On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 6
Ein Wiederhören mit Patrick Weyh (2023) - Ein Atemcoach über persönliches Wachstum
Montag, 5. Januar 2026 · 1 h 11
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Schreib mir gern dein Feedback! (buzzsprout.com/1023469/fan_mail/new)
Patrick Weyh ist zwar kein Musiker, aber er beschäftigt sich mit einem Thema, das für uns sehr wichtig ist, nämlich der Atmung. Er ist eigentlich studierter Jurist, mittlerweile auch Life- und Businesscoach und zertifizierter Trainer für die Wim Hof und die Oxygen Advantage Methode. Vor knapp zwei Jahren hatte ich einen Kurs bei ihm gemacht und wir wollten auf jeden Fall nochmals drüber reden.
Gerade für den Jahresanfang eine gute Folge, um sich nochmals zu hinterfragen und auszurichten für das kommende Jahr
Kontakt:
@patrick_weyh_coaching (instagram.com/patrick_weyh_coaching)
patrickweyh.com
@andyschreck_ (instagram.com/andyschreck_)
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Weil die Kinder lernen, überhaupt erstmal zu lernen, also zu fokussieren. Ihren Fokus auf einem Objekt zu halten, auf der Atmung. Die Kinder lernen heutzutage in den Schulen so viel Unsinn. Ich weiß, ich habe jetzt einen Lehrer gegenüber mir sitzen, aber ich glaube, du kannst das ganz gut nehmen.
Ich kann das sogar bestätigen.
Genau. Also die Kinder lernen halt im Ergebnis, ohne jetzt auf Inhalte einzugehen, aber halt, die lernen Inhalte, das ist eigentlich der Punkt. Aber lernen lernen, fokussieren lernen, irgendwie halt eine Ausrichtung beibehalten auf einer Sache, das wird dann nicht gezielt irgendwie unterrichtet. Man setzt das irgendwie voraus, dass die Kinder das im Prozess irgendwie lernen.
Und über Atentechniken lernen Kinder das natürlich auch. Also die lernen diese Fähigkeit, loszulassen, Ruhe zu finden, ihren Zustand zu steuern. Wie viele Kinder haben wir heutzutage, die mit dem Stress in der Schule irgendwie überfordert sind, die damit nicht mehr umgehen können? Das sind so viele.
Sehr, sehr viele mittlerweile.
Und daher sehe ich natürlich diesen Umgang mit Themen wie Angst, den man über Atemtechniken lernen kann, also ganz präsent in der Schule.
Herzlich willkommen bei OnAir, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Sandy Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von OnAir Dem Blasmusik Podcast.
Es ist die 25. Folge der dritten Staffel und somit die letzte. Aber keine Angst, es wird eine vierte Staffel geben und die ersten paar Folgen sind auch schon im Kasten und es wird ein Gast geben, der hier schon mal war. Mehr will ich aber gar nicht verraten. Bevor ich zu meinem Gast komme, wie immer, der Supporter und das ist, ihr kennt ihn schon, Buffet Grampant, Europas größtem Hersteller von Blasinstrumenten.
Zu Buffet Grampant gehört unter anderem die Marke BS. Und BS hat vor kurzem erst seine neueste Trompetenserie, die Personality, rausgebracht. Personality deshalb, weil drei Persönlichkeiten der Trompeteszene daran mitgearbeitet haben, nämlich Martin Hutter, Thomas Inderker und Benny Brown. Jeder dieser drei Spieler hat ein Instrument auf sich zuschneidern lassen und somit sind drei Trompeten entstanden, die in der Handhabung schon unterschiedlich sind.
Am besten, ihr geht zum Instrumentenhändler eures Vertrauens und fragt, ob die Instrumente voran sind und probiert sie einfach mal aus. Ich habe eines schon mal anspielen dürfen und war sehr angetan. Mein heutiger Gast ist Patrick Wey. Für die letzte Folge dieser Staffel habe ich mir was ganz Besonderes überlegt, nämlich mal einen Nicht-Musiker zu interviewen über ein Thema, das uns Musiker, also Blasmusiker, doch sehr beschäftigt, nämlich die Atmung.
Patrick Wey ist Atemcoach. Patrick und ich kennen uns seit geraumer Zeit. Ich durfte vor einem Jahr ungefähr einen Wim-Hoff-Kurs bei ihm machen. Und wir waren uns nach dem Kurs eigentlich einig, dass wir dann auch daraus eine Podcast-Folge machen. Das hat sich dann doch noch ein bisschen gezogen, weil wir keinen Termin.
And jetzt is it endlich so quite. I will not so viel read. Es wird viel um persönliches Wachstum gehen, um Disziplin und Motivation. Was ist der Unterschied um Fokus and warum kann Atmung eigentlich so viel verändern? Ich wünsche euch viel Spaß. Mein heutiger Gast ist zwar kein Musiker, aber er beschäftigt sich mit einem Thema, das für uns sehr wichtig ist, nämlich der Atmung.
Er ist eigentlich studierter Jurist, mittlerweile auch Life Business Coach und zertifizierter Trainer für die Wim Hof und die Oxygen Advantage Methode. Vor knapp zwei Jahren hatte ich einen Kurs bei ihm gemacht und wir wollten auf jeden Fall nochmals darüber reden. Ich freue mich, dass es endlich geklappt hat und sage herzlich willkommen, Patrick Wey.
Hallo, grüß dich. Ich freue mich, dass wir uns endlich wiedersehen. Das hat lange gedauert.
Es hat sehr lange gedauert. Das war aber hauptsächlich meine Schuld. Du hast ja am Anfang gesagt, du bist kein Musiker und hast ein bisschen Angst, dann in so einem Musikerpodcast zu sein. Es gibt nur eine musikalische Frage.
Okay, ich bin mal gespannt, ob ich auf der gewappnet bin, aber ich lasse mich überraschen.
Welches Musikstück, also welcher Song oder so, war das letzte, was du gehört hast, wo du mal bewusst zugehört hast?
Ah, das ist eine gute Frage. Also das Original ist nicht von ihm, es ist von John Lennon, aber das war Imagine und es hat von Jack Johnson.
Ah, okay.
Einfach so oder bewusst rausgesucht? Bewusst rausgesucht, ich mag das Lied tatsächlich. Also ich mag die Botschaft, die es vermittelt. Und ich mag auch seine Stimme tatsächlich mehr als die von John Lennon. Dafür werde ich wahrscheinlich in Musikerkreisen durch die Straßen gejagt, aber ich mag einfach so dieses, dieses ganze Laidback-Entspannte von Jack Johnson gehört mir sehr, sehr gut.
Erinnert mich so an die Zeiten auf Reisen und bringt mich einfach ein gutes Gefühl zustände.
Ja, Stimmfarbe ist sehr subjektiv, deswegen würde ich da keiner Steinigen glauben. Wenn wir uns heute zum ersten Mal kennenlernen würden, wir wären jetzt irgendwo in der Stadt, an der Bar oder so, wenn ich dich fragen würde, was machst du beruflich, würdest du Jurist sagen oder würdest du was anderes sagen?
Ich würde wahrscheinlich sagen, lass uns über was anderes reden. Oder würde halt irgendwie sagen, hol dir und mach dein Getränk vielleicht nochmal voll. Das wird eine längere Story. Also es ist ganz klar so, ja, ich habe Jura studiert, arbeite auch in einer Vollzeitstelle als Jurist an der Behörde, leite da eine Abteilung zu knapp 20 Leuten und mache das jetzt mittlerweile im 13.
Jahr, aber habe schon relativ schnell gemerkt, dass das irgendwie so nicht alles sein kann, dass da noch irgendwie mehr nebenherlaufen sollte. Und dann bin ich eben halt so vor knapp fünf Jahren immer wieder über diese Wim-Hoff-Methode gestolpert. Oder eigentlich eher über den Wim selber, dass ich den irgendwie viral irgendwo gesehen habe, habe Videos von dem gesehen, Podcasts gehört und ähnliches.
Und eigentlich hat mich alles um ihn herum so abgeschreckt. Irgendwie so Kälte, Luft anhalten, das war für mich alles der blanke Horror. Ich habe immer noch so die Erinnerung, ich erzähle das in Kursen oft, dass der Hausmeister, wenn wir das Training überzogen haben, manchmal so das kalte Wasser dann irgendwie halt installiert hat, also sprich das Warme abgedreht.
Und das war für uns halt wie so eine Qual, wie so eine Folter, sich danach dann kalt abduschen zu müssen. Dennoch war das auch so, dass mich das irgendwie angezogen hat, also weil ich ihn immer wieder, er hat mir immer wieder begegnet, in Form von Büchern, Magazinen, YouTube-Clips und sonst was. Also habe ich mir irgendwie gesagt, alles, was mir so oft begegnet, dem möchte ich einfach irgendwie nachgeben.
Und so war das dann da auch. Ich habe begonnen, halt kalt zu duschen, die Atemübung zu machen, mein erstes Eisbad zu machen. Und das war eigentlich so lieber auf den ersten Blick. Also ich sage immer, ich habe nie wieder zurückgeschaut und bereue es auch nicht. Und so kam halt nach und nach irgendwie immer mehr dazu.
So die Thematik der Atmung, weil war mir dann bei der Wim-Hoff-Methode teilweise ein bisschen, ich will nicht sagen, zu dünn, aber nicht so ganz fundiert dargestellt. Und ich sage auch immer ganz gerne, dass die Wim-Hoff-Methode beim Thema Atmung oft so diese erste Einstiegsdroge ist. Und dann geht es weiter und dann ist es eben schnell sowas wie Boteco und darauf basieren dieses Programm von Oxygen Advantage.
And then wurde das Ganze irgendwie immer brighter, also vom Verständnis irgendwie immer mehr. And I've gone, was ich über Atmung bewegen lässt, also in Hinblick auf mentale Ruhe, auf performance, that man einfach seven regeln kann. Also einfach, this is for me so the shuttle. Egal which method, that I have the atmosphere and the mic, self-working and either to start, what's meant?
Or what's mean?
I have more of deaf homepage, and there's another one that you said that you should be a such a little bit. When was the error that you for dich festgestelled that you a such a big thing? And vor allora?
My friend would say that he wants, that I'm gonna hummel the hinter and begeister and new things entdecke, and with one to day three new Türen, durch these will multipliziert sich this ständig weiter. It was eighteen just as Kind so. Ich konnte draußen spielen gehen, also ein Phänomen, das ich jetzt so von unseren eigenen Kindern nur eingeschränkt kenne, die jetzt irgendwie hier in der Stadt groß werden und viel Zeit zu Hause verbringen.
And ich habe halt das Kind Asthma gehabt und es hat mich wirklich sehr, sehr stark eingeschränkt. Also meine Eltern wollten da auch immer mich beschützen, sagen, nein, geh nicht raus und es ist gefährlich und spiele nicht Fußball. Und ich habe mich immer rausgeschlichen und alles Mögliche gemacht, was ich eigentlich nicht machen sollte.
Und daher war das eigentlich, ich kenne gar keine Erinnerung, in der ich nicht so suchend war und nicht irgendwie so Grenzen versucht habe auszuloten und die immer wieder so ein bisschen aufzuweichen. Also wirklich, wenn ich weit zurückgehe, egal ob das jetzt bedeutet, ich kriege das hin, Fußball zu spielen, ohne einen Astmann-Fall zu kriegen.
