
On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5· Folge 117
Dana Schraml (Komponistin) - Was bedeutet es dir, als Newcomerin durchzustarten?
Donnerstag, 10. April 2025 · 1 h 06
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Shownotes
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Meine heutige Gästin studierte Klarinette an der Universität Mozarteum Salzburg bei Prof. Albert Osterhammer.
In ihrer Jugend gewann sie zahlreiche Auszeichnungen und nahm häufig am Bundeswettbewerb „Prima la musica“ teil. Mit sechzehn entschloss sie sich dazu, den Kompositionsunterricht von Martin L. Fiala zu besuchen. Fortan engagierte sie sich bei verschiedenen Wettbewerben sowie „Jugend komponiert“, gestaltete Uraufführungen im Brucknerhaus Linz, arrangierte unterschiedliche Aufträge und nahm an Workshops teil. Für ihre Kompositionen erhielt sie das Dr. Josef Ratzenböck Stipendium des Landes Oberösterreich.
Während des Studiums schrieb sie ihre ersten Blasmusikstücke und belegte den Schwerpunkt Blasorchesterleitung bei Prof. Martin Fuchsberger am Mozarteum. Seitdem entstanden zahlreiche unterschiedliche Werke, denen man die Freude am Komponieren anmerkt. Inspiriert von verschiedenen Orchestern wie u.a. der Bläserphilharmonie Salzburg wagte sie mit ihren Orchesterwerken den Schritt in die Öffentlichkeit.
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Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Mattes
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Ich habe selber so eine Liste von Titeln, die ich gerne mal vertonen möchte. Und diese Liste arbeite ich für mich ganz gemütlich ab. Und ich merke halt, dass Komposition ein großer Helfer, ein großer Anker für mich ist, um das gut zu kompensieren, diesen Schmerz. Und deswegen habe ich mich jetzt in diesem Monat sehr rein komponiert.
Dass wir die Werke so dirigieren so hin, als hätte man es selber komponiert. Dass wir das Werk so in- und auswendig kennen, dass man so gut dirigieren kann und wissen, dann was passiert. Und ich finde es noch ganz wichtig, dass wir denken, dass man sich so gut betrachtet mit diesem Werk, dass man sagt, okay, jetzt kommt nicht drum beter, jetzt kommt der Flut und das, dass man nicht an dem anderen in die Karte reinstellen muss, sondern wirklich dann kennen das Stück damit damit befragt.
Herzlich willkommen bei OnEar, dem Blasmusik Podcast. Mein Name ist Sandy Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von On Air, dem Blasmusik-Podcast.
Ich freue mich, dass ihr wieder eingeschaltet habt und möchte alle neu hinzugekommenen begrüßen. Eine kleine Sache voraus, wenn ihr mir einen Gefallen tun wollt und den Podcast noch mehr supporten wollt, dann klickt doch jetzt bitte den Abonnieren-Button, denn je mehr Abonnenten ich habe, desto größer meine Reichweite.
Und je größer meine Reichweite, desto namhafter Gäste kann ich einladen. Bevor wir zu meiner heutigen Gästin kommen, wie immer die Supporter und das sind Buffet Gramport. Und Buffet Gramport veranstaltet mit dem Musikzentrum Baden-Württemberg in Plochingen am 18. Juli bis zum 20. Juli die Trumpet Personalities.
Das sind Trompetertage, in denen ein namhaftes Dozententeam vor Ort sein wird, nämlich Benny Brown, Martin Hutter, Helmut Kassner, Menzel Mutske, Jan Schneider und Aljoscha Zirov. Und sie werden euch dann coachen, unter anderem im Ensemble-Spiel. Man kann in Jazzimprovisation Einblick haben, vielleicht aber auch mal in die Egerländer-Stilistik schauen, ins Satzspiel, Unterricht zur Atmung, Ansatz und Zungentechnik, aber man kann sich auch einfach mal beraten lassen in Sachen Mundstück und es gibt natürlich eine große Trompetenausstellung mit den Marken B und S, Johannes Scherzer und noch viele weiteren.
Das Ganze wird abgerundet mit Teilnehmerkonzerten und Dozentenkonzernen. Also jetzt sich anmelden und dabei sein bei den Trumpet Personalities. Ein weiterer Supporter dieser Folge ist Klanggarten, ein Musikverlag, den ich euch sehr ans Herz legen kann. Wenn ihr, so wie ich gerade, auch am Plan für euer nächstes Konzert seid, dann schaut unbedingt mal bei klanggarten.at vorbei, einem österreichischen Musikverlag, denn da findet ihr Kompositionen von jungen Komponisten und neuerdings sogar von einer jungen Komponistin.
Es gibt Konzertmärsche mit Urwurmgarantie, Literatur von Jugend bis zur Höchststufe. Also unbedingt bei klanggarten.at mal vorbeischauen und die Seite mal auschecken. Den Link findet ihr in den Shownotes. Meine heutige Gästin ist Dana Schrammel. Dana ist tatsächlich eine junge Komponistin in der symphonischen Blasmusik.
Eigentlich schade, dass man das heutzutage noch so betonen muss, aber ihr wisst es selber da draußen, in unserer Szene gibt es ganz wenige Frauen, die komponieren. Als ich letztes Jahr gesehen habe, dass Dana ihr erstes Werk veröffentlicht hat, habe ich mir gedacht, ich frage sie doch gleich mal an. Es hat jetzt ein wenig gedauert, bis wir einen Termin gefunden haben, aber wir konnten jetzt endlich mal darüber sprechen.
Und in dem Gespräch ging es natürlich über ihre Art zu komponieren, über ihren Lebensweg, über Persönlichkeit. Natürlich kommen wir an dem Thema, warum es so wenig Frauen gibt in der Blasmusik nicht ganz vorbei. Aber es ist ein sehr, sehr schönes Gespräch geworden. Und ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß mit Dana Schrammel hier im Blasmusik-Podcast.
Meine heutige Gästin studierte Klarinette an der Universität Mozarteum in Salzburg bei Professor Albert Osterhammer. In ihrer Jugend gewann sie zahlreiche Auszeichnungen und nahm häufig am Bundeswettbewerb Primaler Musiker teil. Mit 16 entschloss sie sich dazu, den Kompositionsunterricht von Martin Elfjala zu besuchen.
Fortan engagierte sie sich bei verschiedenen Wettbewerben sowie Jugend komponiert, gestaltete Uraufführungen im Bruckner Haus Linz, arrangierte unterschiedliche Aufträge und nahm an Workshops teil. Für ihre Komposition erhielt sie das Dr. Josef Ratzenberg-Stipendium des Landes Oberösterreich. Während des Studiums schrieb sie ihre ersten Blasmusikstücke und belegte den Schwerpunkt Blasorchesterleitung bei Professor Martin Fuchsberger am Mozarteum.
Seitdem entstanden zahlreiche unterschiedliche Werke, denen man die Freude am Komponieren anmerkt. Inspiriert von verschiedenen Orchestern, wie unter anderem der Bläser Philharmonie Salzburg, wagte sie mit ihrem Orchesterwerk den Schritt in die Öffentlichkeit. Ich darf recht herzlich begrüßen, Dana Schrammel.
Hallo Andi.
War alles richtig?
Ja, alles richtig.
Glück gehabt. Das ist immer so bei diesem Recherchieren, bin ich mir nie so sicher, ob ich alles erwische oder so. Okay. Standardfrage. Welches Stück hast du dir als letztes bewusst mal angehört?
Also ich war gerade laufen und habe mir zuletzt vom BOC Countdown, kennst du das Stück, gerade angehört. Aber zuvor, wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich mir das zweite Klavierkonzert von Rachmaninow angehört.
Oha! Warum? Einfach so?
Nee, es ist einer der schönsten Werke meines Erachtens. Es ist so, so schön. Und vor allem er bringt wortwörtlich den Himmel auf Erden mit diesem Werk.
Ja, kann ich so ein bisschen verstehen, was du meinst.
Ja, es ist so schön. Sehr, sehr schön.
Hörst du viel Klaviermusik?
