
On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5
Auf einen Kaffee mit Marc Winterhalder (Klarinette, Dirigent) -Wieso gründest du eine neue Kapelle?
Montag, 7. Oktober 2024 · 19 min
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Shownotes
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Marc Winterhalder war langjähriger Klarinettist bei Wilfried Rösch und seine böhmischen Freunde. Nach der Auflösung des Orchesters rumorte es in ihm und nun hat er den Schritt gewagt ein eigenes Orchester zu Gründen, "Marc Winterhalder und seine Musikanten". Ich wollte natürlich wissen, warum man so etwas macht und was die Idee dahinter ist. Viel Spaß!
Karten für das Premierenkonzert am 19.10.2024 Stadthalle Engen, 78234 Engen:
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Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag oder guten Abend, je nachdem, wann ihr diese Folge gehört. Herzlich willkommen bei einer neuen Folge von Auf einen Kaffee mit dem Kurzformat hier beim Blasmusik-Podcast. Ich treff mich mit einem Gast, einer Gästin, einer Gruppe, einem Verein, um über eine Idee, eine Vision, ein Problem zu sprechen.
Mein heutiger Gast ist Musikkollege Marc Winterhalter. Ich habe mit ihm schon in der Kapelle der Kapellmeister gespielt. Er selber spielte schon Klarinette bei Wilfried Rösch. Und jetzt ist er hier zu Gast, um sein neues Projekt vorzustellen, nämlich er hat sich die Aufgabe gestellt, ein neues Orchester zu gründen.
Und zwar in einer großen Besetzung, wie es Ernst Mosch früher hatte. Jeder, der sich so ein bisschen in der Szene auskennt, wird jetzt die Ohren ausstellen, denn der weiß, dass große Besetzungen immer weniger werden. Und deshalb ist es umso erfreulicher, dass es noch jemanden gibt, der diesen Schritt geht und sich das traut.
Ich will gar nicht länger reden. Ich wünsche euch viel Spaß mit. Auf einen Kaffee mit Marc Winterhalter. Dann Marc, wie trinkst du deinen Kaffee am liebsten?
Ich trinke gar keinen Kaffee. Ich trinke am Morgen früh lieber Kaba.
Okay. Das ist total spannend, weil ich habe, ich mache das jetzt schon ein paar Folgen und ich habe ganz viele, die mir erstmal sagen, dass ich überhaupt keinen Kaffee trinke. Ich hätte es format anders nennen sollen. Okay. Marc, du bist ja hier, weil du bist ja Blasmusiker und hast dich jetzt der großen Aufgabe gewidmet, ein Blasorchester zu gründen.
Ja, genau. Und zwar gleich in großer Besetzung. Kannst du ganz kurz für die Hörer erstmal kurz erklären, was du davor gemacht hast, also wo du schon überall gespielt hast.
Also ich habe davor eigentlich nur mitgespielt. Davor habe ich ganz Anfang mit 20, 18, habe ich quasi Ben Randemusikanten gespielt, durch eine Glaskapelle hier im süddeutschen Raum. Ja regional. Und dann bin ich halt zum Wilfred durchgegangen und seine böhmischen Freunden.
Okay, und was hat dich jetzt veranlasst, eine eigene Kapelle zu gründen?
2015 haben wir ja mit den böhmischen Freunden aufgehört. Da haben wir schon unter Musikern gesprochen, machen wir irgendwas oder machen wir wieder weiter. Aber dann hat es sich irgendwie nicht ergeben. Und dann war ich eigentlich musiklos, also quasi blaskapellenlos. Und dann haben wir mit dem KDK immer so ein Konzept gehabt, wieder einem Jahr, vor einem Jahr.
Und dann irgendwie habe ich, hat es auch gekribbelt. Und da ich eigentlich nie so die richtige Besetzung für mich gefunden hatte, habe ich mich dann noch mit zwei, drei Kollegen aus der Vergangenheit getroffen. Und dann haben wir gleich gemerkt, okay, wir sind eigentlich auf der gleichen Wellenlänge, möchten eigentlich das Gleiche erreichen oder auch das Gleiche präsentieren.
Und dann haben wir quasi, oder habe ich gesagt, okay, dann gehen wir das an.
Jetzt habe ich ganz viele Fragen dazu. Also ich habe das ja auch schon mal gemacht. Ist ein bisschen länger her als bei dir. Und ich habe nach 14 Jahren irgendwann gesagt, jetzt ist man gut. Dann kam sowieso Corona, aber wenn man sich die heutige Blasmusik-Landschaft so anschaut, ist ja er der Trend dazu, dass die Großbesetzungen aufhören und dass ganz viele Kleinbesetzungen kommen.