Oder eben zu sagen, wie weit kann ich mit meinem Fahrrad fahren? Wenn ich dann nach Hause komme und sage meinen Eltern, wo warst du heute? Bitteschön, mit dem Fahrrad. Und ich habe dann immer gesagt, ja klar, einfach mal gucken. Und daher, im Beruflichen führt sich das jetzt irgendwie fort und ich habe das eigentlich bis heute.
Dass ich irgendwie immer wieder auf der Suche nach was Neuem bin und glaube gar nicht, dass es irgendwie ein bestimmtes Ziel ist, dem ich hinterherrenne, sondern es geht eigentlich mehr um dieses Suchen an sich, dass das irgendwie mir einfach irgendwie Freude bereitet. Ich empfinde es auch in der Regel nicht als irgendwas, was mich jetzt irgendwie auslaugt oder irgendwie müde macht.
In gewissen Phasen schon, aber dem Grunde nach genieße ich einfach den Prozess.
Du hast gesagt, der Wim ist ja immer über den Weg gelaufen. Mir ist der auch über den Weg gelaufen, aber natürlich dann durch die Musiker, die jetzt anfangen, mit Wim Hoff. Wie läuft man dem im normalen Leben über den Weg? Also, das war natürlich jetzt ein bisschen missverständlich ausgeflogen.
Ich habe hier nicht jetzt persönlich. Nein, nein, das ist mir schon klar, aber wo du die Sachen gesehen hast, das ist also natürlich irgendwie so der Algorithmus oder die Algorithmen, den wir allen ausgesetzt sind, spielen dann natürlich irgendwie so ein bisschen mit. Also man beobachtet irgendwas, Phänomene, Leute, die irgendwie halt sehr außergewöhnliche Dinge irgendwie erreichen, die so die Grenzen von körperlichen oder mentalen Vorstellungen irgendwie sprengen.
Hast du sowas vorher schon mal gemacht? Also Extremsachen?
Das Einzige, was ich so kurze Zeit vorher gemacht habe, das war dann auch in einem Buch von jemandem beschrieben, der über den Wimmen geschrieben hat, also Scott Carney heißt der. Der hat das auch beschrieben, dass Leute so dieses Phänomen haben, irgendwie die ganze Woche im Büro zu sitzen, irgendwie und am Wochenende haben sie plötzlich diesen Drang, sich irgendwie fühlen und spüren zu müssen.
Und so bin ich halt auch mit Freunden vor einigen Jahren, ich weiß nicht, acht, neun Jahren, sind wir dann irgendwie auf dem Nürburgring bei so einem Strongman-Event mitgelaufen. Das waren irgendwie 26 Kilometer in absolut grausigem Wetter und dann ist man dann teilweise unter irgendwelchen Stacheldraht durchgekrabbelt, hat Stromschläge bekommen, musste auch durch kaltes Wasser durchgehen.
Also hat so ein bisschen was wie so ein Upgrade von der Hindernisbahn bei der Bundeswehr gehabt. Aber es war tatsächlich irgendwie eine Qual, aber zugleich halt hat es total Spaß gemacht, weil man sich wirklich so als Erwachsener wieder wie so ein Kind aufgeführt hat. Was noch damit halt garniert wurde, dass wir halt alle als Superhelden verkleidet waren.
Also da gab es der eine als Super Mario, ich bin irgendwie als Hulk Hogan gelaufen mit so einer komischen Klatzenattrappe und diesen langen blonden Haaren an der Seite. Und als ich das dann in dem Buch vom Scott gelesen habe, dass eben die Leute einfach immer wieder dieses Phänomen zeigen, dass wir so dazu neigen, uns körperlich zu entstimulieren.
Also geistig, das komplette Gegenteil. Wir sind ständig von Handys umgeben, irgendwas brummt, summt, wir reagieren sofort, verlieren so fast ein bisschen den freien Willen, zu agieren, wie wir wollen, ja, und sind ständig eigentlich auf äußere Reize anzuspringen. Und körperlich machen wir genau das Gegenteil.
Und das fand ich halt irgendwie spannend. Also was ist das? Warum müssen wir uns irgendwie immer wieder fühlen und spüren? Und das ist so eine Neigung, die habe ich jetzt auch immer noch. Also ich habe jetzt auch letztes Jahr angefangen, mit so, also das Laufen so ein bisschen zunehmend zu erweitern, das halt auch ein Marathon nicht mehr reicht, jetzt in diesen Ultrabereich zu gehen.
Und ja, meine Frau sagte natürlich schon immer, was ist jetzt das dann das Nächste? Also was kommt dann als nächstes? Und ich sehe es gar nicht so, aber das war natürlich wieder so eine Sache, die ich einfach aus Neugier gemacht habe. Ja, warum soll das denn irgendwie auch funktionieren? Auch wenn ich eigentlich gar nicht adäquat dafür ein Training durchlaufen habe.
Und wenn ich so Checklisten durchgegangen bin, wie müsste das aussehen? In welchem Zustand oder mit welcher Vorbereitung macht man das, dann habe ich da quasi eher so eine Not-To-Do-Liste irgendwie erfüllt als eine To-Do-Liste. Dennoch hat es einen irren Spaß gemacht und war eine total tolle Erfahrung.
Und ich werde es in knapp vier Wochen noch wieder machen.
Okay. Wo?
Das nächste Mal ist es der Rennsteiglauf. Das ist ein relativ bekanntes Event, so ein Thüringer Wald. Genau, und das sind so knapp, ich glaube, 75 Kilometer, 2000 Höhenmeter. Und das Schöne daran ist halt, es geht durch die Natur. Das ist klar, deutlich beschwerlicher als ein Marathon, der mit 42 Kilometern für viele auch schon lang ist.
Aber ich laufe wirklich lieber 60 Kilometer durch den Wald als 40 durch die Stadt. Und die Marathonwettbewerbe sind eben leider meistens auf Asphalt durch irgendwelche Häuserschluchten und das reizt mich einfach nicht.
Bist du diszipliniert?
Ich bin ja sehr diszipliniert. Also wenn ich etwas habe, was mich so wirklich so intrinsisch packt, dann habe ich überhaupt kein Problem, Disziplin aufzubringen. Also ich habe es auch letztens irgendwie in einem Podcast gehört, da hat jemand irgendwie gesagt, irgendwie so discipline eats motivation for breakfast.
Und das ist für mich irgendwie eine ganz klare Sache. Also ich habe eigentlich selten ein Problem, mich zu motivieren, weil eigentlich die Disziplin dafür schon längst da ist.
Bevor wir jetzt nochmal näher in diese Wim Hoff-Sache dann auch einsteigen, kannst du für die Hörer, die noch keinen Plan haben von Wim Hoff, die auch die anderen Folgen vielleicht noch nicht gehört haben, nochmal ganz kurz umreißen, was ist das eigentlich?
Genau, also der Wim selber, Wim Hoff heißt er, ist mittlerweile so Mitte 60, ich will ihm jetzt auch nicht irgendwie Unrecht tun, ob er 64 ist oder 63 oder 65, aber so die Kante. Und der war lange Zeit in Holland so ein Phänomen, der so ein bisschen belächelt wurde. Man hat die nochmal so den Eisman genannt und ich glaube, das war auch irgendwie für seine Kinder vielleicht zu Beginn irgendwie ein schwieriges Thema, wenn der Papa die Kinder irgendwie in der Schule abgeholt hat und es ist Winter und er kommt irgendwie in so einer kurzen Badehose angelaufen und stafft da Barfuß durch den Schnee und macht vor der Schule Handstand und Spagat im Schnee.
Aber der hat sich da irgendwie nie beirren lassen. Er hat ein schweres Schicksal hinter sich, weil seine Frau gestorben ist und der hat halt diese Methode entwickelt, die aus Elementen besteht, von denen jedes für sich gesehen irgendwie nichts Neues ist. Also es ist einmal die Kälte, die Atmung und das Mindset.
Und Kälte kann jetzt verschiedene Formen annehmen. Der Klassiker sind eben diese kalten Duschen oder Eisbäder. Aber was wir halt bei mehrtägigen Events machen, sind zum Beispiel auch so Wanderungen, wir nennen das immer so Wim Hof-Style, dass die Leute wirklich halt mit Mütze, Handschuhe und Schuhen und Badeklamotten ansonsten halt nackter durch den Schnee laufen und das Ganze über mehrere Stunden hinweg.
Und viele glauben, das funktioniert nicht. Aber darum geht es nämlich auch. Das ist auch einer dieser Pfeiler, ist eben das Thema Mindset. Und das wird oft so ein bisschen übergangen. Die Leute denken, Wim Hof ist nur irgendwie Eisbaden und so Tschakka und irgendwie so krasse Sachen machen. Aber es geht eigentlich um viel, viel mehr.
Es geht eigentlich wirklich darum, genau das, was der Wim so verinnerlicht, also diese scheinbaren Grenzen immer mehr durchlässig zu machen und irgendwie sich nicht im Alltag und im Leben allgemein so sehr klein zu halten und zu minimieren, sondern eher so eine expandierende, expansive Geisteshaltung an den Tag zu legen.
Und so etwas Unbekümmertes wie ein Kind. Und das andere Element von den dreien ist eben halt die Atmung. Also gezielt mit verschiedenen Formen der Atmung zu arbeiten. So diese klassische Wilm-Hof-Basisatmung ist halt so ein Wechsel aus einer starken Hyperventilation und einer sogenannten Retention, in der gar nicht geatmet wird.
Und das geht immer so um Wechsel hin und her. Und das macht jede Menge sehr, sehr interessante Sachen mit dem Körper, aber eben auch mit dem Geist. Und es ist kein Wunder für mich, dass so viele Leute heutzutage in diese Workshops kommen, die sind auch wirklich Monat für Monat wirklich gut gefüllt, weil dieser Drang einfach immer mehr da ist, sich wirklich so im Positiven zu fühlen und wieder diese Überzeugung von dieser Kraft in sich selber zu spüren, die die Leute einfach im Alltag abhanden geht.
Wir machen eine kurze Unterbrechung für einen weiteren Supporter und das ist Lungentrainer.de. Ich freue mich riesig, dass der Onlineshop Lungentrainer.de mit an Bord ist, denn ich benutze schon seit meinem Studium einige Produkte daraus, um meinen Luftfluss besser zu trainieren. Lungentrainer ist schon 17 Jahre im Bereich des Atemtrainings tätig und ist Europas größte Auswahl an Lungen- und Atemtrainer, sowohl im medizinischen als auch im privaten Gebrauch.
Ich möchte euch zwei Geräte ans Herz legen und das ist der Power Breathe Plus, ein inspiratorischer Atemmuskeltrainer, quasi die Hantel fürs Zwerchfell und den neuen expiratorischen X1. Bei beiden Produkten atmet man gegen den Widerstand. Natürlich findet ihr auf der Seite noch viele weitere hilfreiche Tools, um die Luft und den Luftstrom zu trainieren, separat vom Instrument, sodass ihr das dann auch gut übersetzen könnt.
Den Link packe ich euch in die Shownotes. Du hast gesagt, deine erste Erfahrung, nachdem du das das erste Mal ausprobiert hast, war gleich Liebe auf den ersten Blick. So hast du es vorhin auf jeden Fall genannt. Obwohl du ja vorher auch noch gesagt hast, dass Kälte und so ja völliger Horror für dich war.
