On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 6
Auf einen Kaffee mit Philip Haas (Federspiel) - Wer sind wir jetzt?
Dienstag, 27. Januar 2026 · 33 min
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Shownotes
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Ich durfte mich mit Trompeter Philip Haas unterhalten. Er gehört zur Gruppe Federspiel und wir sprechen über die neue CD und versuchen dabei auch mal die Musik in eine Schublade unterzubringen.
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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge auf einen Kaffee mit und diesmal darf ich Philipp Haas von Federspiel begrüßen. Wir sprechen ein wenig über das neue Album, was da auf uns zukommt und was die Hintergründe dazu sind. Also schnappt euch einen Kaffee und jetzt viel Spaß mit Philipp Haas hier bei Blasmusik Podcast.
Wie trinkst du deinen Kaffee, Philipp?
In der Früh nach dem Aufstehen, gerne verlängert und dann Docs über Espresso. So wie er ist. Schwarz und ohne Zucker und ohne Milch.
Dann ist seitentechnisch der letzte Kaffee bei dir?
Ja, das ist unterschiedlich. Wir haben jetzt gerade eben die Probentage und da wird ein Filterkaffee umgestiegen, weil das so in rauen Mengen fließt. Aber ich schaue so, also es passiert, dass um 6 Uhr nochmal irgendwie einen Schluck in meinen Körper findet. Aber man schaut, dass man ob drei, vier eigentlich nichts mehr.
Ja, jetzt sind wir schon in einem Alter, wo man dann diese Nile Bettflucht dann kriegt.
Ja, ja, ja, ich kenne das.
Wie alt bist du? 38.
Wir wollten ein bisschen über euer neues Album sprechen. Und das heißt ja, wir und jetzt. Wer sind wir jetzt? Das wäre meine Frage.
Wer sind wir jetzt? Und genau diese Frage hat sie eigentlich gestellt, als wir uns auf den Weg gemacht haben, um ein neues Programm und ein neues Album zu machen. Eigentlich inmitten unseres 20-jährigen Jubiläums haben wir uns genau die Frage gestellt, wie geht es nach 20 Jahren eigentlich mit dem Ensemble, mit der Band weiter.
Und wir sind sehr basisdemokratisch organisierter Haufen und dürfen schon sehr, sehr lan miteinander sein und Musik machen. Und es ist mittlerweile unser neuntes Album und wir wissen das, und das ist auch ein Luxus, den wir uns nach wie vor einfach herausnehmen und immer gehabt haben, nämlich das Thema Zeit, dass wir uns viel Zeit nehmen, um gerade unsere Musik und uns weiter zu entwickeln.
Und genauso war der Startschuss für dieses neue Album eben mitten im 20-Jahr-Jubiläum, also das ist jetzt leicht schon über eineinhalb Jahre aus, als wir die ersten Gedanken so gesponnen haben. Und dieser Prozess war ein sehr, sehr langwieriger und schöner. Es ist eben dadurch, dass wir sieben Menschen sind und jeder seine Bedürfnisse und Ideen hat und sie jeder einbringen soll und möchte, bis man da auf einen gemeinsamen Nenner findet, das dauert erfahrungsgemäß.
Ist aber dann das Schöne, dass am Ende des Tages jeder damit identifizieren kann, was wir machen und was wir hinausbringen. Es waren verschiedene Themenfelder am Anfang drinnen. Eben das Thema Zeit, auf der einen Seite natürlich ein gesellschaftspolitisches Thema. Wir leben in einer Welt, wo man oft das Gefühl hat, dass sie viele Menschen berechtigterweise aus Überforderung vielleicht einfach zurückziehen, die Scheuklappen irgendwie wieder zumachen.
Und ja, die Welt teilweise von Narzissten und Egomanen irgendwie gesteuert wird und dass man da ab und zu nicht nur die Hände über den Kopf zusammenschlagt, sondern auch wirklich irgendwie der persönlichen Verzweiflung irgendwie nahe ist, das ist nachvollziehbar. Und darum ist dieses Wir, das wir als Ensemble schon sehr, sehr lange haben dürfen und das Wir an einem Konzertabend.
