On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 6· Folge 135
Sebastian Moritz (Flügelhorn) - Der jüngste Kapellmeister Österreichs
Donnerstag, 12. Februar 2026 · 1 h 05
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Shownotes
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Sebastian Moritz hat mit 12 Jahren seine eigene Gruppe gegründet und ist auch seit dessen der musikalische Leiter. Er begann mit 6 Jahren bei niemand geringerem als Christian Wieder mit dem Trompetenunterricht, später wechselte er mit 13 Jahren an die Jopseh-Haydn-Privathochschule Eisenstadt. Mittlerweile durfte er sich bereits bei einigen Größen der Blasmusikszene, wie Michael Klostermann und seine Musikanten, der kleinen Dorfmusik oder der Kapelle der Kapellmeister bei der wir nebeneinander sitzen dürfen, einen Namen machen.
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Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Mattes
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Da gibt es ja jetzt keine Altersgruppen wie beim Sport oder so, wo das irgendwie eingeteilt ist. Wenn man mitspielen kann, dann ist man dabei, egal wie alt man ist, ob man jetzt 70 oder 10 ist. Und ich hatte auch das Glück, dass mich da örtliche Gruppen, also natürlich einerseits der Musikverein, aber auch Blaskapellen, wo eben mein Vater mitgespielt hat, dass ich da immer sehr früh mitziehen durfte.
Weiß ich nicht. Da war ich zu wenig im Hintergrund irgendwie dabei, wie das entschieden wurde, ob wir jetzt da spielen dürfen oder nicht. Wir durften natürlich am Butstock spielen, wie der Christian, also der Crickel Woodmaster war, der hat uns dann natürlich auch ins Bote geholt. Ich traue mich jetzt behaupten, wenn ich 20 gewesen wäre, dann wäre es auch so.
Wir sind on dran. Herzlich willkommen bei OnArd, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Sandy Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von OnAir dem Blasmusik-Podcast.
Vielen lieben Dank an euch da draußen. Wir haben letzte Woche die 250.000er Marke bei Spotify geknackt. So oft wurde der Podcast schon gehört. Vielen, vielen, vielen lieben Dank dafür. Und ich will euch mit Zahlen nicht weiter langweilen. Wir kommen zu meinem heutigen Gast und das ist Sebastian Moritz.
Er ist ein sehr junger Trompeter aus Österreich und gilt wahrscheinlich als der jüngste Kapellmeister Österreichs. Er hat seine eigene Formation, Moritz und Co. und darf schon bei den ganz Großen mitspielen. Und da sind Namen dabei wie Michael Klostermann und seine Musikanten und er gehört zur festen Stammbesetzung von einer kleinen Dorfmusik seit diesem Jahr.
Deshalb und weil wir immer wieder bei der Kapelle der Kapellmeister nebeneinander sitzen, dachte ich mir, ich möchte mehr wissen, was diesen jungen Mann antreibt, wie er es geschafft hat, so in die Szene reinzukommen und was ihn natürlich antreibt. Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß mit Sebastian Moritz.
Mein heutiger Gast hat mit zwölf Jahren seine eigene Gruppe gegründet und ist auch seitdessen der musikalische Leiter. Er begann mit sechs Jahren bei niemandem geringeren als Christian wieder mit dem Trompetenunterricht. Später wechselte er mit 13 Jahren an die Josef Heiden Privathochschule in Eisenstadt.
Mittlerweile durfte er sich bereits bei einigen Größen der Blasmusikszene wie Michael Klostermann und seine Musikanten, der Kleinen Dorfmusik oder der Kapelle der Kapellmeister, bei der wir sogar nebeneinander sitzen dürfen, einen Namen machen. Ich freue mich, dass er hier ist und sage herzlich willkommen, Sebastian Moritz.
Servus, Andi, freut mich. Danke für die Einladung. Sehr gerne. Du weißt das bestimmt, die erste Frage ist, welches Musikstück hast du dir als letztes bewusst angehört?
Stimmt, ich kenne den Podcast. Ich bin jetzt gar nicht vorbereitet auf die Frage. Ich habe sehr viel Weihnachtsmusik gehört in letzter Zeit. Ich bin tatsächlich Fan von Weihnachtsmusik. Das wird ja von sehr vielen Menschen nicht so gemocht, aber ich höre es sehr gerne. Ich habe jetzt kein bestimmtes Lied, aber das Michael Boublet-Album ist so ein Klassiker.
Und was ich ganz viel gehört habe in letzter Zeit, ist die Postmodern Jukebox. Sagt ihr das was? Ja klar. Gibt es die noch? Ich weiß nicht, ob es das noch gibt oder ob das ausschließlich alte Aufnahmen sind. Aber das ist irrsinnig cool gemacht und so höchst professionell und also wirklich sehr, sehr, sehr faszinierend.
Und die haben auch ein paar Weihnachtssongs, da habe ich jetzt auch reingehört. Also genau, momentan bin ich da ein bisschen in der Bubble und ich höre das sehr gerne, muss ich offen und ehrlich zugeben.
Ach, ich finde das gar nicht so schlimm. Ich liebe das auch, weil ich sage das immer wieder, weil ich finde, es gibt ja nichts, was mehr gecovert wird als Weihnachtsmusik. Und dann kann man ganz viel spannende Sachen rausfinden.
Auf jeden Fall. Ja, es hat so eine Magie irgendwie, oder? Irgendwie, es kommt da so ein Feeling auf und es ist irgendwie schön.
Und das ist auch die einzige Zeit, wo man viel Big Band-Musik irgendwie noch mainstreamig ist. Das stimmt, ja. Sonst ist es ja irgendwie ein bisschen verpönt. Naja, ich habe ja schon in der Begrüßung gesagt, dass du mit sechs Jahren angefangen hast, Trompete zu spielen. Kannst du dich davor an dein erstes musikalisches Ereignis erinnern, das dich fasziniert hat?
Da ist schwer, eines, ein bestimmtes Ereignis rauszupicken. Ich bin eigentlich von Anfang an, also seit Tag 1 würde ich sagen, mit Musik aufgewachsen. Also meine Familie, vor allem väterlicherseits, ist sehr, sehr musikalisch. Mein Opa ist Musikant und mein Onkel spielt alle neue Instrumente. Mein Vater spielt Gitarre und Klarinette und ich bin da irgendwie automatisch reingewachsen, hatte quasi gar keine andere Wahl, wenn man es so sagen möchte.
Und ich glaube, der ausschlaggebende Punkt, warum es mich von Anfang an eigentlich fasziniert hat, war, dass man einfach die automatischen Vorbilder, die man so hat als kleines Kind, den Papa und den Opa, immer beim Musikmachen gesehen hat. Und dann wollte man das auch irgendwann machen. So schätze ich mal, läuft das dann ab in so einem Kleinkind.
Und dann habe ich irgendwann mal eine Trompete geschenkt bekommen. Ich glaube, da war ich drei, vier Jahre alt. Das war eine ganz alte Trompete von einem Freund meines Vaters und habe da dann ein bisschen so drauf rumgedüdelt. Da sind dann ein paar Töne rausgekommen. Und das waren so, glaube ich, die ersten Begegnungen mit der Musik.
Also wie gesagt, das war eigentlich schon immer da.
Welche Instrumente spielen denn den Papa und dein Opa?
Mein Opa spielt Ziermonika, Steirische. Ah, okay. Und mein Papa spielt Gitarre und Klarinette. Genau, der hat in so einer Tanzpartie gespielt, also auf so ein bisschen Kommerz, sehr leim und eigentlich. Und Klarinette in der Blasmusik und im Musikverein im örtlichen und so. Die klassischen Sachen.
Okay.
Und warum nicht Gitarre? Ich?
Ja.
Gute Frage. Ich habe mir es tatsächlich ein bisschen gelernt. Also ich kann so ein paar Akkorde mitklopfen, mit den Popsongs, diese klassischen drei Akkord-Songs oder vier Akkord-Songs. Ich weiß nicht. Bei uns ist natürlich diese Blasmusik-Szene sehr, die lässt sich nicht wegdenken aus dem Alltag. Vor allem bei uns im Land.
Kommen wir aus dem Mittelburgenland. Das ist ja quasi eine Blasmusik-Hochburg. Und ich glaube, man wächst da einfach so rein und das ist bei uns so normal. Da denkt man gar nicht wirklich an ein anderes Instrument als ein Blasinstrument, glaube ich. Also würde ich mich jetzt mal behaupten daran. Das ist einfach so eingebürgert hier bei uns, was sehr, was sehr schön ist.
