
On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5
Auf einen Kaffee mit MV Ransbach-Baumbach - Wieso sollte man sich ein Auftragswerk schenken?
Montag, 16. Juni 2025 · 29 min
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Shownotes
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Der Musikverein Ransbach-Baumbach feiert dieses Jahr Jubiläum. Dafür hat sich Dirigent Andreas Weller was Besonderes überlegt. Er hat Matthias Wehr beauftragt ein eigenes Stück, nur für seinen Verein zu zu schreiben.
Woher die Idee kam? Was das mit einem Orchester auch machen kann, das erfahrt ihr hier.
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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Auf einen Kaffee mit dem kleinen Format hier beim Blasmusik-Podcast. Kleinformat deshalb, weil ich mich mit meinen Gästen über ein Thema, einen Kaffee lang, unterhalte. Meine heutigen Gäste sind Andreas und Ralf, der Dirigent und der Kassier des Musikvereins Randsbach-Baumbach.
Sie haben Jubiläumsjahr und sie haben sich selbst eine Komposition gegönnt, eine Auftragskomposition. Und wir sprechen darüber, warum sie das getan haben und welche positiven Aspekte das für das Orchester haben kann. Viel Spaß. Das ist ja ein kleines Format und deswegen ist meine Einstiegsfrage, wie ihr euren Kaffee trinkt.
Ja, ich hätte bis gestern gesagt, mit Milch. Das habe ich gestern wurde zu einem Barister-Workshop geschleppt. Ich bin verloren im Leben.
Warum?
Ja, weil ich jetzt gelernt habe, wie man Kaffee richtig zubereitet. Und dass man da so anders machen kann. Und Mahlgrat und Bohnen und welche Milch. Und ja, ich muss mich da jetzt komplett neu orientieren. Ich habe auch gedacht, ist ein blöder Zeitpunkt, einen Tag vor auf einen Kaffee mit sowas zu machen.
Aber bisher immer nur mit Milch. Okay.
Ja, und ich bin der Ralf und ich trinke meinen Kaffee schwarz. Und wir hatten noch bis vor kurzem noch 15 Jahre lang einen Kaffeeautomaten, der uns jetzt verlassen hat. Der ist echt üblich kaputt, den haben wir zweimal reparieren lassen. Und jetzt habe ich wieder einen ganz normalen Filterkaffee entdeckt und er schmeckt auch.
Ja, manchmal sitzt die Einwanddinge, gell? Genau. Ralf, du hast ja dich schon mal so ein bisschen vorgestellt. Dann habe ich ja noch den Andreas hier. Ihr seid vom Musikverein Randsbach-Baumbach. Könnt ihr euch nochmal ganz kurz so für die Hörer vorstellen, welche Funktion ihr quasi auch im Verein innehabt?
Und wir wollen ja so ein bisschen über euer Jubiläumsjahr sprechen, beziehungsweise dann über eine größere Sache. Aber erstmal, wer seid ihr eigentlich?
Ja, ich bin der Andreas Weller, 39 Jahre, jung oder alt, und bin jetzt seit fast drei Jahren hier Dirigent und schon quasi zu Beginn hieß es, das nächste Highlight wird unser Jubiläum und quasi überlegt ihr mal was Gutes. Ja, und was das so wird, da sprechen wir dann gleich drüber.
Ja, ich bin der Ralf, ich bin 59 Jahre alt und mache jetzt mal nachgerechnet 48 Jahre lang schon Blasmusik, beziehungsweise Spiele Posaune. Und ich bin seit 2011 im Musikverein Randsbach Baumau und ich habe hier die Funktion des Kassierers im Musikverein Randsbach Baumbach.
Okay. Andreas, du hattest mich ja angeschrieben, du hast gesagt, wäre das nicht mal ein Thema für auf einen Kaffee mit, weil ihr euch neben, wir hatten es jetzt gerade vorher im Vorgespräch, ihr habt euch ja einerseits schon im Nozzelbras als Konzert geschenkt, wenn man es so sagen darf. Aber für euch selbst, was ihr dann auch aufhört, nämlich eine Auftragskomposition euch gegönnt und in Auftrag gegeben.
Wie kam dir darauf, das zu tun und vor allen Dingen, Komponist ist ja, soweit ich weiß, Matthias Wehr, warum er?