Wir sind zum Glück eine Band, die sehr regelmäßig einfach Live-Musik machen darf, die schöne Abende gestalten darf und da mit einem Publikum im Raum sitzt, mit ganz vielen Menschen, die von irgendwo herkommen. Aber genau dieses Gemeinschaftsgefühl, dieses Wir, das im Alltag vielleicht oft ein bisschen verloren geht, das wollen und hoffen wir, in den Konzerten irgendwie wiederherstellen zu können.
Du hast gesagt, ihr habt jetzt oder ihr seid 20 Jahren zusammen, wie schwer ist es, dann noch auch neue, frische Musik zu generieren, dass man nicht irgendwie auch als Ensemble das Gefühl hat, okay, das war ja schon alles mal da.
Es ist jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung natürlich, wenn neue Musik entsteht, aber wir dürfen weiter wachsen und es hat sich jeder persönlich, entwickelt sie ständig nur weiter. Das ist einfach sehr schön zu sehen, wie sie das einschwingt, weiterhin einfach einschwingt. Wir haben vor fast fünf Jahren jetzt den letzten Wechsel gehabt und bis sie da die Band wieder gefunden hat, bis da wieder diese gemeinsame Klangästhetik entstanden ist, das hat eher eine Zeit gedauert.
Und es ist, wenn man sich die vergangenen Alben anhört, irgendwie so der logische nächste Schritt, was passiert ist. Der Christian, unser Bosanist, hat gesagt, der hat sich im Vorfeld einmal alle Alben wieder durchgehört. Das haben wir auch gemeinsam gemacht im Zuge von 20 Jahren, Jubiläum, einfach einmal alles, was bis dorthin irgendwie da war, um ein Programm zusammenzustellen, um wieder Schmankel herauszusuchen und ein bisschen abzuputzen und ein neues Gewand zu backen.
Und da hat man schon gesehen, es hat sich jedes Album einfach weiterentwickelt. Christian hat das ein bisschen mit Harry Potter-Episodenbänden verbunden. Es wird immer komplexer, es wird immer verwobener und es hat aber trotzdem noch so viel vom Ursprung. Und es ist faszinierend. Es ist wieder wirklich, es sind neue Klänge entstanden auf dem Album.
Es sind viele verschiedene Klangsprachen wieder zu erleben. Es ist aber trotzdem Stücke, die, glaube ich, diesen Federspielklang, den man hören kann, auch wieder bedienen. Es wird experimentiert, es wird improvisiert. Es hat viel Tiefe, es hat aber seine leichten und verbindenden Elemente.
Du hast gesagt, das sind so demokratische Prozesse, die langwierig natürlich dann sind, wenn man das machen will und mit sieben ist da ja schon eine Menge da, die entscheidungskräftig sind. Wie sieht sowas aus? Kannst du das so ein bisschen mitnehmen? Wie sieht so ein demokratischer Prozess aus? Oder was ist ein Thema, wo ihr gesagt habt, okay, da müssen wir jetzt ein bisschen drüber sprechen, dass das auf dem Album seinen Platz findet?
Prozesse bei uns laufen so ab, dass eben, wenn es um so große neue Produktionen geht, eben einmal den Schluss da ist, passt. Wir wollen wieder ein neues Programm machen, wir wollen wieder ein neues Alb machen. Dann werden Themenfelder in die Mitte geworfen, wie zum Beispiel Zeit, wie Gesellschaft, wie die Erde, wie die Umwelt.
Dann fängt sich jeder wieder so ein bisschen zurück, fängt zu recherchieren an, lest sie ein bisschen in verschiedene Themenfelder ein, was ihn selber interessiert und bringt es dann immer wieder mit in die Runde. Und sukzessive in Diskussionsrunden kristallisiert sie dann gemeinsamer Nenner irgendwann heraus.
