On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5· Folge 111

Paul Jacot (Schwäbische Bläserphilharmonie) - Was ist dein Geheimnis?

Donnerstag, 16. Januar 2025 · 2 h 02

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Shownotes

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Paul Jacot hat Trompete bei Prof. Hannes Läubin in München studiert und 2004 abgeschlossen. 2006 beendete er noch sein Meisterklassen-Examen mit Bestnote. Aushilfstätigkeiten erfolgten u.a. beim SWR Symphonieorchester Stuttgart, dem Staatstheater Stuttgart, der Bayerischen Staatsoper München, dem Rundfunkorchester München uvm.
Seit 2006 leitet er die Jugendausbildung Musikus Wernau und die Jugendorchester der Statkapelle Wernau. Die Leitung der Stadtkapelle Wernau hat er seit 2009 inne und wirkt seitdem als Musikalischer Leiter des Gesamtvereins. 2016 wurde er zum Städtischen Musikdirektor der Stadt Wernau ernannt. Ebenfalls seit 2016 leitet er auch die Schwäbische Bläserphilharmonie Neckar-Teck. Mit beiden Orchestern ist er äußerst erfolgreich. So holte er erst dieses Jahr beim Wertungsspiel in der Höchststufe mit der Stadtkapelle Wernau den 1. Platz mit 94,8 Punkten und mit der Schwäbischen Bläserphilharmonie beim Flicorno d’Oro in der Eccellenza auch den 1. Preis mit 92,7 Punkten.

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Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Mattes

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Tatsächlich, man erkennt aber an einem einfachen Choral sehr schnell, wo es zwickt. Also man kann durchaus sagen, mal ein Choral auflegen. Ja, der macht vielleicht keinen Spaß. Aber wenn wir immer nur das machen, was Spaß macht, dann kommen wir leider nicht weiter. Wir nehmen immer die Proben auf, auch wenn das Fail auch mal noch nicht so ist, wie man möchte, dann kommt eine Aufnahme, geht's in die Gruppe, nice Abo, so war's.

Der Spiegel ist ganz wichtig und ich sag das ganz ehrlich, wenn ich dann Konzerte für mich anschaue, es gibt genügend Punkte, wo ich sage, meine Güte, Herr Schaco, das lässt mal lieber bleiben. Disziplin ist Ladegottes, wenn man upplas, egal was man machen möchte, um Fahrradfahren, Schwimmen, Musik machen, ist Disziplin Ladegottes sehr wichtig.

Oder worüber wird deiner Meinung nach in der Blasmusik Systeme zu wenig gesprochen?

Qualität?

Herzlich willkommen bei Onair, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Andy Streck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Fizionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Ein frohes neues Jahr wünsche ich noch. Ich bin wieder zurück hier im Blasmusik-Podcast nach den Weihnachtsfernen.

Ich habe mich jetzt wirklich mal gut erholt. Ich war eine Woche lang mit meiner Familie in Wien und habe ganz viel Kultur gesehen und gehört und natürlich auch eine Strauß-Ausstellung besucht. Johann Strauß feiert 200 Jahre. Es geht also direkt weiter von Anton Bruckner ins Straußjahr. Aber heute soll es nicht um Johann Strauß im Speziellen gehen, sondern natürlich um Blasmusik, beziehungsweise heute geht es eher um sinfonisches Blasorchester.

Und bevor ich meinen Gast vorstelle, wie immer der Supporter und das ist Buffy Crampon. Ihr kennt ihn aus den letzten Jahren. Und im Speziellen dieses Mal der Clarimate. Ihr spielt Klarinette und wollt lautlos üben oder sogar mit der Klarinette ganze Songs aufnehmen. Das geht mit dem Clarimate. Hochpräzise Sensoren und eine patentierte Notenerkennungstechnologie sorgen dafür, dass Blatt, Atem und Fingersatz in digitale Signale übersetzt werden.

Mit Kopfhörer dient der Clarymate also entweder als lautloses Übelgerät oder mit Computer, Tablet oder Smartphone kann man damit digitale Sounds herstellen, gestalten und somit eigene Songs, Polkas oder sogar eine ganze Sinfonie aufnehmen. Mein heutiger Gast ist Paul Schacou. Paul Schacu verfolge ich jetzt schon seit einigen Jahren und bin sehr fasziniert, was er mit seinen zwei Orchestern alles macht.

Zwei Höchststufen-Orchester und wenn er Wettbewerbe spielt, dann gewinnt er sie meistens auch. Er will es zwar nicht hören, aber wir sprechen natürlich ganz viel über seine Erfolge. Was macht er anders als die anderen? Und da kommen wir ganz schnell auf die Diskussion zwischen Motivation und Disziplin.

Ihr werdet merken, Paul ist ein sehr bodenständiger und pragmatischer Typ, der die ganze Sache sehr analytisch angeht und für einige Aha-Momente vielleicht auch bei euch sorgen wird. Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß mit Paul Jacob hier im Blasmusik-Podcast. Mein heutiger Gast hat Trompete bei Professor Hannes Leubien in München studiert und 2004 abgeschlossen.

2006 beendete er noch seinen Meisterklassen-Examen mit Bestnote. Aushilfstätigkeiten erfolgen unter anderem beim SWR Symphonieorchester Stuttgart, dem Staatstheater Stuttgart, der Bayerischen Staatsoper München, dem Rundfunkorchester München und vielen mehr. Seit 2006 leitet er die Jugendausbildung Musikus Wernau und die Jugendorchester der Stadtkapelle Wernau.

Die Leitung der Stadtkapelle hat er seit 2009 inne und wirkt seitdem als musikalischer Leiter des Gesamtvereins. 2016 wurde er zum städtischen Musikdirektor der Stadt Wernau ernannt und ebenfalls seit 2016 leitet er auch die Schwäbische Bläserphilharmonie Neckar Tech. Mit beiden Orchestern ist er äußerst erfolgreich.

So holte er es dieses Jahr beim Wertungsspielen der Höchststufe mit der Stadtkapelle den ersten Platz mit 94,8 Punkten und mit der Schwäbischen Bläserphilharmonie beim Flicorno d'Oro in der Excellenza auch den ersten Preis mit 92,7 Punkten. Ich freue mich, dass er heute hier ist und sage herzlich willkommen, Paul Schacou.

Hallo, vielen Dank für die Einladung.

Paul, welches Musikstück hast du dir als letztes bewusst mal angehört?

Gigamesh.

Okay. Dann, ja. Genau. Einfach so oder als Vorbereitung für irgendwas?

Als Vorbereitung. Ob wir das mit der Bläsenphilomonie spielen und das kam dann in die engere Auswahl und dann hat man es öfters angehört. Und wir machen es.

Okay. Was ist dir wichtiger, Motivation oder Disziplin? Beides. Beides. Die Disziplin ist eigentlich langfristiger angelegt, nachhaltiger.

Aber ohne Motivation geht es nicht. Aber übertriebene Motivation, die nicht weiterführt, ist auch dann nur ein Moment und es fehlen dann die Brücken. Und Disziplin ist Ladegottes, wenn man upper class, egal was man machen möchte, um Fahrrad fahren, schwimmen, Musik machen, ist Disziplin Ladegottes sehr wichtig.

Bist du ein sehr disziplinierter Mensch? Nein. Oh, das kam schnell.

Also privat nicht. Privat nicht. Beruflich ja. Ja. Also da mit Sicherheit. Okay.

Weißt du, warum ich die Frage stelle?

Ja, ich habe sie, glaube ich, in meinem Status drin gehabt, gell?

Genau, du hast du hattest doch jetzt so einen schönen Post und dann dachte ich, okay, dann frage ich doch mal, also was hatte ich veranlasst, das gerade nochmal zu posten?

Ja, weil es wird so viel über Motivation geredet und oft ist so dieses Disziplin steht immerhin immer so in einem schlechten Schirm. Und man kann es ja auch rumdrehen, durch sehr viel Disziplin kann man aber durchaus auch eine Motivation bekommen. Weil es nicht dementsprechend funktioniert oder man hat einen gewissen Erfolg oder auch für sich, das muss jeder dann für sich selber einordnen, was für ihn dann die Motivation ist.

Aber wir freuen uns ja immer, wenn wir zu einem gewissen Grad Erfolg haben. Erfolg ist ja immer relativ. Das kann jeder hat, dass in dem Moment Erfolg für ihn das oder dies oder jenes. Und das motiviert ihn dann weiterzumachen. Und das eine beinhaltet das andere. Und wenn man, ich sag mal, Beständigkeit haben möchte, und das wird auch in einer Stresssituation, glaube ich, dass die reine Motivation nicht reicht.

Also es muss weitergehen, es muss verankert sein. Und das verankert sein, das kommt wiederum durch Disziplin. Und da gibt es durchaus auch die Momente, und das hatte ich im Studium ja genauso, oder auch als ich Trompete gespielt habe, es ist ja nicht immer alles nur toll. Es gibt oft die Momente, wo es ja überhaupt nicht funktioniert oder wo man auch nicht den Erfolg hat, den man sich gewünscht hat.

Und dann muss man das kompensieren durch Disziplin und dann kommt wieder die Motivation, weil man ja dann wiederum was Positives erlebt hat. Also so aus dem Hintergrund raus.

Wann wurde dir das erste Mal klar, dass Disziplin vielleicht wichtiger ist als Motivation? Weil wenn ich jetzt zum Beispiel, ich bin ein Schullehrer, wenn ich meine Schüler angucke, ich kann denen das erklären, aber da überwiegt meistens trotzdem noch der Motivationsfaktor, so heute keine Lust irgendwie.

Also irgendwann muss, also da ist man ja vielleicht auch noch zu jung dafür, diese Weitsichtigkeit zu haben. Wann war für dich klar, okay, Disziplin ist wichtiger als Motivation?

Sobald ich etwas auf dem gleichen Stand wiederholt haben möchte. Wenn ich einfach, also nicht, wenn, also es ist kein Zufallsprodukt ist. Ja, ich denke, ich rede jetzt mal von Erfolg. Erfolg ist jetzt relativ, ja, aber erfolgreich geht meiner Meinung nach nur, indem ich dann auf gewisse Werkzeuge zurückgreifen kann, die ich parat habe, die in mir oder in mir verankert sind.

Und ich dann wie eine Schublade habe und sage, okay, heute habe ich den Tag oder mein Orchester gerade diese Situation und ich kann auf diese Schublade zurückgreifen. Das ging, oder das geht dann nur, aber wenn ich dann durch, ja nicht nur durch Disziplin, aber wenn ich einfach da zugreifen kann, das ist wie ein großes Bücherregal.

Ich habe da mehrere Bücher und ich kann dann schauen, ah, und ich kann das dann in einem Moment rausziehen und have then that inhaltliche, what I am in this moment brauche. But the discipline, man is another thing, it's learning. And in which man-tägg learned, baut it so. Discipline is a word where we say, But egal erfolgreich is or gut auf dem Instrument oder als Dirigent oder Sport, der hat einen Erfahrungsschatz.

Und eine gewisse Fitness in irgendeiner Art und Weise. And when man das dann vermitteln kann, dass andere vielleicht, die das noch nicht so ausgeprägt haben, das ist dann wiederum die Motivation, dass man die Leute motiviert. Aber den Weg üben kann ich ja für die Leute nicht. Ich kann sie dazu motivieren.

Ich kann den, wenn du ja über eine gewisse Hauptdreckheit oder Disziplin in der Probe dann sagen, okay, hört mal, und dann bekommen die das mit und dann, ah ja, jetzt so funktioniert es. Okay, dann muss ich mich daheim mal hinsetzen und mich da damit auseinandersetzen dann. Aber das kann ja durchaus sein, dass in der Zeit das vielleicht nicht so besonders toll motivierend ist.

Aber man kommt ja irgendwann dahin. Komplexes Thema.

Es ist ein komplexes Thema und wir kommen darauf auch nochmal zurück. Ich würde gerne trotzdem so ein bisschen deine Biografie noch schauen. Nämlich, wie kam Musik in dein Leben?

Durch das Sommerferien-Programm des musikfreien Neufen. Und da war ich dann dabei und da hat jemand Trompete gespielt und ich fand es toll. Und dann bin ich da eingestiegen.

Wie alt warst du? Acht und neun. Okay. Was hat dich fasziniert an der Trompete? Ich habe gleich was rausbekommen.

Das war motivierend. Genau. Also ich habe da nicht irgendwie dann ein paar Wochen drauf, sondern es hat irgendwie recht gut funktioniert, gleich von Anfang an. Und dann hat es geheißen, so, der, der soll das anfangen. Und dann ging das alles so sein Lauf.

Okay. Warst du damals schon ein guter Über? Oder ein fleißiger Über als Kind?

Also ich war nicht faul.

Ja.

Also faul war ich nicht. Und mein Vater hat es mal so gemacht, also immer wenn ich dann geübt habe, hat es alle auch ein bisschen Geld gegeben. Also wenn es in den Durchstrecken mal nicht so im Übel-Reichtum so groß war, dann hat er gesagt, aber er hat es immer unterstützt, ja, und es hätte mir dann schon auch Spaß gemacht, ja, muss ich sagen.

Also ich habe schon auch gern geübt. Ja. Ist schon der Fall. Also ich mache einfach gerne Musik natürlich, ja. Aber ich habe wirklich gern geübt und dann hat sich dann die eine andere Möglichkeit ergeben, da mitzuspielen und hier mitzuspielen. Und dann geht das eigentlich alles auf die Rampe, sage ich mal.

Mit welcher Musik bist du groß geworden, daheim?

Also eher tatsächlich Klassik. Mein Vater war eher so der Klassikhörer. Er hat sehr viel Orgelmusik angehört. Das fand ich jetzt nicht so, ganz normal. Ein bisschen ermüdend. Das waren noch so die Zeiten von Schallplatte und Kassette. Klassik. Ja. Wobei ich ganz klar im Musikverein groß geworden bin.

Aber ich habe schon immer gern die Klassik gehört. Ja. Also das war schon immer sehr parallel, ne, parallel Hörentwicklung.

Wann kam für dich die Entscheidung, dann zu sagen, okay, das macht mir so viel Spaß, ich will das studieren.

Ich habe dann ein, zwei Leute kennengelernt, die da schon Trompete studiert haben und ich fand das cool. Einfach cool, auch wie sie gespielt haben. Und es war dann auch so, dass mein damaliger Dirigent, der auch mein Lehrer war im Musikverein, der hat mich dann verhältnismäßig früh schon weggeschickt in die Musikschule.

Und in der Musikschule wurde ich dann schon auch weiter geschickt Richtung Musikhochschule, um dort Privatunterricht zu nehmen. Und dann ist es so eine Parallelentwicklung. Man lernt eigentlich dann Leute kennen und man ist dann im Orchester und da, und dann kommt das irgendwann, weil ich habe ja davor eine Lehre gemacht.

Ich habe Industriemechaniker davor gelernt. Weil mein Vater gesagt hat, weil ich habe schon recht früh mit dem Gedanken ein Verbindung, habe ich mich irgendwas mit Musik machen. Aber er hat dann gesagt, nee, nee, erstmal Beruf lernen. Und dann habe ich Industriemechaniker gelernt in einer großen Fabrik in Nürzingen.