Ja, sehr viel tatsächlich. Dadurch, dass ich ja mit acht Jahren mit dem Klavierunterricht begonnen had and with soldiers in berührung bin, also natürlich nicht mit Rachmaninov, also mit so großen Werken nicht. So gut war ich dann auch nicht. Aber doch mit Krieg, Debussy, there waren schon Werke dabei, die sehr anspruchsvoll waren und ich hör das sehr gern.
Es berührt mich sehr.
Du hast gerade gesagt, du hast mit acht Jahren Klavier angefangen. Kannst du dich erinnern, wann du das erste Mal über Musik gestaunt hast?
Oh, schwierige Frage. Ich glaube, ja, doch, bei den ersten Orchesterproben, wo ich dabei war. Ich bin als kleines Kind einfach mitgenommen worden in die Orchesterproben von Musikverein, weil ich meine, der Papa ist Kapellmeister und die Mama hat immer schon mitgespielt bei der Blaskapelle und meine zwei größeren Geschwister ebenso.
Und da war es halt sehr naheliegend, dass die kleine Dame mit in die Musikprobe geht, weil keiner aufgepasst hat. Und dann bin ich halt hinten im Schlagwerk gesessen und habe so zugehört und da waren halt schon Werke dabei, wo ich mir gedacht habe, so schön. Also sehr überwältigend. Ich glaube, das waren so die ersten Erfahrungen, wo ich mir als Kind gedacht habe, was für ein toller Orchesterklang.
Wie alt warst du da ungefähr?
Drei, vier.
Okay.
Sehr jung.
Und war Klavier dein erster Instrument, weil du hast ja Klarinette studiert.
Ja, genau. Nee, also ich habe mit fünfeinhalb mit der Kleinette begonnen. Beim Papa. Der ist Klarinettenlehrer oder war Kleinettenlehrer. Und da die größeren Geschwister auch schon Kleinette erlernt haben beim Papa, war das auch irgendwie so in der Familie. Man lernt es, weil der Papa halt Kleinettenlehrer war.
Und es war auch schon billig. Man musste nicht in die Musikschule gehen.
Aber hat das funktioniert? Weil das ist ja auch oft so, dass ich merke das so ein bisschen an meiner Tochter. Die spielt jetzt Klavier seit seit Weihnachten. Also wir nehmen jetzt für die Hörer Anfang Februar auf, also noch nicht so lang. Und die ist fünf und das kam jetzt von ihr. Sie will so ein bisschen Klavier spielen und ich bin ja eigentlich Trompeter.
Also ich bin jetzt kein ausgebildeter Klavierlehrer, will das dann auch irgendwann abgeben, aber ich merke natürlich, dass es dann auch manchmal Stunden gibt, wo es ein bisschen schwieriger ist. Also, weil ich bin der Papa, ich bin jetzt kein Lehrer und so. Wie war das bei dir?
Also vor der Anfangszeit kann ich sehr wenig sagen, weil man ja als Kind nicht so viel aufnimmt. Also ich könnte es jetzt nicht mehr so wiedergeben, wie die ersten kleinetten Stunden waren. Aber ich weiß schon, dass der Papa schon ein strenger Lehrer war und ich schon immer als Lehrer gesehen habe. Und nach wie vor nur so ein Lehrerbild von ihm drinnen hat.
Nicht nur Papa, sondern erstmal Lehrer. Und dadurch das. Also ja, es gibt schon Situationen, wo man wo es nicht so leicht war. Das sicher. Wenn man doch ein Papa vor sich hat und dann sehr offen über die Gefühle spricht. So wenn man ja einfach so familiäre Dinge, dass man die anspricht und das würde man ja mit einem außenstehenden Lehrern nicht besprechen.
Also das da war schon. Aber es war trotzdem so sehr, sehr förderlich. Also der ganze kleinetten Unterricht war sehr positiv von ihm.
Wie ist es heute? Ist der Papa der Ratgeber von dir?
In manchen Sachen schon. Gerade was das Lehrersein betrifft. Er hat große Erfahrung mitgenommen. Und wenn ich nicht weiter weiß, gehe ich schon gern zum Papa. Das schon. Gerade was das Kleinet-Technische da so betrifft, also das Unterrichten. Das schon.
Und du bist ja auch Kapellmeisterin. Tauscht ihr euch da auch aus oder ist das dann?
Ja, schon. Immer. Nach jeder Probe ist es so, ja, wie es gelaufen oder wo es heute nicht so gut gelaufen und er kann so vieles nachvollziehen. Also das tut direkt gut, das Ganze auszutauschen. Oder ganz viele Situationen, wo es manchmal schwierig ist im Musikverein, kann er sehr gut nachvollziehen. Da ist so viel Verständnis da.
Weil er einfach diese 43 Jahre lange Erfahrung hat eines Kapellmeisters. Und da kann er das sehr gut nachvollziehen. Das tut auch gut. Das tut sehr gut.
Das glaube ich. Da kommen wir noch später hin, so was es bedeutet, Kapellmeister und Kapellmeisterin zu sein. Wie war das für dich? Du hast dann klarinetta angefangen und dann irgendwann das erste Mal in der Blasmusik mitzuspielen, dann unter dem Papa. Weißt du noch, welches Gefühl das für dich war?
Ein tolles. Ich war gleich verliebt in das Blasorchester. Auch wenn der Papa vorangestanden ist, das hat mir auch richtig, richtig gut gefallen, weil der Papa vorangestanden ist. Die Mama ist so seitlich gesessen mit dem Tenorhorn. Das ist auch nach wie vor drinnen. Das ist das Schöne. Und die Schwester und der Bruder vorne, es war so familiär.
Und auch die Musiker, die haben mich auch sehr herzlich aufgenommen. Und das Ganze war einfach eine schöne Erfahrung in jungen Jahren. Und das waren einfach auch die ersten G-Schritte in einem Orchester. Oh, wie klingt jetzt die Tuba oder wie klingt die Posaune, das Ganze zu bemerken. Und gerade als Kind ist es ja nur magischer.
Das ist so überwältigend, dieses Gefühl, da in einem Orchester drinnen zu sitzen, mit den Großen. Es war ja nicht so, dass ich in einem Jugendorchester gespielt habe, sondern gleich mit den Großen mit. Und ich war ja erst acht Jahre. Ich war ein Mini-Dana in Gro-Band, also in jedem sehr großen Menschen.
Ja. Aber ich habe mir trotzdem sehr bemüht, dass ich alles so gut wie möglich spiele.
Weißt du noch, was das erste Stück war, was ihr gespielt habt?
Boah, nein, leider nicht. Kann ich gar nicht mehr sagen.
Wann kam dann der Schritt zu sagen, okay, ich will das sogar studieren?
Eigentlich sehr früh. Weil mein Bruder, der hat ein Vorstudium auf der Anton Bruckner Privatuniversität gemacht und war auch sehr früh schon bei einem Professor. Und meine Schwester, die wollte auch immer Klarinettenlehrerin werden. Und die haben das eigentlich so richtig vorgeliebt, dieses, wie ist es, Musik zu studieren?
Und ich habe es auch sehr früh mitbekommen, wie die Realität ist. Also wenn man Musik studiert und wie viel man üben muss, was man können muss als Klarinettist, das ist auch ganz wichtig. Weil manche denken so, ja, das ist vielleicht leichter, aber es ist nicht leicht. Also dahin zu kommen, dieses Niveau zu erlangen, um auf die Universität zu gehen.
Das ist gar nicht kein leichter Weg. Und ja, ich habe einfach die Realität ganz schnell sehen dürfen und habe mich einfach auch sofort dafür interessiert.
Und es hat sich nicht abgeschreckt.
Nein, gar nicht. Überhaupt nicht. Dadurch, dass ich mir, ich war jetzt keine Schülerin, die sich jetzt so krass bemühen hat müssen, um etwas zu können. Ich habe schnell mal begriffen, was da los ist in den Noten. Und der Papa, also wir sind im Unterricht sehr schnell vorangekommen. Deswegen war es sehr naheliegend, dass ich wahrscheinlich sehr, also dass ich irgendwas Musikalisches dann mache.
Ich habe gelesen, du mit 16 hast du angefangen zu komponieren. Wie kam das?
