On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5· Folge 105

Christian Wieder (Trompeter, da Blechhauf'n) - Zwischen Musicalbühne, Woodstock und der Supergroup

Donnerstag, 26. September 2024 · 1 h 39

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Shownotes

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Christian Wieder hat klassische Trompete in Graz und Wien studiert und machte schließlich seinen Abschluss in Jazztrompete am ipop-Institut der Universität für Musik und darstellende Kunst. Seit 2008 ist er Solo-Trompeter bei den Vereinigten Bühnen in Wien. Die meisten werden ihn aber als Trompeter und Gründungsmitglied des Blechhaufns kennen. Daneben spielt er in den unterschiedlichsten Formationen, wie z.B. Michael Klostermann und seinen Musikanten, Thomas Ganschs Supergroup, den Hopfenswingers und schreibt mittlerweile auch Noten für die Kleinsten in der Blasmusik.

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Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Mattes

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Wir sind ganz schlechte Prober, würde ich jetzt einmal behaupten. Aber es ist halt so familiär zu denken. Wir kennen uns so gut und wir verbringen so viel Zeit miteinander und wenn man dann immer so hört von Professionalität und so weiter, wie ich sehe es eher familiär, alles andere wäre ein bisschen aufgesetzt bei uns.

Da bringt es seine Probleme mit, wir reden drüber, wenn er Zweda ist, ist er Zweda, dann muss er auch durch, dann wird gestritten, dann wird sich wieder versöhnt. In der Tradition des Weiterentwickelens würde ich gerne verhangen, quasi. Immer so ein bisschen sich was trauen, einmal vielleicht übers Ziel schießen, aber es bringt ja nichts, man muss irgendwas probieren.

Bin mir relativ sicher, wie es funktioniert und muss mir darüber keine Gedanken mehr machen. Ganz schlecht beim Trompetenspielen ist viel Nachdenken. Also das führt meistens ein riesengroßes Desaster. Deswegen relativ viel Konstantes schaffen. Das wäre mein Deep an alle. Meistens ist es leichter, als man glaubt.

Also ich sage immer dazu, wir spielen so zwischen 50 und 60 Mal im Jahr. Notenstände aufbauen, 50 oder 60 Mal im Jahr wäre mehr Arbeit als ein Programm aus dem Ziel.

Herzlich willkommen bei OnAir Dem Blasmusik Podcast. Mein Name ist Santi Streck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Willkommen bei einer neuen Folge von OnArd Dem Blasmusik-Podcast.

Ich freue mich riesig, dass ihr wieder eingeschaltet habt und ich hoffe, ihr habt jetzt auch in den letzten Tagen die Ausläufe des Sommers gut nutzen können, nochmal sondern getankt, bevor es jetzt so richtig in den Herbst startet. Wenn ihr mir zu Beginn gleich einen Gefallen tun würdet, wäre ich euch sehr dankbar, denn viele von euch, mehr als die Hälfte, hat immer noch nicht auf den Abonnieren-Button geklickt und ihr würdet mir tatsächlich damit eine riesige Freude machen, wenn ihr das jetzt tun könntet, denn dann bekommt mein Podcast eine größere Reichweite.

Größere Reichweite heißt größere Gäste und somit noch spannendere Einblicke in die Musikwelt. Bevor wir zu meinem heutigen Gast kommen, wie immer der Supporter und das ist Buffy Krampor. Genauer gesagt B ⁇ S. B ⁇ S hat vor knapp einem Jahr eine neue Trompetenserie herausgebracht, nämlich die Personality-Serie.

Und Personality deshalb, weil sie mit drei Persönlichkeiten der Trompeterwelt entwickelt worden sind. Nämlich mit Martin Hutter, Thomas Inderka und Benny Brown. Drei verschiedene Spielertypen, drei verschiedene Trompeten. Ich durfte unlängst alle drei schon ausprobieren und die Benny Brown liegt mir zum Beispiel am besten.

Die kommt meinem Spielertypus sehr, sehr nahe und unterstützt mein Spielgefühl und ich kann damit klanglich alles, was ich spiele, von der böhmischen Blasmusik bis zur Kammermusik alles abdecken. Welche Trompete euch liegt, das solltet ihr auf jeden Fall selbst ausprobieren. Einfach zum Instrumentenhändler eures Vertrauens gehen und die Personality-Serie austesten.

Ein weiterer Supporter dieser Folge ist Breselmeier. Die Firma Breselmeyer ist ein familiengeführtes Unternehmen und feierte im Jahr 2018 bereits ihr 50-jähriges Bestehen. Von Künstlern weltweit wertgeschätzt zählt die Brieselmeier Mundstückmanufaktur heute zu den bekanntesten Herstellern in der Branche der Instrumentenmacher und Blechbläser.

Durch die Zusammenarbeit mit weltbekannten Orchestern sind die Mundstücke seit jeher fester Bestandteil der klassischen Musikszene. Und der persönliche Kontakt und der intensive Erfahrungsaustausch mit Musikern der Spitzenklasse ließ in zahllosen Versuchen die Qualität der Mundstücke zu so einem Grad reifen, der sie mit dem Prädikat tonangebend auszeichnet.

Die wohl bekanntesten Mundstückmodelle, die aus dieser Werkstatt stammen, sind jene der Trompetenserie G. Und die gehören mittlerweile zu einem Standard sowohl in den Wiener Orchestern als auch in renommierten internationalen Klangkörpern. Und wenn ihr jetzt auf der Suche nach einem neuen Mundstück seid, dann versucht es doch mal mit Breselmeyer-Mundstücken, denn diese mehrteiligen Mundstücke ermöglichen es euch, verschiedene Komponenten am Mundstück selbst an euer individuelles Spiel anzupassen.

Und einer, der sich damit auskennt, ist auch mein heutiger Gast, nämlich Christian Wieder. Für ihn wurde extra ein Trompetenmundstück, nämlich das G42 Krickel, entwickelt. Eines der Mundstücke, die nicht nur in der Orchesterwelt, sondern auch in der Blasmusik-Szene immer mehr Verwendung finden. Christian Wieder an sich muss ich gar nicht groß vorstellen.

Er ist bekannt wegen seiner Band, dem Blechhaufen. Deshalb reden wir natürlich auch ganz viel über den Blechhaufen, über das Trompetenspielen und über seine Arbeit beim Musical. Ich finde es herrlich, mich mit ihm zu unterhalten, denn seine pragmatische Art, auch was das Trompetespielen betrifft, macht es so herrlich einfach, darüber zu philosophieren, ohne die Dinge zu verkopft anzugehen.

Ich will gar nicht mehr länger reden. Ich wünsche euch jetzt viel Spaß mit Christian Krickel wieder hier beim Blasmusik-Podcast. Mein heutiger Gast hat klassische Trompete in Graz und Wien studiert und machte schließlich seinen Abschluss in Jaztrompete am IPO-Institut der Universität für Musik und Darstellende Kunst.

Seit 2008 ist er Solotrompeter bei den Vereinigten Bühnen in Wien. Die meisten werden ihn aber als Trompeter und Gründungsmitglied des Blechhaufen kennen. Daneben spielt er in den unterschiedlichsten Formationen, wie zum Beispiel Michael Klostermann und seinen Musikanten, Thomas Gantz Supergroup, den Hopfen Swingers und schreibt mittlerweile auch Noten für die Kleinsten in der Blasmusik.

Ich freue mich, dass er heute hier ist und sage herzlich willkommen, Christian wieder.

Servus Andi, freut mich, dass du mich da eingeladen hast, in dieser honorigen Runde teilzunehmen. Welche Ehre.

Ja, schön, dass du zugesagt hast. Sehr gerne. Christian, welches Stück hast du dir als letztes Mal bewusst angehört?

Uff, warte mal, da gehe ich mal in meinen. Nachdem ich vor dem Computer sitze, ist es sehr praktisch und da bin ich jetzt okay auf meiner Audio-Plattform und auf zuletzt gehört. Ah ja, genau, da gibt es ein bisschen eine Story dazu. Wir hatten letzte Woche einen Kick mit Christoph Moschberg am Blechhofen in Frankreich.

Und da hätten wir nach dem Konzert einen kleinen Hang mit dem Trompeter von Spanish Bros, mit dem Carlos, sehr sympathischer Typ. Und der hat mir eine CD von Spanish Bros empfohlen, Brassiana. Und die hatte ich mir zum letzten Mal bewusst reingezogen. Würde ich sehr empfehlen. Also die Band ist unglaublich.

Kleiner Fact, die Proben, wenn sie nicht spielen, jeden Tag von 9 bis 13 Uhr. Als Gruppe. Als Gruppe, als Band. Die machen das hauptberuflich unglaublich, was die so aufstellen da. Die haben 35 CDs aufgenommen. Ich hatte die nicht so am Schirm. Das wird sich jetzt ändern. Kann nur wärmste Empfehlung an alles.

Benish Brass, unglaubliche Band. Die hatten da gespielt mit Matthias Höfs als Solist. Okay, verrückt. Ja.

Habe ich aber auch vorher noch nie gehört. Muss ich auch zugeben.

Ja, das sollte man tunlichst ändern.

Ja. Probier jetzt auch ab sofort von 9 bis 13 Uhr.

Ich glaube, wenn das der Blechhaufen machen würde, würden wir uns zerfleischen nach 10. Tage. Würde ich mal so voraussagen.

Ich dachte schon um 10 Uhr. Ja, oder so. Okay, ich würde gerne ein bisschen chronologisch bei dir vorgehen. Wie kam Musik in dein Leben?

Also die Musik, würde ich jetzt sagen, war vor meinem Leben schon da. Mein Vater ist Blasmusikant, er war Musikschuldirektor und Chorleiter und Kapellmeister. Und ich bin der zweite Sohn und der erste Sohn ist ja mein Bruder, der nicht allzu unbekannt ist, Albert, der ja mit der Tuba schon in frühesten Zeiten auf sich aufmerksam gemacht hat.

Er hat ja schon ab acht, neun, zehn Jahren so richtig Glas gegeben, alle Wettbewerbe abgeräumt. Bei mir war das überhaupt nicht so. Aber Musik war immer da. Ich habe diesbezüglich natürlich meinem Vater als ersten Lehrer sehr viel zu verdanken. Ich hatte ja, bis ich 14 war, an Tina gespielt. Und mein Bruder war immer sehr ehrgeizig und hat sehr viel geübt.

Also unglaublich, was ich in meine Jugend Tuber-Konzerte gehört habe. Das ist ja, ich glaube, ein bisschen leicht traumatisierend da. Wir hatten nämlich nur ein Zimmer und er hat da immer geübt. Und ja, der hat mich immer aufgefordert, Duette zu spielen. Da haben wir diese Lekted Duets, kennt man wahrscheinlich, die haben rauf und runter gespielt.

Und so glaube ich, habe ich das ein bisschen vertieft, das Ganze. Und ja, und Musik war immer da. Mein Vater ist ja eh sehr ein großer Mosch-Fan. Er hat alle Mosch-Platten und wir haben das rauf und runter gehört und dann Kennedy Plus gehört, Wintermarsales gehört. Also da waren wir richtig, richtige Freaks schon als Gringos quasi, als kleine Menschen.

Wie ist das vom Vater, an der Richter zu waren?

Boah, das war nicht immer einfach. Ich habe es lange nicht kapiert, um was da richtig geht. Und er hat wahrscheinlich ein bisschen Talent erkannt und ich habe sie überhaupt nicht erkannt. Und für mich ist relativ viel, relativ leicht gegangen. Deswegen, ich habe nie wirklich großartig üben müssen, um so das Standardrepertoire runterzutrellern.

Das ist natürlich Fluch und Segen. Jetzt muss man nicht viel üben, dann bleibt ein bisschen Technik auf der Strecke und so weiter. Und das war dann für schwierige Stücke, die ich jetzt nicht vom Platz spielen konnte, immer ein bisschen eine Diskussionsgrundlage zwischen mir und zwischen meinem Vater.

Aber ich bin ihm letztendlich sehr dankbar. Ich hätte es wahrscheinlich, wenn es nach mir gegangen wäre, als Jugendlicher, hätte ich es wahrscheinlich beim Profi-Fischer oder Profi-Fußballer eher dieses Ziel verfolgt, als Musiker zu werden. Und er hat es erkannt und ist drauf geblieben und hat mich mehr oder weniger dazu gezwungen, was sie rückblickend als sehr, da bin ich ihm sehr dankbar, dass er das so gemacht hat.

Wie ist das mit so einem Bruder aufzuwachsen, der so früh schon so ehrgeizig ist?

Für mich war das nie wirklich ein Problem. Ich habe mich immer gefreut für ihn, weil das ja immer, also man muss so ein bisschen ein Freak sein. Wir waren da so richtig drin in der Musik und er hat natürlich viel mehr, er hat immer auf Details geschaut und wie klingt das und dann haben wir begonnen zu arrangieren.

Also bald mal ist dann der Blechhaufen auch entstanden. Und ja, es war, natürlich wird man am Anfang immer auf dem Bruder angesprochen, weil der so gut ist, aber es war nie wirklich ein Problem. Ich habe da kein Komplex oder so. Es war immer klar, mir war es immer klar, warum es so ist, weil er halt einfach immer übt.

So, Punkt. Wir haben immer gefreut, wenn ich da irgendwie mit kann und somit. Überhaupt kein Problem.

Okay. Welche Musik lief bei dir im Kinderzimmer?

Naja, das war, das war wahrscheinlich Ernst Marsch.

Und gib es da irgendein Stück, wo du sagst, das fand ich damals schon mega gut.

Da würde ich jetzt ungern eins rauspicken. Wir hatten da so Phasen. Also ziemlich lang war Canadian Bros sehr, sehr hoch in der Playlist, im Powerplay quasi, zum CD-Player. Und ja, aber das verschiebt sich dann immer, die Interessen verschieben sich immer. Und immer da alles ausgecheckt hat, da kommt eins nach dem anderen.