Was hat dich in dem Moment gepackt?
Also, es ist relativ einfach. Also, das Lustige ist im Nachhinein, meine Frau hat diese ganze Sache total lange belächelt. Also wirklich über Jahre hinweg. Schon nachdem wir gemeinsam die Workshops gegeben haben, hat sie immer wieder gesagt, ja, das ist so Patricks Ding und so, der spinnt eh ganz gerne so ein bisschen rum.
Und für sie ist so Kälte gar nichts. Sie mag das eigentlich auch bis heute nicht. Und bei mir war das ähnlich. Ich habe auch ganz viel Widerstand verspürt, aber denke mir auch bis heute immer noch. Die Dinge, wo ich so ganz viel Widerstand merke, die sind es eigentlich wert, mal so ein bisschen zu erforschen, dem so ein bisschen nachzugehen.
Und ich sage ganz ehrlich, vor dem ersten Eisbad ging mir komplett die Düse. Also wirklich hat totale Panik. Das war dann irgendwann im Winter, ich hatte so eine Regentonne im Garten, es war super kalt, das Wasser war gefroren, ich habe das dann oben mit so einem kleinen Hammer aufgekloppt und bin dann nackig reingestiegen.
Also ich habe heutzutage, ich habe heute noch Fotos davon, die sehen echt zum Schreien aus. Ich habe auch erstmal geschrien, aber gleichzeitig war der Moment, als ich aufgehört habe, so ein Theater zu machen, so ein Moment der totalen Stille. Und etwas, worüber ich ganz oft irgendwie gelesen habe, was mich immer so fasziniert hat, war plötzlich einfach da.
Es ist dieses Thema Loslassen. Das war sowas, was ich immer irgendwie, das hat so eine Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Und ich wollte das immer irgendwie selber praktizieren. Dinge, die mich irgendwie stören, von denen ich mich irgendwie befreien möchte. Aber das hat es nie über so ein kognitives Konzept hinaus geschafft.
Ich habe darüber Bücher gelesen und irgendwie Podcasts gehört und sonst was und fand es total spannend, aber irgendwie hatte ich keinen wirklich Bezug dazu. Also ich war einfach halt, ich hatte keine Praxis. Ich war so ein reiner Schwätzer bei dem Thema. And then habe ich gemerkt, dass ich das in dem Moment plötzlich irgendwie kann.
Also dass dieser Widerstand sich einfach auflöst, dass diese eiskälte den Körper in so einen Zustand bringt, dass plötzlich alles um einen herum verschwindet. Es entsteht so eine totale Stille und so ein Frieden. Und das ist so ein tolles Gefühl. Und das ist auch, glaube ich, genau das, was mich auch immer wieder machen lässt.
Und auch viele der Teilnehmer, die halt in die Kurse kommen, dass die auch für sich merken: ein Satz, der ganz oft fällt, die Leute gehen rein und es dauert 20 oder 30 Sekunden und dann fangen die an zu grinsen, die Spannung aus dem Körper verschwindet und dann sagen die, das ist ja gar nicht so schlimm.
Und ich sage ganz oft, ja, und genau das sollst du dir irgendwie merken. Darum geht es irgendwie, dafür geht es so ein bisschen darum im Leben. Das klingt auch immer so ein bisschen schmalzig und ein bisschen kitschig. Aber eigentlich geht es ja nicht darum, gut Eisbaden zu können. Die Leute machen das mit dem Eisbad, um einen entsprechenden Transfer in das allgemeine Leben zu schaffen.
Um zu merken, dass das Leben eigentlich voller Eisbäder ist und dass überall der schreiende Chef, die Kinder, die nachts wach werden, Streit mit dem Partner, das sind im Ergebnis alles nichts andere Dinge als so ein Eisbad. Also rein physiologisch gesprochen ist das tatsächlich so. Aber es geht auch darum, den Leuten das nur nicht irgendwie allgemein zu erzählen mit irgendwelchen Stresshormonen, sondern dass sie das eben so erleben.
Und wenn das wie so ein verankertes Wissen ist, dass die Leute merken, ich kann mich tatsächlich in so einer, in Anführungszeichen, lebensfeindlichen Umgebung selber über meine Atmung beruhigen, gibt das denen so eine Kraft für andere Herausforderungen im Leben. Und das ist, glaube ich, das, was so spannend ist.
Ist das dann auch der Mindset-Faktor oder kommt da noch was dazu?
Das Mindset durchdringt eigentlich irgendwie alles. Das ist wie so ein Bindeglied auch zwischen diesen anderen beiden Elementen. Und es geht eigentlich gefühlt die ganze Zeit irgendwie um Mindset. Also Bim sagt selber auch immer, egal ob du denkst, dass du es schaffst oder du denkst, du kannst es nicht, du hast auf jeden Fall recht.
Und das drückt das irgendwie aus. Also wir entscheiden eigentlich mit unserer eigenen Haltung, wohin unser Leben irgendwie geht, was wir können, was wir nicht können, wofür wir uns entscheiden. Und man will die Leute eigentlich dazu bringen, sich immer bewusster zu werden, dass wir ganz, ganz oft Entscheidungen treffen.
Auch da, wo wir so reflexartig reagieren, wenn wir im Straßenverkehr die Vorfahrt genommen bekommen und erheben sofort die Hand und zeigen Mittel für die Hand. Oder rufen irgendwas und haben das Gefühl, ich kann ja nicht anders. Der Depp hat irgendwie nicht aufgepasst, aber das sind alles Entscheidungen.
Genauso wenn wir irgendwie aus der Wut heraus unsere Kinder irgendwie anflauen. Das sind eigentlich Sachen, die wir wollen, die anflauen. Das mögen wir uns vielleicht irgendwie nicht eingestehen, aber im Ergebnis ist es das. Wir haben das Gefühl, wir dürfen jetzt wütend sein, wir haben lange gearbeitet, und das Kind ist jetzt irgendwie unverschämt, also darf ich das.
Und das wird einem immer mehr bewusst, wie oft man eigentlich auch, ich sag mal, ganz direkt schlechte Entscheidungen im Alltag trifft. Und man merkt durch diese Praxis der Methode, dass man wirklich so ein bisschen gelassener wird. Also man entwickelt so ein bisschen so ein dickeres Fell, dass man mit diesen ganzen kleinen PISAKereien und dem, dem wir im Alltag begegnen, dass man dem nicht so schutzlos ausgeliefert ist, sondern dass man da wirklich immer wieder aufs Neue entscheiden kann.
Und je besser wir das machen, umso besser haben wir eine Wirkung auf unser Umfeld und das kommt ja wieder auf uns zurück. Und das macht es halt so wertvoll.
Du hast vorhin gesagt, das Mindset kommt aber oft auch so ein bisschen bei diesen drei Säulen zu kurz, weil sich viele nur auf, wir springen halt ins Eis und dann. Inwiefern kann ich das dann nochmal für mich trainieren oder irgendwie bewusster machen? Also wenn ich jetzt, es gibt bestimmt den einen oder anderen, der jetzt sagt, ja gut, Kaltuschen mache ich und ich atme ab und zu, was will der jetzt mit Mindset?
Naja, also es ist ja, es ist ja gerade dann, wenn einem diese Elemente schwerfallen. Ja, und ich bin im Moment selbst ein sehr, sehr gutes Beispiel dafür, dass ich über all diese Dinge irgendwie Bescheid weiß, aber meine eigene Praxis, die leidet gerade wirklich in einem absurden Maße. Dass ich jetzt einfach viel zu wenig mache und ich merke das auch.
Ja, und Mindset bedeutet auch zum Beispiel zu sagen, ich wache morgens auf und habe eigentlich überhaupt keinen Bock jetzt. Ich habe mir vorgenommen, irgendwie direkt nach dem Aufstehen von mir so ein Eisbad zu machen und ich sage mir, ach nee, und diese Bequemlichkeit. Und ich will gar nicht sagen, dass das schlecht ist.
Aber man kommt dann schnell in so ein Muster rein, dass sich diese Bequemlichkeit und dieses Nein und diese Vermeidung von unangenehmen Dingen so durch alles durchzieht. Ja, und jedes Mal, wenn ich mich dann entscheide, ich gehe jetzt doch da rein. Und danach bin ich in der Regel sowieso immer glücklich.
Und das sagen auch die Leute, die sagen, vielleicht, während ich unter der kalten Dusche stehe, ist es nicht immer irgendwie eine riesige Show, aber danach fühlen sie sich glücklich.
Das stimmt. Ich finde es jedes Mal scheiße. Aber danach fand ich es gut.
Genau, und darum geht es auch. Also man lernt eigentlich diesen Umgang mit unangenehmen Dingen. Und das ist für sich gesehen, ich habe das jetzt heute erst bei einer Ausbildung gesagt, das ist eigentlich fast wie so eine Superkraft. Man könnte sich fast darüber legen, ob es irgendeinen Marvel-Helden irgendwann dafür gibt, der genau das verinnerlicht.
Vielleicht wird es ja der Wim oder so. Aber das ist halt genau der Punkt. Also wir werden im Leben immer wieder mit Dingen konfrontiert, die uns komplett stinken, die uns vollkommen gegen den Strich gehen, auf die wir jetzt, heute, an dem Tag so gar keinen Nerv haben. Und je besser wir das machen, umso besser wird unser ganzes Leben.
Und auch der Umgang mit anderen, wie andere mit uns umgehen, das ist wie in so einem Flipper-Automaten. Das geht dann im positiven Sinne hin und her. Wenn ich aufhöre, mich einfach so reflexartig zu entscheiden. Und da ist eigentlich jede Entscheidung dieser Art, ist so eine gewisse Praxis im Thema Mindset.
Aber das kann sich genauso gut ausdrücken, dass ich sage, ich widme mich so einer Meditationspraxis oder ich widme mich einer Yoga-Praxis. Wir haben ganz viele Leute, die in so einem Workshop zum ersten Mal Yoga machen und sagen am Anfang so, oh, das ist so gar nicht meins und nee, das ist irgendwie nichts für mich und ich kann ja auch so lange zugucken.
Und danach sagen die, hey, das war echt gut. Und ich muss auch dazu sagen, meine Frau macht das wirklich super. Also die hat auch echt eine sehr, sehr besondere Art, das zu unterrichten. Du bist ja auch in den Genuss gekommen. Und von daher muss ich ganz klar sagen: auch das, also man soll sich immer wieder aufs Neue so ein bisschen überraschen lassen.
Und das ist so dieses kindliche Gemüt, was auch in dieser Methode steckt. Einfach machen, gar nicht so viel nachdenken.
Du schreibst, man wird Willensstärke. Hat das damit zu tun, dass ich dann willensstärker bin, morgen zu sagen, okay, dann gehe ich in die Dusche.
Genau. Also Willensstärke, ich habe in einem Buch von, also der Autor ist, glaube ich, Baumeister, der ist sehr, sehr bekannt dafür. Das heißt, glaube ich, die Macht der Disziplin klingt erstmal so ganz streng und so nach so einem super deutschen Buch. Aber es geht eigentlich darum, dass der über das Thema Willenskraft spricht und dass das halt eigentlich wie so ein Muskel ist.