Und das war schlussendlich ist es dann eben dieses vermeintliche einfache Wort Wir und auch das vermeintliche einfache Wort Jetzt, zu dem ist es dann irgendwie gekommen, weil runtergebrochen auf die Thematiken, die uns interessieren und die wir behandeln wollen und auch in den Konzerten jetzt irgendwie aufgreifen wollen, ist eben dieses Wir, das in heutiger Zeit eben oft ein bisschen verloren geht.
Und das Jetzt nämlich auch im Moment sein zu können, im Moment des Konzertes. Jetzt natürlich Timing spielt in der Musik eine sehr, sehr große Rolle. Und die Zeit im Allgemeinen der Zeit ist, egal was wir mit ihr machen, die geht einfach weiter und das ist irgendwie faszinierend. Wie wir sie füllen.
Welches Thema hat dich als erstes sofort angesprochen, als ihr welche da in die Mitte geschmissen habt?
Für mich war auch dieses Zeitthema. Weil ich glaube, das liegt einerseits wirklich auch an diesem 20-jährigen Meilenstein, das man aus Abel über so lange Zeit irgendwie hat, dass einem bewusst wird, hey, was ist eigentlich in diesen 20 Jahren alles passiert? Also das Thema Zeit und wie verbringe ich meine Zeit?
Wie nutze ich meine Zeit diese Bissl, was wir auf der Welt sind, wie machen wir das? Und das ist am besten, wenn man es gemeinsam im Dialog, im Gespräch, im Konzert irgendwie verbringt.
Wie viele Stücke erwarten uns jetzt auf den neuen CD?
Auf dem neuen Album, wir haben 13 Stücke aufgenommen. Es ist ein etwas längeres Album, es ist über eine Stunde Spielzeit. Mhm, sehr schön. Ja. Es macht irgendwie einen guten Bogen. Wir beginnen mit dem Joy Dance, ein sehr archaischer, irgendwie unseren Wurzeln verbundene Nummer, die ein bisschen volksmusikalischen, verspielten Charakter hat.
Der Simon beginnt das Ganze mit einer Maultrommel. Diese Maultrommel hat dann auch eine besondere Bedeutung für uns, weil sie aus dem Nachlass von Rudi Peach ist. Rudi Peach war so unser Gründervater, Musikethnologe und ein Volksmusikgeiger, der uns die ersten Jahre begleitet hat und mit sehr viel Musik gefüttert hat.
Und es schlägt dann verschiedene Wellen in, es reißt eine gewisse musikalische Tiefe auf. Es ist teilweise, finde ich, sogar ein bisschen verstörend, aber es macht zum Schluss wieder mit einer sehr schönen Hymne, die der Christoph geschrieben hat, mit auf uns wieder das Lebensbejahende und die Leichtigkeit.
Das ist so der Rahmen von dem neuen Album.
Das sind quasi die zwei Nummern, die auch schon draußen sind, oder?
Stimmt, die beiden wurden schon vorreleased, ja genau.
Auch mit Video.
Dieses Video ist im Sommer auf dem Dach vom Kunsthistorischen Museum. Das ist ein sehr eindrückliches Gebäude mitten auf der prächtigen Ringstraße in Wien. Und wir durften da oben zwei Musikvideos aufnehmen. Das war einer der heißesten Tage im August, aber es hat Spaß gemacht und war irgendwie cool. Aber es sieht auch schön aus.
Es ist wunderbar von da oben. Also dieser Blick, den hat man sonst nie, obwohl man schon so lange in der Stadt lebt, aber da so auf den Dächern mitten im ersten Bezirk auf solchen Gebäuden, das war sehr eindrucksvoll, ja.
Was ist vielleicht so die Nummer, wo du sagst, okay, die es, wenn man uns länger kennt, vielleicht die überraschendste.