Ich würde jetzt ungern eins rausbicken, es gibt ja so viel Kurzzeig.

Wie kam der Wechsel vom Tenor an zur Trompete?

Ja, das war irgendwie spannend. Also ich war dann irgendwann 14, in Österreich ist es so, ich war in der Hauptschule dann im Nachbarort. Hauptschule ist so, da ist man dann so, ja, da ist man dann 14 und da muss man sich entscheiden, geht man weiter in die Schule oder spezialisiert man sich in irgendwelche Dinge.

Und mir war überhaupt nicht klar, was ich werden will oder berufliche Wünsche. Als Musiker war da überhaupt nicht am Schirm. Und habe mich dann, Gasgewerbe war mal ein Thema, Krankenpfleger war mal ein Thema und habe mich dann aber schließlich, schlussendlich dann für die Handelsschule entschieden. Also das heißt so Ausbildung für Büro und so weiter.

Und ja, hat mich eher weniger interessiert, aber es war halt irgendwie da ein leichter Weg. Und hatte dann ein Fußballmatch und die dramatische, jetzt kommt die dramatische Wendung, der Twist quasi in der Story. Und ich wurde dann gefault und hatte mir Ellionspeicher gebrochen. Hatte acht Wochen in den Gips über den Ellbogen hinaus und das war so, glaube ich, im Oktober und konnte dann nicht mehr diese Tastatur schreiben, also Maschinen schreiben, sagen wir bis zu rechts.

Du weißt, was ich meine. Die hatten das da extrem geübt gehabt, das war gerade diese Phase, wo am meisten weitergegangen ist. Da konnte ich nicht mitmachen und im Halbjahr dann zur Abschlussschularbeit, da darf man dann nicht auf die Tastatur schauen, muss dann tippen. Hatte ich dann 90 Fehler drin in der Schularbeit und das war irgendwie nicht mehr zum Rich.

Dann hat mich mein Vater rausgenommen aus dieser Schule und hat mich ins Südgymnasium nach oberschützen geschickt. Und in Österreich ist es ja so, dass man danach nicht studieren kann. Und ich wollte jetzt ungerne Posaune auf Posaune wechseln und das Zugsystem da erarbeiten und hat mich dann für die Trompete entschieden und ein halbes Jahr später war ich dann auf der Uni und das hat ganz gut funktioniert, dieser Wechsel.

Und mich hat das Trompetespielen eigentlich eh schon immer interessiert. Kurz davor hat noch Flado Kumpern bei uns in der Kapelle ausgeholfen, den hat mein Vater geholt. Und der hat dann so ein Solo gespielt und das hat mich wahnsinnig fasziniert. Dann habe ich nur mehr dieses Solo geübt. Und das war eigentlich ein guter Boost quasi für meinen Trompetegeschichte.

Was man nicht so alles macht mit 14, dass man mit Flado Kumpan in der Kapelle spielt.

Genau, also das war schon nicht so ohne.

Warum dann nicht früher zur Trompete, wenn du sagst, das hat sich schon immer so ein bisschen interessiert.

Ja, ich habe es immer nicht gefunden und ich weiß nicht, es war einfach nicht so der Plan, dass ich Musiker wäre eigentlich. Aber dann hat sich das relativ schnell geändert und dann gab es überhaupt keine Alternative mehr, irgendwann. Also dann war es sofort klar. Und eben, wie gesagt, deswegen bin ich sehr dankbar, dass das alles so gelaufen ist, wie es gelaufen ist.

Ich habe gestern noch eine Umfrage auf Instagram gemacht für Zuschauerfragen. Und es gibt eine, die passt gerade gut rein. Da wird nämlich explizit gefragt, wie viel hast du als 15-Jähriger geübt?

15-Jähriger, ja. Na, da habe ich schon eher mehr geübt. Naja, dann da habe ich schon, ich weiß nicht, ich konnte es jetzt so in Stunden, ich habe eher so projektbezogen geübt, also wenn jetzt ein Vorspielabend angestanden ist oder so, aber ich habe grundsätzlich dann schon dieses ganze klassische Uni-Zeugs, dann ABAN-Kobra, dieses Zeug, das muss man sehen, das erscheint einem die Sonne nicht auf den Rücken.

Da muss man dann schon ran ans Ding, wenn man das gewissenhaft spielen will. Und sukzessive ist es dann eigentlich immer mehr geworden. Also je mehr man kann, desto mehr weiß man, was zum Tun, was man üben muss. Und je mehr weiß man, was man nicht kann. Und das führt dann, wenn man drauf bleibt, zu mehreren Stunden am Tag.

Bist du ein guter Über? Nein, ganz schlechter über. Mir geht es beim Üben immer schlecht eigentlich. Nein, also ich habe da wahrscheinlich viel Zeit verplempert, weil ich nicht wirklich effizient war. Ich meine, von der Lippe her ansatzmäßig, das ist immer relativ rund gelaufen bei mir. Da musste ich nicht viel ran.

Aber jetzt würde ich das Ganze ein bisschen anders sehen. Aber das sehe ich jetzt auch gar nicht als so dramatisch. Das ist halt, glaube ich, ein natürlicher Prozess. Deswegen mein Appell an alle, die mit Kopf üben, mit System üben, vielleicht sich einen guten Lehrer suchen, der einem da wirklich weiterhilft.

Und dann geht es wahrscheinlich schneller.

Welchen Überzipp gabst du deinen Schülern?

Ja, eben, das mit Kopf üben, aber das rät sich jetzt leicht. Man muss ja mal wissen, worum es geht. Und da ist ein Begleiter im Sinne von Lehrer, der ihnen dann die Hand nimmt und da wirklich sagt, hey, schau, du erreichst zwar den Ton, aber der stimmt nicht und der ist nicht genau an der rhythmischen, richtigen Stelle, sodass es wirklich leimend ist.

Ja, dann kämpft man sich halt ein paar Monate an einem Stück und weiß nicht mehr, warum es nicht besser wird oder so. Und wenn das einer checkt und einer das gut erklärt, dann glaube ich, geht das effizienter und man kann es mitnehmen für das nächste Stück und so weiter. Und dann baut sich dieses ganze Üben auf.

Warum hast du zum Jazz gewechselt?

Naja, das hat sich jetzt... Also grundsätzlich, ich bin nach Oberschützen gekommen zum Herrn Professor Hans-Peter Schuh, der erster Trompeter war bei den Wiener Philharmonikern. Ja, das war einmal diese Grund-Basisausstattung, die man dann so mitkommt. Das war super. Dann kämpft man sich durch den Abern und durch den Kopf rasch und so.

Also technische Grundausstattung ist ja ganz wichtig beim Trompetenspielen. Also man lernt quasi die Bedienungsanleitung einer Trompete. Und dann habe ich nach Wien gewechselt, zum Herrn Professor, also nach der Militärmusik, zum Herrn Professor Bomberger, der ebenfalls Wiener Philharmoniker war und die war eigentlich immer auf der Klassikiene unterwegs.

Wobei mich das immer relativ gar nicht so fasziniert, also schon fasziniert, wenn das auch noch gut kommt, aber ich habe mich dort nie gesehen, so bei den Philharmonikern oder im Opernhaus oder so. Das war eigentlich nicht mein Ziel. Und parallel dazu ist ja der Blechhoffen so ein bisschen gewachsen und wir haben immer Ausschau gehalten nach Modernstücken und so weiter.

Und das war immer so der Fokus und ich wurde eigentlich immer in einer Peakband einmal irgendwann spülen und so weiter. Und dann habe ich Interessen selber, wurde diese Jesttrompete erst ausgeschrieben, als ich da studiert habe. Ich war quasi der erste Schüler von dem, Horst Michael Schaffer oder heißt er noch, am iPop, das ist so eine Parallelausbildung zur klassischen Trompete und habe mich da sofort angemeldet, da gab es überhaupt keinen Zeugern und ja, und hatte dann mit 20 dann die Ehre, da ein bisschen Unterricht zu nehmen.

Ja, und das hat mir natürlich irrsinnig Spaß gemacht. Vor allem so Liedtrompete spielen und so weiter. Das war so ein bisschen mein Fokus.

Wie wird mein guter Lied-Trompeter?

Boah, da muss man extrem viel Zeugs hören. Man muss überhaupt, ich würde das jetzt gar nicht so eingrenzen, Lied-Trompeter, klassischer Trompeter oder so, ich würde diese Grenzen da nicht ziehen. Man muss für Big Band her natürlich viele Vorbilder suchen und genau hinhören, wie frisiert einer, wie ist die Luftführung, wo gibt es das Vibrato und wie wird der Ton abgerissen, wie lange wird ausgehalten.

Und wenn man da so den Fokus drauflegt, dann merkt man schon, wie es wirklich funktioniert. Und dann kämpft man sie halt durch irgendwie und versucht es zu emitieren am Anfang und dann versucht man seine Farbe ein bisschen reinzubringen. Ja, und sie halt so irgendwie so zu spezialisieren. Eher ein logischer Weg, eigentlich.

Hast du ein Vorbild? Da gibt es einige. Also mich faszinieren überhaupt die alten Aufnahmen, so Duke Ellington Campes ist sowieso klar. Oder Horst Fischer, wie der Solo spielt, wie der interpretiert, wie der klingt. Das ist unglaublich. Mit den technischen Möglichkeiten der 60er Jahre, der 70er Jahre.

Das ist unglaublich druckvoll und wie aginau und wie gut die Jungs waren. Also auch nach jetzigem Standard unglaublich. Da gibt es also die ganzen, das sind alles meine Vorbilder. Überall Sachen, die man rauskitzen kann und sagen, hey, das ist fantastisch.

Noch eine Zuschauerfrage. Welche Übung oder welchen Ratschlag gab es vielleicht in deiner Studienzeit so einen Aha-Moment oder so einen großen Sprung bei deinem Spiel verursacht haben?

Ja, da gibt es wahrscheinlich einen Knackpunkt in meinem Spiel, ja, in meiner Spiellaufbahn. Eben in diesem, im Zuge des Jazz-Studiums hat da Horst sein Projekt gestartet, das hat Wonder Bros gehört. Nein, Horst Michael Schafferst Flying Circus, da gibt es ja eh was auf YouTube. Und da hat auf der Little Betty den Brian Davis engagiert, den kennt man eh.

Und den habe ich mal so ein bisschen genauer ausgecheckt, da habe ich ihn auch gefragt einmal, ob man sie eine halbe Stunde früher treffen können und ob man da so ein bisschen tun halt. Und dann hat er mir so sein Artenprinzip und so sein Grundmindset für Lithombete erklärt und da hat sich einiges getan.

Das würde jetzt, glaube ich, ein bisschen den Rahmen springen, so ins Detail zu gehen, aber er verfolgt so ein bisschen diese Bobby Shue, Roger Ingram Methode, Yoga Breath, so das habe ich so ein bisschen für mich übersetzt quasi und da ist dann nochmal. Bisschen was gegangen. Also du spielst quasi auch damit heute noch.

Also ich verwende es auf alle Fälle beim täglichen Spiel und auch ich versuche es dann ein bisschen so mitzunehmen in den Konzertbetrieb, in den Musicalbetrieb. Und es funktioniert. Also bin ich mir ziemlich sicher, dass das ein paar Menschen die Augen öffnet so ein bisschen. Zum Beispiel, das sind den Rücken atmen.

Das habe ich noch nie vorher gehört. Das ist so eine Sache und das unterstützt ungemein beim Hohenspiel, zum Beispiel.

Okay. Den Blechhaufen gab es ja dann schon davor. Kannst du uns so in die Anfangsjahre vom Blechhaufen mal ein bisschen mitnehmen? Wie kam das überhaupt dazu, dass ihr das gemacht habt? Hattet ihr schon irgendeine Idee, dass ihr das schon verfolgen wollt, dass es, ob das jetzt so erfolgreich wird, wie es jetzt ist, das kann man natürlich wahrscheinlich als Jugendliche nicht so absehen.

Aber irgendwie mit der Idee, wir versuchen, was geht, oder ist das einfach gewachsen und war es auch ein bisschen Zufall, dass es so groß geworden ist?

Da haben fünf Faktoren mitgespielt. Also das Ganze ist in, wie kann man das sagen? Genau, mein Vater war Kapellmeister, wir hatten alle da im Musikfreien gespielt. Und dann gab es eine Anfrage für ein kleines Ensemble nach einem Männer-Gesangsabend, ob wir da irgendwie mitmachen können. Und dann, wir hatten immer nach der Probe sich ins Wirtshaus gesetzt und dann Tisch boykottiert, also eingenommen quasi.

Und da gab es dann immer irgendwelche, haben wir immer irgendwelche Stücke ausprobiert, immer auswendig und mehr oder weniger schön und gut. Aber es war auch wurscht, aber es hat sich bald einmal rauskristallisiert, es hat sich eine Besetzung rauskristallisiert. Und wie es ganz gut, da hat es ganz gut funktioniert, da war am Anfang mein Cousin dabei, der Roman weniger, der auch einige Stücke geschrieben hat für uns und der hat die ersten zwei Zeit, der es glaube ich mitgespielt hat.

Und so weiter. Also wir waren dann fünf Personen aus dem Musikverein und dann brauchten wir einen Namen für diesen Abend da. Und dann hat man wieder mal gespielt und dann ist einer reingekommen in das Wirtshaus hat gesagt, da sitzt da schon wieder der Blechhaufen. Und somit war das auch geklärt. Der Blechhaufen.