Der kann ja müden, wenn ich zu viele schwachsinnige Entscheidungen treffe. Deswegen machen ja so Leute wie Mark Zuckerberg oder der mittlerweile verstorbene Steve Jobs, dass die jeden Tag dieselben Klamotten anziehen oder angezogen haben. Weil die halt sagen, für so ein Kram verschwende ich nicht meine Energie.
Und im Englischen spricht man dann halt von so einem Decision-Fatigue-Syndrom. Und für mich geht es aber irgendwie darum, die Willenskraft, wenn ich die wie ein Muskel verstehe, ist es natürlich auch so, je mehr ich die trainiere, desto mehr gewinnt die natürlich irgendwie auch an Durchmesse und wird irgendwie einfach stärker.
Und daher ist es schon so, dass halt jedes Mal aufs Neue, wenn ich irgendwie sage, ja, ich entscheide mich jetzt doch gegen die Bequemlichkeit und einfach mal für den Wachstum. In dem Moment trainiere ich meine Willenskraft. Und man merkt natürlich, dass man halt daran wächst und man wird irgendwie stärker und man ist einfach irgendwie entschlossener, lässt sich weniger leicht irgendwie unterkriegen.
Und das ist in ganz vielen Lebensbereichen total wertvoll.
Das Buch, was du angesprochen hast, ich meine, das ist das, kam schon mal im Podcast von einem Tubist, vor. Es ist noch gar nicht so viele Folgen her, der es gelesen hat, aufgrund des Buches dann, ich weiß nicht mehr, 30 Kilo abgenommen hat, glaube ich, um den Studenten zu zeigen, dass Disziplin und Willenskraft halt doch funktioniert.
Also er war quasi so das lebende Beispiel, um den Studenten dann auch sagen zu können. Also es gibt keine Ausrede mehr, nichts zu machen, sondern es geht. Du hast vorhin schon so ein bisschen erwähnt, wir sind zu viel in der Komfortzone. Wie kommen wir da raus? Also nicht jeder hat ja jetzt vielleicht immer Zeit, unter eine kalte Dusche zu kommen.
Also gibt es da noch andere Sachen, wo du sagst, okay, man kann sich mal ein bisschen freier machen.
Ganz klar, also es geht natürlich darum, man muss jetzt auch nicht irgendwie unbedingt sofort mit dem Kryptonit irgendwie anfangen und so seinen Endgegner als ersten Gegner irgendwie versuchen zu finden. Aber es geht einfach darum, die Bereiche für sich selber auszuloten, in denen man merkt, da fühle ich mich irgendwie so ein bisschen unwohl.
Und das kann zum Beispiel bedeuten, Danke zu sagen, Gefühle zu zeigen, seine Meinung irgendwie mal kundzutun. Wenn man zum Beispiel, ich habe das jetzt schon mit Klienten im Coaching gehabt, dass die genau damit zum Beispiel so ein Thema haben. Aber für die war irgendwie jetzt Eisbaden und sowas halt kein Thema.
Dann habe ich zum Beispiel einfach gesagt, als Beispiel, stell dir vor, du gehst an eine Käsetheke und die Verkäuferin passt den Käse jetzt einfach mit bloßen Händen an. Und die stört das vielleicht gar nicht. Aber du sagst trotzdem, könnten sie bitte Handschuhe anziehen? Und dann ist die vielleicht erstmal ein bisschen zickig.
Und dann kannst du danach sagen, das war nur irgendwie ein Test, das war nur für mich, dass ich mich das traue zu sagen und dann ist die Situation sofort wieder entschärft. Aber das ist so eine typische Situation, wo man sich vielleicht, wie so ein soziales Eisbad, könnte man vielleicht sagen. Man fühlt sich da einfach so ein bisschen unwohl.
Einfach so für sich selber irgendwie einzustehen oder Dinge zu machen, die man sich vielleicht irgendwie nicht traut. Einfach mal zu sagen, ich fahre jetzt mit der Achterbahn oder ich mache mal einen Bungee-Sprung oder je nachdem, was auch immer das irgendwie halt sein kann. Also es muss nicht irgendwie immer gleich so eine Gipfelerfahrung sein, sondern ich glaube auch nachhaltiger ist es wirklich, wenn man sich das regelmäßig irgendwie antrainiert.
Und ich gehe jetzt sehr weit zurück. Ich glaube, dass Eleanor Roosevelt mal gesagt hat, dass man jeden Tag eine Sache machen sollte, die einem Angst macht. Und wenn man das zu einer regelmäßigen Praxis macht, wird man auf jeden Fall persönlich Wachstum erreichen im Leben, egal auch wenn man niemals in ein Eisbad gestiegen ist.
Was ist das bei dir?
Ja, was ist es bei mir? Es sind immer wieder verschiedene Dinge. Bei mir ist es, glaube ich, wirklich so was, was sehr persönlich ist. Also wir leben zu Hause in einer Patchmark-Familie. Und ich glaube, für mich ist so die größte Herausforderung tatsächlich, so alle drei Kinder wirklich versuchen, gleich zu behandeln.
Also unser jüngster ist unser gemeinsames Kind und die beiden größeren Kinder hat meine Frau und die ihr mitgebracht. Und wie das halt so ist, alle Kinder sind irgendwie unterschiedlich und jeder bringt irgendwie so was Eigenes mit. Und die verdienen das alle, gleich behandelt zu werden. Aber das gelingt mir nicht immer.
Und ich will mich jetzt auch nicht total dafür verurteilen. Ich habe manchmal irgendwie meine Gründe, aber manchmal eben auch nicht. Manchmal mache ich es mir einfach nur einfach. Und das ist, glaube ich, so mein größtes Ding, wo ich merke, da gehe ich lieber quasi tausendmal in den Eisbad, bevor ich da so komplett irgendwie ins Vertrauen gehe und sage, irgendwie so, komme, was wolle, bedingungslos werden die alle drei gleich behandelt.
Und ich bin da ganz ehrlich zu mir, zu sagen, das geht nicht, ist eine faule Ausrede. Das ist nicht anderes, als wenn jemand sagt, ich kann nicht kalt duschen.
Du schreibst auch auf der Homepage, dass Wimhoff Vertrauen loslassen, das kann ich noch verstehen, aber auch Hingabe schult oder unterstützt. Was meinst du mit Hingabe?
Hingabe ist ja auch oft so ein Begriff, also wenn wir Teilnehmer haben, also gerade jetzt Frauen, die regelmäßig Yoga praktizieren, für die ist das irgendwie halt so ein Standardding. Das kennen die, das ist für die ganz normal. Aber für Männer ist irgendwie Hingabe oft sowas, dass da denkt man vielleicht irgendwie so daran, wenn man früher irgendwie als Kind irgendwie in die Kirche gehen musste und dann durfte man nicht mehr sitzen und soll sich jetzt plötzlich irgendwie hinknien, ja, und dann irgendwie den Rosenkranz beten und irgendwie sich so etwas ausrichten.
Also mit Hingabe meine ich wirklich auch, das muss nicht mal unbedingt irgendwas Spirituelles sein, dass man irgendwie sagt, ich widme das einer großen Kraft, das kann es auch sein, oder irgendwas Größerem, irgendwas, was uns alle irgendwie verbindet. Das ist was sehr Persönliches. Ich verstehe darunter eher was, naja, also Hingabe zu dem, was in uns selber irgendwie schlummert.
Also wirklich wie so ein uns innewohnendes, immanentes Potenzial. Dass man einfach, und das deckt sich zum Teil natürlich mit Vertrauen und Loslassen, dass man eben aufhört, alles kontrollieren zu wollen. Und ich glaube, unsere Gesellschaft ist sehr darauf gepolt, dass wir auf alles irgendwie versuchen, irgendwie Einfluss zu nehmen.
Und da bin ich natürlich irgendwie auch ganz weit da vorne dabei. Ich bin schon immer seit Kindesbein halt ein totaler Dickkopf und merke auch, dass ich mit meinem Dickkopf irgendwie ganz viele Dinge erreicht habe und auch beruflich sehr erfolgreich wurde. Aber das führt natürlich dann irgendwann dazu, das hat auch so ein anderer Lehrer gesagt, wenn du halt nur einen Hammer in der Hand hast, dann sieht alles wie ein Nagel aus.
Und dann paust du mit dem Ding auch überall drauf. Und man wird dann natürlich so ein bisschen unflexibel. Und dann geht es halt irgendwie darum, mit Hingabe meine ich jetzt, dass man sich auf Dinge einlässt, die einem vielleicht zu Beginn irgendwie Angst machen. Und das ist natürlich dann irgendwie oft ein Eisbart.
Das ist so ein Klassiker. Oder sich auch im Rahmen der Atmung, wenn Leute dann lange Zeit den Atem halten und dann da liegen in der Stille, und dann geht dieses ganze Kopfkino los. Ich muss doch langsam mal wieder atmen. Das kann doch irgendwie nicht sein. Was passiert denn hier eigentlich? Ist das nicht gefährlich?
Und dann solche Dinge einfach loszulassen. Dass man dann wirklich in der Ruhe, in der Stille liegt und das einfach nur erfährt.
Das hatte ich zum Beispiel spannenderweise noch nie, dass ich mir darüber Gedanken mache, dass das gefährlich ist oder ich müsste jetzt atmen, sondern da habe ich schon immer Ruhe gehabt bisher.
Das ist schön, das ist auch sehr, sehr wertvoll. Es sind nur doch einige Teilnehmer, die auf so im Nachhinein und auch währenddessen dann irgendwie, oder halt nicht währenddessen, aber direkt nach der Session, dann wirklich irgendwie sagen, sie sind sich manchmal gar nicht sicher, ob sie jetzt schon wieder irgendwie atmen mussten, also körperlich, ob sie das wirklich spürbar machen konnten oder ob der Impuls eher aus dem Hirn kam, dass sie jetzt dachten, ich müsste jetzt wieder.
Und da ist halt deutlich mehr möglich. Und das hat natürlich in dieser Retention, wie wir das nennen, diese Phase der Atemstille, da geht es halt ganz viel darum, loszulassen und Entspannungen durch den ganzen Körper zu senden, um eben diese Phase der Retention immer mehr zu verlängern. Also je mehr wir dazu neigen, zu verkrampfen, anzuspannen, nachzudenken, uns zu bewegen, umso mehr wird diese Phase verkürzt.
Und daher ist es manchmal so, je mehr man das halt irgendwie will, desto mehr muss man bereit sein, das irgendwie nicht zu kriegen. Also wie so ein Widerspruch auf den ersten Blick. Und da geht es halt darum, dass die Leute wirklich mal loslassen, einfach mal liegen. Also dass selbst die basalste Funktion des Körpers, wie die Atmung, einfach ausgesetzt, regelrecht suspendiert ist für einen Zeitraum von zwei, drei, manchmal vier Minuten und die Leute komplett in der Stille liegen.
Das ist so eine friedvolle Erfahrung, die manche Leute zu keinem anderen Zeitpunkt des Tages irgendwie machen.
Aber da kann ich die Brücke zur Musik schlagen, wenn du willst. Ja, sehr schön. Für einen Blechbläser ist das genauso und da bin ich auch nicht immer gut drin, aber je mehr, je offensiver wir spielen mit der Luft und weniger Angst haben, dass was passiert, desto weniger passiert. Und je mehr wir Angst haben, werden wir natürlich fest, Luft fließt nicht mehr und wir spielen nicht so gut.
Also im Endeffekt das Gleiche. Einfach loslassen und mal darauf vertrauen, dass wir eigentlich das Richtige tun.