Also schon als ich hier die Stelle angetreten habe, hieß es dann, wie gesagt, überleg dir mal was und ja, quasi was rät man einem Verein an, der 125 Jahre alt wird. Der hat ja naturgemäß schon viel gesehen, die alten Mitglieder erzählen was von Schallplattenaufnahmen aus den 80ern und so. Und dann guckt man halt so, was war noch nie da und dann habe ich halt mal so vorsichtig gefragt, wie sieht es denn aus mit einer Auftragskomposition?
Thema war noch total offen, einfach nur so, ja, aber ja, Richtung war für mich schon klar, also jetzt nicht so hier irgendwie ein Marsch oder ein Walzer, sondern schon was Konzertantes, was etwas Längeres. Und meine Prämisse war auch, ja, ein bisschen den Komponistenachwuchs zu fördern. Habe deswegen gesagt, ich hätte gerne einen deutschen Komponisten, den man auch greifen kann.
Und im Optimalfall ist der unter 40. Hab ich mal einfach so verschiedenste Komponisten und weil sich ja ist bei dir auch immer ein großes Thema, Komponistinnen angeschrieben. Ich habe genauso gesucht, wie du es immer tust. Ist nicht so einfach. Hab dann auch von den Damen tatsächlich Absagen bekommen.
Warum, wenn ich fragen darf?
Ja, Besetzung Glasorchester oder passt gerade nicht oder das Thema spricht mich nicht an. Ist halt schon so ein bisschen hier, wir kommen ja aus dem Besterland, also im Kannenbäckerland, die diesen regionalen Bezug wollte, dass es halt irgendwie so Richtung Keramik, Kannenbäcker geht und da haben halt einige gesagt, da fällt mir jetzt gar nichts zu einem.
Danke für die Anfrage, aber nö.
Okay, spannend. Dafür, dass das Komponisten ja auch nicht so verdreht sind und jetzt kriegt man mal eine Anfrage. Okay. Gut, jetzt ist es Matthias Wehr gewonnen, der hat gleich gesagt, spannendes Thema.
War im Zugang einfach super unkompliziert. Ich habe direkt gesagt, hier ist meine Telefonnummer, lass mal telefonieren, lass mal so ein bisschen Eckdaten abstecken. Dann hat er mal zwei, drei Sachen zu den finanziellen Dingen gesagt. Und dann bin ich halt mit einem netten Gesicht zum Kassierer gegangen und habe gesagt, wie sieht das aus, gib die Kasse das her und dann haben wir halt gemeinsam im Vorstand da ein Konzept entwickelt, dass der Verein sich das leisten kann.
Und habe meines Erachtens beim Vorstand sehr offene Türen eingerannt.
Jetzt haben wir den Kassier ja da sitzen. Wie war denn deine erste Reaktion?
Das war in der Tat so, wie er es sagte, Andreas. Wir haben schon vor drei Jahren begonnen, richtig? Vor drei Jahren begonnen, das Jubiläum zu planen, das Jubiläums der Jahr. Und uns war ganz klar, wir müssen es da krachen lassen. Deswegen auch Nursebrass engagiert und auch hier eine Auftragskomposition, Menschen, also ich habe das persönlich noch nie gemacht, in Auftrag gegeben, sowas in meiner Musikkarriere.
Und das hat uns total begeistert. Und dann haben wir, da sind wir ins Arbeit gekommen und haben dann auch gemeinsam überlegt, wie stellen wir das an und dann für mich als Kassier natürlich wichtig, was kostet das überhaupt? Ich wusste nicht, was so eine Auftragskomposition kostet. Aber da das alles darstellbar war, also monetär darstellbar, da haben wir überhaupt keine Probleme mitgehabt, das dann auch tatsächlich zu realisieren.
Und dann haben wir, glaube ich, einen Vorvertrag schon gemacht. Und dann kam der Matthias Wehr tatsächlich zu uns hier nach Ransbach-Baumbau und haben ihn im kleinen Rahmen im Rahmen des Vorstandes mal kennengelernt. Und damit war das alles wirklich dann gekauft. Wir waren so begeistert von auch dem Menschen Matthias Wehr und haben ihm hier die Gegend gezeigt, um auch zu verdeuten, in welchem Umfeld wir so leben und wie seine Komposition dann zu uns passen könnte.