Also das ist durchwegs positiv. Genau, ich glaube, das hat schon sehr viel damit zu tun auch.
Lief dann auch nur Blasmusik bei euch zuheim?
Würde ich nicht sagen. Also ich glaube, grundsätzlich ist bei uns zu Hause so eine relativ normale Radio-Musikörkultur oder im Auto. Aber soweit ich mich erinnern kann, hat mich die Blasmusik einfach immer sehr, sehr fasziniert. Und ich zumindest wollte dann immer Blasmusik hören zum Leiden meiner Schwester und meiner Mutter teilweise.
Aber wir haben sich dann irgendwie auf was geeinigt. Aber nicht nur Blasmusik, es war da eigentlich alles dabei.
Du hast gesagt, was mit drei, also ungefähr deine Trompete geschenkt bekommen, wann war dann, also ich glaube, mit sechs, aber wer kam auf die Idee zu sagen, okay, der Buch braucht jetzt Unterricht? Was du das gesagt hast, will das jetzt irgendwie lernen? Oder hat man von außen gesehen, ah, der kann was?
Ich glaube, vielleicht war es ein bisschen die Mischung. Also man bekommt ja wahrscheinlich als Elternteil dann mit, dass das Kind großes Interesse hat. Alleine, weil es einfach Spaß daran hat und weil ich eigentlich, ja wie gesagt, aus freiwilliger Basis das Instrument, die Trompete durchgehend in der Hand hatte.
Und genau, eigentlich lag das auf der Hand. Mein Papa ist sehr gut befreundet mit dem Christian wieder, schon seit Kind auf. Und der wohnt auch hier in der Nachbarschaft, also im gleichen Ort, und hat hier unterrichtet auf der örtlichen Musikschule. So hat sich das dann eigentlich sehr gut ergeben und ich habe dann bei ihm, ja, wie gesagt, mit sechs Jahren bereits angefangen zu lernen.
Das war mein erster Lehrer tatsächlich.
War dir klar, welchen Stellenwert er in der Blasmusikszene hat? Also war dir von Anfang an klar, das ist schon ein namhafter Typ in der Blasmusikszene oder war das halt okay, ist halt mein Trompetenlehrer?
Ich glaube, am Anfang war es eher so trompetenlehrermäßig, standardmäßig. Mit sechs Jahren bekommt man das, glaube ich, so mäßig mit, was da so vorgeht in der Szene. Aber dann habe ich natürlich von Anfang an Blechhaufen und so gehört, mein Papa spielt oder hat gespielt in der Blaskapelle widerlich, spielt noch immer, aber sie spielen leider nicht mehr so oft.
Da habe ich das natürlich immer mitbekommen. Und mir wurde dann schon, würde ich sagen, sehr schnell klar, dass der Krickli da eine große Nummer ist in der Szene. Und bin dann natürlich auf alle möglichen Konzerte gefahren, vom Blechhaufen und die CDs rauf und runter gehört. Also man realisiert das dann schon und dass das dann ein Riesenvorbild wird, der Lehrer auch, liegt dann natürlich auch auf der Hand.
War es von einfacher Schüler am Anfang?
Na, einfacher als in der Schule wahrscheinlich. Also in der Schule weiß ich, dass ich nicht ganz einfach war, aus Erzählungen, wurde mir erzählt. Aber ich glaube, in der Musikschule war es okay. Ja. Ich glaube, es ist immer cool für einen Lehrer, wenn der Schüler großes Interesse hat. Und ich würde mal von mir behaupten, dass das da war, dieses Interesse bei mir.
Natürlich hat man als kleines Kind da so Phasen, wo man vielleicht dann eher andere Interessen nachgehen möchte. Aber da muss man halt dann drüber. Genau.
Ab wann war dir klar, dass Trompetuspielen dein Weg wird?
Das ist eine interessante Frage. Da habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich glaube, das war, da sind wir so ein bisschen weiter in der Story quasi. Ich bin dann mit zwölf Jahren an die Josef-Heiden-Hochschule gegangen in Eisenstadt, also in das damalige Konservatorium, jetzt ist es eine Uni. Und da war ich beim Josef Bammer, der ist Solotrompeter beim Tonkünstlerorchester Niederösterreich.
Und da war ich dann, das war in Anfangszeiten auch quasi musikschulartig, das war so ein Vorbereitungslehrgang. Und ich weiß jetzt nicht genau, wann das war, aber ich kann mich tatsächlich erinnern an ein Erlebnis, da bin ich mal in die Stunde gekommen und das hört sich jetzt ein bisschen blöd oder komisch an.
Und es war ganz normal wie immer. Und irgendwann hat mich der Professor, also der Sepp, gefragt, wie lange ich denn übe so am Tag? Und dann habe ich gesagt, ja, weiß ich nicht, mit zwölf Jahren Dreiviertelstunde oder maximal Stunde, aber da ist natürlich schon das Mitspielen mit CDs und so dabei, also in Tüten vielleicht, weiß ich nicht, halbe Stunde oder so am Tag.
Und dann hat er gesagt, ja, wie wäre es, wenn du mal probierst, dass du das ausweitest auf, sagen wir mal, anderthalb Stunden oder zwei Stunden? Und dann bin ich am gleichen Tag noch nach Hause gefahren und kann mich wirklich erinnern an diesen Tag, dass ich da mich dann hingesetzt habe und einfach einmal statt einer halben Stunde, anderthalb Stunden gespielt habe und gemerkt habe, dass es ansatztechnisch und so genauso gut geht.
Es war einfach so im Kopf, dass das so, weiß ich nicht, so ein gewisser Zeitrahmen am Tag ist, was man übt. Und dann hat es irgendwie Klick gemacht und irgendwie war dann so in meinem Kopf, okay, da geht doch noch mehr. Und dann habe ich eben das durchgezogen und habe eine Stunde, anderthalb Stunden drauf geübt am Tag und habe da irrsinnig viele Fortschritte gemacht, zumindest aus meiner persönlichen Sicht, ist da, glaube ich, in meiner Laufbahn so am meisten weitergegangen in diesen ein, zwei Jahren dann.
Und genau, das hat irrsinnig viel Spaß gemacht zu dieser Zeit. Und ich glaube, da war so der Punkt in dieser Phase, wo ich gemerkt habe, okay, man kann das dann auch beruflich machen, man kann damit sein Geld verdienen. Und genau, ich glaube, da habe ich das das erste Mal so ein bisschen gecheckt oder realisiert.
Hast du auch mal mit jemandem drüber gesprochen, mit Christian oder so, was das bedeutet, Berufsmusiker zu sein? Weil das sieht ja von außen manchmal romantischer aus, als es ist. Es ist ja schon auch ein anstrengender Job. Auf jeden Fall.
Na, eigentlich, ehrlich gesagt, nicht direkt. Also man überlegt natürlich lange, vor allem in so einem Vorstudium oder Vorbereitungslehrgang, wie ich es gemacht habe, ist man ja eigentlich nahe dran am Musik studieren oder am Trompete studieren, ohne dass man vielleicht noch genauer weiß, was das heißt.
Also man kann sich ja vielleicht als 13-, 14-Jähriger jetzt nicht vorstellen, wie er generell ein Studium ausschaut und geschweige denn ein Musikstudium oder wie Alltag als Berufsmusiker ausschaut und so weiter. Insofern war das schon spannend, auch dieser mentale Prozess, wenn man es so will. Also diesen Prozess von, okay, ich will da jetzt was machen, bis zu dem Punkt, wo man realisiert, was das wirklich bedeutet, dass man dann eben drei, vier Stunden täglich oder noch länger mit dem Instrument verbringt, dass das quasi dein Leben dann ist und dass du jeden Tag Musik machst.
Habe ich so eine Aufklärung quasi, unter Anführungszeichen, hat es dann nicht direkt gegeben. Aber ich glaube, das ist im Nachhinein gesehen auch gar nicht schlecht so gewesen, weil man dann irgendwie selbst diesen Prozess, wie gesagt, da erlebt hat. Und irgendwann checkt man es dann. Man wächst da dann ein bisschen rein und bekommt immer mehr mit von der Szene und von den Vorbildern eben, wie der Krickel da oder auch der Professor.
Und genau, irgendwann wird einem nimmt ihm klar, was das heißt. Und dann muss dann die Entscheidung her, ob man das dann will oder nicht.