Da fällt mir jetzt gleich Unde und Waves ein, Komposition, die Christian Armstetter, unser Bosonist, mitgebracht hat. Die nämlich beide Worte, dieses Wir und dieses Jetzt, also diesen Zeitgedanken und diesen Gesellschaftsgedanken, finde ich musikalisch sehr interessant vereinen. Weil das vielleicht jeder und jeder von uns kennt, dass man sie manchmal wirklich am Kopf greift und nicht mehr weiß, was passiert mit mir gerade, wie werde ich da gerade durchgeschüttelt, welche Einflüsse von allen Richtungen prallen da gerade auf mich.
Und diese Überforderung, die da oft daraus entsteht und dieser fast schon Schmerz, der gerade, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen, was hinter und vorn irgendwie reingraucht, geht, der ist da, finde ich, ganz eindrücklich zu hören. Das hat eine ganz eigene Klang- und Tonsprache, die wir so, finde ich, noch nicht gehabt haben.
Und gleich im Anschluss geht das Stück, das wird im Live-Programm wirklich nahtlos aneinander übergehen, mit elektronischer Zitter, mit viel Improvisation, mit sehr luftigen Tönen, mit der Basskarinette in dieses Versöhnliche, in diese Wellen der Versöhnung. Waves heißt es dann. Genau, das sind für spontan ein, wären das für mich die zwei die zwei ganz speziellen neuen Sachen, die man so vielleicht noch nie gehört hat von uns.
Das klingt auf jeden Fall jetzt schon spannend. Wenn du das so erzählst. Ja, hoffentlich klingt es auch so. Du hast vorhin noch gesagt, ihr habt euch so Zeitgesellschaft, du hast auch die weltpolitische Lage so ein bisschen angesprochen. Erwarte ich jetzt Musik, die ein Gegenentwurf ist oder höre ich auch dieses Jahr sowieso im Moment ist, wo man so denkt, oh Gott, was ist das hier?
Wir sind nicht da, um zu bekehren. Ich glaube, es geht darum, eben an so einem Konzertabend vielleicht kleine Oasen oder Inseln zu schaffen. Nicht, dass man der Realität vollkommen flüchten kann, aber dass man vielleicht wieder ein bisschen mehr zu sich findet und durchatmen kann und auf alle Fälle in schönen Melodien und in interessanten Stücken baden kann.
Aber eben die Realität, wo man sie denkt, um Gottes Willen, die kann man da jetzt einmal ein bisschen draußen lassen und eben wieder ein bisschen Energie danken vielleicht. Das heißt, musikalisch gesehen wird es kein oder überhaupt gesamtabendlich gesehen wird es kein Deep Talk in Politik und wie die Welt gerade funktioniert, wie wir die Welt gerade sehen.
Ich glaube, man kriegt es zwischen den Zeilen ein bisschen mit, aber es soll in erster Linie wieder Mut machen. Mut machen und den Gemeinschaftsgedanken pflegen.
Okay, also ihr bleibt eurer Linie treu.
Wir bleiben unserer Linie treu. Es wird Geschichten zwischen den Stücken geben, es wird schönes Licht geben und ja.
Ja, hätte ja auch sein können, dass ihr plötzlich so politisch werdet und dann irgendein Stück dabei hat, wo so völlig negativ eskaliert irgendwie. Aber es ist ja okay, wenn ihr sagt, nee, wir wollen den Gegenentwurf machen und bleiben dem treu und versuchen Oasen, das ich finde das ein ganz schönes Wort eigentlich zu eurer Musik, weiterhin schaffen.
Das wäre das Schönste natürlich, wenn Musik irgendwie eben die unterschiedlichen Musiken auch wie jeder und jede selbst individuell ist, da irgendwo abholen können und man da eben sehr auf die Oase kurz zurückziehen kann und vielleicht werden die Gedanken wieder neu sortiert und ein bisschen positive Energie wieder frei.
Ihr habt auch jetzt auch ein Stück mit Percassonistinnen aufgenommen.
Oder also nochmal neue quasi aufgenommen. Wir haben das nochmal neu aufgenommen. Das ist ein Stück von Matthias Werner, der 17 Jahre lang Bandmitglied war und glücklicherweise sind wir noch immer sehr, sehr eng miteinander verbunden und er hat auch für dieses Album wieder neue Musik komponiert, die wir wahnsinnig gerne spielen.