Wir haben die Orchestermitglieder das aufgenommen, weil sie gesagt, okay, wir lassen uns mal ein Stück schreiben.
Wir hatten also bei der Kontaktaufnahme mit dem Matthias einen erweiterten Vorstand, wir haben auch zum Musikausschuss, da hatten wir mitgenommen und die haben den dann auch, den Matthias sehr begleitet und haben am Abendessen mit ihm zusammen gehabt. Und so ist es dann in den Verein reingetragen. Also ja, über Multiplikatoren.
Und ja, du kaufst da ja eine Überraschungstüte, du weißt ja gar nicht, was rauskommt. So, und dann wirst du natürlich von den Mitgliedern gehabt, ja, und wie wird das Stück sein? Und ja, da konnten wir selbst keine Antwort drauf geben. Aber die waren alle gespannt, was denn da rauskommt.
Also als Matthias hier war, der Ralf ist ganz kreativ geworden, hat hier angefangen mit Tontöpfen irgendwie ein Blumentopf-Sylofon zu basteln und versuchte Matthias das doch irgendwie schmackhaft zu machen für die Komposition. Und dann gab es noch Fragen hier, kannst du nicht schon mal eine Hörprobe schicken vorab und so, aber Matthias hat absolut dicht gehalten.
Wir hatten nur quasi eine Deadline, wo wir die Noten gerne haben wollten. Bis dahin haben wir eigentlich gar nichts gehört. Und auf einmal kam dann halt eine E-Mail, hier ist per PDF alles da. Partitur und so kommen nochmal gedruckt per Post. Dann war es da, es war ein MP3 dabei und dann wird es spannend.
Wie lange ist das Stück?
Acht Minuten hatten wir vereinbart. Das sind jetzt, glaube ich, so achtinhalb Minuten.
Ja, okay, gut. Ja, plus minus, klar. Welches Orchester oder welche Orchester ist Stärke? Über was reden wir bei euch?
So 35 bis 40 Leute. Das habe ich auch mit Matthias sehr intensiv besprochen. So quasi. Was habt ihr denn so? Welche Register kann ich fordern? Wo sind wir vielleicht eher so, dass die so ein bisschen mitschwimmen? Und dann halt diese ganzen Sachen wie Sonderinstrumente. Habe ich gesagt, okay, Vergott hammer nicht, klar, schreibt eine Stimme dazu.
Soll ja auch in Zukunft noch musiziert werden, dass wenn Forgottist da wäre, dass er mitspielen kann, aber vielleicht keine exponierten Soloparts.
Wann habt ihr die Noten jetzt bekommen?
Im November.
Genau, Ende November, also so war mein Zeitplan, dass wir jetzt im Januar 2025 anfangen. Dann hatte ich es dann im Dezember quasi als Brückenmonat, wo dann auch der Notenwart, das war alle vorbereitet und ich auch einfach mal die Möglichkeit habe, in die Partitur zu gucken. Und dass wir nicht dann Anfang Januar gemeinsam zum ersten Mal auf die Noten schauen, sondern ich ungefähr schon weiß, was der Matthias da so aufgeschrieben hat.
Wie spannend war das für dich, als du diese E-Mail bekommen hast, um dann drauf zu klicken und dann reinzugucken?
Sehr spannend, da die tatsächlich nicht im ersten Schritt an mich, sondern an den Vorstand gegangen ist. Ich habe die Weiterleitung bekommen und dann hatten natürlich alle schon mal reingehört und dann ist das ja quasi wie Flurfunk. Die Aufnahme ist sehr schnell rumgegangen und dann stand das Handy quasi nicht still und ey, klingt richtig gut.
Und naja, oder ganz anders, als ich mir vorgestellt habe. Aber ich gehe halt mittlerweile häufig so ran, dass ich sage, ich möchte erstmal die Noten sehen. Zum einen ist es halt eine Computeraufnahme, da weiß ich selber, das gelingt mal besser, mal schlechter. Also ich wollte einfach so das sehen, gerade auch was so Tonumfänge angeht, weil wenn der Computer spielt, kann man manche Instrumente nicht perfekt unterscheiden.
Also ich wollte wirklich sehen, was steht da. Und ja, habe mich dann von den Noten angesprochen. Ich habe dann wirklich einfach mal die Partitur so mit Aufnahme durchgeblättert und habe dann so gedacht, naja, da sind ein paar, ich will jetzt nicht sagen, Gemeinheiten drin, ein paar Herausforderungen.
