
On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5· Folge 119
Simon Ertl (Gründer des Woodstock der Blasmusik) - Wird die Blasmusik tatsächlich jünger?
Donnerstag, 8. Mai 2025 · 1 h 01
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Shownotes
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Mein heutiger Gast hat Trompete an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien studiert und spielte schon als Substitut u.a. bei der Volksoper Wien, beim Bruckner Orchester Linz, sowie dem Tonkünstler Orchester Niederösterreich. Da ihm anscheinend das Studium nicht ausreichte, gründete er schon währenddessen seine eigene Musikagentur “graustein*artists” und verwirklichte Projekte mit internationalen Künstlerinnen und Künstler.
Neben seiner musikalischen Tätigkeit als Ensemblemitglied u.a. bei MaChlast, der Woodstock Allstar Band, der Innviertler Tanzlmusi oder den Original Woodstock Musikanten hat sich er sich vor allem als Eventveranstalter einen Namen gemacht. Er ist u.a. dafür verantwortlich, dass die Blasmusik wieder einen größeren Stellenwert bekommen hat, indem er Mitbegründer des Blasmusikfestivals “Woodstock der Blasmusik” ist. Zuletzt gründete er sogar noch einen Musikverlag und ist Geschäftsführer mehrerer Unternehmen.
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Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Mattes
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Nein, ich glaube, dass die definitiv jünger wird, aber da muss man jetzt auch zu allen Musikvereinen und damit verbundenen ehrenamtlichen Helfern Danke sagen für die ganze Jugendarbeit, die in den letzten 10, 15, 20 Jahren geleistet wurde, die immer mehr intensiviert wurde. Und das ist sicherlich ein ganz, ganz großer Baustein, dass Blasmusik einfach wieder HIP ist, auch in der Jugend modern ist.
Also wir stellen eine Infrastruktur für 20.000 in eine Kleinstadt hin. Und musikalische Offenheit ist mir ganz, ganz wichtig. Also jetzt nicht auf einzelne Genres zu verharren, sondern das große Ganze zu sehen, was tatsächlich mit Blasinstrumenten alles möglich ist.
Wir sind On-Air in 3, 2, 1. Herzlich willkommen bei On Air, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Andi Streck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von On AirDeam Blasmusik Podcast.
Ich freue mich sehr, dass ihr wieder eingeschaltet habt, beziehungsweise wenn ihr neu seid, möchte ich euch recht herzlich hier in der Blasmusik-Community willkommen heißen. Before wir zu meinem heutigen Gast kommen, wie immer der Supporter, und das ist Buffy Gramp, beziehungsweise Buffy Grampant und das Musikzentrum Baden-Württemberg in Bloching, denn die veranstalten die Trumpet Personality Days vom 18.
bis zum 20. Juli. Und das sind drei Tage voll mit Trompeten-Content, würde man heute sagen. Wir haben ganz namhafte Dozenten am Start, nämlich Benny Brown, Martin Hutter, Helmut Kastner, Menshlemutski, Jan Schneider und Aljoscha Zierow. Und allein die Namen zeigen, was dort geboten wird, nämlich eine Workshop-Auswahl von der Egerländer-Stilistik bis hin zu Jazz Impro, Satzspiel.
Es gibt eine Mundstückberatung vor Ort und eine große Trompetenausstellung mit sämtlichen Marken von Buffy Gramport. Und natürlich gibt es noch Dozenten- und Teilnehmerkonzerte. Wenn ihr da jetzt dabei sein möchtet, gibt es die Möglichkeit, sich bis zum 1.6. noch anzumelden. Alle Infos und den Link findet ihr in den Shownotes.
Mein heutiger Gast ist kein Unbekannter in der Blasmusik-Szene und wir haben ihm relativ viel zu verdanken. Es ist Simon Ertel. Simon Ertel ist nicht nur studierter Musiker, nein, er hat noch viel mehr gemacht und unter anderem natürlich das bekannte Wurzdock der Blasmusik aus der Taufe gehoben, ohne dass die Blasmusik-Szene mit Sicherheit anders dastehen würde.
Wir unterhalten uns darüber, wie kam es überhaupt zur Idee des Wurzstock der Blasmusik. Welche Entwicklung hat dieses Festival auf sich genommen? Natürlich diskutieren wir auch mal die Thematik, warum es so wenig Frauen auf der Bühne an diesen vier Tagen gibt und wie die weiteren Visionen von ihm aussehen.
Das und vieles mehr gibt es hier bei der aktuellen Folge. Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit Simon Ertl hier im Blasmusik-Podcast. Mein heutiger Gast hat Trompeter an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien studiert und spielte schon als Substitut unter anderem bei der Volksoper Wien, beim Bruckner Orchester Linz sowie dem Tonkünstlerorchester Niederösterreich.
Da ihm anscheinend das Studium nicht ausreichte, gründete er schon währenddessen seine eigene Musikagentur Graustein Artists und verwirklichte Projekte mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Neben seiner musikalischen Tätigkeit als Ensemblemitglied, unter anderem bei Machlas, der Woodstock All-Star-Band, der Infidler Tanzlemusi oder den Original Woodstock-Musikanten hat er sich vor allem als Eventveranstalter einen Namen gemacht.
Er ist unter anderem dafür verantwortlich, dass die Blasmusik wieder einen größeren Stellenwert bekommen hat, indem er Mitbegründer des Blasmusikfestivals Woodstock der Blasmusik ist. Zuletzt gründet er sogar noch einen Musikverlag und ist Geschäftsführer mehrerer Unternehmen. Ich freue mich, dass wir einen Termin in seinem randvollen Kalender gefunden haben und sage herzlich willkommen, Simon Ertl.
Hallo Andi, danke für die Einladung.
Schön, Simon, dass es geklappt hat. Du hast ja gerade schon so ein bisschen gesagt, ihr habt am Wochenende Woodstock oder das Winterwoodstock. Also cool, dass das so kurz vorher noch geklappt hat, in diesem randvollen Zeitplan, den du da die ganze Zeit hast.
Ja, bei uns steht tatsächlich am Wochenende das Winterwoodstock der Blasmusik vor der Türe in Brixenkirchberg-Westendorf. Also meine ganze Mannschaft ist schon vor Ort. Ich komme zwei, drei Tage später nach und wir freuen uns auf ein schönes, sonniges, hoffentlich noch Skifahrtechnisches und es schaut gut aus Wochenende im wunderschönen Tirol.
Ich drücke die Daumen, dass das mit dem Skifahren noch gut funktioniert. Also hier in Mainz ist nichts mit Skifahren, aber.
Es ist nichts bei euch. Es hat tatsächlich noch geschneit in den letzten Tagen. Die Pisten müssen super sein. Tatsächlich und ja, die Wettervorauscher ist tatsächlich sehr, sehr sonnig, perfektes Wetter und es freut sich schon jeder darauf. Das glaube ich.
Simon, welches Musikstück hast du als letztes bewusst mal angehört?
Das war jetzt tatsächlich vierte Bruckner, zufälligerweise beim Autofahren.
Okay. Du hörst Klassik beim Autofahren? Ja.
Ja. Es ist super zum Entspannen, wenn man nicht der Radar telefonieren muss. Läuft meistens irgendein Klassikstück, irgendein Classic-Streaming, Radiosender und ja, finde ich eine schöne Kombi.
Okay. Ich finde Klassik im Autofahren immer ein bisschen schwierig, weil das natürlich sehr dynamisch alles ist und dann ist es manchmal zu leise und dann ist es doch plötzlich wieder zu laut. Also ich kann das nicht so gut beim Autofahren.
Stimmt, muss man ein bisschen manuell nachhelfen.
Ich habe ja gesagt, du hast eigentlich Trompete studiert. Wann hast du das letzte Mal gespielt?
Ich spiele eigentlich relativ regelmäßig, habe morgen eine Quintettprobe, darf am Wochenende mit den Butstog-Musikanten spielen, einige Projekte mit der Butstock-All-Star-Band stehen, an nach einer Tanzmusi zusätzlich gegründet. Also mittlerweile gelingt es mir eigentlich relativ regelmäßig und das ist ja meine super Abwechslung zum doch sehr alltagsreichen Jobleben.
Okay, also regelmäßig heißt du, du kommst wirklich jeden zweiten Tag oder so zum Spiel?
Nö, ich versuche tatsächlich so alle zwei Wochen ein bis zwei Stunden Üben einzuzwicken und zu schauen, dass der Ansatz halbwegs stabil bleibt, dass alles funktioniert, was funktionieren muss. Und das klingt mir jetzt gerade ganz gut. Sehr schön. Fangen wir mal ganz von vorne an.
Wie kam Musik in dein Leben?
Ich glaube, das war von Wiege auf, von Kind auf. Also meine Mutter ist sehr musikalisch, beziehungsweise meine ganze Familie. Papa hat ein bisschen die Sportgene, das hat mich dann auch ganz gut begleitet und nach wie vor bin dann aufgewachsen, ja, also relativ schnell in die heimische Musikkapelle gekommen und zu den ganz klassischen oberösterreichischen Musikschulweg gegangen, herausgefunden, dass Trompete ganz gut funktioniert und irgendwann das Studium begonnen.