Und ich habe das nicht ungern gemacht, muss ich sagen. Und bis heute noch profitiere ich sehr von dieser Erfahrung, dass ich da diese Lehre gemacht habe, weil da wird meine Disziplin schon auch groß geschrieben. Und einer großen Fabrik, da geht es darum, dass man Maße einhält und Produktionen Standards einhält.

Und das war dann, als ich angefangen habe zu studieren, war ich dann so eher derjenige, der dann halt schon morgens um 8 Uhr angefangen hat zu üben, weil aus der Fabrikzeit war das ja dann schon, da war ja mal, war man schon welche am Arbeiten, ja. Also, ja genau, es war so eine Parallelentwicklung und dann hat sich das so ergeben.

Dann habe ich, hat das Leubin vorgespielt damals.

Wie würdest du deine Studienjahre zusammenfassen? Gab es da größere Einschnitte oder lief das relativ reibungslos?

Also am Anfang lief, nee, es lief alles sehr gut, so muss man sagen. Am Anfang ging es dann sehr schnell gut, weil ich hatte ein Probespiel gemacht und dann wurde ich ja dann auch Aushilfe beim Bayerischen Rundfunk und das prägt unglaublich. Dann ist man jung und ist in diesem Kosmos auf einmal, in diesem ganzen System drin.

Und genau, und erlebt man dann auch viel. Und das war eigentlich eine tolle Sache, die ich vor allem natürlich heutzutage als Dirigent aber sehr profitiere. Dass ich aber viele, viele Aushilfstätigkeiten gemacht habe. Und ich war grundsätzlich auch sehr ganz Student. Also war eine tolle Zeit, muss ich echt sagen.

Also ich war in München und viele Jahre. Und das drumherum war auch gut. Aber muss ich jetzt sagen, ich habe da wirklich auch tolle Leute kennengelernt. Und wir haben ja dann auch Quintett gespielt, waren wir auch dann Wettbewerb ein, zwei gemacht, auch preisig gewonnen und das ganze Ding zusammen hat mich musikalisch geprägt und macht mich auch nachher zu dem, was ich auch heute bin.

Zusätzlich.

Spielst du eigentlich heute noch Trompete? Ganz wenig. Warum? Also wenn, wenn ich so deine Biografie durchlese und sehe, okay, Bestnote aushilfen in sehr renommierten Orchestern, warum spielst du nicht mehr?

Weil ich eine Allergie bekommen habe. Tatsächlich. Das war eine körperliche Geschichte. Ich habe dann aber heftig drauf reagiert, auf ein Metall. War dann auch längst in der Klinik, also wirklich viele Wochen. Und da war dann, ich war ja dann schon auch sehr im Dirigieren eigentlich schon drin. Und dann kam die Entscheidung, so, okay, vertiefen wir das eine noch zusätzlich.

Aber ich erwische mich, dass ich so den letzten Wochen wieder angefangen habe zu spielen. Und ja, es ist faszinierend. Ich meine, ich habe es wirklich ja schon welche nicht mehr gespielt, wie Dinge noch, also die Kondition ist ja nicht da. Aber ich sage mal, die Fingerfertigkeiten, die man einfach über Jahrzehnte geübt auch hat, und wie man vieles auswendig gespielt hat, ja, das ist einfach da.

Wir warten überrascht. Das heißt jetzt nicht, dass es auf dem Level ist, wo es mal war, aber das ist auch so ein, man hat ja als Student einfach unglaublich viel geübt, ja. Also vier, fünf, sechs Stunden am Tag, einfach jeden Tag, ja. Und das ist schon wie diese Schublade, man zieht es dann raus. Und diese Schublade, das motiviert dann auch, aber das gab auch, das sind wir so beim Thema Disziplin, genügend Stunden, wo man das auch nicht gern gemacht hat.

Definitiv. Ja, kann ich gut nachfühlen. Du hast gesagt, als diese Entscheidung dann kam, war das Dirigieren schon ein Teil von dir. Wie kamst du zum Dirigieren?

Burger Zufall. Also ich habe es ein bisschen in der Hochschule dann gesehen und auch ein paar Stunden mal genommen. Aber es war tatsächlich aus der Not raus, weil sie in Warnau und die Jugenddirigenten gesucht haben. Und der damalige Jugendleiter, der hat gesagt, das wäre was. Er hat dann auch, er ist der ehemalige Grundschuldirektor, Schulleiter.

Und der hat, ich glaube, schon auch, aber meine Person auch schon gesehen. Also so wie das Handling vor der Gruppe. Zumindest hat das mal so, mir dann auch mal Jahre später erzählt, ja. Und dass ich da jetzt, bin ich frei vor der Gruppe. Und das hat er halt damals schon gesehen, ja. Und dessen Sohn hat bei mir Unterricht gehabt, Trompetenunterricht.

Daher hatten wir da schon Verbindungen.

Okay. Also du warst als Trompeter sehr erfolgreich, du bist als Dirigent sehr erfolgreich. Jetzt wollen natürlich alle wissen, wie machst du das? Also welche Situation hast du in, bleiben wir mal bei Wernau 2006 vorgefunden, als du da hinkamst mit dem Jugendorchester?

Ja, ich war da völlig neu, sage ich mal. Ich musste es mir dann auch noch zusätzlich erlernen. Ja, also man kann eigentlich in der Hochschule viel sehen und machen. Aber es ist die Praxis. Also was, ich glaube, mein größter Vorteil war, dass ich mich da nicht gar nicht so groß verkopft, sondern ich habe einfach von Anfang an, ich bin reingeworfen worden in diese Situation und dann entwickelt man sich.

Und ich habe mit Sicherheit nicht so dirigiert, damals, wie ich heute dirigiere, oder wie ich oben heute leite oder wie auch immer. Das ist auch eine ganz kleine Entwicklung. But this praxis, aber jeden Tag. Und dann muss man machen. Da beginnt man auch Fehler, that is ganz wichtig. Die kommen von alleine, die muss man nicht suchen, die kommen und daraus wiederum zu lernen und sich weiter zu entwickeln.

And ich war schon da auch sehr diszipliniert. Also ich habe bis heute noch nehme ich Proben auf von mir, ich höre rein ins Audio, schaue mir Videos von mir an, schaue Videos von meinem Orchester an. Also die Reflexion ist ganz wichtig. Also man darf sich nicht nur, also das eigene Ohr ist natürlich Grundvoraussetzung für eine Veränderung, klar.

Also das steht nicht zur Debatte. Aber ich sag mal, der Sportler, der misst ja auch viel mit der Uhr und so weiter. Und wir Musiker machen ganz viel nach Gefühlen, mit allen Vorteilen natürlich, das soll an der Musik. Aber wenn wir üben, ich sage mal, das gute Beispiel ist mit dem Metronom. Viele Musiker, die spielen, naja, dann haben kein Metronom dabei.

Sobald das Metronom läuft, dann weiß man, ob das Gefühl dann passt oder nicht passt und oft passt es vielleicht nicht ganz so. Also das ist so das, was ich meine. So ein gewisses Einengen in einem Maßstab. Und die Kontrolle ist schon auch wichtig, dass man da so nochmal ein Feedback bekommt. Was da eigentlich jeder Sinfonieorchesterdirigent auch macht, wenn er CD aufnimmt, ja, dann kriegt der Kopfhörer auf und hört sich das an und sagt, oh, okay, dann machen wir es anders.

Ja, und das ist ja ganz wichtig, dass man dann nicht immer der richtige, immer nur von seinem Platz aus das richtig hört. Das ist ja eine große Fläche dann auch, ja. Und genau, also es ist aber die Praxis. Wo ich aber wirklich viele Unterstützung bekommen habe, auch von der Stadtkapelle übernahm, muss ich sagen, tolles Orchester, tolle Leute.

Wir arbeiten ja schon viele Jahre zusammen und sind da auch gemeinsam haben uns da entwickelt.

Als du die Stadtkapelle übernommen hast, war das schon ein Höchststufenorchester, wie es jetzt ist?

Nee.

Sondern?

Es war ein Oberstufenorchester. Gutes. Gutes Oberstufenorchester. Ja. Genau. Also ohne Zweifel schon, ich bin da tatsächlich auch erst der fünfte Dirigent in der über 100jährigen Geschichte von Warna. Also sehr beständig. Die Dirigenten sind alle lange dort. Das zeigt so ein gewisses Rollpol in dem Orchester und das sie auch wollen.

Also bei uns, ich sag mal, wir haben ganz wenig so dieses, was man immer wieder hört, so dieses Scharmützel oder wie man das nennen möchte, so dieses oder Grabenkämpfe oder Jung gegen Alter. Also ich kenne das so nicht. Wo Menschen sind, wo Menschen sind, Menschen, das muss man dann auch regeln, das ist gar kein Thema.

Also es wäre jetzt falsch, wenn ich sagen würde, da gibt es niemals Stress oder so. Das stimmt nicht, ja. Aber es ist ein tolles, ausgeglichenes Orchester, es ist ausgeglichen, in sich auch wohnt. Und es ist aber auch ein ganz normales Orchester, also die genauso nachfeiern, also nicht so, dass die jetzt alle nur mit dem Aktenkoffer kommen, sondern die lassen schon ganz schön krachen danach, ja.

Also, schon auch gut.

Okay. Was ist in den Jahren passiert, dass du dieses Orchester von der Oberstufe in die Höchststufe geführt hast?

Wir haben kontinuierlich daran gearbeitet. Und zwar, aber mit einer gewissen Schlagzahl mit Satzproben, verschiedene Konzerte, Literatur natürlich auch dem Schwenau angehoben. Und wir haben dann eigentlich eingeführt, die haben immer schon Wertungsspiele gemacht. Und ich habe dann damals eingeführt, dass wir jedes Jahr gehen.

Genau. Was kein Problem war für die, weil die sind eh regelmäßig gegangen. Und diese Wertungsspiele oder diese Wettbewerbe haben aber den ganz großen Vorteil, dass man so einen Zieg, einen zusätzlichen Zielpunkt hat. Und das ist so wie so ein Kanal, so wie so ein Trichter. Und es ist wie ein Probespiel von einem Instrumentalist on the point.

Das Spiel on the point. Und das hinarbeiten. Und ich finde, dass wenn ein Orchester viele Wertungsspiele macht und Wettbewerbe, das schärft einfach. Das schärft, aber auch die Musiker, die wissen, um was es dann geht. Und die üben natürlich dann auch. Und das dient ja allem.

Wenn du sagst, ihr habt die Schlagzeile ein bisschen erhöht, was auf Proben und Satzproben betrifft. Wie oft macht ihr Satzproben?

Also jetzt war, letzte Woche hatte ich jeden Abend Satzprobe als Beispiel. Trotz die. Aber du leitest auch alle du. Also ich leite nicht alle, aber viele. Also ich kann nicht alle leiten. Die treffen sich ja dann so zum Teil drei, vier Mal. Und wir haben das inzwischen so gemacht, dass die sich dann einen, die erste zweimal sich selber treffen und ich bin dann beim dritten Mal dabei.

Ja, weil wir arbeiten dann schon auch intensiv an in den Proben und ich weise dann schon in den Proben darauf hin, macht das doch bitte mal in der Satzprobe. Da ist so ein, wir haben irgendein Register, so eine gewisse Thematik. Achte mal darauf, macht das doch bitte in der Satzprobe. Und dann setzt sich damit auseinander, dann sehen wir uns ja wieder in der Probe, ah, schon besser, alles klar.

Und dann geht es so hin und her. Und das ist eigentlich so eine schöne Pendelwirkung in dem Moment. Das ist wie der Klettermax, der aber halt nach statt nach unten nach oben geht. Man pendelt sich so nach oben. Und das ist Disziplin, by the way. Und dann kommt auch die Motivation, weil sie machen, dass es immer besser wird.

Und es ist ja auch nicht so, dass es ja unendlich ist. Wir fangen ja bei jedem Projekt, also ich will nicht sagen bei null an, das ist eigentlich falsch. Aber wir haben natürlich nicht, wie ein professionelles Symphonieorchester, oder professionelle Orchester generell, wenn jemand das beruflich macht, der kann eigentlich auf viel mehr Basics zurückgreifen.

Großes Thema ist Internation zum Beispiel. Wo ich versuche, sehr viel Wert drauf zu legen. Das muss man halt immer wieder aufs Neue dann erlernen. Und wieder, ah ja, stimmt, okay, und dann geht man auch wieder. Also daher ist das natürlich dann auch schon auch viel Arbeit für jeden Einzelnen. Aber durch diese regelmäßige Satzproben oder Blechproben oder Holzproben, Gesandtholzproben, Blechproben, guckt man dann auch so in einen guten Ritt rein.

Und dann geht das alles auch seinen Weg tatsächlich auch. Und zwar eigentlich auf recht unaufgeregte Art dann.

Wer macht für dich dann die Satzproben?

Meine Registerführer, meine Solobläser. Das machen die selber.

Okay. Und wie kriegt man die Motivation da rein, diese Disziplin überhaupt aufzubauen? Also ich weiß nicht, ob jedes Orchester das mitmachen würde, wenn ich sage, okay, wir führen das jetzt ein, dass wir also immer mal drei Satzproben für jedes Konzertprojekt vorschieben.

Ja. Ja, ich gebe dir recht, das macht nicht, auf keinen Fall macht es jedoch jedes Orchester. Ich kann das nicht sagen. Ich glaube, ich war auch schon bei anderen Orchestern, da hat es eigentlich nicht geklappt. Daher weiß ich das eigentlich auch. Manchmal passt es dann auch nicht. Und in Manau und in der Blazer Philharmonie ist es so, dass da sind wir auf einer menschlichen Ebene, wo es einfach wirklich super passt.

Und wir das auf eine ganz unkomplizierte Art und Weise geregelt bekommen. Und die kommen dann schon auf mich zu und sagen, ja, die haben da eine Probe und hier und dann machen sie das. Und ob ich nicht da und da zähle. Es ist tatsächlich eher so, dass ich dann sagen muss, oh, schauen wir, dass wir das irgendwie alles runterkriegen.

Ich meine, wenn wir mal überlegen, wir haben jetzt mit Werner des Sounds of Rock kommen Donnerstag. Jetzt die Woche davor haben wir einen Probetag gehabt, da haben wir aber für das Konzert im Dezember dann geprobt. Und in dieser Woche hatte ich dann jeden Abend eine Satzprobe. Und da davor hatten die sich aber auch schon ein, zweimal getrunken.

Natürlich auch nicht jedes Register, ja. Aber ich habe da einfach tolle Leute, die da vorne sitzen und einfach dann auch wissen, wie sie ihre Sätze so abholen können. Und dann auch mir ein Feedback geben und so. Also es ist schon ein tolles Arbeiten. Also das Klima, es ist ein kameradschaftliches Arbeitsklima.