Das haben wir dann auch 2019 schon gemerkt, dass die Auftragslage jetzt gar nicht so leicht war mit so einer großen Besetzung. Das ist dir ja bewusst. Also du bist ja jetzt nicht völlig naiv und denkst, juhu. Jetzt kommen wir schon mal noch in die Bühnen, nein. Genau. Naja, du bist dafür bist du zu lange in dem Geschäft auch schon drin.
Aber damit setzt man sich ja auch auseinander. Also man guckt sich an, dass viele aufhören, gerade die Großen. Und trotzdem habt ihr euch entschlossen, eine große Besetzung zu machen.
Genau. Also, na klar, habe ich das auch mitbekommen letztendlich ein paar Jahre, dass nachher immer die kleine Besetzung noch eigentlich aufgekommen sind. Aber wie du gesagt hast, wir haben uns bewusst eigentlich auf ein großes Orchester geeinigt, beziehungsweise es wäre eigentlich für mich gar nichts anderes in Frei gekommen, weil du weißt ja, ich bin der Klarinettist.
Und in den kleinen Besetzungen fehlen halt doch eigentlich die Klarinettisten oder die Klarinetten.
Ja, außer beim Guido Hen, der hat ja jetzt sieben Kind gemacht.
War halt noch alles so einfach besetzt ist, genau, das Richtige, ja.
Ja. Aber du stehst ja jetzt davor, du spielst ja.
Ja, genau, richtig. Aber trotzdem, also ich denke mal, ich habe jetzt auch keine kleinen Besitze mal gesehen, wo jetzt nämlich die Agentin vorne dran steht.
Das stimmt natürlich.
Also wie gesagt, das war für mich eigentlich nie denkbar, dass ich irgendwie vor einem kleinen Orchester stehe. Also wenn ich sowas gründe, dann doch eigentlich ein volles Orchester oder volles Blasorchester mit komplettem Klarinettensatz. Also nicht nur S und B, wo es schwer, wo manche jetzt quasi unterwegs sind.
Nein, ich will doch die erste, zweite, dritte und ODS-Kliente besitzen.
Wie schwer war es, die alle zu finden?
Also es war relativ schwer, weil es gibt halt doch schon, wie du es vorher gesagt hast, einige Blaserkäste, wo jetzt aktuell am Markt sind, wie die kleine Besetzung. Und die guten sind halt doch schon in verschiedenen Besetzungen dabei. Und es gibt ja bloß einen gewissen Kreis von Musikanten, wo jetzt auch die böhmische oder ekeländerische Blasmusik spielen wollen.
Und damit halt der Markt schon klein eich. Also die Musikanten.
Hast du in deinen Reihen Musiker, die man noch von anderen Kapellen kennt oder sind das alles neue Gesichter?
Nein, ich habe eigentlich so eine gute Mischung aus neuen, aber auch bekannten Musikanten.
Wer ist da so der Beit, den man kennt?
Also, ich denke mal, der meisten kennt, ist wahrscheinlich Tim, Strittmatter. Den kennst du von KDK. Genau, und dann vielleicht ein Markus Blender, sagt er vielleicht was? Der war ein Kollege oder ein Freund, der Kollege aus den böhmischen Freunden, also von Wilfred Rösch und seine böhmischen Freunde, hat er mit mir mitgespielt.
Also du hast so ein paar alte Kameraden vom Rösch zusammengesprochen.
Ja, das sind, also vom Rösch sind es vier Musikanten. Also ich habe die Sängerin, also Sängerin, wo es quasi noch die letzte Projekttournee noch mitgemacht hat, ist bei mir dabei. Und der Andreas Abler als Trompeter.
Okay.
Da sagt er wahrscheinlich was, oder?
Der sagt mir was, ja. Wann habt ihr genau euer erstes Konzert? Also deswegen.
Unser erstes Konzert, unser erstes Konzert ist am 19.10. 2024 in der Stadthalle in Engen.
Okay, das heißt, wenn das rauskommt, relativ bald. Du hast gesagt, ihr habt euch darauf geeinigt, dass ihr, also was ihr machen wollt und was ihr erreichen wollt. Was wollt ihr denn erreichen? Also wo ihr müsst ja so eine kleine Vision zumindest haben, mit einem Auftritt, seit ihr habt.
Ja, genau, also wir haben uns geeinigt bzw. eigentlich arrangiert, dass er zwischen fünf und zehn Auftritte im Jahr spielen, mehr nicht. Weil, wie vorher schon gesagt ist, es gibt viele Kapellen, viele Musikanten, wo jetzt auch noch in anderen Blaskapellen mitspielen. Und es lässt sich gar nicht vereinen.