Das ist eine witzige Geschichte. Die Mama wollte unbedingt, dass sie ein drittes Instrument erlerne. Und die wollte damals so gern Trompete lernen, weil ich habe Kleinette, Klavier gehabt und dann haben wir so gedacht, Plechinstrument wäre ja irgendwas Heizvolles jetzt. Und deswegen Trompete oder Harfe wollte ich auch sehr gern lernen.
Okay, aber das ist weit weg jetzt.
Ja, das stimmt. Aber ich wollte es trotzdem so gern lernen, weil ich diesen Hafenklang sehr, sehr gern habe. Aber die Mama war gar nicht überzeugt davon. Sie wollte voll gern, dass ich Volksmusikantin werde, aber da habe ich mich gar nicht gesehen.
Aber geht ja auch mit Harfe.
Ja, aber das wollte sie nicht. Sie wollte, dass ich Steirische lerne. Das war so eine Traumvorstellung von ihr. Aber ich habe mich da überhaupt nicht gesehen. Und dann kam der Papa eines Tages heim und hat gesagt, es gibt Kompositionsunterricht bei uns in der Musikschule. Soll man die da noch nicht da anmelden?
Und ich habe gar nicht so schnell schauen können und ich habe da gar kein Mitspracherecht gehabt, bin ich schon im Kompositionsunterricht gesessen. Das war das dritte Instrument dann. Und ganz wichtig ist es, da zu wissen, dass ich zuvor noch nie komponiert habe. Also ich habe gar nicht gewusst, dass ich das überhaupt kann oder können sollte plötzlich.
Es war auch so, was mache ich da jetzt?
Ich habe in irgendeinem Interview gelesen, dass du sagst, dass du am Anfang auch gar nicht davon überzeugt warst, dass die Sachen gut sind, die du da schreibst. Warum?
Es ist auch nach wie vor so, dass ich mich selbst dahinter frage, ist das gut? Und am Anfang war es halt noch stärker, weil ich einfach wusste, dass ich zuvor noch nie komponiert hatte. Und wieso sollte ich das jetzt plötzlich können? Das war so ein Fragezeichen in meinem Kopf. Und wäre Martin damals nicht gewesen, der so dahinter war und gesagt hat, da doch, du kaust es.
Und ich möchte jetzt da und ich möchte jetzt bei diesem Wettbewerb und bei der Urführung dabei bist. Also, der hat mich sehr, sehr gefördert, für alle Martin. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Aber ich habe es auch für mich nicht begriffen, wieso sollte ich jetzt plötzlich komponieren können. Und wieso sollte das jetzt gut sein?
Ja. Ging nicht in meinen Kopf rein.
Aber warum zweifelst du heute noch? Also, deine Werke werden viel gespielt, also vor allen Dingen dein Werk Dream, was ja beim Rundel-Verlag auch ist. Was übrigens ganz spannend ist, ich wohne ja in Mainz und ich komme aber eigentlich aus Bayern, deswegen ist so die Vorstellung, Blasmusik noch eine andere als die, die hier herrscht.
So ein bisschen. Ohne dass jetzt irgendwie negativ. Aber es ist trotzdem eine andere Kultur. Und ich habe, wir wollten ja eigentlich im Dezember schon aufnehmen und dann habe ich mit jemandem geschrieben, hier aus dem Ort, die haben jetzt bald Konzert und dann habe ich gefragt, was macht ihr dieses Jahr?
Und da war dein Stück dabei. Dann habe ich gesagt, die interviewee ich dann. Und die waren so, ah, voll toll und so. Und ich finde es total spannend, dass das jetzt schon so nah auch bei mir jetzt ist. Also, dass es tatsächlich hier im Ort gespielt wird, was ich total toll finde. Irgendwie, weil du ja trotzdem Newcomer bist in dem Sinne.
Ja, das stimmt. Total. Das verwundert mich selbst auch. Ich habe schon Nachrichten von Frankreich bekommen oder aus Italien oder aus der Schweiz. Und auch aus einem anderen, also ich habe das bemerkt, wie der Max, das ist ein Mitarbeiter von Rundl, der hat mich da hin und wieder so kontaktiert, wohin es versendet wurde.
Und das war schon krass zu hören, wo es schon alles gespielt wurde oder hingeschickt wurde. Ja, es ist schon ein tolles, sehr motivierendes Gefühl, das zu sehen, wie das sich verbreitet.
Aber warum zweifelst du dann doch noch?
Weil ich selbst meine Musik nicht kategorisieren kann. Ich weiß zwar, dass es mir gefällt, aber ich kann nicht sagen, ob es jetzt Dirigenten anlockt oder ob es jetzt Anklang findet bei den Blasmusikanten. Es ist ja nicht nur so, dass ich die Dirigenten damit ansprechen möchte, sondern auch die Musiker und die Zuhörer.
Und das ist ja ein großes Publikum und ich kann da einfach nicht sagen, ob das jetzt wirklich gut ankommt.
Aber es wird ja viel gespielt. Also, das ist ja zumindest kommt es auf der einen Seite schon mal gut an, nämlich zumindest bei den Dirigenten, die es bestellen. Ja, also.
Das ist ja schon schön.
Ist da so ein gewisser Druck da zu sagen, okay, das nächste muss wieder so sein? Also hast du Angst davor, dass dann das nächste Stück dann abfällt und nicht mehr interessant ist? Oder was ist es genau?
Nee, gar nicht. Da bin ich sehr natürlich. Ich denke mir, ich möchte es komponieren, was in mir vorgeht oder für was ich mich interessiere. Und die nächsten Stücke sind verschiedene Charaktere. Sie müssen auch verschieden sein, weil die Titel ja nicht immer gleich sind. Und natürlich kann es sein, dass der sagt, ja, my universe is jetzt nicht so meins.
Ist total legitim, weil es ein ganz anderes Thema ist. Und genauso auch bewidgt oder bei anderen Stücken, das ist total berechtigt. Vor dem habe ich keine Angst.
Also du bist mir aufgefallen, nachdem tatsächlich dann durch die Werbung durch den Rundel und auch irgendwie klar war, okay, da ist jetzt plötzlich eine junge Frau, die auch Blasorchesterliteratur schreibt, zumindest im deutschsprachigen Raum. Wir haben in Amerika und so gibt es ja auch schon mittlerweile welche, aber so in der Öffentlichkeit gibt es so wenige.
Warum?
Schwere Frage.
Ich weiß, ich weiß nicht. Wahrscheinlich hast du dafür auch keine Antwort, aber was glaubst du, warum das so ist? Weil in den Blasorchestern sitzen ja genug Frauen und Mädchen. Also es ist ja jetzt nicht so, dass das da gar nicht stattfinden würde. Also warum findet der Weg nicht statt von okay, Spiel, aber ich würde gerne auch schreiben.
Boah, das ist echt eine schwere Frage. Ich kenne zwar einige Konferenz, Aber die interessieren sich halt nicht so für Blasorchester. Da liegt die Interesse an zeitgenössischer Musik oder an kleineren Besetzungen, aber nicht aufs Blasorchester. Aber wieso ist es da ein Lied? Also wieso das so ist, keine Ahnung.
Ich weiß es nicht.
Hast du das Gefühl, dass du so ein bisschen Vorbildsfunktion jetzt bist für junge Mel? Große Frage, ich weiß.
Ja, kann man das beantworten?
Weiß ich nicht, aber ich weiß ja nicht, ob du dir darüber Gedanken machst oder du das so weit wegschiebst, dass du dir gar nicht Gedanken machen musst, was ja auch legitim wäre. Dass man sagt, okay, ich will gar nicht, ich will einfach nur komponieren und alles, was passiert, passiert.
Ich weiß gar nicht, ob ich so eine Vorbildsfunktion sein kann, was das Idealbild einer Komponistin darstellt. Das ist auch die Frage. Was stellt man sich denn unter einer Blasorchester-Komponistin vor? Ich glaube, es kommt immer von der Betrachterin, also von der Person drauf an. Es kann sein, dass ich in Komponistinnen jetzt etwas erwecke, ein Interesse erwecke.
Bei einer habe ich es bemerkt, dass sie jetzt gesagt hat zu mir, Dana, ich möchte es jetzt auch ausprobieren. Ich möchte jetzt ein Blasorchesterwerk schreiben, weil du es auch machst. Und sie weiß jetzt eigentlich eh schon jahrelang, dass ich das so mache. Aber jetzt habe ich halt diesen Schritt in die Öffentlichkeit gewagt und jetzt ist halt schon die Interesse größer bei ihr.