Also insofern sehe ich natürlich, also wenn das jetzt irgendwie im Rahmen der Musik, ich meine, ich kann es mir jetzt irgendwie vorstellen, natürlich irgendwie immer wieder ein Argument ist oder irgendwie ein Punkt, dass man irgendwie auch diesen Umgang mit Angst irgendwie natürlich hat. Also gerade im Rahmen of einem Auftritt, ist jetzt so eine Praxis, wie die wir hoffen, natürlich sehr, sehr wertvoll.
Weil man übt natürlich genau das. Also man confrontiert sich mit ganz ursprünglichen Ängsten. Also im Rahmen des kalten Duschens, natürlich mit dieser Kälte, wobei das irgendwie lustig ist, weil alle Leute verbinden extreme Hitze, wie eine Sauna, with wellness and extreme Kälte, was einfach nur das andere Ende des Spektrums, als irgendwas Lebensbedrohliches.
And streng genommen über längere Zeit ist beides bedrohlich. But we besetzen das eine eben nur als was Gutes und das andere als was Schlechtes. Aber im Rahmen der Atmung ist ein gutes Beispiel jetzt für Musiker. Es geht ja bewusst darum, dass die Leute so ein bisschen beginnen mit diesem Gefühl von so einer Erstickung zu flirten.
Also man liegt dann und man versucht, diesen Punkt hinauszuzögern. Also wenn dieser Impuls zum Atmen körperlich erfahrbar wird, heißt das noch lange nicht, dass wir atmen müssen. Das ist ja eine Praxis, die zum Beispiel irgendwie Freediver irgendwie entwickeln. Die gehen immer diesen Impuls 60 Mal irgendwie drüber.
Für einen normalen Menschen, sag ich mal.
60 Mal.
Habe ich schon mehrmals gehört jetzt. Und das ist natürlich auch natürlich so ein Spiel mit dem Feuer. Weil das kommt natürlich auch manchmal vor, dass die irgendwie auf dem Weg nach oben wieder, dann das Bewusstsein verlieren, dann kommt irgendwann dieser automatisierte Impuls, sonst würden wir ja jede Nacht sterben, dass die Atmung einfach einsetzt und dann müssen die Rettungstaucher den in den Mund zu halten und auch die Nase, damit die halt wirklich nicht einatmen, weil das kann natürlich dann halt tödlich sein, auch wenn es nur ein Atemzug ist.
Aber es geht halt darum, diesen Punkt, der dann immer stärker wird, immer stärker und der wird ja wirklich halt irgendwann ja so dermaßen überwältigend, weil es wirklich sinnbildlich halt für diesen Erstickungstod steht. Und so lernt man halt mit diesem Thema Angst umzugehen. Und deswegen arbeiten auch immer mehr Leute in dem Bereich, die Angststörungen haben, Panikattacken, an Depressionen leiden, also mit verschiedensten Formen der Atmung, nicht unbedingt jetzt nur die Wim-Hoff-Methode, aber eben auch Elemente wie jetzt Buteco und diese Oxygen Advantage Methode.
Weil da geht es eben auch darum, da praktiziert man mit einem sehr, sehr hohen Level an CO2. Und das ist CO2 ist das, was die Atmung auslöst, was sie initiiert im Körper. Und je stärker dieser Impuls wird, das ist genau das, was man am Ende der Retention spürt, desto mehr hat man das Gefühl, ich muss jetzt, ich muss jetzt.
Und es wird irgendwann tatsächlich panisch. Und wenn ich natürlich diese Erfahrung habe, dass ich mit meinem grundlegendsten Impuls lerne, so eine gewisse Geschmeidigkeit zu entwickeln, da nicht irgendwie so reflexartig sofort zu reagieren, dann ist das ja ein Gefühl, was ich in einer anderen Situation, wie jetzt zum Beispiel in einem Auftritt als Musiker, wieder abrufen kann.
Dass ich auch so das Gefühl habe, so dieses, ja, mir bleibt die Luft irgendwie stecken, ja, ich kann irgendwie nicht, ich kann das nicht. Also das ist diese Mindset-Komponente, um die es eigentlich ganz elementar geht.
Ich hab, stell mir die ganze Zeit eine Frage. Du hast vorhin gesagt, deine Eltern wollten dich so ein bisschen beschützen auch. Und haben gesagt, ja, geh nicht raus, mach das nicht. Bist du irgendwann, vielleicht auch durch Wim Hoff, nochmal an irgendwelche Glaubenssätze gestoßen, wo du gemerkt hast, okay, die kommen eigentlich aus der Zeit?
Durch Wim Hof? Oder durch was anderes, keine Ahnung, aber das ist weil ich kann mir ja schon vorstellen, wenn man als Kind dauernd hört, mach das nicht, geht nicht. So, und jetzt auf der anderen Seite du das schon auch extremer auslotest, ob das schon irgendwie auch zusammenhängt.
Also weniger als irgendwie so ein klassischer Glaubenssatz. Also man, also da war, da war mir, glaube ich, eben halt auch so mein schon erwähnter Dickkopf irgendwie immer so recht dienlich. Also dass ich klar natürlich irgendwie in einem Umfeld bin, das ist so eine Erfahrung, die habe ich jetzt irgendwie heute immer wieder.
Das ging als Kind los, ja, du hast Asthma, du darfst das jetzt irgendwie nicht machen. Oder du hast jetzt irgendwie Allergie gegen Pferdehaare, gib bitte nicht in den Stall. Also es war eigentlich so, dass meine Eltern, die wussten eigentlich schon alles, also wenn sie es ausgesprochen haben, war es eigentlich schon zu spät.
Die wussten im Prinzip, okay, das, was sie jetzt gesagt haben, genau das wird der jetzt machen. Und das ist eigentlich bis ins Erwachsenenalter nicht anders geworden. Also ich habe das irgendwie immer noch so in mir drin. Und das ist schon so eine, ich nenne es mal so eine positive Widerspenstigkeit.
Also ganz ehrlich, ich kann es wahrscheinlich nur mein Umfeld irgendwie beantworten. Und wenn meine Frau jetzt hier sitzen würde, dann würde sie das vielleicht nicht so ganz uneingeschränkt bejahen. Ich mache es jetzt trotzdem mal ganz egoistisch für mich. Und sehe es wirklich, wirklich schon so. Es ist so ein positiver Widerstand da, Grenzen, die mir vor allen Dingen von anderen auferlegt werden, nicht gleich zu akzeptieren.
Und da gehe ich manchmal natürlich irgendwie auch so ein bisschen so zu weit, dass man dann irgendwie sagt, okay, jetzt will ich irgendwelchen Leuten das Maul stopfen, so ungefähr. Und das ist dann natürlich irgendwie auch nicht mehr gesund. Aber dem Grunde nach finde ich schon dieses Spiel damit irgendwie so ganz charmant, wenn es jetzt irgendwie heißt, naja, in deiner Arbeit, du bist jetzt irgendwie hier der Chef und du bist jetzt irgendwie Jurist, du kannst doch jetzt nicht irgendwie mit kurzer Hose oder Flipflops rumlaufen oder sowas.
Und ich denke mir, wieso denn nicht? Ja, muss ich jetzt nur, weil ich ein Jurist bin, irgendwie einen Anzug anziehen oder was? Bin ich deswegen jetzt irgendwie was anderes? Also ich sperre mich oft gegen so Konzepte. Irgendwas muss so sein und es ist so und fertig oder so. Also da war ich, glaube ich, auch echt für meine Eltern irgendwie kein einfaches Kind, weil die natürlich dann irgendwie auch gern einfach mal irgendwann Basta sagen wollten.
Und das war mit mir halt einfach nicht durchsetzbar. Ich habe immer wieder, warum und wieso und das verstehe ich nicht, aber das macht doch keinen Sinn. Und heute kann ich es gut nachvollziehen, wie schwer das für Eltern ist. Und das tut mir im Nachhinein auch echt ein bisschen leid, aber ich war halt einfach sehr neugierig.
Wann kam der Punkt, dass du gesagt hast, okay, Wimhoff reicht mir nicht? Und wie bist du dann zu Buteco oder Oxidan Advantage gekommen?
Also ich fand diese ganze Kälte-Thematik und die Mindset-Thematik im Rahmen von Wim Hof also phänomenal, unfassbar. Also ich sehe es auch bis heute so, was das mit Leuten macht, ist unbeschreiblich. Also jetzt die Tageskurse sind an sich schon irgendwie halt echt spannend zu sehen, wie die Leute kommen und wie die am Ende gehen.
Manchmal wirklich als andere Person im Rahmen von mehrtägigen Events. Wir waren jetzt im Januar fünf Tage mit einer Gruppe weg, im Dezember drei Tage. Das hat eine ganz andere Qualität. Also die Leute entwickeln sich in ihre Persönlichkeit, also man kann denen wirklich beim Wachsen zugucken. Das finde ich ganz spannend.
Ich fand das Thema Atmung nicht so ganzheitlich. Der Wim selber ist ein extrem sympathischer, charismatischer Kerl, und durch seine Persönlichkeit ist er auch einfach auf den ersten Blick wahnsinnig überzeugend. Wenn man aber beginnt, die Sachen so ein bisschen genauer nachzuforschen, und da kommt natürlich wieder so das, was ich eben gesagt habe, dieses Warum und warum ist das eigentlich so, wenn ich dem nachgegangen bin, habe ich natürlich gemerkt, manche Erklärungen fand ich so ein bisschen dünn, also so ein bisschen zu einfach.
Und dann wollte ich mehr wissen. Und dann habe ich mich natürlich einfach über das Thema Atmung so ein bisschen schlauer machen wollen und bin so irgendwie auf dieses Programm von Oxygen Advantage gestoßen. Das geht auf den Patrick McCune, zurück aus Irland, der war selbst als Kind, als Jugendlicher schwer asthmakrank und hat halt über das auf Boteco-Fußende Programm, der hat das so ein bisschen weiterentwickelt und hat das halt so für den Westen so ein bisschen, ich sag mal, bewusst, so ein bisschen sexy gemacht, dass das irgendwie.
Ja, vielleicht solltest du noch erklären, was Boteiko ist.
Also Boteco war halt ein Arzt aus den 50ern, der hat in der Ukraine gewirkt und der hat so ein bisschen erforscht oder sollte erforschen, was haben denn Leute gemeinsam oder gemein, die so in den letzten Zügen des Lebens sind. Also offen, dass Krankheiten sind, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben.
Und dann hat er entdeckt, die atmen alle sehr, sehr viel und sehr mühevoll. Und gerade dieses viel Atmen taucht immer wieder wie so ein roter Faden bei Wim Hoff auf. Dann hat er mit den Leuten begonnen, zu hypoventilieren, also bewusst weniger zu atmen. Und bei ganz vielen Leuten wurden die Symptome besser.
Und so wurde das halt eben auch immer bekannter, dass sich darüber sehr, sehr viel regulieren lässt. Also wenn wir unsere eigene CO2-Toleranz bewusst trainieren, führt es dazu, dass wir im Ergebnis weniger atmen. Und ich glaube, den meisten Leuten ist vollkommen klar, wenn ich zu viel esse, werde ich irgendwie dick.