Und sukzessive, also mit Oberschützen, weil wie ich dann in die Schule gewechselt habe, genau, da hat sich dann alles andere entwickelt. Dann bin ich mit einem gewissen Herrn Heider Kreuz ins Zimmer gekommen und dann war der auch mit im Boot und dann hat sie alles weitere Geschichte. Und es war nie jetzt ein Plan, dass wir jetzt so erfolgreiche Prassbind werden.

Wir wollten eigentlich immer für uns Leimand spülen und so gut wie möglich spülen. Und das hat sie halt dann, das war in dieser Zeit um die 2000, hätte ich gesagt, hat es dann noch nicht so viel Konkurrenz gegeben. Nozil Prass war erst, glaube ich, ein, zwei Jahre alt, die haben ja so 95 oder 96 begonnen, glaube ich.

Also da hat es ACD gegeben, die waren natürlich komplett der Wahnsinn für uns. Und wir haben dann immer geschaut, dass er auch überhaupt mein Bruder, dass wir immer eigene Stücke haben, dass man, was könnte man spielen, wie könnte man was spielen und wie ist es leibend für die Menschen, die uns da zuhören.

Und dann haben wir das so aufbereitet und dann hat eins ins andere gegeben und man durch ein paar Besetzungswechsel ist es das, was es jetzt ist. Und ja, mir taugt es, ist leibend, macht nach wie vor gesinnig Spaß.

Warst du schon immer ein extrovertierter Mensch?

Also mir wird nachgesagt, ja, ich bin Löwe im Aszendent Löwe. Ich weiß nicht, das sagt für die Astronomen oder Astrologen oder wie heißt das? Keine Ahnung.

Eines von beiden auf jeden Fall.

Die wissen dann Bescheid. Aber ich empfinde es jetzt nicht zwingend so, aber natürlich, wenn in der Runde Witze erzählt werden, erzähle ich auch gerne am Witz.

Aber du zauberst doch auch, wenn ich das so noch richtig im Kopf habe.

Woher weißt du das alles eigentlich? Wo steht denn das?

Nein, aber du hast das ja auch Bühnenschau-mäßig mal gemacht.

Achso, ja, es stimmt, ja. Es war genau, da hat es ein paar Blech auf dem Programm gegeben, wo ich so Zaubertriegs gemacht habe. Genau. Ja, es war lange meine Leidenschaft. Ich habe da Zauberunterricht genommen und schon das eine oder andere Kindermaskenball damit belustigt.

Aber er ist ja auch wieder ein Zeichen für einen extrovertierten Mensch. Also dich zieht ja die Bühne anscheinend an, sonst würdest du so Sachen nicht machen.

Ja, wahrscheinlich schon, ja. Ja, das würde jetzt gerne meinem Psychologen überlassen, wie er das genau inordnet, das ist ein bisschen schwierig, über einen selbst festzustellen.

Vielleicht kommen wir da heute noch ein bisschen näher drauf. Aber hat dir dieses relativ früh mit dem Blechhaufen auf der Bühne stehen, Zaubern vor Publikum auch geholfen, dann du hast ja dann Probespiele gemacht, auch für das Orchester, wo du jetzt spielst, dazu muss man ja auch Rampensau sein. Probespiel ist nicht für jeden was.

Hat dir das irgendwie diese Bühnenerfahrung dir schon so eine gewisse Routine gegeben?

Ja, wahrscheinlich hat es sicher nicht geschadet, aber Probespiel ist dann schon einmal eine andere Baustelle als Blech auf dem Konzert. Man spielt sich dadurch die Runden durch, ihr kennt das alle, dieses Probespielsystem hinterm Vorhang und dann vorm Vorhang und dann in meinem Fall war es noch so, dass der Generalmusikdirektor, heißt es so, heißt es, bei uns zu mir aufs Probyspiel, auf die Probespielbühne gekommen ist und mich dann dirigiert hat, so allein mit der Trompete und dem Klavier, glaube ich.

Das ist dann schon eine andere Baustelle. Wenn einem der Witz nicht hilft, ja, dann muss man halt ran an die Trompete. Aber ja, ich bin super happy, dass das gut funktioniert hat. Und ja, ich bin auch sehr froh, Teil dieses Orchesters zu sein. Das ist schon sehr cool. Ist das so die Traumstelle? Ja, also ohne zögern, sage ich da, ja, Musical hat vielleicht auch ein bisschen einen komischen Ruf, aber als Musiker im Orchester, im Musical-Orchester zu sitzen, ist einfach super, weil man muss vielseitig sein, man bekommt alle Stile am Notenblatt daher.

Es kommen Schnulzen, die man richtig zelebrieren kann, jetzt kommen Swingdinger, es wird auch teilweise klassisch gespielt, man muss mit der Picolo, man muss mit Flügel hören, man muss, und es ist immer, ich war ein Leimand, was ein bisschen mit der Zeit vielleicht, also wir spielen in Wien so Longrun-Produktionen, drei Jahre Cats und jetzt geht Phantom in das zweite Jahr und so, da braucht man schon ein bisschen Ausdauer.

Aber ich schaffe das und das ist, mir macht es trotzdem Spaß. Super nette Kollegen.

Das wäre eh sowieso meine Frage, wie hält man so eine Produktion spannend, wenn man es dann schon zum, weiß ich nicht, nach drei Jahren, wie oft habt ihr das dann gespielt?

Ja, da war dann ein bisschen so Corona. Ja, wahrscheinlich so habe ich Cat so 300 Mal gespielt oder so. Aber es wird nicht zwingend einfacher, nur wenn man es jetzt schon hundertmal, man muss ja dann diese Lead-Swing-Stelle trotzdem rausballern von Tag zu Tag. Und es bleibt ja in einer, natürlich wird es dann ein bisschen, es nimmt ein bisschen den Schrecken, wenn man schon öfter gespielt hat.

Aber man muss es immer ran ans Werk und man kann nicht die Füße übereinander legen und dann eine ruhige Kugel schieben, so läuft das nicht. Man muss da immer fit sein, man muss die Lippe geschmeidig halten und das ist eigentlich die Challenge dabei. Natürlich gibt es Tage, wo man dann, wenn man jetzt so zwei, drei Blech auf den Kicks in den Beinen, in den Knochen hat und dann setzt man sie ins Theater und muss dann ran, dann kann schon ein bisschen, kann man schon den Kopf runterfallen, aber es wird nicht passieren.

Und es macht wirklich Spaß. Ich weiß auch nicht, mir taugt es und es wird gut gespielt und den Leuten gefällt es. Wir sind nichts super, Besucherzahlen haben wir da in Wien und dann machen wir das.

Ich glaube auch nicht, dass es einfacher wird, aber ich glaube, oder ich könnte mir vorstellen, dass die Gefahr von Flüchtigkeitsfehlern natürlich größer wird, weil man so ein bisschen, okay, ich weiß, was kommt und so, nicht mehr ganz so auf der Stuhlkante vielleicht setzt wie bei den ersten zehn Mal.

Naja, aber dann holt einen die Realität sofort ab, weil dann kracht es mal und das will man nicht. Nein, es gibt so Phasen. Es gibt wirklich, das ist so im Jahresreigen des Musicals, Musical-Trompeters, dann geht es mal wie von allein, dann denkt man, ja, super, alles leimand. Und dann beißt man sich mal beim Würstelessen nach dem Dienst auf die Lippe und zieht dann so eine kleine Verletzung den nächsten Tag mit, die dann wächst am nächsten Tag, wenn man drauf geht und am übernächsten Tag wieder drauf geht.

Und dann, also die Amplitude, die ist immer da und dann muss man sich wieder sich reinkämpfen, bis man das Gefühl wieder hat und dann hat man Flüchtigkeitsfehler. Wir sind ja alle Menschen, jeder macht Fehler. Man sollte es aber natürlich auf ein Minimum reduzieren. Oft leichter gesagt als getan, aber im Prinzip alles cool.

Wie sieht deine heutige Überroutine aus, wenn du sagst, okay, ich muss ja alles bedienen, ich muss hochspielen, muss lautspielen, muss über live und vielleicht noch irgendwie was klassisches spielen. Wie schaffst du das alles?

Also meine heutige Überroutine schaut. Also heute greife ich kein Metall an, also außer Mess am Kabel. Heute ist Pausentag. Aber sonst, ansonsten muss ich ehrlich sagen, heute reduziere ich das ein bisschen sogar, weil ja, also mein Konzertbensum unter mir ist sehr hoch, muss ich jetzt so sagen. Also ich habe wahrscheinlich so mit Theater gerechnet, so um die 320 Gigs pro Jahr.

Das heißt, ich spiele nahezu sechsmal die Woche oder so, würde ich sagen. Und relativ meistens anstrengendes Zeugs. Deswegen muss ich sehr effizient sein bei mir. Also so dieses Ausdaueransatzding, das bekomme ich quasi durch die Gigs, die ich spiele. Und so Technik-Zeugs und Flexibility-Zeugs, das schaue ich, dass ich das dann in einer halben bis dreiviertel Stunde unterkriege.

Aber das funktioniert auch nicht immer. Also ich muss schauen, dass ich in fünf Minuten fit bin, quasi, um den Dienst zu bestreiten, wer oft ist dann Stress und sind andere Sachen.

Okay, was machst du in den fünf Minuten?

Also ich habe da so mein Konzept, da ist ein bisschen Quinkwe dabei. Das hilft mir sehr, also kann ich nur empfehlen. Mittelstufe ist es, glaube ich, heißt das? Mittelstufe so. Ja, ja, ich weiß. Ja, ja, kenne ich. Das ist mega, finde ich. Das ist super. Das bringt mich immer irgendwie so in eine optimale Losleg-Position.

Also ich weiß, habe ich im Studium auch zwei Semester lang machen müssen. Habe ich es glaube ich seitdem gar nicht mehr gemacht. Müsste ich mal wieder zurückkehren.

Das mache ich, glaube ich, immer, wenn ich die Trompete starte. Das ist also für mich super Luftführung, was dir mit dem Zedertum klingt und dann immer eins dazu. Das ist so quasi, ich vergleich's immer so wie im Fitnessstudio, wenn man die Handel hebt und dann vor allem das Raufbinden, aber das Runterbinden ist dann immer so ein bisschen.

Da muss man dann schauen.

Weil du gerade gesagt hast, Ansatz kriegst du ja sowieso über die viele Spielerei. Das ist ja schon, wenn man dich oder dann auch deine Kollegen so ein bisschen beobachtet oder gerade auf dem Burztag, du hast über letztes Jahr Woodmaster. Ich habe das Gefühl, oder viele, es kam schon öfters die Rückmeldung vor allem, als ich gesagt habe, als ich erzählt habe bei Freunden, dass wir uns heute unterhalten, war so, frag ihn, wie er das mit der Ausdauer macht.

Weil ich habe irgendwie das Gefühl, ihr brecht nie ein. Egal wie lange ihr mit dem Blechhaufen spielt, dann spielst du zwei Stunden später am Wurztalk mit irgendeiner All-Star-Bigband und feuerst da noch raus, dann, keine Ahnung. Also ist das hart trainiert, Naturansatz auch noch oder gibt es einen Trick?

Also ich habe schon mein Konzept für mich. Es ist eigentlich immer, ich habe nie so richtig Probleme gehabt, außer einmal beim Bundesheer. Also bei der Militärmusik heißt es in Österreich. In Österreich ist es üblich, so 14 Monate Militärmusik zu machen, quasi ein Monat Grundausbildung und dann kommt man in die Frage.

Und dann muss man auch relativ viel marschieren, so Marschmusik machen. Da hatte ich mir mal komplett meinen Fokus irgendwie verdrückt und die Lippe durch das viel gehen und da wahrscheinlich sehr vernünftig gemacht. Und da habe ich so ein bisschen einen Durchhänger gehabt. Und dann habe ich mich so ein bisschen damit beschäftigt, wie funktioniert das.

Also wie muss die Lippe sein? Das kann ich allzu großen Veränderungen machen, sodass das halt alles irgendwie immer geschmeidig und gut funktioniert. Und da habe ich mir viel Gedanken gemacht, ich habe das auch verschriftlicht und bei meinem Workshop erzähle ich das immer. Und dieses Konzept scheint für mich zu funktionieren.

Und auch in Kombination mit dieser Artenmethode da vom Brain. Ja, und ich sehe das jetzt mittlerweile nicht mehr so als Ausdauer, die hat vier Stunden durchgespielt, erst Flügel haben und so. Ich meine, das ist irgendwie unser Job, die kommen ja nicht dauernd. Also ich versuche das aus meinem Kopf zu kriegen.

So, wie lange spielt man jetzt, wie einfach in der Minute so gut spielen, wie es geht, und halt vernünftig sein und nicht so drauf zu gehen und sich auf die Konstanten zu verlassen, die man weiß, die sowieso funktionieren. Dass man halt eine C3 spielen kann, ohne dass man sich ein paar Gehirnadernskinnen zerreißt.

Schaut bei mir zwar immer ein bisschen dramatisch aus, aber ja, es funktioniert. Aber natürlich, am dritten Tage, dann, wenn die Lippe dann innen beobachtet, begutachtet wird, dann schaut das meistens auch nicht so prickelnd aus. Und vielleicht schaut es einfach aus, es ist wirklich, also ein Blech auf dem Konzept ist schon sehr anstrengend.

Aber die Regenerationsphase ist auch so eine Sache natürlich, wie regeneriert man ein paar kurze, tiefe Töne und so und schauen. Und dann geht es eh wieder.

Okay. Willst du ein bisschen konkreter auf dein Konzept eingehen oder eher nicht?

Das Entscheidende ist wahrscheinlich diese Atemgeschichte. Also die hat mir so ein bisschen die Augen geöffnet. Also im Studium und man hört das heute immer so mit diesen Bauchatmen, Stützen und so weiter. Ja, gut und schön, aber man lässt da irrsinnig viel Potenzial liegen, so Luftpotenzial zum Beispiel.