Das beinhaltet alles. Also ich bin auch derjenige, der danach genauso auch ein Bier trinkt. Ich möchte da auch nachpassen, aber ich erwarte schon in der Probe, dass dann gearbeitet wird. Aber es ist so, dass die ja das auch wollen. Also es wäre komisch, wenn der PowerShark Pulse aber mal nicht mehr machen würde, wenn die sich sozusagen, was ist mit dem los?

So auf die Art. Klar, in der Blazer Philharmonie ist alles, was ich jetzt eigentlich sage, nochmal, sagen wir, hat mehr Drehzahl. Ja, klar, weil es ist einfach ein Auswahlorchester, das hat nochmal einen anderen Hintergrund. Und ich habe ja auch in Warnau auch ganz junge Spieler und würde ich auch, ich finde das toll, ich habe aber fünf, sechs, sieben Leute, die sind über 60 und die machen das Pencil dann auch mit und sind dabei und eine tolle Bandbreite.

Auch gesellschaftlich, finde ich super.

Ich habe ungefähr eine Stunde vor dem Gespräch nochmal auf Instagram eine Umfrage gemacht für Zuschauerfragen. Da kam, ich habe ein bisschen Angst gehabt, dass es, weil es so eine Stunde vorher ist, gar nichts kommt. Es kamen sehr viele, tatsächlich. Und eine Frage passt da ganz gut rein. Was ist eine optimale Anzahl an Konzerten pro Jahr, würdest du sagen?

Oh, interessante Frage. Da muss ich schon nachdenken. Darfst du? Ich denke, es hängt davon ab, wie oft das Programm gewechselt wird. Ich würde mir zum Beispiel mit der Schwäbischen Bläserphilharmonie ein oder zwei Konzerte mehr wünschen, immer pro, ich sage es mal, Arbeitsphase. Wir haben immer zwei Konzerte im Jahr, also im Frühjahr eins und im Herbst eins.

Und es geht aber, wenn wir ein unabhängiges Orchester, wir sind eigentlich kein Verband und nichts, wir sind ja auch selbstfinanzierend, geht es einfach nicht von den finanziellen Mitteln. Ich habe dann gesagt, wir spielen in keiner Turnhalle, aber wir spielen dafür dann in einer Stadthalle oder in der Stadthalle in Nuttingen oder Forum Esslingen, das sind gerade so unsere zwei Hallen.

Und die kosten natürlich auch Geld. Und wir können uns dann halt nicht nochmal so eine Halle leisten. Wenn wir aber, das ist aus dem Grund eigentlich schade, weil wir schon auch, sagen wir, auch tolle Programme spielen, umfangreiche Programme, sehr unterschiedliche Programme. Wir arbeiten die uns in zwei Wochenenden und dann haben wir ein Konzert.

Und es würde uns alle gut tun, wenn wir das zwei, dreimal spielen könnten. Weil, also alles, was man also hört, also auf YouTube und so, das ist halt an dem Konzert, das war's, fertig. Und wenn man das normal spielen kann, es gibt ja auch dann Selbstbewusstsein oder nochmal Sicherheit, ah, was Fate und Chiefgang ist, war ich beim zweiten Mal besser und beim dritten Mal dann super.

Und dann, das fördert auch natürlich auch, ich sag mal, das Menschliche und da kommt alles zusammen. Also es ist schon immer ein Ritt auf der Kanonenkugel, ein Konzert, zack, das war's.

Und ihr habt zwei Probenwochenenden nur dafür.

Genau.

Okay.

Freitagabend und dann kommt er bis Sonntag, 12 Uhr. Dann haben wir noch, ich mache dann noch eine Blechprobe und eine Holzprobe zwischendurch. Ja. Und das war's. Und dieses eine Konzert. Und so haben wir uns ja dann auch für Riva vorbereitet. Wir hatten dann dann, eigentlich habe ich dann das Region for Future War habe ich dann zweimal gespielt.

Zweimal in einem Programm. Also ich sage jetzt mal Herbst und Frühling habe ich es zweimal eingebaut. Sodass wir es wirklich zweimal spielen. Ja, ist immer ziemlich sportlich.

Okay. Lass uns trotzdem erstmal nochmal bei der Stadtkapelle bleiben, weil das ja ein Musikverein ist und der ja nochmal anders funktioniert als die Blaser-Philharmonie. Wie viele Konzerte macht ihr da?

Da haben wir zwei. Wir haben eins im Frühjahr und eins an Weihnachten. Also Frühjahrskonzert und Weihnachtskonzert. Und zwischendurch haben wir verschiedene Projekte, wie zum Beispiel Sounds of Rock, jetzt mit Rockband und mit zwei Sängern. Wir haben aber auch schon Musical-Aufführungen gemacht, also mit der Grundschule.

Wir haben so einen tollen alten Graben bei uns unter der Bühne, also richtig schön. Und dann haben wir da die Grundschule mit drin gehabt und Chöre und sehr umfangreich. Das geht eine ganze Woche dann. Und da haben wir dann zwei Aufführungen. Aber wir haben da genauso unsere zwei, drei, vier Festauftritte.

Und dann kommt dann das Wertungsspiel. Wir haben dann meistens noch ein Wertungsspiel. Wir schauen, dass wir das dann mit einer Umgebung, wenn wir gehen wir dann nach Bayern, dann machen wir da auch quasi einen Vereinsausflug dazu noch. Wenn es diese Musikfeste gibt oder so.

Ja.

Ja. Und das war es dann eigentlich so. Wir haben noch ein großes Maultaschenfest, das selber spielen wir nicht. Aber das ist dann auch gerade über drei Tage, also Freitagaufbau und Samstag und Sonntag. Und ja, dann hat man dann schon auch sagen. Wir haben noch ein Jugendkonzert. Also für den Verein selber hat man eigentlich so kontinuierlich eigentlich schon Termine.

Wir haben ja dann auch den einen anderen Termin für die Stadt. Und aber ich glaube schon, dass es, um nochmal auf die Frage zurückzukommen, also wenn man so ein Programm hat und man kann das ein, zwei, drei Mal spielen, das ist mit Sicherheit super.

Ja. Das glaube ich auch. Ich habe mir auch schon immer überlegt, was wir machen können, um das Konzert halt nochmal zu spielen, weil es halt auch einfach zu schade ist für den Aufwand, den man da betreibt. Also ich weiß nicht, wie viele Proben habt ihr dann für so ein neues Programm? Pi mal Down. In Mörna?

Ja, wir fangen halt im Januar an und dann ist Mitte April das Konzert und dann proben aber auch in den Ferien durch. Also es gibt ein, zwei Termine, wo wir wissen, da sind die im Ali Mulaub, da machen wir nichts. Wir haben dann im Frühjahr noch ein Probenwochenende und im Herbst haben wir aber kein Proboni, sondern einen Probetag.

Genau. Wir fahren dann das einmal weg dann. Und ja, katholisch, also fast nicht Hochburg. Also da gibt es dann auch die eine oder andere Woche, da braucht man dann nicht Proben.

Jetzt glaubst du, dass du aus jedem Orchester solche Erfolge langfristig rausholen kannst?

Nein. Weil es ist eine Zusammenarbeit. Und nicht jedes Orchester möchte es ja auch so handhaben. Also die Motivation, das ist immer ein Thema Motivation, warum die Orchester sich treffen, ist ja sehr unterschiedlich. Und muss ja auch gar nicht sein. Nicht jeder möchte einfach die dritte Satzprobe haben und nicht jeder möchte auf dem Niveau spielen.

Also ich halte es auch für gar nicht nötig, weil es ist ja Amateurmusik auch. Und die Amateurmusik ist ja für alle da. Und die einen machen es halt so und die anderen machen es so. Das finde ich wertfrei. Und ich finde aber, es gibt wirklich hervorragende Dirigenten, die sich in der Mittelstufe da so etablieren, ja, und das so toll machen.

Und auch mit ganz schwierigen Situationen natürlich auch. Also, ich sage, man hat eine Posaune und vielleicht noch ein altes S-Hom, so auf die Art. Und also gut, wir haben jetzt in Manner, ist bei uns auch nicht immer alles golden besetzt. Das ist ja eigentlich auch nicht der Fall. Also wir haben da auch unsere Dallen und Dellen.

Aber ich sag mal, es ist einfach ein großes Spektrum. Und da gibt es tolle Leute. Also Hut ab.

Eine Frage war auch, wie du mit Besetzungsproblemen umgehst.

Naja, so richtig große Besetzungsprobleme habe ich jetzt nicht. So wirklich ganz groß, ja. Aber ich habe zum Beispiel auch keine S-Klanette innen. Ich besetze auch keine. Und wenn ich einen Kontrabass brauche, dann hole ich mir einen Kontrabass, ja, oder eine Harfe. Und was ich dazu hole, ist in Englisch schon, das haben wir keins.

Und sonst habe ich eigentlich das soweit besetzt. Klar, wenn jemand mal dann krank wird, ja, und dann hole ich da eine Aushilfe, sodass es, dass die Position besetzt ist. Oder ja, so in der Art. Ich muss zugeben, ich habe jetzt da nicht die großen Schwierigkeiten. Klar, wenn ein Verein nur eine Posaune hat und man braucht aber drei oder vier, ist schon schwierig.

Klar.

Wenn ich jetzt zum Hospitieren kommen würde und würde sagen, ich würde gerne bei dir dirigieren, Lernen, Führung von einem Orchester. Was ist so deine Grundsatzphilosophie?

Für Transparenz sorgen im Orchester. Also ich meine meine Klangvorstellung ist eher tatsächlich schlank. Also ich komme aber aus der Klassik, ich mag das. Ich höre auch hauptsächlich Klassik und Partituren Studium und so. Finde Oper sehr interessant und auch die verschiedenen Klangarten von Oper zum Sinfonieorchester zum Beispiel.

Und was mich sehr geprägt hat vor einigen Jahren, war, ich habe ein italienisches Orchester gehört, und zwar beim Fli Corno. Das hat auch damals gewonnen. Und ich hatte es mir angehört und habe gedacht, wow, es hat nichts Matschiges, es hat nichts zu arg voluminös, wobei ich das schon auch mag, das ist voluminös, ja, aber es ist einfach sehr transparent, sehr dicht gespielt und einfach hervorragend artikuliert.

Was mir dann wiederum aus der Classic auch entgegenkommt. Und das habe ich dann die letzten Jahre sehr vertieft und immer konnten und nicht da reingegangen. Und das ist das, was ich meine mit Transparenz. Also schauen, was würde ich in der Partitur anschauen und dass man das rausheard. Das raushört, was man sieht.

Und eigentlich dann Balance, also Thema. But ich glaube, es ist einfach so wichtig, dass man eine rhythmische Transparenz have and a balanctransparency. And then we have the interpretation so anzulegen and immer wiederkehrend anzulegen, so dass man sie erkennt. And that man seine eigene Handschrift hat.

And this is what I mean with Transparency. Musikalisch bearbeiten kann. Und dass man Überblick hat, das ist ja das Wichtige. Ich brauche einen Überblick. Und dass ich weiss, das ist jetzt zu viel in der Balance, das ist zu wenig. Und damit kriegt man dann so wie so ein stürmisches Meer, ganz viele Wellen.

Und dann kann man das anfangen, mal glatt zu ziehen, das Ganze. Das hat nichts mit der Dynamik zu tun. Load and Leise, das ist das andere. Aber wir haben so viele, oft so viele Wellen drin. Und das ist stürmisch und machen. Und man erkennt die Strukturen nicht. Ich muss aber zugeben, ich bin kein großer Fan von diesem großen, weichen, runden Klang, wo alles da so reinmischt.

Das ist nicht so meins, muss ich zugeben. Ich bin einer, der versucht eher, dass man die einzelnen Punkte raushört. Manchmal zum Leidwesen einer Musiker, weil sie müssen eigentlich dann nicht genauer spielen, das ist jetzt kein Vergleich, aber sie müssen aber dann, wenn alles offen ist und offen auch offen dargelegt wird, muss man einfach daher genauer spielen.

Das ist auch ein bisschen so, wenn man das am Anfang beginnt, diese Art, ist es nicht immer erfolgreich. Also es gab schon Momente, wo ich dann gemacht habe, hätte ich das mehr geglettert und mehr in eine Wolke reingezogen, wäre das Ergebnis besser gewesen. Aber ich habe einen Lernprozess. Also es funktioniert auch nicht auf einmal.

Und das ist so die Entwicklung der letzten, sagen wir mal, sechs, sieben, acht, neun Jahre, haben wir in der schwäbischen Bässeflügel angefangen. Ich habe ja davor das Kreisjugend Blasorchester gehabt, wo wir auch für den Jugendorchester auch sehr erfolgreich waren. Und da muss ich das eigentlich mehr machen, weil ich hatte dann ja junge Spieler, ja, und da muss man manchmal ein bisschen mehr kaschieren, was funktioniert.

Aber es ist nicht ganz normal ein Ding. Transparenz.

Okay. Was erwartest du in einer Probe bei deiner Stadtkapelle anders als bei der Bläser Philharmonie?

Also in der Bläser Philharmonie, da wir einfach so wenig Zeit haben, brauchen wir das Material muss geübt sein. Es muss schon da sein. Technisch mit Sicherheit nicht bei 100%, aber ich brauche halt die 90% brauche ich. Und das Probetempo is so hoch, wir probieren dann auch 9-10 Stunden a da ich nicht the sight on every kind of time to kümmer.

And ich möchte es auch nicht. And in manner is also, we say. uns jede Woche und da möchte ich zumindest sehen, dass alle sind dabei. Und weil man sich ja jede Woche sieht, kriegt man auch viel mehr mit, der hat einen guten Tag, einen schlechten Tag, da ist familiär was passiert oder ein Geschäft war das und so.

Kinder, Krankheit, das spielt alles mit rein. In der Blasenphänomonie natürlich auch. Da gibt es genauso die menschliche Komponente, aber das schneidet viel komprimierter. Und wenn die Leute gar keine Zeit haben oder irgendwas Schreckliches passiert, dann spielen sie ja sowieso nicht mit. Also dann sagen sie, ich mache Pause jetzt für dieses Halbjahr, das geht nicht.

Egal, aus welchem Grund. Und in Warna ist es ja auch wichtig, dass die Leute trotzdem in die Probe kommen und sagen, jetzt kann ich mal zwei, zweieinhalb Stunden einfach das vergessen, was vielleicht drumherum war. Und dann machen wir das zusammen. Und es gibt ja immer so die Phasen, man macht so die ersten zwei Proben, drei Proben, das braucht und dann zieht es wieder an, okay.

Und vielleicht muss man da auch mal ein bisschen nachheim und sagen, hey Leute, wir sind noch nicht ganz da, wo es hinkört, wir müssen es ein bisschen mehr mal einen nächsten Gang einlegen. Und dann wissen die schon, okay, es geht in die nächste Stufe rein. Also es sind einfach zwei unterschiedliche Dinge.

Es ist ein Unterschied, ob man sich halt dann als Projekt trifft oder wirklich.

Wie gut sind deine, also vor allen Dingen deine wöchentlichen Proben vorbereitet? Meine eigenen? Also ich oder mal die von dem Musikern? Von deinem, also von deiner Seite aus.