Wenn ich zu viel trinke, selbst wenn es nur Wasser ist, ich rede jetzt nicht von Bier oder Wein, hat das auch schädliche Folgen, weil wir dann irgendwann beginnen, über die Niere Spurenelemente auszuschleusen. Aber wir können tatsächlich auch zu viel atmen. Und das ist etwas, was vielen Leuten einfach gar nicht bewusst ist.
Einfach zu viel atmen, wenn man jetzt quasi ganz enorm hyperventilären. Ist das jedem offensichtlich, was du da machst, ist gerade nicht gut. Aber es gibt ja eben dieses Schleichen, dieses chronische Hyperventilieren, was gar nicht so sichtbar ist. Ich habe mittlerweile schon so einen anderen Blick, beobachte manchmal auch Leute so ein bisschen und versuche sie nicht zu stalken, aber sie wirklich so anzugucken und sehe dann schon so dysfunktionale Atemmuster in dem.
Und darauf baut dieses ganze Konzept auf. Also man führt die Leute dahin, auch mit beruhigenden, wie mit eher stressbetonten Übungen dazu, ihre eigene Atmung neu auszurichten. Und das ist erstmal ein bisschen beschwerlich, muss man einfach ganz klar sagen. Also es ist ein bisschen mühevoll, es ist nicht so ein Spektakel wie Wim Hoff, wo dann irgendwie Lichtblitze irgendwie sichtbar werden und der Körper vibriert und man fühlt sich wie so eine Sprudelflasche, die zu stark geschüttelt wird.
Ja, das ist jetzt nicht so der Fall. Aber man wird im Zweifel, über eine längere Zeit, erzieht man einfach nachhaltigere Erfolge. Also bezogen auf Elemente wie jetzt Asth. Das lässt sich wunderbar damit, ich sage jetzt nicht bewusst das Wort heilen, aber halt wirklich in den Griff kriegen. Und ich habe selber mein Asthma irgendwie komplett in den Griff bekommen.
Ich habe keinerlei Allergien mehr. Ich hatte auch, mein Kryptonit war bis zum Schluss Pferdehaare. Und nachdem ich dann auch Boteco gemacht habe, haben wir uns dann in irgendeinem Frankreich-Urlaub, standen wir dann irgendwie an so einer Pferdebox und die Kinder waren ganz begeistert von diesen riesigen Polizeipferden.
Und ich habe es mir dann halt nicht nehmen lassen, als keiner hingeguckt hat und habe mich mit meinem Gesicht und den Augen an diesem Gaul halt gerieben. Das arme Pferd tut mir auch im Nachhinein leid. Um halt einfach zu sehen, okay, was passiert denn jetzt? Und es ist halt gar nichts passiert. Und ich habe mich mit offenen Augen an dem Pferd gerieben.
Und das war für mich dann so diese endgültige Bestätigung. Also es lassen sich wirklich körperliche Phänomene in den Griff kriegen.
Aber was macht die Atmung, dass Allergien weggehen?
Das ist relativ kompliziert zu erklären. Es ist einfach so, dass wir ganz, ganz viele Phänomene im Körper irgendwie halt lustreten, wenn wir zu viel atmen. Und diese Atmung, wie gesagt nochmal, sie wird in der Regel halt durch CO2 initiiert. Und wenn wir viel abatmen, also einfach generell viel atmen, atmen wir natürlich viel CO2 ab, weil wir das primär im Körper haben, zu ca.
5% der Atemluft, während das in der Luft um uns herum nur zu 0,3, 0,03 Prozent vorhanden ist. Also wir können eigentlich gar nicht so viel Luft reinsaugen, um CO2 zu haben, aber wenn wir eben viel abatmen, verlieren wir sehr, sehr viel davon. Und der Körper wird immer unempfindlich oder wird immer empfindlicher gegenüber CO2, was bedeutet, dass die Atmung immer wieder schneller initiiert wird.
Und dadurch entsteht so ein Kreislauf, dass die Leute immer mehr, immer schneller atmen und dadurch verstärken sich solche Phänomene. Und deswegen kann man halt Astma auch dadurch relativ gut in den Griff kriegen. Weil man könnte das erstmal so verstehen, dass das eine Erkrankung ist, die dazu führt, ja, also alle kennen das, ich hatte das auch, dass sich die Bronch einfach sehr stark verengen.
Und das ist auch wieder so ein Gefühl, was irgendwie Panik auslöst. Wenn ich mich jetzt dahingehend trainiere, ruhiger und weniger zu atmen, weil instinktiv die Leute erstmal nach Luft schnappen. Ja, aber das macht es ja nicht besser. Das ist ja genau das Phänomen, was das Ganze schlimmer macht. Und daher ist eigentlich auch schon im Vorfeld klar, ja, mehr Atmung ist nicht die Lösung.
Ansonsten würde ich ja in einem Astmannfall bewusst hyperventilieren. Aber ich bringe den Körper dazu, generell weniger atmen zu müssen und dadurch entspannt sich die Gefäße. Also dadurch, dass ich mehr CO2 im Körper habe, entspannt das die glatte Muskulatur in den Gefäßen und in den Bronchen. Denn die Bronchen werden im Ergebnis weiter.
Also das hat Auswirkungen auf den Blutdruck, auf die Atmung. Und viele Prozesse des Körpers werden einfach im Laufe der Zeit irgendwie ökonomischer und funktionieren besser. Und das Programm von Oxygen Advantage war zu Beginn halt eigentlich für Sportler gedacht und ist mittlerweile aber viel, viel breiter aufgestellt.
Also bezieht sich auch auf Menschen mit mentalen Problemen, also die wirklich halt an Depressionen leiden, Panikattacken. Und es gibt ganz einfache Übungen, mit denen manche Leute einfach aus Panikattacken rauskommen. Also eine meiner Klientinnen kommt mit einer ganz simplen Übung, kommt die aus ihren Panikattacken raus.
Und ich finde das phänomenal, wie einfach es manchmal ist. Und das ist genau das, was wir manchmal denken, das kann doch nicht sein, es kann nicht so einfach sein. Kannst du uns so eine Übung mal erklären? Ja, also ich kann sie auch hier so ein bisschen, für dich kann ich sie zeigen, du kannst sie jetzt sehen.
Also es sieht eigentlich ganz, ganz simpel aus. Man atmet ruhig durch die Nase ein und durch die Nase aus, weil die Nasenatmung ist schon mal das Fundament, auf dem alles aufbaut. Die Nase ist dazu gemacht, durch sie zu atmen. Man kann auch durch den Mund atmen, ist richtig. Aber die Nase hat einfach ganz, ganz viele Vorteile.
Und deswegen geht es darum. Wenn wir jetzt durch die Nase ein- und durch die Nase ausatmen und machen das zum Beispiel zwei bis drei Mal und anschließend nach dem Ausatmen, jetzt gar nicht besonders viel ausatmen, sondern ganz, ganz gewöhnlich, gar nicht manipulierend. Und nach dem Ausatmen schließen wir die Nase, der Mund ist sowieso geschlossen, und zählen drei bis fünf Sekunden ab.
In der Zeit sammelt sich so ein bisschen mehr CO2. Nach diesen drei bis fünf Sekunden öffnen wir die Nase wieder und atmen wieder, circa zwei bis drei Mal ganz ruhig durch die Nase ein und durch die Nase aus und machen dasselbe wieder. Also so ganz viele kleine, aufeinanderfolgende Atempausen. Und dadurch wird in einem ruhigen, langsamen Temp einfach immer mehr CO2 angereichert im Körper.
Und das führt eben zu dieser Weitung der Gefäße, and in geringen Maßen wirkt CO2 auch einfach wie ein Sedativum. Also we werden einfach wieder ruhiger.
Also könnte ich das zum Beispiel, when ich vor dem Auftritt nervös bin, auch machen, um einfach. Unbedingt, unbedingt.
Das ist eine sehr, sehr gute Übung. Weil this standardmittel, what we're from kennt, when you just say, Mama, Mama, I have a panicattack, was soll ich machen? Dann würde ich natürlich sagen, keine Ahnung. Das Einfachste wäre, atmen wir mal in der Tüte. Das können irgendwie gefühlt alle. Und was passiert da, wenn wir in der Tüte atmen?
Wir atmen das abgeatmete CO2 wieder ein. Und das ist genau der Effekt, der uns dann in dem Moment beruhigt. Und bei dieser Übung machen wir eigentlich nichts anderes. Also von einem Auftritt. Andere Sachen, die du machen kannst, dass du zum Beispiel auch nach der Ausatmung die Nase schließt und 10 bis 15 Schritte umhergehst.
Also je nachdem, wo du da irgendwie am Rand der Bühne stehst, ob die Räumlichkeit das hergibt. Bleibst stehen, befreist die Nase wieder, atmest ca. 10 mal ganz normal weiter und gehst wieder los und machst wieder. Nach dem Ausatmen verschließt die Nase und läufst 10 bis 15 Schritte. Und das führt dazu, dass halt mehr CO2 sich ansammeln kann, dass du insgesamt ein bisschen ruhiger wirst.
Dein Gehirn wird mit mehr Sauerstoff versorgt, weil sich die Gefäße natürlich auch zum Gehirn irgendwie weiten. Also daher ist das natürlich auch irgendwie halt etwas, was sich genauso gut für Leute ereignet, die eine Präsentation und einen Vortrag halten und dann einfach halt stark angespannt sind.
Ja, ich hatte die ganze Zeit im Kopf, ob ich das nicht mal mit Schülern vor einer Klausur oder so mache.
Es ist super. Weil ich mein, klar, wenn man jetzt einfach beobachten würde, so der nervöseste Schüler im Raum, ja, wie sieht der aus? Wie atmet der? Und das wird wahrscheinlich derjenige sein, der am schnellsten atmet oder am unruhigsten atmet. Und damit ist ja klar, das Problem ist erkannt. Oder zumindest das, jetzt könnte man auch wieder sagen, was ist Henne, was ist Ei, hat der vorher schon irgendwie so zu sehr hyperventiliert und ist deswegen nervös geworden oder umgekehrt.
Aber die Frage ist überflüssig. Es geht eigentlich darum, diese Kette irgendwo zu durchbrechen und zu sagen, ich bringe jetzt den Schüler zum Beispiel dazu oder jetzt den Musiker vor dem Auftritt, in ein ruhigeres Atemmuster zu kommen. Und sobald das passiert, werde ich auch mental ruhiger. Und wenn ich mental ruhiger werde, werde ich nicht mehr so eine hektische Atmung initiieren.
Und dann dreht sich der Kreislauf einfach zu deinen Gunsten wieder um.
Okay, spannend. Ich habe Zuschauerfragen. Die eine haben wir jetzt quasi gerade beantwortet, wie kann ich die Atmung in Stresssituationen verbessern? Die nächste war, wie kann man die Atemübung in den Alltag einbauen? Das steht zwar auch zwar bei stressigen Situationen, aber manche Dinge wie Wim Hoff sollten wir ja auch üben.
Genau. Also das ist jetzt eine Antwort, die wird nicht allen Leuten gefallen. Ich möchte aber auch ganz ehrlich sein, ich habe das jetzt den Leuten in der Ausbildung, die ich die letzten zwei Tage gegeben habe, auch echt gebetsmühlenartig immer wieder gesagt und aufs Neue wiederholt. Atemübungen lassen sich nach einer gewissen Zeit irgendwann so beiläufig mitinstallieren.