Und ich habe das jetzt, diese Methode, die man das auscheckt und da gibt es auch Videos und ich habe das ein bisschen so verdeutscht, auch für meinen Unterricht und für die Workshops, damit ich das irgendwie Kindern oder Jüngeren erklären kann, ohne irgendwelche schwammige Fachbegriffe wie Stütze und so weiter.

Das war mir alles ein bisschen zu inkonkret. Und jetzt habe ich das so verdeutscht und habe daraus die Ha-ho-Hi-Atmung gemacht. Und Ha-ho-Hi meint dreimal Luft holen auf drei Portionen quasi. Und ich sage immer, man sollte die Luft visualisieren, also man sollte sie im Körper so platzieren, als wäre man die Luft selber.

Also mit H atme ich im Bereich des Nabels mit 20%. Ich öffne quasi meinen Körper so für weiteres, quasi so. Und dann kommt das Ho dazu. Und das ist das Entscheidende für mich. Ho sollte man mit 45% circa, sage ich mal, das ist typabhängig, in den Nierenbereich platzieren. Also so. Wäre das dann quasi.

Je nachdem, was vor mir liegt, wenn es jetzt ein Big Band Ding ist, wo ich jetzt gleich F3 knallen muss, dann nehme ich das Hie noch dazu und das ist dann wirklich Schultern rauf und in die Lunge noch rauf. So. Also das wäre dann quasi, dann bin ich bereit, du merkst es bei meinem Gespräch, die Luft will raus und habe den Luftballon gefüllt und dann brauche ich mich eigentlich nur ein bisschen zurücklehnen.

Also ich mag es jetzt nochmal. Und wenn ich mich zurücklehne, dann habe ich so den natürlichen Kompressor und kann dann so ein bisschen aufs Gas steigen oder nicht. Und das hat mein Spiel schon sehr beeinflusst. Also ich habe mir dadurch eine Konstante angeeignet. Bin mir relativ sicher, weiß, wie es funktioniert und muss mir darüber keine Gedanken mehr machen.

Ganz schlecht beim Trompetenspielen ist viel Nachdenken. Also das ist, das führt meistens ein riesengroßes Desaster. Deswegen relativ viel Konstante schaffen. Das wäre mein Deep an alle. Also wenn einem ein Konzept liegt, dann soll man das verfolgen und sich auch drauf verlassen können. Da muss man weniger denken.

Deswegen mag ich immer Geks, wo ich vom Blatt spielen muss, da habe ich nicht so viel Zeit.

Genau. Genau. Oder wenn einem der große CW tut, ist es auch super. Also dann spielt man einfach und hat andere Sorgen.

Ja.

Genau.

Bist du sonst so ein verkaufter Typ beim Spielen? Naja.

Wenn es gut läuft, nicht. Aber wenn Probleme da oder dort auftreten, dann fällt man da zwangsläufig in einer so einer Nachdenkartie und das ist nicht leernd. Dann muss man schauen, schnell wie möglich raus. Und dann hilft meistens zwei Tage nicht spielen. Okay. Würde ich sagen. Irgendwie am Berg gehen oder irgendwie in die Therme.

Es gibt nämlich eine Zuschauerfrage, deswegen frage ich, wie geht Christian mit Fehlern und Krisenzeiten um? Oder gab es das überhaupt?

Na sicher. Das ist ja das Thema. Ich habe aber einen Trompeter ist ein guter Spruch. Das Wichtigste beim Trompetenspielen ist vergessen lernen. Es passiert halt, Trompete ist eines der schwierigsten Instrumente, da kann man jetzt, das kann man nicht abstreiten. Ich weiß das, weil ich vorher den Uhr gespielt habe.

Nein, mit dem muss man einfach leben. Je mehr man spielt, desto mehr Fehler macht man. Man muss aus Fehlern lernen. Es funktioniert auch nicht immer. Sollte es aber immer probieren. Wenn man das schon mal so denkt, man muss, ja, natürlich, passieren Fehler, mir ärgern die unnötigen Fehler, nicht so Konzentrationsgeschichten und diese, die nicht notwendig sein und dann denkt man sich, ach Gott, hey Mann, ey.

Aber es passiert halt und wenn man nichts macht, passiert da nichts. Man muss einen Frieden damit finden. Es ist oft schwierig, natürlich, wenn dann ein paar Handykameras auf einen gerichtet sind und so, denkst du an, muss das jetzt sein. Aber ja, motiviert natürlich auch. Konzentriert man sich mehr auf der anderen Seite wieder.

Aber das ist natürlich ein Thema. Ich hätte gesagt, man muss vieles auch mit Humor sehen. Man verletzt ja keinen, wenn man sie vergreift oder einen Ton ankickst. Genau, einfach dranbleiben und versuchen das nächste Mal besser versuchen.

Hat dieses Handy draufhalten dein Spiel verändert? Das gab es ja vor 15 Jahren noch nicht so. Nein.

Ja, ich weiß es nicht, ich bin da noch nicht noch nicht Fan mit dieser Sache. Dann geht kommen die ersten Töne von Gabriela Song und 5000 Handys gingen hoch am Woodstag, denke ich mal, bitte dazu die Handys weg, hört mal zu und genießt den Moment. Ich finde es ja schade und dann kommt da irgend so ein komischer Handysound daher im YouTube.

Weiß ich nicht.

Ja, vor allem, man guckt sich es ja sowieso nicht an. Also wenn man mal realistisch erstmal filmt irgendwas und dann verschwindet es.

Naja, sicher. Und dann spiegelt das nicht wider, was man dann spürt und welchen Eindruck das live vermittelt, ich würde ja sagen, nur das notwendigste Filmen. Ich habe dann noch keinen, finde ich eigentlich nicht so cool, aber vielleicht würde ich es auch machen, wenn ich jetzt einen Super Trompeter höre.

Oder hab es auch schon gemacht. Ja.

Aber setzt du dich dann daheim hin und hörst das nochmal an, um zu hören, wie hat er gespielt? Also wirklich analyse technisch. Oder macht man es dann doch so, weil es ja mittlerweile schon, ah okay, ich will das festhalten und dann verschwindet es nicht.

Ja genau, man versucht die Momente einzufangen, aber dann meistens ist man enttäuscht nachher. Man empfindet es dann viel super und dann ist die Aufnahme da irgendwas an Hurschtanner oder dann ist da passiert vielleicht irgendwas und dann denkt man, ah, irgendwie uncool. Eigentlich wäre die schöne Erinnerung viel Leimander.

Ja, auf jeden Fall. Wie war das für dich, Woodmaster zu sein?

Naja, das war anfangs natürlich ein großes Hadern. Simon hat mich angerufen und hat mir das machen können und hat, glaube ich, davor schon mit meinen Kollegen, wir hatten ja einen Doppelpack quasi der Berne geholt. Und ich und er hat gesagt, er macht es nur zu zweit und hat mich dann vorgeschlagen. Und der Anbetrach dieser Umstände habe ich dann letztendlich zugesagt und habe mir es dann auch vorstellen können.

Es war natürlich, man geht sehr verantwortungsvoll mit dieser Aufgabe um und wir haben uns viele Gedanken gemacht, was wir da auch Neues bringen können. Und war das Fußgang selber war dann natürlich schon sehr stressig. Wir hatten gemeinsam, glaube ich, 15 Gigs oder so in den vier Tagen. Und ja, da kommt man schon dran.

Aber war trotzdem irgendwie entspannter, als was man glaubt. Ich war jeden Tag natürlich komplett erledigt und aber jetzt zieht an einem vorbei wie so ein bisschen ein kleines Unwetter, das dann gar nicht so schlimm ist. So, vielleicht.

Hast du dich andersher darauf vorbereitet?

Naja, wir haben im Vorfeld schon ein paar Aufnahmen gemacht und waren halt natürlich mit dem Kopf voll in der Sache drin. Ich hatte aber, glaube ich, vorher ziemlich viel Gigs. Ich habe jetzt nicht mehr oder ich habe jetzt. glaube ich nicht, mein praktisches Trompetenspiel habe ich nicht umgestellt, glaube ich.

Ich habe geschaut nur, dass ich das irgendwie überlebe. Aber es war dann nicht so schlimm. Also die Blechhaufen Shows haben mir funktioniert, Hopfenswinger hat funktioniert, haben wir Klostermann, das ist eine super Geschichte. Also Egerländer-Sache. Und es waren ein paar Sachen, wo ich schon gewusst habe, ja, das müsste eigentlich so funktionieren, wenn alles normal läuft, so gesehen war es.

Was eigentlich entspannt, muss man sagen.

Du gehörst ja mittlerweile schon auch zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Blasmusik. Da würde ich schon sagen. Und jetzt, was du Woodmaster, machst du sowas mit deinem Ego? Ganz ehrlich.

Man weiß, was man kann und was man vor allem das, was man nicht kann, ich würde mich jetzt ja, also ich glaube nicht, dass es mit meinem Ego jetzt besonders viel gemacht hat. Ich weiß nach wie vor, was ich nicht konnte der Woodmaster war eine Ehre und die Kollegen davor sind irrsinnig große Vorbilder und super Musiker und teilweise unerreichbare Musiker.

Und ich nehme eine Rolle einfach irgendwie wahr, als Trompeter, der irgendwie da so in der Big Band spielen kann und im Ensemble spielt, beim Blechhaufen spielt und Polka spielt und so. Und wenn das jemandem gefällt, dann nehme ich das gerne warm, probiere das so gut wie möglich zu machen. Aber ich glaube, ich kann mich dennoch einordnen und was, was ich nicht kann und was ich vielleicht kann.

Und somit hat sich da glaube ich nicht viel geändert.

Jetzt kommt die Gretchenfrage, was kannst du nicht?

Ich kann sehr viel nicht. Also ich ja, also ein bisschen ein Baustelle ist sicher bei mir, nachdem es in meiner Studienphase immer relativ gut funktioniert hat mit dem Ansatz, also mit dem Einbarschuhe, wie gesagt, musste ich halt nicht allzu viel üben, um ein brauchbares Ergebnis zu kommen. Natürlich hätte ich viel mehr Technik und Klarg und so üben müssen.

Das ist ein bisschen hinten geblieben und auch so leise, tiefe Töne und so ist natürlich schwierig. Also in einem Opernorchester der fliegende Holländer spielen. Bam, bam, bam, du kennst die Stelle im Spiel. Ja, ich kenne ich ja. Uh, lieber nicht. Lieber nicht.

Dann lieber dreimal F3 aus dem Stand. Sehr gern.

Okay.

Wie ist dein Orchesterjob überhaupt vereinbar mit den ganzen Bands und Konzerten, die du spielst? Weil ich habe das Gefühl, du bist permanent am Spielen. Ich habe noch nie, also gut, du bist jetzt auch nicht derjenige, der jetzt alles auf Instagram und Facebook postet, aber Urlaubsbilder, glaube ich, habe ich noch nie gesehen.

Ja, kommt eher weniger oft vor, ja. Nein, es ist eh schwierig. Und ich weiß jetzt auch nicht, ja, es ist natürlich schwierig, alles zu vereinbaren. Also wie gesagt, ich muss halt jeden Tag spielen. Mein Dienstbensum in Wien sind 18 Dienste mindestens oder eher 20 und der Rest ist halt mit Gigs voll. Und das ist natürlich organisatorisch nicht so Anfang überhaupt, wenn man organisatorisch nicht so talentiert ist.

Aber wie läuft das? Also ihr habt natürlich vom Blechaufen die Termine sind ja meistens schon ein Jahr, vielleicht auch schon zwei Jahre vorher.

Nicht so? Nein? Naja, wir machen jetzt zum Beispiel eine Weihnachtsshow und da haben wir jetzt vor kurzem die Tour geplant und fixiert und dann kommt jetzt nächstes Jahr ein neues Programm wieder und dann immer ein paar schwammige Termine und dann merkt man schon, uiui, da kommt dann im Theater irgendein neues Projekt und dann kommt irgendwie noch, was ist schon, da ist irgendeine Hochzeit oder Geburtstag und da müsste ich dann auch sehen und dann weiß man schon, es kracht dann bald wieder.

Aber bis jetzt hat alles irgendwie funktioniert, natürlich ist es nicht angenehm, mit mir zu arbeiten, weil bald einmal was verschludert ist oder weil es doppelt belegt ist oder so. Aber ich versuche das natürlich so genau wie möglich. Aber jetzt in Zeiten wie diesen wird mir in meinem Terminkalender irgendwelche Termine eingetragen.

Ich habe sie ja gar nicht immer am Schirm und dann stehen da mal zwei da und so. Also bei den Hoffnungswingers habe ich Substituten. Also obere Priorität hat Blechhaufen, alles weitere muss ich dann ein bisschen fügen. Natürlich in ein Theater kommt dann ziemlich gleich danach. Weil es ja auch meine Verpflichtung ist und ich war nicht.

Aber vom Blechhaufen ist ja ein Fakt, wenn einer von euch ausfällt, es so schnell erstmal keiner zu ersetzen.

Genau, dann geht es nicht. Wir spielen halt auswendig und das geht dann nicht. Also es müssen immer alle sieben da sein. Und die müssen nicht unbedingt immer gesund sein, aber da sollten sie sein. Und das kommt ja da vor, in 25 Jahren oder sogar mehr schon. Dass man halt in sämtlichen Zuständen spielt.

Okay. Bleib mal nochmal kurz beim Blechhaufen, wenn wir jetzt schon da sind, wie sehen euch, also ihr probt nicht von 9 bis 1, das habe ich jetzt schon verstanden, vor allen Dingen nicht jeden Tag, aber wie sehen generell Proben bei euch aus?