Also ich bereite mich gut vor. Aber ich, man muss aufpassen, dass man sich nicht nur vorbereitet und dann nicht mehr zu mir das falsche Wort, aber dann nur noch diese eine Vorstellung hat. Und manchmal ist es auch so, dass das Orchester vielleicht auch anders reagiert, als man es gedacht hat, oder es anders klingt, als man es gedacht hat.

Und dann muss man einfach Dinge ändern. Oder es tut sich ein Spieler doch oder Spielerin doch schwerer bei der Stelle. Oder der Satz. Oder wie auch immer. Oder okay, das klingende Eduhr bereitet doch mehr Leuten Probleme als gedacht. Klar bei der schwäbischen Blazerphilomonie, da ist einfach, das sind komplexe Stücke.

Das muss in den Kopf rein. Ich fange recht früh an und dann lege ich es weg. Und dann schaue ich es nochmal rein. Und in den Arbeitsphasen selber schaue ich dann eigentlich nicht mehr rein. Also ich bin jetzt nicht derjenige, der vom Konzept dann nochmal da drei Stunden reinschaut. Das mache ich nicht.

Sondern das ist dann schon im Kopf dann drin. Was ich dann mache, ist aber die zum Beispiel Aufnahmen anhören. Das ist ja einfach ein guter Spiegel dann auch nochmal.

Also eigene Aufnahmen.

Also genau, von den Proben. Naja, wir nehmen immer die Proben auf. Das mache ich immer noch. Ja. Und auch wenn das Fail auch mal noch nicht so ist, wie man möchte, dann kommt eine Aufnahme, geht es in die Gruppe.

Nice auch, so war's. Du schickst sie dann auch ans Orchester.

Immer. Immer.

Es gibt ja zwei Lager von Dirigenten, die einen sagen, einspielen ist mir total wichtig mit dem Orchester. Und dann gibt es ja die, die sagen, nee, einspielen des Einspielens willen oder möchte ich nicht, das Orchester muss vorbereitet sein, dann gehen wir gleich in die Literatur. Wie handhabst du das?

Ganz unterschiedlich. Ich mache die Sinfonie Warmaps, ich muss es gerade anliegen, wenn die sind. Die habe ich schon so viele Jahre, ich weiß es nicht mehr. Gab's nicht. Die finde ich klasse. Und ich mache auch ganz normale Tonladern. Und ich bin absolut überzeugt davon. Weil wenn man Instrumentalisten anschaut, die machen die Bindübung und machen sie Tonladung.

Ich bin, muss ich zugeben, nicht so der abgefahrene Typ. Ich bin generell einfach eher ein Handwerker. Also ich bin jetzt auch nicht der Überdirigent. Ich bin einfach ein Handwerker. Ich arbeite und das kontinuierlich. Und es gibt stellenweise nichts besseres als eine Tonleiter. Und wir nehmen eine einfache Tonal, wo niemand nachdenken muss und die können alle zuhören.

Genau.

Und auf das Einfachste reduzieren. Sehen wir in der Balance, spielen wir gleich, wie artikulieren wir. Wir können verschiedene Rhythmen drunter legen. Und wenn ich klingend Edu, Dur und so Tonarten spielen muss, dann übe ich die dann auch. Und das ist wunderbar. Ja, und kurz und schmerzlos. Und danach habe ich auch alles sofort im Stiefel.

Und da wird dann auch nicht brauchen wir nicht viel reden. Es hört jeder selber, ob er richtig oder falsch gespielt hat. Und wie gesagt, diese Einspielung, die finde ich gut. Gibt es unterschiedliche Tonarten, unterschiedliche Stilistik. Die finde ich schön und die benutze ich auch immer zum Einspielen.

Auch dann am Konzert, Quatsch, Entschuldigung, am Wertungsspiel oder im Wettbewerb, die sind nur zwei, drei Zeilen fertig. Und ich hole dann die Leute ab, der fühlen die sich wohl. Und das ist so, ich mache auch während einem Bertungsspiel oder Wettbewerb mache ich nichts anders. Einfach das, was wir am Alltag machen, machen wir da auch.

Völlig unaufgeregt. Und das Einspielen, da kann man dann, wie das Memorizing, das ist einfach dann da, das Gefühl ist da, wie fühlt sie an, dann haben sie auch einen Vergleich. Wie ist das so, wie fühle ich mich dann, wenn ich nicht aufgeregt bin, Robe? Ja, und wie fühle ich mich da? Und dann kommt man so ein bisschen in nach Hause wieder, auf die Art, und dann drücken wir es ab.

Hast du manchmal Erfolgsdruck? Also du wirst ja sehr erfolgreich in deinem Tun. Hast du manchmal Angst, dass das irgendwann oder Erfolgsdruck im Sinne von, boah, das muss jetzt wieder so gut werden und wenn nicht, dann kommen Zweifel oder so?

Nee, ganz klar, nein. Was ich aber möchte, ist, dass wir so gut spielen, wie wir können. Und ob das dann als gut oder als sehr gut angenommen wird, das entscheiden andere. Ich arbeite aber nur und ich bin dann sehr zufrieden mit dem Orchester oder auch nicht. Und was jetzt bisher ganz selten der Fall war.

Wir haben das immer so hinbekommen, wie wir es am Schluss wollten. Auch mir natürlich Dingen, wo wir wussten, ah, müssen wir schauen. Kann sein, dass das vielleicht nicht so gut funktioniert heute. Aber Erfolgsdruck in dem Sinne, es gibt ja keine Garantie. Das ist wie ein Konzert. Wenn einer mal einen schlechten Tag hat, klar, ich muss gut dirigieren.

Also das steht nicht zur Debatte. Also ich muss einfach 100% dirigieren. Das erwarte ich von mir selber.

Hast du eigentlich Dirigieren nochmal studiert?

Nee. Ich profitiere einfach von den vielen Aussichtstätigkeiten. Ich habe auch mit Lori Marcel gespielt und Zubin Meta. Also im Nachhinein, wenn ich dann sehe, was die machen, ja, verstehe ich ja vieles, viel mehr. Und auch, ich habe ja viele in der württemberischen Philharmonie und Rolling ja ausgeholfen, sehr viele unterschiedliche Dirigenten.

Und man profitiert einfach davon, weil man einfach auf der anderen Seite ist. Man profitiert auch sehr, wenn man im Zuschauerraum ist. Man hört dann. Es ist für mich dann so die Erfahrung gewesen, dass ich meine Klangvorstellung und die Art und Weise, wie wir spielen und die Artikulation, ist nicht das, was wir am Pult hören.

Wir spielen für den Saal. Und ich sage immer wieder den Musikern, es ist völlig egal, wie es jetzt gerade bei euch da im Pult klingt. 40 Meter weiter hinten, hat es genau einen richtigen Tacker. Und nicht irgendwie, es kommt hinten verschwommen an. Aber erfolgst so, jeder möchte gut natürlich dann performen.

Aber ich schlafe deswegen nicht schlecht.

Ist dir die Meinung von anderen aus unwichtig? Bist du da frei von? Weil du sagst, du bist Handwerker, ich weiß, ich mache einfach das und dann gucken wir mal, was rauskommt.

Also, also ich schätze sehr die Meinung von meinen Orchestern. Und auch von meinen Solobläsern. Konzertmeisterin, Konzertmeister, Soloflöte und so weiter. Das sind alles intelligente, tolle Leute. Also rei un. Also mich das nicht nur die zwei vorhin mal anpassen. Aber wenn einer auf mir zukommt und sagt, wir haben da Probleme, wir müssen das, können wir das nicht irgendwie anders dann um die Ecke bringen oder irgendwie deichseln, dann habe da ein großes Vertrauen in meine Musiker.

Auch wenn es am Anfang nicht klappt. Wenn ich merke, sie arbeiten und sie sind dran, dann muss es für mich auch nicht am Anfang gleich perfekt sein, überhaupt nicht. Und das ist was ganz wichtig. Man muss Vertrauen haben in seinen Musikern, Musikerinnen, dass sich etwas entwickeln kann. Und klar, manchmal dauert es vielleicht auch ein bisschen länger, als man das selber möchte.

Da muss man sich dann eine Geduld üben. Klar, wenn man mag, weil die nicht auf Zack sind, schon seit ein paar Wochen, dann geht es eigentlich nicht. Aber muss da ein Vertrauen haben in den Musiker. Ich selber muss zugeben, ich bin nicht allzu groß irgendwie in anderen Dingen tätig. Also ich habe wenig Kontakt, muss ich zugeben, zu anderen Leuten.

Ich bin ja auch in keinem Verband tätig oder so. Ich habe auch wirklich genug mit meinem eigenen Orchestern zu tun. Ich bin jetzt auch nicht immer derjenige, der die Äpfel vom Nachbarn vergleicht. Es wird immer meiner Meinung nach viel zu viel über den anderen geredet und in der Zeit vergisst man oft den eigenen Garten zu gießen.

Glaubst du, dass das ein bisschen ein Vorteil ist, dass du gar nicht so viel Kontakte zu dieser ganzen Blasmusik wählt und zu diesen ganzen anderen so intensiv hast, wie das vielleicht andere haben?

Weiß ich nicht. Ich hab's ja nicht. Ich kenn's. Ich habe halt, ich finde es toll, was andere da machen. Also wenn jemand auf mich zukommt und mir eine Meinung wissen möchte oder irgendwie, dann bin ich da total offen. Aber ich biete mich jetzt da nirgends an. Also ich bin, ich sehe meinen Platz vorne im Pult bei meinen Orchestern.

Macht mir sehr viel Spaß. Und da bin ich dann auch beschäftigt.

Du hast gesagt, man muss Vertrauen haben und Geduld. Mit was würde ich dich aus der Reserve locken können, dass du nicht mehr geduldig bist.

Wenn man nicht diszipliniert ist in der Probe. Das mag ich nicht. Also wenn so viel geredet wird oder wenn es immer der gleich ist, der zu spät kommt. Dann gibt es einen Rüffel. Vielleicht vom Orchester, aber auch mal unter vier Augen. Weil ich finde es aber unnötig, wenn jemand immer die eine Minute zu spät kommt, immer, dann kann er doch auch die eine Minute auch früher kommen.

Und vor allem wenn man dann schon spielt. Das sind so ja. Und ich mag es nicht, also ich bin schon einer, der auch dann mit Humor an die Sache geht. Also im Amateur Orchester ist es auch wichtig, dass man eine Prise Humor drin hat. Dass man auch selber, ich bin sofort, wenn ich mich für dirigere in der Probe, ich bin sofort einer der sagt, ich war's.

Wollt man gar nicht vergessen, nochmal. Ich finde es wichtig, im professionellen Orchester ist er mit Humor ein bisschen schwieriger und da muss man eher Spaß haben mit umgehen. Die machen das jeden Tag, die wollen ja keinen Kaschper da vorne, sage ich es mal. Aber die Leute, die eigentlich im Amateurbereich, die wollen ja schon auch eine gewisse Motivation, dass sie auch wiederkommen.

Und das sind ja viele Dinge. Es ist ja Musik und Verein. Also wir haben die Musik, wir haben den Verein und das sind ja verschiedene Komponenten, die da miteinander spielen. Aber wenn wir dann arbeiten, möchte ich nicht, dass dann geredet wird. Also ich möchte aber das dann wirklich, weil ich muss ja für alle die gleiche Möglichkeit haben, dass sie die Informationen, die ich ja dann sage, auch mitbekommen.

Ja.

Und wenn man sich dann sechs, sieben Mal wiederholt, und ich habe aber auch ein zu hohes Probetempo. Ich spreche ab, ich sage dann gleich, was ich geändert haben möchte und dann geht es gleich wieder weiter. Wie gehst du mit Handys in der Probe um, wenn wir jetzt schon bei solchen Sachen sind? Ja, warum nicht?

Wenn es nicht das Maß übersteigt, also ich sage dann, ich sehe es so. Wenn ein Schlagzeuger hinten eine halbe Stunde nichts zu tun hat, und das könnte bei der Trompeten genauso sein, ja, was ich aber dann sage, ist, Leute, das gilt jetzt für alle. Alle machen da sein. Genau. Also ich sage dann schon, wenn es dann zu viel wird.

Aber ich muss ja sagen, die sind verhältnismäßig fix. Also und jetzt kann ja jeder sagen, oh, das geht ja gar nicht. Ich mach's halt so, irgendwie geht es dann doch. Und muss jeder auch ganz klar sich selber handhaben. Da gibt es keine Regel in dem.

Also ich finde ja auch, solange die mit einem halben Ohr dabei sind und rechtzeitig da sind, werden sie spielen müssen. Weil ich kann das ja auch verstehen, dann setzt man da so eine Vettelstüte rum. Also es ist halt leider Zeitgeist mittlerweile, dass wir alle dann zu so einem Ding greifen. Aber solange man mit einem halben Ohr da ist und dann ich nicht erst nochmal abreißen muss, weil dann doch irgendwie drei Trompeten gepennt haben, weil sie noch weiter datteln, dann finde ich das persönlich jetzt auch nicht schlimm.

Genau, also die wissen aber, dass sie auf Zack sein müssen eigentlich. Und ich warte auch jetzt, ich warte dann deswegen auch nicht. Ich sage manchmal, wenn es dann ganz lange mal sei, oh, ein Trompeten, Entschuldigung, ich störe gerade, wir müssen jetzt spielen. Ja, und dann, aber das ist dann auch wieder so eine kleine Prise Humor.

Das funktioniert bei uns, das muss aber jeder für sich selber wissen.

Was würdest du jetzt Dirigierneuling raten? Was sind so, oder was würdest du heute nicht mehr so machen, was du in deiner Anfangszeit gemacht hast?

Komplexe Sache. Also wenn man anfängt zu dirigieren, versucht man natürlich alles zu dirigieren und alles zu zeigen und in dem Moment zeigt man dann halt eigentlich nichts. Also ich würde auf jeden Fall immer alle empfehlen, immer sich aufzunehmen. Aufzunehmen, auch aufzunehmen, was man sagt. Ganz wichtig.

Ich bin einer, der auch gerne aus dem Direkard rausgeht oder der dann Linien zeigt und so. Das habe ich dann auch. Ich habe das dann zum Teil auch gemacht, schon früher, aber eigentlich nicht, wie soll ich sagen, nicht überzeugend. Nicht überzeugt davon, dass es nicht musikalisch eigentlich. It has schon gepasst, wenn man das Bild anschaut, but it was not by me drinks.

And also when I just my promo strategy, I make in the wheel, that the Leute zuhören. That's grundsätzing. We have the problem that we aren't for us, also not, sort of the music arbeited for us, vielleicht im Satz. And we have this malgleist, nature phrasieren wir anders, but oft is so when unser, and this is when you have a Ball and there wires diesen Ball and the Ball verlässt seine Hand, ist er ja immer noch am Ball.