Was hat dich dazu bewogen, zu sagen, okay, ich studiere das auch?
Ja, natürlich die Faszination Orchestermusiker, wie gesagt, mit 14, 15, 16 merkt man, dass es ganz gut funktioniert. Dann besucht man mal den einen oder anderen Kurs und ja, ich habe dann einfach die Aufnahmeprüfung, eben wie du schon vorhin gesagt hast, an der Universität für Musik und Darstellende Kunst versucht.
Glücklicherweise wurde ich aufgenommen und durfte dann tatsächlich in vollen Zügen das Leben eines Musikstudenten oder eines Musikers in Wien genießen.
Wer war damals so dein Vorbild?
Was waren die Vorbilder? Das waren natürlich immer die Orchestratompete, die in Wien gerade tätig waren, tätig sind. Dann waren es auch, ja, man hat sich an Studienkollegen gemessen und immer versucht, besser zu werden von Alan Visutti über viele Jazzlegenden. Also da hat es sehr, sehr viele trompeterische Vorbilder in meinem Leben gegeben, die einem dann auch immer gut weiterbringen.
Wie kommt man drauf, werden einem Musikstudium, das ja schon auch, gerade wenn man ins Orchester will, viel mit üben geprägt ist, eine Agentur zu gründen? Ist er ihm dann so langweilig, dass man sagt, ich will das unbedingt nebenbei noch machen?
Na, so langweilig war man nicht. Muss jetzt aber, ich habe irgendwann einmal eingestehen müssen, was dann gar nicht so leicht war. Zu Beginn, dass es wahrscheinlich mit einer fixen Orchesterstelle aufgrund des doch sehr harten Ausweisverfahrens vom Probespiel vielleicht schwierig werden könnte. Ich glaube, ich habe irgendwie 19 Probespiele gemacht und habe mir dann insgeheim einen Plan B zurechtgerichtet.
Und das war im Postgraduales Studium, es war Musikmanagement, habe da meine Master of Arts gemacht, so ein bisschen als zweites Standbein. Ja, und dann habe ich lange parallel tatsächlich noch in den diversen Wiener Orchester musiziert und trotzdem nebenbei meine Musikagentur aufgebaut. Ja, bis hin zu dem, was es jetzt ist.
Hast du, bevor du dieses Musikmanagement-Studium angefangen hast, schon mal irgendwie Richtung Organisation, Eventmanagement was gemacht oder war das dann so, okay, ich brauche einen Plan B, das hört sich vernünftig an.
Nein, das ist mir schon von meinem Papa ein bisschen in die Wiege gelegt worden. Wir haben auch zu Hause mit der heimischen Musikkapelle oder mit dem heimischen Sportverein diverse Feste oder Events organisiert, den eigenen Matura-Ball, ich war Jugendreferent in meinem Musikverein. Also ich war schon immer tatsächlich organisatorisch tätig, auch in jungen Jahren.
Hat mir auch immer Spaß gemacht, habe auch meine Qualitäten und insofern war das schon naheliegend, dass das so der Plan B oder das zweite Standbein wird.
Okay. Wann kam dann die Idee, so etwas wie das Wurztalk aufzuziehen?
Muss ich ein klein wenig ausholen. Hast du auch schon Mach Last erwähnt? Also wir haben im Studium eine Plaskapelle namens Mach Last gegründet. Ich bin übrigens jetzt nicht mehr Mitglied, ist jetzt vor einigen Jahren zeitlich nicht mehr ausgegangen. Ja, und da haben wir mal eine Probenwoche in meinem Heimatort gemacht.
Und aus dieser Probenwoche, das war mein Abschlusskonzert, tatsächlich vor 70 Zahlen und Zusehern. Dann haben wir diese Probenwoche einfach jährlich eingeführt und daraus ist dann der Böhmische Frühling entstanden, den wir fünf, sechs Jahre gemacht haben, wo wir schon an jedem Tag so 600 Besucher hatten aus dem In- und Ausland.
Und aus diesem böhmischen Frühling ist die Idee entstanden, den Böhmischen Frühling einfach größer zu machen, beziehungsweise ein Festival zu organisieren und daraus ist dann das Gutztag der Blasmusik entstanden.
Wenn man das andenkt, und klar, es wird größer, 600 ist ja schon auch, also gerade für eine Blasmusikveranstaltung schon eine gute Zahl, aber die Zahlen, die ihr heute aufruft, das ist ja kein Verhältnis mehr jetzt. Was hat dir die Zuversicht gegeben, dass das funktionieren könnte?
Na, Zuversicht, wir hatten tatsächlich Glück. Ich glaube, die richtige Idee zur richtigen Zeit, doch sehr vieles richtig gemacht. Aber wir hatten schon eben beim ersten Wurztag, damals noch am Baumkronenweg in Kopf wegen, 9000 Besucher an vier Tagen, mit dem aber tatsächlich in keinsten Ausmaß irgendwer gerechnet hat, auch wir in der Organisation nicht, worauf weshalb die eine oder andere Organisationslücke darauf zu schließen war.
Und das war einfach ein super Start im ersten Jahr. Und ja, wir hatten gleich Bands wie La Braspanda war zu Gast oder HMBC, damals sehr, sehr erfolgreich. Viererblech, Blechhaufen, also damals schon ein cooles Line-Up und begleiten wirklich sehr, sehr viele Bands von Anbeginnern. Und das war einfach ein guter Start und ja, jetzt dürfen wir auf 100.000 Besucher an vier Tagen zusteuern.
Krass.
Und das nur mit Blasmusik. Wann hast du das letzte Mal inne gehalten und hast du auf die letzten wie viele Jahre sind es jetzt? 15?
Naja, 2011 war das erste Festival, dann hatten wir es einmal Corona-bedingt absagen müssen, dann hat es bei uns einen kleinen Schicksalsschlag gegeben. Also es ist zwei Jahre ausgefallen und somit, glaube ich, sind wir jetzt im 13. Festivaljahr.
Okay. Also wann hast du das letzte Mal innen gehalten und hast mal auf die letzten 13 Jahre zurückgeblickt und hast gesagt, wow, was wir da alles auf die Beine gestellt haben.
Unter Jereck blickt man oft gar nicht so zurück. Es gibt immer beim Woodstock einen sehr, sehr schönen Moment mit unserem Gesamtspiel. Da glaube ich, nimmt man sich oft die Zeit, lässt das ein bisschen Revue passieren. Hat mal eine Stunde zum Durchschnaufen und darf das genießen, was eben die, also unsere Gäste, wie sie einfach gemeinsam musizieren und ja, da fliegt schon das eine oder andere Veranstaltungsjahr vorbei.
Du hast gerade schon gesagt, so im ersten Jahr hattet ihr 9000 Zuschauer, was waren damals so Schwierigkeiten, womit ihr gar nicht gerechnet habt?
Es beginnt vom Einlass bis hin zu das, was wir Campingplatz genannt haben, war dessen, glaube ich, nicht würdig. Irgendwie eine Dusche, ein WC-Container. Die Merchandising-Hütte war tatsächlich eine Gübeln-Hütte mit zweimal ein Meter, wo sich die Verpackungskatons dahinter gestapelt haben. Mittlerweile haben wir eine 30 mal 15 Meter große Almhütte und hunderte an Produkten.
Also da hat es sehr, sehr viel Aufholbedarf gegeben. Aber wir durften mit unserem Festival and unseren Gästen ganz gut mitwachsen. Ja, und ich glaube, jetzt haben wir es ganz gut im Griff im Großen anders.
Also einfach zu schnell, weil das einfach über Musty.
Gemeinsam. From 24.250. Direkt unter www.woodstockacademy.at lädt sich einfach gut drauf.
Es ist einfach Urlaub, es ist kein Lust, das ist einfach Urlaub.
Weißt du noch, wie du dich das gefühlt hast, als es das erste Mal losging und dir klar war, okay, hier rennen die uns gerade die Bude ein?
Ich glaube, da hatte man gar nicht so viel Zeit zum Ügen, sondern tatsächlich musste man agieren. Ich bin selber, glaube ich, bei der zweiten Band auf der Bühne gestanden, doch damals noch mit der Big Band Erfolg super Wien. Gleichzeitig ist der Stromaggregat ausgefallen. Wir hatten kein Backup, da haben wir irgendwie ein neues Stromaggregat organisieren müssen.
Die Gastro war nach zwei Stunden leer geräumt. Also viel Zeit zum Nachdenken hatten wir nicht, wenig Schlaf an vier Tagen, aber irgendwie ist es auch vorbeigegangen und ja, war tatsächlich ein wunderschönes erstes Festival in einer sehr, sehr schönen idyllischen Kulisse.
Jetzt denkt man natürlich, wenn ihr das jetzt so lange macht, ihr seid mitgewachsen, wie du schon gesagt hast, wobei natürlich 100.000 Leute nochmal eine ganz andere Hausnummer sind, dass ihr quasi alles im Griff habt. Gibt es immer noch Situationen in diesen vier Tagen, wo du dich nochmal so ähnlich fühlst, wo du denkst, okay, wir müssen jetzt einfach nur noch reagieren?