Vielleicht sollte man für die Zuhörer nochmal erklären, wie alt du jetzt bist. Ich bin jetzt 18. Also es liegt ja eigentlich gar nicht so viel dazwischen. Eigentlich ist es gar nicht so weit her, ja. Aber zu deinem Alter kommen wir später nochmal. Du hast mit zwölf quasi eine Gruppe gegründet, weil du auch komponiert hast.
Richtig. Das war Morit zum Co. Vielleicht da eine kleine Story dazu. Das war die Corona-Pandemie. Das war 2020, wenn ich mich jetzt nicht irre. Ja, 2020. Und da war gerade diese mega Corona-Pandemie und Lockdown bei uns. Es durfte nur eine fremde Person ins Haus und so Späße gegeben. Und ich habe zu dieser Zeit ein bisschen gelernt, wie man mit Musecore umgeht.
Das hat mir mein Papa so ganz minimalistisch beigebracht, also wie man zwei Stimmen eintippt. Und ich habe da so ein bisschen herumexperimentiert. Das hat mir irgendwie, hat mir irgendwie Spaß gemacht. Und es war ja auch Zeit natürlich in dieser Phase mit Freunden treffen oder so. War nicht wirklich.
Und dann ist man halt zu Hause gesessen und ich weiß gar nicht, wie es dazu gekommen ist. Ich glaube, ich habe einmal mit dem Handy so ein bisschen mitgeschnitten, ein paar Melodien und habe das dann irgendwann eingetippst in den Computer. Also eine Polka war das. Und dann eben ein paar Leuten vorgespielt und die fanden das eigentlich ganz cool.
Und dann eben so unspektakulär, dass ich das jetzt anhört. Aber ich habe das einfach da eingegeben und eine zweite Stimme dazu geschrieben und so und ein bisschen herumprobiert. Und dann kam der entscheidende Punkt, dass sich mein Papa ein bisschen mit, oder was heißt ein bisschen eigentlich ziemlich gut, mit so Aufnahmetechnik auskennt, der ist Techniker und hat da so ein bisschen Equipment zu Hause und eine Software gehabt, also quasi ein Aufnahmeprogramm.
Und dann haben wir das aus Spaß einfach, oder hat er mit mir aus Spaß das einfach einmal aufgenommen. Also ich habe da diese zwei Stimmen eingespielt und das hat sich irgendwie cool angehört. Und dann habe ich da so professorisch am Schlagzeug noch irgendwas dazu getrommelt und eine Basssstimme mit dem Tenorhorn von meinem Onkel.
Also das war wirklich ganz spielerisch und eigentlich ein Spaßprojekt. Und später wurde diese Polka dann die erste Wege-Polker, also die erste Polka, die Moritz und Co. eigentlich aufgenommen hat und so heißt auch das erste Album. Und so hat sich das dann entwickelt. Also das war im Sommer 2020 und wir haben dann Freunde eingeladen, wie der ganze Lockdown und so wieder ein bisschen lockerer wurde und man wieder zu dritt oder zu viert zumindest im Haus sein durfte mit fremden Personen.
Dann haben wir Freunde eingeladen und die hatten zufälligerweise auch alle Stücke mit und hatten teilweise selber komponiert, teilweise Arrangements mit dabei. Und dann haben wir da wirklich monatelang zum Spaß eigentlich einfach aufgenommen. Und dann hatten wir plötzlich ein paar Stücke da im Programm oder auf der Platte quasi und dachten uns, warum eigentlich nicht veröffentlichen und warum nicht ein bisschen schauen, was sich da draus entwickeln kann.
So hat sich das so ein bisschen aufgebaut, ja, mit Moritz ⁇ Co.
Das heißt aber beim Komponieren bist du rein spielerisch vorgegangen. Das heißt, das hat dir keiner gezeigt. Also auch harmonielehre technisch oder wusstest du ein bisschen was?
Nein, ich wusste eigentlich wenig. Das war eigentlich so eine Feelingsgeschichte. Wie gesagt, so eine zweite Stimme, das ist sie irgendwie ausgegangen und so. Und bei so einer SIMA-Besetzung ist es ja auch satztechnisch jetzt relativ überschaubar. Also die Neuhand-Stimme ist ja auf die zweite Stimme und so, Bariton auf die erste Stimme mit dem Flügelhorn.
Und ja, eigentlich war das so aus dem Bauch heraus. Es war natürlich satztechnisch, vor allem was die Bass-Stimme betrifft und diese ganzen Satz-Stimmführungsregeln und so, waren da natürlich noch nicht in Betracht gezogen. Aber das war zu dem Zeitpunkt egal. Und es hat noch was geklungen.
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Den Link dazu findet ihr in den Shownotes. Und jetzt geht's weiter mit der Folge. Und wann kam die Entscheidung zu sagen, okay, jetzt haben wir ja so eine Platte, jetzt müssen wir das ja auch live als Gruppe auf die Bühne bringen.
Ja, das war dann eigentlich, also man muss dazu sagen, die ganze CD war ein Overtup-Projekt, eben durch diese Corona-Geschichte. Man durfte nicht mit einer ganzen Gruppe in einen Raum sein. Und die Gruppe gab es ja eigentlich noch gar nicht. Wir hatten ja zuerst die CD und dann haben wir uns auf die Suche gemacht nach einem Namen für die Gruppe, für die CD.
Und genau, dann war dieses Projekt mal abgeschlossen. Die CD war draußen und irgendwie kam dann der Reiz, auch live zu spielen. Und wir hatten dann für sieben Stimmen fünf Musiker und haben das dann ausgebaut, weil wir ja overgetappt haben auf der CD und so. Also ich habe alle hohen Blechstimmen eingespielt und der Schiffko war da dabei.
Der Thomas Schiffkowitz hat den Ohren gespielt, der Albert Wider hat Tuba gespielt, was natürlich auch sehr, sehr praktisch ist, wenn man so einen Spitzentubisten da in der Umgebung hat. Und ein guter Freund, der Julian Zerfus, hat Schlagzeug gespielt. Und wir haben das dann noch ausgeweitet auf drei hohe, drei Leute.
Am Hochenblech und hatten dann so unsere ersten paar kleinen Auftritte. Das müsste 2021-22 gewesen sein. Also dann nach der CD-Veröffentlichung. Genau. Da haben wir so das erste Mal live auch ein bisschen gespielt.
Wenn ich es richtig im Kopf habe, sind ja jetzt auch welche dabei, die sind älter als du.
Ja, ja, auf jeden Fall. Nur, nur eigentlich älter.
Und auch damals ein Chefco ist dabei, der Albert ist dabei. Den muss man natürlich nicht sagen, wie es geht. So, das ist klar. Das stimmt. Aber du bist ja trotzdem Chef jetzt von so einer Gruppe relativ früh. Hast du A, deine Mitmusiker schnell überzeugen können zu sagen, okay, hier ist ein zwölfjähriger, 13-Jähriger, der will eine Gruppe machen, mit dem machen wir Musik, weil das ist ja jetzt schon auch ungewöhnlich.
Wenn da so ein junger Spunter um die Ecke kommt und sagt, Du willst mit mir eine Gruppe machen.
Ja, das stimmt. Das wirkt sehr ungewöhnlich. Ich glaube, man muss dazu sagen, dass das eher im Prozess entstanden ist. Also ich bin jetzt nicht zu diesen Kollegen hingegangen und habe gesagt, ich lade euch mal ein in meinen Keller und trinke mir mal ein Bier und dann machen wir was, sondern das hat sich irgendwie so ergeben, eben durch dieses CD-Projekt.
Und es war ja auch, ich war zwar dann eben aufgrund dieser Entstehung, wie das Ganze entstanden ist, durch meine erste Polka und durch diese Aufnahmesessions, wo ich teilweise dann am Anfang alleine im Studio war mit meinem Papa, hat sich dieser Name natürlich ergeben und dass ich der Kopf von der Gruppe sein darf oder durfte.
Moritz und Co. war dann der Name. Und das darf man aber nicht verwechseln damit, dass ich quasi jetzt der musikalische Chef oder Leiter oder so war. Das gab es eigentlich nicht. Wir haben dann natürlich geprobt oft und da war es natürlich ein Segen für uns, so einen Kollegen wie den Schiffko in der Gruppe zu haben.
Der hat uns da jede Menge gezeigt und eigentlich hat dann eher mit uns geprobt, dankenswerterweise, und hat uns da, hat da diese Gruppe aufgebaut und gezeigt, wie man was spielt. Und das war so ein gemeinsames Zusammenschweißen irgendwie. Das darf man jetzt nicht, man darf sich jetzt nicht vorstellen, dass ich da mit fünf Partituren in die Probe komme und vorne stehe und dirigiere oder so.