Er schaut den Ball zu. And er schaut vor allem, wo der Ball aufkommt. Oder der nächste Spieler den Ball hat. Und das machen wir zu wenig. Und da lege ich sehr viel Wert drauf, dass mir zu. Ich zeige das dann auch in der Probe. Ich zeige dann immer auf die Register, die jetzt in dem Moment auch dann wichtig sind.

Und dann beginnt es mit dieser Transparenz. Ich muss eigentlich dann einen Raum schaffen, eine Klangbalance, sodass man das dann auch hört. Das heißt, wir müssen es wieder glätten. Wenn ich da laut Wellen habe, dann höre ich das in dem Moment. Weil vielleicht gerade das Instrument gerade in dem Tal drin is.

Und wenn man das schafft as junge Dirigent, dann ist man ein ganz großer Schritt weiter. Und zuhören. Einfach wirklich zuhören. Ich sehe oft, dass die Leute nicht zuhören. Das ist jetzt mal für mich unabhängig, wenn man mit dem Kopf immer in der Partitur drin ist. Man kann auch in einem Kopf in der Partitour drin haben und trotzdem zuhören.

Aber man macht sich dann so viele Gedanken in eine Partitur, schreibt vielleicht noch 500.000 Sachen rein, dann hört man nicht mehr zu. Und ein Orchester ist so individuell in dem Moment. Und es geht darum, dann auch diese Transparenz zu schaffen. Und es geht nur durchs Zuhören. Und diese Figuren zueinander spielen, Übergaben.

Das ist aber, wer Digital Concert Hall von der Berliner anschaut, ja, ich meine, sie machen es einem vor und die zeigen das auch. Man sieht das ganz ehrlich. Klar, die Streicher haben einen Vorteil, die können sich drehen, Bogenbewegung sieht man, auch klar Vorteile auch gegenüber so einem Blasorchester.

Man hat eigentlich eine visuelle Artikulation, man sieht es, Konzeptmeister und so weiter. Sie können sich gegenseitig noch mehr anschauen, aber das fehlt uns, dass man wegkommt aus seiner eigenen Position. Sondern man spielt, kleine Hennen sind links, drüben sind die Saxophone. Habe ich den Klang, habe ich den Klang wirklich gerade im Ohr?

Wenn ich das schaffe, dann habe ich auch die Balance. Und dann geht es eigentlich dann weiter, aber mit Intonation. Intonation ist ein großes Thema.

Machst du Intonation nicht logischerweise auch am Stück, das ist klar, aber machst du auch nochmal separat Übungen dazu am Anfang der Probe? Ein bisschen.

Ich mache ein, zwei Übungen, aber auch nicht jedes Mal. Das kann sein, ich mache ja auch sechs Wochen nicht. Wenn wir uns einspielen, also ich arbeite ganz viel aber mit dem 1, 3, 5, ja. Und da muss ich sagen, das hat sich jetzt auch dann entwickelt, vor allem in Warnau in den letzten, ich sag mal, zehn Jahren, dass ich aber sagen kann, okay, die 1, die 5, die 3 und die wissen dann, okay, was sie machen müssen in dem Moment.

Aber dann ist aber meine Aufgabe, und das ist eigentlich so ein Punkt, die Dreiecke, die Quadrate oder auszumiren, okay, wir haben jetzt die fünf, dritte kleine Horn, Saxophon. Und das ist aber eine Sache, die maßgeblich da beiträgt, dass ich da eine Klangbalance habe. Nicht nur eine Dynamikbalance, sondern eine Klangbalance.

Wir haben aber was wollen, wir haben lauter Aerophone, und wir müssen schauen, dass wir da die verschiedenen Klangfarben gut in den Griff kriegen. Und wenn man das schafft, dann kriegt man da auch mal so einen anderen Klang hin. Und die hören dann auch zu, die sind toll, die Leute sind toll. Wenn die sich das dann auch reinschreiben, ja, aufs Altsax-Shon, ich bewundere das total, dass die dann auch, ganz ehrlich, also die hocken da neun Stunden da drin sind so ein Probetag, ja, und die sind bis zum Schluss wirklich auf Zack.

Und schreiben sich es dann rein und hören und wollen, die wollen. Und das ist einfach die Motivation. Und dann kommt halt die Disziplin und kommt wieder die Motivation. Also es hängt immer wieder zusammen, ja. Und ich muss das selber dafür auch brennen. Also ja klar, ich kann davon eigentlich nicht, ich glaube, das ist auch was wichtiges, man muss beobachten und Aktivist sein.

Man zündet und es trotzdem auch Feuerwehrmann. Also man muss da immer das Rad muss sich drehen, ja, und im Grunde muss man drehen und aber immer so ein bisschen an der Bremse sein, ja, weil sonst auch ein bisschen seine eigene Fläche verbrennt. Aber im Amateurorchester ist schon wichtig, dass man die Power bringt.

Das ist im Berufsorchester was anderes zum Teil, ja, wobei die sich auch freuen, wenn da jemand von der Energie hat und so, ja. Aber wir müssen aber im Amateurorchester die Leute aber nochmal anders abholen aus dem Alltag. Und wir darf man vergessen, die musikalische Bildung, das ist jetzt völlig wertfrei, ist auch anders.

Ich arbeite auch überhaupt nicht mit irgendwelchen musikalischen Bildungen, Null. Ich sage es nicht, hier machen wir mehr an Dante und mehr kürzer, breiter, lauter, leiser. Weniger, mehr. Balance, das sage ich nicht viel. In Nation, ja. Aber ich, ja, wie gesagt, ich handele das ganz easy. Simple.

Was muss deine, also du sagst, gerade im Laienorchester, man muss natürlich da vorne brennen, das ist klar, man muss die Leute abholen, aber wie viel muss vom Dirigent kommen und wie viel kommt vom Orchester oder sollte vom Orchester kommen? Also ich muss als Dirigent eine Erwartungshaltung haben.

Das ist wichtig. Ich darf da vorne, also es hängt davon ab, was das Orchester haben möchte. Ja, also nehmen wir jetzt mal als Beispiel, die Bläser Philharmonie hat auch eine klare Erwartungshandlung auch mir gegenüber. Die kommen da, ja, und die erwarten, dass es läuft vorne. Nicht, dass sich da rumeiert.

Es ist schwer zu beantworten. Es hängt so ein bisschen von der Chemie vom Orchester ab. Es hängt auch davon ab, es ist auch ein bisschen so ein Zufallsprodukt. Wenn man einfach dann 10, 15 Leute drin hat im Orchester, die auch brennen, dann gibt es so Kettenreaktionen, ja, im positiven Sinne. Und wenn man vorne dann so ein bisschen zündelt, ja, dann geht es seinen Weg.

Also ich bin schon einer, der schon schiebt. Klar, schon auch verbunden mit einer Erwartungshaltung. Aber dann macht man es halt nochmal. Und komm, und nochmal. Und wenn ein Orchester das nicht möchte, dann hat man vorne auch verloren. Also ich denke, es ist so eine gewisse Grundsympathie, die muss von Anfang an vorhanden sein.

Ich vergleiche das mal mit einer Beziehung, beziehungsweise nicht mit einer Beziehung. Wenn zwei Menschen sich aber nicht riechen können, dann kann der eine noch dafür brennen für den anderen. Der andere wird das nicht wollen.

Ja.

Und ich glaube, das ist im Orchester. Man braucht so eine Grundsympathie, und dann vertieft sich das Ganze und es entwickelt sich. Es ist ja auch ein Vertrauen. Das ist ja was ganz Wichtiges. Ich vertraue den Banauer. Und die vertrauen auch mit Sicherheit mir. Und genauso ist es mit der Schwäbischen Bläserphilharmonie.

Wenn man da ja auch so komplexe Werke spielt wie die SB, dann müssen die sich ja auch mehr verlassen können. Auch ganz wichtig, ja, im Auftritt. Das bringt ja nichts, wenn man da Nerven liegen lässt.

Was glaubst du, ist wichtiger? Gut zu proben oder gut zu dirigieren?

Beides. Wenn man ein dementsprechendes Orchester hat, was das Dirigat sehr gut abnehmen kann, dann brauche ich auch weniger reden. Ja, weil ich das dann zeige und dann machen sie es auch. Und dann habe ich schon Zeit gespart. Wenn ich aber angenommen komplexe Themen, weil sie es einfach nicht wissen, und das ist nicht böse gemacht, sie wissen es aber nicht im Moment, dann muss ich das erklären.

Dann kann ich das nicht im Gregat zeigen. Also in Nation, wer drei, der fünf, wer da einen Durchgang hat oder sieben oder so, das muss ich erklären. Das ist gutes Proben, das ist gutes Erklären. Das ist auch methode, didaktische, das ist aber auch Pädagogik in dem Moment. Das ist ja eine Aufklärung in Anführungszeichen.

Über eine Sache, wo man vielleicht in dem Moment klanglich völliges Chaos gehabt hat. Da sind wir beim Thema Transparenz, was ich am Anfang gesagt habe. Aufräumen. Das ist das Wichtige. Man muss aufräumen. Ich glaube, das Händchen dazu, das ist zwischen gut proben und dirigieren, das ist dann, das muss jeder für sich selber herausfinden.

So. Also ich glaube auch, dass man, ich bin kein großer Fan von diesem, man dirigiert in diesem Stil. Man dirigiert so. Man dirigiert dies, man erkennt ziemlich schnell, wer von wem irgendwie kommt. Ja, jeder dirigiert anders. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass man, ich schaue bis heute noch sehr viele Dirigenten an.

Also gerade im Symphonieorchester. Die Ajan Matjak, hier, unsere Chefin von der Württemberg Philharmonie. Tolle Dirigentin, finde ich. Und hat wirklich auch Energie. Eine positive Energie, ja. Aber auch da nimmt man auch Sachen mit, wo man sagt, okay, das mache ich weit anders. Also man kopiert es ja nicht in dem Moment.

Aber es gibt es wichtig, dass man das so ein bisschen vergleicht. Das ist toll. Aufpassen. Das sind ein paar Sachen, die ein, das muss jetzt nicht bei der Frau Matjak sein, aber es kann ja bei jemand anderem sein. Man sagt, das gefällt an der, dann schauen, ob man das selber auch vielleicht macht. Also der Spiegel ist ganz wichtig.

Und ich sage das ganz ehrlich, wenn ich dann Konzertefilme anschaue, es gibt genügend Punkte, wo ich sage, meine Güte, Herr Jacob, das lässt man lieber bleiben.

Wo nimmst du die Zeit, dir immer diese ganzen Aufnahmen auch anzuhören? Also, es ist ja auch eine Zeitfrage, sich eine zwei-stunden Probe nochmal anzugucken und dann wieder vorzubereiten.

Ja, gut, ich bin vom Beruf her Dirigent. Es ist mein Anspruch, this is meine Disziplin. Und wenn ich da diszipliniert bin und ich dann wieder Impulse geben kann ins Orchester, gibt es dem Orchester auch wieder Motivation für die nächste Disziplin. Ja, mein Meinung schon auch ein bisschen knapp die Zeit.

Das gebe ich schon zu. Aber es ist nicht so, dass ich jetzt ja 24 Stunden am Tag nur höre. Also so ist nicht.

Wie sehen deine Partituren aus, weil du vorhin noch gesagt hast, ja, es gibt viele, die schreiben es dann immer so tausend Sachen rein. Sind die eher sauber strukturiert? Schreibst du gar nichts rein? Oder bist du auch ein Fehlschreiber, kannst du es aber ausblenden, dann im entscheidenden Moment?

Also ich suche nur rein. Also meine Partitionen sind nicht schön eingerichtet. Also wichtige Taktwechsel, so die schreibe ich mir schon rein. Vor allem, also Out of Earth von Wesby und so, die man da geht schon, heißt die Taktwechsel, die markiere ich mir groß, um dann gegebenenfalls, es geht darum, wenn doch mal was sein sollte, dass ich das sofort erkenne, wo muss ich denn jetzt schon einhaken.

Und nicht, dass ich das schon suchen muss. Es geht eher um einen visuellen Ankerpunkt. Vieles macht man dann eh aus dem Gedächtnis. Man liest es dann trotzdem mit, aber man weiß, also es bringt nichts, und das ist auch so ein Tipp für die Jugendlichen, es bringt nichts, wenn man nicht weiß, was in der nächsten Seite dran ist.

Ein gutes Beispiel, wenn man ein komplexes Werk, man schlägt es auf, eigentlich soll man sofort wissen, was es für eine Stelle ist und welches Tempo. Und dann hat man es auch im Kopf. Und dann schlage ich klar, so eine Auto-Durch auf, jetzt bin ich dick. Und das ist dann auch für mich so ein, ich mache das dann schon, so am Ende von Weilern schlage ich mal auf, ah ja, okay, da sind wir da.

Ich schlage das nächste, dann halt 20 Seiten später, okay. Wenn ich das nicht kann, dann weiß ich, ich habe es nicht im Kopf. Und ich schreibe mir schon die Akkorde rein. Das mache ich festmäßig viel. Dass wenn ich dann irgendwas habe, ich nicht dann suchen muss und dann erstmal rumrechnen muss und so, ja, also kleine Sachen gehen immer.

Aber ich habe, also wenn ich viel drinstehen habe, dann sind es Akkorde. Dass ich dann weiß, okay, hier da und da und da links und da hinten und so, und dass ich da sofort die Verbindung habe. So dass ich da keine Zeit verliere, genau. Das ist sehr zeitsparend.

Bist du jemand beim Vorbereiten, der sich ans Klavier setzt, oder machst du das einfach nur am Notentext und vielleicht eine Aufnahme oder so?

Also ab und zu drücke ich mal einen Akkord, wo ich dann mir völlig unsicher bin. Wo ich dann auch nicht weiß. Meine Frau spielt ja Harvey, studiere Harvinistin, ja, und Schuhmusik. Und sie hat eigentlich dann nochmal einen anderen Hintergrund. Ich komme aus Melodie, bin schon mal in einem Bereich. Sie kommt ja aus dem Akkord, Akkorde, und dann kommt schon mal vor seiner, sag mal, was ist auch das?

Also manchmal muss man es auch nicht groß erklären, es ist dann einfach ein Klang, ja, und dann kann man sich irgendwie ausrechnen. Aber es ist einfach wichtig zu wissen, was im Grunde genommen dann da liegt. Und um dann die dementsprechende Transparenz rauszubekommen. Und auch in Nationen dann. Es ist einfach so eine Sache.

Also in Nationen, das ist so schwer. Ich bewundere die Leute, die da ja da sich da reinfuchsen. Und klar, ich mache das jetzt ja schon irgendwie quasi mein ganzes Leben. Und es entwickelt sich auch. Also ich höre mit Sicherheit deutlich besser als vor 15 Jahren. Weil ich glaube auch weiß, worauf ich hören muss.

Und das, ich glaube, das habe ich am Anfang als Dirigent auch nicht. Also das ist jetzt mal um die paar Fragen vorher. Das habe ich, man weiß noch nicht so richtig, auf was man hören muss. Und um da, man hat so einen großen Teig und man hat den in der Hand und dann, okay, was mache ich jetzt damit? Kleine Portion, große Portion, viel zu kleine Unterteilung.