Oder habt ihr eigentlich so weit alles im Griff, dass man sagt, okay, klar, es wird noch irgendwas schief gehen, aber es ist alles lösbar?
Ja, prinzipiell ist das meiste bislang auch lösbar. Also mit dem Gedanken muss man auch in den Festival reingehen. Man versucht es natürlich so gut es geht zu organisieren, aber man ist nie gefeit von Unwetter, von Gewitterwarnungen. Vor drei, vier Jahren ist uns der Zeltboden eingebrochen, obwohl es ein super Schwerlastboden war, wo jeder sagt, kann gar nicht sein.
Also es passiert immer wieder was, was man nicht planen kann. Dann heißt es aber zusammenhelfen, cool bleiben, Lösungen finden. Und das meiste war bis jetzt, also eigentlich war alles noch immer irgendwie lösbar. Wobei, so von Wetterwarnungen, ja, da ist man nie gefeit und das ist schon immer spannend.
Aber was passiert dann in so Situationen? Wirst du dann eher ruhig oder wirst du dann hektisch? Und oder wie muss ich mir das vorstellen? Wenn da jetzt die Nachricht kommt, Simon, Achtung, der Boden ist eingebrochen.
Na, ich habe tatsächlich das große Glück, dass ich eigentlich prinzipi ruhig werde, also jetzt nicht den Hektik ausbreche, weiß aber auch gleichzeitig, dass ich ein super Team im Hintergrund habe, wo wir immer zusammenhelfen, egal was passiert. Und diese Kombi ist dann auch während dem Festival ganz gut zu wissen.
Und das hilft einem schon.
Ich habe mich jetzt schon, also ich mache das hier ja seit fünf Jahren, ich habe mich schon mit ganz vielen unterhalten und die eine Frage kommt immer auf, ob die Blasmusik wirklich jünger wird. Also wenn man natürlich aufs Woodstock kommt, kann man das natürlich vermuten, weil da natürlich ja, also du hast die Zahlen natürlich mehr im Kopf als ich, aber so gefühlt 95 Prozent einfach sehr junge Menschen sind.
Jetzt ist die Frage, wird die Blasmusik wirklich jünger, was glaubst du, oder treffen die sich einfach alle nur bei euch?
Nein, ich glaube, dass sie definitiv jünger wird, aber da muss man jetzt auch zu allen, ich kann vorwiegend auch von Österreich sprechen, zu allen Musikvereinen und damit verbunden ehrenamtlichen Helfern Danke sagen für die ganze Jugendarbeit, die in den letzten 10, 15, 20 Jahren geleistet wurde, die immer mehr intensiviert wurde.
Und das ist sicherlich ein ganz, ganz großer Baustein, dass Blasmusik einfach wieder hip ist, auch in der Jugend modern ist. Ich weiß noch, zu meiner Zeit, wie gesagt, ich habe Fußball, Tennis gespielt, war im Musikverein, aber da hat man schon vorab gesagt, ja, ich bin Fußballer, ich spiele gern Tennis, ja, und beim Musikverein bin ich auch.
Und ich glaube, das hat sich geändert. Man ist wieder stolz, in einer Musikkapelle zu spielen, stolz, sie Dracht zu tragen. Es ist eine coole Community. Und wenn wir mit unserem Festival einen kleinen Teil dazu beitragen können, ist das natürlich cool und freuen uns.
Also so klein finde ich den Teil gar nicht. Also von außen betrachtet. Ich würde mir in Deutschland sowas wünschen. Aber sowas, also klar, wir haben auch Festivals, aber was ihr ja geschafft habt, ihr werdet ja auch vom ORF übertragen.
Ja, wir haben den ORF seit mittlerweile drei Jahren als großen Medienpartner mit im Boot. Wir waren tatsächlich die letzten Jahre immer 24 Stunden live in ORF3. Wird auch heuer so sein. Ja, es wird noch ein spezielles Projekt dazukommen, was wir am Freitag bekannt geben dürfen in Kooperation mit dem ORF.
Wir haben Ö3, das ist quasi Bayern 3 oder Antenne Bayern, also den Radio, den Top-Radio-Sender im Land als Medienpartner mit im Boot und wir sind alle zusammen sehr, sehr happy. Und ja, ich finde es cool, dass auch ORF, Ö3 und alle Medienpartner dann mit dabei sind und das genauso feiern wie wir.
Wie lange hat das gedauert, dich davon zu überzeugen, da mit reinzugehen?
Naja, Ö3, das war jetzt schon so ein 5-, 6-Jahres-Prozess, wo ich alle Jahre wieder dem Marketingleiter eine Mail geschickt habe. Ich probiere es wieder mal. Und ja, natürlich haben wir als Festival wachsen müssen. Es hätte das Line-Up mitwachsen müssen. Mittlerweile haben wir Bands, die auch Airplay auf 3 und in den diversen Radiostationen haben.
Und somit ist es tatsächlich eine coole Kombi.
Und wie lange hast du gebraucht, dass der URF da mit rein ist? Weil 24 Stunden übertragen, ist eine Hausnummer.
Ist tatsächlich eine Hausnummer und das war jetzt nur Fernsehen, da redet man nicht von 18 Stunden Radio live und den Gottesdienst am Sonntagvormittag live im Fernsehen und wiederum mit 600.000 Zuhörern im Radio. Also das sind schon unfassbare Sendezeiten und Zuhörer- und Zuseherinnen-Quoten, die wir da erreichen dürfen.
Ja, hat auch eine Weile gedauert und muss ich Danke sagen an den oberösterreichischen Landesdirektor Klaus Obereder, der mich der dabei sehr unterstützt hat, das auch national hinzubekommen. Und ja, mittlerweile ist es eine sehr, sehr schöne Medienkooperation.
Welchen Tipp würdest du Deutschland geben, also gerade an die Festivals, die da sind, um den bayerischen Rundfunk davon zu überzeugen, das auch zu machen. Und wenn es nur eine Stunde wäre. Also damit wären wir ja auch schon mal glücklich.
Müsste man die handelnden Personen kennen. Also es gibt ja mit der Brasswiesen ein sehr, sehr cooles Partnerfestival, auch in der Nähe von München. Ich weiß jetzt gar nicht, welche Medienpartner die haben. Aber das gibt schon auch in der Nähe von München ein megacoles Festival, super Line-Up, sogar heuer mit Wanda, glaube ich, und Pizzeria und ja aus.
Also wirklich cool. Und Bayern 3 müsste eigentlich so schlau sein, auch auf diesen Zug aufzuspringen und ja, das live im Radio zu übertragen.
Müsste.
Müsste. Hartnäckigkeit ist das Stichwort. Kannst du so richtig hartnäckig sein, wenn es dann zusammenkommt? Nö, richtig hartnäckig kann ich nicht sein, aber kann schon immer höflich und freundlich mal nachhaken, wie es ausschaut. Und ja, man bekommt meistens doch immer einen Termin und dann merkt man, dass die Chemie zwischen den handelnden Personen stimmt und dann kann man sich schon coole Sachen ausmachen.
Okay. Was würdest du sagen, worin unterscheidet sich die Blasmusik von heute zu der von vor 13 Jahren, wo ihr angefangen habt? Oder sogar vor 20 Jahren, so aus deiner Jugend?
Naja, ich glaube, da muss man auch den Bands schon ein paar erwähnt, wie Labrasbander, Volkshilfe, Anna da zumals HMPC, auch dankbar sein, die musikalisch neue Wege gegangen sind, die einfach. Mit Plasmusik oder Global Crainer am Notel Brass, also da kann man sehr, sehr viele aufzählen, die mit Plasmusik einfach ein bisschen die Genregrenzen gesprengt haben oder neuere Genres eröffnet haben.
Ich glaube, dass sie einfach wirklich moderner Hipper, das Repertoire in den Musikkapellen wird vielschichtiger und moderner. Ich glaube, dass wir als Festival diesen Weg begleiten dürfen und unsere Zuseher und unsere Gäste einfach gerne zu uns kommen. Und ich hoffe, dass das wirklich noch viele Jahre so geht.
Welche oder wohin geht das Festival noch? Ihr seid ja sehr, sehr groß geworden. Dann, wir haben ja letztes Jahr auch schon mal so ein bisschen gesprochen, letztes Jahr mit Bosshorst auch ein Eck da gehabt, der ja zumindest am Anfang, ich glaube am Tag selbst, war das ja eine riesen Nummer, aber als es bekannt wurde, gab es ja schon ein bisschen Diskussion damals im Internet, sagen wir mal so.
Wobei man muss die Diskussionen immer gut abwägen, wenn man sagt, man hat irgendwie 1300 Likes auf Instagram und 14 negative Kommentare. Dann muss man das immer ein bisschen in Relation setzen. Und dass nicht jedem alles gefällt, ist absolut klar. Stichwort ist Offenheit, auch alles zuzulassen. Wir versuchen auch vielschichtig zu programmieren, sprich, wenn Bossos auf der Bühne ist, werden jegliche andere Bühnen sicher traditionell mit Blasmusik bespielt werden.