Aber ob ich das wirklich sein kann, ein Vorbild für andere, das weiß ich nicht. Das muss halt die Person selbst sein.
Aber zumindest in dem Moment, in dem du stattfindest, bist du ein Vorbild. Weil jemand, weil jemand da ist, wo man sieht, ach, es geht.
Achso, ja.
So gesehen erstmal.
Ja, genau, so gesehen schon, ja.
Weil auch in der traditionellen Blasmusik gibt es ja auch keine Frauen. Oder so gut wie keine. Also es ist ja, also es ist ja jetzt nicht nur auf die symphonische Richtung beschränkt. Das ist ja so dieses Absurde, was ich nie verstehe, weil ja die Blas also Blasorchester ohne Frauen wird ja eigentlich nicht funktionieren, wenn man mal so reinguckt.
Ja, ja, das stimmt.
Und trotzdem ist diese Komponistenwelt sehr männlich.
Also einfach zu schnell, weil das früh ist ja einfach über Musik.
Gemeinsam auf der Wostock Academy. Vom 24. bis 30. Oktober 2025 in St. Gilden und St. Volkgang. Gemeinsam. Perfekt der Box und dein Instrument. Perfekt. Und WP Woodstock Academy.
Die lässt dann einfach gut drauf. Es ist einfach Urlaub. Es ist kein Moose, es ist einfach Urlaub.
Wie fühlst du dich, wenn du also weißt nicht, wie viele Komponistentreffen so stattfinden und bei welchen du schon warst und so, aber du bist ja dann auch die Einzige vor Ort. Wahrscheinlich, wenn es so in dieser Blasmusikwelt ist.
Also bis jetzt war ich noch nicht bei so einem Komponistentreffen dabei, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber seitdem ich Dream veröffentlicht habe, ist es schon so, dass mir einige geschrieben haben. Also, tatsächlich viele. Und das hat mich sehr verwundert. Sogar große Komponisten haben mich schon entdeckt, wo ich wirklich nur als Handy gestartet habe und mir gedacht habe, wow, krass, der hat mal gerade geschrieben.
Und der hat auch schon meine Komposition entdeckt. Das war schon ein sehr, sehr schöner Moment auch. Aber so Komponistentreffen war ich noch nie und die Komponisten, mit denen ich jetzt Kontakt habe, die sind sehr freundschaftlich und sehr, sehr motivierend. Also von der Komponistenseite bekomme ich nur Zuspruch.
Und vor allem auch immer dieses, mach weiter, hör bitte nicht auf. Die sind so richtig hinter mir und stehen hinter mir. Und das ist voll schön auch zu beobachten. Gerade als Frau.
Ja, schön. Wirklich schön. Ich habe ja in der Begrüßung gesagt, du hast Klarinett studiert, du hast aber nicht Komposition dann auch studiert, oder?
Genau, ja.
Siehst du dich als Komponistin oder als Klarinettistin?
Mittlerweile beides.
Okay.
Weil ich schon immer wieder daran erinnert werde, dass ich auch Komponistin bin. Und dadurch, dass ich jetzt schon an dem arbeite, dass mehr Blasorchesterwerke von mir erscheinen, sehe ich mich schon als Komponistin ja.
Wie entstehen so Kompositionen bei dir? Also wie ist so ein Kompositionsprozess? Kannst du uns da so ein bisschen mitnehmen?
Der ist anders als wie bei anderen, was ich so bisher schon gehört habe. Der ist immer sehr schnell. Okay. Es ist immer so, dass ich, also beispielsweise, wir nehmen einen Dream her. Ich habe da am Samstag um fünf, halb sechs am Abend angefangen und war um zwei Uhr morgens fertig. Und das war das fertige Werk.
Und genauso ist es eigentlich bei den anderen Werken genau. Also sehr ähnlich ist es so. Bei Black Mascara war es, da bin ich von der Arbeit heim und habe dann um 8 Uhr begonnen, habe dann bis zwölf Mitternacht gearbeitet, konnte aber dann nicht schlafen, bin dann so um drei oder vier aufgestanden und habe dann weiterkomponiert und dann war es um halb acht fertig.
In der Früh. Also es sind immer so kurze Prozesse.
Weil alles schon fertig im Kopf ist?
Nee, das nicht. Die ganze Idee, was da in mir ist, kommt einfach in diesem Moment. Und ich will meiner Kreativität da auch nichts, nicht, also keine Unterbrechung machen während dem Ganzen. Ich möchte es einfach laufen lassen. Ja, so kann man sagen.
Aber fängst du mit einem Motiv an, fängst du mit einer rhythmischen Idee an? Hast du nur ein Bild im Kopf? Hast du ein Gefühl? Hast du einen Titel oder ist das immer unterschiedlich?
Ja, ja, Titel ist immer da. Und ich glaube, am wichtigsten ist dieser Prozess vor dem Komponieren, weil ich die Woche davor, also ich lege mal den Tag fest, wo ich dann wirklich da sitze und zu komponieren beginne. Okay, das ist ein Planet. Aber das ist geplant. Aber diese Tage zuvor, was ich mir unter diesem Titel vorstelle, da werden so Notizen in mir gemacht, aber jetzt nicht schriftlich, sondern alles innerlich.
Und bis zu diesem Prozess werden halt auch entstehen auch Bilder und Bilder und vor allem auch die ganzen Ideen, was ich in dieser Komposition drinnen haben möchte. Und dann entsteht es aber schon so innerlich, die Grundidee. Aber natürlich ist es schon so, das sage ich auch ganz ehrlich, der Anfang ist nicht immer leicht.
Also ich komponiere dann wirklich von Anfang bis zum Ende durch, Takt für Takt. Und bis ich den perfekten Anfang für mich gefunden habe, das ist gar nicht so leicht. Da entstehen schon so fünf bis zehn Anfänge, die ich aber dann wieder verwerfe, weil ich mir denke, na, da bin ich doch nicht so zufrieden.
Und erst wenn der Anfang wirklich in meinen Augen passt, dann kann ich weitergehen. Aber da verliere ich am meisten an Zeit am Anfang.
Okay, das heißt aber, wenn du hinten rauskommst, wirst du vorne nichts mehr ändern.
Genau.
Spannend. Das ist tatsächlich, also ich habe ja schon mit vielen gesprochen. Ja. Und das ist total spannend, da so Einblicke zu kriegen, weil ich zum Beispiel weiß, ich habe mit Guido Rennert gesprochen. Der hat alles fertig im Kopf und weiß auch seine Instrumentation und schreibt einfach nur noch zum Beispiel.
Was ja relativ ähnlich ist, weil du bist ja auch schon relativ fix. Klar, du probierst natürlich am Anfang. Aber dann gibt es ja auch welche, die haben einfach nur Motive und arbeiten sich da sukzessive vor und brauchen natürlich dann länger als einen Tag. Also wenn du schon soweit bist. Wie entsteht die Notwendigkeit zu komponieren?
Das sind ja nicht alles nur Auftragswerke, sondern.
Nee, gar nicht. Ich habe selber so eine Liste von Titeln, die ich gerne mal vertonen möchte.
Okay.
Und diese Liste arbeite ich für mich ganz gemütlich ab.
Okay.
Oder jetzt beispielsweise, also mein Jahr hat dieses Jahr nicht so gut begonnen. Es war nicht so ein guter Start in dieses Jahr und ich bin gerade in diesem Heilprozess, diesen Schmerz zu heilen. Und ich merke halt, dass Komposition ein großer Helfer, ein großer Anker für mich ist, um das gut zu kompensieren, diesen Schmerz.
Und deswegen habe ich mich jetzt in diesem Monat sehr reinkomponiert, also mich hinter den ganzen Noten versteckt, um diesen Schmerz nicht fühlen zu müssen. Und in solchen Zeiten entstehen natürlich mehr Kompositionen, als vielleicht in lichten Zeiten.
Nimmst du dir vor, wie viel du schreiben willst im Jahr oder ist das flexibel?
Das ist ganz flexibel.