Dass ich zum Beispiel sage, ich während dem Autofahren oder während dem Hausarbeiten, wenn ich irgendwelche Verrichtungen habe, die jetzt nicht viel Geistesaktivität erfordern, mache ich das. Aber also jeder Neurologe würde mir das bestätigen, es gibt kein Multitasking. Das Gehirn kann nur eine Sache.
Und wenn wir halt multitasken, dann springen wir zwischen verschiedenen Dingen einfach nur sehr schnell hin und her. Und daher ist es so, wenn wir Eingriff auf die Atmung nehmen wollen, ist es so, ihr müsst dafür verstehen, die Atmung ist Teil des autonomen Nervensystems. Deswegen funktioniert die die ganze Nacht weiter, auch wenn wir nicht bei Bewusstsein sind.
Und deswegen, ihr versucht Zugriff zu nehmen auf ein System, das ohne euer Zutun jederzeit perfekt funktioniert. Das bedeutet natürlich auch, wenn man da Einfluss nehmen will, wenn man Veränderungen vornehmen will, muss man selber halt auf Zack sein. Das bedeutet, ein klares Bewusstsein haben. Im deutschen Sprachgebrauch gibt es keine direkte Übersetzung dafür, im Englischen spricht man von Deliberate Practice.
Also man macht etwas mit einer ganz bestimmten Intention. Ich setze mich jetzt hin und ich mache jetzt fünf Minuten Atemübungen. Also lieber fünf Minuten Atemübung machen und nichts anderes parallel, als 20 Minuten Wäsche zusammenlegen, saugen und währenddessen Atemübungen machen. Das wird nicht funktionieren.
Wir sind zwar heute oft so drauf, dass wir parallel Podcast hören wollen, denen wir jetzt circa drauf sprechen und noch das andere machen und noch Auto fahren und noch essen dabei, aber wir machen eigentlich nichts richtig davon. Und daher wirklich den Leuten irgendwie ganz klar ehrlich antworten, sich die Zeit irgendwie zu nehmen, lieber weniger als mehr, aber nichts anderes parallel zu machen.
Und es gibt mittlerweile ganz viele Apps und irgendwie aufgesprochene Videos auf YouTube. Und mittlerweile, also gerade für Oxygen Advantage kann ich jetzt echt irgendwie da eine Lanze brechen. Die haben eine neue App rausgebracht, sowohl für Apple als auch für Android, die kostenlos verfügbar ist, auf der halt einen, auf der es wirklich Unmengen von verschiedenen Übungen mit Videos erklärt und das eignet sich hervorragend, um selber irgendwie so eine eigene Praxis mit Atemübungen zu installieren.
Okay. Ich stelle erst die Frage und dann erkläre ich, woher die kommt, weil ich war am Anfang auch ein bisschen überrascht. Was ist über die Wirkung der Wimhoff-Methode bei Frauen bekannt? Hintergrund, derjenige, der mir die geschrieben hat, war jetzt auch irgendwo, wo es dann auch um Eisbaden und so ging.
Und anscheinend hat eine Frau gesagt, sie guckt da lieber nur zu, weil ihr das noch zu unerforscht ist, weil ja Frauen körperlich mit Hormonen auch andersher funktionieren als Männer.
Gäb's, also weißt du da irgendwas drüber? Ja, also grundsätzlich ist das natürlich jetzt irgendwie nicht irgendwie mein Spielfeld, muss ich ganz klar sagen. Spannend wäre es jetzt natürlich, wenn meine Frau jetzt hier wäre. Wir sitzen jetzt in ihrer Praxis und einer ihrer Praxisschwerpunkte ist eben Frauenheilkunde.
Und sie ist auch irgendwie bei mir in der gemeinsamen Arbeit natürlich mit eingebunden. Ich weiß von einer anderen Wim Hof-Trainerin, die Josefine Wozak, die ist auch mittlerweile sehr bekannt, dass die sich damit auch irgendwie beschäftigt hat und auch verschiedene Posts bei Facebook und bei Instagram gesetzt hat.
Also diejenige, die das jetzt gerne interessiert, die darf mich gerne direkt anschreiben und ich würde mich auch wirklich bemühen, für sie eine gute Antwort zu finden. Und schließe mich auch kurz mit Trainerinnen und Kollegen und eben auch mit meiner Frau und wäre halt dankbar zu wissen, worauf sie genau irgendwie abzielt.
Weil man muss natürlich dazu sagen, klar sind die weiblichen Hormone anders als bei uns Männern, aber was wir halt bei der Wimhoff-Methode machen, wir führen die Leute im Prinzip durch verschiedene Stresssituationen, sowohl bei der Atmung wie auch beim Eisbad. Und da denke ich jetzt nicht, dass da irgendwie ein spezielles frauenspezifisches Problem irgendwie gegeben ist.
Also ich muss auch dazu sagen, ja da kann ich jetzt auch wieder eine Lanze für die Frauen brechen, wir haben sehr, sehr viele Frauen in den Workshops. Man denkt auch, das ist so eine Männerdomäne, aber das ist gar nicht der Fall. Also ich würde wirklich sagen, über die hunderte von Leute, die wir irgendwie hatten, sind fast 50 Prozent Frauen.
Und ich muss auch ganz klar sagen, Frauen sind mit Abstand diejenigen, die das Eisbad viel souveräner handeln als die Männer, weil die Männer das meistens mit Power, mit Kraft irgendwie so aushalten. Und Frauen in das Eisbad meistens reingehen, also vor allen Dingen Frauen, die schon Kinder bekommen haben, die gehen rein, spüren klar diesen Schmerz, aber haben vielleicht einfach auch mal diese Erfahrung im Leben gemacht, dass Schmerz nicht nur negativ ist, dass auch Schmerz damit einhergehen kann, was Wunderschönes zu erfahren, ohne das jetzt irgendwie ernsthaft beurteilen zu können.
Ja, ich will mich da auch nicht aus dem Fenster lehnen. Aber man sieht das, die steigen da mit so einer, ja, auch ein großes Wort, aber mit so einer Anmut in das Wasser, gleiten da rein und können das irgendwie nehmen. Also die üben genau diese Fähigkeiten, diese Tugenden, Hingabe, Vertrauen loslassen.
Und die machen das und steigen da rein und es ist irgendwie, es wirkt ganz anders als bei so vielen Männern. Und deswegen ermutige ich wirklich, wirklich Frauen in die Workshops zu kommen, also nicht während der Schwangerschaft, ja, das ist eine Kontraindikation. Oder auch wenn ihr gerade irgendwie versucht, schwanger zu werden und wisst es jetzt nicht genau, ihr könnt natürlich gerne einen Test vorher machen und wenn er positive ist, dann kriegt ihr auch euer Geld zurück und ich gratuliere euch.
Aber halt in der bestehenden Schwangerschaft ist wirklich davon abzusehen.
Wie ist das mit Kindern?
Es ist so, also bei Bouteco und bei Oxygen Advantage ist es absolut erlaubt, mit Kindern das zu machen. Ich finde es auch wahnsinnig wichtig, weil die Kinder lernen, überhaupt erst mal zu lernen, also zu fokussieren. Ihren Fokus auf einem Objekt zu halten, auf der Atmung. Die Kinder lernen heutzutage in den Schulen so viel Unsinn.
Ich weiß, ich habe jetzt einen Lehrer gegenüber mir sitzen, aber ich glaube, du kannst das ganz gut nehmen.
Ich kann das sogar bestätigen.
Genau. Also die Kinder lernen halt im Ergebnis, ohne jetzt auf Inhalte einzugehen, aber halt, die lernen Inhalte, das ist eigentlich der Punkt. Aber lernen lernen, fokussieren lernen, irgendwie halt eine Ausrichtung beibehalten auf einer Sache, das wird dann nicht gezielt irgendwie unterrichtet. Man setzt das irgendwie voraus, dass die Kinder das im Prozess irgendwie lernen.
Und über Atentechniken lernen Kinder das natürlich auch. Also die lernen diese Fähigkeit, loszulassen, Ruhe zu finden, ihren Zustand zu steuern. Wie viele Kinder haben wir heutzutage, die mit dem Stress in der Schule irgendwie überfordert sind, die damit nicht mehr umgehen können? Das sind so viele.
Viele, sehr, sehr viele mittlerweile.
Und daher sehe ich natürlich diesen Umgang mit Themen wie Angst, den man über Atemtechniken lernen kann, ganz präsent in der Schule. Also einer der künftigen Instructor, der heute in der Ausbildung war bei Oxygen Advantage, der hat mich auch immer wieder gefragt, könnte ich das oder könnte ich jenes mit Schülern machen.
Und ich habe immer gesagt, ja, unbedingt. Also bring das Thema vor. Es gibt PowerPoint-Präsentationen auf einem Portal dafür, zeigt das seinem Schulleiter. Das ist eine große Sache. Bei Wim Hoff hingegen ist es wieder so, das ist ja mehr als nur Atmung. Also uns ist ausdrücklich untersagt, mit Minderjährigen Workshops zu machen.
Ich weiß natürlich inoffiziell, dass ganz viele mit ihren Kindern oder halt Kindern von Freunden und Ähnlichem bestimmte Elemente der Methode praktizieren. Also wenn man mal so ein Kind in einem Eisbad gesehen hat, ist es auch faszinierend, weil die das einfach mit so einer Unbekümmertheit nehmen. Klar, die verkrampfen auch und verspannen, aber die gehen da so natürlicher rein.
Die wollen uns da nichts beweisen oder müssen nicht irgendwie ihr Ego polieren, sondern die sind da einfach so neugierig und ja, lass mal machen, so ungefähr diese Haltung. Von daher, Eisbaden, Kaltduschen können Kinder, ganz klar, überhaupt kein Thema. Die Mindset-Komponente tut jedem Kind irgendwie nur gut.
Und zum Thema Atmung, ja, so diese offizielle Devise ist halt, dass man es begründet mit der Neuroplastizität, also dass sich das Gehirn der Kinder noch entwickelt, aber das tut es halt bei einem Erwachsenen genauso. Ob der jetzt 28 oder 48 ist, spielt keine Rolle. Also unser Gehirn ist eigentlich das ganze Leben am Wachsen und am Entwickeln.
Da ist das Argument relativ schwach. Ich gehe davon aus, es stehen einfach eher so haftungsrechtliche Gründe dahinter. Man möchte nicht, dass ein Kind im Rahmen von einem Workshop irgendwie sich übernimmt und da vielleicht irgendwas passiert. Von daher ist die Antwort: so im 1 zu 1 wird das durchaus praktiziert, aber eben nicht im Rahmen von einem offiziell ausgeschriebenen freien Workshop.
Wie sieht dein Tag aus? Stehst du auf, duscht, macht Atemübungen, gehst zur Arbeit?
Das war lange, lange Zeit so. Ich hab dir ja gesagt, dass ich aus meiner eigenen Praxis echt rausgekatapultiert bin, mittlerweile muss ich fast sagen, weil ich fühle mich da echt weit weg davon im Moment. Also ich kann wirklich sagen, in den Phasen, als es mir sehr, sehr gut ging, war das definitiv so eine ganz klare Morgenroutine.
Ich bin aufgestanden, deutlich früher als alle anderen, dass ich wirklich eine gute Stunde, bevor irgendjemand im Haus aufsteht, außer dem Hund, bin ich irgendwie aufgestanden, habe meine Atmung gemacht, habe dann im Garten irgendwie unter der Gartendusche irgendwie kalt geduscht oder je nachdem, wie die Temperaturen waren, wenn das Wasser abgedreht sein musste, in so einer Tonne oder in so einer Wanne, je nachdem, was halt verfügbar ist.