Also bei uns hat man auch die Möglichkeit, auszuwählen, wo gehe ich hin, was mag ich gern hören, worauf bin ich vielleicht neugierig, wo kann ich mich selber blasmusikalisch oder musikalisch weiterentwickeln, fortbilden sozusagen. Und ich glaube, da ist einfach musikalische Offenheit das ganz große Stichwort, dass man auch bei unserem Festival leben sollte.
Dass wir leben und hoffentlich auch unsere Gäste.
Ja, ja. Das ist ja das, was ich tatsächlich an der Diskussion ein bisschen schwierig fand, wo ich mir auch gedacht habe, okay, es gibt genug Bühnen, man muss ja nicht, also wer es nicht gefällt, der muss ja nicht vor der Mainstage stehen. Der kann ja woanders dahin gehen.
Der ist tatsächlich in der aller Handstage nebenan, ist sicher eine wunderbar böhmisch mehrische Formation gewesen. Habt ihr jetzt nicht mal ganz auswendig im Kopf. Seid ihr vermittelt? Aber dem war definitiv so.
Aber wann sagt ihr als Veranstalter, okay, das ist eine Größe, das können wir noch handeln. Und wann ist das Ding zu groß? Also wie weit wollt ihr noch größer werden, weil ihr habt ja jetzt letztes Jahr oder vor zwei Jahren noch eine neue Bühne, die Separé-Bühne. Separé, genau.
Also wir haben letztens ja zwei neue Bühnen mit Demmel-Bauers Tanzboden. Also genau, Demmelbauers Tanzboden war eben vorher eine neue Separation von zwei Jahren. Ja, aber wir sind jetzt auch aufgrund von der Flächenthematik doch an unsere Wachstumsgrenzen angestoßen. Wir haben noch ein paar neue Camping- und Comfortflächen dazu genommen.
Es wird noch einen neuen Biergarten mit einer neuer Bühne geben, heuer. Wird jetzt aber nicht riesig sein. Ja, und dann ist jetzt unsere Aufgabe, und uns ist bewusst, dass wir nicht mehr das ganz kleine und charmante Festival wie vor 2011 oder zu Beginn waren, ist es unsere große Aufgabe, es trotzdem so charmant, so liebevoll und so heimelig, wie es nur irgendwie geht, in dieser Dimension zu bleiben.
Und ja, das haben wir uns in den kommenden Jahren als Ziel gesetzt.
Also wenn ihr euch darüber unterhaltet, und das ist natürlich, ist das ja ein Ding, dieses Charmante. Was habt ihr da euch überlegt? Oder wie wollt ihr das versuchen beizubehalten? Weil das ist ja eine riesige Aufgabe bei der Menschenmenge.
Es ist tatsächlich eine riesige Aufgabe, aber das beginnt bei uns beim Personal, wo wir einfach tatsächlich schauen, dass wir auch heimische Vereine einbinden. Kulinarik, Getränkeangebot, dass wir da jetzt nicht irgendwie mainstreamig wären, sondern wir überlegen und sehr, sehr wohl, was bieten wir auch zu essen an.
Wir versuchen extrem viel mit Holz zu arbeiten. Man sieht es, glaube ich, bei unserer Mainstage, wo wir links und rechts riesengroße Holzwürfel haben, ein super großes Holzeingangsportal. Ja, und das sind eben so Kleinigkeiten. Beim Branding achten wir extrem darauf, dass alles irgendwie ein einheitliches Bild darstellt, ja, irgendwie sympathisch wirkt.
Wir haben mit unseren Stahl ein riesengroßes Glück, dass wir mit dem Leitnerstahl, mit dem Wutztock-Stahl und jetzt mit dem Dämmelbaus Tanzboden einfach drei Holzstadeln als Bühnen haben. Ich glaube, das kann kein Festival, vielleicht das Morrowland, behaupten. Und ja, so versuchen wir charmant, liebevoll, so gut es geht, in unserer größten Dimension zu sein.
Hast du dir irgendwann überhaupt vorstellen können, dass das so riesig wird?
Nein, kann man auch nicht planen, wie gesagt.
Aber man kann ja träumen, wenn man loslegt und sagen, okay, irgendwann haben wir das so.
Ja, wobei das war auch, wir haben ja dann wechseln müssen, kapazitätstechnisch vom Baumkronenweg und ich wollte unbedingt in der Nähe zu meinem Heimatort ein Gelände finden. Und wie wir 2012 dann das erste Mal im Ort im Innkreis waren, also nicht eine Sekunde daran gedacht, dass irgendwie, dass dieses Wachstum möglich ist, welche Flächen wir erschließen können, wo wir welche Bühnen platzieren können, welche Stadeln wir nutzen können.
Von dem haben wir einfach auch nicht mal geträumt. Sind aber happy, dass es so gekommen ist. Ja, das glaube ich.
Welche Auswirkung hat das eigentlich auf die Ortschaft? Also auf Ort im Innenkreis selbst, dass das ein Riesenfestival ist?
Ja, ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, Ort im Innkreis hat irgendwie 15.000, 1600 Einwohner. Und man muss sich vorstellen, bei uns nächtigen jetzt mittlerweile doch knapp 20.000 Menschen vor Ort, die alle irgendwie duschen, aufs WC gehen möchten. Also wir stellen eine Infrastruktur für 20.000 als eine Kleinstadt hin.
Und das bringt den Ort jetzt in Kanalisation und am Wasserbedarf schon an seine Grenzen. Ja, gleichzeitig schaffen wir natürlich Umweg Rentabilität und ich hoffe oder ich glaube, dass wir auch sehr gut aufgenommen werden vom Großteil der umliegenden Gemeinden, Bürgern und Ortschaften und viele feiern auch mit uns.
Gehen wir nochmal auf dich als Trompeter zurück.
Ihr hattet ja jetzt in den letzten Jahren sehr, sehr viele Künstler da, auch international. Also wenn ich da jetzt so drüber nachdenke, Tower of Power war da. Wie ist das so für dich als Trompeter, dann solche namhaften, auch internationalen Typen zu Gast zu haben?
Ja, das macht einem schon stolz. Und das beste Beispiel ist wirklich Tower of Power. Ich liebe Tower of Power seit meiner Kindheit oder Jugend an. Und ich glaube, sie waren 2013 zu Gast. Ist das so lange schon wieder her? Ja, 13 oder 14. Und ich kann mich noch an deren Crew-Shirt erinnern, wo am Rücken gestanden ist, Paris, Tokio, Rom, London, Ort im Innkreis, Mailand.
War schon spannend zu sehen. Sie dürften relativ gläubige Jung sein und haben vor einem Auftritt ein Gebet gesprochen. Und David Garibaldi hat damals zu mir gesagt, Simon, come on, haben mich so in den Kreis mit aufgenommen und haben sich bedankt, dass sie in Ort sein dürfen. Das war schon ein sehr spezieller Moment und da ist man natürlich dann stolz drauf.
Wie reagiert so eine Band auf so ein Festival? Also die vor allen Dingen auch was da außenrum passiert. Das kennen die Amiser jetzt nicht so oder sie gehen mal in so ein Oktoberfest irgendwo. Aber eigentlich kennen die das ja nicht. Wie reagiert so eine Band auf sowas?
Es ist schon immer spannend, oder wir hatten auch Cool and the Gang vor Tower of Power. Die kommen schon mit einem bisschen Vorbehalt zu uns zu Gast. Aber sobald sie empfangen werden, die Herzlichkeit merken. Und spätestens wenn sie auf der Bühne stehen und die musikbegeisterten Menschen unten sehen, sind sie super happy.
Oder ich habe mit Bossos sprechen dürfen. Die hatten wirklich geglaubt, auf welches Centfest waren wir jetzt. Und ja, die beiden Jungs haben den ganzen Nachmittag auf einem Golfcard auf den diversen Campingplätzen verbracht und hatten, glaube ich, den Spaß ihres Lebens, weil es einfach so cool war und sie haben den Auftritt bei uns auch sehr, sehr genossen.
Und das ist dann schon cool, wenn man irgendwie so Vorurteile aufbrechen kann und den Künstlern dann das Gegenteil beweist.
Aber was sagen die nicht nur zum Publikum, sondern auch, also die kriegen ja auch mit, was da sonst für Musik gerade gespielt wird. Kommt da irgendwas so mit, oh, das habe ich klischeemäßig ganz anders erwartet und das ist eigentlich viel cooler oder wird sich da gar nicht geäußert?
Nein, da kommt schon was. Aber sie sind ja alles Musiker und sind Spitzenmusiker, sind Profimusiker, die wissen auch alle Genres und alle Facetten von Musik zu schätzen und wissen, was es bedeutet, wenn jemand musiziert oder ein Instrument spielt und unter den Musikern gibt es ganz, ganz wenig Vorbehalte, die finden das cool, schätzen auch das Traditionelle, das natürlich einen sehr, sehr großen Stellenwert bei uns einnimmt.
