dass ich mich dann, ich müsste mich bestenfalls nicht verbiegen, sondern ich hätte neue Aufgaben. Klängt wieder eher nach einer Einstellung. Ja, vielleicht.
Was sehr gut ist. Also wenn man Dinge, glaube ich, einstellungstechnisch als Herausforderung sieht und nicht als, okay, ich muss das jetzt machen und das muss jetzt so sein und ich will eigentlich gar nicht mehr so viel.
Aber das hatte ich aber auch oft genug jetzt in den letzten Jahren. Also gerade so von Corona rauskommt, da hatte man schon das Gefühl, wofür machst du das eigentlich? Weil ich hatte ja vorhin davon gesprochen, dass es mir am meisten gibt, live zu spielen. Und das war ja nicht da. Für mich, ich bin damit aufgewachsen.
Ich habe jedes Jahr schon mit 13 natürlich keine Solo-Sachen, aber bis zu 50 Konzerte gegeben. Ja, in Musicals, in Orchestern, in eigenen Vorspielen, mit Bands. Und das fiel dann weg. Und das war für mich Alltag und das fiel dann auf einmal weg. Und da habe ich mir lange die Frage gestellt, wofür ich das dann mache.
Kommt das jemals wieder? Und das waren dann auch die Momente, wo ich mich richtig durchbeißen musste und wo es dann natürlich auch nicht so gut lief, weil ich habe letztens mit einer Freundin von mir gesprochen, die einen ähnlichen Weg beschreitet und die berichtete genau dasselbe. Wenn man eine sehr positive Grundeinstellung hat, dann kommen irgendwie die Anfragen rein und dann laufen die Sachen gut.
Und wenn eben nicht, dann läuft es eben schleppender. Und wahrscheinlich ist es eine Einstellungssache, ja.
Für alle, die jetzt deine Musik noch nicht kennen, wie würdest du die beschreiben? Oder anders probieren.
Ja, ich würde es anders probieren. Ich würde sagen, was ist mein, oder was ist meine Idee mit der Musik? Weil ich versuche, einen Mix aus dem zu machen, was ich sehr gerne höre. Das ist vor allen Dingen 80s-Pop Richtung Toto inspiriert, ein bisschen Singer-Songwriter John Mayer-Stil, aber auch moderner Country Rock.
Gleichzeitig versuche ich, Elemente, die nicht so oft im Radio zu hören sind, zu vermengen mit Mainstream-Elementen, mit Chorussen, denen man mitsingen kann. Und ungefähr so würde ich meine Musik auch erklären. In Kombination mit, du wirst keinen Song finden, der gleich klingt wie der davor. Und man wird mich nicht in diese eine Schublade stecken können für immer.
Vielleicht für den Augenblick, aber nicht für immer. Das heißt, aktuell würde ich sagen, ist meine Musik der beste Mix aus meinen Vorbildern und dem Mainstream.
Du hast ja dann, wenn der Podcast rauskommt in ein paar Tagen, eine Single-Veröffentlichung, die da heißt Broken Lands wird das sein.
Inspiriert von einer Raststätte an der A7 auf dem Weg nach Sylt. Und zwar 2023 fuhr ich geradewegs auf der A7 nach Sylt und rechts am Rand Brockenlande die Raststätte. Da habe ich gedacht, Mensch, Brockenlande, klingt wie Broken Lands, müsste man eigentlich mal einen Titel draus machen. Und die restlichen zwei Wochen habe ich den Titel geschrieben.
Es war sehr intensive Arbeit und ich freue mich drauf, dass wahrscheinlich einer meiner anspruchsvollsten, komplexesten Songs dann im August kommt, ja. Gekommen ist dann wahrscheinlich. Kommen wir, kommen ist.
Bleiben wir beim Schreibprozess, wenn du sagst, es ist einer der komplexeren Songs, wie gehst du vor, hast du erst einen Text? Hast du erst eine Melodie, hast du erst einen Akkorde oder sagst du, okay, ich möchte jetzt bewusst mal eine Akkordfolge machen, die komplexer ist als nur drei Akkorde?
Ja, also im Grunde trifft es deine letzte Vermutung am häufigsten. Es gibt nicht den einen Schreibprozess bei mir, es gibt schon sehr unterschiedliche Dinge. Es gibt fast so viele, dass ich gerade kaum weiß, wo ich da ansetzen kann. Natürlich habe ich das Übliche, dass ich mehr Schriftstücke notiere.
Also wenn ich irgendwo lustige Sachen sehe oder Sätze, die mir in den Kopf kommen, in ganz unterschiedlichsten Situationen komme Sätze im Kopf, wo ich denke, das ist irgendwie memorabel. Oder das betrachtet eine Sache aus einem anderen Blickwinkel. Dann notiere ich mir die. Aber es beginnt selten ein Song bei mir mit nur dem Text.
Meistens ist es tatsächlich so, dass ich eher eine Melodielinie habe. Oder tatsächlich ein Instrumentalfragment, was ich super cool finde, was mich inspiriert, was mich sofort in irgendeine Melodiesphäre gibt, wo ich dann genau weiß, was ich darüber singen möchte. Das passiert am häufigsten und dann gibt es noch so die Ausnahmen, dass ich mir Aufgaben gebe, wie schreib mal eine Taschenlampenballade, schreib mal einen Song, der möglichst einfach ist, schreib einen Song, der in die Richtung Edge Hiring geht.
Also solche Sachen, die ich mir irgendwie quasi wie so kleine Songwriting-Aufgaben setze. Und so entsteht das dann meistens. Oder schreib halt mal einen Song, der komplexer ist als eben nur vier Akkorde. Wobei das passiert eigentlich eher intuitiv, das andere ist ein bisschen kontrointuitiver.
Aber wenn du jetzt zum Beispiel sagst, ich will einen Song wie Etcheeran schreiben, wie viele Songs von Ethereum analysierst du dann?
Gar nicht. Das ist ja nur mein Image dann davon oder das, was ich von ihm interessant finde, weil ich möchte ja nicht so klingen wie jemand anders. Wäre natürlich nicht möglich, ist ja eh immer meine Interpretation davon. Das ist ja auch das Schöne, wenn du meine Songs nachspielen würdest, das würde ja ganz anders klingen oder arrangieren würdest.