Also das ist dann so ein bisschen die Berufserfahrung dann, ja.

Wenn man langen Orchester hat, so wie du, läuft man ja vielleicht auch die Gefahr, immer wieder das gleiche zu sagen, weil halt die Fehler dann doch immer die gleichen sind. Aber ab welchem Punkt kommst du dir dann vielleicht manchmal redundant vor? Oder glaubst du, das gibt es gar nicht, weil es ist schon wichtig, einfach immer wieder dann darauf den Finger zu legen?

Das Problem ist ja, dass diese Probleme ja immer, es sind ja wiederkehrend. Und es hilft ja nichts. Es bringt ja nichts zu sagen. Ja, das habe ich leider schon 20 Mal gesagt. Also, es ist einfach de facto so, ja. Also, da sind wir beim Thema In Nation. Das wird uns immer begleiten. Und da muss man einfach penetrant darauf beharren, dass man da corrigiert.

Und versuchen, dass die Musiker aber nicht nur einen File reinmachen. This had also erlebt, yeah, dass die Musiker dann noch einen File machen, dann spielen sie tiefer, aber sie hören nicht zu. And this is so ich bin schon bemerkt, dass man nicht zeigt, also we spielen einen According, der einfach nicht schimpft sein, okay?

Spielen wir dann nochmal, dann gleich das aus. Okay, and then spielen wir dann nochmal, aber when jeder so spielen, wie es halt dann liegt. That he's hurt. And then jeder alle to balance and auszugleichen. And then machen sie wieder accorder, dann war man so quasi einrastet. Und das wird nicht aufhören.

Das ist unser Alltag. Also da muss man dranbleiben. Und dann sagt man es halt, also es ist ja so, dass natürlich sage ich das immer wieder, aber es sind ja andere Stücke. Wir spielen ja, wir haben jetzt ja kein Repertoire, wir machen ja nicht zweite Brahms zum 500. Mal, ja, sondern wir haben immer neue Stücke.

Das heißt, ich sage gleich das gleiche, aber im anderen Zusammenhang. Vielleicht ist es dann geil so mit der Gewichtung, dass Paolo Jaco dann immer wieder das gleiche sagt. Weil man ist ja abgelenkt, weil man ja vielleicht ein anderes Stück spielt, ja, in dem Moment. Und wenn einem dann doch ein gutes Konzept gelingt oder ein gutes Wertungsspiel oder wie auch immer, dann sagen die nicht, das finden sie wohl doof.

Das bringt uns ja überhaupt nichts.

Wäre jetzt auch komisch dann, ja. Ich habe noch ein paar Zuschauerfragen. Was war dein intensivster Moment beim Dirigieren?

Mein intensivster Moment. Kann ich nicht sagen. Es sind so viele Momente. Also ich freue mich unglaublich, wenn wir einen Übergang haben. Und es stimmt gut. Und wir gehen in irgendeinen Akkord, wo man sagt, gut. Wenn sie alle mitziehen, also in der Frasierung und wenn man wartet, das ist auch die große Kunst, dass man wartet, dass man nicht zu schnell reinplumpst in ihr Eins, ja, und so.

Da muss ich sagen, das machen die inzwischen echt toll, dass die warten. Dass man da frassiert und dann Spannung aufbaut. Da habe ich ganz viele intensive Momente. Ich habe ganz viele tolle Erlebnisse. Also ich kann die gar halt aufzählen. Es sind einfach zu viele.

Du hast ja vorhin schon gesagt, du benutzt einfache Sprache. Es kam noch eine Frage, ich weiß nicht, ob du die näher ausführen kannst. Ich will sie zumindestens gestellt haben. Wie kann man komplexe Themen einfach rüberbringen?

Nehmen wir sie einfach darstellt. Also und auch nicht sagt, oh, das ist eine ganz schwere Stelle. Und ich erzähle die euch jetzt ganz einfach, dann ist gar kein Problem. Also einfach anfangen und aufbauen, wenn es um Rakotter geht, aufbauen. Und beim Rhythmus, also ich bin schon auch einer, der mal hinten eine Kummel mitlaufen lässt.

Oder vorne auch mal eine Cowbell hat und einfach das mal, einfach einen Ping hat, ja, und einfach, dass es mal läuft, dass sie das hören. Weil da sind wir beim Thema, ja, Metronom ist aber eine ganz klare Vorgabe. Und wenn einer das halt nicht mit dem Metronom übt und dann ungefähr, dann wie hat der Sprinter, der sagt, also ich glaube, heute bin ich 10 Sekunden gelaufen.

Und dann stellt sich raus, es sind 15. Das ist eigentlich sehr subjektiv, ja.

Was ist dein Lieblingskomponist? Maer, Gustav Mahler. Okay. Und welcher Komponist, beziehungsweise welches Stück in der Blasmusik wird deiner Meinung nach unterschätzt?

Ach, das sind so viele. Aber ich glaube, ein Stück, was jeder kennt, Rossroy zum Beispiel. Oder. Oder ich fährst mal auch nicht ein. Wie heißt manches Maist gespielt? Ich glaube, von Jakob De Hahn. Mir fällt es gerade leider nicht ein. Ich glaube, in der Mittelstufe. Und es besteht nur aus typischen Duarkorden.

Und jeder spielt es dann. Und das ist ein gutes Beispiel. Da kann man so toll dran arbeiten und da kann man so toll sein Orchester auch. Das muss ja nicht dann am Schluss alles stimmen, überhaupt nicht. Aber aber da, wenn da aber nicht drauf geachtet wird, das ist aber schon schade. Und da, das ist so ein Beispiel, ja.

Wie schaffst du es jetzt gerade bei der Stadtkapelle, ihr habt ein Frühjahrskonzert, ihr habt ein Weihnachtskonzert und jetzt habt ihr kurz vorher nochmal so eine Projektnummer mit Band. Das ist ja stilistisch und wie spiele ich nochmal zwei verschiedene Dinge. Also mit einer Band muss ich anders spielen, als wenn ich ein symphonisches Werk spiele.

Wie kriegst du die in dieser kurzen Zeit stilistisch dahin, dass es ziemlich authentisch klingt? Das wird natürlich nie, also komplett funktionieren, ist klar, aber es sollte ja trotzdem nach einer Pop-Sache jetzt zum Beispiel klingen.

Also ich ändere die Artikulation auch. Also ich lasse sie dann schon auch sehr knackig spielen dann. Und ich habe auch denen auch gesagt, wir müssen hier kein symbolisches Blasorchester in diesem Moment. Sondern es muss alles in der Box sein. Muss ich vorstellen, wenn die Band neu auf Klick spielt. Und dadurch, man muss auch sagen, dass die Orchester sind ja zu einem gewissen Grad auch flexibel.

Also das machen sie echt gut. Ich glaube, das kann man auch sagen. Also ich bin, also Marsch also, das können die aber auch sehr gut, ja. Aber wir sind mit Sicherheit keine Polka, wir sind keine Polka-Orchester. Das liegt uns jetzt nicht so. Man könnte eigentlich sagen, das könnte man so. Also es ist nicht so, dass wir keine Polkas spielen, ja, im Zelt.

Wir haben da auch unsere 567 Polkas, ja. Aber wir sind jetzt keine ausgewiesene Polka-Band. Aber alles andere, das sind die schon sehr, also wenn ich Druck brauche, dann bringen die auch Druck. Also, das machen die dann schon, ja. Also die machen wir schon auch so ein bisschen selber inzwischen, ja. Das ist so eine Nummer, okay.

Man muss man dann vielleicht nochmal ein bisschen nachschaufen. Also es geht aber schon grundsätzlich schon in die richtige Richtung dann. Die würden jetzt, also wir machen eine armenische Tänze gerade derzeit, ja, die würden eigentlich niemals den Robby Williams wie die armenische Tänze spielen. Also da wird jetzt würden die auch selber das korrigieren, die von allein.

Du hast am Anfang von Werkzeugen gesprochen, von deinen Schubladen. Hast du ein oder zwei Werkzeugtipps für Dirigenten, die jetzt sagen, okay, ich habe ein Mittelstufenorchester und ich will auch mal so erfolgreich in meiner Stufe. Das muss ja nicht gleich Höchststufe, wie du schon sagst, weil auch da kann man ja 80 Punkte haben oder 90 Punkte.

Ist ja ein Unterschied. Hast du da irgendwas?

Also hinhören, das Allerwichtigste. Hinhören. Wenn jetzt jemand da jetzt nicht ganz so drin ist, also neu, ja, verschiedene Aufnahmen anhören von dem gleichen Stück. Da gibt es an YouTube eine große Menge. Und da dann auch für sich rausfinden, das gefällt mir, das gefällt mir nicht. Und dann durchaus immer vergleichen, dann sein eigenes Orchester anhören und sagen, okay.

Und dann aufnehmen. Aufnehmen. Am Anfang Schachport ist auch nicht immer noch zu 100% da zu sein. Und dann geht einem da was raus und so, aber ich kann das im Nachhinein dann anhören und da reicht auch manchmal wirklich eine Handy-Aufnahme. Da muss man nicht immer, klar, wir haben jetzt mehr Equipment, aber ist ja auch gewachsen, muss man auch dazu sagen.

Und zuhören. Lautstärke is auch so ein Thema. Also man muss in einem Satz not unbedingt alle gleich loud spielen. When er nicht in der Balance is. Also es hängt so ein bisschen ab, what man for individuelle Spieler. And they say, Speak bitte leiser. Also, man is often a bit zuvorsichtig. Man verkündelt sich dann und dann statt man sagt, du möchte ich so nicht, speel bitte leiser.

Also man ja funny. Ich sage immer wieder, ich habe früher mal zum anderen gesagt, ich werde dafür bezahlt, dass ich das euch sage. Ist ja der Fall. Es gibt einen Grund, warum ich da vorne stehe. Man soll ja nicht reingehen mit der Mached, das bringt ja nichts. Also, wenn ich ja nur einen Henker wäre oder mit einer Machede unterwegs wäre, dann würde ja keiner zu mir kommen, as beispiel.

Also weder SB noch Werner. Die kommen ja alle freiwillig. Da wird ja keiner hingetragen und eingespot. Aber das sind so Sachen, also Lautstärke, da kann man so viel erreichen, wenn ein Orchester so in der Balance spielt. Und tatsächlich, man erkennt aber an einem einfachen Choral sehr schnell, wo es zwickt.

Also man kann durchaus auch mal ein Choral auflegen. Ja, der macht vielleicht keinen Spaß, aber wenn wir immer nur das machen, was Spaß macht, dann kommen wir leider nicht weiter. Das ist definitiv der Fall.

Du hast zwar vorhin gesagt, du bist jetzt nicht so im Austausch mit anderen in der Blasmusik-Szene, aber was oder worüber wird deiner Meinung nach in der Blasmusik-Szene zu wenig gesprochen?

Über Qualität. Und über gesellschaftliche Veränderungen.

Und ich meine jetzt nicht Qualität im Sinne von alle müssen wunderbar spielen. Qualität kann ja auch Erscheinungsbild sein. Also wie Gebe ich mich als Verein? Wie bin ich in der Öffentlichkeit? Es florieren diese Videos, wo irgendjemand eine Trommel kaputt macht oder eine Klarinette ins Feuer geworfen wird oder und ich muss zugeben, ich verstehe es nicht.

Ich kann es nicht nachvollziehen. Und ich halte es auch für unnötig. Ich finde schon auch viele Videos auch witzig und das ist alles auch in Ordnung. Und es ist Hobby und nicht jeder geht in die Probe, weil er jetzt zwei Stunden nur Trompete spielen möchte. Oder egal was. Verstehe ich. Aber wir haben einfach das Problem, ich sage ganz bewusst, wir haben aber das Problem, dass die Blasmusik horizontal ein furchtbares Image hat.

Und das ist eigentlich schade. Aber wir tun dieses Feuer oft schön nachschieben. Feuern. Also wir legen da genügend Holz hinterher. Ich werde jetzt nicht sagen, ich finde es ganz furchtbar, wie der eine oder andere. Das muss jeder selber auch, aber das ist so für mich als Gesamtding. Und ich bin auch in meinem Orchester, also mit Mann, ja, sind wir auch im Musikfest und da sind wir auch in Bierzeit.

Ich finde das alles wunderbar. Und da sind wir auf der Bank, gar kein Thema. Aber es ist so, man muss nicht immer alles zeigen. Ich glaube, das ist so ein Punkt. Wenn da ein paar mal drüber nachdenken würden, ja. Weil irgendwie kämpfen wir alle auch mit fehlender Jugend und Nachwuchs. Und das macht es vielleicht auch nicht immer leichter.

Klar, im Schmeckmantel von einer Großstadt ist nochmal anders von Vereinen, als ich sage mal, auch völlig auf dem Land, ja. Oder im Süden, tiefen Süden, wie auch immer. Also gar nicht werdend. Das ist aber unterschiedliche Konstellationen. Und wenn ich jetzt, ich muss jetzt lügen, in Warna haben wir, glaube ich, 120 Vereine auf 13.000, 14.000 Einwohner, sowas.

Also ich meine, da wird es halt dann dünn. Und da muss man halt dementsprechend geben. Und dann, jetzt zum Beispiel in Warna, und da muss man schon auch Qualität zeigen. Sonst kommen die Leute aber nicht. Also das ist so ein bisschen so der Punkt, wo ich manchmal denke, ja, das ist eigentlich so eine tolle Sache, man kann da so viele Leute so viel Glück bereiten.

Also sowohl die Musikerinnen und Musiker als auch die Zuhörer, ja, also es ist auch toll. Also man kann es für alle ja was da. Es kann eine Unterstufe sein, es kann eine Jugendkabelle sein, es kann eine Bläserklasse sein, ja. Ich profitiere sehr auf, ich meine, ich habe ja auch die Jugendorchester in Mann, ich habe auch lange die Bäserklasse gemacht, jetzt seit ein, zwei Jahren nicht mehr.

Ich finde es toll, aber ich mag eigentlich schon da auch, da gibt es ja auch Veränderungen, ja, aber bei der Jugend. Und ja, also ich glaube, man muss nicht immer alles. Natürlich kann man jetzt sagen, ja, der Jacob, der soll es jetzt mal locker machen und so, ja, ja klar, der Höchststufe und so. Ja, kann man denken, man kann aber weiter alles posten und alles zeigen.

Aber es ist schon so, dass ich denke, so, man muss dann immer alles zeigen. Zum Austausch, ja, also ich muss euch zugeben, ich habe ja schon auch Kontakt zu ein, zwei, drei Leuten, so ist es nicht. Also nicht so, dass ich mit da Mauer drum rumbaue. Nein, nein, so habe ich das nicht verstanden, aber ich weiß, was du meinst halt, ja.

Naja, aber also ich bin einer, der sich eigentlich ganz schlecht vernetzt. Das muss ich zugeben. Ich kenne Leute, die sind unglaublich vernetzt und jeder kennt jeden und die sind auf jedem anderen Konzert und sind auf jedem Lehrgang und geben da einen Lehrgang. Ich bin da einfach nicht so aktiv, weil ich habe aber auch nicht die Zeit.