Und ja, eigentlich ist ja die Kombi findet einfach wirklich jeder cool. Und wir versuchen es natürlich auch gut zu programmieren, jetzt das Verbosshaus, dass es irgendwie einen guten dramaturgischen, musikalischen Bogen hat. Das ist dann ja eigentlich immer schon ganz stimmig.
Welchen Act würdest du gerne mal holen, was dir bisher noch nicht so gelungen ist?
Haben wir schon mal gesprochen, Andi, ich muss gestehen, ich bin ein riesengroßer Seed-Fan. Wird sich aber leider auf unserer Bühne, glaube ich, nicht ausgehen. Weil Seed hat eine mega Bläser-Kombi. Und ich dürfte jetzt im Sommer bei Klassik am Dom Fante IV machen, Fanta 4 mit Bläser oder mit der Woodstock All-Star-Band, wäre auch eine Ansage.
Da gibt schon noch ein paar Acts, wo wir uns in den kommenden Jahren freuen, die vielleicht bei uns zu Gast sein.
Also Seed wäre ich sofort dabei, aber die spielen ja im Moment nicht. Spielen im Moment nicht, ja. Aber da durfte ich vor drei Jahren, glaube ich, waren die in Mainz, habe ich mich auch mit dem Posaunist getroffen und durfte dann mit den Jungs auch hinter der Bühne so ein bisschen Zeit verbringen. Sind auch sehr entspannte Jungs, muss man echt sagen.
Also würden gut aufs Festival passen, sagst du.
Auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Also bleib da mal dran. Welchen Act hast du geholt, wo du gedacht hast, boah, den kriegen wir nicht? Und dann war er doch da.
Kriegen wir nicht. Ja, tatsächlich Bossos vielleicht einmal. Also war jetzt irgendwie spannend. Aber ansonsten ist das Booking, ja, man, es ist ein ganz Jahresprojekt, das geht über mehrere Monate hinweg, es geht über mehrere Jahre hinweg. Man plant oft sogar zwei, drei Jahre im Voraus die größeren Acts.
Cool and the Gang war spannend, war dann auch tatsächlich vor Ort spannend. Ja, eine amerikanische Produktion ist immer schon sehr strikt und wenn was im Rider steht, hat es da zu sein. Und die haben natürlich ganz, ganz andere Anforderungen, was Garderoben betrifft, was Catering Rider betrifft. Und da sind die Amis prinzipiell schon sehr strikt, wenn was im Vorfeld vorgegeben ist.
Aber wir haben es ganz gut gelöst.
Okay. Ich weiß nicht, ob du aus dem Nerkästing plaudern darfst, du musst auch den Künstler nicht nennen, aber was war das Absurdeste, was jemals in so einem Rider drin stand, wo du gesagt hast, okay, das jetzt wird es spannend.
Ja, ich darf ja bei Klassiker am Dom doch sehr, sehr viele internationale Aktor auch machen. Ja, da sind schon ein paar absurde Sachen drin, wie bei Mond abgefülltes, stilles Wasser, diverse Wein oder Champagnerflaschen, die eigentlich gar nicht erhältlich sind oder Whisky-Marken, wo man schon sehr tief im Internet graben muss, dass man die bestellen kann.
Aber warum steht sowas drin? Weil die sich denken, okay, wenn es einer schafft, ist es geil, das dabei rauszuholen, weil wenn du schon sagst, da muss man echt schon tief graben, dann muss ja jedem klar sein, okay, das kann ja gar nicht jedes Mal dastehen.
Prinzipiell muss man als Veranstalter versuchen zu verstehen, also dass vor allem internationale Acts jetzt, die irgendwie durchgehend Wochen oder Monate auch Tour sind, vor einer Stadt in die nächste gekarrt werden, vor einem Hotel ins nächste, vor einem Backstage-Bereich ins nächste. Die wissen oft gar nicht, in welcher Stadt sie gerade sind und wo sie gerade spielen.
Und da versucht natürlich das Management es den Künstlern oder der Band so angenehm und es ihnen so angenehm wie möglich zu machen. Und da muss man schon Verständnis haben, warum so absurde Dinge drin sein müssen. Wieso eben genannt, kann ich dir leider auch nicht erklären.
Okay. Die Frage kam, was man tun muss als Nachwuchsband, um beim Wurztock zu spielen.
Ja, prinzipiell haben wir einen ganz normalen Bewerbungsprozess, wo man einem einfach an Bands at Wodzstock.at und wir lesen wirklich jede Bewerbung, jede Bewerbung wieder eine Datenbank.
Das wäre nämlich jetzt meine Frage, ob ihr wirklich andere.
Ja, tatsächlich. Mittlerweile wird es ein bisschen vorgecastet von meinen Mitarbeitern, die selber alle musikalisch, die alle musikalisch sind und auch Musik studiert haben zum Teil. Wird es ein bisschen vorgecastet und mir das weitergeschickt, was halt tatsächlich einfach, also was gut ist, was zum Festival passt.
Aber wir schauen uns tatsächlich jede Bewerbung an und versuchen auch überall zurückzuschreiben und Feedback zu geben. Ich hoffe, es gelingt uns überall. Und dann ist es immer eine Mischung. Also wir versuchen natürlich Altbewertes, es gibt Bands, die sind fix gesetzt, dann kommt es ein bisschen auf den sogenannten Headliner drauf an.
Dann versucht man immer Neues zu finden. Man schaut, auf welche Bühne braucht man nur welche Stilrichtung. Und dann ist es immer eine Mischung. Oder unser Bandwettbewerb Copacabella ist auch immer ein guter Tipp.
Punktet die Bewerbung, wenn die anders da aussieht als bei anderen?
Prinzipiell punktet die Bewerbung mit musikalischer Qualität, was bei uns oberste Prämisse ist. Also es muss einfach, es sollte musikalisch einfach mal gut sein. Und natürlich schätzen wir es, wenn Bands ein spezielles Promo-Video machen, sich die Mühe geben, ein spezielles Video zu inszenieren, das da wissen wir sehr wohl zu schätzen, was dahinter steckt.
Ja, und das ist dann auch schon auch immer ein bisschen ausschlaggebend, dass man der einen oder Band, der anderen Band eher den Zuschlag gibt oder mit den Slime-Up aufnimmt.
Wer entscheidet, wer Headliner ist? Bist das du, der sagt, okay, ich hätte gern einfach mal was anderes, so wie Bosshorst letztes Jahr oder wer ist es dieses Jahr? Ich weiß gar nicht. Festpänkler?
Ja, wir haben die Festpänkler wieder zu Gast am Sonntag. Aber unser Headliner ist eigentlich unser Woodmaster, beziehungsweise die Woodmaster-Familie mit Ernst Hutter und seinen Jungs. Das sind eigentlich unsere, und ich finde es sehr, sehr cool, unsere Headliner über die Tage hinweg, auch auf den Hauptbühnen, die in den unterschiedlichsten Projekten und Facetten auf den diversen Bühnen zu hören sein werden.
Ja, und natürlich am Sonntag zum Abschluss die Festpänkler.
Aber wer entscheidet das? Machst du das oder kommt dann jemand von deinen Mitarbeitern und sagt, okay, nächstes Jahr müssen wir mal, keine Ahnung, mal wieder was anderes bringen? Also womit man mal so ein bisschen auch Reibung erzeugt, das ist ja manchmal auch nicht so verkehrt. Also wie bei Bosshorst zum Beispiel.
Es ist immer ein schöner Austausch. Prinzipiell entscheidest du nicht am Ende des Tages, aber wir tauschen uns wirklich oft aus, eigentlich wöchentlich, überlegen, was können wir Neues machen, welche Wege können wir gehen, welche Bewerbungen sind reingekommen. Wer hat schon lange nicht mehr bei uns gespielt und hätte wieder mal Platz?
Und dann ist es meistens so ein Prozess im Booking oder im Line-Up, wo die Headliner auch oft entstehen und jetzt nicht ganz fix geplant sind.
Die Wachstumsgrenze ist jetzt schon so ein bisschen, also erreicht hast du, ihr wollt versuchen, das noch charmant zu haben. Welche Ziele habt ihr sonst noch?
Ja, einfach die Qualität zu halten. Charmant zu bleiben, steht trotzdem ganz, ganz oben, kann ich mich nur wiederholen. Aber auch Sicherheitsstandards zu erhöhen, es dem Publikum so angenehm wie möglich zu machen. Auch was die ganzen Sanitärbereiche betrifft, versuchen wir sehr, sehr hohe Standards zu setzen und da nicht nachzulassen und uns immer wieder zu verbessern.
Das ist eigentlich das ganz große Ziel.
Also das muss ich ja wirklich sagen, da ist ja, also ich bin jetzt nicht der Festivalgänger, der sonst auf tausend anderen Festivals ist, aber die Sanitäranlagen muss ich ja schon mal sehr lumend hervorheben. Also ich finde das mega, was ihr da hingezaubert habt.