Und du würdest es ganz anders auffassen und genau das versuche ich im Prinzip auch. Also ich stelle mir quasi so ein bisschen dann einfach vor, wie wäre es denn für jemanden zu schreiben? Also für zum Beispiel dann Edgiren zu schreiben. Und dann kommt das dann dabei raus. Dabei analysiere ich ihn natürlich nicht im klassischen Sinne, sondern ich rufe mir in Erinnerung, was macht seine Songs für mich aus.
Und was zeichnet sozusagen dann auch die Melodielinien aus, wie einfach sind die Songs und warum sind sie trotzdem so hockig und nicht nervig. Zum Beispiel sowas. Das gleiche würde ich dann auch machen, wenn ich eben Auftragssongs schreibe für andere Menschen oder mit anderen Menschen zusammenarbeite.
Hast du das schon mal gemacht? Habe ich einmal gemacht. Vor zwei Jahren der Song ist leider noch nicht rausgekommen, weil sich das Projekt ein bisschen verzögert hat. Aber ich habe zusammen mit meiner damaligen Duopartnerin habe ich einen Song geschrieben für Volkan Baider. Ich weiß nicht, ob Daddy was sagt, der ist Teil gewesen von dem Duo Orange Blue, was um die 2000er Jahre den großen Hit, She's Got the Light hatte, mit dem ich mich dann 2023 eben getroffen hatte und so ein bisschen kennengelernt und dann hatten wir die Idee, doch mal was zusammen zu machen.
Und daraus ist dann eben ein Song entstanden auf Deutsch, eine wirklich, wie ich finde, schöne Ballade mit auch schönem Text. Die hat bis jetzt aber noch nicht das Licht der Welt ablegt. Aber es war für mich dann die Herausforderung, schreib einen Song, der für dich so klingt, als würde ihn Wolkan beider singen wollen.
Okay.
Das ist natürlich meistens Blödsinn, ja, weil die Künstler wissen selbst am besten, wie es ist, aber das ist für mich eine schöne Herausforderung. Weil hör den Stil an, adaptiere es und machst du deinem eigenen. Das ist, glaube ich, so die spannendste Aufgabe für mich.
Also man ist ja immer auf seinen aktuellsten Song am meisten stolz, aber wenn wir jetzt mal Broken Learns kurz ausklammern, auf welchen Song, den du vorher rausgebracht hast, bist du am meisten stolz?
Das ist wieder mal eine sehr, sehr schöne Frage. Ich würde sagen, ich bin auf den Song am meisten stolz, den ich gerade schreibe, weniger den, den ich gerade rausbringe. Weil das meistens die Grundlage dafür ist, dass ich die Idee weiterverfolge. Aber um auf deine Frage zurückzukommen, ich bin am meisten stolz, glaube ich, auf I Run, weil der wirklich sehr, sehr gut geworden ist.
Finde ich auch. Also auch produktionsqualitätstechnisch resoniert er nochmal anders mit mir. Nicht unbedingt songtechnisch, sondern wirklich rein von der von der handwerklichen Mache. Und darauf bin ich sehr stolz, dass mir das Ziel endlich mal eine Produktion, mit der ich zufrieden bin. Nicht, dass ich da nichts auszusetzen hätte, aber zufriedener bin ich als vorher, das Ziel habe ich erfüllt.
Und wenn ich mir meine selbstgesteckten Ziele erfülle, dann bin ich da stolz drauf. Und deshalb ist Iran, glaube ich, im Augenblick ein Song, der mich sehr stolz macht.
Du arbeitest ja mit einem Produzent oder mit Produzenten schon zusammen. Die sind ja gar nicht so unnamenhaft. Also du hast mir ja vorhin gesagt, mit wem die alles zusammenarbeiten oder schon gearbeitet haben. Welche Namen waren da dabei?
Ja, also mein Produzent, mit dem ich zusammenarbeite jetzt für die nächsten Singles und für die letzten Singles, das ist der Hendrik Sieber. Der sitzt in Leipzig mit seinem Louvle-Studium. Und der hat damals, bevor er ins Studiobusiness gegangen ist, für Michael Patrick Kelly und Gregor Meile Bass gespielt.
Also genau, Gregor Meile ist der auch ein Begriff. Auf jeden Fall seine Axel auch schon zum besuchen Podcast.
Michael Patrick Kelly natürlich auch. Wie kommt man an so jemand? Ruf mir den einfach an, sagt, ich hätte hier mal ein paar Songs, ich hätte auch genug Geld, um das Studio zu geben, los geht's.
Ungefähr so war es. Also es war ein langer Prozess. Weil es gab vorher einige Produktionen, die ich mit der Band gemacht hatte, die ich auch mit meinem damaligen Duo noch gemacht hatte, mit denen alle Beteiligten eigentlich sehr unzufrieden waren. Von der Qualität, von der Umsetzung, von der Vorbereitung, fast von allem.
Und dann begab es sich zu der Zeit, dass 2023 tatsächlich, wie du sagtest, genug Geld da war in dem Duo und auch die Songs da waren und der unbedingte Wille, das Projekt voranzuschieben. Und das kannst du nur machen mit bestimmten Dingen draußen. Und deshalb war die Aufgabe, einen Produzenten zu finden.
Das hatte sich, also wenn ich mich richtig erinnere, mindestens mal ein Viertel, ein halbes Jahr, ein Vierteljahr, Dreivierteljahr, sowas hingezogen. Und dann schrieb uns tatsächlich das Louvle-Studio eben an, in Persona von Hendrik. Und dann, da wir uns grundsätzlich dann alles angehört haben und nicht von Gund auf gesagt haben, nö, haben wir gesagt, ja, schick mal zu und wir hatten das angehört und da war zum ersten Mal ein Stil, ein Mischverhältnisse, wo wir gesagt haben, das ist das, wo wir uns das vorstellen können.