Also, klar, wenn jemand zu mir kommt und möchte mal, ich habe ja auch immer wieder auch Leute, die tatsächlich bei mir in der Probe drin sitzen und einfach schauen, was ich da mache. Also herzliche Einladung, es darf jeder gerne kommen, ja, oder auch die Region drin nehmen, kein Problem, ja. Aber ich habe auch nicht die Zeit, auf jedes Blasorchester-Konzert zu rennen.

Das mache ich nicht.

Du hast noch gemeint, gesellschaftlicher Wandel. Was meinst du damit?

Wenn man auch in den Schulen so redet, du bist das selber auch im Schuldienst. Die Musik hat ein großes Problem. Und zwar, da sind wir beim Thema Motivation und Disziplin. Und wenn wir jetzt mal, meine zwei Jungs, die spielen Fußball und sie spielen auch Schlagzeug. Beide. Ich sage mal, kicken tun sie alle.

Wenn die Fußball spielen, also ich meine jetzt alle, also wenn man es jetzt Thema Fußball nimmt, ja, alle kicken, also man stellt immer ein paar Leute auf das Feld und die werden den Ball hinterher, das machen ganz viele und ist auch gut. Ich finde es auch wichtig, dass die Leute da sich auch bewegen.

Das ist ja auch nicht ganz so immer der Fall, weil man ja durchaus auch noch mehr mit dem Handy dann sich da befasst und vielleicht auch aus dem Haus nicht rauskommt. In einer größeren Stadt umso mehr noch wichtiger. Aber das Problem ist einfach, es gibt halt einen Unterschied zwischen Kicken und wenn ich Fußball spiele.

Und wenn die Fußball spielen, tun ja die wenigsten. Also hochklassig Fußball, da wird es ja auch wieder ganz dünn. Und das Problem ist aber, bei uns und Musik ist genau das gleiche. Und wir kommen aber nicht zum Kicken, weil das Problem ist, wir spielen ja im Grunde immer, wir müssen ja schauen, dass wir irgendwie, wenn wir fünf Leute haben, fünf gerade Töne haben, weil sonst können wir nicht arbeiten.

Und diese Zähigkeit, an den Tag zu legen, also diese Aufmerksamkeitsspannetz, sich da durchzukämpfen, ist einfach, wird deutlich geringer. Auf jeden Fall.

Das sehe ich sehr extrem in den letzten Jahren. Also wir haben ja Pläserglassen an unserer Schule, also ich bin an einem Gymnasium. Und da hat sich das jetzt auch schon geändert, wenn ich überlege, wie ich vor zehn Jahren an die Schule kam und ein Fünfklässler kriegt, ein Instrument und wie der gebrannt hat.

Und was heute passiert, so dass dann nach drei Wochen, wenn dann schon bei dem ersten die ersten Schwierigkeiten mal so ein bisschen auftreten, wo es halt jetzt nicht gleich sofort, dann ist schon eigentlich keine Lust mehr.

War schon vorbei, genau. Ja. Und dann haben wir natürlich auch bei den Eltern, habe ich manchmal so den Eindruck, dass wenn sie viel arbeiten, dann steckt man die Kinder so in vier, fünf verschiedenen Vereinen. Also Sport und so weiter. Und wenn man dann auch noch Glück hat, ist ja mal auch Musikverein.

Ich kenne das, aber Eltern sagen ja, am Wochenende, wir haben ein Konzert haben, ja, da haben wir Familienzeit, das geht nicht. Das muss man sich ja mal überlegen. Oder die, die, die, die, die Kinder kommen allein zum Konzert.

Das habe ich jetzt ganz oft schon erlebt und das fand ich ganz traurig. Weil, ja, ich frage mich immer, warum interessiert das die Eltern nicht, was die Kinder da machen? Also es ist ja auch Bestätigung für die Kinder, dass die Eltern da mal zuhören. Also ich wüsste gar nicht, wie ich mich gefühlt hätte, wenn ich da jedes Mal allein da gesessen hätte.

Genau. Und ihr macht die Jugendarbeit in Werner schon auch sehr viel Spaß. Aber wir haben, was heißt das Bier? Also ich sehe da auch Probleme. Ja, und es ärdet unglaublich. Das ist auch ein wichtiger Job für mich. Weil wenn man dann sonntags ein Konzert gehabt hat, ich glaube, mit Werner oder mit der Bläserfilermonie, dann habe ich montags die Kleinen.

Und da kommt man wieder ganz schnell auf der Tatsachen. Aber ich habe da wach zum Teil Situationen, die hatte ich vor zehn Jahren nicht. Und zwar nicht mal im Ansatz.

Kannst du damit gut umgehen? Teilweise. Weil ich merke, auch in der Schule, dass ich da manchmal jetzt schon ungeduldiger werde und Dinge nicht mehr verstehe. Tatsächlich.

Ja, ich glaube, es liegt auch so ein bisschen, unser Klientel, sage ich es mal, bleibt gleich alt. Wir werden ja älter. Vor zehn Jahren waren wir ja beide zehn Jahre jünger, sag ich jetzt mal. Das kommt dazu noch, aber das ist nicht der Hauptgrund. Aber ich bin inzwischen auch ungedrügender Eltern gegenüber.

Das mag ich schon. Also ich fackel dann inzwischen nicht mehr so lange rum. Ich sage dann, okay, dann lass uns halt bleiben. Und wie dann, habe ich zehn Brom haben, und das Kind ist halt einfach siebenmal nicht da, was sie denn da machen. Es kommt immer de facto Mensch dazu. Und das wird auch immer mit, es kommt immer mit in die Waagschale.

Was ist der Hintergrund? Das ist jetzt bei mir nie schwarz-weiß. Aber dann so, dass die Kinder sie auch nichts sagen lassen. Also wenn man sagt hier kurz und so, und warum? Wenn ich es ganz so hätte, warum? Weil ich es jetzt einfach sage. Aber was mir eigentlich fehlt, ist aber mal so ein rotzfreches Kind.

Also im besten Sinne. Also einer, der einfach so ein bisschen Schmäh hat, ja, und ein bisschen Schrank im Nacken, das haben wir ja dann auch ganz wenig. Und die Schere geht auseinander. Also ich habe zum Teil wirklich unfassbar gute Kinder, wirklich, wirklich toll. Und ich habe dann aber ganz wenig in der Mitte, also einfach so dieses, dieses ganz normale, ja, und braucht und ja, ja, und der übt und wird das schon.

Und ich habe genauso genügend Kinder, die auch nichts üben wie in jeder Jugendkabelle. Aber ich habe halt, weil ich dann auch Kinder, wo ich dann denke, da weiß ich jetzt schon, der wird nie niemals in Musikfrei weitermachen. Und zwar, und nicht, weil ich jetzt sage, du darfst nicht, sondern das wird aber so nicht passend.

Da weiß ich jetzt schon bei 10, 15 Kindern, die verfolgen das nicht weiter. This is alles mehr geworden. Und die Problematik wird dadurch aber auch größer, wenn du einfach sehr gute Leute hast und die langweilen sich dann, ja, was meine ich da mit denen? Und ich bin irgendwann dazu übergegangen, die verhältnismäßig früh in die Schackkapelle reinzutun, also da schon mit 16, 17, weil die hat auch, gut, die neuen kommt jetzt wieder, aber weil die auch recht früh eigentlich schon die Schule wieder, von vor der Schule gehen, die sind ja dann zum Tage, die gehen Studierende, dann müssen die immer noch unterschreiben, weil sie 17 sind.

Wenn ich da nicht schon die Anbindung habe, so ich sag mal, mit dem Orchester, dann, und die kennen nur die Jugendkapelle, dann, aber natürlich habe ich das Problem, dass da auch eigentlich dann, wenn ich sagen, sie machen es da eigentlich nicht so. Also da muss ich sagen, da haben wir aber, wir haben jetzt auch nicht die Jugendkapelle mit 80 Leuten, überhaupt nicht.

Gar nicht. So die typischen 25, 28 Kinder, was heißt typisch? Also ich weiß schon, es gibt auch andere, die haben eigentlich nur drei. Also, aber es ist nicht so, dass wir jetzt irgendwie 80 Kinder haben und da ist ein großer Pool, sondern wir kämpfen da wirklich um jedes Kind. Weil wenn man überlegt, dann, was für einen Hintergrund die Stadtkabelle hat, sind ja eigentlich 28 Kinder, also in der Jugendkapelle viel zu wenig.

Wenn man weiß, dass am Schluss bleiben dann ja da fünf, sechs hängen. So, auf die Art. Also und das, ähm, ja, da schaue ich schon so ein bisschen mit Sorge hin.

Ja, ich glaube, da müssen wir mal extra Folge drüber machen, weil das ist ein großes Thema. Vielleicht mal so eine Diskussionsrunde. Weil, ja, ich habe das ja in der Schule auch. Bei uns ist das ja ein Schulfach, Blase-Klasse. Da kommt das ja noch hin schweren dazu, dass ich irgendwann Noten geben muss, ob ich will oder nicht.

Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe, das habe ich auch noch nie erlebt. Ich habe jetzt eine sechste Klasse, die spielen jetzt ein Jahr und da gibt es ein Drittel, die können ihre Griffe nicht. Und da kann, da sind mir die Hände auch gebunden einfach. Und dann kommen auch manchmal die Eltern und fragen mich, ja, warum die das nicht können, warum ich denen das nicht beibringe.

Aber das hat ja mit beibringen nichts zu tun. Das ist halt machen. Also kann denen ja nur sagen, der Ton, der Griff müsse halt auch mal machen daheim. Hilft ja nicht.

Im Gegensatz zur Schakkabelle sammle ich aber die Jugendorchester immer alle Handys ein. Gut, ist bei uns in der Schule ja sowieso ich sage es nur aus dem Grund, auch in der Pause und so, ich möchte, dass die miteinander reden. Weil wenn die die Handys haben, reden sie nicht miteinander. Es wird generell auch zu wenig geredet miteinander.

Es wird viel übereinander geredet, aber zu wenig miteinander. Und auch in privaten Bereich, ich will zum Teil wissen, wie viel uh-nutzungszeit die have. And man hätte ich falsch when man das verbietet, but it must keep a three should be like so. A stone and another two should diverse other things machen.

And I can also dasin dafür herhalten.

I have gesehen, oder vielleicht ist es nur mein Eindruck, dass jetzt vor allen Dingen in der Stadtkapelle der Social Media Kanal jetzt so ein bisschen aktiver ist und mit Probenausschnitten von dir. Ist das nur meine Wahrnehmung oder ist das tatsächlich so, dass das jetzt ein bisschen aktiver betrieben wird?

Ja, also mit meiner Person. Ja, also ich habe jemanden, der gesagt, Paul, man sieht immer deine ganze Orchester, aber man sieht aber nie was von dir. Also ich bin aber nicht derjenige, der, also ich zeige dann schon in meiner Story, dass wir proben, aber ich zeige ganz selten mich selber. Und es war einfach ein Hinweis, einer, der aber aus der Social Media macht, der hat gesagt, das muss einfach mehr machen.

Und habe ich gesagt, gut, in einem gewissen Rahmen und so, und der bringt auch die Ideen. Und interessanterweise habe ich da viel Resonanz bekommen. Also interessant dann. Also, vielleicht ist dann doch interessant, was man da macht oder was man sagt oder wie auch immer. Man kriegt vielleicht auch einen Einblick in diese Arbeit.

Nein, unterschiedlich und schwäche blöse Philharmonie. War ein Hinweis und ich versuche mich dran zu halten. Aber schneidest du das oder macht das jemand anders? Unterschied. Manchmal schneide ich es und manchmal schneidet es er. Also ich krieg es dann schon, also ich höre mir es dann schon immer an, was ich da sage.

Aber die Ideen kommen von ihm.

Bist du in beiden Orchestern eigentlich nur musikalischer Leiter oder hast du auch die Finger noch woanders da drin?

Ich bin genauso Organisator auch mit. Ja, ja. Also ich möchte wissen, was in meinem Laden abgeht. Und zwar nicht beeinflussend in dem Moment, sondern einfach, ich bin nicht derjenige, der nur am Puls steht. Weil ein Orchester, ein erfolgreiches Orchester, also wenn ich in der Höchststufe spielen möchte, muss meine Vorstandschaft auch genauso in der Höchststufe sein.

Und wir können uns da nicht aufhalten, ob dann an Kleinigkeiten. Und das merkt man auch, das ist sehr strukturiert bei uns. Schwäche Besserphilharmonie genauso. Und da geht es ja darum, wie kann man dann auch, zum Beispiel bei der Jugend, wenn man solche Sorgen hat, das sind ja Dinge, die muss man dann auch dann aufdrösen, aufklappen, aufzeigen, wo sind wir auch nicht auf dem optimalen Weg, ja, da gehört auch eine Reflexion.

Es bringt ja nichts, wenn man die ganze Zeit sagt, naja, die anderen oder die Gesellschaft. Das ist wichtig, dass man das analysiert, aber wie kann man darauf reagieren? Welche Mittel haben wir da? Welche Werkzeuge? Und da spielt ja meine Person auch eine wichtige Rolle, weil letztendlich jedes Kind, jeder Wachsene der ganze Zeit ja mit mir zu tun.

Und in der Bläserphilomie ist es genauso. Also ich bin da, also ich bin in der Vorstandschaft auch, ja, ich gehe da mit hin, ja, und höre das an und sage auch dann irgendwas dazu, wenn auch meine Meinung gefragt ist. Ich bringe mich halt schon ein. Das ist auch wichtig, ja. Weil wenn man vorwärts kommen möchte, braucht man Ideen.

Und ich bin da eigentlich einer, der jetzt vielleicht noch aus einem anderen Bereich kommt. Oder Sachen sieht dann aus dem Sinfonieorchester. Ich halte es für wichtig, wenn man möchte, dass ein Orchester vorwärts kommt, dass man weiß, was passiert.

Kannst du, du hast gerade einen schönen Satz gesagt, wenn man in der Höchststufe spielen will, muss die Vorstandschaft in der Höchststufe auch arbeiten. Was meinst du genau damit?

Bei uns, wir sind da wirklich klassisch organisiert. Erstes war der Vorstand, dann haben wir eine Orchestersprecherin, also quasi, ja, also diejenige, die das im Orchester regelt, das ist auch meine, also ich bin überall Ansprechpartner, ich habe auch überall meine Ansprechpartner, ja, Jugendleitung und so.

Und das muss funktionieren. Man darf sich ja nicht nur an Kleinigkeiten aufhören. Und man muss dann auch, wenn wir aufs Rathaus gehen, ja, dann muss man dementsprechend auch seriös sein und vorbereitet und wissen, was man sagt. Und ja, es geht wie so oft auch um Geld. Und da hätte ich ja noch was oder da hätte ich ja eine Halle oder irgendwie oder eine Idee, ja, macht da vielleicht die Stadt Warnau mit oder schreibt ins Boot.