Da haben wir uns tatsächlich aus der Not eine Tugend gemacht, weil nach Corona war es sehr, sehr schwierig, tatsächlich Sanitäranlagen in dieser Anzahl zu bekommen und da haben wir uns entschlossen, diese einfach selber zu bauen. Es sind tatsächlich all unsere eigenen Sanitärcontainer, die wir mittlerweile sogar auf sämtliche anderen österreichischen Festivals vermieten.
Und da sind wir eh sehr stolz drauf, dass wir hier im ganzen Event- oder Festivalbereich vielleicht einen neuen kleinen Standard gesetzt haben.
Ist das so generell zu deiner Mentalität aus der Not eine Tugend zu machen?
Mit Timeus, ja. Also ich bin sicherlich sehr risikofreud, also risikofreudiger wie mancher anderer. Vieles funktioniert, vieles geht auf, wie man so schön sagt, manches funktioniert dann auch nicht. Aber speziell in gewissen Größenordnungen geht es ohne diverse Investitionen oder Risikoinvestitionsbereitschaft, geht es gar nicht, weil sonst das Wachstum gar nicht möglich wäre.
Okay, wir haben vorher schon mal, also bevor wir jetzt gesprochen haben, schon mal die Woodstock Academy angesprochen. Die gibt es jetzt auch schon einige Jahre. Erstens, was ist das für die Leute, die das noch nicht kennen? Und zweitens, was hat dich bewogen, neben dem ganzen Festival auch noch das aufzuziehen, weil das ist ja organisatorisch erst recht ein Riesenaufwand.
Na, die Woodstock Academy schwiert mir schon tatsächlich etliche Jahre im Kopf herum. Das ist einfach ein pädagogisches Format von Wutztag der Blasmusik, wo wir eine Woche mittlerweile an den wunderschönen Wolfgangsee gehen und mit über 50 international namhaften Dozenten über 120 Workshops und Hunderte an Einzelstunden anbieten.
Ja, und das haben wir, war auch ein Corona-Projekt. Das haben wir in Corona gestartet und war sicherlich mit Abstand eines der intensivsten und aufwendigsten Projekte, die ich jemals gemacht habe, weil wir haben einen eigenen Stundenplan, einen eigenen Organizer programmiert und konzipiert. Und mittlerweile gehen wir ins fünfte Jahr mit der Woodstock Academy.
Und es ist einfach eine wunderbar coole Woche, wo man sich fortbilden kann und auch seinen Horizont sowohl musikalisch als auch anderwertig erweitern kann. Und es ist einfach eine absolut tolle Woche.
Kann ich bestätigen, ich war ja letztes Jahr eine halbe Woche zumindest da und ich fand die Atmosphäre einfach sehr schön. Also erstens, man kommt ins Gespräch mit vielen Leuten, natürlich auch mit vielen Dozenten. Und was ich in diesen Kursen total schön fand, man hatte öfters mal, wenn man auf so, dann vielleicht noch aus dem Studium kennt, so aus Meisterkursen und so, irgendeinen Typ dabei, der meint, er muss zeigen, was er kann.
Das habe ich nie gesehen in diesem Kurs. Es war immer ein Miteinander, es war immer sehr wertschätzend. Fand ich super. Also ich fand die Atmosphäre super angenehm. Ganz toll.
Es ist auch zwischen den Dozenten, das sind alles, ja, es waren Studienkollegen, es sind Freunde, es sind Wegbegleiter, also wir haben ein unfassbar cooles Dozententeam, wo jeder auch bereit ist, also von einem Blutjungen, wirklich jungen Anfänger bis hin ins hohe Alter, der vielleicht jetzt mit, jetzt sage ich jetzt einfach plakativ, mit 59 Jahren Trompete zu beginnen zu lernen möchte, wird einfach jeder mit Freude und mit demselben Enthusiasmus unterrichtet.
Und ja, egal ob jetzt Profi, ob am Weg zum Studium, zu einer Aufnahmeprüfung oder wie gesagt, junge Kids, die gerade starten, ja, unsere Dozenten freuen sich auf jeden und es ist ein riesengroßes Miteinander, das stimmt.
Also das fand ich mega schön. Ich hoffe, dass ich es dies ja nochmal schaffe zu kommen. Ich würde uns freuen. Also ich habe da tatsächlich am Ende des Jahres, guckt mal so, was habe ich das ganze Jahr über gemacht und welche Momente sind hängen geblieben. Und die Woodstock Academy Momente waren tatsächlich mit die prägsamsten vom letzten Jahr.
Ich habe dann auch gleich im Georg Pranger geschrieben, weil wir einen unfassbar schönen Abend zusammen erlebt haben. Und wir uns ja auch nur durch Zoom kannten und uns nie vorher getroffen haben. Und also es ist auch eine sehr schöne Begegnungsstätte, muss man auch einfach sagen.
Nein, es gehören natürlich auch die Abendveranstaltungen zusammen. Also untertags bildet sich jeder fort und jeden Abend gibt es irgendein Rahmenprogramm von, ja, wir haben einen Volkstanzabend oder es wird heuer am Nothil, es wird im Notzill-Prass-Konzert geben, ein kleines Oktoberfest mit der kleinen Egerländer-Besetzung, Mozulu-Art wird mit Matthias Schorn und Kollegen afrikanische Musik mit Mozart verbinden.
Ach cool. Also da hat man schon sehr, sehr viele Möglichkeiten, sich am Abend auszutauschen, gemeinsam Konzerte zu genießen oder sich dann auch bei dem einen oder anderen Abendvortrag fortzubilden.
Ich habe gesehen, ihr habt dieses Jahr auch Thomas Doss dabei. Stimmt, genau. Das ist ja dann quasi auch so die Eroberung ein bisschen der symphonischen Blasmusik, die da jetzt so ein bisschen einzieht.
Ja, das ist irgendwie die Fortsetzung. Ich muss mir überlegen, ich glaube, vor drei Jahren haben wir gesagt, passt, nehmen wir die Regieren dazu und haben mal einen Schnupperkurs gemacht und dann einen Kurs für Fortgeschrittene und wir haben einfach super Feedback bekommen. Und heuer haben wir Thomas gefragt, ob er einen Meisterkurs machen möchte.
Ja, der hat sich sofort bereit erklärt und jetzt, ich glaube, es ist beschränkt auf acht Studenten. Jetzt haben wir acht Studenten und Studentinnen vor Ort, die bei Thomas einen Meisterkurs machen mit einem Kursorchester und einem speziell abgestimmten Kursprogramm und taugt uns sehr, dass wir Thomas dafür gewinnen konnten.
Ist das der Plan, auch für die Zukunft noch mehr gerade diese symphonische Welt auch da noch mit reinzuholen, um quasi vermeintliche Grenzen, die eigentlich nicht sein sollten, aber oder Vorbehalte abzubauen?
Absolut. Ich bin mit der Symphonischen Blasenmusik groß geworden, dürfte jahrelang im Symphonischen Blasorchester reden, musizieren, wirklich von klein auf. Wir sind in Kerr gerade Weltmeister in der höchsten Division geworden. War eines meiner prägendsten Erlebnisse. In Kerr gerade auf der Bühne stehen zu dürfen.
Und ja, Symphonische Blasmusik ist. tatsächlich großartig und wollen wir verstärkt euch bei der Woodstock Academy einen Teil davon widmen.
Auf dem Festival wird es wahrscheinlich schwierig sein, das unterzubringen, oder?
Ja, wir versuchen es immer, natürlich ist jetzt ein riesengroßes symphonisches Blasorchester, auch technisch in der Kürze der Zeit, die zur Verfügung steht, schwierig umzusetzen. Aber wir speziell am Donnerstag zur Eröffnung versuchen es wir mit Ensembles wie German Brass, wie Blechschaden, Wiener Brass Connection, Oberösterreich Brass Band, also wir versuchen schon konzertante Schwerpunkte zu setzen, die vielleicht noch nicht ganz in die riesengroße symphonische Blasorchesterrichtung gehen, aber definitiv in konzertante Blasmusik, das ist mir schon wichtig.
Wie erklärst du dir, dass beim Festival, also jetzt die letzten Jahre waren ja auch Verbände vor Ort. Also der Bayerische Blasmusikverband war da, Oberösterreich war da. Warum hat das so lange gedauert?
Ja, weil es natürlich zu Beginn ein paar Vorbehalte gegeben hat, weil ich spreche jetzt immer wieder von Österreich, ich weiß nicht, wie viele Bezirksmusikfeste oder Musikfestivier in Österreich an den diversen Wochenenden feiern. Und wir haben uns mal festgelegt, dass wir Ende Juni, Anfang Juli mit dem Gutztag bleiben, wo es natürlich umliegend auch Bezirksmusikfeste gegeben hat.
Und da hatten wir nicht nur Freunde, vielleicht sogar verständlicherweise, aber wir können es terminlich gar nicht ganz Österreich oder ganz Bayern recht machen. Dieses Wochenende, glaube ich, gibt es im Sommer nicht, wo kein Musikfest ist. Ja, mittlerweile haben wir eine wunderbare, amikale Partnerschaft über Jahre hinweg schon.