Der Matthias, bevor er auf die Vivi, was ich lever zu sprechen komme, das ist das Schöne, wenn wir gerade über die Musik sprechen, nämlich weil der Matthias uns natürlich vom Anfang an kennt als Gründungsmitglied von dem Ensabel eigentlich und dann nach und auch mit diesem Ensabel auch in seinen kompositorischen Fähigkeiten gewachsen ist und jetzt wirklich als Komponist lebt.
Und das ist was sehr, sehr Schönes. Und wenn er für uns schreibt, dann weiß er natürlich ganz genau die Stärken und Schwächen. Und es ist immer so eine Gratwanderung, dass es gerade nicht überfordernd ist, aber wirklich halbwegs fordernd. Also seine Stücke treiben, haben wir da jetzt die letzten Wochen beim Üben wieder an die Grenzen getrieben.
Aber das ist schön. So kann man weiterwachsen. Und das beantwortet vielleicht auch die Frage von ganz vorhin: es ist ein Weiterwachsen, es ist ein Weiterentwickeln und wir haben noch was vor, auf alle Fälle. Und für das neue Album sind wir auf Vivi Vasileva gekommen. Genau, das ist eine wahnsinnig talentierte, Multiperkassionistin, eine super Lady, die sie bereit erklärt hat, wir haben gefeiert, gelacht, getanzt und geweint, mit uns aufzunehmen.
Und die Kooperation ist so zustande gekommen, wir durften heuer zu Silvester im Konzerthaus, im Wiener Konzerthaus die große Silvestergala gestalten und durften uns da Gäste einladen. Und da war unter anderem die Vivi dabei und deshalb haben wir sie auch gefragt, ob sie vorab am Album eine Nummer mit uns aufnehmen mag.
Und eben dieses Stück, da ist sie zu hören, Marimba am Vibraphon und auf der Tabucca, dieses Trommel-Solo. Es war sehr beeindruckend und es ist wirklich eine coole Lady.
Ich fand das auch eine sozial spannende Version, als ich gesehen habe, dass die draußen sind, jetzt habe ich mir die gleich angehört und dachte mir, ziemlich cool, ein bisschen schade, dass natürlich dann die Trommel live bei euch dann nicht dabei ist, aber.
In den meisten Fällen. Vielleicht ergibt sich das mit der Vivi-Nomme. Aber es ist lustig, weil du hast, ich kann mich erinnern, wir haben dazu mal so was dazuhören in der alten Oper in Frankfurt bei dem Fradopia Festival. Ja, genau. Da haben wir das allererste Mal diese Nummer gespielt, nämlich. Ja, lustig.
Die tatsächlich, ich war ja mit meinem Musik-LK da und in Mainz ist ja mit so Ensemble wie ihr seid, kennt man nicht. Also auch mit so einem leicht volksmusikalischen Einschlag kennt man alles nicht. Deswegen fand ich das ganz cool, die mitzunehmen. Und viele, nicht alle, muss er auch nicht, aber viele waren total begeistert.
Die sind ja dann gleich beim zweiten Mal nochmal rein, als ihr gespielt habt. Und einer kam dann am nächsten Tag zu mir und hat gesagt, Herr Schreck, ich habe mir das nochmal angehört. Was sind denn das für Taktarten? Also ihr habt die ganz schön mitgenommen. Tatsächlich.
Schön, ein bisschen Verwirrung auch gestiftet. Verwirrung stiftet.
Ja, aber soweit, dass man sagt, okay, ich höre es mir daheim noch ein paar Mal an, um rauszufinden, was tun die da? Und ich finde, das ist dann der Moment, wo ihr ja quasi alles richtig gemacht habt, wenn das bei jemandem so resoniert, dass ich sage, okay, ich will wissen, was die da gemacht haben, mit einer Musik, mit der ich vorher überhaupt keine Berührung hatte.
Ist es so, wie würdest du diese Musik beschreiben, weil das immer wieder die Frage kommt und ihr da ein bisschen ratlos bin? Wie erklärt man sowas?