Auch eine Absprache, was für die Register können, habe ich an einigen Stellen gedacht, gut, da werden sie arbeiten müssen. Das hätte eine halbe Spur leichter sein können, aber ja, gut, so ist das halt. Aber hat gut funktioniert und ja, das hatte ich auch, der Ralf war einer der ersten, dem er beschrieben hat, habe ich gesagt, wir werden viel Spaß damit haben, aber wir werden halt daran arbeiten müssen.
Aber das war ja genau das, was wir wollten.
Ja, ein bisschen Strecken schadet ja auch nicht. Wie viel Erwartung war dann dabei? Also, oder kann man sich wirklich davon freimachen und sagen, ich vertraue jetzt komplett und da wird schon was raus, Gutes rauskommen. Weil du ja gerade eben gesagt hast, manche haben gesagt, oh, ist ganz anders, als sie gedacht haben.
Ja, vielleicht muss man einen halben Schritt zurückgehen und sagen, was haben wir ihm eigentlich mitgegeben? Also wir sitzen ja hier in Kannenbäckerland und haben ihm dann zum einen so einen alten Kanneofen gezeigt, wo vor 200 Jahren oder wann Keramik sehr traditionell gebrannt wurde, aber auch eben die industrielle Keramik hier vor Ort, die wir eben noch haben.
Und der Matthias hat dann auch in einer Manufaktur selber mal versucht, einen Topf zu drehen und hat gemerkt, dass das nicht so einfach ist. Und in diesem alten Kanneofen, da stand halt so ein altes Gedicht. Und daran hat er sich dann so ein bisschen orientiert und hat dann auch die einzelnen Parts des Stückes daran quasi orientiert.
Das konnten wir natürlich vorher nicht wissen. Also total offen. Und ich habe auch immer mir selber gesagt, wer keine Erwartungen hat, kann nur begeistert werden und kann nicht enttäuscht werden. Also ob man jetzt da sagt, wir machen zehn Schläge auf einem Tontopf oder was er überhaupt als Thema nimmt.
Man hat einfach nur gesagt, irgendwas über das Kannenbäckerland.
Okay, aber fühlt ihr euch repräsentiert mit dem Stück?
Kann man schon sagen, ja. Zumal dieses Gedicht, was ich ja nicht vorher wusste, dass es da ein Gedicht in diesem Tannenbäcker-Ofen gab und der Matthias wehr hat es direkt aufgenommen, noch fotografiert, und hat da diesen Brennvorgang, beziehungsweise auch, glaube ich, die Tongewinnung, also Tongewinnung jetzt im Sinne von dem, was da verarbeitet wird, hat das dann in diese Sätze.
Es sind also vier Sätze.
Ja, vier Teile.
Teile, ja, Teile, hat es da verarbeitet. Und wenn man dieses Gedicht kennt, kann man sagen, ja, das passt. Das Stück passt dazu. Und vielleicht noch gerade, wie ich das erlebt habe, also du stellst dir einen Novembertag vor, der so trist und grau ist und dann geht es auf einmal im Chip los hier. Guck mal in die Mailbox rein.
Und ich war nur auf der Arbeit und da kann ich nicht in die Mailbox reingucken. Ich natürlich dann ziemlich früh Feierabend gemacht, ins Auto und heimgefahren und bin dann hier hin und habe das mir dann runtergeladen und angehört. Und den Rest des Tages habe ich mit einem Grinsen da verbracht, weil es wirklich gepasst hat.
Und ich habe dem Matthias Wer einfach nur zurückgeschrieben, wow, und sonst nichts. Und der hat so Grillen, danke. Also das Stück passt auch auf uns.
Super. So soll es ja sein. Hast du dir gleich mal deine Posaunstimme angeguckt?
Ja, habe ich gemacht.
Und festgestellt, alles cool. Naja. Habt ihr das auch jetzt so im Zuge des Jubiläumsjahr auch marketingtechnisch irgendwie so präsentiert, so in der Zeitung hier Musikverein lässt sich eigentlich Stück schreiben?