Wir sind ganz schlechte Prober, würde ich jetzt einmal behaupten. Aber es ist halt so familiär zu denken. Wir kennen uns so gut und wir verbringen so viel Zeit miteinander und ja, wenn man dann immer so hört von Professionalität und so weiter, wie ich sehe es eher familiär, alles andere wäre ein bisschen aufgesetzt bei uns.

Jeder bringt seine Probleme mit, wir reden drüber, wenn einer Zweda ist, ist er Zweder, dann muss er auch durch, dann wird gestritten, dann wird sich wieder versöhnt. Dann wird, also wir sind ja ein bisschen bekannt, glaube ich, dass wir relativ lustig unterwegs sind nach dem Konzert und so. Und das macht Sinn.

Also ich sehe es als Familie und wenn wir jetzt nochmal auf die Proben zurückkommen, es gibt dann irgendwelche Probentermine, die dann kurzfristig verschoben werden und so weiter, dann traht einmal wieder einer durch und ja, und irgendwann proben wir dann. Und dann gibt es Arrangements, die wir ausprobieren und dann wird wieder darüber diskutiert und wie man sich so jetzt auch vorstellt.

Aber wer hat den Hut bei euch auf?

Also musikalisch schon eindeutig der Albert. Also der probt das dann mit uns, er macht da wahrscheinlich die meisten Arrangements und dann kämpft man uns halt so dramaturgisch durch. Wie denkt man dann immer, wie könnte man es szenisch verarbeiten, im Programm den Spannungsbogen halten und so und dann laufen da so zwei Ebenen parallel mit und dann schreibt Albert meistens sehr schwere Arrangements, dann wird da darüber diskutiert, ob das unbedingt notwendig ist.

Und er meint dann ja und wir meinen dann eher nein und dann kommt dann irgendwie so ein Mischmasch raus. Es geht ja letztendlich um die Musik und so, dass jeder Fein ist damit und dass es Leimand ist. Lewand ist ein gutes Wort, versteht das jeder Deutsche?

Ich schon, ich weiß jetzt nicht, ob man. Also ich glaube, im südlichen Deutschland auf jeden Fall, im Norden weiß es nicht.

Ich weiß jetzt gar nicht, warum das Leinwand heißt. Also es sollte die Kinoleinwand quasi beschreiben. Und wenn irgendwas Lewand ist, dann ist es cool und ist es so optimal Lewand. Also nicht übertrieben, aber super Lewand halt. Ein Film, der ihält, ist ein leimander Film zum Beispiel. Und das beim Spielen, auch wenn nichts weh tut, wenn es keine Ecken gibt, und so.

Also das ist immer so mein Ziel, dass es am Schluss lewend ist.

Wie sucht ihr euch die Stöcke für so ein neues Programm? Kommt da jeder um die Ecke mit irgendwas?

Genau, entweder gibt es ein Thema, wir haben den Titel des Programms schon und dann suchten sie die Stücke zum Thema passend oder wir haben die Stücke und bauen den Titel dann drumherum. Da gibt es mehrere Herangehensweisen, was da das Optimale ist, was ich selber noch nicht ganz genau hier beim Weihnachtsprogramm ist einmal logisch, nicht?

Und dann versucht man da irgendwie das Weihnachtsprogramm dann auch ein bisschen aufzubrechen mit anderen Herleitungen. Also dass man jetzt sagt, man bringt irgendeine Polka rein, die einen weihnachtlichen Touch hat oder verleiht dem einen weihnachtlichen Touch und sucht da vielleicht irgendwie Popnummern textet irgendwas um und arrangiert irgendwas, damit es also da gibt es mehrere Herangehensweisen, ich würde euch jetzt keine Empfehlung machen, jetzt für das neue Programm 2025, da kommen wahrscheinlich zuerst die Stücke und dann der Titel, wobei es schon einen Vorschlag gibt.

Aber man muss sich irgendwie plausibel machen.

Welches Stück hättest du gern schon mal dabei gehabt und das aber abgelehnt waren?

Boah, boah. Ich arrangiere auch hier und da so ein Stück und die werden meistens dann abgelehnt. Abgelehnt. Das kann ich jetzt nicht konkretisieren, weiß ich jetzt gar nicht, aber da war sich eins. Vielleicht falls man unterm Gespräch.

Gern. Wenn ich jetzt was arrangieren möchte und ich will klingen wie Babylon. Ah, ich warte schon, mich scheint.

Ja, ich hätte eigentlich irgendwie gern Gablon zur Bären gespielt. Weil das ist ein super Polka ist. Aber. Da habe ich es arrangiert und irgendeinem Grund haben sie gesagt, ob das für uns so gehen. Aber vielleicht kommt es noch. Ich schaue mir es nochmal an. Gesprochen. So, okay.

Genau, also Thema arrangieren. Wenn ich jetzt was arrangieren möchte und ich möchte klingen wie der Blechhaufen, auf was muss ich achten?

Ich glaube, was den Blechhaufen ein bisschen auszeichnet, ist so dieses Nachschlag Tuba-Posaunen-Geschichte oder Begleitung, Tuba-Begleitung. Da haben wir uns relativ lang damit beschäftigt und geschaut, dass das irgendwie groove und wie kurz muss der Nachschlag sein, was muss die Tuba machen und so weiter.

Und ich glaube, das ist, das ist, weiß nicht, wie du das siehst, aber das den Blechhoffen so ein bisschen auszeichnet, wenn man so Bolt gehört, oder?

Schon auf jeden Fall. Ja. Der Groove und gerade wenn ihr die langsamen Sachen macht, da stehe ich total drauf. Weil das so eine unfassbare Ruhe hat. Und aber auch nie die Tendenz hat, träge zu werden. Also trotzdem immer auf dem Punkt da zu sein.

Genau, das ist eigentlich eh. Und wenn wir uns jetzt so lange kennen, dann schreibt man natürlich die Noten einem auf dem Leib. Und ich glaube, das ist eigentlich die Routine, das ausmacht und weniger das Arrangement. Und aber ja, man hört es eh halt. Irgendwann muss es heute eskalieren im Arrangement und dann wieder zurückgehen.

Und ja, also mir, wenn du das ansprichst, langsame Polka ist super, das ist mein Lieblings, das ist mein Thema. Darauf stehe ich auch total.

Also ich kenne auch keine Gruppe jetzt so ads hockey das so gut macht wie ihr. Das ist sehr nett, Dankeschön. Aber meine ich ernst, weil also gerade diese langsamen Sachen macht ja keiner mehr. Oder kann keiner mehr.

Ja, und Groth bekommt so eine Kraft, oder? Das ist doch unglaublich, oder? Wenn der Strohwitz waren nur halbe Noten im Trio. Genau.

Ja, und die Energie reißt nicht ab. Das kann ja auch ganz schnell einfach ganz schön fahrt waren.

Ja, und da muss ich da jetzt an dieser Stelle erwähnen, dass das mit dem Herrnkollegen Heider Kreuz, Christoph Heider Kreuz, Frido, der steht 25 Jahre, also wir stehen uns zur Seite und das funktioniert mittlerweile blind. Und das ist einfach super, weil wir können uns aufeinander irgendwie verlassen und das macht einfach am meisten Sinn mit ihm, muss ich sagen.

Den Namen habe ich mir auch notiert, dann bleiben wir kurz bei ihm. Was zeichnet ihn aus, dass ihr schon auch oft zu zweit auftaucht? Also vor allen Dingen, wenn es um Blasmusik geht. Sieht man euch ja oft zu zweit.

Wir haben da glaube ich dasselbe Mindset für Egerländer oder für eben so Blechhoffen Nummern und das schon über Jahre und wahrscheinlich hat sich das auch erst entwickelt bei uns. Also sodass wir wissen, was wir schön finden und wo wir atmen und wo wir ein bisschen drüber und drunter und rausgehen. Und wenn du so viele Stunden nebeneinander stehst, dann ist das Angst.

Wie gesagt, ich bin älter wie Christoph, zwei Jahre, er ist dann später in die Schule gekommen und wir waren im Internat. Wir wurden dann in ein Zimmer gelegt und seitdem geht das eigentlich. Und dann natürlich spielt man, hört man, geht man fort, redet, erlebt hoch und tiefst und da führt kein Weg dran vorbei.

Und wir hatten ja noch nie wirklich einen Streit und es ist einfach super. Und auch jetzt mit Dominik Bessel zum Beispiel beim Blechhaufen ist auch super, fügt sich super in die Band ein und ja, macht total Spaß momentan. Also super.

Du sollst ja mal über den Christoph gesagt haben, er wäre der beste Flügelnest Österreichs. Wurde mir mal gesagt. Echt? Hättest du behauptet.

Ja, also das, also ich finde den grandiosen Flügelnist und das ist unglaublich, was der für einen Ansatz hat. Also das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Es ist, der spielt für die Fachwelt ein Mundstück auf Trompete oder Flügelhörn und packt immer an, geht immer, ich habe den noch nie eingehen gehört.

Und knallt die F3 am Schluss raus. Wenn wer schon mal den Teppichklopfer gespielt hat, kennst du den.

Ja, klar.

Saftig am ersten Flügelhörn. Ja. Das bekommt dann immer eher zu spielen. Das ist leider, da bin ich dann ein bisschen da muss dann eher ran, zum Beispiel.

Okay. Gehen wir nochmal ganz kurz zum Blechhaufen zurück. Was euch neben den langsamen Sachen natürlich auch so ein bisschen auszeichnet, würde ich behaupten, sind natürlich schon auch solche, sowieso groofige Nummern wie jetzt Rosanna im aktuellen Programm oder Stomping Grounds. Wie schafft man das, also gerade so eine Nummer, die ja eigentlich für ihren Schlagzeuggroove bekannt ist, ohne Schlagzeug auf die Bühne zu bringen und man hat so das Gefühl, okay, es fehlt gar nichts.

Ja, na klar, da bringt natürlich der Albert die ganzen, also das Fundament mit. Also der groove ja unglaublich, er ist klassischer, du bist eigentlich, aber er ist extrem jazaffin. Und vielleicht muss man einem Albert noch dazu sagen, er hat nie so richtig studiert, der hat ein normales Gymnasium gemacht, Normatura, und ein Jahr später hat er die Stelle an der Oper und hat sich quasi nie so dieses Harmonielehre-Zeugs und Musikgeschichte und so, das hat er nie wirklich im Studium durchgemacht.

Das hat sich alles drauf geschafft, hat sich Bücher gekauft und auch das Thema Jazz vertieft so irgendwie und hat da irgendwie mit E-Bassisten herum und Richard Boner ausgecheckt und so Zeugs. Und ja, ich kenne jetzt auch keinen zweiten, der hat die Groove und den Stil erkennt und das halt versucht auf Blechblasinstrumenten dann so umzusetzen und wir sind dann schwind man da mit so in diesem eigenen Ding.

Und wir sind alle Jess-Affin beim Blechhaufen und oder Pop-Affin und versuchen das halt so stil echt wie möglich darzubringen und dann führt keinen Weg daran vorbei, dass es gescurft halt. Wir müssen perkussiv spielen und melodiös und jeder muss seine Rolle verstehen, muss verstehen, was vor ihm liegt, welche Funktionen er da gerade hat und das wird halt dann erarbeitet.

Und das funktioniert mehr besser, mehr schlechter, bei Lausanne funktioniert ganz gut, glaube ich.

Aber hast du einen Tipp für so ein Ensemble, für das Timing, dass es, also zum Beispiel Sommon Crowns gibt es halt genug Passagen bei euch, die dann einzeln übernommen wird, wo kein Grundgove unten drunter liegt. Dass das wirklich ineinander geht. Oder ist es einfach viel machen?

Naja klar, das muss man halt wirklich viel spielen und rundspielen, rundlutschen. Dieses Zugalt gehört rund gelutscht. Und das ist halt, weißt du, meistens muss man es, also man muss wirklich viel abspielen und auch erkennen, woran es hakt halt. Und das meistens, ich habe schon ein paar Bands erlebt, wo dann irrsinnig viel gesprochen wird und geprobt wird.

Und dann denke ich mal, aber das Problem ist nicht behoben. Dann denke ich mir, also das die Problemlöser müssen her. Man muss erkennen, woran es hakt und nicht lang schwätzen, sondern einfach machen. Und wenn man ein Metronom auftret, erklärt sich das meiste von selbst.

Okay. Vorhin ist der Name schon so ein bisschen gefallen, Nottebrass, ihr habt ja quasi die gleiche Besetzung und du hast gesagt, das waren Vorbilder. Ihr habt ja dann irgendwann auch schon mal teilweise auch Gigs in anderen Formationen dann mit zum, zumindest zum Teil mit dem Thomas oder so gespielt.

Weißt du noch, wie das erste Mal für dich war, mit so Idolen zusammenzuspielen?

Naja, das ist eine absolute Superwahnsinn. Also der Thomas hat mich schon ein paar Mal gefragt für ein paar Projekte. Also da hat man so ein Tixilan-Projekt im Jazzland zum Beispiel oder Don Ellis durfte ja mal mitspielen oder irgendwie, ja, so Trumpet Battles hat es so gegeben. Ja, es ist natürlich absolut unbeschreiblich, mit einem Trompeter wie Thomas Ganz zu spielen.

Also er ist nach wie vor ein totales Idol. Sowohl Trompeterisch als auch wie er das auf der Bühne präsentiert, Entertainment, das ist ein absoluter Profi in allen Belangen und auch was er politisch sagt und er hat eine Aussage und er bringt es an Punkt. Und der schaut einmal hin und kann das Stück vierstimmig in jeder Donut auswendig spielen.

Und das ist auch wahrscheinlich einer der fleißigsten Trompeter, die ihr kennt. Also wir haben da mal Don Ellis gespielt, das wir nie vergessen, in Zagreb, glaube ich. Und da musste der Bus noch ein bisschen warten, weil die Dusche für Ruhe Zeit eingehalten werden musste. Und der hat da das Konzert rausgeballert, das war sensationell und Don Ellis ist Monster.