Ich war da eigentlich der, der am meisten gelernt hat, weil ich einfach eben der jüngste und unerfahrenste war. Und dass die Gruppe More zum Co. heißt und ich da quasi am Coverbild war und der Kopf der Gruppe war, das war eigentlich dieser Entstehung geschuldet. Genau.
Ah, wie ist es heute?
Heute hat sich es ein bisschen geändert, weil ich natürlich auch ein bisschen was dazugelernt habe seitdem. Und man kann natürlich mit 14 Jahren rein von der Persönlichkeit her hat man ja nicht die Fähigkeiten, jetzt so eine Gruppe zu leiten. Mittlerweile geht das ganz gut, würde ich, hoffe ich mal, dass das die anderen Kollegen auch so sehen.
Und es ist noch immer ein gemeinsames Proben, aber es ist jetzt schon so, dass ich ganz konkrete Vorschläge mache. Und so, jetzt kann man schon mehr sagen, dass ich unter Anführungszeichen der Chef der Gruppe bin. Wobei ich das immer vorsichtig sage, weil ich mag das eigentlich nicht so. Also ich finde, wir sind einfach ein Kollektiv aus sieben Personen.
Wir machen gemeinsam Musik und wir proben auch gemeinsam. Da darf sich jeder bringt sich da gleich ein. Klar, der andere sagt mehr und der andere weniger. Aber das ist da ganz, jeder ist da gleichberechtigt und jeder hat auch andere Stärken und Schwächen. Und wie gesagt, ich bin da eher einer von allen als der große Chef.
Es kam eine Frage, du hast ja gesehen, ich habe über Instagram gefragt und da stand nämlich drin, kannst du dich an deine erste Probe erinnern und wie unterscheidet sich das seitdem? Was hast du gelernt? Das wollen Menschen wissen anscheinend.
Das ist eine gute Frage. Also mit Moritz und Co. jetzt, die erste Probe bis jetzt. An die allererste Probe kann ich mich nicht erinnern, aber woran ich mich erinnern kann, ist diese Anfangsphase. Ich glaube, ich habe es eh schon gerade gesagt, das komplette Arbeiten in der Gruppe hat sich einfach verändert.
Es war damals mein Flügelhorn-Kollege der Marvin, ich würde jetzt nichts Falsches sagen, wie alt war der damals? 18 oder so. Also ich war 14 und er war 18. Und jetzt sind wir beide natürlich älter und haben studiert und so weiter, haben sich beide weiterentwickelt. Also es hat sich jeder mit dieser Gruppe irgendwie und auch selbst persönlich natürlich am Instrument weiterentwickelt, was das Arbeiten auch vom Grundniveau her einfach ganz unterschiedlich macht, zu vor vier Jahren jetzt.
Aber was wahrscheinlich, ja, wie gesagt, der größte Unterschied ist, damals hatten wir wirklich das Glück, dass wir solche Leute in der Partie hatten, wie den Schiffka und den Albert, die da uns eigentlich sehr, sehr viel gezeigt haben. Und wir konnten da irrsinnig viel lernen daraus und haben da gemeinsam das quasi erarbeitet, so an so einer Grundlage, worauf die Gruppe dann basiert ist.
Und jetzt ist es einfach so, dass man sieben Musiker sind, die auf ihren Instrumenten gleich gut unterwegs sind. Also jeder kann das Instrument, jeder ist ein Könner auf seinem Instrument, würde ich jetzt mal sagen. Und es ist einfach schwer zu erklären, jeder bringt sich gleich ein. Das ist wahrscheinlich das Unterschiedliche.
Also früher hatten viele noch nicht die Möglichkeit, weil einfach diese Erfahrung gefehlt hat. Und wie gesagt, dankenswerterweise hat man da Personen im Boot, die das dann in die Hand genommen haben. Und jetzt ist es so, dass diese Fähigkeit jeder hat in der Gruppe. Und was dann natürlich automatisch zu ganz anderen Resultaten führt, wenn sich da jeder einbringt und jeder weiß, wovon er spricht.
Einfach, ja. Das wird so der größte Unterschied sein.
Ihr habt ja auch schon auf dem Wurztag gespielt, wenn mich nicht alles täuscht. Stimmt, ja. Beim Bras Palmas? Bras Palmas, genau. Und man kennt deinen Namen. Du bist jetzt 18, also man kennt den ja nicht erst seit jetzt, sondern schon länger. Hast du das Gefühl, dass es eher leichter ist, weil du so jung bist oder ist es eher schwer, weil du so jung bist?
Ich glaube, in der Anfangszeit war es auf jeden Fall ein Bonus. Diesen Kükenbonus, den man hat, der lässt sich natürlich nicht abstreiten. Das war ja natürlich ein Aufhänger und der jüngste Kapellmeister und so weiter. Und überall auf jedem Plakat ist eigentlich das Alter mitgestanden, weil das natürlich ein bisschen vielleicht beeindruckend ist.
Kurze Frage dazu. War das deine Idee? Also marketingtechnisch ist das natürlich ziemlich klug, aber es kam das von dir oder kam das von Hause?
Überhaupt nicht. Wenn ich jetzt sage, es war mir unangenehm, ist falsch. Es war mir eigentlich ja. Ich würde jetzt nicht sagen Wurst, aber das ist halt drauf gestanden und es hat ja auch gestimmt. Ja, ja, ja. Ja, genau. Aber nein, das war einfach so ein Aufhänger, der glaube ich auf der Hand lag und den dann jeder Veranstalter oder auch wir natürlich da gerne draufgeschrieben haben auf die Sachen.
Also von dem her war es sicherlich ein Bonus für manche Sachen. Aber muss ich auch dazu sagen, ob es jetzt wirklich mitgeholfen hat, dass man auf Brasil Palmer spielt oder auf dem Woodstock, weiß ich nicht. Da war ich zu wenig im Hintergrund irgendwie dabei, wie das entschieden wurde, ob wir jetzt da spielen dürfen oder nicht.
Wir durften natürlich am Woodstock spielen, wie der Christian, also der Crickle Woodmaster war, der hat uns dann natürlich auch ins Bote geholt. Ich traue mich jetzt behaupten, wenn ich 20 gewesen wäre, dann wäre es auch so, hätten wir da auch.
Also das nicht falsch verstehen. Ich zweifle da überhaupt nicht an der Qualität, weil das Spiel muss man ja nicht.
Ich weiß schon, was du meinst, ja.
So, aber man guckt halt nochmal anders dahin, weil die Szene ist ja mittlerweile ganz groß und wenn dann plötzlich jemand da ist, der super jung ist, dann guckt man, also dann ist die Aufmerksamkeit natürlich schon mal größer, als wenn es jetzt die Extra 7er Besetzung ist, die jetzt da irgendwie auch noch auftaucht.
Also das meine ich damit. Also das hat nichts mit Leistung zu tun, gell?
Nein, ich weiß, was du meinst. Es war, was es auf jeden Fall war, war ein Wiedererkennungsmerkmal. Und wie gesagt, ein Aufhänger, den andere Gruppen vielleicht nicht hatten, der uns von anderen unterschieden hat. Es gibt ja unendlich viele Siemer-Besetzungen. Und da war es sicher super, dass man so einen so einen Bonus da quasi hat, dass man einfach da drauf schreiben kann, dass dieses, ja genau, diesen Wiedererkennungswert da gegeben war.
Das war auf jeden Fall auf jeden Fall ein Vorteil für die Gruppe. Was ist jetzt wahrscheinlich sogar, jetzt werde ich auch älter, seid ihr immer so blöd an, wenn ich das sage.
Ja, aber wir sind mit 18 immer noch super jung.
Das stimmt, aber es ist nicht mehr so mega außergewöhnlich irgendwie. Jetzt gibt es auch viele Kollegen, die im gleichen Alter eine Gruppe machen. Also vielleicht verschwindet das jetzt so ein bisschen, aber damals war es sicher so ein bisschen ein Kükenbonus. Das muss man auf jeden Fall sagen, ja, das stimmt.
Aber Kükenbonus kann ja einem ja manchmal auch negativ ausgelegt werden, weil man nicht ernst genommen wird. Hast du die Erfahrung gemacht?