Ja, da sind wir noch so ein bisschen dran. Das kriegen wir jetzt hier und auch als Feedback, dass der Nicht-Musiker eigentlich gar nicht weiß, was eine Auftragskomposition ist. Also da werden wir jetzt bis zum Jubiläum Ende Juni noch ein bisschen in die Vermarktung gehen müssen, einfach um es den Leuten zu erklären.
Ich denke mal, die umliegende Musikvereine werden wissen, was da passiert, aber der normale Bewohner und Konzertgänger, der denkt sich ja, steht halt um ein Stück, was zum ersten Mal aufgeführt wird. Aber was das wirklich für den Verein bedeutet, für das Orchester bedeutet, das müssen wir jetzt auch ein bisschen kommunizieren.
Also in den nächsten Tagen, Wochen wird schon in den sozialen Medien werden wir darüber berichten. Habe auch einen ansprechenden Flyer und das Titelblatt von Kerra Sound und die lokale Zeitung wieder drüber berichten.
Wie heißt das Stück?
Kera Sound.
Ah. Okay. Von Keramik quasi.
Ja, genau. Untertitel ist hier Music Born in Heat. Also da haben wir auch dann, als der Matthias hier war, zu späterer Stunde überlegt, was schreiben wir eigentlich drüber. Er hat uns zu was Englischem geraten, weil er sagt, ja klar, es kann hinterher auch verlegt werden und so. Und ja, wenn das im Ausland, Asien, wo auch immer gespielt wird, dann ist Englisch doch etwas internationaler als irgendwie Keramik erleben oder was auch immer.
Wenn da steht Musicborn from Heat wie sehr kommt hier in Schwitzen?
Also von der Posaune her. Da gibt es schon zehn Takte, die fordernd sind und die gehen auch in die Grenzen meines machbaren musikalischen Spiels. Und gut, da muss man sich halt hinsetzen und muss sügen. Und das wird dabei rauskommt, wir hatten also letzten Samstag, Freitag und Samstag ein Orchesterwochenende mit dem Matthias Wehr und da habe ich das ihm abgeliefert.
Ja, und damit war er wohl zufrieden. Jedenfalls habe ich jetzt keine größere Kritik gehört. Sehr gut. Jetzt kann er natürlich deswegen sein, weil der Matthias Wehr ein guter Kerl ist und da mich nicht bloßstellen wollte, wurde er aber tatsächlich damit zufrieden. Also das kann ich, da müsste ich ihn jetzt nochmal fragen.
Aber es ist schon auf Kam de Genet bei mir in der Besorgnisstücke.
Ja, aber wie ich vorhin schon gesagt habe, so ein Stück darf ja auch dabei sein, wo das mal so ist, wo jeder mal an der Stuhlkante sind. Aber merkst du als Dirigent, dass das Stück auch beim Proben irgendwie einen anderen Spirit hat, weil irgendwie jeder weiß, okay, es ist unser Stück?
Ich finde eigentlich nein, also um die Frage kurz zu beantworten, nein, aber einfach so neue Musik zu schaffen. Also klar, das ist für den Hobbymusiker hilfreich, wenn es eine Aufnahme gibt. Aber eigentlich mal nur aus den Noten heraus was zu erarbeiten. Weil sonst hast du halt immer, ja, ich habe es schon mal auf YouTube gesucht und dann hat man halt so diese Diskussion, auf YouTube spielen die schneller, langsamer, die artikulieren das so, dass man wirklich mal sagt, okay, was steht denn in den Noten?
Lasst uns mal damit gucken, dass wir Musik entwickeln. Das war halt auch so eine Idee von mir. Und ja, das klappt eigentlich ganz gut. Und klar, einige Leute kommen ins Schwitzen. Matthias hat mir dann auch nach dem Probewochenende so drei, vier Stellen im Vertrauen gesagt, wo er gesagt, hier lasst die mal da statt dem Rhythmus, der da steht, was leichteres spielen und so.
So genau haben wir dann die Orchesterbesetzung auch nicht besprochen, dass er zu jedem Einzelnen wusste, was der im Beteiligung.
Ist auch schwierig. Ist auch schwierig. Also, weil man kann ja alles sagen und dann sitzt man trotzdem da und kennt die Leute nicht. Also von der Sicht, ich glaube, ganz genau, Treffen ist halt super schwer, wenn man das Orchester nicht schon jahrelang kennt. Deswegen.