Was ich halt auch gemerkt habe, gerade die Musikanten sind halt schon relativ viel angespannt. Das heißt, wenn wir jetzt nächstes Jahr ein paar Auftritte schon geblockt haben, beziehungsweise Anfragen haben, dann merkst du halt schon, die Musikanten sind halt schon eigentlich relativ ausgebucht. Aber wir haben auch, also ich habe auch gesagt, also ich möchte jetzt nicht irgendwie ein Musikerpool von X-Musikanten aufbauen.
Also das ist eigentlich nicht mein Ding. Also, wenn, den möchte ich eigentlich schon gucken, da so relativ klein ist, der Pool.
Ja, das ist, ich habe das Gefühl immer schwieriger, solche Terminsachen. Also ich habe jetzt dieses Jahr eine 12er-Besetzung, also nur Blech so Richtung German Browse gegründet und da schon Termine zu finden mit zwölf Leuten, ist auch schon knifflig. Deswegen kann ich mir das vorstellen, wie das so ist, wenn es dann nochmal deutlich mehr sind.
Ihr habt ja auch schon ein Video mit Musik, wo wir euch sagen. Genau, richtig, ja. Habt ihr noch nur die Songs produziert oder wird es auch eine CD geben?
Also eine CD haben wir jetzt nicht irgendwie in Planung. Wir haben nur mal gedacht, am Anfang machen wir jetzt mal eine kurze Produktion mit Apris 5 Titel. Da haben wir halt mal auch den Zuschauern, Zuhörern, aber auch potenziellen Veranstalten noch einmal zeigen können, okay, wer sind wir? Was kann euch eigentlich mal erwarten?
Okay. Was erwartet uns denn? Also rein stilistisch wird es ja jetzt E-Länder Blasmusik, hast du gesagt, wirst du Sachen schreiben?
Also, ich habe ja auch viele Sachen komponiert. Da wird nicht alles dabei sein, aber ich glaube, im Programm sind circa 10 bis elf Titel von mir selbst. Und der andere Teil wird dann noch eher die altbekannten, traditionellen, aber auch unbekannten Schätze von Ernst Mosch sein. Also wir haben uns darauf geeinigt, dass gleich nur Sachen spielen, welches auch noch der Ernst Mosch selber noch gespielt hat.
Also so schmal.
Okay, also wir werden nichts von anderen. Also wir werden jetzt nichts von anderen Kapellen, also jetzt auch nichts vom Wilfried hören, nichts von den Schatzabteilen.
Also wir haben gesagt, Ernst Mosch und seine Musikanten, Literatur, seine Eigenkompositionen, dann solistische Beiträge und gesangssolistische Sachen.
Ich habe ja sowieso das Gefühl, aber das ist jetzt nicht verifiziert. Das ist gerade nur so ein Bauchgefühl, wenn wir es da drüber haben. Ich habe das so das Gefühl, dass wenn gerade Kapellen was spielen, spielen sie entweder was Eigenes oder von Ernst Mosch. Das so wie früher, dass man was eigenes spielt und dann so ein bisschen mischt, so von den anderen namhaften Kapellen, das gibt es, finde ich, gar nicht mehr so viel.
Also es ist wenn dann was Eigenes plus Ernst Mosch. Ist ein Bauchgefühl. Ich weiß es nicht. Ich kann es ja nicht sagen. Es ist einfach, ich stelle es gern zur Diskussion. Also du kannst nur sagen, es ist völlig falsch.
Ich habe jetzt eher der Eindruck, vielleicht spreche man auch von anderen Kapellen oder von verschiedenen Kapellen, aber ich habe eher den Eindruck, dass es, na klar, viele gibt, wo es selber komponieren, das ist richtig, aber halt irgendwie die Hitze, wo es halt gerade in den letzten zwei, drei Jahren oder aufgekommen ist.
Ja, also A, ich rede nicht von Musikvereinen und B, ich rede von großen Besetzungen. Also bei den Kleinen gebe ich dir recht. Da wird dann der ganze Kram runtergespielt, was es so gibt. Halt. Viererblech, Kaisermusikanten, wie es alles heißt. Aber wenn große Besetzungen, die sich neu gründen, spielen, habe ich so das andere Gefühl.
Aber das ist nicht verifiziert. Ja, da gebe ich dir recht.
Es kommt wahrscheinlich auch drauf an, in welcher Klasse wir uns bewegen. Das natürlich. Ja, auf jeden Fall.