Nein, eigentlich gar nicht. Da muss ich, da kann ich mich wirklich glücklich schätzen, mit dem hatte ich eigentlich nie ein Problem. Oder vielleicht habe ich es mir auch einfach nicht zu Herzen genommen, falls da mal irgendwas gewesen sein sollte. Würde mir aber nichts einfallen.
Du hast vorhin so schön gesagt, ja, mit 14 hat man nicht so eine Persönlichkeit, um eine Gruppe zu leiten, vielleicht. Wir haben uns kennengelernt, da warst du 16, glaube ich, gell? Oder 15? 15, 16? Na, vor 16 kommt hin, ja. 16, genau. Also, wenn ich nicht gewusst hätte, wie alt du bist, wäre es mir nicht aufgefallen.
Weil du sehr, sehr reif und sehr reflektiert wirkst. Und nicht nur wirkst, sondern auch bist, das merke ich ja jetzt auch schon wieder im Gespräch irgendwie. Also die 16-Jährigen, und ich bin ja Lehrer, also ich habe mit einigen 16-Jährigen zu tun, erlebe ich sehr, sehr selten bis nie, dass, auch wenn man sich nicht kennt, man dann jemanden neben sich in so einer Gruppe setzen hat, wo man nicht das Gefühl hat, okay, der ist ja noch ein Kind, sondern der weiß, wie es läuft, der weiß, wie man sich auch, das klingt immer so doof, aber mit Erwachsenen und der Held und wie man sich da gibt, dass es, dass klar ist, okay, hier wird jetzt gleich was gefordert und ich kann hier jetzt auch nicht irgendwie,
weiß ich nicht, wie 16-Jährige manchmal sind, die die ganze Nummer vielleicht nicht so ernst nehmen. Das war bei dir aber irgendwie nicht so. Also woher kommt das, dass du so reif bist?
Naja, erstmal danke fürs Kompliment. Ich weiß es nicht, ich glaube, womit es schon zu tun hat, ist, dass man einfach immer mit Erwachsenen zu tun hatte, vor allem in der Musikszene. Also ich, seit ich denken kann, stehe ich ja eigentlich mit Leuten auf der Bühne, die wesentlich älter sind als ich. Und diesen Umgang bekommt man natürlich mit.
Vielleicht ist es schon, ich habe natürlich auch, weiß ich nicht, ganz normal mit Freunden da Fußball gespielt und so weiter. Aber dieses Zusätzliche, dass man dann auch in einer Gemeinschaft schon in jungen Jahren ist, die eben von Erwachsenen geprägt ist, was ja in der Musik das beste Beispiel ist.
Also da spielt der Alter eigentlich keine Rolle. Da gibt es ja jetzt keine Altersgruppen wie beim Sport oder so, wo das irgendwie eingeteilt ist. Wenn man mitspielen kann, dann ist man dabei, egal wie alt man ist, ob man jetzt 70 oder 10 ist. Und ich hatte auch das Glück, dass mich da örtliche Gruppen, also natürlich einerseits der Musikverein, aber auch Blaskapellen, wo eben mein Vater mitgespielt hat, dass ich da immer sehr früh mitziehen durfte und mir da dieses Vertrauen geschenkt wurde, dass ich da dabei sein durfte.
Ich glaube, dass das macht schon was mit dir wahrscheinlich. So unterbewusst einfach. Das bekommt man dann mit und so ein bisschen, wenn man so will, ja, Professionalität vielleicht auch.
Ihr wisst, dass meine Lieblings-App, wenn es um die Organisation musikalischer Termine geht, die Konzertmeister-App ist. Aber es gibt jetzt was Neues für alle, die in Verbandsarbeit involviert sind. Kennt ihr das? Man will alle Dirigenten und Dirigenten erreichen, aber die E-Mail-Verteiler sind veraltet.
Die Hälfte der Infos kommt nicht an und bei Workshops weiß niemand, wer sich eigentlich angemeldet hat. Genau dafür gibt es jetzt eine richtig smarte Lösung. Der Konzertmeister hat seine Verbandsfunktion massiv ausgebaut. Ihr könnt jetzt zielgerichtet Nachrichten versenden, nur an Jugendreferenten, nur an Kleinatistinnen, nur an bestimmte Vereine und das Ganze datenschutzkonform und ohne E-Mail-Chaos.
Dazu kommen Verbandstermine mit integriertem Teilnahmesystem. Workshops erstellen, Anmeldefristen setzen, Teilnehmerlimits festlegen und in Echtzeit sehen, wer dabei ist. Alles zentral in der App. Das Beste, die Funktion ist kostenlos für Verbände und Vereine nutzbar. Alle Infos findet ihr im Blog auf konzertmeister.app oder kontaktiert das Team direkt, wenn ihr endlich moderne Kommunikation in eurem Verband etablieren wollt.
Weitere Links findet ihr in den Shownotes. Und jetzt geht's weiter mit der Folge. Aber man muss ja trotzdem der Typ sein, der das auch umsetzen kann. Also Vertrauen ist schön, aber du bist ja dann anscheinend der Typ, der sagt, also der auch versteht, worauf es dann ankommt.
Schwer zu beschreiben eigentlich, interessant. Das war sich selber nicht so genau. Das war, es war halt immer die Blasmusik-Szene und da habe ich mich immer sehr, sehr wohl gefühlt. Also ich glaube, ich habe nicht wirklich da, ich habe es natürlich im Unterricht schon mitbekommen da mit dem Krickel und so, wie man, wie man es phrasiert und wie man das spielt und so weiter.
Und von dem her war das eigentlich, ja, weiß ich nicht. Ich habe mich heute auf die Bühne gesetzt und habe gespielt und geschaut, ob es passt. Und glücklicherweise hat das dann oft gepasst oder meistens. Und ja, weiß ich nicht. Ich glaube, das Feeling ist einfach, das hat man im Blut, vor allem wenn man so aufwächst in einer musikalischen Familie und in so einem musikalischen Umfeld, sodass ich mir da vielleicht nicht wirklich viel Gedanken machen musste, wie ich das jetzt spiele oder wie ich das jetzt umsetze.
Oder waren nervös wahrscheinlich schon bei den ersten Auftritte, aber immer Sicherheit da. Und man muss, so ehrlich muss man jetzt auch sein, wenn einmal was passiert ist, was sicher der Fall war, oft genug, dann war das nie ein Problem. Das waren, man spielt da auf Festen, wo es natürlich drunter und drüber geht.
Man kennt das Dorfleben. Und wenn da jetzt einmal ein Gigse ist oder irgendwas in die Hose geht, dann ist das quasi Wurst. Also das hat schon natürlich auch sehr geholfen. Ist sicher was anderes, wenn man da jetzt in ein klassisches Orchester reingesetzt wird mit 14 Jahren oder so.
Aber ich meine ja gar nicht, also ja, ich meine aber nicht nur musikalisches Vertrauen, sondern natürlich auch menschliches Vertrauen. Also zu wissen, okay, da ist jetzt ein 14-Jähriger, den nehmen wir mit, der fängt nicht plötzlich an, irgendwie einen Quatsch reinzuspielen, weil es ihm gefällt, weil er meint, man könnte da jetzt irgendwie was dazu tun, weil, weil es.
Also weißt du, was ich meine? Ich verstehe, was du meinst, ja.
Ja, ich glaube, wie gesagt, das war einfach, vielleicht ist er ein gewisser Respekt vor der Musik, ist wirklich schwer zu beschreiben, was das ist. Ich traue mir mal behaupten, dass ich wusste, ohne das viel oder zu lernen, ohne zu lernen zu müssen, ist auch falsch. Sag mal so, wie ich das erste Mal auf die Bühne gehen durfte, war ich mir ziemlich sicher, wie man diese Sachen spielt und wie das klingen soll.
Und deswegen war da eigentlich nie die Versuchung, irgendwie da einen Blödsinn zu machen oder so. Die Musik soll so klingen und man kennt ja die besten Beispiele da YouTube, Spotify, man kann sie ja alles anhören. Und von dem her war das eigentlich klar, wie das gespielt gehört und wie es im besten Fall klingt.
Und dass da jetzt keine Sachen reingespielt gehören, die nicht reingehören, war irgendwie auch klar, schätze ich mal. Oder vielleicht habe ich es eher ein paar Mal gemacht, weiß nicht. Keine Ahnung. Aber es war zumindest immer im Rahmen. Und ja, so ist sie das irgendwie von Anfang an gut ausgegangen.
Ich habe ja gesagt, du hast ja auch schon bei Michael Klostermann gespielt. Du übernimmst ja jetzt dann auch eine feste Position bei der kleinen Dorfmusik. Also wenn die Folge rauskommt, quasi ab dem Jahr. Also quasi 26, gell? Also bist du dann dabei?