Und dann waren wir schon beim guten Rotwein unten nach dem Konzert und Thomas hat noch, glaube ich, zwei Stunden geübt oder so nach dem Konzert und sicher davor auch. Also und das macht das Benzum, was der liefert, ist unglaublich. Und auch wie er zum Beispiel die Supergroup leitet und wie er da spielt.

Er gibt die ganzen Ques, er macht die Moderationen, ich passe so ein bisschen vom Blechhaufen, was das bedeutet. Man ist mit dem Kopf, man muss ja so viel fokussiert sein und der quasi das richtige Tempo dann zu erwischen und das immer und das mit so einer Selbstverständlichkeit und mit so einem Entertainment-Faktor ist einfach grandios und ist, der Thomas wird der Musikgeschichte noch lange halten bleiben, glaube ich.

Und ja, also großartig, mit solchen Leuten zu spielen.

Was bedeutet das für dich, in der Supergroup spielen zu dürfen?

Es ist absolut ein Traum, da dabei zu sein. Das Repertoire ist super, hört man sonst von keiner Blaskapelle, würde ich jetzt mehr behaupten, wir spielen so Marsttracks vom tschechischen Zentralorchester. Hast du schon mal gehört, Supergroup?

Am Gurstag, letztes Jahr.

Achso, ja, genau. Und jetzt bei dieser Tour, wo man so ein bisschen kommt jetzt ein bisschen Filmmusik mit rein und wie man es anlegt, ist mega schwierig teilweise auch. Aber man muss die Band, das ist ähnlich wie bei einer Fußballmannschaft, muss ich die Band 20 Leute da irgendwie gemeinsam zum Atmen bringen.

Und es ist so sehr beeindruckend, wie da alle aufeinander hören und ja, wie mit wenig Aufwand, also mit, weil es ja gar nicht anders möglich ist. Wir hatten einen Tag vorher eine Probe und dann noch einen Soundcheck und dann wurde John Williams gespielt, so Asteroidenfeld zum Beispiel oder so. Und da muss man dann schon bei der Sache sein.

Und das funktioniert erstaunlich gut und das ist eine irrsinnige Ehre neben Kollegen wie Basti Höglauer oder Jörg Brahm oder Christoph Moschberger, Holger Müller und wie soll ich heißen, natürlich zu spielen, das ist großartig.

Wenn man mal ein bisschen politisch, wenn du es schon ansprichst, dass du mal ein politischer Mensch bist, ist das denkbar, dass du so eine Rolle auch mal einnimmst?

Würde ich eher gern vermeiden, weil ich mir da oft nicht ganz so sicher bin, wie das alles so abrennt auf der Welt. Ich würde mich da gar nicht festlegen wollen. Und sehen wir auch nicht in dieser Rolle, wenn einer zu einem Blech auf dem Kriterien kommt, sollte ja mal zwei Stunden weg von dem Zeug, sie ein bisschen zurücklehnen und vielleicht schmunzeln über andere Sachen.

Wie wichtig ist dir Tradition?

Tradition ist notwendig und wichtig. So geht es los. Meistens, man übernimmt Sachen und man versucht sie zu imitieren. Und ich finde es so großartig wie früher gespielt wurde und mit welcher Attitüde und und. Aber Tradition ist es auch, irgendwas weiterzuentwickeln, glaube ich. Also sonst wird man ja stillstehen, aber das ist jetzt eher mehr so, das sind jetzt eher mehr Floskeln.

In der Tradition des Weiterentwickelns würde ich gerne verhangen, quasi. Immer so ein bisschen sich was trauen, einmal vielleicht übers Ziel schießen, aber es bringt ja nichts, man muss irgendwas probieren. Die Leute quasi jetzt, das klingt jetzt ein bisschen abgehoben, aber das mache ich überhaupt nicht so, ein bisschen unterschwellig zu erziehen.

Das wäre eigentlich so der Anspruch, glaube ich, das Blechhaufen, so verpackt in irgendeine geschmeidige, läimnde Sache und unterschwellig ist es aber total kompliziert, oder ist es auf einem Vierteltakt oder ist es irgendein schwieriges Arrangement und trotzdem funktioniert es irgendwie so ähnlich, das fällt mir immer auf beim Musical zum Beispiel.

Wir spielen da sechs bis siebenmal die Woche. Zum Beispiel was war das, Evita zum Beispiel. Und das sind irrsinnig ordentlich Chords, was Android Webber da verarbeitet, kompliziert, out ungerade und so. Und jeder kann das am Schluss mitsingen, so irgendwie. Und wenn man das irgendwie so transportieren will, wäre es viel zu kompliziert oder würde man Leute damit verschrecken.

Oder zum Beispiel bei Phantom Doper gibt es einen 15-16-Dakt, der eigentlich in Hauptthema ist und jeder, der da rausgeht, kann das dann plötzlich singen. So, das wäre Leibwand irgendwie. glaube ich. Dass man so ein bisschen verpackt und es tut dann gar nicht weh am Schluss, wie so eine Zeckenimpfung, die man kriegt.

Ein kurzer Pix und dann genau.

Wie hat sich die Blasmusik verändert, wenn du so die letzten 20, 30 Jahre anschaust?

Wie hat sich die Blasmusik verändert? Das ist ja schwierig. Ich weiß nicht, hat sich viel verändert, da bin ich jetzt nicht sicher, es ist in den letzten zehn Jahren einiges passiert, so was einem neuen Zeug Böhmischer Traum und so weiter dahergekommen ist, so hat man so ein bisschen die sechste Stufe entdeckt.

Aber wenn man genau darauf schaut, war es früher auch so eigentlich. Wenn man so ein paar Moche-Arrangements hernimmt, gibt es ein paar versteckte, verminderte Akkorde und so weiter. Also es war schon da und wenn man überhaupt dann ein bisschen ins Nachbarland geht, nach Tschechien und sich eben Stücke von Jindy Bravicek oder Karil Waldorf im Original anhört, dann merkt man, hey, das ist ja irrsinnig, weiß ich nicht, innovativ und ansprechend und künstlich wertvoll und so weiter, die ganzen Märsche bedruckvoll und super gespielt und ich bin mir gar nicht sicher, ob sich da so viel geändert hat, wenn man jetzt genau drauf schaut.

Ja, der Zuspruch der Blasmusik, glaube ich, ist jetzt schon da. Also mehr als glaube ich vor 15 Jahren. Schon allein an der Dichte der Band, einen Stellenwert mit den Festivals. Glaube ich, das hat ein bisschen zugenommen und das ist ja ganz gut so.

Hast du auch einen Einblick in Richtung symphonische Blasmusik oder ist das eher so ein Thema, was dich gar nicht so sehr tangiert ist?

Ja, immer wieder mal mehr. Also wir haben da mit dem Blech auf mal so ein Programm, wo wir mit den Musikfreien auftreten und gemeinsam quasi und da immer wieder so symphonische Dinge spielen. Und ja, ist jetzt nicht so mein Spezialgebiet, obwohl ich es schon sehr cool finde. Also da kommt da gibt es echt super innovatives Zeugs und das wird auch immer super gespielt.

Auch das Brassband-Zeugs ist unglaublich, wenn man das hört. Quariband oder Österreich, da gibt es so einiges. Großartig, das muss man wirklich proben und da steckt viel Zeit drin und ja, schaut meistens gar nicht so viel raus, wenn so viele Menschen da irgendein Projekt verfolgen. Und da ist viel Ehrenamt dabei und Herzblut und das muss man, also das würdige ich schon.

Es gab mal eine Frage vor ein paar Folgen, was müsste die Blasmodell tun, um einen besseren Stand zu bekommen? Muss die was tun oder ist die eigentlich schon auf dem richtigen Weg?

Ja, also die Richtung stimmt, würde ich sagen. Wenn man in Österreich wohnt, ein bisschen eine komische Aussage, wenn es ein bisschen behaftet ist. Aber die Richtung stimmt auf alle Fälle. Ich weiß jetzt nur nicht, ob man. Es geht ja sehr auch in die Richtung, so immer Party, Partymoge, auch der Einzug in vielen Blasmusik-Bands, dass man jetzt eine Stunde Polka spielt und dann geht es ab mit sämtlichen Karakierarrangements im Pop-Sektor.

Das würde ich sagen, das würde ich jetzt so ein bisschen ausdünnen, wenn es, also ob man das jetzt so verfolgen muss. Aber natürlich wird es super gemacht, das ist alle und die Leute stehen drauf und so. Aber das ist jetzt nicht so mein Fokus. Aber es ist auch schwierig, das ist so ein bisschen persönliches Empfinden, wie man das jetzt sieht.

Aber ja.

Was sagst du zu so Aussagen, die hatte ich auch schon, auch von namhaften Komponisten, die sagen, wir sollten weniger Polgas in Turnhallen spielen und gucken, dass wir die große Konzertsäle kriegen.

Das verstehe ich. Das ist natürlich auch das Ziel, das man so verfolgt, dass man jetzt irgendwann in einem Konzertsaal spielt. Aber es geht ja eigentlich, es ist ja wurscht, ob dieser Mensch dann im Turnsaal sitzt und was Lewendes hat oder im Konzertsaal. Es geht ja um die Leute, die da sind. Die müssen rausgehen und sagen, hey, das war ein Lewanskonzert, wo das jetzt ist, ja, natürlich gibt es würdige Rahmen und nicht so würdige Rahmen.

Das heißt aber nicht, dass im nicht würdigen Rahmen nicht ein super Konzert stattfinden kann. Also es würde jetzt, ich weiß, was du mir sagen willst, aber die coolsten Konzerte von meiner rückblickenden Konzertkarriere, sage ich jetzt einmal, sind die mir vor 250 bis 350 Menschen in einem dicht getrennten Wirzersaal oder von mir aus Turnhalle, wo man, wo dann einer, wo man da reagieren, miteinander agieren kann und die sind mir am ehesten noch in Erinnerung, als du spielst da irgendwie vor 15.000, weil du siehst dann eh nur eine Masse und redst damit irgendwie.

Also persönlich ist mir das fast lieber. Okay.

Du hast gerade noch gesagt, du würdest gerne in Tradition innovativ voranbringen, verharren. Ist das der Grund, warum du angefangen hast, Noten für Kleine zu schreiben?

Vielleicht war das nicht der Ursprungsgrund, aber warum wir quasi Unterrichtsliteratur für Kleine machen. Also wir haben da noch ein bisschen Potenzial gesehen quasi. Ich habe Musikschule, Bernhard hat unterrichtet und so, wir hatten natürlich immer am Wochenende, wenn wir im Auto gesessen sind, ein bisschen so, das ist ein bisschen beklagt, dass da wenig Innovatives da ist, mit das Konzept so ein bisschen fehlt.

Du studierst dann und bist dann irgendwann Musiklehrer und also in Österreich ist es so, dann kannst du machen, was du willst. Es ist mehr oder weniger tiefer überlassen, wenn du guter bist und wenn du da kreativ bist, dann kriegst du sicher was weiter. Aber die Literatur hilft dir jetzt nicht, ist jetzt schwierig, wie du natürlich nichts schlecht reden oder so.

Man kann es schon machen, es gibt ja genug Zeug. Aber ich glaube, es ist noch nicht erschöpft. Und man kann man kann da noch ein bisschen feilen da und dort und wir haben das versucht. Und es war auf voller Fälle ein irrsinniges, ein irrsinniger großer Versuch. Ob das überhaupt funktioniert, haben wir nicht gewusst vorher.

Und jetzt haben wir mittlerweile das achte Heft in Arbeit. Okay. Und also für acht Hefte pro Instrument in zwei verschiedenen Schlüsseln und so weiter. Und jetzt kommen noch einige Projekte mit Woodstock dazu. Das Gesamtspielchen haben wir ja da entwickelt als Footmaster. Und ja, wir sind da voll dahinter und versuchen da ein bisschen Schwungrenn zu bekommen.

Okay.

Kannst du ganz kurz erklären, für alle, die jetzt zuhören und gar nicht wissen, um was es geht, was macht eure Notenliteratur jetzt aus oder was ist das vielleicht anders als bei anderen? Also das ganze Ding heißt ja Music Heroes.

Es heißt Musik Heroes, quasi schreiben wir uns mit K. Und das ist eigentlich schon vor Corona entstanden, die Idee. Also wir haben da schon sehr lange herumgefeilt und wir sind Bernhard Holl und Rupert Höbst. Rupert Herbst seines Zeichens ehemaliger Bosonist und Hauptschullehrer. Bernie Holl, Bosonist bei Blechaufen und meine Wenigkeit, haben uns dann quasi vereinigt und sind ans Werk gegangen und wollten Unterrichtsliteratur machen quasi.

Und wir haben uns dann spezialisiert, so ein bisschen auf, also wir haben verschiedene Themengebiete, die wir bearbeiten. Wir haben so ein Spielbuchheft, jedes Lied bekommt einen QR-Code, da gibt es drei Versionen, die kann man jetzt langsam und schneller drehen und so weiter. Und dann gibt es ein Volksmusikbuch für Junge und jetzt haben wir ein Blasmusikbuch, kommt jetzt das zweite heraus, Unpapar heißt das, ein Weihnachtsbuch und so weiter.

Und haben das halt irgendwie witzig und ja, mit Schmäh und für die Kinder ansprechend auf Papier gebracht und in Vertrieb gebracht. Schwierig genug, wenn man das schon mal probiert hat, ist das gar nicht so ohne eigentlich ein Verlag. Berni hat schon einen Verlag mit Xizworks, also wo sein Wilderer Zeigs verkauft wird und so weiter.