Willst du mal so einen Titel verraten, der auf deiner Liste steht, den du unbedingt mal vertun willst, der vielleicht weit unten steht, sodass das die Hörer auch wieder vergessen haben, falls du so das interessiert mich jetzt gerade tatsächlich, was da so draufsteht.
Also eigentlich möchte ich das sehr, sehr privat halten. Ich möchte da immer so Überraschungseffekte haben.
Okay. Aber gab es schon mal ein Stück, wo du angefangen hast und dann doch irgendwann verworfen hast, weil du merkst, okay, es ist vielleicht gerade nicht die Zeit für den Titel?
Zum Glück nicht, das nicht. Ich denke mir da schon immer bewusst, hat es einen Sinn, dieser Titel hat, den zu vertonen.
Aber es sind ja nicht nur Blasorchesterwerke. Du hast ja auch schon für andere Sachen geschrieben.
Genau, auch für Ensembles oder sehr gern Klaviermusik, weil ich ja doch gern Klavier spiele. Und ja, auch am Anfang habe ich sehr viel für Schlagwerk komponiert. Okay. Und dieses Schlagwerk Liebe ist nach wie vor da. Und da kommt schon oft einmal vor, dass die Schlagwerklehrer, also die wissen das, dass ich das sehr gern mache.
Und dann bekomme ich da wieder einen Kompositionsauftrag für Schlagwerk. Das ist auch immer sehr spannend.
Okay. Wenn du deine Stücke schreibst, machst du das im Klavier oder machst du es nur im Kopf oder machst du es an der Klarinette?
Tatsächlich nur im Kopf. Das Klavier würde mich an der Grundidee hindern. Es ist wirklich so, dass sie direkt von Kopf aufs Blatt schreiben. Da ist kein Zwischenweg.
Weil am Klavier die Finger doch automatisch eher so bekannte Wege gehen.
Ja. Oder auch nicht die Idee entsteht, die ich haben möchte. Da kommt etwas ganz anderes dabei raus, was ich eigentlich haben möchte. Wenn es direkt vom Kopf aufs Blatt kommt, ist die Gefahr nicht da, dass es verändert wird. Das, was ich in mir spürt.
Okay, ich verstehe. Wie unterscheiden sich die Stücke von heute von vor 10 Jahren? So rückblickend gesehen, was machst du heute anders?
Ich finde, dass die Stücke damals schon Jugendlicher waren. Also man merkt schon immer diese Reife. Und das finde ich auch schön. Ich freue mich richtig, wenn ich mal 50 Jahre alt bin oder 60, und man diese Reife raushört. Und es ist total in Ordnung, wenn die Stücke auch die Blasorchesterstücke, die ich jetzt veröffentliche, wenn die jetzt jugendlich klingen, weil ich noch in diesem Alter bin.
Aber später wird die nimmer so in der Resonanz dessen sein.
Ich finde es schön, dass du dazu stehst, weil ich glaube, dass es natürlich auch viele gibt, die versuchen, gerade in so einem jungen Alter natürlich dann auch reifer zu klingen, damit sie ernster genommen werden oder so. Und ich finde es total cool, dass du sagst, nur ja, ich bin halt in dem Alter, also was soll das?
Warum dann darf das auch jugendlich klingen?
Ja, total. Also ich stehe dazu.
Ja, das klingt so, wie wenn es was Schlimmes wäre. Also es ist ja gar nicht so.
Nee, nee, nee, gar nicht. Ja, aber ich verstehe auch die andere Seite, dass man reif wirken möchte, weil es ist schon so, dass man, also wenn man die ganze Blasmusik-Literatur so durchguckt, steht da Daniel Schrammel, Otto im Schwarz, Thomas Doss, Melilo. Die großen Komponisten stehen ja neben dir. Da ist ja nur die Partitur, und dann sind die anderen Namen.
Und du musst dich eigentlich so beweisen neben den großen Komponisten. Und da kann ich so verstehen, dass die jungen Komponisten dann so denken so, ach Mensch, jetzt muss ich mich schon ein bisschen verändern, dass ich prälieren kann neben den Großen. Kann ich auch verstehen. Aber ich möchte einfach diese Natürlichkeit für mich behalten.
Das heißt, du hast sie die Notwendigkeit gar nicht, dich da beweisen zu müssen?
Müssen nicht. Ich möchte mit dem, was ich jetzt mache, berühren oder auch Freude damit ausdrücken. Aber ich möchte jetzt nicht gegen die anderen ankämpfen. Das ist nicht meine Intention. Wenn einem meine Musik gefällt, dann freut es mich. Aber es sollte jetzt nicht so ein, jetzt muss ich.
Hast du Vorbilder beim Komponieren?
Ja, viele. Sehr viele tatsächlich. Wo soll ich anfangen? Das ist ja die Frage. Ja, ich liebe Filmkomponisten. Ich finde Filmkomposition ganz spannend und ich schaue immer, wenn ich einen Film aussuche, als erstes auf den Komponisten. Denn wenn der Komponist gut ist, ist der Film meistens auch richtig gut.
Ist meistens so. Ja, und bei den Filmkomponisten mag ich den Nicolas Pritell sehr, sehr gern. Das ist einer gar nicht, musste man reinhören.
Sag mal, ein Film von dem, vielleicht ist es dann.
Ja, das ist eine gute Frage. Ja, machst du Serien?
Ah, okay.
Ja, aber die Serie habe ich auch noch nie angeschaut. Aber die Filmmusik, also nicht die Filmmusik, sondern die Titelmelodie dieser Serie ist so genial gemacht. Ich finde das so gut. Aber Hans Zimmer, James Newton Howard, den kennst du sicher. Ja, genau. Der ist richtig, richtig gut. Der gefällt mir voll gut.
Oder Danny Elfman, auch David Fleming ist auch ganz groß dabei bei mir. Und auch Komponistinnen, die Kara Tails. Die arbeitet mit Hans Zimmer zusammen. Und das ist, ich finde sie auch sehr gut. Oder auch die Sarah sind doch kleinere Komponisten, naja, kleinere, sie sind trotzdem Komponistinnen, die jetzt im Filmmusikbereich schon ihren Namen haben.
Aber genauso auch die Komponisten von früher, Bruckner, Rachmaninow, Tschekovsky, Mosowski, die russischen Komponisten sind auch ein.
Was reizt dich an diesen ganzen russischen? Weil das steht ja jetzt zum Beispiel total im Kontrast zu Jugendlich. Das ist ja alles sehr schwer, sehr reif, sehr melancholisch, sehr.
Ja, du sagst es schon. Genau das reizt mich. Dieses Schwere, aber auch bei Maler und Wagner ebenso. Dieses schwere Musik, dass sie viel tiefer reingeht. Sie berührt ja ein ganz was Tiefes in uns. Sie ist viel tiefer geschrieben. Sie ist nicht oberflächlich. Und genau das gefällt mir.
Das sind ja alles auch Komponisten, die, wenn man das Privatleben so anschaut, doch auch schwere Zeiten durchgemacht haben, schwere Schicksalsschläge. Glaubst du, dass man das braucht, um so schreiben zu können? Oder glaubst du, das kommt mit dem Alter? Nur?
Ich glaube schon, dass das Schmerz, den man da fühlt, sehr viel mit einem macht. Und dass da, also wir Komponisten können das ja nicht vermeiden, dass wir die Persönlichkeit auf die Noten schreiben. Und ich würde jetzt nicht sagen, dass man das braucht, etwas zu schreiben, also diesen Schmerz braucht, aber es ist sicher ein.
Es schwingt mit rein in die Komposition. Man kann das nicht verhindern, diesen Schmerz. Und ich glaube schon, dass die Werke teilweise schon so eine Schwere in sich haben, weil das bei ihnen so passiert ist. Aber eben wünscht keinen Komponisten, dass er sowas durchmachen muss.
Yeah, das wünscht man natürlich niemandem. Aber weil die Frage stelle ich mir ja immer wieder. Das sind ja auch die Fragen, die auch Pop-Künstler gestellt werden. Gerade wenn sie irgendwelche Balladen haben, wo dann irgendwas verarbeitet wird, kann ich das schreiben ohne Schmerz oder braucht man als Künstler irgendwie immer so einen gewissen Schwierigkeiten.