Genau, ab März 26 ist der erste Auftritt.
Dann wahrscheinlich kurz nach dieser Folge. Ah ja, okay. Was macht das mit dir? Also, so in so jungen Jahren schon bei wirklich namhaften, also Klustermann ist ja schon großer, sehr großer Name. Also viel größer geht es ja in der Szene nicht mehr. Was macht das mit einem, wenn man so früh schon da mitspielen darf?
Im Nachhinein gesehen löst es extrem viel Dankbarkeit aus, weil ich irgendwie erst ehrlicherweise im Laufe der Zeit, also in diesen, das hört sich immer so nach einer ewigen Zeitspanne an, aber in diesen zwei Jahren jetzt, die da vergangen sind, seit dem ersten Klostermann-Keek am Woodstock, 2023 war das, da realisiert man irgendwie, was da geschehen ist und vor wie vielen Leuten man da eigentlich gespielt hat und auch wieder, was für ein riesiges Vertrauen einem da geschenkt wurde.
Und dass man diese Erfahrung sammeln darf. Also ist wirklich was ganz Besonderes. Ich bekomme da oft noch Gänsehaut, wenn ich mir die Videos anschaue auf YouTube oder so, weil es wirklich ein unbeschreibliches Gefühl ist, da mit dem Michael Gosterman auf dieser Bühne zu sitzen. Und es war ja wirklich nicht nur der Michael selbst, das war ja wirklich da wie im siebten Himmel.
Also der Friedo und der Krickel vom Blechhaufen haben erstes gespielt, ich habe zweites gespielt, und zwei Sesseln weiter ist der Matthias Rauch gesessen und der Harald Kobler und so lauter Legenden auf der Bühne und natürlich alle anderen, die da mitgespielt haben. Absoluter Wahnsinn. Und zu dem Zeitpunkt aber, glaube ich, habe ich es gar nicht so mega realisieren können, was das bedeutet, was vielleicht auch gut war, weil ich war dann nicht ganz so nervös bei diesen Auftritten.
Schwer zu sagen. Ich glaube, die Klostermann-Zeit war ja zu einem großen Teil auch, bevor ich das mitbekommen habe. Also, wo so diese Fernsehsendungen unter Riesenhype war natürlich, ich war schon auf der Welt, aber natürlich bekommt man das dann eben als Kind noch nicht so mit. Deswegen wusste ich jetzt vielleicht noch nicht gar nicht so extrem, was für eine Riesennummer das jetzt ist.
Habe das erst im Nachhinein so ein bisschen realisiert. Aber man hat natürlich das gespürt, dass das was ganz Besonderes ist. Und da mit diesen ganzen Leuten auf der Bühne zu sitzen am Woodstock und dem Michael vor sich zu haben, mit dieser Energie und dieses spezielle Woodstock-Feeling, also ist es wirklich fast unmöglich zu beschreiben.
Es ist wirklich der Wahnsinn, dass man sowas erleben darf. Es ist extrem viel Dankbarkeit da für diese Sachen.
Und was macht das mit dir, dass du jetzt bei der kleinen Dorfmusik auch noch fest einsteigen darfst? Das heißt, du bist ja jetzt quasi dann schon oben angekommen in der Blasmusik-Szene.
Ja, wenn man so, wenn man so möchte, das sind auf jeden Fall zwei sehr, sehr große Nummern. Das kann man schon so sagen, ja. Dorfmusik war, da bin ich natürlich Fan seit Tag 1, also seit meinem Tag 1, weil sie, die Gruppe gibt es ja auch schon länger als mich, gefühlt zumindest. Hab das schon immer gehört.
Und als dann der Anruf mal kam, oder eigentlich habe ich den Daniel, den Gollerz mal getroffen, die Connection war da schon so ein bisschen da, weil man sich kennt, sie sind ja auch aus dem Burgenland und so, und wieder über meinen Papa und so weiter und so fort, das Übliche. Und dann haben wir mal so ein bisschen gesprochen und er hat gefragt, ob ich nicht mal mitproben möchte, weil sie brauchen immer wieder Aushilfen.
Und das war natürlich mal so ein Flash. Und da ist man dann schon nervös und bereitet sich, versucht sich sehr gut vorzubereiten. Und wir haben dann so eine Registerprobe gemacht, bin da runtergefahren, das weiß ich noch. Und das hat da eigentlich von Anfang an sehr, sehr gut harmoniert, würde ich sagen.
Also es ist eine extrem coole Truppe. Ich wurde da sehr gut aufgenommen. Und dann ging es eigentlich ziemlich schnell. Ich durfte dann mal aushelfen, in Südtirol war das der erste Gig. Und hat eigentlich von Anfang an gut funktioniert. Ich habe mich natürlich vorbereitet und wollte da nichts anbrennen lassen.
Ich war ehrlich gesagt ziemlich nervös. Und ja, dann hat sich irgendwie herausgestellt, dass sie einen fixen Mann bräuchten. Und sowas lässt man sich dann natürlich nicht entgehen, wenn man diese Chance bekommt.
Wie ist das jetzt mit deiner Gruppe? Also wenn du jetzt bei denen einsteigst, gibt es euch dann noch? Ja, auf jeden Fall.
Es wird terminlich natürlich nicht leichter, aber wir versuchen das jetzt so alles unter einen, oder ich versuche, das alles unter einen Hut zu bekommen. Natürlich ist jetzt Dorfmusik eine Gruppe, die man priorisieren muss und auch will. Wenn der Auftritt teilweise ein oder zwei Jahre im Vorhinein fix ist, dann ist das fix, das ist so.
Und mit Morit zum Co. Alles, was sich noch ausgeht, wird natürlich auch da an erste Stelle gestellt. Das ist noch immer meine Gruppe. Wir wollen das auf jeden Fall noch weiter aufziehen. Haben jetzt vielleicht, wenn ich das mitbekommen habe, werden diese Konzerte dann schon vorbei sein, wenn die Folge rauskommt.
Im Jänner sind wir jetzt das erste Mal so ein bisschen konzertant unterwegs, mit Moritz ⁇ Co. zum Beispiel. Also auch so ein bisschen in der Off-Season der Blas-Musik. Genau, also es geht sich noch alles gut aus. Natürlich ist ordentliche Koordination gefragt. Aber mal schauen, wie sich das entwickelt.
Aber es gibt natürlich alle anderen Gruppen auch noch.
Aber du hast mir vorhin erzählt, dass du jetzt bei der Militärmusik bist. Das stimmt, ja. Und danach gehst du studieren, oder?
Nein, ich bin jetzt, also kurz zur Erklärung, in Österreich ist Wehrpflicht. Das ist sechs Monate muss man zum Militär gehen, vorausgesetzt, man ist tauglich. Und ich habe mich da für die Militärmusik entschieden. Da ist man dann üblicherweise 13 Monate, weil man dann verlängert wird, gleich automatisch und so weiter.
Aber es geht eben um diesen Zeitraum jetzt sechs Monate. Und ich kann dankenswerterweise schon studieren. Also ich bin schon im Studium seit, also ich bin im ersten Semester, Bachelor, IGP und Konzertfach, Trompete, auch in Eisenstadt. Und das geht sich zum Glück sehr gut aus und wird von der Militärmusik sehr gut unterstützt, dass wir da studieren dürfen.
Wir sind ein paar, die gleichzeitig auch auf der Uni sind. Genau, also ich mache momentan momentan beides, ja.
Okay. Gut, kommt der Militärmusik ja auch zugute, wenn du das gleichzeitig studierst. Ja. Sie haben ja auch was davon, wenn du besser spielst. Das stimmt, ja. So Trompetenlehrer sind ja manchmal nicht nur reine Trompetenlehrer. Was hast du beim Christian oder bei deinem späteren Lehrer mitgenommen, dass jetzt gar nicht so viel mit Trompete vielleicht zu tun hat, aber vielleicht trotzdem mit dem, was du heute tust.
Was ich beim Krickel, glaube ich, von klein auf mitbekommen habe, ist eben dieses extreme Musikerleben. Also, dass viele unterwegs sind und mit dem Brechhaufen und da noch mit dem Klostermann und da mit der Plaskepelle Widlich und dem Theater und so. Das hat mich irgendwie fasziniert, wie man das alles unter einem Hut bringt.