Und dann hatten wir das erstmal gar nicht so geahnt und hatten dann mit ihm gesprochen, was wir uns vorstellen. Und dann stellte sich halt nach und nach immer mehr raus, wie lange er eigentlich schon im Business ist und was er für Erfahrungen und Kontakte hat. Es war also eine rein zufällige Begegnung und die hatte sich eigentlich nur darauf gestützt, dass wir von seinem Handwerk überzeugt waren und gar nicht so sehr von, der hat schon jenes gemacht und dies gemacht und mit dem gespielt.
Im Zweifel interessiert mich das nicht. Im Zweifel interessiert mich die Kunst und wie jemand an eine Sache rangeht. Und das war der Grund zu sagen, ja, wir kennen die nicht und wir fahren aber eine Woche nach Leipzig. Und ich bin sehr happy, dass wir das gemacht haben.
Und wie schwer ist es dann, als junge Künstler da zu sein und dann sitzt da so ein Typ und sagt, ja, mach das mal so, mach das mal so und mach das vielleicht auch noch so.
In dem Moment nicht mehr so. Es ist immer eine Herausforderung, wenn du Songs schon zwei, drei Jahre kennst und dann ein Produzent sagt, das ist für mich kein Refrain. Also für mich ist eher das ein Refrain, wir stellen den Song jetzt so und so um und dann klingt der Song komplett anders. Oder Beispiel Broken Lance, zwar eigentlich eine Klavierballade.
Und dann kam ich ins Studio und gesagt, ja, können wir machen, aber nur wenn du es auf Gitarre spielst. Okay, mal eben meinen komplexesten Song auf Gitarre spielen, klar, gib mir 30 Minuten. Also es ist schon eine Herausforderung, sich dann auch an den Sound zu gewöhnen und zu spielen.
Aber welche Begründung hat er da angeführt? Also in der Fragst du das oder nimmst du das dann einfach an?
Naja, wir sprechen ja drüber auch, was meine Zielsetzungen sind. Und meine Zielsetzung war halt so ein bisschen moderner auch zu sein. Und ihm war es im Grunde nicht modern genug. Es war halt zu sehr in dieser 80er Soundwelt auch verhaftet. Also es ging dann gar nicht so sehr darum, den Song in seiner DNA zu verändern, sondern eher ihn soundlich moderner zu machen.
Und da ich dann einfach herausforderungstechnisch immer sage, ja, können wir machen, zumindest mal ausprobieren. Wobei das dann eine Zeitfrage wieder ist. Zeit ist Geld in einem Studio? Ja, es kommt drauf an. Also bei mir ist das tatsächlich ein Modell, wo wir nach Song gehen. Ah, okay. Und natürlich ist es Geld, weil ich ja auch dann mal eben nach Leipzig fahre und ein Hotel bezahle und eine bestimmte Tagesanzahl dann auch mir nehme.
In denen muss das dann auch fertig sein, natürlich auch im wirtschaftlichen Sinne dann auch für ihn. Aber das sind Ideen, die du in einem Produktionsprozess ausprobieren musst, um ein künstlerisch wertvolles Ergebnis zu kreieren. Also ich glaube, das war sehr relevant, auch wenn es sich für mich im ersten Moment ungewohnt und vielleicht auch sogar nicht unbedingt besser anfühlt.
In meiner Band, in meiner ersten damals, als ich die ersten Songs geschrieben habe, die wirklich teilweise von mäßiger Qualität waren, da fiel es mir schon etwas schwerer, die Kritik nicht persönlich zu nehmen. Aber man lernt das mit der Zeit. Und irgendwann ist man dann dankbar für diese Kritik. Und das bin ich sehr.
Was macht einen Song handwerklich besser? Also wenn du jetzt zum Beispiel rückblickst und sagst, okay, handwerklich waren die Songs damals gar nicht so gut. Und ich weiß, wie das so ist. Ich habe für meinen Orchester früher geschrieben, wenn ich mir die Sachen angucke, die ich vor 20 Jahren geschrieben habe, wo ich noch völlig überzeugt war, dass die ja eigentlich ganz gut sind, denke ich mal, oh, okay.
Aber wie ist das bei Popmusik?
Also was ist handwerklich anders jetzt, wo du sagst, damals, naja, ein Song muss für mich immer nach dem Anspruch an dem Song funktionieren. Wenn ich also den Anspruch habe, einen möglichst komplexen Song zu schreiben, der ein Orwurm drin hat, dann muss es genau dieses Kriterium erfüllen. Und das macht ihn dann für mich handwerklich sauber.
Also was soll quasi der Sinn sein und wie ist es dann umgesetzt? Deshalb setze ich mir halt auch ganz gern so Ziele. Und dann kann ich daran erkennen, ist es handwerklich sauber oder nicht. Für mich. Also das ist natürlich eine rein subjektive Beurteilung. Aber auch wenn ich das bei anderen Freunden oder so, wenn ich Songentwürfe höre, dann habe ich für mich relativ schnell eine Tendenz, ob ich den Song handwerklich sauber finde oder nicht.
Ich kann das gar nicht so richtig. Begreifen, weil das natürlich mit meinen künstlerischen und musikalischen, wahrscheinlich schon frühen Erfahrungen zu tun hat. Aber ein Song ist allgemein gesagt natürlich dann handwerklich sauber, wenn er rund zu Ende läuft, wenn man nicht das Gefühl hat mittendrin, dass es entweder A total langweilig wird, weil es zu repetitiv ist, oder dass es B nichts hängen bleibt, weil nichts davon wirklich haften bleibt, weil der Chorus nicht stark genug ist, weil die Message langweilig ist.
Und die Gefahr will ich bei meiner Musik möglichst vermeiden und das gelingt halt logischerweise nicht immer. Aber danach versuche ich meine Songs ein bisschen zu beurteilen. Oder meine Entwürfe besser gesagt.
Okay, wenn du mit dem Anspruch auf die heutige Popmusik blickst, die in den Charts ist, was würdest du sagen?
Ich entdecke sehr viele Sachen, die einfach handwerklich sehr sauber sind. Das würde ich schon sagen. Also die Produktionsqualität ist natürlich enorm. Das finde ich schon. Das sind auch Niveaus, an die ich mit meinem Budget nicht rankomme. Aber mir geht es ja dann eher und dir dann auch in der Frage eher um den reinen Song.