Ja, natürlich. Ja, wenn man sowas direkt erlebt, kann man richtig aus dieser Erfahrung rausschreiben. Das stimmt schon. Wenn man etwas richtig im Inneren erlebt, dann ist das wie so ein Stempel auf der Seele. Man hat es für sein ganzes Leben auf seinem Weg, diesen Stempel, diese Erfahrung. Und natürlich, das macht schon sehr viel aus.
Wenn ich jetzt verschiedene Stücke hören würde, die ich nicht kenne, woran würde ich erkennen, dass das eine Stück von dir ist?
Das ist eine gute Frage. In dem, oh, das ist eine gute Frage. Das kann ich gar nicht beantworten, wie man mich erkennt. Boah, der Hauke jetzt gar keine Antwort an die.
Also die Standard, ich kann ja, falls die Frage nochmal in einem Interview bekommt, musst du über sagen, musst du die Musiker fragen. Das ist immer das, was alle anderen Kollegen auch schon gesagt haben. Also von der Hinsicht, du bist nicht der Einzige, die das nicht beantworten kann.
unknown Okay, okay.
Ich stelle sie trotzdem immer ganz gerne, weil ich mir immer denke, okay, vielleicht macht man sich da ja. Oder hat man was? Also keine Angst, alles gut. Okay, okay, gut. Wir hatten es ja vorhin, du bist Kapellmeisterin. Ich will heute dieses Frauenthema gar nicht so weit aufmachen, aber wie ist das, als Frau davor zu stehen?
Ich finde es eigentlich sehr schön, weil man schon ein bisschen so als Powerfrau wirkt, weil man eine ganze Musikkapelle leitet und das Sagen hat. Dieses musikalische Sagen von wegen Lete Trompeter seid ihr jetzt ein bisschen leiser, weil ich das Holz mehr raushaben möchte. Oder Schlagzeug differenzierter.
Also man kann schon. Also mir gefällt es sehr gut, da vorne zu stehen. Aber ich glaube, wenn man nicht so gern im Mittelpunkt stehen möchte, ist es nichts für einem.
Ist dein Orchester auch das Orchester, die erstmal alles durchspielen müssen, wenn es fertig ist?
Wie meinst du das jetzt?
Naja, also du hast ja die Luxussituation selber zu dirigieren. Das hat ja nicht jeder. Wenn jetzt ein Stück fertig ist, nimmst du es mit und lässt es dann auch mal spielen, damit du nochmal Rückmeldungen kriegst, wie es dann auch wirklich klingt. Oder sind das zwei getrennte Sachen für dich?
Das sind, also, meinst du, dass die Musiker dann eine Rückmeldung?
Ja, oder auch für dich natürlich, wenn du es natürlich mitnimmst und dann hast du ein Orchester, das live spielt, macht das ja auch nochmal mehr, als wenn man es nur am Computer schreibt.
Achso, du sprichst von meinen Kompositionen. Achso, Deswegen. Alles gut. Okay, jetzt kenne ich mich aus. Also so oft habe ich gern nur nicht meine Kompositionen mit dem Orchester gespielt. Und wenn ihr was Neues komponiert, ist es auch nicht so, dass ihr das in die Probe mitnehme, um das zu hören, wie es wirklich klingt.
Weil ich weiß ja, grundsätzlich, wie es dann in der Realität klingt. Natürlich, ich habe eine Urführung jetzt schon gehabt mit diesem Orchester und da habe ich jetzt sehr deutlich gemerkt, dass die Musiker sich sehr bemüht haben, dass sie es so gut wie möglich spielen. Und das war direkt berührend für mich, weil sie jeder richtig angestrengt hat, dass wir die Dana zufrieden machen.
Ja, das war genau das und das war auch richtig krewig zu sehen. Aber jetzt ist es jetzt so, dass die Musiker jetzt, also dass ich das erwarte, dass ihr Feedback bekomme, das bin ich nicht.
Okay. Weil ich, also ich habe früher viele Sachen geschrieben, eher so im traditionellen Bereich, und ich wollte immer, dass das dann auch gleich gespielt wird. Also weil es muss ja noch länger warten, jetzt habe ich es geschrieben. Jetzt muss ich ja nochmal warten, bis das irgendwann mal einer aufhört und so, dass es deswegen frage ich, also für mich war das immer so ein Ding, okay, ich will zumindest mal irgendwie hören.
Okay. Ja, aber es ist, was magst du, wenn das Stück dann zu schwer ist? Also wenn es ein altes Schwierigkeits ist.
Ja, gut, ich hatte dann mein eigenes Orchester. Ich habe das, ich habe natürlich die Sachen hauptsächlich dann auch so geschrieben, dass die das spielen können. Das war natürlich dann der Lernprozess irgendwie. Aber ja, das ist natürlich eine berechtigte Frage, wenn man, keine Ahnung, Mittelstufenorchester hat und man schreibt ein Oberstufenstück, dann ist es natürlich nicht einfach nur vom Blatt spielt und mal hören, sondern dann muss man ja doch irgendwie proben, damit da irgendwas rauskommt, was man beurteilen kann.
Total. Genau, das ist auch bei mir so.
Aber wie gehst du damit um, wenn das fertig ist und dann liegt es jetzt erstmal rum, bis es jemand spielt?
Ja, genau. Ja, das ist zuvor auch schon so gewesen. Ich bin, ich würde jetzt nicht sagen, ich bin jetzt jetzt gewöhnt, dass es jetzt herumliegt und wartet, bis es einer spielt. Aber es kommt der Moment, wo es dann gespielt wird und da ist die Freude dann umso größer.
Wie blickst du auf die Blasmusik-Szene?
Sehr positiv. Weil die, also ich merke schon, dass die Dirigenten und Dirigentinnen sich mehr, also gerade die Jungen trauen sich an Orchesterwerke ran, wo sich die älteren Kabellenmeister jetzt nicht so rantrauen würden. Und dieser junge Mut gefällt mir sehr, sehr gut. Dass die Jungen sagen, ja, das ist jetzt eine Stufe zu hoch für unsere Glaskapelle, aber ich traue mich trotzdem drüber, weil es schön ist.
Weil die Musik schön ist. Und weil ich auch das Orchester fördern möchte. Also dieser Aspekt gefällt mir sehr gut. Aber es gibt dort auch Dirigenten, die die andere Schiene fahren, die bequem, also ich würde nicht bequem sagen, aber die in der Komfortzone bleiben.
Ist natürlich manchmal auch ein bisschen vom Orchester abhängig, finde ich. Also manche Orchester wollen ja auch gar nicht die ganze Zeit da irgendwie rausgeschoben werden, sondern ist natürlich dann auch die eigene Frage, will ich das als Dirigent, dann muss ich halt da auch weggehen. Das ist natürlich, das sind so Rückkopplungssachen.
Ja, ja, ja, das stimmt.
Wie motivierst du deine Orchester, dass die mal aus der Komfortzone rausgehen oder vertrauen die dir da einfach und sagen, okay, wir gehen den Weg.
Ich glaube, die vertrauen mir. Ich schau immer, dass ich so ein Programm zusammenstelle, was für jeden ansprechend ist. Und nicht nur für einen Teil der Musiker, sondern ich schau schon darauf, was mögen die Musiker und höre Hocker immer rein, was wollen sie gern spielen. Und so wird das Programm dann zusammengestellt.
Ihr werde ein Stück von den Kaisermusikanten dabei, weil ich weiß, dass der Großteil der Musiker total gern Kaisermusikanten hören. Und auch die ganzen Märsche und Podcasts, was die spielen, auf und ab gehört werden bei uns. Und das wurde eigentlich nur deswegen mit ins Programm genommen, weil ich weiß, dass die Liebe so da ist für diese Gruppe.
Aber natürlich gibt es auch Stücke, wo ich selber so begeistert bin von diesem Stück. Und diese Begeisterung, die ich von diesem Stück habe, die überträgt sich dann während der Probenarbeit. Weil ich vorne stehe und mir denke, wow, es ist ein tolles Werk. Und diese Freude, die ich während der Einarbeit habe, also während des ganzen Erlernens, das merken die Musiker.
Und ich glaube, ich stecke da die Musiker ziemlich an mit dieser Freude. Ja, ich glaube, das ist so mein Motivationstrick, meine Freude zu übertragen.