Und da haben wir uns drauf gehängt und jetzt wird über dies Verlag unsere Notenhefte werden da. Könnt ihr mal reinschauen, musikheros.com.

Ist das angedacht oder eine Überlegung, das mal so ein bisschen auch so für Blaseklassen auszuweiten?

Nein, eher jetzt einmal nicht, würde ich sagen. Also wir haben da noch einiges vor, es gibt ein Warm-up-Heft, zum Beispiel, wie bekommt man ein sinnvolles Einspielen für Kinder? Das war immer so immer ein bisschen schwammig, was macht man, wie ist der herangehensweise zum Beispiel auch für Auswendigspielen, wir bringen jetzt jetzt, kommt dann irgendwann so ein Bastel-Heft raus, das finde ich sehr spannend, da haben wir ein eigenes System entwickelt.

Ich hoffe, ich finde es sehr leibend. Wie man Stufen hört, zum Beispiel zu einem Volksmusikstück, die Passfunktion übernehmen kann. Das glaube ich, da gibt es auch irrsinnig viel, also da gibt es momentan nicht viel in der Notenliteratur. Ist jetzt nicht auf der Angender quasi, ist noch nicht auf der Angender.

Wir wollen die Hefte so gestalten, dass die Lehrer zufrieden sein mit dem Heft und da irgendwie ein Konzept an die Hand bekommen und die Schüler halt da gut üben können und so weiter und so fort. Am besten selbst anschauen.

Weil du gerade angesprochen hast, auch auswendig lernen, das ist ja ein großes Thema bei euch beim Blechhaufen, wie lernst du auswendig?

Wird jetzt behauptet ein Stück abhängig, natürlich so Polka, wenn man da erst Flügeln spielt, ist ja die Melodie mehr oder weniger klar und die hat mir im Ohr und das verfolgt mir einfach sein Ohr und probiert es halt so oft, wie man halt braucht. Das geht mal besser und mal ein bisschen kompliziert, aber es gibt dann meistens, sage ich jetzt mal, wenn man jetzt so Polka lernt, da gibt es so drei Baustellen in einer Polka, sage ich jetzt mal, die man halt dann irgendwie reinziehen muss, jetzt wie ein Gedicht, oder man merkt sie, das sogenannte fotografische Gedächtnis, man fotografiert mit einmal blinzeln oder man merkt sie Griffkombinationen oder man übt sie halt einfach so lang, bis man es kommt.

Die zweite Methode ist, man nimmt noch so die Harmonie mit, man denkt harmonisch quasi, wo ist erste fünfte Stufe und es ergibt sich dann beim, wenn man Begleitung lernt, zum Beispiel, welche Töne jetzt dann nochmal in Frage kommen, wenn es jetzt da wechselt. Du weißt, was ich meine? Und wenn es dann komplizierter wird, dann hilft es ja nicht.

Da muss man durch und dann ist es wirklich entweder Ton für Ton oder einfach mit Eselsbrücken. Meistens ist es leichter, als man glaubt. Also ich sage immer dazu, wir spielen so zwischen 50 und 60 Mal im Jahr, Notenstände aufbauen, 50 oder 60 Mal im Jahr, wäre mehr Arbeit als ein Programm auswendig zu lernen.

Es ist nicht so schlimm, man muss es nur machen. Die wenigsten mochen das einfach. Ich glaube, dass jeder in einer halben Stunde ein Polka auswendig lernen kann. Das glaube ich wirklich. Wenn man es konzentriert.

Ja.

Also somit ist das gar nicht so schlimm dann.

Wobei ich immer, also ich habe ja Blase gelassen bei mir an der Schule. Und wenn ich dann sage, okay, ich hätte gern, also ich frussiere das manchmal und sage, okay, ich hätte gern bis nächste Woche die und die Übung, die sind ja meistens nur acht Takte lang oder so. Auswendig. Da ist es, von 28 Schülern kannst du von ausgehen, 27,5 schreien, oh Gott, wie geht das?

So, wenn man dann denen schon mal aufzeigt, okay, guck mal, das sind ja eh von, das sind ja im Endeffekt zweimal vier, davon sind noch zwei Takte gleich, also hast du eigentlich nur fünf Takte, sechs Takte auswendig zu lernen. Aber trotzdem dieser Hemmschuh, oh Gott, ich muss das auswendig lernen, ist zumindest bei meinen Schülern immer sehr groß.

Statt einfach mal zu machen, um dann festzustellen, ach stimmt, wenn ich es dreimal gespielt habe, dann habe ich ja eigentlich schon das meiste drin.

Da hilft am besten, da schubst du ins kalte Wasser. Also es war bei meinen Schülern so, das muss dann passieren und irgendwann passiert es dann auch und dann geht es auch und dann merkt man, wie einfach das ist eigentlich. Die Wettbewerbsvorbereitungen waren immer Stücke auswendig zu spielen oder so.

Und da merkt man, verliert man komplett den Stress davor. Aber ich verstehe den Stress davor und natürlich, man lässt so ein bisschen die Hose runter und man hat gar nichts mehr, wohinter man sich dann verstecken kann. Notenstehen, da gibt es ja eine gewisse Sicherheit, das ist so irgendwie. Und der ist dann weg und dann zählt man und dann geht es um die Wurst.

Und das ist natürlich Stress, aber das muss man irgendwie mit Humor sehen. Sie hört jetzt blöd an, aber da gibt es Methoden, glaube ich, wie man das einfach lockert, da muss man den Stress rauskriegen irgendwie. Das liegt dann auch wahrscheinlich an dem Betreuer, dem Kind so zu erklären, dass das gar nicht so schlimm ist.

Und auch wenn was passiert, meine Güte. Also ist halt so.

Genau, also meinen Studenten sage ich immer, ich höre eh sowieso, ob ihr es auswendig grundsätzlich könnt oder nicht, wenn einfach jetzt gerade nervös seid und euch verspielt. Also hörst du ja. Und dann ist es, ist mir das ja auch erstmal egal. Also mir geht es meistens darum, weil das ja in der Regelschule auch ist, in dem Moment, wo ich sage, ihr müsst das auswendig lernen, weiß ich, sie haben auf jeden Fall mal mehr geübt als sonst.

Oder ist sich zumindest mal eher beschäftigt. Und wenn ich am Anfang schon höre, okay, da ist eine Grundsicherheit da und die verspielen sich halt in der Mitte, weil sie dann nervös waren. Meine Güte, das interessiert mich dann erstmal gar nicht.

Wahrscheinlich das Wort, ihr müsst das auch, ihr müsst ja das ist halt immer das, ab dann sind sie weg. So erfahrungsgemäß. Wahrscheinlich.

Hast du ein besseres Wort als müssen in der Schule?

Ja, ich würde es einfach machen, oder? Ich würde es wahrscheinlich so versuchen, eine halbe Stunde probieren und dann die letzten fünf Minuten Noten alle weg und dann probieren wir es. Und wenn du es zweimal magst, glaube ich, geht es eh schon. Bei der Hälfte zumindest.

Ach du meinst immer unterrichtet, ja das habe ich ja auch schon gemacht. Und dann kommt es. Also gleiche Reaktion. Also ich habe da. Aber vielleicht ja, vielleicht muss ich das nochmal.

Bläserklasse ist ja so, ist ja so ein bisschen weiß ich nicht. Lieber Fliegermarsch oder Blondinenwalzer. Boah, na beide, das schließt sich ja nicht aus. Nein. 50-50.

Lieber Marsch oder Walzer?

Nein, das würde ich gar nicht beantworten. Ich würde das andere Genre nicht ausschließen. Also beides sehr gerne, alles was traditionell ist, ist super. Einfach leiband spülen. Aber zum Leib und Spülen würde ich noch gerne anzusagen. Wann ist irgendwas Leiband gespült? Das ist nämlich auch so ein flapsiger Begriff, aber das muss man immer ein bisschen erklären.

Ich habe wurscht, welche Musik, Klassik oder Jazz oder oder Pop oder was, ich würde das gar nicht kategorisieren. Man hört sich, ob es Lewand ist und Stil echt ist. Und Leiband ist es, man muss ja ein bisschen ein Freak sein als Trompeter. Ich muss den optimalen Sound herstellen können für diesen Stil, den ich gerade von mir liegen habe.

Das muss ein Soundfreak sein. Und egal ob man jetzt, egal ob man Trompeteblogflötte, ob er oder Fakott spielt, oder Duba oder Wurscht oder Klavier oder ein Schlagzeug, und also der optimale Sound ist die Frage, man muss Soundfreak sein und man muss eigentlich auch ein Rhythmusfreak sein. Und das ist unerlässlich.

Man muss wissen, wann genau der Ton am leimendsten wo passt. Und das muss man schwierig genug, das dann mit 32 und Triolen und bla bla bla dann unterzukriegen bei Taktwechseln und so weiter. Oder auch bei der Pulke, das ist halt genau das, wo man es rauskitzen kann, warum es so Lewand klingt dann. Das ist meistens eine Rhythmusfrage.

Und man muss halt da gut hören, ob was stimmt und so weiter. Also Leibandspielen bedeutet, ist eine große Herausforderung, das Rhythmische gut zu platzieren im schönsten Sound und das noch stimmig.

Anscheinend machst du das ja so gut, dass um den Bogen noch ein bisschen zu spannen, du spielst ja seit 15 Jahren auch bei Michael Klostermann. Einer der großen Namen der Blasmusik. Wir stand ja jetzt beide am Woodstalk für ihn quasi auf der Bühne. Super Job übrigens, du hast super moderiert. Vielen Dank, ich war auch sehr nervös.

Hat man nicht gemerkt, war cool.

Erstens, wie kam es dazu? Zweitens, hast du irgendwas noch mitnehmen können für dich oder spielst du einfach so, wie du schon immer gespielt hast?

Nein, nein, nein, nein, nein. Also das war das, das ist gewachsen wie eine kleine Sonnenblume, würde ich sagen. Mit Michael Klostermann, ich weiß gar nicht, wann das genau losgeht. Ich glaube 2011 kann das sein.

Ich glaube neun, wurde mir mal gesagt.

Oder neun, okay. Ja, dann ist es schon lange Zeit daher. Also ich glaube, wir wurden vorangeschlagen von seinem Sohn, Niklas, der ein Blechhofen-Fan ist und hat irgendwie einen Personalmangel und hat uns dann einfach angefragt, Christoph und mich quasi. Und dann haben wir gesagt, ja, dann machen wir das, dann fahren wir da raus und wir wussten eigentlich überhaupt nicht, was uns da blüht, obwohl ich kannte Michael Klostermann schon davor, mein Vater hat in der Platz, der beheimeten Platzmusikkapelle das schon immer in der Mappe drin gehabt, dass Michael Klostermanns Meistertrommel haben wir immer gespielt und sogar eine, die haben da mal eine CD aufgenommen, Musi mit Herz sehr zu empfehlen, schöne

CD von einem Musikfrein. Musikfreund Weinland heißt der. Genau, also wusste ich ungefähr, was uns da erwartet. Und ich kannte aber Micha natürlich nicht, wir haben ein paar Mal telefoniert davor, aber das war es dann auch schon und dann bekommt man schon große Augen, wenn ein Orchester, der Qualität dann loslegt und überhaupt einen Mann davor steht, der das so gut im Griff hat.

Michael Klostermann würde jetzt schon als Autorität sehen, vorhin, mit dem Dirigierpult, und weiß genau, was er will. Also vor allem musikalisch ist das sehr konkret, was er für Ansagen macht. Und ich glaube, er hat, wir haben dann so ist die Zusammenarbeit losgegangen, immer wieder mal Keks gespielt, ich habe mal Flügel und mal Trompete so abwickelnd gemacht und ja, und dann kamen ein paar so Aufnahmen dazu, er hat mich ganz gefragt, ob ich für ihm so ein paar Sachen aufnehme.

Und dann ging es natürlich schon ein bisschen um, wie legt man was an. Und Michael hat mich da schon sehr, sag ich mal, auf den Weg gebracht bei der Polka, zum Beispiel immer die Eins im Kopf zu haben. Das war früher vielleicht nicht immer so der Fall, also nicht so bewusst der Fall. Er hat jetzt auch ein Buch geschrieben, wo er das so ein bisschen verschriftlicht hat, so seine Sichtweisen und seine Herangehensweisen.

Und das würde jedem Blasmusiker nur wärmstens uns herdlegen. Also da steht sehr viel Wahres drin, hoppala. Und ja, und hat mich in meiner Entwicklung in der Blasmusik sehr, sehr geprägt, muss ich schon sagen.

Also du weißt ja, ohne euch zwei will er ja nicht mehr spielen. Also ihr seid ja ein wichtiger Teil des Orchesters mittlerweile geworden.

Ja, das freut uns natürlich super und ich hoffe, wir haben immer Zeit. Das ist wahrscheinlich das Hauptproblem. Ja. Nein, super, es freut uns sehr. Das macht total Spaß. Und da wie gesagt, es gibt da keine Probe und so, es funktioniert. Du gehst auf die Bühne und da liegt die Mappe und dann wird gespielt und er zeigt dann an, wo laut und leise.

Und das funktioniert erstaunlich gut, muss ich sagen. Und und ja, und so wer singt und so, wer interpretiert und wie er arrangiert und so auf alle Fälle super. Also steht total drauf.

Ja, ich hoffe ja, dass er wieder ein bisschen mehr spielt, weil ich finde, die Szene braucht mehr so große Klangkörper. Ich finde, das ist schon sehr alles sehr klein geworden. Also natürlich mit Berechtigung, aber es fehlt so ein bisschen die Farbe von den großen Orchestern.

Ist natürlich ein bisschen wirtschaftlich im Hintergrund auch. Auf jeden Fall. Sicher das Thema und ja, aber ich finde das genauso. Also die Ursprungsbesetzung der Plasmusik wäre ja genau die. Und so soll es eigentlich klingen und wir reduzieren da immer und machen Abstriche quasi in den Zimmerbesetzungen, die alle super spielen, wo es teilweise super funktioniert.