Das ist total schwierig. Ich habe damals auch gesagt, ich kann es nicht richtig erklären, hört es euch an. Ich finde, das muss man echt hören, weil das passt nicht in so eine Schublade halt. Also klar, wenn ihr natürlich einen Jodler macht, hat das natürlich einen volksmusikalischen Einschlag, aber die anderen Stücke sind jetzt, weiß ich nicht, man hört irgendwo Wurzeln raus, aber es ist jetzt keine Volksmusik.
Es ist jetzt. Irgendwie, weiß ich nicht. Aber ich finde, das ist ja auch ein großes Kompliment, weil man Musik geschaffen hat, die nicht in eine Schublade passt.
Es ist was absolut Wunderbares. Und ich merke nur selbst, dass eben im Laufe der letzten Jahre dann immer wieder gefragt wird. Und ich stoße da an meine Grenzen. Ja, weil es ist natürlich Blasmusik, es ist für mich kammermusikalisch, kammermusikalisches Arbeiten und dann aber dann doch wieder so experimentell.
Aber das klingt, das sind alles irgendwie so Worthülsen und Phrasen, da kann man sich nichts vorstellen.
Nee, alles und nix halt. Weil experimentell könnt ihr auch völlig in eine andere Richtung gehen. Sagt man Volksmusik, denkt man dann vielleicht auch wieder irgendwie sehr stubenmusikhaft, wobei ihr ja manchmal auch so ein bisschen was drin habt. Dann denkt man, wenn ich Improvisation höre, könnte es auch Jazz sein.
Also es ist ja irgendwie alles und ja, irgendwie, also echt schwer. Ich würde es als sehr schöne Musik bezeichnen, fand ich. Vielen Dank. Vielen Dank. Ich habe euch ja in Ulm auch gehört. Im Zelt. Im Ulm auch denkt, ja. Im Zelt. Und wir waren mit unserem Musikverein da, weil wir ja Deutsches Musikfest auch zeitlich waren.
Und ich habe auch zwei von meinen Musikvereinen mitgenommen. Und die fragen mich jetzt dauernd, wann ihr mal wieder in der Nähe spielt, weil die auch so begeistert waren. Also bis jetzt war jeder, den ich mitgenommen habe, sehr begeistert von euch.
Das ist schön, da musst du mehr als zwei mitnehmen.
Ja, das stimmt.
Ja, peu à peu. Alles gut. Na, das freut uns sehr. Ja, danke. Danke für die lieben Worte. Das ist schön. Und es ist, wie du sagst, es ist aber auch was ganz was anderes, ob man sich jetzt dieses Album anhört oder ob man das dann live sieht, glaube ich, auf der Bühne.
Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Also ich höre gerne eure Alben, aber ich sehe euch noch lieber auf der Bühne, weil ja, da ist eine andere Energie einfach da. Und obwohl ihr ja jetzt gar nicht so eine Showband seid, also ihr macht ja keine Kurio, also nichts Großartiges, sondern ihr spielt einfach und trotzdem ist eine Kommunikation da zwischen euch und zwischen dem Publikum.
Und das finde ich total toll. Also so auch in dieser Welt, wo alles immer höher, schneller irgendwie mehr muss auf der Bühne passieren, finde ich das so sehr entschleunigend und einfach schön. Es ist einfach schöne Musik mit viel Energie und Austausch.
Moi, danke. Danke.
Darf ja auch mal gesagt werden. Also, das sage ich jetzt nicht nur so, sondern ich meine das völlig ernst. 13 Stücke, was ist dein persönliches Lieblingsstück? Was hat sich jetzt so ein bisschen rauskristallisiert? Ihr seid ja jetzt gerade an Proben.
Schlussendlich, wir haben die Umgangsform, die wir irgendwann miteinander gefunden haben, das kommt auch nicht von irgendwo. Und wenn gerade wenn neue Stücke das erste Mal in Proben mitgebracht werden, dann haben wir uns angewohnt, diese Stücke wie unsere Babys zu behandeln, beziehungsweise wir wissen dann, Frederik nimmt eine Nummer mit, dann ist es Frederiks Baby.