Wir unterstützen uns gegenseitig, wir überlegen, wie können wir die Blasmusik an sich vorwärts bringen. Also es ist schon ein riesengroßes Miteinander und muss jetzt auch sehr dankbar, also ein Dankeschön sagen an alle Verbände, die uns unterstützen und die mit uns zusammenarbeiten.
Wir haben letztens ja schon mal über diese Frage diskutiert und die kam tatsächlich jetzt schon wieder und bei der Academy fällt das nicht so auf, aber beim Festival schon. Warum gibt es so wenig Frauen in der Blasmusik?
Ich diskutiere das immer wieder. Kann ich dir leider nicht beantworten. Wenn wir es wüssten, aber es gibt wirklich coole Gruppen. Es gibt sehr, sehr viele Frauen, die auch in Ensembles mitspielen. Wir würden uns immer gern mehr wünschen. Den Grund dafür kann ich dir leider tatsächlich nicht nennen. Ich kann nur appellieren, Blasmusik ist cool, ist für jeden Mann, jeder Frau.
Es geht ums gemeinsame Musizieren, egal welchen Geschlechts und welchen Alters. Das ist auch das Spezielle an einem Musikverein, dass Jungen neben Alt sitzt und die einfach gemeinsam musizieren müssen. Ja, und wenn wir uns was wünschen dürfen, ist einfach, dass in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten sich der Anteil der weiblichen Blasmusikerinnen einfach erhöht.
Die Wahl des Woodmasters oder der Woodmaster, dieses Jahr sind sehr mir, hat mich jetzt persönlich nicht überrascht. Es war irgendwie, ich habe tatsächlich, ich habe mal überlegt und da dachte mir, okay, vielleicht passiert das, weil der Ernst ja auch aufhört. Das ist natürlich nochmal eine schöne Bühne, auch sich und natürlich dann auch die Jungs zu präsentieren.
Trotzdem kam irgendwo, und auch da muss man die Relation wieder sehen. Ich weiß das, es war, glaube ich, einer, der drunter geschrieben hat. Ich glaube, bei YouTube war es. Wann gibt es eine Woodmasterin?
Die Frage bekomme ich auch oft gestellt und stellen wir uns auch als Team oft intern. Es muss natürlich ein Woodmaster facettenreich sein, muss natürlich ein Aushängeschild oder Woodmaster oder Woodmasterin muss natürlich ein Aushängeschild sein. Und wir überlegen wirklich oft fieberhaft, wen wir als weibliche Bootmasterin, die auch diverse Genregrenzen überspringen, dass jetzt nicht einfach nur klassisch oder nur traditionell oder nur modern spielt, die alles abdecken kann.
Wir hoffen, dass wir bald die geeignete Dame finden. Hast du eine Idee?
Nee, das ist ja das Problem. Also mir fällt ja auch keiner ein. Also ich habe die Diskussion ja auch schon mal gehabt und ich habe gesagt, ich wüsste jetzt auch keiner. Weil ich fände es immer sehr schwierig, einfach mit dem Finger auf jemanden zu zeigen und sagen, ja, die müssten mal machen. Und ich unterstelle dann immer der anderen Seite, ja, die geben sich ja Mühe.
Also ich glaube ja, niemand stellt sich hin und sagt, nee, die Frau machen wir nicht. Aber es fällt mir ja auch keiner ein.
Wirklich die diversen Ideen, aus dem Volksmusikbereich hätten wir mal jemanden, also eine Dame gefragt, hätten wir fast dazu gebracht, dass sie Woodmasterin wird, war dann familiärbedingt leider nicht möglich. Es gibt eine schwedische Multiinstrumentalistin namens Gunhild Kalin, glaube ich, heißt spielt Trompete, spielt Posaune, singt, spielt mit Handstand, spielt am Kopf.
Wäre wirklich cool, haben wir auch noch nicht dazu gebracht. Also ein paar Ideen gibt es, aber die haben wir leider noch nicht umsetzen können.
Ja, genau, weil es kommt ja noch dazu, die müssen ja auch Ja sagen. Es ist ja nicht nur so, dass man sagt, die gibt's. Hätte ich gerne und ja. Die Birgit könnte ich mir noch vorstellen.
Birgit können wir mal fragen, liebe Freundin von mir.
Ich schreibe mal. Mach das doch mal. Was brauchen Vereine noch für die nächsten Jahre in der Blasmusik? Was würdest du sagen, wenn du heute Vereinsvorstand wärst?
Na, viel Durchhaltevermögen. Ich glaube, wichtig ist, dass man einfach, man muss jetzt trotzdem sagen, dass 99% ehrenamtlich geschieht und das ist eine riesengroße Herausforderung, einfach Durchhaltevermögen, das Ehrenamt gerne leben, einfach viel in die Jugendarbeit stecken, ja, viel Zeit in die Jugendarbeit investieren, gemeinsam mit jungen Kids etwas unternehmen und an den Verein heranzuführen.
Ja, und ich glaube, das braucht es auch viele Kapellmeister. Und ich glaube, da ist sehr, sehr viel notwendig, dass das auch in Zukunft so funktioniert, wie es jetzt funktioniert. In diversen Bundesländern gehen auch anscheinend die Kabellmeisterausbildungen etwas zurück. Da muss man ansetzen. Und ja, trotzdem durch alte Vermögen und Beharrlichkeit.
Du hast vorhin so schon gesagt, du bist in vielen Dingen risikobereit. Und was glaubst du? Vor was scheuen sich Vereine? Wo würdest du sagen, da müsst ihr einfach mal mehr mutiger sein?
Da müsste man mutiger sein, ja, einfach neue Wege zu gehen, alte Traditionen aufzubrechen, vielleicht überhaupt das Mindset ein bisschen umzustellen. Ich glaube, da gibt es sehr, sehr gute Beispiele. Wir haben gerade ein wunderschönes Beispiel in Oberösterreich. Der Musikverein Kopfing ist gerade in Irland bei der St.
Patrick's Parade, ich glaube in Dublin, keine Ahnung, ist Medial gerade riesig vertreten bei uns in Oberösterreich und das finde ich cool, einfach was zu unternehmen. Die haben jetzt im Winter Marschproben machen müssen, weil sie bei der Parade mitgegangen sind. Das ist natürlich eine spezielle Herausforderung bei den Temperaturen.
Aber ich glaube, der Verein feiert das richtig und das glaube ich jung und alt. Okay. Wenn du sagst medial, wo taucht das auf? Facebook, Insta, sie haben irgendeinen Publikumsaward gewonnen, sogar bei dieser Parade. Das ist in Oberösterreich gerade sehr, sehr präsent. Ziemlich coole Aktion.
Das recherchiere ich mal. Rückblickend auf die Jahre, die du das jetzt alles machst. Was waren deine Highlights und was waren dein Dein Lowlights?
Das mit vorhin, der Moment mit Tower of Power, glaube ich, neben dem Ganzen und dem ersten Gesamtspiel, das wirklich sehr, sehr emotional war, das waren schon die Highlights. Also es war wirklich cool. Und jedes Jahr ist das Gesamtspiel ein ganz spezieller Moment für mich und für das gesamte Team. Freuen wir uns Jahr für Jahr drauf.
Und die Lowlights beim Festival sind immer diverse Unwettermahnungen, tatsächlich Publikumsräumungen. Man muss dann schon Entscheidungen oft wirklich Minuten oder Stunden vorher treffen, wo man nicht weiß, ist es richtig, ist es falsch, wie soll man sich entscheiden. Und das sind dann so meistens die Lowlights während den ganzen Festivals.
Würdest du rückblickend irgendwas anders machen oder glaubst du, das passt so alles?
Ich glaube, man wird immer irgendwie etwas ein bisschen anders machen, aber im Großen und Ganzen haben wir es ganz gut gemeistert. Wir sind tatsächlich vor ein paar Herausforderungen gestanden. Jetzt, ja, Corona war jetzt auch finanziell eine Riesenherausforderung für die ganze Event- und Tourismusbranche, die immer vielleicht sogar ein bisschen nachhängt.
Da sind wir froh, dass wir das so meistern können haben. Aber im Großen und Ganzen, glaube ich, bin ich ganz happy, wie wir es auch als Team geschafft haben. Und wir haben jetzt in Summe tatsächlich 80 wunderbare Mitarbeiter, die uns über das Jahr begleiten.
Nur für das Wurztock, der Blasition oder für die Schulen, die du machst.
Wir haben diverse Gastronomiebetriebe, wir haben eine Event- und Marketing-Agentur, ein kleines, aber feines Hotel. Also es ist schon sehr divers bei uns, was wir nebenbei neben dem ganzen Woodstock-Universum so noch betreiben.
Ich finde es total spannend, wenn man mal überlegt, was dein ursprünglicher Gedanke war, dass das ja nur der Plan B war.
Das war tatsächlich der Plan B, ja.
Und wie groß das geworden ist.
Aber ich denke mir oft, jetzt würde ich gerne wieder im Plan A sitzen. Es gibt schon so Momente, wo ich mich liebend gerne an diverse Orchesterdienste zurückerinnere, wenn man sagt, zu 10 bis 13 Uhr Probe, nachmittags vielleicht eine kurze Mucka, wie man in Deutschland sagt, Geschäftel, am Abend wieder in den Dienst gehen, auf ein Feierabendbier und dann gemütlich ins Bett.