Dann, wenn man ein tolle Projekt hat, jetzt wie Saser Rock, dann haben wir auch wirklich eine tolle Unterstützung von der Stadt Warnau. Dann müssen wir dementsprechend auftreten. Und weit im Voraus denken. Also Termine über zwei, drei Jahre im Voraus. Wie sieht es aus? Wie sieht unsere Orchesterstruktur aus?

Wie alt sind gerade dann unsere Ältesten? Ja, wie sieht es aus in drei, vier Jahren oder sogar nächstes Jahr? Wie sieht es dann mit der Orchesterstruktur aus? Nicht, dass es böse Erwachen dann kommt. Wobei es dann immer ein böses Erwachen ist in dem Moment. Aber es ist ein Grund wie eine Firma. Und je besser das aufgestellt ist, desto besser flutscht die ganze Sache auch.

Wann fängst du Jahresplanungen an? Also so Programme, Proben, Termine.

Es ist fließend. Es ist eigentlich schon immer fließend im Jahr davor. Ich höre dann vielleicht auch mal was oder ich kriege einen Tipp auch. Ja, hör mal das mal an, das ist cool. Ich sage immer wieder meine Orchester, Leute, wenn ihr was cooles habt, schickt es mir. Das ist keine Garantie, dass ich es mache.

Aber wenn da 80 Leute irgendwas hören, dann können ja tolle Sachen dabei sein. Weil wir schon nicht allwissend. Das Gegenteil. Und dann fließt es mit ein. Und ich sage mal, das Programm jetzt, was wir im Frühjahr machen, das steht aber schon lange fest. Also, das weiß ich jetzt schon. Ich weiß allerdings noch nicht, das Programm Dezember 25, das weiß ich nicht.

Aber ich weiß, dass ich 26 ein großes Musical plane. Also, das sind so diese Eckpfeiler, die habe ich. Und bei der Bläserphilharmonie, da arbeite ich, also ich arbeite schon einmal so ein bisschen, wenn ich mag, ich habe eine kleine Schwäche gerade im Orchester da, dann, oder ich habe irgendwie neue Jugendliche drin, ja, das war mal als Beispiel, das habe ich da Weihnacht Biobluss Holiday aufgelegt.

Für die neue Kornette, ja. Die sind toll, die sind 16, 17, klasse, ja, die sind da Feuer und Flamme, machen und tun, ja, und die werden das toll machen. Also das heißt, die Jugend fordern und fördern. Und es gibt Selbstbewusstsein, es gibt Motivation, sie müssen aber diszipliniertes rangehen, sodass es dann klappt, weil sie wissen, wir nehmen das Konzert eigentlich auf, ja, und das ist ja auch so eine Sache, ja, die, die, die, die Orchester sind aber das gewohnt, dass sie bei uns in der Kamera stehen, ja, und Mikrofone und so.

Das schafft es schon auch. Also, das mag ich schon auch. Also vor allem, also Bläser Philharmonie ist schon auch Druck dann. Das mag ich dann schon auch, ja. Also der Druck ist einfach hoch, wenn dann das aufgenommen wird, ja. Und man hat nur die eine Chance. Aber wie gesagt, zum Thema Auswahlorchester, die Leute kommen in Erwartungshaltung und wollen das auch.

Und klar, in der Arbeitsphase wächst man ja dann auch da rein. Das ist ja auch so ein Punkt. Das ist anders wie im Profibereich, wobei dann man auch rein wächst. Also die erste Albersinfonie Borbe ist ja immer anders wie dann die Aufführung als Beispiel. Genau, und das ist also zum Thema Vorwurfstandschaft.

Man muss einfach weitblickend das Ganze anlegen. Und es gibt ja dann auch immer noch genügend, was ja kurzfristig kommt. Also es gibt ja immer einen Termin, der noch kommt oder einen Gegenbesuch. Und wenn das auf einen kurzen Weg läuft, also dann vereinfacht es das Ganze.

Was sind deine größeren Pläne für die nächsten fünf Jahre? Außer Musical-Aufführung? Ist das ein festes Musical oder eher so ein eigenes Musical mit Musical Revue oder wie muss ich mir das vorstellen?

Ja, es gibt verschiedene, es gibt sozusagen wie Max der Regenbogenritter zum Beispiel.

Ah ja, ja, okay.

Also solche, und das haben wir dann angepasst, da haben wir noch Zwischenmusiken eingebaut und da haben wir dann von Fahrenhof dann. Bühne, wir haben es mal vor zehn Jahren, was wir auch für da haben, eine ganze Burg reingebaut auf die Bühne, ja, und dann sind die Grundschulkinder da, das sind dann mit Sprechrollen und so weiter und so fort.

Also schon eine komplexe Sache dann, ja. Also kommt so ein bisschen meine Opernfreude dadurch. Wir haben vier, drei, vier Musics in der Art schon gemacht, genau. Ja, größere Pläne. Also, wenn wir sicher werden wir Wettbewerb machen. Ja. Konzerte, also ich habe jetzt natürlich auch, also es steht ein Generationswechsel bevor auch ein Wander.

Da müssen wir es aber schauen, wie man das gut hinbekommt. Das sind eher so Pläne. Also Konzertbetrieb, die Wettbewerbe, die sind dann, wie sie sind. Also das ist jetzt nicht, man darf auch nicht denken, wenn ich da jetzt mache, ich bin dann nur völlig wettbewerbsfixiert. Ich möchte aber, dass wir gut spielen.

Ich möchte aber, dass wir gut spielen im Konzert. Und es gibt so ein paar kleine Stellschrauben, die ich dann ändere vom Konzert zum Wettbewerb. Man kann nicht alles Gänse, was man im Konzert macht, im Wettbewerb machen. Oder zumindest ich mache es nicht. Da passe ich ein paar Sachen an. Aber ich drehe da nicht den Laden nochmal um.

Aber mit Sicherheit, die Sache mit der Jugend wird ein Thema sein, wo man den nächsten, also mit Sicherheit nächste drei, vier Jahren Feeds befassen werden müssen. Die Blazerphilharmonie wird auch mit Sicherheit Wettbewerb verfahren. Und sie haben wieder einen Solisten holen oder eine Solistin. Wir haben tatsächlich auch Anfragen, das ist schön.

Also es freut mich wirklich sehr, wenn dann Leute von Symphonieorchester or from Open tatsächlich WhatsApp schreiben und sagen, du, die wird gerne mal ein Solo mit euch spielen. Das ist eine innere Befriedigung für mich dann. Weil ich sag, oh, okay, wow. Also das ist für mich dann mit sehr viel Stolz.

And auch für meine Musiker und Musikerin. Also ich muss aber sagen, ich bin einfach sehr stolz auf meine Orchester. Die sind nicht bescheiden, weil ich einfach das auch so sage. Ich mag dieses großspurige Auftreten. Wir machen aber unseren Job, sage ich immer. Wir gucken, dass wir gut spielen. Da haben wir genug zu tun.

Wir wollen keine Energie mit irgendwas anderem vergeuden. Wir schauen, dass wir da verletzungsvoll über die Bühne kommen. Genau. Also es sind so die fünf Jahre. Ich denke, dass es Dinge passieren, die dann wahrscheinlich auch nochmal Sachen ändern werden. Fünf Jahre ist schon lange Zeit und Gesundheit wäre eigentlich super.

So ganz grob.

Okay. Ich komme zu den letzten schnelleren Fragen. Was würdest du gerne mal machen, was hast dich aber bisher nicht getraut?

Oh, ich weiß es nicht. Also, also getraut? Ich würde gerne mal ein Sinfonieorchester dirigieren. Das würde mir mit Sicherheit mal Freude bereiten.

Und wäre auch nochmal ein anderes Arbeiten. Okay. Wenn du die letzte Seite des Buchs deines Lebens lesen dürftest, würdest du die lesen wollen?

Die letzte Seite meines Lebens, wenn ich dann alt bin, ich weiß es nicht. Also ich genieße mein Leben sehr, wie es ist jetzt. Ich habe jetzt eigentlich genau das richtige Alter. Es tut noch nichts weh. Und ich kann auf eine gewisse Erfahrung zurückgreifen, aber ich mag immer noch, dass ich viel aufnehmen kann.

Wie alt bist du jetzt? Ich war das 48.

Ja, genau.

Dann sind wir genau zehn Jahre auseinander.

Schön, ja. Also das ist so ein Punkt, wo ich sage, ja, ich bin jetzt gerade jetzt und hier. Und ich mag meinen Job wirklich sehr. Also ich glaube, wenn man Orchestermitglieder fragt, also meine derzeitigen Orchester, die würden alle sagen, der brennt für die Sache. Ich glaube, das ist auch was ganz Wichtiges.

Also ich glaube auch das, was mich so ein bisschen ausmacht. Ich stehe voll und ganz dahinter. Ohne wenn du ein Aber.

Okay. Welches Buch bzw. welchen Film sollte man mal gelesen oder geschaut haben?

Ich bin kein großer Fernsehschauer.

Okay. Dann nur ein Buch. Oder mehrere Bücher, was dir gerade so einfällt.

Also ich fand Die Schatten des Windes sehr interessant. Und ein interessantes Buch übers Dirigieren The Modern Conductor. Elizabeth Green. Ah, so ein blaues, gell? Genau.

Ah, ich hab's in hellblaues, so eine ganz alte Auflage noch.

Interessantes Buch. Ich finde, Dirigierbücher sind immer ganz schwierig. Es ist ganz individuell. Aber da gab es ein paar Dinge, wie ich da so reinblätze. Ich sehe dann gerade, dass ich da so ein paar Bleistiftsachen drin habe und so. Einfach so ein paar Handsweisen in der Probe. Fand ich gut.

Weißt du noch eine Sache? Gerade so Ad hoc aus dem Kopf, was aus dem Buch war? So ein AH-Moment?

Nicht vorzählen. Ich zähle auch nicht vor in der Probe.

Okay. Mache ich tatsächlich nur oder bei so einem Pop-Sachen. Irgendwie, dann da mache ich das.

Ja, ich mache das jetzt auch bei Start of Rock, weil man schon einklicken muss.

Ja.

Genau. Auch wegen der Band, aber die sind es nicht gewohnt. Aber ich zähle nicht vor, ja. Ich finde diese Vorbereitungsschläge, die Punkte sind sehr wichtig. Das ist vielleicht auch noch eine Sache, was ich eben empfehle, Punkte lernen. Dass man on der Point dirigiert und keine Achtel nachschlagen. Da muss ich mich einmal wieder dazu zwingen, dass das nicht einschleift.

Das kommt so auch mit der Zeit, dass man Achteln nachschlägt. Und das gibt ein, wenn man es braucht, aber beziehungsweise wenn man dann wirklich präzise dirigieren möchte, das ist aber dann bringt einfach sehr viel Unruhe rein.

Welche Aufnahme sollte man sich mal angehört haben? Außer natürlich die von Blaser Philharmonie, das ist klar.

Also ich empfehle, alle, die nur aus der Blasmusik kommen, hört euch Symphonieorchester an. Es gibt so unendlich viele tolle Aufnahmen. Also Wahnsinn. Es ist so groß. Also sicher ist das ganze Regalspolit mit Partituren, also die ganze Partituren hat aber nichts mit Blasmusik zu tun. Gerne einfach viel, viel, viel hören.

Klassik. Und der Umfang dieser Klassik ist so groß. Das heißt halt Klassiker, aber wenn man Renaissance-Sachen anhört, fantastisch, ja. Aber halt auch die Moderne, ja. Also klar, es gibt eigentlich so viel. Bach, Hettel, Mozart, Schuppert, Buckner, Brahms, aber auch Strawinski, Strauß, Hinemit, natürlich, Verdi.

Der war auch so weit, was man so hier hat so Musowski, Tchaikowski, Prokojew, ja, so. Das sind schon viele. Ja, das stimmt.

Okay, was sind abschließend deine privaten Wünsche und die Wünsche für die Blasmusik-Szene?

Also, ich wünsche meiner Familie einfach Gesundheit. Dass meine Kinder nichts passiert, meiner Frau natürlich auch. Das wünsche ich mir selber auch. Die Blasmusik wünsche ich, dass wir weiter gut fortbestehen. Und dass wir da aus dieser nicht ganz einfach jetzt oder ich glaube, das wird wahrscheinlich auch nicht besser, aber dann, dass wir da irgendwie unsere Schlüsse draus ziehen und dann drauf reagieren, jeder irgendwie wo er wohnt and what the Verein gerade is.

Und dass man da schaut, dass man this tolle, this is the tolle an der Blasmusik, and the classic. We have so viel Jugendliteratur. We can die, ab der Bläserklasse können wir die da hochziehen. Und dann gerne nochmal so ein bisschen die festgefahrenen Pfade ja auch so ein bisschen mal verlassen. Ein bisschen probieren, genau.

Okay.

Paul. Vielen lieben Dank für deine Zeit, für die spannenden Einblicke in deine Arbeit. Das war die erste Folge in dem Jahr und mich würde es wirklich interessieren, wie ihr sie fandet. Paul spricht mir sehr aus dem Herzen und wir haben relativ schnell gemerkt, dass wir die gleiche Idee von Musik haben.

Viele Dinge, die in der Blasmusik-Szene teilweise propagiert werden und durchgeführt werden. Verstehe ich nicht immer. Oder manche Ansätze, die sind auf jeden Fall diskutabel. Was habt ihr denn für euch mitgenommen? Ich finde es sehr spannend, dass er sich trotz des Erfolges gar nicht als den großen Künstler sieht, sondern eher als den Handwerker.

Und dass aber sein Anspruch immens hoch ist, indem er jede Probe sich nochmal anhört. Schreibt mir gerne, was ihr gut fandet oder was ihr vielleicht gar nicht so gut fandet, wenn ihr sagt, ihr findet alles totalen Quatsch und ihr seht das komplett anders. Lasst mich das gerne wissen, lasst uns in der Blasmusik-Community viel mehr über solche Themen auch diskutieren.

Wenn ihr noch eine Folge zum Thema Orchesterarbeit und die Sicht auf die Blasmusikwelt hören wollt, dann lege ich euch das Gespräch mit Franko Härdler ans Herz. Ich möchte euch noch einladen, ein Teil dieses Podcasts zu werden. Auch dieses Jahr gibt es das kleinformat auf einen Kaffee mit. Hier könnt ihr gerne euch bewerben, mich anschreiben, falls ihr ein Thema, ein Problem, eine innovative Idee habt oder einfach mal über Blasmusik abnörden wollt, dann schreibt mir gerne auf blasmusikpodcast.gmx.de oder schreibt mich gerne auf Instagram an.

Dann können wir schauen, an welchem Tag wir das machen und dann seid ihr auch ein Teil dieses Podcasts und würde mich sehr, sehr freuen. Abschließend möchte ich mich noch bedanken bei meinem Supporter Buffet Grampor bei Lehrndermachern für den Schnitt, bei Dirk Mattes für die Musik. Und ich freue mich, wenn ihr auch beim nächsten Mal dabei seid.

Eine gute Zeit, macht's gut, euer Andi.

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