Das kann ich mir sehr gut vorstellen, weil ich finde, wenn ich mich jetzt so mit dir unterhalte, du strahlst die ganze Zeit. Und wenn das auch in der Probe so ist, dann würde ich, glaube ich, auch alles mitspielen. Egal.
Ja, ich glaube, genauso geht es den Musikern auch.
Das ist ein gutes Plus für dich.
Ja, es freut mich. Ich hoffe.
Was würdest du gern ändern in der Blas-Musik-Szene, wenn du es, wenn dich heute jemand fragt, Jana, was sollen wir ändern, wir machen das. Was würdest du gerne ändern? Oder zumindest einen Anstoß geben, wo man vielleicht auch nochmal drüber nachdenken könnte.
Gelegentlich manche Frühschuppenstücke zu wechseln. Also ich kenne das von meinem Musikverein und von meinem damaligen Musikverein, dass wir die Frühschuppenstücke auf und ab gespielt haben, aber sehr selten wechseln. Und da gibt es Nummern, die spielen wir schon 20 Jahre, aber die könnte man durch andere tolle Nummern ersetzen.
Und es gibt wirklich viel Literatur, die sehr gut gespielt werden kann in so einem Frühschuppenprogramm. Das beispielsweise. Aber auch ich, wie ich vorher schon erwähnt habe, dass die Dirigenten ja mutiger werden, dass sie nicht abgeschreckt werden von Stücken, die vielleicht intonationsmäßig schwierig sind.
Weil gerade solche Dinge, also mir kommt so vor, dass genau solche Stücke, die sehr durchsichtig sind, gern umgangen werden. Also bewusst nicht bestellt, weil sie heckel sind.
Ja, wobei ich dazu sagen muss, also gerade wenn ich zum Beispiel in die Mittelstufe schaue, gibt es ja gar nicht so viele Stücke, die jetzt so transparent sind. Das ist ja schon alles so geschrieben, dass das alles irgendwie. Weil natürlich nicht klar ist, wie die Besetzung ist. Also das ist ja in der Oberstufe und Höchststufe ist das ja eine andere Nummer.
Da kann man ja davon aus, okay, das hat Sonderinstrumente, das ist ja in der Mittelstufe alles nicht so gegeben, deswegen, ich verstehe schon, warum die manchmal so instrumentiert sind, aber da gibt es jetzt so aus dem Bauch aus nicht so viele, die so super viele, keine Ahnung, Kammermusikstellen haben, wo man vielleicht da mal ein bisschen näher reingucken müsste.
Oder täusche ich mich? Das kann jetzt auch einfach eine falsche Wahrnehmung sein, die ich gerade habe.
Ja, es gibt schon vereint Literatur bei uns, in der B-Stufe, wo ich mir denke, das ist schon sehr durchsichtig. Und da bei uns zum Beispiel bei der Konzertwertung, das war vor zwei oder drei Jahren, war ein Stück dabei von Thomas Doss, dessen Namen mir gerade nicht einfällt. Aber das war durchsichtig.
Und da hat man es halt bei uns im Bezirk gemerkt, das wurde nicht so genommen, weil es so durchsichtig war. Da haben sie eher die mutigen Dirigenten getraut, aber die anderen haben wieder andere Stücke genommen.
Aber an den Stücken greift man halt, das ist halt dann das andere.
Eben, das ist ja das, wenn man sie traut, solche Stücke zu nehmen, schult man auch das Gehör, aber auch das Gehör der Musiker. Dass sie mal hinhören, also dass sie mal reinhören und sagen, wo bin ich eigentlich? Und das ist voll wichtig, dass die Musiker als Server lernen, bin ich jetzt zu hoch oder bin ich zu tief, dass nicht alles immer am Kabellmeister liegt.
Ja, das finde ich sowieso ganz schwierig, weil ich kann ja im Konzert eh nicht wirklich eingreifen. Also wir müssen das ja vorhören. Also muss ich mit denen üben, dass sie es hören.
Genau, aber mit genau solchen Stücken schuld man das Ohr. Wenn man jetzt immer diese Stücke nimmt, wo meistens alle gemeinsam spielen, da hört man das dann nicht. Aber wenn dann so eine Stelle kommt, wo nur Flöten und Klänetten spielen, dann muss man hinhören und dann wirklich sagen, wo sind wir jetzt mit der Intonation?
Macht wirklich die Ohren auf. Und das ist zum Beispiel auch so ein Punkt, dass man das wirklich pflegt, dass man das Gehör bildet von den Musikern. Das ist wirklich so ein Ding in der Blasmusik, was man ja wirklich gern wünschen würde. Gut hinhören oder auch beim Zusammenspielen, gut zusammenspielen.
Schaut mal, wo ist der andere? Wo ist denn der? Das sind solche Dinge, die mir halt in der Probenarbeit sehr oft auffallen. Jeder spielt so für sich, aber nicht gemeinsam.
Bist du da sehr, sehr penibel und nervig?
Ja, beides. Ja, ich sage schon sehr oft bei der Probenarbeit. Hört auf den Arm dann. Dieser Satz fällt sehr oft. Oder wo sind denn die Kleinetten? Hat sie die Blechbläser? Hört ihr die Kleinetten? Das ist, weil die spielen schon sehr, sehr laut teilweise. Und ja, da kommt schon oft vor, dass sie dann sagt, wirklich bitte leiser.
Und hört ihr eigentlich die Holzbläser?
Bist du jemand, der sich mit dem Orchester gemeinsam einspielt oder legst du gleich los?
Ich spiele mich schon ein. Jetzt. Also mit diesem Orchester. Ich glaube, wenn ich ein besseres Orchester hätte, also ein Kunststufen-Orchester, dann würde ich das anders praktizieren. Aber dadurch, dass ich eine Mittelstufe, also eine B-Kabelle habe, pflege das schon, dass ich mich mit ihnen einspiele.
Was machst du da zum Einspielen?
Eine ganz, ganz gewöhnliche Tonleiter. Nichts Besonderes. Oder manchmal, es ist nicht immer dasselbe. Manchmal starte ich sofort ein Stück. Wenn ich merke, die Probenzeit ist jetzt nicht so ausreichend. Oder dass ich viel Programm habe, was ich in dieser Probe schaffen möchte.
Ich habe ja gesagt, du hast auch Schwerpunkt Glasorchesterleitung im Studium gehabt. Was war für dich der größte Aha-Moment?
Der größte Aha-Moment war, aber jetzt muss ich echt überlegen.
Darfst du.
Ja doch, als eh Martin gesagt hat, dass wir die Werke so dirigieren zu ihnen, als hätten wir es selber komponiert. Dass wir das Werk so in- und auswendig kennen, dass man es so gut dirigieren kann und wissen, wann was passiert. And ich finde es auch ganz wichtig als Dirigent, dass man sich so gut befasst mit diesem Werk, dass man weiß, okay, jetzt kommen die Trompeten, jetzt kommt der Flöteneinsatz und das und das, dass man nicht andauernd in die Partitur reinstellen muss, sondern wirklich sagen kann, ich kenne das Stück, ich habe mich damit befasst und kann das vermitteln, was der Komponist damit sagen wollte.
Wir Diagenten sind ja die Vermittler zwischen Musiker und Komponisten. Wir müssen das ja verstehen, was er damit ausdrücken wollt. Und ich finde, ich versuche einfach immer bei jedem Stück den Komponisten nachzuvollziehen und zu verstehen, was wollte er damit ausdrücken und den Musikern so gut wie möglich zu vermitteln.
Ja, finde ich auch wichtig, die Partitur gut zu kennen. Auf jeden Fall. Ich finde es einen schönen Satz, dieses Dirigieren, wie wenn man es selber geschrieben hätte. Ich finde es ein schönes Bild. Das macht es nochmal vermittelnder, finde ich. Als nur zu sagen, okay, ihr müsst das Stück können. Das ist ja nochmal, da ist halt dann diese Ebene dazwischen und wenn ich sage, okay, ich müsste so können, wie wenn ich es geschrieben hätte, dann ist es direkter irgendwie.
Du bist noch sehr jung. Wo siehst du dich in fünf Jahren?