Und mit dem sind wir im ersten Moment einmal liebevoll und setzen ihm dann vielleicht noch eine Haube auf, wenn es das braucht oder ziehen Socken an. Und deshalb kann man jetzt von diesen 13 Stücken, es gibt kein Lieblingskind. Es sind einfach unterschiedliche Anforderungen am Instrument. Für mich persönlich jetzt hat er jedes Stück seine Schwierigkeiten teilweise und seine Leichtigkeiten, aber vor allem Herausforderungen beim Spielen.
Und dieses Flexibelsein, das finde ich in dem Ensabel sehr cool, was ich da irgendwie auf meiner Trompete machen darf. Dass ich bei jedem Stück irgendwie ein bisschen anders gefordert bin.
Was dürfte ich dir nicht reinschreiben? Wo du sagst, das muss nicht sein.
Das muss nicht sein. Also ich habe einfach keine wahnsinnige Höhe. Ganz klar, aber für das gibt es andere. Was darf man mir nicht reinschreiben? Ja, technisch bin ich ein bisschen ein Nackerbatzel. Das muss ich üben heute. Ja. Die Finger sind gern gemütlicher unterwegs, sagen wir so.
Okay. Aber das ist ja das Schöne an Summersommel, da kann jeder irgendwas besser und dann schreibt man es dem rein.
Da gibt es keine Eitelkeiten und das ist auch was sehr Schönes miteinander, warum soll ich mich bloggen, wenn der Nachbar das mit dem Nosenloch spielen kann? Genau.
Und vielleicht auch noch gerne macht. Weißt du? Es gibt ja auch Leute, die machen das ja auch noch gern. Absolut. Hattet ihr eigentlich mehr als 13 und es haben nur 13 aufs Album geschafft?
Hatten wir mehr als 13? Nein, wir haben diskutiert, ob wir alle raufnehmen und haben uns dann dazu entschlossen, dass wir das unbedingt wollen, weil es runder geworden ist. Wir haben uns eher im Umgekehrten gedacht, ist es vielleicht ein bisschen zu lang. Und dann sind wir auch wieder draufgekommen, hey, komm, Zeit.
Es geht um Zeit und man kann sie ruhig Zeit nehmen. Das passt.
Also ich fände es gute Alben dürfen, können nie zu lang sein.
So ist es.
Für alle, die jetzt zuhören und sagen, okay, ich will jetzt Federspiel auch mal live hören. Ihr geht jetzt dann, wenn die Folge rauskommt, in wenigen Tagen auf Tour. Wo seid ihr?
Wir dürfen starten im wunderschönen Salzburg in der Stiftung im Mozarteum und wir kommen dann im ersten auch nach Biberach in die Stadthalle. Es ist am Freitag, dem 6. Februar. Und das ist quasi die zweite Vorstellung von dem ganz neuen Programm. Da werden wir noch halbwegs nervös sein, aber vielleicht nicht mehr so nervös wie am Tag davor.
Also da würden wir uns sehr freuen, wenn viele Gäste aus dem Umkreis kommen. Und wir tun dann hauptsächlich durch Österreich jetzt einmal im ersten Halbjahr. Wir dürfen in allen Bundesländern in wirklich, wirklich sehr schönen Häusern dieses Programm einmal spielen. Also ja, von Innsbruck, Feldkirch, Graz, Ossach, nach Amstetten, Eisenstadt, Linz.
Und was sehe ich da noch? Ist Unterwösen und Singen, sind wir auch noch im März. Am 19. März in Unterwössen in der Achtentalhalle und am 20. März in Singen in der Stadthalle.
Und wenn jetzt jemand sagt, okay, ich wohne jetzt bei Berlin, das ist mir jetzt doch ein bisschen weit. Ich will aber dieses Album kaufen.