Ist euer Ziel, irgendwann mal auch beim Wurzog zu spielen?
Nein, selbstverständlich. Also wenn die Anfrage kommt, dann spielen wir gern beim Wuzz.
Bist du nur musikalischer Leiter oder bist du da jetzt auch noch fürs Management und Termine zuständig?
Ich bin eigentlich nur der musikalische Leiter. Das Management macht jetzt gerade der besagte Markus Lender, wo ich vorhin gesagt habe, war so ein ehemaliger Kollege von den böhmischen Freunden.
Dann, wie komme ich an Karten für den 19.10.
Also entweder geht es über E-Mail, also man schreibt E-Mail an kontakt.marc-musikanten.de oder an Ticket at marxmusikanten.de. Aber es gibt auch eine Telefonnummer, wo man quasi noch die Karten werben kann. Also quasi die Karten halt noch reservieren kann, entweder Abendkasse oder halt, wir können jetzt auch zuschicken.
Okay. Das werde ich alles in die Shownotes packen, sodass die Zuhörer gleich das lesen können. Und ja, dann bin ich sehr gespannt, wo eure Reise hingeht. Ich drücke euch die Daumen. Weil ich weiß, dass das ein ja ist nicht ein leichtes Projekt, aber natürlich mit viel Herzblut.
Aber ich denke halt, also meine innere Warnung ist irgendwie, dass das eher jetzt quasi einen großen Fest, wo jetzt quasi wohnt, im Umkreis von ca. 50 bis 100 Kilometer sind, ist eher die Wahrnehmung, dass es eher die traditionelle Blasik in Vergessenheit gerät und eher eigentlich zu Partymusiken aufkommen.
Also eher Fassnachtsmusik. Also das ist okay, na klar, wenn das ankommt, an den Leute passt es. Aber trotzdem ist nicht meins.
Okay. Vielleicht kannst du ganz kurz noch erklären, wo du dein, oder wo ihr euren Sitz habt, wenn du nämlich sagst, bei euch im Umkreis.
Also unser Sitz ist jetzt hier im Hegau, also beim Bodensee, nahe in den Bodensee. Also westlicher Bodenseeufer.
Ja.
Und wenn ich jetzt als Beispiel hier die größeren Fest-Dohnsitz denke, da spielt halt immer eine Partnermusik, wo sich eigentlich eventuell ein Faster gegründet hat. Und das ist halt schon irgendwie, ja, eine gewisse gewisse Linie, wo eigentlich nicht so ganz mir passt.
Okay. Ja, wie gesagt, ich hoffe, dass das, dass ihr da gut gegenhalten könnt, weil ich ja immer so das Gefühl habe, dass so Blasmusikkultur vom Süden dann immer raufzieht zu uns. Zwar immer verzögert. Das ist richtig, ja. Das heißt, das wird dann auch bei uns irgendwann so sein, wenn das bei euch so ist.
Auf jeden Fall, wie gesagt, ich drücke euch die Daumen. Viel Erfolg beim ersten Konzert. Natürlich. Und vor allen Dingen viel Spaß.
Das ist am Reißen. Das mache ich du. Ja, genau. Das ist ja das, was.
Genau. Und folge ich euch so ein bisschen. Wir bleiben im Kontaktieren. Selbstverständlich. Und guck mal, was draus wird. Also ich drücke ganz, ganz fest die Daumen. Danke. Zwei Wochen später, das sehen wir uns auch hinten.
Drei Wochen später, oder?
Genau, genau. Dass ihr da auf jeden Fall auch im kommenden Jahr euren Platz gut behaupten könnt.
Hoffen wir es mal, ja.
Vielen lieben Dank, Marc.
Ich sage auch danke.
Das war die Folge mit Marc Winterhalter. Ich bin sehr gespannt, wo dieses Orchesterprojekt hinführt, wie sie sich in diesem Markt behaupten können. Und ich drücke wirklich ganz, ganz fest die Daumen, dass das erste Konzert sehr erfolgreich werden wird und natürlich noch viele, viele weitere Folgen werden.
Wenn ihr da draußen jetzt auch sagt, ja, ich hätte auch was zum Vorstellen, vielleicht auch zum Bewerben, damit was anläuft, dann schreibt mir gerne auf Instagram, folgt mir da natürlich auch gerne oder schreibt mir unter blasmusikpodcast.gmx.de und dann suchen wir einen Termin und gucken, ob das hier reinpasst.
Und dann freue ich mich auf euch. Ich wünsche euch eine schöne Woche. Ich hoffe, dass ihr auch bei den regulären Folgen dabei seid. Macht's gut. Bis dahin, euer Andi.