Das ist eine gute Frage, das kann ich jetzt noch gar nicht sagen, weil ich so eine Person bin, die sich gern vom Leben leiten lässt. Das Leben krägt Stimme rein. Wenn man einen Plan erstellt, dann sagt das Leben nö. Manchmal. Also so richtig, nö, das machen wir jetzt nicht. Und deswegen, ja, natürlich, man schaut schon, dass man einem oberflächlichen Plan hat.
Aber ob der wirklich so wird, wie man sich das erwünscht, das ist die andere Frage. Aber weiterhin für Blasorchester komponierend, das bestimmt. Und auch als Dirigentin, ich würde mal sehr, sehr gerne wünschen, dass ich, also jetzt bin ich ja nur Karenzvertretung bei diesem Blasorchester, wo ich jetzt bin.
Aber in Zukunft, dass ich eine Blaskapelle leite, die ich so gut wie möglich fördern kann. Dass ich aus der Kapelle, wenn es beispielsweise jetzt eine B-Kapelle ist, dass ich aus der B-Kapelle eine C-Kapelle mache oder aus der C-Kapelle eine D, einfach einen Fortschritt bringen kann mit dem, was ich tue.
Das würde ich total gerne machen. Und ja, so sesshaft werden. Jetzt bin ich in Salzburg, aber mal schauen, wohin die Reise geht.
Arbeitest du gerade an einem Stück?
Jetzt gerade nicht, aber ich werde nächste Woche mit einem größeren Werk beginnen, was auch auf meiner To-Do-Liste steht, weil es mir schon länger ein Anliegen ist, das zu komponieren.
Auch für Blasorchester?
Ja, fürs Blasorchester.
Was heißt dein größeres Werk?
Von der Minutenanzahlung, von der Schwierigkeit.
Okay. Wie lange wird das?
Ich denke schon, dass es ein 13-14-minütiges Stück wird. Weil es ein für mich schweres Thema ist. Und um es so zu komponieren, wie ich es in mir wünsche, braucht es diese Zeit.
Da bin ich gespannt.
Ich auch.
Ich bin sehr gespannt, wenn es fertig ist. Wir kommen zu den Schnellfragen. Schreiben oder Klarinette spielen?
Ja, kommt drauf an. Manchmal möchte ich lieber Klarinette spielen als komponieren. Oder umgekehrt. Kommt immer von der Tagesverfassung drauf an.
Was wärst du geworden, wenn du nicht Musik studiert hättest?
Irgendwas Kreatives. Schneiderin, Konditorin, Landwirtin.
Landwirtin?
Ja. Cool. Oder das, genau, Försterin, also irgendwas mit Holz. Das würde mich auch sehr interessieren.
Also wieso genau mit Holz? Also warum ist Holz dein Material?
Weil wir zu Hause eine Waldwirtschaft haben. Genau, und ich liebe es, im Wald zu sein. Das ist so schön und so beruhigend und diese Stille, dieser Duft der Bäume. Das ist sehr, sehr schön.
Was lernst du gerade, was du noch nicht kannst? Das darf alles sein. Das muss jetzt nichts mit Musik zu tun haben.
Muss ich wieder überlegen. Das sind echt überlegfragen.
Dann ist gut.
Das kann ich. Auch nicht. Also ich bin gerade im gar nichts Erlernen. Das glaube ich nicht. Oh, das ist echt eine schwierige Frage.
Also ich mache ein Beispiel, ich versuche gerade im Moment wirklich mal früh ins Bett zu gehen, damit ich endlich mal genug schlafe.
Ah, okay. Gut, gut, das ist gut. Okay, dann ist es bei mir tatsächlich auch so, dass ich genug Schlaf bekomme. Jetzt mal. Weil ich gern in die Nacht reinkomponiere und immer das Schlafen vergesse. Und jetzt bemühe ich mich wirklich, dass ich mal schlafe.
Wobei ich in deinem Alter das noch besser weggesteckt habe als jetzt. Ja, mit Mitte 20 war das alles nicht so schlimm. Jetzt merke ich.
Ja, aber ich merke es jetzt schon. Okay. Also es geht nicht.
Aber Schlaf ist wichtig, auf jeden Fall. Welchen Film bzw. welches Buch sollte man mal gelesen oder geschaut haben?
Also für die Frauen würde ich das Buch ein ganzes halbes Jahr empfehlen. Das ist sehr, sehr toll. Aber für die Männer ein, wie heißt das? Genau, ein ganzes Leben. Kennst du das Buch?
Das kenne ich nicht. Das andere kenne ich, wobei ich da kenne ich nur den Film dazu. Aber ein ganzes, ein ganzes Jahr, ist das der Nachfolger? Ein ganzes Film?
Nee, nee, nee, nee. Ein ganzes Leben. Das ist ein ganz anderer Buch. Und dazu gibt es auch einen Film. Kann man auch den Film angucken. Aber der ist eine schwere Kost, das sage ich sofort dazu. Deswegen für Männer der andere Film. Aber ja, lass dich überraschen.
Ein ganzes Leben ist das ein Roman? Ja. Ja? Okay. Okay, ich bin sehr gespannt. Ich google das nachher gleich mal. Ja. Okay, welche Aufnahme sollte man sich unbedingt mal angehört haben? Unabhängig von den Stücken, die du geschrieben hast. Die sollte man sich auf jeden Fall anhören.
Blasmusiktechnisch völlig egal. Ich finde von Thomas Doss das Stück Momentum. Kennst du das?
Bin mir gerade nicht sicher, wenn ich ehrlich bin.
Es berührt mich sehr. Ein sehr schönes Stück.
Abschließend, was sind deine privaten Wünsche und die Wünsche für die Blasmusikszene?
Meine privaten Wünsche sind, dass ich nach wie vor ganz viel Freude daran haben werde, was ich mache. Beim Komponieren, beim Musizieren. Und vor allem auch, dass diese Freude auch in der Familie erhalten bleibt, weil wir alle Blasmusikanten sind und Musiker. Und natürlich Gesundheit auch. Und für die Blasmusik-Szene ja, einfach dieser Mut.
Mut zu haben, Neues auszuprobieren oder ein neues Konzert auszuprobieren, andere Themen aufzugreifen. Einfach mutig voran und freudig. Das nicht verlieren.
Okay. Das nehme ich so. Dana, vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.
Sehr gern. Ich sag danke.
Sehr, sehr gerne. Das war die Folge mit Dana Schrammel und mich würde natürlich wie immer interessieren, wie ihr diese Folge fandet. Ich fand es total schön, total herzlich, mich mit Dana zu unterhalten und in ihre Schaffensweise zu blicken. Mich hat es total faszinierend, dass sie sagt, okay, wenn ich dann schreibe, dann brauche ich gar nicht so lange und dass sie das alles im Kopf zurechtlegt.
Schade nach so einem Interview zu sehen, dass es immer noch so wenig Frauen da draußen gibt. Wenn ihr jetzt eine seid, die sagt, ich bin aber eine Frau, mich kennt man aber nicht, dann schreibt mich gerne an. Oder wenn ihr jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, dann schreibt mich auch gerne an.
Und wenn ihr auch wisst, wieso es so wenig Blasmusigerinnen gibt, die auf die Bühne treten, vor allen Dingen als Komponistin, dann schreibt mich auch gerne an, weil das sind alles Dinge, die mich interessieren und bestimmt auch die Szene da draußen. Ich habe noch einen Podcast-Tipp zum Weiterhören und das wäre die Folge mit Thomas Asanger.
Thomas ist Komponist aus Österreich und natürlich in der Blasmusik-Szene, vor allen Dingen in der symphonischen Blasmusik, ein bekanntes Gesicht, ein bekannter Name und auch dieses Gespräch ist mit Sicherheit sehr, sehr interessant, denn es ging natürlich nicht nur ums Komponieren, sondern auch um Wertungsspiele und wie er auf die Blasmusikszene blickt.
Ich möchte mich bedanken bei meinen Supportern, Buffet Krampor beim Klanggarten Musikverlag, bei der Wurztuck Academy, bei Lern der Machern für den Schnitt, bei Dirk Mattes für die Musik, bei euch, das ihr eingeschaltet habt. Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid. Macht's gut, habt eine gute Zeit.
Euer Andi