Vielleicht. Also, du hast ja bei jedem anderen Stück, was du gekauft hast, über einen Musikverlag. Hast du immer noch die Möglichkeit zu sagen, ja, ist jetzt nichts, spielen wir nicht.
Gut, bei dem nicht.
Aber hier, das ist nur für uns. Das müssen wir jetzt spielen. Und deswegen ist das schon eine bisschen andere Herangehensweise, glaube ich. Und jeder gibt sich ein bisschen mehr Mühe, das zu erarbeiten, was da gefordert wird von Matthias Werk.
Und mit einem Augenzwingen kann, sage ich halt manchmal auch in der Probe, da steht nur noch ein Staccato, das haben wir mitbezahlt, das spielen wir dann bitte auch.
Das ist eine gute Argumentation, finde ich.
Manchmal ganz hilfreich, dass man wirklich sagen kann, wir müssen das so spielen, wie es in den Noten steht, weil wir haben es so bezahlt. Und was ich auch sehr spannend finde, Matthias war ja jetzt da und hat sich irgendwie nochmal tausend Notizen gemacht und hat gesagt, ach, da habe ich einen Druckfehler und ach, da passt ja der Tonumfang gar nicht.
Das hatte ich immer schon während der Erarbeitung geschrieben, nee, soweit runter kommt die Trompete nicht. Und habe mir aber direkt gesagt, ja, das ändern wir so und so ab. Also auch einfach so, dass eine Komposition, wenn sie abgeliefert ist, eigentlich nicht fertig ist, sondern dass dann immer nochmal so ein bisschen, ja, das Ding lebt.
Das finde ich eigentlich auch wirklich super spannend. Und da hat der Matthias auch jetzt am Probewochenende nochmal einzelnen Musikern, Registern ein paar Hinweise gegeben, wie wir da nochmal Dinge verändern. Also das finde ich sehr spannend.
Ja, vor allen Dingen auch gut, dass es noch so flexibel handhabbar ist und nicht sage, ja gut, habt ihr jetzt gekauft, hier mit fertig und dann guckt, was er damit macht. Nee, das finde ich super. Wird es irgendwann nochmal sowas geben? Von eurer Seite aus? Also nicht nächstes Jahr, das ist schon gleich, das ist natürlich alles eine finanzielle Sache.
Aber ist das was, wo ihr sagt, das könnte man auf jeden Fall irgendwann nochmal wiederholen?
Also ich sag mal für meinen Teil, ich habe ja nichts mit dem Finanziellen zu tun. Ich habe Blut geleckt und es haben sich ja im Rahmen der Anfragen auch hier und da einfach Kontakte ergeben. Wo ich halt sage, die waren ähnlich nett, genauso nett. Von daher, klar, es kann am Ende immer nur einen Gewinner geben, aber es kann doch ein nächstes Mal gehen.
Das war mir auch wichtig.
Also ich finde, es muss einen Grund dafür geben, eine Auftragskomposition in Auftrag zu geben. Also das sind ja nun mal 125 Jahre, das ist was Kirch. Das nächste wäre dann meiner Meinung nach 130, 130.
Ich wollte gerade sagen, die 130 sind ja gar nicht so weit weg.
Und wenn man dann sagt, okay, wir haben ein Thema, was vielleicht ein anderes Thema, dann könnte ich mir auch vorstellen, dass man dann nochmal sowas macht, ja, natürlich. Aber wir haben natürlich dem Matthias Wehr auch ein paar Sachen mitgegeben, wo wir gesagt haben, Mensch, das könntest du doch mal komponieren, dieses Stück gibt es noch nicht zu kaufen von irgendeinem Verlag.
Komponiert das doch für Blasorchester. Und Matthias, falls du es hörst, erinnerst du dich dran? Vielleicht gibst du dich schon einmal dran.
Okay. Dann drücke ich euch auf jeden Fall jetzt schon mal die Daumen, dass das erfolgreiche Uraufführung ist. Es kann auch nicht jeder Musikverein oder jeder Dirigent von sich sagen, dass er eine Uraufführung macht. Ich finde, das ist ja auch schon mal auch allein sich das auf die Fahne schreiben zu können.
Schon was Cooles. Dann hoffe ich natürlich, dass das Konzert gut besucht ist. Wann ist das?