Das hat schon was gehabt auch.
Hat er natürlich den ganz großen Vorteil, man ist nur für sich selber verantwortlich. Man geht da hin, spielt.
Spielt seinen Dienst, natürlich auch immer, je nach Dienst kann es auch sehr herausfordernd sein.
Auf jeden Fall, aber jetzt musst du ja 80 Leute managen und dann ein ganzes Festival, das ist ja eine ganz andere Herausforderung.
Genau, es sind ganz andere Herausforderungen und darum so die diversen Orchesterdienste misse ich in der einen oder anderen hektischen Alltagsstunde doch sehr.
Das kann ich gut nachvollziehen. Das kann ich gut nachvollziehen. Aber du hast ja anfangs gesagt, das ist ja wieder mehr zu spielen bei dir.
Absolut. Wir versuchen auch mit ehemaligen Kollegen, also gerade morgen geht es zu einer Quintettprobe mit ehemaligen Kollegen, wo wir einfach wirklich aus Freude am Musizieren gesagt haben, machen wir wieder ein Quintett. Und so versuche ich halt mit den diversen Ensembles halbwegs zu bleiben und einfach Musik spielen zu können und dabei ein bisschen abschalten zu können.
Ihr seid ja wahrscheinlich, also kurz vor dem Festival ist man ja wahrscheinlich vielleicht schon in der Planung für nächstes Jahr. Das braucht ja alle so Anlauf. Habt ihr schon eine Überlegung für den Woodmaster nächstes Jahr? Also du musst den Namen nicht sagen, aber habt ihr schon Ideen?
Gibt es tatsächlich nicht, nein, muss ich gestehen. Wir beschäftigen uns jetzt mal mit heuer. Das passiert dann meistens so im Mai, Juni. Den Woodmaster gehen wir dann immer ein bisschen später bekannt, aber so im Mai beginnen wir dann tatsächlich das Line-up für das darauffolgende Jahr zu fixieren, dass wir, wenn wir mit dem Vorverkauf starten, einfach schon ein paar coole Acts präsentieren können.
Beziehungsweise sind wir jetzt auch schon mittendrin. Woodmaster schwüren immer wieder Gedanken im Kopf herum, aber so ganz konkret ist noch nichts. Okay, wir kommen. Bleibt spannend.
Ja, wie gesagt, vielleicht wird es ja nicht die Frau. Also vielleicht findet ihr ja dann jemand, der auch Ja sagt. Das ist ja auch das Entscheidende. Wir kommen zu den letzten Fragen. Was lernst du gerade, was du noch nicht kannst? Was lerne ich gerade, was ich noch nicht kann?
Das sind immer eine ganz speziellen Fragen, auf die man nicht vorbereitet ist. Andi, da muss ich jetzt kurz überlegen. Darfst du? Einfach mich weiterbilden. Tatsächlich ständig im Betrieb weiterzubilden, betriebswirtschaftlich, personell. Also da ploppt jeden Tag tatsächlich immer eine neue Herausforderung auf, wo man einfach Stück für Stück dazulernt und besser wird.
Was würdest du gerne mal machen, hast dich bisher aber nicht getraut. Also das kann alles sein. Das muss auch in deinem beruflichen Kontext gar nichts zu tun haben.
Was ich wirklich gerne machen würde, ist jetzt mal ein Segelschein.
Ah, cool.
Ja, und vielleicht in ein, zwei, drei Jahren tatsächlich den Flugschein mal angehen, wenn es die Zeit erlaubt, weil es, glaube ich, eine sehr, sehr schöne Abwechslung ist. Das sind so die kleinen Träume, die ich gerne realisieren würde.
Hast du überhaupt Zeit für sowas?
Ich versuche es mir zu nehmen. Also, und gerade deswegen versuche ich mir neue Ziele zu setzen, wenn man sagt, passt, jetzt macht man den Segelscheinen und hat vielleicht ein kleines, feines Segelboot irgendwo stehen. Ist man ja gezwungen, etwas zu machen und ein bisschen out of the box zu denken und nicht nur im beruflichen Alltag zu verharren.
Welches Buch bzw. welchen Film sollte man mal gelesen oder geschaut haben?
Ich habe gerade die Serie meines Lebens geschaut auf Apple TV. Nachdem ich ein riesengroßer Fußballfan bin, kann ich jedem nur Tlasso ans Herz legen. Komplett reingekippt. Unfassbar gute, also auch zwischenmenschlich passierende Serie, wo man sehr, sehr viel dazulernen kann. Nicht nur geht es gar nicht so um Fußball, aber.
Was hast du da persönlich dazugelernt? Also ich kenne nur die Serie im Kontext, ich habe es nie gesehen, ich höre immer nur, dass die super gut ist.
Ja, dass es um die Sache geht, dass es nicht um einzelne Personen geht, sondern um die Sache geht. Motivationsreden, wie man aus Einzelgängen ein Team formt, ist unfassbar spannend. Da kann man wirklich viel lernen im zwischenmenschlichen Bereich.
Okay. Das machst du die Frage des Egos gerade ein bisschen auf, finde ich. Echt? Ich finde es schon, also wie schaffst du es, so ein Team zusammenzuhalten bei dir? Also dass da nicht dann auch Egos durchdrehen und sagen, okay, ich muss jetzt auch mal mein Ding hier machen?
Prinzipiell haben wir unfassbares Glück gehabt, dass wir einfach wirklich zwischenmenschlich ein super Team gefunden haben. Also wir sind Freunde. Natürlich ist es immer wichtig, also es gibt Strukturen, es gibt gewisse Grundregeln, die natürlich vorhanden sein müssen. Wir haben dann auch das Glück, also ein Event ist immer spannend.
Man fährt gemeinsam wohin, man übernachtet wo gemeinsam, man arbeitet eine Woche oder mehrere Wochen bis beim großen Nutzug ist an einem Ziel. Und wenn man das dann gut schafft, wird natürlich auch gemeinsam gefeiert und da werden schon schöne Teammomente geschaffen, die zusammenschweißen und auch in Erinnerung bleiben.
Was ich ja sehr schön finde, ist Satzeli, weil du das vorhin noch gesagt hattest, ihr freut euch immer auf das Gesamtspiel. Ich finde es schön, dass ihr dann da oben steht und das ja auch euer Moment ist.
Na absolut. Also das ist tatsächlich, wir arbeiten Wochen, Monate neben all den anderen Projekten, aber am Ende des Tages doch aufs Woodstock hin. Und wenn man da noch schönes, wir hatten jetzt tatsächlich seit 2015 immer nur schönes Wetter beim Gesamtspiel, wenn da die Sonne ein bisschen auf die Bühne scheint und man das genießen kann und ja, jetzt jeder vom Team, also die meisten vom Team, jetzt wenig bis nichts zu tun haben, ist ein wunderschöner, eine wunderschöne Stunde während dem Gesamtspiel.
Okay. Welche Aufnahme sollte man sich unbedingt mal angehört haben?
Nenn da glaube ich immer das Album One More Once von Michelle Camillo, bestes Big Band Album ever.
Okay. Abschließend, was sind deine privaten Wünsche und die Wünsche für die Blasmusik-Szene?
Ja, die privaten Wünsche, dass man trotzdem einfach fit bleibt, dass man sich selber Freiräume und also Freiräume schafft, Zeit für sich selber nimmt. Das ist im ganzen beruflichen Alltag oft gar nicht so einfach. Und für die Blasmusik, dass es so vorwärts geht, wie es jetzt vorwärts geht, dass die Jugend jahrzehntelang stolz darauf ist, im Verein zu sein, dass die Tradition hochgelebt wird und dass es einfach facettenreich bleibt.
Und musikalische Offenheit ist mir ganz, ganz wichtig. Also jetzt nicht auf einzelne Genres zu verharren, sondern das große Ganze zu sehen, was tatsächlich mit Blasinstrumenten alles möglich ist.
Das finde ich ein schönes Credo. Deswegen mache ich das ja auch hier. Simon, vielen lieben Dank.
Ja, danke für die Einladung.
Das war die Folge mit Simon Ertl. Vielen Dank, dass ihr bis hierhin gehört habt. Gebt mir gerne Feedback, wie ihr dieses Gespräch fandet oder welche Fragen ich vergessen habe und liegen lassen. Was hätte euch noch interessiert? Schreibt es mir gerne. Wenn ihr diesen Podcast supporten wollt, dann natürlich auf Abonnieren klicken oder gerne auch den Newsletter abonnieren.
Der kommt einmal im Monat und beinhaltet neben Insider News auch Hörtipps, Lesetipps, Videotipps, alles, was ich in dem Monat entdeckt habe und reflektierende Gedanken über das Musikersein. Ich möchte mich bei den Supportern Buffet Grand Point und bei der Woodstock Academy bedanken, bei Leandermachern für den Schnitt, bei Dirk Mattes für die Musik.
Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid. Macht's gut. Euer Antibio.