Und wahrscheinlich hätte ich früher gesagt, dass mir das nicht genügt. Aber mittlerweile, dadurch, dass ich dann auch viel aus der Popmusik höre, um so ein bisschen auch den Zeitgeist versuche zu versuchen zu greifen, ich werde toleranter und ich weiß gar nicht, ob mir das gefällt. Also ich finde die Songs in den Charts mittlerweile eigentlich ziemlich cool, weil ich versuche, den Songs eigene Dinge abzugewinnen.
Wobei es mir schwer ist, also ich höre das privat eigentlich nicht. Aber es gibt dann immer wieder so Dinge, die mich wirklich überraschen. Und wenn sich Künstler neu erfinden, Beispiel Ed Shiran mit seinen neuen Nummern, die sehr so ein bisschen von der, von, begebe ich mich auf gefährliches Terrain, aber gefühlt von der ostasiatischen Szene ein bisschen beeinflusst sind.
Das ist total faszinierend.
Aber da stelle ich mir immer die Frage, ist das, weil sie plötzlich die Musik gut finden oder weil sie den Markt erobern wollen?
Weiß ich nicht. Ist mir im Endeffekt auch egal, weil es schafft eine Symbiose, die künstlerisch wertvoll ist und die mich inspiriert dazu. Und das ist für mich das Wichtigste. Dass da monetäre Interessen hinterstecken, um Gottes Willen, wieso nicht? Also ich finde es nicht verwerflich, auch für Kunst nicht.
Aber ich weiß, dass es da sehr unterschiedliche Ansichten zu gibt.
Kennst du Rick Beato? Ja. Der hat auch schon mal so ein bisschen die US-amerikanischen Charts so ein bisschen auseinandergebracht. Top Ten, genau, aber völlig schockiert ist. Und der hat das auch mal gesagt, und das ist ja in deutscher Popmusik genauso, dass ja an einem Song heutzutage nicht mehr nur einer oder zwei schreiben, sondern irgendwie so gefühlt 28 Leute.
Und dafür, denke ich mir immer, kommt erstaunlich wenig dabei raus.
In dem Fall würde ich dir jetzt genau recht geben. Also wenn wir es jetzt nicht auf die Songqualität beschränken, sondern auf die Vielfalt und die Individualität, die lässt zu wünschen übrig. Aber genau das ist der Punkt, weshalb ich mit meiner Musik auch dahin möchte und weshalb ich das auch schon vor zehn Jahren gefühlt habe.
Mittlerweile ist es ja noch gleicher. Das würde ich schon sagen. Also es kommen natürlich immer wieder neue Einflüsse mit rein, das ist gar keine Frage. Aber es ist schon teilweise eine wirklich sehr, sehr langweilige Suppe. Und wenn ein Hit funktioniert, dann kommt der nächste, der ja genau gleich kriegt vom anderen Künstler und du fragst dich, ups, sind ja die gleichen Songwriter, ob das so war.
Ja, ich frage mich immer, warum da immer acht Namen stehen. Also früher, ich weiß, das klingt jetzt total altbacken, aber Toto, Beatles und wie sie alle heißen, da haben zwei gelangt für welche jetzt. Heute sitzen da acht, neun Leute und ein Jahr später kennt man den nicht.
Ja, gut, du kannst es nicht generalisieren, aber bei den ganz großen Sachen ist es schon so und ich weiß auch nicht, inwieweit das vielleicht Vorgaben von den Labels sind. Die haben ja auch wahrscheinlich ihre festen Rahmenverträge dann gegebenenfalls. Deshalb, ich hoffe, dass ich irgendwann mal in der Lage dazu sein werde, diese Welt ein bisschen mehr zu blicken.
Vielleicht habe ich dann ein größeres Verständnis dafür. Bis dahin finde ich es immer noch sehr ehrenwert, wenn Künstler ihre Songs zumindest zum großen Teil selbst oder zumindest selbst mitschreiben. Das ist mir wichtig, weil sonst habe ich nicht das Gefühl, dem Künstler zuzuhören, sondern irgendwem anders.
Ich brauche kein Produkt als reines Produkt als Musik. Eine Aussage. Dann kann ich auch ein Buch lesen oder was weiß ich oder keine Ahnung, ein Zitat lesen oder sonst was. Wenn ich einem Künstler auf der Bühne zuhöre, dann möchte ich das Gefühl haben, dass das von ihm kommt. Und deshalb resonieren die meisten Chart-Acts nicht mit mir.
Interessieren nicht Algorithmen? Definiere Interesse. Naja, ich habe manchmal das Gefühl, dass Popmusik schon sehr Algorithmusbasierend geschrieben wird. Also rein Sonaufbau technisch.
Also ich finde auf Instagram und TikTok die Algorithmen zu kennen, für mich deutlich interessanter und die Faktoren außerhalb des kreativen Prozesses zu kennen, die dafür verantwortlich sind, dass meine Musik gehört wird. Also sprich, dass ich Spotify alles gebe, was es hat, damit es zufrieden ist und so weiter.
Zum Beispiel. Darauf achte ich schon sehr, aber in der Hinsicht auf den kreativen Prozess und ob ich da noch ein Refrain dranhänge oder ob ich nach 30 Sekunden schon den Refrain habe, das interessiert mich nicht. Und das würde mich auch nicht interessieren. Also ich schreibe eh sehr poppig. Da brauche ich keinen Hinterkopf für Algorithmen.
Okay.
Also so ist meine Wahrnehmung wahrscheinlich. Ist das wieder unterschiedlich.
Was hast du noch so für Dinge im Kopf, wenn du sagst, okay, der Song soll so klingen, der soll so klingen. Gibt es da schon Sachen auf dem Zettel, wo du sagst, okay, ich will auf jeden Fall mal einen Song schreiben, der ungefähr in die Ecke geht?