Und das war irgendwie für mich immer so ein faszinierender Lifestyle, irgendwie. Weil es war so spannend, ich weiß nicht, das hat so spannend gewirkt, irgendwie. Und jetzt darf ich da ja mittlerweile ein bisschen reinschnuppern, weil ich ein paar Projekte machen darf und viel unterwegs sein darf. Und das hat sich bewahrheitet, dass mir das sehr fasziniert.
Und eigentlich, es ist dann oft der Stress irgendwie, und man ist dann natürlich sehr viel unterwegs und sitzt stundenlang im Bus und im Flugzeug und so. Und ja, aber das, ich glaube, das ist so dieser Musiker-Lifestyle, den ich zum Beispiel jetzt vom Krickel mitbekommen habe. Bei meinem späteren Professor war es dann so richtig dieser Musiker-Lifestyle, wenn man so will.
Also quasi Orchestermusiker und Professor. Das ist so, ich will jetzt nicht sagen, sagen geregelter, aber das ist halt so eher eine große, fixe Stelle. Genau, also ich habe das so ein bisschen, ich würde sagen, das Leben ab außerhalb von der, eigentlich gehört es eh zum Trompetespielen dazu, aber so dieser Lifestyle, den man durch das Trompetespielen dann haben kann oder haben will, den habe ich auf jeden Fall mitbekommen.
Was natürlich auch hilft, dass man dann abwägen kann, wo man selbst hin will.
Wie hat sich dein Trompetenspiel in den letzten Jahren verändert?
Gute Frage. Also auf jeden Fall hat sich es im letzten Jahr verändert. Vielleicht nach außen gar nicht so extrem, aber für mich, mein Professor, also der Bama Josef, hat quasi, also es gibt jetzt einen zweiten Trompetenprofessor, bei dem ich jetzt bin, das ist der Raphael Puschet. Ich hoffe, ich spreche den Namen richtig aus.
Das ist ein französischer Name, war nicht besonders gut in Französisch. Genau, bei dem bin ich jetzt seit mittlerweile zwei Jahren, wenn ich nichts Falsches sage. Ja, zwei Jahre. Und da habe ich extrem viel an dem Stoß gearbeitet. Also um da jetzt ein bisschen ins Detail zu gehen, ich habe eigentlich bemerkt bei ihm, weil er da auch einfach grundsätzlich sehr viel Fokus drauf legt in seinem Unterricht, habe ich sehr schnell bemerkt, wie ich zu ihm gekommen bin, dass eigentlich ich beim Stoß nicht alles richtig mache oder sogar einige Sachen ziemlich falsch gemacht habe.
Ich war immer so, das ist jetzt so sehr ins Detail, aber ich war zum Beispiel beim Stoß immer zwischen den Zähnen oder oft zwischen den Zähnen mit der Zunge durchgefahren und so, was natürlich extrem nicht ungesund, aber es ist extrem anstrengend, so zu spielen und ineffizient. Und da habe ich sehr viel dran gearbeitet und das war dann eigentlich ein Problemlöser für viele Sachen.
Also ich habe mich oft gewundert, warum gehe ich bei dieser Stelle so schnell ein. Weiß ich nicht, ein Beispiel jetzt erster Satz Heiden, Durchführung, was aufs S3 raufgeht, habe ich nie spielen können. Und ich habe aber dann auf der anderen Seite, keine Ahnung, ein F3 laut und gut spielen können, wenn ich es raufgebunden habe, aber da gestoßen und so aufs S, das ist dann nicht gegangen, hat mich immer irrsinnig geärgert, weil ich es einfach nicht geckt habe, woran es liegt.
Und da habe ich dann wirklich so einen Aha-Moment gehabt und mein, der Raffi hat mir da wirklich die Augen sehr weit geöffnet, was das betrifft. Und das war natürlich dann ein Prozess. Das war so eine kleine Umstellung. Also ich habe dann sehr viele Irons gemacht, vielleicht sagt er das was. Und ShapeUp, Damroff und so.
Und generell ABAM-Edyden mit Fokus auf diese Zungenentstellung und auf die Luftführung und so. Also, das habe ich, das habe ich jetzt ein bisschen optimiert und es hilft enorm. Also es ist wirklich bei Eüden, wo ich vor einem Jahr keine zwei Zeilen durchspielen konnte, gehen jetzt vier Seiten. Einfach nur durch diese kleine Änderung.
Da ist es viel leichter, es ist viel und es klingt auch besser. Es klingt lockerer. Und so, ich hatte auch immer so ein bisschen eine Polkerkrankheit, weil ich immer sehr kurz gestoßen habe. Also ich war immer sehr auf der kurzen Seite und dann hat sich so ein klassisches Konzert oder Idyde gleich mal nach einer Polka angehört.
Da habe ich auch sehr lange braucht, bis ich das rausbekomme. Aber mittlerweile geht es, glaube ich, hoffe ich.
Okay. Ich habe noch zwei Zuschauer oder Zuhörerfragen geschickt bekommen. Die erste ist, hast du schon mal schlechte Erfahrungen oder Backstage-Erfahrungen auf Events oder mit Fans gehabt?
Schlechte Erfahrungen.
Nein. Eigentlich nicht. Das ist eine kurze Antwort. Tatsächlich nicht, ne?
Fällt mir nichts ein.
Du hast gerade schon angesprochen, ihr werdet im Januar so ein Strauß-Programm machen, da kam die Frage, wie die Idee kam. Also klar, es ist ja jetzt noch Strauß-Jahr. Wahrscheinlich so ein bisschen dadurch.
Genau, also wir haben, wir hatten mal vor mittlerweile zwei, drei Jahren einen Produzenten kennengelernt mit Moritz Co., der da einige Projekte auch in der Blasmusikszene auf die Beine gestellt hat. Und mit dem hatten wir uns mal zufällig wieder getroffen und einfach geplaudert, was man so machen könnte.
Wir waren da essen. Und der hat eigentlich, der ist mit dieser Idee gekommen, Strauß, Strauß-Stücke auf Blasmusik zu arrangieren. Eigentlich war das so eine Gemeinschaftsidee mit diesem Produzenten. Und dann wurde das so ein bisschen zur Realität, indem ich mal ein paar Arrangements gemacht habe. Und wir haben uns wieder ein bisschen gespielt im Studio.
Es war eigentlich wieder lustigerweise die CD zuerst da und dann das Projekt und dann die Live-Auftritte. Und so hat sich das jetzt in der Kurzversion ein bisschen ergeben. Also das war eine Idee von unserem Kollegen und der hat uns da sehr unterstützt. Und wir haben dann eine CD aufgenommen und haben dann gesagt, warum nicht auch ein Konzertprogramm draus machen.
Jetzt dürfen wir ein bisschen unterwegs sein. Wir versuchen das jetzt auch ein bisschen so zweigleisig aufzuziehen. Also es gibt dann quasi diese, unter Anführungszeichen, normale Morzum Co. Polka-Schiene, was so eher auf die, ich will jetzt nicht sagen, Party-Blasmusik ist falsch, aber so eher für Feste, Blasmusik, Feste und so, wie wir es bis jetzt gemacht haben und in diese konzertante Richtung werden wir jetzt auch dem öfteren Mal abdriften, immer wieder.
Bespreche das als Gruppe oder hast du auch jemanden, du bist ja noch sehr jung, deswegen holt man sich ja manchmal auch ein Rat. Besprichst du das mit deinem Papa? Ja, sehr viel. Oder hast du eine klare Vision, wo du hin willst?
Na, wir, wir besprechen eigentlich grundsätzlich in der Gruppe, also es wird eigentlich nichts gemacht, ohne dass da jeder was davon weiß und seine Meinung einbringt. Also ich kann es eben, wir haben sich, wir haben uns eben zum Beispiel mit diesem Produzenten getroffen, ich und meinem Papa, und dann war das mal zwischen unser Ding.
Dann haben wir ein bisschen abgewogen, ob das was werden könnte, und wir haben das sehr cool gefunden, diese Idee von Anfang an. Und dann war sofort der erste Schritt, mit der ganzen Gruppe da drüber zu sprechen. Also es gibt da eine Möglichkeit für ein CD-Projekt und vielleicht entwickelt sich mehr daraus.
Das Ganze würde man so und so aufnehmen, Beispiel jetzt. Und dann bringt sich da jeder ein und jeder sagt da Vor- und Nachteile oder ja, das würde ich vielleicht anders machen oder ist jetzt nicht so meins. Gab es auch schon mal, dass man da dann noch Veränderungen getroffen hat. Also es wird alles in der Gruppe gesprochen.