Am 28.06. Am 8. Samstag um 18 Uhr. Ist auch so gesehen nur ein kleiner Festakt, wo halt die Uraufführung im Mittelpunkt steht. Also kein abendfüllendes Konzert.
Okay. Ja, und was ist für das Restli-Jubiläumsjahr noch geplant? Also, ihr habt ja im Januar mit Nozzelbras angefangen, jetzt im Juni eine Uraufführung. Da ist ja noch ein halbes Jahr zu füllen.
Ja. Also wir haben für die Weihnachtszeit noch ein Adventskonzert geplant. Das werden wir hier in der örtlichen Kirche in Randsbach aufhören. Und dann haben wir noch das Musikchor der Bundeswehr. Hätten wir eigentlich gerne im Dezember gehabt, November, Dezember, das hat aber nicht funktioniert. Die kommen dann im Januar und schließen dann quasi das Festjahr dann wirklich ab, im Januar 2026, glaube ich.
Genau.
Und für das Adventskonzert gucke ich mal, ob wir da einen Teil der Auftragskomposition kirchentauglich bekommen. Und mein Traum wäre noch, dass vielleicht, wenn das Musikkorrier ist, die das auch nochmal spielen, weil ich glaube, eine bessere Aufnahme kann man nicht mehr bekommen.
Das wäre doch tatsächlich eine schöne Sache. Also spricht ja, glaube ich, nichts dagegen.
Sprich nichts dagegen. Ich hoffe, dass sie sich bei Grad 3 bis 4 nicht allzu sehr strecken müssen. Man muss halt mit den Sonderinstrumenten gucken. Und ja, es wäre für uns halt auch einfach nochmal ein schönes zu hören. Wenn man dann vielleicht eine gute Aufnahme davon macht, dann hat man da durchaus was, was das Jubiläumsjahr meines Erachtens ganz gut abrundet.
Also es klingt auf jeden Fall nach einem schönen Programm und nach einem Jubiläumsjahr, das für den Verein oder wo für den Verein viele Eindrücke hängenbleiben. Angefangen von Nozellbrass, die ja eher unterhalten unterwegs sind, sehr locker, dann für den Verein selbst Eigenkompositionen und dann am Schluss nochmal irgendwie so ein großes Sympunches Konzert, plus das Weihnachtskonzert.
Also da ist ja alles dabei. Ihr hattet ja auch noch Workshops, habt ihr ja vorher noch gesagt mit Nozellbrass. Also es ist ja auch noch irgendwas, was schön überlegt ist, dass ihr persönlich auch viel davon habt und nicht nur nach außen hin viel bietet, sondern auch nach innen viel macht. Finde ich sehr schön.
Andreas Ralf, vielen Dank, dass ihr uns so ein bisschen Einblick gewährt habt, was ihr im Jubiläumsjahr macht, beziehungsweise was das für euch auch bedeutet oder für einen Musikverein bedeutet, eine Auftragskomposition zu machen. Und ich hoffe, dass da draußen jetzt ein paar Vereine sind, die sagen, ja, könnte man auch mal machen.
Weil gerade, wie du schon gesagt hast, junge Komponisten und Komponistinnen leben ja auch ein bisschen davon, dass sie angefragt werden und das bereichert die Szene ja.
Das finde ich halt auch wichtig, dass wir nicht immer nur das, was im neuesten Verlagskatalog ist, spielen, sondern dass man auch so ein bisschen Heimatkolorit überall mit reinbringt. Und eben sagt, was ist denn bei uns so regional? Und einfach nur ein Komponist immer sagt, beschäftige dich mehr damit.
Ich empfehle es jedem Verein.
Schöne Idee. Und ich sage Dankeschön.
Ja.
Und dann sind wir mit dem offiziellen Teil fertig.
Ja, gut, danke.
Das war wieder eine Folge auf Eigenkaffee mit. Und wenn ihr auch einmal zu Gast sein wollt, um euren Verein zu präsentieren, um über Problematiken in der Blasmusik-Szene zu sprechen, aber auch Best Practice-Beispiele zu geben, wie etwas umgesetzt werden könnte, dann meldet euch gerne auf Instagram bei mir oder unter Blasmusikpodcast.gmx.de.
Ich freue mich über jeden von euch und ich wünsche euch eine schöne Woche und hoffe, ihr seid am Donnerstag bei der nächsten Folge wieder dabei.