Ich hatte gehofft, dass du das fragst. Wir sind ja hier im Blasmusik-Podcast. Ich habe schon 2020 einen ersten Entwurf beim Spazierengehen gehabt von einem Song, den ich mal als Arbeitstitel Today genannt habe. Und er ist im Grunde in weiter Ferne, weil er hat einen Bläsersatz drin in meinem Kopf, aber ich kann ihn natürlich überhaupt nicht umsetzen.
Also weder von der Fähigkeitenseite im spielerischen Bereich noch von der arrangementechnischen Seite. Das heißt, irgendwann hoffe ich mir, dass ich diesen Traum erfüllen kann und diesen sehr jazzigen, sehr Big Band-styligen Song, also auch von den Akkorden und von allem, der ist sehr vielfältig, den muss ich auch nochmal überarbeiten.
War ich schon seit Jahren nicht dran, aber der hat eine ganz coole Bläserhook und ich hoffe, dass ich den irgendwann nochmal verarbeiten kann, weil der schlummert immer noch ein bisschen in mir. Es ist kein Prioritätenprojekt, aber ich meine, ja, ich hoffe, dass ich irgendwann dann auch mal einen Song mit Bläsern habe.
Und das wäre zum Beispiel einer.
Du hast ja im neuen Song auch schon mal einen Streicher dabei.
Ja, in der Tat. Der Christian Herzberger, der auch beim Gregor Meilefield spielt und international unterwegs ist, der hat auf meiner neuen Single, die jetzt vor kurzem rausgekommen ist, im Juni Make You Wild mit E am Ende eher Geige gespielt und ein bisschen Bratsche. Und das war so aus der Idee, dass wir ein bisschen Country-Elemente, ein bisschen vorgekehrt Sachen haben wollen für so einen sehr sommerlichen Song und die hat es dann mit auf die Produktion geschafft.
Aber gibt mir so jemandem dann was vor oder sagst du, okay, es soll ungefähr so klingen, mach mal.
Genau, also ich versuche eigentlich den Musikern, egal in welcher Form, möglichst viel Freiheit zu lassen, weil das ist meistens eh besser als das, was ich dann irgendwie im Kopf habe. Genauso war es auch diesmal. Er hat dann eine sehr frühe Demo bekommen von dem Song, die wir direkt dann geschickt haben, sobald es irgendwie halbwegs repräsentativ war.
Ich glaube eine Woche, nachdem ich im Studio war im November. Und dann hatten wir so ein, zwei Vorgaben gesagt. Es gab so eine Hauptmelodie, die da drin ist. Die sollte der mal probieren, ob das klingt. Das war so eine Vorstellung von mir. Im Endeffekt habe ich es da mit einer Gitarre gemacht, glaube ich.
Und das viel Wichtigere war aber eigentlich, dass er so soloartig hinten raus spielen soll, wie das bei manchen Country Songs eben ist, so crazy fiddle-mäßig. Irgendwie da was drüber hauen. Also das ist schon sehr frei gewesen in dem Fall.
Könntest du dir vorstellen, sowas öfter jetzt mitzunehmen in deinen Songs?
Ja, aber nicht um das Selbstwillen, sondern wirklich um das Songs willen. Also das muss schon, muss schon gut passen. Und ich möchte das auch da platzieren, wo ich das Gefühl habe, es kriegt die Aufmerksamkeit und es kriegt den Part in dem Song, den der Song auch braucht. Aber in dem Fall gehört das halt zu meiner Vorstellung dazu, genauso wie bei die Blazer bei dem Song Today, der noch nicht existiert oder noch nicht in der Öffentlichkeit ist und ja, kann ich mir durchaus vorstellen.
Wenn du morgen unabhängig vom Geld deine Karriere dir so bauen könntest, wie du möchtest, wo du glaubst, am zufriedensten zu sein, wie sah das aus? Mit welcher Band? Oder wärst du doch nur allein unterwegs?
Ich würde am liebsten mit Band spielen. Am liebsten einige Festivals. Das ist eine Erfahrung, die ich noch nicht großartig gemacht habe, noch auf keinem großen, größeren Festival. Am liebsten global und nicht nur deutschlandweit, weil ich einfach von meiner Einstellung her ein total totaler Kosmopolit irgendwie bin.
Also ich habe einfach Spaß an anderen Kulturen, an neuen Einflüssen und an anderen Reizen. Deshalb gehört das mit in die Traumvorstellung. Und genau, ich würde in der Band spielen, ich würde wahrscheinlich Gitarre spielen, tendenziell, also Akustik und E-Gitarre, weg vom Keyboard, weil mir das mehr Freiheit gibt auf der Bühne.
Weil mich das Keyboard über die Jahre, wo ich das in der Band gemacht habe, sehr eingeschränkt hat in der Bewegungsfreiheit und damit auch in der Energie, die dann rüberkommt, weil ich bin ja Leadsänger der Band. Das heißt, es muss ja irgendwo herkommen. Und mein großer Wunsch ist tatsächlich eine geile Show zu haben, auch mal eine durchprogrammierte Show.
Vielleicht ist das nicht die Endlösung für meine Live-Show, aber zumindest will ich das auf jeden Fall als Möglichkeit mal ausprobieren, eine durchprogrammierte Show zu haben, eine satte Band zu haben, auch eine volle Besetzung. Vielleicht mal sogar mit anderen Instrumenten außer den Standardsachen. Das wäre meine Traumvorstellung, wenn das Geld keine Rolle spielt, ja.
Okay. Nummer kleiner, für wen würdest du gerne mal opener machen?
Das ist eine Nummer kleiner ist, wenn ich jetzt sage John Mayor. Wobei ich gar nicht weiß, ob das unbedingt das ist, wo ich opener für machen würde. Wow, die Frage ist gut. Aktuell würde ich sagen, ich würde gerne mal im deutschen Bereich würde ich gerne für Nico Santos eröffnen. Live-Show ist geil, das würde ich gerne machen.
Ich glaube, der Stil passt halbwegs, ist aber nicht so ähnlich, um quasi als Vormann problematisch zu sein. Da hätte ich Bock drauf. Also, ja, mal so ein ganz vorsichtiges, vorsichtige Idee in der Hinsicht. Ansonsten.