Und natürlich ist mein Papa da dankenswerterweise sehr in der Organisation auch sehr unterstützend für uns und natürlich auch ein wichtiger Ratgeber immer für uns, weil das auch ein bisschen von außen betrachten kann, was auch immer sehr, sehr gut ist.
Wo siehst du dich persönlich in fünf Jahren?
Das ist eine schwere Frage. Kann ich, glaube ich, so genau nicht beantworten, weil ich mich nicht festlegen möchte, unbedingt auf eine bestimmte Sache. Also was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass ich mal einfach von der Musik grundsätzlich leben möchte. Ich möchte genauso viel Spaß mit der Musik haben, mit meinen Projekten haben wie jetzt und unterwegs sein mit meinen Gruppen und Projekten.
Ob das jetzt in fünf Jahren eine fixe Orchesterstelle ist, wo man jeden Tag einen Dienst oder zwei Dienste spielt, oder ob das dann mit verschiedenen Projekten ist, was man unterwegs ist und vielleicht das Orchester dann doch nichts ist, das weiß ich nicht. Und möchte ich mal irgendwie auch für mich persönlich offen lassen.
Ich glaube, das bringt da vor allem in der Musikerszene, wo die Stellen ja so extrem knapp sind. Also man wartet ja teilweise jahrelang da auf ein, bis in diesem bestimmten Orchester jetzt eine Stelle frei wird und dann gibt es 20 Bewerber für eine Stelle und dann hat man einen Gigser in der ersten Runde jetzt Hausnummer und freaked raus.
Also ich glaube, das wäre da auch ein bisschen der falsche Weg, sich auf ein bestimmtes Orchester jetzt zum Beispiel zu fixieren und zu sagen, genau in vier Jahren will ich genau diese Stelle haben. Das funktioniert, glaube ich, nicht, zumindest nicht für mich. Also, wie gesagt, einfach, ich sehe mich in fünf Jahren als Musiker oder als Musikant, der mit Musik sein Geld verdient und sein Leben lebt, aber wie das dann genau aussieht, das werden wir noch sehen.
Dann kommen wir zu den Schlussfragen. Mit wem würdest du gerne noch zusammenspielen?
Also, wenn es wirklich jeder sein könnte, dann wäre es wahrscheinlich Thomas Gantz. Mein so ziemlich größtes Vorbild auf der Trompete und generell seine Persönlichkeit und sein Typ, der Mensch Thomas Gantz. Würde ich gerne mal kennenlernen und auch gerne mal natürlich mit ihm spielen.
Hast du noch nicht kennengelernt?
Nur ganz, ganz kurz mal getroffen und Worte gewechselt. So ein bisschen Smalltalk-mäßig. Aber nicht wirklich, ne?
Okay. Was würdest du gerne mal machen, hast dich bisher aber nicht getraut.
Das ist eine gute Frage. Ich denke gerade in die Richtung Sport, aber eigentlich will ich die Sachen auch nicht machen, die ich mich nicht trau. Zum Beispiel. Nee, oder so weiß ich nicht, Bungee-Jumping oder so. Also, okay. Ja, in der musikalischen Richtung wahrscheinlich irgendwas, was über die Blasmusik hinausgeht.
Ich habe eigentlich fast ausschließlich reine Blasmusik-Projekte. Und ich würde, glaube ich, gerne mal was machen, was eben ein bisschen was anderes ist. Vielleicht so mit ein bisschen Streicherkollegen oder so, so ein bisschen auf die, was mich sehr fasziniert, ist Alpen und Kühn. Das Projekt von Thomas Gunsch, so ein bisschen, ja, crossover und mit verschiedenen Instrumenten.
So ein bisschen, aber das muss ja auch ein bisschen ergeben. Ja. Aber das wäre auf jeden Fall mal spannend.
Okay. Welchen Film bzw. welches Buch sollte man mal gelesen oder geschaut haben?
Film kenne ich einen guten, sehr guten. Unbroken heißt der Film. Kenne ich gar nicht. Kennen, glaube ich, nicht so viele. Das ist so eigentlich eine Erzählung von einem US oder von eigentlich von einer italienischen Soldaten im Weltkrieg. Und der auch, der ist basiert auf einer wahnbegebenheit, der da ein sehr interessantes Leben geführt hat.
Unbroken, ein sehr guter Film. Und Buch, bin nicht so der große Leser, was ich gelesen habe, ist von Bodo Schäfer Die Gesetze der Gewinner, kennst du bestimmt.
Sagt mir was, habe ich nie gelesen, aber habe ich.
Es ist sehr, sehr, sehr interessant und fesselnd und ja, sehr empfehlenswert.
Okay.
Welche Aufnahme sollte man sich mal angehört haben? Da ist schwer, eine zu nennen. Ich weiß. Ich darf nur eine sagen, oder? Die erste, die dir einfällt. Okay, die erste, die mir einfällt, ist, es ist ein bisschen schade, weil alles um die Blasmusik, es gibt noch viel mehr, was über die Blasmusik hinausgeht, aber die erste, die mir einfällt, ist tatsächlich, wenn man mal wissen will, wie man Eger-Länder-Phrasierung und generell Blasmusik in einer kleinen Besetzung geil spielt, dann die CD von der Blasgebelle widerlich.
Ich glaube, ich habe mir das schon 2000 Mal angehört und das groovt einfach so und ich kann mir es immer wieder anhören und wieder Grickli unter Friedo da am Flügel anspielen, ist einfach wirklich unbeschreiblich geil. Also, ja, einfach widerlich heißt die CD, glaube ich. Gibt es die zu streamen? Ja, gibt es überall.
Und welche Aufnahme ist dir noch eingefallen?
Da ist mir noch eingefallen zum Beispiel Alpen und Glühn. Das Album, ich weiß jetzt gar nicht, wie es heißt. Ich glaube, es gibt sogar mittlerweile ein zweites. Also finde ich, habe ich vorher schon gesagt, finde ich sehr, sehr beeindruckend, was da Thomas Gantz mit seinen Kollegen da macht, ist ein bisschen alternativ und ein bisschen was anderes und extrem beeindruckend.
Abschließend deinen privaten Wünsche und die Wünsche für die Blasmusikszene.
Mag mir gar nicht zu viel wünschen, weil ich bin relativ zufrieden, wie es bei mir so läuft, würde ich jetzt mal sagen. Ich wünsche mir eigentlich, dass es so weitergeht wie bisher. Dass ich, ja, wie ich vorher schon gesagt habe, noch sehr, sehr lange Musik machen kann. Und für die Blasmusik-Szene, ich glaube, dass die Tendenz eher in diese junge Richtung geht und dass viel Neues kommt.
Es gibt sehr viele, sehr viele, junge Gruppen. Also dass das so weitergeht, wäre, glaube ich, für die Szene sehr, sehr cool und wichtig. Und was natürlich ein Traum wäre, wenn man wieder öfter mit großen Besetzungen spielen könnte. Was vielleicht fast ein bisschen unrealistisch ist, weil die Tendenz eher in die Gegenrichtung geht.
Aber wir wissen sehr beide, da so eine Kapelle, der Kapellenmeister-Projekt oder Michael Klostermann ist was ganz Besonderes. Das sollte auf keinen Fall verloren gehen und sollte wieder viel mehr wertgeschätzt werden, finde ich.
Das sind gute Worte, die ich nur unterstreichen kann. Sebastian, vielen lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Dankeschön.
Hat mich sehr gefreut, ja.
Das war die Folge mit Sebastian Moritz. Vielen Dank, dass ihr bis hierhin gehört habt. Und vielleicht gibt es den ein oder anderen jungen Musiker oder die ein oder andere Musikerin da draußen, die sich dadurch jetzt inspiriert fühlt, auch ihr Ding zu machen. Denn wir brauchen junge Menschen, die in der Blasmusik was bewegen wollen.
Und wer jetzt noch weiterhören möchte, dem sei die Podcast-Folge mit Christian wieder, seinem Trompetenlehrer, ans Herz gelegt. Da haben wir auch ganz viel über das Trompetespielen gesprochen, über den Blechhaufen, über seinen Weg und seine Einstellungen zur Musik. Ich sag nochmal danke, danke, danke, dass ihr so fleißig diesen Podcast hört und mir auch immer mal wieder liebe Nachrichten schreibt.
Ich möchte mich noch für die Musik bei Direc Mattes bedanken, bei Leandermachern, für den Schnitt und freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid. Macht's gut, euer Andi.