Unser Garten ist voll von solchen Geräten mittlerweile. Habe ich da mein Eisbad genommen. Auch nicht jeden Tag, weil das wird irgendwann auch zu viel des Guten. Also der Körper muss damit irgendwie auch umgehen können. Und daher ist es auch wichtig, das Ganze nicht zu übertreiben. Aber ich hatte schon eine regelmäßige Praxis und im Moment ist es eher so anlassbezogen, dass ich wirklich merke, ich habe so einen Punkt, wo ich so, wo ich echt drüber bin.
Und im Moment arbeite ich, glaube ich, auch einfach zu viel. Deswegen freue ich mich auch, dass es in zwei Tagen in Urlaub geht. Und dass ich dann eigentlich schon, fast wenn es zu spät ist, dann eigentlich dann dazu greife zu sagen, okay, ich brauche jetzt vielleicht mal eine kalte Dusche. Ich mache jetzt mal eine Atemübung.
Aber dass ich jetzt wirklich so präventiv schon im Vorfeld für mich sorge, kommt im Moment einfach zu kurz. Aber es bietet sich wirklich an, sich die Zeit zu nehmen und der Morgen ist einfach die beste Zeit dafür.
Aber deine Kinder sagen doch nicht, Papa, du bist schlecht drauf, geh mal bitte kurz kalt duschen.
Nee, aber meine Frau sagt es. Meine Frau sagt, die sagt, die sagt es knallhart. Also und auch zu Recht. Die sagt wirklich, okay, du brauchst wieder so ein bisschen mehr eigene Praxis. Und wenn wir einen Workshop geben, ist es jetzt auch so, wir sind ja noch so am Ende der Wintersaison, kann man sagen, im Winter haben wir da deutlich mehr Kurse.
Man kann sagen, so alle drei bis vier Wochen geben wir einen Workshop. Jetzt so in den Frühling und Sommerreih wird es deutlich weniger. Aber die sagt das auch währenddessen, kommt sie immer wieder mit derselben Anekdote und ich muss immer wieder irgendwie schmunzeln, aber mittlerweile kommt auch fast ein bisschen Charme dazu, dass sie sagt, dass die Methode ja eigentlich sich darin ausdrückt, dass wir im Alltag irgendwie so ein bisschen geschmeidiger werden.
Ja, und dass sie das auch immer einfach bestätigen kann, dass wenn ich eine regelmäßige eigene Praxis habe, dann bin ich weniger reizbar, ich bin nicht so dünnhäutig, ich bin einfach so ein bisschen gelassener, lache mehr über Dinge. Und das ist es eigentlich, was jeden irgendwie anspornen sollte. Ja, also das ist wirklich das oder der Benefit schlechthin.
Es ist nicht so, das Ziel ist, Leute, dass ihr irgendwie im Winter barfuß draußen rumläuft oder irgendwie weniger Klamotten braucht oder sowas, das ist nicht das Ziel. Das Ziel ist wirklich im Ergebnis, ja, ein besserer Ehemann zu sein, ein besserer Vater und all diese Dinge. Und das ist, glaube ich, irgendwie wert, sich ab und zu mal unter eine kalte Dusche zu stellen.
Was hält dich im Moment ab, morgens aufzustehen und das zu machen?
Ich habe tatsächlich eine Zeit lang jetzt relativ viel Both und Oxygen Advantage trainiert. Und dann ist es so, wenn man regelmäßig Wim Hof dazu macht, versaut man sich so ein bisschen seine Werte. Weil bei Wim Hof wird viel hyperventiliert und bei der anderen Übung, die sind kein Widerspruch per se, das ist ganz wichtig.
Ist es so, man verliert so ein bisschen das, was man sich irgendwie in der anderen Methode mühevoll aufbaut. Also beide haben ihre Existenzberechtigung. Ich versuche es immer so zu sagen, wenn das jetzt Lauftraining wäre, dann wäre die Wim-Hoff-Methode so eine kurze Intervall-Sprinteinheit und das andere Training ist eher so dieses regelmäßige Joggen, dass man einfach einfach so eine grundlegende Ausdauer aufbaut.
Also aktuell, ich habe ja vorhin auch gesprochen, es geht darum, ehrlich zu sein, bin ich einfach zu bequem und einfach zu faul. Und ja, ja, predigen wie Wasser, aber trinken fleißig Wein und das ist im Moment so ein bisschen mein Thema. Und das habe ich mir jetzt aber auch echt wirklich vorgenommen.
In der Zeit, jetzt wenn es wieder weniger Kurse kommen, weniger Workshops anstehen, es wirklich mal ein bisschen ruhiger angehen zu lassen. Meine Frau wird mich jetzt auf die Worte hin. Die wird das wahrscheinlich aufnehmen und mir immer wieder vorspielen. Und allein dafür hat sie schon gelohnt. Genau, das ist mein Ziel.
Einfach wirklich wieder so eine regelmäßige Praxis zu finden. Es einfach häufiger zu machen, weil es mir deutlich besser geht.
Wo siehst du dich in, keine Ahnung, fünf Jahren? Also wo geht dein Weg hin?
Also die Frage habe ich schon irgendwie oft gestellt bekommen und ich beantworte sie immer gleich. Ich habe keine Ahnung und es ist mir eigentlich auch nicht so wichtig. Also ich habe ja vorhin irgendwie so beschrieben, ich bin niemand, der nach so fünf Jahres-, zehn Jahres-Plänen irgendwie lebt, weil ich kenne mich auch.
Also wenn ich dir jetzt irgendwie sagen würde, in fünf Jahren will ich irgendwie nicht mehr irgendwie im Amt arbeiten oder so, das habe ich jetzt nicht vor. Aber selbst wenn ich sagen würde, wüsste ich, in der Zeit dazwischen kommen so viele Sachen von rechts und links, die ich jetzt gar nicht auf der Platte habe.
Und die bringen mich wieder irgendwie auf andere Ideen, auf neue Wege und ich will einfach offen bleiben. Also, ich mache mir eigentlich gar nicht so viele Gedanken. Es ist ganz klar, so im Moment mache ich ein bisschen zu viel. Aber insgesamt, ich genieße die Reise, weil es einfach im Moment einfach schön ist.
Okay. Gibt es irgendwas, wo du dir gewünscht hättest, dass ich dich danach frage?
Nee, tatsächlich nicht. Ich hatte auch relativ blanke Erwartungshaltung, mich mit dir zu treffen und wusste gar nicht so. Ich habe eigentlich gedacht, es würde irgendwie so mehr irgendwie, du würdest mich mehr so auf diese musikalische Schiene irgendwie ziehen und da war ich halt total gespannt, was da so kommen könnte.
Und deswegen hatte ich jetzt eigentlich das Gefühl, ich konnte relativ viel erzählen, Persönliches wie berufliches und hatte auf jeden Fall sehr, sehr viel Spaß.
Ich mache am Schluss immer eine Schnellfragerunde. Dann wären wir jetzt da. Deine schlechteste Angewohnheit. Ungeduld. Was lernst du gerade, was du noch nicht kannst?
Ich habe jetzt begonnen, eine Ausbildung zum Trance-Lehrer zu machen. Also das ist für mich so was ganz Neues. Also eben so diese Arbeit mit dem Unterbewusstsein, weil ich auch selber dazu neige, auf Dinge irgendwie mit dem Kopf zu lösen. Also mich auf so eine ganz andere Ebene einzulassen, eben auf Unterbewusstes.
Welches Buch bzw. welchen Film sollte man mal geschaut oder dann gelesen haben?
Also, ein Buch, was ich wirklich total beeindruckend fand, war die Biografie von Nelson Mandela, Der Lange Weg zur Freiheit. Weil es einfach echt ausdrückt, was auch Menschen irgendwie schaffen können, was man erdulden kann, welche persönlichen Eigenschaften man in all so einem Kampf trotzdem irgendwie aufrechterhält.
Und Film. Ich liebe den Film, die verurteilten. Und ich finde es ganz witzig, ich habe es meiner Frau gesagt, es ist der am besten bewertete Film auf IMDB.
Stimmt, den habe ich schon lange hier. Ja, schon länger nicht mehr gesehen, tatsächlich. Okay, abschließend deine privaten Wünsche und die, gut, Wünsche in die Musikerszene ist jetzt ein bisschen Quatsch bei dir wahrscheinlich, aber Wünsche in die privaten Wünsche.
Also meine privaten Wünsche sind einfach ganz klar, ich wünsche mir irgendwie einfach so ein bisschen ein bisschen mehr Zufriedenheit, einfach manchmal mehr zur Ruhe zu kommen, ja, also trotzdem irgendwie aktiv zu sein, auch da wieder diesen Widerspruch aufrechtzuerhalten, neugierig zu sein, so ein bisschen hungrig zu sein, aber nicht in so einen Lechtsten zu kommen.
Sondern auch ab und zu einfach mal sitzen zu bleiben, mal über die Schulter zurückzugucken, zu sehen, was alles schon gelaufen ist und das irgendwie auch einfach mal genießen können. Und ich hoffe, dass ich, wenn ich jetzt am Montag irgendwo in Lanzarote am Strand sitze, dass mir das dann hoffentlich gelingt.
Dann hoffe ich das auch mal, dass das alles so gut läuft und du dich mal auch entspannen kannst.
Danke dir.
Vielen Dank für das Gespräch, Patrick.
Danke dir. War sehr schön.
Das war Patrick Weih. Ich hoffe, euch hat die Folge gefallen. Ich bin sehr inspiriert danach. Ich habe jetzt wieder meine Praxis aufgenommen, des täglichen Kaltduschens. Ich atme wieder deutlich mehr und meditiere und merke die Resultate wirklich in meinem Alltag. Ich bin wesentlich ausgeglichener und stressresistenter.
Mich würde interessieren, ob ihr auch so eine Praxis habt und wie euch diese Staffel gefallen hat. Das war die letzte Folge der dritten Staffel. Schreibt mir gerne, welche eure Lieblingsfolge war, was ihr daraus mitgenommen habt, gerne über Instagram oder in die Apple-Kommentare, beziehungsweise lasst gerne auch eine Review da, wenn euch dieser Podcast gefällt.
Und dann hoffe ich, dass ihr bei der vierten Staffel auch fleißig dabei seid. Wenn ihr Vorschläge für Gäste oder Themen habt, schreibt mir diese einfach. Wenn ihr währenddessen noch mehr Folgen hören wollt, lade ich euch gerne auf Patreon ein. Den Link findet ihr in den Shownotes. Da gibt es weitere Gespräche über mentale Gesundheit, über Leadership, über die Blasmusik-Szene, zum Beispiel im Sauerland.
Also viele, viele weitere Gespräche noch zum Hören. Außerdem möchte ich auch noch auf meinen Newsletter hinweisen. Der kommt einmal im Monat. Den Link findet ihr in den Shownotes. Ich möchte mich bei Buffet Gramport und bei Lungentrainer.de bedanken für die Unterstützung dieser Folge, bei Dirk Mattes für die Musik.
Und ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal dabei seid. Ich wünsche euch eine gute Zeit. Macht's gut. Euer Andi.