Also, falls Nico Santos zufälligerweise im Blasmusik-Podcast hört, wir hätten ja jemanden, der offener machen möchte.
Ja, also ich bin gespannt, was da noch so passiert im Laufe der Zeit. Mal gucken. Aber vielleicht klappt es ja jetzt mit Max Giesinger mit dem Video, da sehe ich eigentlich. Vielleicht. Vielleicht.
Und dann sind die Türen geöffnet. Max Giesinger, Nico Santos, sie sind ja alle. Schauen wir mal. Du hast gerade so schön gesagt, du fühlst dich als Kosmopolit. Welche Musikrichtung, du hast jetzt Country schon angesprochen, welche Musikrichtung würdest du gern mal einbauen?
Die ich noch nicht eingebaut habe. Wow. Boah, spannend, kenne ich mich viel zu wenig aus, ehrlicherweise.
Ja, aber das, was dir so bekannt ist, das würde mich mal reizen.
Okay, anders gesagt, ich hätte Bock, meine Schlagernummer zu schreiben. Für? Oh, das ist mir ein bisschen gleich. Roland Kaiser. Weiß ich nicht. Kenne ich mich auch zu wenig drin aus, aber ich hätte Bock, meine Schlagernummer zu schreiben. Einfach so ein Ding, weißt du, wo du so, wo du so dir gar keine Gedanken machen musst, um mein eigenes Projekt, sondern einfach mal einfach nur mal Spaßmusik.
Einfach mal, ich mache ja dann schon doch sehr ernst gemeinte Musik und einfach mal loslassen.
unknown Okay.
Oder auch eine Spaßband. So ein paar lustige Songs einfach machen. Die Ideen dafür gibt es schon. So ist es nicht. Aber mir fehlt die Zeit, um das zu verfolgen.
Und was wird passieren? Oder wie würdest du dir gehen, wenn du eine Spaßband machst und die wird plötzlich erfolgreich? Ja, ich würde es mitnehmen.
Ist ja okay. Aber das Problem ist ja, dass das dann auch wahrscheinlich ist, zu passieren. Weil wenn ich dann die Energie dann darauf verwende, zu sagen, ich mach das jetzt und ich wüsste erstens gar nicht, wo ich die Zeit jetzt heutzutage noch hernehme. Und das kanalisiert natürlich dann auch Energie wieder von meinem Hauptprojekt weg.
Und deshalb versuche ich das zu vermeiden. Ich versuche eher so schnell wie möglich an ein Level zu kommen, wo ich mir solche Sachen auch erlauben kann. Das ist eher so das Ziel. Aber ich hätte schon ziemlich Bock drauf.
Also ich muss ja trotzdem mit so ein bisschen Wehmut dann sagen, ich hoffe, dass du noch lang nicht die Arenen spielst, sonst hast du keine Zeit mehr, meinen Podcast zu schneiden. Obwohl ich dir den Erfolg natürlich von Herzen wünsche. Jetzt kommt noch eine ganz fiese Frage, worüber du dir wahrscheinlich nie Gedanken gemacht hast.
Da bin ich super gespannt. Weil ich jetzt gerade nochmal den Schwenk zum Podcast habe. Was könnte man am Podcast besser machen? Weil du bist ja, du bist ja quasi so ein bisschen Referenz für mich, wenn du mir schreibst, okay, das war ein gutes Gespräch, denke ich mir, okay, das könnte dann quasi jemanden, der noch mehr in der Thematik drin ist, weil du bist ja jetzt gar nicht so tief in der Blasmusik drin.
Nicht direkt, ja. Noch spannender dann sein, logischerweise, weil sie dann den Menschen kennen, der da sitzt irgendwie. Deswegen die Frage, was würdest du dir denn als Cutter wünschen, dass das besser wird? Außer dass ich weniger Äm sage?
Ja, kenne ich ja mittlerweile schon vorm Hören. Die M's, ich würde mir ein bisschen mehr symphonische Blasmusik wünschen. Ich weiß nicht, ob das man besser machen kann, aber mir fehlt meine Ecke der Blasmusik manchmal.
Okay.
Oder ich habe halt nicht oft genug reingehört. Aber also das, was ich, das, was ich damals gemacht habe, die Sachen, die ja auch teilweise von Dorfvereinen gespielt werden, ja, also so bei mir war das Timo Kras damals, weiß ich noch. Ich liebe die Stücke. Den treffe ich im September tatsächlich. Ob er mit mir reden will, weiß noch nicht.
Aber wir erzählen uns zumindest. Groß, also das war für mich immer, ich wusste, wenn wir was von ihm spielen, das wird herzerwärmt. Und einige Sachen da in der Richtung Rossano Galanta gab es, glaube ich, auch noch solche Sachen. Ich weiß nicht, ob du den kennst. Also sowas da nochmal ein bisschen mit reinfließen zu lassen, wäre für meine Seele schön, für meine Blasmusikseele.
Und ansonsten fände ich es natürlich generell cool, mal ein paar Fragen außerhalb der Blasmusikszene außerhalb noch mit reinzunehmen und den Menschen mehr kennenzulernen. Aber auch eher so im Schnellfragenprinzip. Weil ich deine Schnellfragen fantastisch finde. Das Problem ist, sie werden meistens als Langfragen interpretiert.
Ja, das stimmt. Aber dann könnte man ein paar mehr Schnellfragen machen, wenn die kürzer beantwortet würden. Wahrscheinlich habe ich da gleich auch jeglichen Schneid verloren. Gucken wir gleich. Das ist genau das Problem. Und ansonsten, das ist wahrscheinlich rechtlich immer wieder schwierig, aber wenn Musikstücke auch eingespielt werden, das ist was, was natürlich Hörer dann auch dazu bewegt, sich mit dem Künstler noch verbunden zu machen.
Aber ich kenne die Problematik in jeglicher Hinsicht dann auch für mich beim Cutten. Ich muss ja aufpassen, welche Ideen ich dir jetzt hier gebe. Aber nein. Also das sind so die Sachen, die mir in den Kopf kommen, ansonsten wo fast keine Luft mehr nach oben ist, sind die Fragen, die du stellst. Also den Schlenker möchte ich mir kurz lassen, weil das mir wirklich sehr, sehr gut gefällt und das hebe dich auch ab und das hoffe ich, dass deine Kreativität, die dir da auch erhalten bleibt, so wie in diesem Podcast.