Aber ja, so richtig wäre es dann schon so in dieser Größenordnung.

Eine Frage, die jetzt öfters kam und die habe ich mir auch gestellt, du hast vorhin selber gesagt, du hast kein gutes Orga-Talent deine Termine. Aber wenn ich so überlege, also gut, üben machst du nicht so viel, hast du ja gesagt, aber du tust, du unterrichtest Notenschreiben, du hast zig Bands, du hast einen Job, wo du sechsmal spielst, weißt nicht, ob du noch zauberst, aber du brauchst, glaube ich, auch noch Bier.

Wann machst du das alles? Hast du mehr Stunden als alle anderen?

Ich habe eigentlich keine Ahnung. Ich schlafe ja auch sehr gerne sehr lang. Also das geht auch hin und da. Ich weiß nicht, aber es ist natürlich oft sehr dicht und ich glaube, man kann sich da nicht so richtig vorstellen, wenn man es nicht selber macht. Aber das Normale verschiebt sich so ein bisschen.

Also für mich sind vielleicht andere Sachen normal. Also ich fahre ja für jeden Dienst 200 Kilometer, also 100 Kilometer fahre ich noch nach Wien und wieder zurück. Und dazwischen fahren so 60.000 bis 70.000 Kilometer mit dem Auto ist alles im Alm. Und ja, ich weiß es nicht, ehrlich gesagt, es geht irgendwie und oft wird man leicht schwinglich, wenn ich in den Terminkalender reinschaue.

Aber es ist so ein bisschen eine Mainz-Geschicht. Die Kollegen werden nicht sicher schmunzeln, wenn ich da so sage und da muss man halt immer, wenn man es mit Humor nimmt und so weiter, weil da es gibt schon noch ein bisschen Tage, wo ich ein bisschen missmutig bin. Aber großteil, und wenn man es gern macht, dann fällt es einem auch nicht so schwer irgendwie.

Und ja, also wenn ich jetzt eine Familie hätte, wäre es wahrscheinlich viel, viel schwieriger. Das ist so, das habe ich halt nicht und somit geht es auch ein bisschen leichter.

Warum 100 Kilometer zum Dienst, warum willst du nicht näher ranziehen?

Ja, das hat es jetzt okay, ich habe in meinem Heimatort, bin jetzt sehr saft geworden, habe da ein Haus gebaut und genießt das auch sehr und habe durchaus auch in Wien gewohnt eine Zeit lang, aber ich habe es gern so und ich nehme das ja gern in Kauf und ich kann dann telefonieren natürlich über die Freisprecheranrichtung und kann dann mein Zeug so ein bisschen machen und mich stört es irgendwie nicht so schlimm, wenn jetzt nicht so viele Geschwindigkeitskontrollen werden.

Okay. Was bringen die nächsten Jahre für dich und auch vielleicht für den Blechhaufen?

Jetzt ist eine spannende Frage. Es wird überhaupt noch ein spannendes Jahr für den Blechhaufen, weil wir haben, oder das nächste Jahr wird es spannend, weil wir zwei neue Programme haben. Das ist immer sehr intensive Zeit. Also da wird viel telefoniert, Gott vorher hat mir Leute Dominik schon wieder angerufen und da geht es sicher wieder um das und was wir machen können und wie man es machen können.

Und dann wird es wieder eng, weil jeder so viel zu tun hat nebenher. Und dann muss man in relativ kurzer Zeit relativ viel und konzentriert machen und man hört sich viel, man sieht sich viel. Und ich glaube, da kommt schon noch was vom Blechhoffen. Also die Band steht gut da und es macht Spaß und jeder sieht, wie es laufen kann.

Und es ist erstaunlich, weil es ja so über 25 Jahre muss man spülen und es fühlt sich überhaupt nicht so an. Es ist noch nicht verschlissen, hätte ich gesagt. Also aus unserer Seite, unserer Sicht, ja.

Welche persönlichen Ziele hast du noch so in den nächsten fünf Jahren?

Ja, eigentlich wäre es schon mal ein bisschen schöner, ein bisschen mehr Freizeit zu haben, muss ich ehrlich gestehen. Wenn man so viel macht, dann zieht das Leben so schnell vorbei. Man kann es auch nicht mehr richtig genießen. Obwohl ich es eh versuche und oft gelingt es eh, aber natürlich wird das, je mehr Lenze es dazukommen, zusehen schwieriger.

Der Körper muss natürlich mitmachen, man spürt schon ein bisschen da und dort mal. Wie alt bist du jetzt? Ich bin jetzt 42 geworden. Und ja, leicht wird es nicht. Solange die Zähne nicht wackeln, wird es schon gehen, aber ein bisschen weniger wäre cool. Und das muss ich jetzt in die Hand nehmen und schauen, wie mir das gelingt.

Aber ja.

Wie hältst du dich körperlich fit? Weil das ist ja schon auch eine Sache, die sehr auf den Körper geht, das Rumreisen, Spielen. Oder hast du da im Moment noch Glück?

Also ich mache jeden Tag eine Stunde Yoga vor fünf bis sechs und gehe Radfahren und dann schwimmen und dann gehe ich ins Niederlegen und ernähre mich dann dementsprechend gesund. Kann ich nur jedem empfehlen. Aber seit ich das mache, lüge ich so viel. Ich weiß nicht, was ich irgendwie.

Ja, komisch. Okay, wir kommen Richtung Schluss. Es gibt immer eine kleine Schnellfragerunde. Was lernst du gerade, was du noch nicht kannst?

Ah, ich habe jetzt einen Terrassentisch gemacht. Ich bin jetzt Tischler und will jetzt ein Sideboard-Möbel noch machen. Schauen wir mal, wie das funktioniert. Sehr interessant.

Okay, kann man das dann auch in Auftrag geben bei dir?

Nein.

Eine kleine philosophische Frage. Wenn du die Geschichte deines Lebens lesen könntest, würdest du die letzte Seite lesen wollen?

Nein, die lese ich, glaube ich, nicht so schön. Wenn ich ehrlich bin. Aber vielleicht doch, wer weiß.

Okay. Mit wem würdest du gerne mal auf einer Bühne stehen?

Ganz ehrlich, mit Helge Schneider. Warum? Den finde ich großartig. Das ist einfach gewaltiges Gesamtkunstwerk. Also ich liebe ihn. Ich weiß schon viel Live-Kicks und so. Wie er es macht, was er macht, wie er spielt. Großartig. Großartig. Aber politisch und wenn man genau hinhört. Ich stehe auf den Humor total.

Was würdest du gerne mal machen, hast du dich aber bisher nicht getraut.

Den Tauchschein.

Okay. Aber warum nicht getraut?

Ich habe Angst vor Fischen, vor Kassen. Und vor Wasser.

Ja, dann wird es schwierig beim Tauchen, genau.

Ja, nein, glaube ich, ich muss mich meinen engsten Stellen zusehen, glaube ich. Irgendwie sagt mir das ein inneres Gefühl. Ich habe extrem Höhenangst. Ich glaube, ich muss jetzt auf den Berg gehen und dort in den Bergsee den Tag stein machen. Genau.

Gleich mal zwei Sachen auf einmal, ja. Super. Welches Buch bzw. welchen Film sollte man mal gelesen oder geschaut haben?

Boah. Andi. Ein Buch, das mich sehr geprägt hat, das war in früher schon länger her, war Tommy, der Schornsteinfegerhund. Der hat irrsinnig gleich mal die Sachen erlebt mit seinem Schornsteinfegermeister auf dem Moped drauf. Kann ich jedem Kind nur empfehlen. Das hat mich sehr geprägt. Komischerweise kommt das immer wieder mal in meinen Sinn.

Kann ich nur empfehlen.

Okay. Gibt es auch einen Film?

Ich glaube, ich habe ihn noch nicht gesehen. Weiß ich nicht.

Ja, aber für dich ein Film, den wir gesehen haben am Film.

Am Film. Aha. Kennst du den Film Muttertag als deutscher Staatsbürger? Kennst du das? Nein. Noch nie gehört. Würde ich jedem mal empfehlen, damit man die österreichische Seele mal versteht. Muttertag, hervorragend. Muttertag mit allen großen Kabarettisten wie Roland Düringer, Alfred Dorfer und so weiter.

Ist ein herrlicher, herrlicher Film mit groteskem Ende und super Drehbuch. Also sehr gerne. Und was ich jetzt gesehen habe auf Netflix, auch Levant, darf ich das so erwähnen?

Ja, logisch.

Super, Serie, die in Berlin, Wien, Marseille und im Burgenland spielt. Und das heißt Crux, C-R-O-O-K-S. Super.

Um was geht es da?

Total nett. Um eine Münze und der Rest der Klinik-Serie. Ja, ist super. Ist ein bisschen, vielleicht ein bisschen nicht jugendfrei, aber doch sehr prickelnd.

Okay. Jetzt kommen wir zur allerschwersten Frage. Welcher Aufnahme sollte man sich unbedingt mal angehört haben?

Ja, du weißt, dass das schwierig zu beantworten ist, oder? Es gibt ja sehr viele am Meinung.

Nimm einfach die, die dir als erste einfällt.

Also ich glaube, dass man mal Michelle Camillo One War One gehört haben sollte. So. Vor allem als Trompeta, glaube ich. So ein bisschen Groove-Geschichten und so. Also das letzten Tag Riesenaugen bekommen, wie ich das zum ersten Mal gehört habe. Ebenso, glaube ich, auch bei James Morrison's Neppy Doo, glaube ich, war das auch so ähnlich.

Und dann diverse Brass-Geschichten, aber ich habe da auch eher weit gestreut. Uh, Blasmusik auf alle Fälle, weil ich es da gerade offen liegen habe. Ernst Mosch und diese CD heißt Rosch in die Birken. Das ist so ein bisschen grünlich hier, kennst du die?

Bin mir nicht gerade, bin mir nicht sicher, ob ich genau die jetzt bin.

Bitte zieh dir das Teil mal rein, da sind, glaube ich, ist eine Doppel-CD. Und da spielt der Georg Ernst Flügelmann und Halleluja. Das nenne ich mal mit saftig gespielt. Also Wahnsinn.

Ich gucke gleich nachher mal nach.

Wenn eine Frau die Wahrheit spricht, also dieses Stück kannst du mal von Rauschen wirken. Okay.

Abschließend deine privaten Wünsche und die Wünsche an die Blasmusik-Szene.

Ja, meine privaten Wünsche wären ja, dass sie das irgendwie noch lange durchhalte, sodass mein Körper noch ein bisschen mitmacht. Und dass es weiter gut angenommen wird und dass auch meinen Kollegen vor allem auch gut geht, weil ohne die, man muss ja immer in der Gruppe sehen, eigentlich was. Und dass man auch weiterhin Spaß haben und dem Ganzen und dass die Leute Spaß haben und dem Ganzen, woran wir Spaß haben.

Und an die Blasmusik-Szene, dass halt immer ein bisschen was weitergeht. Einfach nicht verhangen, in dem, dass wir jetzt noch, dass wir uns noch, weiß ich nicht, 20 Jahre die Vogel, wie sie uns hier im Ballern. Eh, kann man eh machen. Und vielleicht, ja, vielleicht ein bisschen anders oder so. Aber das wird ein bisschen, wie entsteht, es entsteht eh viel, aber du weißt, was ich meine.

Also einfach nicht rumlassen, das Teil. Ich glaube, das kriegen wir noch einen Sprung nach vor. Es muss ja nicht immer was Neues erfunden sein, aber vielleicht gibt es noch Stücke, die man noch nicht kennt. Und genau, dass es die Richtung stimmt, würde ich sagen.

Okay. Christian, vielen lieben Dank.

Ja, ich sage danke, ich hoffe, es war informativ und unterhaltsam. Keine Ahnung.

Das war die Folge mit Christian wieder. Mich würde jetzt interessieren, wie ihr die Folge fandet. Ich fand es total lässig und leibernd, mit ihm zu sprechen, denn ich mag einerseits das Pragmatische, andererseits auch diesen österreichischen Schmer und den Humor. Ich stehe da einfach drauf. Da mache ich keinen Hehl draus.

Deswegen fände ich es spannend, interessant und unterhaltsam, mich mit ihm auszutauschen über Musik, über den Blechhaufen und natürlich auch über die Blasmusik-Szene. Ich habe sogar noch einen Podcast-Tipp zum direkt weiterhören, falls ihr das noch nicht getan habt, nämlich Reinhold Bieber. Der war selbst Gründungsmitglied und langjähriger Posaunist beim Blechhaufen.

Den habe ich kurz nach seinem Austritt auch hier interviewt. Wenn ihr mich unterstützen wollt, ich erinnere euch gerne nochmal dran, dann abonniert doch bitte jetzt diesen Podcast und auch gerne noch den Newsletter. Den Link findet ihr in den Shownotes. Der Newsletter kommt einmal im Monat, beinhaltet Buchtipps, Hörtipps, Videotipps, Filmtipps, Einblicke in die Szene, Gedanken zur Szene oder Dingen, die mir so in der Musikerwelt auffallen oder auch selbst passieren.

Ich möchte mich bei Breselmeier bedanken. Da findet ihr auch die Links zu dem Mundstück von Christian wieder in den Shownotes und bei Buffy Grampor für die Unterstützung dieser Folge. Außerdem bei Leander Machern für den Schnitt und bei Dirk Mattes für die Musik. Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr beim nächsten Mal wieder einschaltet und diesen Podcast vorher natürlich noch fleißig an eure Freunde teilt.

Und dann hören wir uns beim nächsten Mal wieder. Macht gut, euer Andi.

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