Wir haben das ganz normal auf der Website. Da kann man sie durchklicken oder kann man auch reinhören, bevor man sich das nach Hause bestellt. Es ist erstens einmal, was haptisch einfach sehr, sehr schön ist. Wir haben uns viel Mühe gegeben, glaube ich, wieder beim Booklet im Artdesign mit den kleinen Geschichten, die zu den Stücken im Booklet zu finden sind.
Man kann das ganz normal auf unserer Homepage bestellen. Das würde uns sehr helfen auch. Also es ist was Schönes, das kann man sich auch zu Hause aufstellen und ist schön anzuschauen.
Ich finde, das sollte einfach wieder mehr gemacht werden. Also ich finde physische Sachen einfach wertiger. Wie du schon sagst, dann stehen da auch Sachen drin zum Stück oder wer da gespielt hat. Also bei Bands oder so, bei euch ist ja klar, wer da alles drauf gespielt hat, aber man sieht vielleicht Fotos.
Ich finde, das geht alles ein bisschen verloren mit diesem Streaming. Das ist dann, es ist halt ein Song. So ist es mir was.
Ja, wie du sagst, es ist aber schön, dass man mal was hört und vielleicht daneben sogar das Booklet in der Hand hat und zu dem Stück irgendwie eine Geschichte geliefert kriegt oder Hintergedanken. Ja, und es ist immer, glaube ich, auch was anzugreifen, ist einfach in diesem Fall nur immer was Schönes.
Genau, ich verlinke das in den Shownotes, sodass die Zuhörer sofort drauf drücken können und das sofort bestellen können, weil das machen jetzt ganz viele, weil die natürlich euch mit unterstützen wollen. Ihr seid jetzt so ein bisschen im Album promoten. Welche Frage ist dir noch nie zu dem album gestellt worden?
Hättest du aber gerne gehabt, damit du endlich das mal erzählen kannst.
Es ist immer so schwierig, was über die eigene Musik und über das eigene Arbeiten zu sagen, weil das so selbstverständlich irgendwie ist. Und mich wundert es manchmal, dass für mich ist das noch immer dieser Kreis aus Freunden, als wir einfach angefangen haben, weil wir gerne Musik miteinander machen.
Und mich wundert manchmal dann diese Tiefe der Fragen und was Menschen dann alles wissen wollen. Aber je mehr man darüber nachdenkt, ist ja das eigentlich was Schönes, dass man da Einblicke kriegt in die Arbeit von so einer Band. Aber für mich ist das so selbstverständlich, dass wir das machen und dass es immer weitergeht und dass es dynamisch bleibt und dass man Prozesse miteinander gestaltet.
Darum, so eine richtige Frage, die irgendwie in die Welt hinaus, also eine Antwort auf eine Frage, die mir nie gestellt wurde, fällt mir beim besten Best nicht wirklich was ein.
Okay, dann habe ich eine noch. Habt ihr ein Ritual, bevor ihr auf die Bühne geht?
Immer wieder, ja. Das ist auch phasenweise. Aber wir haben es uns für dieses Programm wieder vorgenommen. Wir haben über ganz langen Zeitraum Atemübungen miteinander gemacht, zehn Minuten bevor es losgeht, fünf Minuten gemeinsam zu atmen, zu connecten, zwei Kadenzen zu spielen, vielleicht den ersten Akkord oder den Beginn vom Konzert einmal kurz anzublasen.
Und dann werden die Köpfe zusammengesteckt, eingeschlagen und auf geht's.
Okay. Dann vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, das hier so ein bisschen vorzustellen.
Ich sage vielen Dank, Andi, und wirklich für die lieben Worte zur Musik und für das Interesse der Einladung. Und danke an alle, die sie die CD nach Hause holen. Das freut uns sehr.
Sehr schön. Das war schon wieder die Folge mit Federspiel. Vielen Dank, dass ihr bis hierhin gehört habt. Und das Erste, was ihr jetzt macht, ist, diese CD zu bestellen. Und dann freue ich mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid. Und zum Abschluss gibt's noch einen kleinen Höreindruck. Macht's gut.