Vielen Dank. Was sind deine Pläne?
Also du hast mir ja schon geschrieben, dass du eine Weihnachtstour wieder planst.
Ja, also die mache ich jetzt seit vier Jahren mittlerweile über verschiedenste Städte, meistens NRW weit, in der ganzen Weihnachtszeit. Also die Weihnachtstour wird es geben, die Christmas Love-Tour 2025. Und dann kommt natürlich, wie es so sein muss, auch der gleichnamige Song Christmas Love am 7. November raus.
Alles schon fertig? Ja, es ist beinahe, also fertig geschrieben, fertig produziert, fast. Woran hängt es dann? Das ist dann einfach ein Mixing- und Mastering-Prozess, der noch ablaufen muss, also wo wir uns dann in verschiedenen Sitzungen treffen, die Lautstärkenverhältnisse dann anpassen und einzelne Sachen vielleicht noch ausschmeißen.
Okay.
Kannst du ganz kurz, weil das immer wieder, glaube ich, auch für Zuhörer spannend ist, ohne das jetzt zu groß und nerdig zu machen, den Unterschied zwischen Mixing und Mastering?
Ja. Nicht so leicht zu erklären, weil mir auch der Unterschied manchmal schwerfällt, aber das Mastering ist im Groben, muss man sich so vorstellen, dass man an dem bestehenden Song, an der bestehenden Datei, die man später auf Spotify hört, geringe Veränderungen macht. Also sprich, bestimmte Frequenzen verändert, die Lautstärken untereinander anpasst, dass zum Beispiel die Strophe gleich laut ist, ungefähr wie der Refrain, damit man nicht nachpegeln muss im Auto.
Ja, man kennt das von alten Aufnahmen, wo man dann die ganze Zeit irgendwie, um überhaupt was zu hören, so ein bisschen mitpegelt und dann gleich wieder halb aus dem Fenster fliegt, weil das nächste Forte einem da um die Ohren dröhnt. Das ist im Grunde das Mastering, während das Mixing eher Lautstärkeverhältnisse untereinander fokussiert.
Da ändert man dann was innerhalb des Songs und beim Mastering eher an dem fertigen Song. So ist es zumindest in meiner gängigen Praxis. Es mag auch Unterschiede geben. Okay. Aber genau, das sind meine Pläne. Songs veröffentlichen, Weihnachtstour und dann schauen, wie das kontinuierlich wachsen kann.
Gibt es auch dann ein Video zum Weihnachtssong?
Ja. Ja, ja. Ich sag mal ja. Du hast mich vor einem Jahr ja gefragt, ob ich Videos mache und ich weiß, naja, mal gucken. Aber ich habe festgestellt, das ist doch für einige Menschen, das ist was gibt, das ich ja auch oft darauf angesprochen werde. Hast du schon eine Storyline für das Video? Eine Storyline ungefähr, weil die im Song auch ein bisschen vorkommen, der mit Christmas Love und so, also seine Weihnachtsliebe da zu finden und so ganz kitschig ist.
Ich wollte das so, ja. Also jeder, der mir nachher sagt, das ist ein kitschiger Weihnachtssong. Ach nee, danke, echt? Also es gibt eine blaue Tür in dem Video und sehr gut. Also ich hoffe, entweder muss ich dann ein Crowdfunding aufsetzen oder so, ich hoffe, dass wir tatsächlich dann im Schnee drehen können.
Das ist so eine Wunschvorstellung von mir, weil da musste tatsächlich, bei den heutigen Klimafällen wird das mit Schnee in Deutschland schwierig. Deshalb, ich hoffe, dass wir das umsetzen. Tatsächlich. Ich hoffe sehr, dass wir das umsetzen können, weil ich liebe die Landschaft auch. Also die Berge, wo ich tatsächlich zum ersten Mal überhaupt erst im letzten Dezember war.
Vorher war ich noch nie in den Bergen. Ich habe mich so ein bisschen verliebt und ich möchte diese Liebe mitnehmen in meine Christmas Love.
Dann kommen wir jetzt zu den Schnellfragen. Sehr gerne. Bin ich gespannt. Wie schnell. Schreiben oder aufhören? Definitiv aufhören. Was würdest du gerne mal machen, hast dich aber bisher nicht getraut.
Das kann alles sein, das muss gar nicht musikalisch sein. Mann, die Frage habe ich vergessen. Ich würde gerne nach Amerika fliegen. Es ist schon lange, lange mein Traum und ich habe mich nicht getraut wegen des Flugs, wegen der Flugpreise, weil ich Angst habe, auch davor so viel Geld auszugeben, wenn ich Angst habe davor, so lange zu fliegen.
Und jetzt kommt auch noch die politische Angst ein bisschen dazu, zumindest die Unsicherheit. Und das ist etwas, was ich mich unbedingt trauen möchte, weil ich das dringend erleben möchte. Und ich habe Angst, dass ich mich das nicht trauen werde.
Welches Kompliment hast du schon öfters bekommen und welches Kompliment würdest du gerne mal öfters hören?
Geile Frage. Das ist Kompliment, das ich schon öfter bekommen habe, ist, dass meine Stimme einzigartig ist. Das freut mich immer sehr. Ein Kompliment, das ich gerne öfter hören würde, ist, deine Songs sind so unterschiedlich. Aber das gucke ich mal, ob das tatsächlich dann auch so ist. Vielleicht sagen das ja einige.
Dafür gibt es einfach noch zu wenig von mir draußen und das ist das Kompliment, was ich gerne habe. Okay. Welches Buch bzw. welchen Film sollte man mal gelesen oder geschaut haben? Mein Lieblingsbuch, wobei ich das vielleicht nochmal lesen sollte, das ist einige Jahre her, ist von dem irischen Schriftsteller Oscar Wilde.
Picture of Dorian Gray. Ah ja. Man kann auch seine Aphorismen lesen, aber das ist der einzige lange Roman, den er geschrieben hat und auch beendet hat. Was reizt sich an dem Buch? Es ist sprachlich fantastisch. Also ich habe auch nicht alles verstanden, als ich es damals gelesen habe, habe ich es relativ jung gelesen und das ist so ein versteckter Humor.
Also ich mag das total gern, wenn so einfach so ein versteckter Humor drin ist und vor allen Dingen, wenn man zum Denken angeregt wird. Weil bei Oscar Wilde ist es häufig auch so, dass man, dass man Statements von ihm bekommt, wo man im ersten Moment denkt, ist der eigentlich noch ganz da? Dann denkt man eine Minute drüber nachdenkt, oder Moment, das ist, ich glaube, das ist genial.
Also so Statements, wo man einfach zweimal hinschauen muss und wo man zum Denken provoziert wird. Ich mag das total gern, da aus meiner Komfortzone ein bisschen rauszukommen. Und man muss nur ein bisschen aufpassen, es ist natürlich schon was her, dass er das geschrieben hat. Das Buch ist unter altem Weltbild geschrieben.
Das muss man mit bedenken. Wenn man das aber mitbedenkt, dann kann man den Humor wunderbar genießen, der da drin vorkommt. Film? Ich tue mich schwer, ich war lange Zeit gar nicht so der große Filmegucker, ehrlicherweise hab das jetzt im letzten Jahr so ein bisschen für mich entdeckt. Aber ich habe jetzt die Tom Cruise-Reihe rund um Mission Impossible die letzte Zeit durchgeschaut, um den letzten Teil dann auch im Kino zu sehen.
Und es ist zumindest mal beeindruckend und auch teilweise eine herzerreißende Storyline und es lohnt sich zumindest sich das. Mal angesehen zu haben, kann ich jetzt aus gegebenem Anlass empfehlen.
Okay, welche Aufnahme sollte man sich mal angehört haben?
Abseits deiner natürlich. Ich nenne jetzt eine Aufnahme, die auf den Streaming-Diensten verfügbar ist. Das ist John Mayer Live in LA, 2007, glaube ich, Where the Light is. Eine wahnsinnige Live-CD und DVD auch mit Streichern, mit unterschiedlichsten Sets, wo ihr im Trio spielt mit der ganzen Band, alleine.
Also ich krieg da jedes Mal Herzschmerz, wenn ich mir da die Songs anhöre und die Live-CD von Toto aus Polen 2013. Ich bin großer Fan von Live-Konzerten. Also das hat mich sehr geprägt und ich hoffe, dass ich selbst mal irgendwann auch eins komme.
Gibt es da nicht auch eine DVD? Ja. Dann habe ich die. Echt? Ich glaube, ich habe zwei oder drei Live-Truckers von Toto. Ich glaube, dann müsst ihr auf Polen.
Die CD ist bei mir nicht mehr zu gebrauchen. Also die sieht aus mittlerweile, ich habe die so oft gehört und in alle möglichen CD-Player dieser Welt geschoben. Und es hat mich geprägt wie kein zweites Album.
Okay. Abschließend deine privaten Wünsche und ich weiß nicht, ob du Wünsche an die Blasmusik-Szene hast, weil du hörst es ja hier lang genug. Wir können auch einfach allgemein an die Musik gehen.
Nein, ich nehme die Einladung gerne an. Ich wünsche mir für die Blasmusikszene, dass sie sich erweitert, dass sie für mich auch bewusster wahrnehmbar wird in NRW und rundum, weil ich habe kaum damit zu tun im Alltag und ich würde mir wünschen, dass es mehr Angebote, mehr Vereine ist wahrscheinlich ein unmachbarer Wunsch in der heutigen Zeit, aber zumindest mehr Angebote und weiteres kulturelles Bewusstsein dafür gibt außerhalb Bayerns oder oberhalb Bayerns für diese Kultur, für diese Arbeit und auch für diese Musikrichtung, weil das ist sehr spärlich bei uns, so wie ich das mitbekomme und ich würde da gerne mehr Möglichkeiten zu haben.
Und meine privaten Wünsche sind außer dem selbstredenden Wunsch des gesund bleibens, gesund Seins und dass auch alle um mich herum natürlich gesund bleiben, dass ich es schaffe, meinen Traum zu verwirklichen und bestenfalls nebenbei noch ein bisschen die Welt und verschiedene Kulturen entdecke. Das wäre der Best Case.
Und wenn nur ein bisschen davon in Erfüllung geht, dann bin ich schon sehr nah anzufrieden.
Das sind sehr schöne Worte. Leander, vielen Dank, dass du auch den weiten Weg mit der Bahn, die doch ein bisschen länger gebraucht hat, auf dich genommen hast. Und schön, dass wir jetzt mal persönlich aussprechen konnten.
Vielen Dank dir für die Einladung, Annie.
Gerne. Das war Auf einen Kaffee mit Leander Machern. Vielen Dank, dass ihr bis hierhin gehört habt. Und vielen Dank, dass ihr auch einer anderen Folge mal eine Chance gegeben habt. Das zeigt mir wieder, wie offen wir eigentlich in der Blasmusik sind. Denn es geht ja eigentlich um handgemachte gute Musik und das findet man bei Leandern.
Das glaube ich, habt ihr selber gehört. Wenn ihr auch mal ein Teil dieses Podcasts sein wollt, nämlich bei Auf einen Kaffee mit, dann schreibt mir doch gerne über Instagram oder blasmusikpodcast.gmx.de und dann unterhalte ich mich sehr gerne auch mit euch über euren Verein, über euer Orchester, über eine Idee, über einen Gedanken zur Blasmusik oder was euch sonst so einfällt.
Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal dabei seid und wünsche mir, dass ihr natürlich den Staffelstart nächste Woche nicht verpasst, denn da ist niemand anderes zu Gast als Labras Banda. Ich habe mich mit den Jungs im Biergarten getroffen und das war eine sehr feucht, fröhliche, lustige, aber auch doch sehr intensive Folge.
Ich wünsche euch noch eine gute Zeit. Macht's gut, euer Andi.